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Jun, 2015

Krieg oder Frieden in Europa

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Willy Wimmer, CDU-Urgestein, ehemaliger Vize-Präsident der OSZE/KSZE und Autor des Buches “Wiederkehr der Hasardeure”; Dirk Pohlmann, Dokumentarfilmer für ARTE und ZDF und Dr. Daniele Ganser; Historiker und Friedensforscher aus der Schweiz, sein bekanntestes Buch: “NATO-Geheimarmeen in Europa – Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung” sowie yours truly – im Gespräch über “Krieg oder Frieden in Europa – Wer bestimmt auf dem Kontinent?”

 

Update: Kaum entwickelt sich die Premiere von Ken Jebsens Talkmarathon zum “Klickmonster” – in drei Tagen schon knapp 100.000 Views und über 1.000 positive Kommentare, davon viele mit dem Tenor: “Jetzt können die ÖR-Talkshows einpacken” –  wird dieser Meinung auch schon Folge geleistet: Günther Jauch gibt auf.  Das ist  sicher kein Verlust, wobei ich seine und auch die anderen Talkrunden wenn überhaupt selten länger als 10 Minuten ertrage und deshalb nichts weiter dazu sagen kann. Ein Wort aber zu den hier und auf youtube in den Kommentaren geäußerten Kritik, dass in dieser Runde keine “Gegenmeinungen” vertreten waren: als Teilnehmer fand ich dieses Format sehr viel angenehmer als den übliche Debattenstil: 1 Minute A, 1 Minute B & C und dann der Moderator mit der Zusammenfassung und die nächste Runde. Grundsätzlich spricht ja nichts gegen Streitgespräche unterschiedlicher Positionen – und keiner der Diskutanten wäre zu Hause geblieben wenn auch Kontrahenten ihrer Position am Tisch gesessen hätten – aber ich bin mir nicht sicher, ob das Gespräch dann für die Zuschauer denselben Ertrag gehabt hätte.  Denn hier konnten alle Teilnehmer “frei” reden, ohne ständig auf Angriff oder Verteidigung gepolt zu sein . Ein solches Gespräch kommt der  “Wahrheitsfindung” möglicherweise näher als ständige Attacken oder argumentativer “cartenaccio”, wobei Ken Jebsen nach dem großen Zuspruch für diese Premiere es in künftigen Runden sicher  gern auch mal krachen lassen wird – wenn sich denn geeignete Konterparts finden…

Kommentare

29 Kommentare zu “Krieg oder Frieden in Europa”

  1. Carl am 03.06.2015 um 20:31 Uhr 

    Sehr interessantes Gespräch, lehrreich und lebendig. Dass es leibhaftige Unpersonen des Medienmainstreams sind, die da auf hohem Niveau die Weltlage erörtern, macht richtig deutlich, wie verkommen dieser Mainstream mit seinen dumpfen Talkshows mittlerweile ist.
    Warum können solche Gespräche nicht einmal mehr nachts im 3. Programm laufen ? Gabs nicht mal einen öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrag ? Den zwangsfinanzierten Staatsfunk der BRD unterscheidet heute nichts mehr von dem der DDR – was einst der richtige “Klassenstandpunkt” ist heute der “Nato-Standpunkt” – und wenn der “diskutiert” wird gilt: zwei Stühle, eine Meinung.

     
  2. mcclane am 04.06.2015 um 11:07 Uhr 

    eine journalistische meisterleistung,
    und hervorragende gäste.
    besser konnte eine sendung nicht aufzeigen warum ich mich seit jahren in den allermeisten tv-sendungen nicht mehr repräsentiert fühle.
    möge diese sendung erst der beginn eines
    neuen medienformats werden.

     
  3. Stefan am 04.06.2015 um 11:10 Uhr 

    In dem Maße wie die Mainstream-Propaganda lächerlicher und grotesker wird und unabhängige Nachrichten unterdrückt werden, in dem Maße offenbart sich nur die Schwäche des Systems. Die Geschichte kennt viele Beispiele derartigen Verfalls.

