16
Mar, 2015

Onkel Kerry bringt den Kleinen Ballspielen bei!

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Onkel KerryKaum ist man mal ein paar Tage offline, herrscht allenthalben Durcheinander. Eine geschlagene Woche war der Gottseibeiuns weg, Wladimir der Schreckliche einfach wie vom Erdboden verschluckt, kein Auftritt, keine Ansagen, keine aktuellen TV-Bilder – die Westmedien schoben Panik. Wenn Frau Merkel mal eine Woche nicht im Fernsehn auftaucht würde das schon deshalb kaum auffallen, weil jeder ihrer aktuellen Auftritte ohnehin wie aus der Retorte wirkt. Kaum aber vergehen ein paar Tage ohne dass der Ultraböse sein diabolisches Lächeln zeigt, schiebt die Nachrichtenbörse volles Rohr Turkey. Und muß, weil so ein radikaler Putinentzug kaum auszuhalten ist, Fragezeichen- Geschichten erfinden. Haben seine Generäle ihn festgesetzt ? Wohnte er der Entbindung einer heimlichen Geliebten in der Schweiz bei ? In einer von Berlusconi empfohlenen Klinik ? Oder ist er selbst krank ? Vielleicht sogar schwer ? Etwa Krebs?  “Mer waas es net, mer munkelt nur”,  sagt der Hesse – und so wurde, von den Qualitätsmedien abwärts eine Woche lang gemunkelt was das Zeug hält. So sehr, dass selbst die auf Höchsttoleranz justierten Bullshit-Detektoren in den Boulevard-Redaktionen permanent im roten Bereich liefen. Lange wäre das nicht mehr gut gegangen und so hört man geradezu das Aufatmen in den Großraumbüros, wenn Spül-Online heute vermelden kann: “Putin ist wieder da”.

Was wäre, wenn er wirklich weg wäre, malen sich die Pentagon-Strategen ja nicht nur in ihren Träumen aus, sondern arbeiten auch daran. Dass jemand wie George Friedman –  Chef des als “Schatten-CIA”  bezeichneten Thinktanks “Stratfor” – unverblümten Klartext über die geopolitischen Ziele der USA spricht, ist selten genug, weshalb ich das folgende Video zur Ansicht empfehle. Wer in unserem Buch “Wir sind die Guten” die Kapitel  zur Geopolitik – von Mackinder über Brzezinski zur “Full Spectrum Dominance”-Doktrin – gelesen hat, kann die  Ausführungen Friedmans als aktuelle Fortsetzung sehen; wer sich mit der Außenpolitik des US-Imperiums noch nicht näher beschäftigt hat, kann hier zusammengefasst erfahren, um was es dabei wirklich geht – und dass der Cartoon von Gerhard Seyfried keine satirische Übertreibung darstellt, sondern die grausame Realität:

 

Eine bessere Übersetzung sowie ein Link zu dem kompletten Vortrag von Friedman hier

Kommentare

8 Kommentare zu “Onkel Kerry bringt den Kleinen Ballspielen bei!”

  1. Markus Weber am 16.03.2015 um 23:12 Uhr 

    Bei dem Youtube-Filmchen ist es mir heiss und kalt den Rücken heruntergelaufen. Die Sationierung von Waffen und Truppen im Sicherheitsgürtel sind ja bereits in vollem Gange.

    Kommen die Deutschen da noch ohne Krieg und Niederlage heraus? Das schon, allerdings nicht ohne grössere Opfer. Als erstes sollten sie die Euro-Zone verlassen (diese Währung haben die US-Banker durch Griechenland mit einem Not-Aus-Knopf ausgestattet) und auf eine eigenständige Währung setzen mit dem Schöpfungsrecht bei der Regierung. Dann sollten sie mit all jenen Nationen, mit denen es noch reale Werte auszutauschen gibt, einen möglichst unverbauten Handel treiben. Vielleicht entspringt hier eine stabilere Währungsalternative.

    Wir machen den Fehler, die Drohungen aus den USA, uns das Leben in Europa zur Hölle zu machen für den Fall, dass wir ihnen in ihrer Einzigartigkeit ins Handwerk pfuschen, als Friedensangebot umzudeuten, dass wir etwa ein schönes Leben haben könnten, solange wir gerne und mit Anstand zweite oder dritte Geige spielen. So wird es nicht kommen. Früher oder später sind die ersten realen Ressourcen und Güter Mangelware in der Welt, und es wird sich derjenige zuerst segnen, der das Kreuz in der Hand hält – und sehenden Auges andere darben lassen. Wir dürfen nicht aus Angst davor, selbst gegen Russland in einen vernichtenden Krieg ziehen zu müssen, den Amerikanern untertänigst anbieten, für die Kriegskosten aufzukommen, wenn sie uns nur das Kriegführen ersparten. Ein ernsthafter Konflikt mit Russland dürfte in Deutschland ganz einfach nicht auf dem Programm stehen. Dazu müssten die Medien aufhören, Russland und Putin schlechter zu schreiben, als sie sind. Putin vorzuwerfen, er habe die Krim unter Missachtung internationalen Rechts annektiert, darf nicht zur Steilvorlage für die unkommentierte Annexion der Krim durch Frau Nudelmann werden.

