23
Apr, 2013

Mut, zu denken

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Unter dem Titel “Mut, zu denken – Christian Semlers große Texte” ist heute in der Süddeutschen Zeitung eine Rezension des Buchs “Kein Kommunismus ist auch keine Lösung” erschienen, mit den Texten und Essays des im Februar verstorbenen Kollegen Christian Semler, das ich mit Stefan Reinecke herausgegeben habe. Ein Buch, so Rainer Stephan in der SZ, “das Christian Semler nicht nur als hervorragenden Journalisten zeigt, sondern als einen so leidenschaftrlich wie präzise argumentierenden Denker, von dem weiß Gott nicht nur eingeschworene Linke eine Menge lernen können.(…) Man kann seine Haltung verändern, aber man kann sie nicht einfach aufgeben, schrieb Semler immer wieder. Und: man hat die Pflicht, sich und anderen Rechenschaft für seine Haltung abzulegen. Genau das hat er in seinen politischen Analysen, in biografischen Notizen und nebenbei in brillanten philosophisch-ästhetischen Exkursen konsequent getan.”

Am kommenden Donnerstag, den 25.4. 2013 stellen wir das Buch im taz-Café vor. (Rudi-Dutschkestr.23, 19 Uhr, Eintritt frei)  Im Anschluß wird der Film “Die Schlacht am Tegeler Weg” (44 Minuten) zu sehen sein, 1988 gedreht von Barbara Kasper und Lothar Schuster, ein präziser, sachlicher Rückblick auf die gewalttätigste Auseinandersetzung zwischen Demonstranten und Polizei in Berlin 1968.
Ein Gespräch über das Buch mit Stefan Reinecke führte Marion Brasch heute  auf Radio Eins. Das Buch (194 Seiten, 12 EURO) kann im taz-Shop bestellt werden und ist  unter der  ISBN 978-3-937683-43-0 auch über den  Buchhandel erhältlich.

Kommentare

4 Kommentare zu “Mut, zu denken”

  1. Stefan Miller am 24.04.2013 um 08:36 Uhr 

    egal welche Begriffe man wierum dreht, ob Sozialismus, Liberalismus, Kapitalismus, das alles evtl. noch mit Neo versieht, etc., die eigentliche Wahl spielt sich stets zwischen individueller Freiheit und der Unterordnung einer Obrigkeit. Die Frage, die sich jeder stellen muß lautet, will ich selbst für mein Leben verantwortlich sein oder will ich jemanden Rechenschaft schuldig bleiben. Im Moment erleben wir weltweit den Wiederaufstieg einer neuen globalen Version des Sozialismus. Kein Staat ist davon verschohnt geblieben. Überall wird im Mantel der sozialen Wohlfahrt und im Kontext der neuen Gefahr des globalen Terrorismus die individuelle Freiheit reduziert, wie es bisher in der Geschichte der Menscheit noch nie der Fall war. Ganze Generationen werden nach und nach enteignet, Besitz kumuliert in immer wenigen Händen, Schulen erziehen junge Menschen nicht mehr zur Selbständigkeit sondern zum Leben von der Fürsorge oder Arbeit in einer Zeitarbeitsfirma. Alles wird patentiert und die Patente werden genauso wie der materieller Besitz in immer wenigen Händen der Großkonzerne kumuliert. EU will im Mai durchsetzen, daß Kleinbauern und Gärtnern verboten wird, Samen von unregistrierten Pflanzen untereinander auszutauschen. In den USA ist das jetzt schon der Fall. Dort wurde Monsanto von Obama über das Gesetz gestellt, von jedweder Verantwortung befreit, und Farmer per “Schutzgesetz” gezwungen ausschliesslich Samen von Monsanto zu verwenden. Wohin soll das gehen? Da braucht man viel Mut zu Denken.

     
  2. Berndchen am 24.04.2013 um 17:53 Uhr 

    Mit Verlaub, Stefan Miller, Ihre Version (Vorstellung) von Sozialismus ist schon recht skurril. Fehlt nur noch die Wiedererrichtung der Mauer.
    Achso, ja, Israel, natürlich…ich vergaß…
    Aber da es noch nie irgendwann und irgendwo einen “Sozialismus” gegeben hat, ist eine Wiedererrichtung schlechterdings unmöglich.

     
  3. Blaubeere am 25.04.2013 um 08:36 Uhr 

    Hm, Herr Miller, vielleicht verwechseln Sie da was. Der Versuch, so etwas wie Sozialismus zu errichten, ist bekanntermaßen mißglückt. Sicherlich auch deshalb, weil noch niemend so genau weiß, wie eine bessere Alternative zum Kapitalismus/Imperialismus auszusehen und zu funktionieren hat. Was wir während der letzten 20 Jahre erlebt haben, ist ein ungehemmtes Auftrumpfen des Imperialismus. Die Vorgänge haben Sie ja zutreffend geschildert, nur daß dies eben kein “Sozialismus” ist.

     
  4. Stefan Miller am 25.04.2013 um 11:06 Uhr 

    was ist denn heute anders, als in der DDR? Abgesehen von “Reisefreiheit” und mit Konsumgütern vollgestopften Läden? Reisefreiheit gibt es auch nicht wirklich, denn man muß schon etliche Hürden überwinden, bis man in die meisten Länder der Welt einreisen kann. In den USA wird man wie ein potentieller Schwerverbrecher abgehandelt, muß Schuhe ausziehen, sich Körperkontrolle unterziehen, Fingerabdrücke abgeben, etc. Dauert einen halben Tag. Für Konsum ist gesorgt, aber das liegt an der verbesserten Produktionstechnik und der Globalisierung. Vielleicht deswegen wird jetzt nochmal das Experiment gewagt. Damals erkannte man, daß die Menschen in erste Linie ihre Bäuche füllen wollen. Sind diese gefüllt, dann ist ihnen fast alles andere schon egal. Der Staat weiß heute, wo ich mich zu jeder Zeit befinde, was ich einkaufe, was meine politische Meinung ist, wie meine Lebensgewohnheiten sind, praktisch alles und das weiß der Staat über praktisch jeden Bürger ohne Spitzel, ohne Abhöranlagen, etc. Zur Wahl steht mir ein Parteienkartell mit demokratischer Fassade zur Verfügung, wo es völlig egal ist, was man ankreuzt, denn gemacht wird später stets das selbe unabhängig davon welche der Parteien sich Regierungspartei nennen darf. Und so ist es auf der ganzen Welt. Die wenigen verbliebenen Ausnahmen werden gerade noch bekämpft aber das dauert nicht mehr lange.

     

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