    Sinnigerweise geht das Staatsoberhaupt als Symbol für die Verkommenheit unserer Eliten vorneweg: Der Mann, dessen Motto angeblich “die Freiheit” ist und der sich “Bürgerrechtler” nennt, empfängt in Berlin einen Militärdiktator, der den gewählten Präsidenten weggeputscht und das Parlament abgeschafft hat, mit allen Ehren als Partner und Verbündeten. Wie war das: “Krieg ist Frieden, Plus ist Minus, Rechts ist Links”?

    Fazit: Wir verteidigen Werte, die wir nicht (mehr) haben, gegen Terroristen, die wir selbst schufen, finanziert mit Geld, über das wir nicht verfügen, im Namen einer Gemeinschaft, die es nicht gibt. Sondern nur ein Imperium, das aus Lüge und Gewalt besteht.

    Das Ausmaß an Realitätsverweigerung erreicht sein Endstadium. Und die Eliten sind auch Opfer ihrer eigenen Propaganda: Sie kontrollieren nicht wirklich die öffentliche Meinung, sie erwecken nur den Eindruck, es zu tun. Der Zeitpunkt, an dem sie den Unterschied erkennen werden, rückt zwangsläufig näher.

     
  4. Rudolf Schmidt am 04.06.2015 um 16:42 Uhr 

    Danke Herr Bröckers für dieses Video, ich wollte eigentlich nur kurz reinschauen und hing dann 2,5 Stunden dran…Dass Leute wie Ken Jebsen und Sie als Verrückte, Verschwörungsspinner, Antisemiten etc, diffamiert werden, hat nur einen Grund und der ist in diesem Gespräch zu besichtigen: mit Argumenten ist den kompetenten und eloquenten Köpfen dieser Runde schwer beizukommen, man kann sie nur mit Dreck bewerfen, denunzieren, ausgrenzen. Dass das dank Internet nicht mehr geht macht Hoffnung. Schon nach einem Tag hatte dieser Talk auf youtube über 40.000 Zuschauer – viel mehr hat man spätabends in den 3. Programmen auch nicht – und ich bin sicher dass sich diese Zahl noch vervielfacht in den nächsten Tagen. Politische Bildung und Aufklärung tut not und diese Sendung ist in dieser Beziehung ein echter Leuchtturm….

     
  5. DrAnonym am 04.06.2015 um 19:31 Uhr 

    Eine hervorragende Gesprächsrunde mit einem Moderator der seine Arbeit ausgezeichnet macht!

    Wenn man dieses Format mit den Politik-Talks wie “Menschen bei Maischberger”, “Anne Will” etc. “Hart aber fair” vergleicht, dann ist man regelrecht erschrocken wie mies diese Talkshows sind bzw. wie viel billige, primitive, Meinunsmache dort gemacht wird – während man sämtliche Anstandsregeln Gesprächsführung missachtet. Leider schauen noch viele Freunde und Kollegen diese Talkshows und fühlen sich dann gut informiert und adaptieren auch die dort gezeigten Verhaltensweisen (nicht zuhören bei Gegenargumenten, nicht ausreden lassen, …). Gleichzeitig gibt es aber auch immer mehr Bekannte, die sich den alternativen Medien zuwenden.

    KenFM macht eine gute und wichtige Arbeit. Dass Sie, Herr Bröckers, dieses Format unterstützen ist eine Bereicherung – weiter so!
    Ich freue mich auf die nächste Folge von “Positionen”.

     
  6. Björn am 04.06.2015 um 20:18 Uhr 

    “Eine hervorragende Gesprächsrunde”, eine “journalistische meisterleistung”, echt jetzt? Ich mag dieses Blog, ich misstraue den Mainstreammedien. Aber wer will wirklich sehen, wie sich fünf Menschen, die immerzu einer Meinung sind, sich Stichworte zuwerfen? Wie wäre es, wenn beim nächsten Mal auch Menschen mit GEGENargumenten eingeladen werden? Demokratie und so…

     
  7. U. Spieker am 05.06.2015 um 06:04 Uhr 

    Hurra! Endlich sagt´s jemand öffentlich! Es handelt sich um zwei Seiten derselben Medaille!