    Auch muss man klarsichtig sein darin, wo für die USA die Bedrohung beginnt. Eben nicht erst beim sichtbaren Aufstieg zum Zweitimperium, sondern bereits bei jeglichenm Ansatz von veritabler Eigenständigkeit.

    Eine Welt, in der eine grosse Mehrheit von – zugegeben: viel schwächer ausgestatteten – Nationen sich selbst mit ihren Nachbarn genug wären und, sobald sie’s nur wollten, auch gut ohne US-Dollar auskämen, ist eine, in der der Hütchenspielertrick der Fed bald auffliegen könnte. Und das darf nicht passieren.

    All das sind auch keine Maximen, die auf die Maximierung des allgemeinen Wohlstandes bei den US-Bürgern abzielen, sondern wir werden es noch erleben: Den Regierungen und Oligarchen im Intermarium werden Milliarden an US- (und – “Merci!” – EU-)Steuergeldern überwiesen werden zuzügl. Naturalien (sprich Waffen, Munition, Söldner), von denen dann nicht geringe Beträge wieder in den Taschen der Politiker, Magnaten und Wegelagerer landen werden.

    Also irgendwie erinnert das alles immer stärker an eine Wiedererrichtung des im 10. Jhdt. durch die Hand des Kiewer Rus untergegangenen Khasarenreiches.

     
  2. Stefan am 17.03.2015 um 13:11 Uhr 

    Wie dumm sind US-Thinktanks eigentlich, wenn sie eine Bedrohung durch deutsch-russische Allianzen sehen? Wir leben nicht mehr in der Zeit vor hundert Jahren. Die Deutschen heute sind satt und träge geworden und wollen nichts anderes mehr als ruhig vorm Fernseher einzuschlafen. Die Russen wollen vor allem ihr Land friedlich modernisieren und sich ihr Schicksal dabei nicht von außen vorschreiben lassen.

    Wenn es eine strategische Bedrohung für die USA gibt, dann ist es einzig ihre eigene Überheblichkeit und Arroganz, die alle anderen aus purer Notwehr dazu zwingt, sich gegen immer schlimmere Anmaßungen von Washington und der dahinter stehenden Verbrecherelite zusammenzutun.

    Es ist unübersehbar, aber im Speigel oder in der Tagessau wird man davon nichts hören:

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/03/17/affront-gegen-die-usa-eu-staaten-steigen-bei-china-bank-fuer-entwicklung-ein/

     
  3. urks am 17.03.2015 um 15:48 Uhr 

    Stefan am 17.03.2015 um 13:11 Uhr:
    “Wie dumm sind US-Thinktanks eigentlich, ”

    Hier tritt die ganze Schizophrenie dieser “Elite” wunderbar zutage.

    Jemand sollte ein Transcript dieses Wahnsinns verbreiten. Am besten per offenem Brief an alle Mainstream Blätter.

     
  4. urks am 17.03.2015 um 16:08 Uhr 

    Die Übersetzung in den Untertiteln ist nicht gut und tw. unsinnig, leider. Ich hoffe Mathias B geht da nochmal drüber. 🙂

     
  5. Berndchen am 18.03.2015 um 00:59 Uhr 

    urks schrieb am 17.03.2015 um 16:08 Uhr

    “Die Übersetzung in den Untertiteln ist nicht gut und tw. unsinnig, leider. Ich hoffe Mathias B geht da nochmal drüber.”

    Falls eine neue Übersetzung von Dirk Müllers “Cashkurs”-Seite recht ist, bitteschön:

    http://www.cashkurs.com/kategorie/meldungen/beitrag/us-denkfabrik-stratfor-vorbehalte-gegen-deutsch-russische-kooperation/

     
  6. urks am 18.03.2015 um 11:33 Uhr 

    Danke @Berndchen, ich habe inzwischen eine verbesserte Übersetzung bei Albrecht Müller gefunden:
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=25405

    Friedman: “Denken Sie über die deutsche Frage nach, denn sie kommt jetzt wieder auf uns zu. Ihr müssen wir uns jetzt stellen und wir wissen nicht wie. Wir wissen nicht was die Deutschen tun werden. ”

    Also wenn ich den letzten Satz im vorangegangen Kontext interpretiere, kann das nur heissen:
    “Der Unsicherheitsfaktor Deutschland muss ausgemerzt werden”.
    Sieht das jemand anders?

    “Der Tod kommt aus Amerika”, 13.3.15
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=25398

     
  7. pecas am 18.03.2015 um 21:05 Uhr 

    Das in sich offenkundig widersprüchliche (“Wir kennen kein Europa, mit dem wir verhandeln würden oder könnten, aber wir zerlegen es … in kleine gegeneinander aufwiegelbare Happen”), mit einer auffallend GW-Bush-haften Heuchlergrimasse einer offenbar völlig debilen Zuhörerschaft zu verkaufen versuchte Wunschdenken des Herrn Friedman läuft unter dem Strich klar auf das Statement hinaus, es gehe nicht ohne Gewalt und Unterdrückung. Die Welt gehört dem, der die Ozeane und den erdnahen Weltraum militärisch beherrscht. Der Rest wird als Trottel in die Geschichte eingehen.

    Bleibt zu hoffen, dass sich dieser Rest, darunter gerade “die (vorgeblich nicht vorhandenen, unter ihren Stammesgenossen leider gerade kulturell und zivilisatorisch am weitesten entwickelten) Europäer” – von denen der Mann anscheinend nicht die geringste Ahnung hat oder jedenfalls in seinem wishful imperial thinking haben zu wollen bzw. einfach in alter sophistischer Manier aus dem Geschehen wegdividieren können zu glauben scheint – doch noch rechtzeitig soweit ermannen, der hier angekündigten, per “Cordon Sanitaire a la Pilsudski anno 1920” zwischen Russland und dem Rest von Europa durch Amiland & Co zu deichseln versuchten Neuauflage bei Verdoppelung (nämlich an den jeweiligen West- und Ostgrenzen der beteiligten Länder des Baltikums, Polens, Ungarns, Rumäniens, Bulgariens sowie der Ukraine) des Eisernen Vorhangs eine definitive Absage zu erteilen.

    Take a walk, STRATFOR. And take that goddamned Chicago Outfit Bullshit Council on Global Affairs along with you.

     
  8. Anonym am 19.03.2015 um 19:33 Uhr 

    ach, bröckers. in case you missed it: der krieg ist doch längst da im donbass, von russland geschürt. Der Moskauer Freischärler Igor Strelkow fordert jetzt im SpOn-Interview, Putin müsse in der ganzen Ukraine “für Ordnung sorgen”. Und weiter: “Kiew ist eine russische Stadt. Ich will die historisch gerechte Wiederherstellung Russlands. Die Ukraine war, ist und bleibt ein Teil Russlands. Ich träume davon, dass Russland zurückkehrt zu seinen natürlichen Grenzen, Minimum die Grenzen von 1939.” Irre – nur zwei Antworten weiter: “Wenn Russland sich stärker einbrächte, wäre alles möglich, einschließlich des Sturzes des Regimes in Kiew. Für mich ist das eine Regierung von Nazis.” Ein imperiales Russland in den Grenzen von 1939 fordern, aber die Gegenseite als Nazis titulieren – mehr Doppelmoral geht nicht. Der alte Trick von Putin. Er tut uns gegenüber so, als ob wir dankbar sein müssen, dass es ihn an der Macht in Russland gibt. Weil andere noch radikaler als er wären. Dabei ist er es, der die Radikalen in Moskau fördert. Putin ist jetzt Geisel und Komplize der Ultra-Nationalisten. Aus der Nummer kommt er nicht so leicht wieder raus. Die Geister, die ich rief… Und unsere Linke jubelt ihm zu. Unfassbar.

    Strelkow lebt in seiner eigenen Realität. 1939 gab es kein Russland, es gab eine Sowjetunion mit der Teilrepublik RFSSR. Die Sowjetunion erstreckte sich nur auf das Territorium der Ukraine, weil die Bolschewiki die im Friedensvertrag von Brest-Litowsk anerkannte Ukraine 1921 in einem brutalen Krieg eroberten.

    “Ich träume davon, dass Russland zurückkehrt zu seinen natürlichen Grenzen, Minimum die Grenzen von 1939.”

    Was ist schon “natürlich”? Vor 2000 Jahren gab es kein Russland. Das könnte also auch der “natürliche” Referenzzustand sein, auf den man sich bezieht. In mancher Hinsicht wäre das vielleicht sogar besser. Russland ist ein riesiges Land voller Reichtümer, das aber keine Ahnung davon hat, was es damit tun soll. Ein verwöhntes Kind mit Minderwertigkeitskomplexen, die gott-weiß-woher kommen, als flächengrößter Staat und stärkste/zweitstärkste Nuklearmacht. Am Ende schwingt vielleicht die Unsicherheit mit, daß man selber weiß, es sich aber nicht eingestehen mag, das beides heute eigentlich nicht von Belang ist. An der Spitze der Menschheit steht man, weil man Kultur hat, nicht weil soundsoviele Quadratkilometer dem Land gehören, oder man soundsoviele Atomwaffen sein Eigen nennt, nicht einmal, wenn man in Rohstoffen badet, führt das automatisch zu Ansehen und Ruhm. Das ist der Neidkomplex Russlands. Man hat auf Masse gesetzt, statt auf Klasse, und langsam kommt das böse Erwachen.

     

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