    Nazi-Eklat im Zirkus „FlicFlac“: Bei der Kölner Premiere der Jubiläums-Show „Höchststrafe“ leistete sich Artist Hubertus Wawra (40) einen krassen Aussetzer. Der „Master of Hellfire“ und amtierende Weltmeister im Feuerspucken beschimpfte das Publikum bei seinem Auftritt, rief in der Manege: „Ihr seid alles Nazi-Schweine!“ Und setzte noch einen drauf, pöbelte laut Augenzeugen sinngemäß: „Ihr seid Putin-Versteher“.
    http://www.express.de/koeln/publikum-beschimpft–nazi-schock-bei-koelner-premiere-von-circus-flic-flac,2856,30871810.html

     
  8. Berndchen am 05.06.2015 um 06:28 Uhr 

    @Björn am 04.06.2015 um 20:18 Uhr:

    “Wie wäre es, wenn beim nächsten Mal auch Menschen mit GEGENargumenten eingeladen werden? Demokratie und so…”

    Seitdem Sie Ihre auf den ersten Blick berechtigte Frage in den Raum geworfen haben, überlege ich mir, wen wir da nehmen wollten. Wir müssten ein Pendant zum Historiker, ein zum Politiker und ein zum Journalisten finden.
    Wegen der Gewichtung.
    Also bei Politik fallen mir ein Elmar Brok, Marie Luise Beck, oder etwas abgemildert der super Völkerrechts”experte” Krimübernahme-war-eine-Annexion-Gysi, der olivlinke Rammeloff und auch der die Atlantikbrücke sozialistisch unterwandern sollende Liebich.
    Adäquate Historiker- und Journalistengegengewichte fallen mir so schnell keine ein.
    Was alle gemeinsam hätten: Sie würden am ausgestreckten Arm dieser Gesprächsrunde verdorren.
    Also lassen wir’s so wie es ist.

     
  9. tom am 05.06.2015 um 08:42 Uhr 

    @ björn: Ich glaube, das lange Gespräch war deshalb so kurzweilig und interessant, weil gerade nicht diese Pseudo-Ausgewogenheit der Talkshows – einer CDU, einer SPD, eine Grüne – simuliert wurde. Sondern weil sich hier vier kompetente Köpfe frei unterhalten und ergänzen konnten. Und Dinge klarstellen konnten, die bei den o.g. “ausgewogenen” Talks gerade nicht zur Sprache kommen.
    Ken Jebsen hätte bestimmt auch nichts dagegen, ein paar NATO-Versteher einzuladen, aber die würden a) nicht kommen, oder b) keinen Klartext reden und nur “Wertegemeinschaft”-Geblubbel ablassen. Und deshalb wie ein Vorredner sehr richtig bemerkt hat, am ausgestreckten Arm dieser Runde verhungern.

     
  10. Pique Dame am 05.06.2015 um 10:53 Uhr 

    Angesichts der geballten Macht der MSM – man kann schon mal eine Phoenix-Runde erleben, bei der drei von vier Beteiligten in atlantischen think tanks sitzen – hat ein derart zusammengesetztes Gesprächsformat durchaus seine Berechtigung. Im übrigen: wer setzt sich schon zu Ken Jebsen an den Tisch? Der ist doch pfui. Das tun nur Mutige, Unabhängige und Aussteiger. Und davon gibts verdammt wenige.

     
  11. Markus Weber am 05.06.2015 um 12:24 Uhr 

    @Björn et al.:

    Die Frage ging mir auch durch den Kopf. In meinen Augen ist es an der Zeit, dass ein Heinrich August Winkler vor laufender Kamera gefragt wird, ob er in einer solchen Gesprächsrunde mitmachen wollte und wen er sich als Journalist usw. an seiner Seite wünschte. Die Bevölkerung hat ein Recht darauf, dass alle wissen, ob sich so einer der Kontroverse stellt oder warum ggf. nicht, bzw. das Recht darauf, festzuhalten, dass es die Etablierten sind, die der Kontroverse systematisch ausweichen, und es gibt einen Anspruch darauf, dass die hier gezeigte Runde thematisch sozusagen ins “nächste Level” kommt, indem jedes geschilderte und als Argument für die eigene Argumentation bemühte Faktum als solches auch in Frage gestellt werden darf. Wenn bei den Fakten erst einmal Übereinstimmung erzielt worden ist (und das muss ja bei ausgiebiger Klärung und unideologischer Haltung noch möglich sein), wird es sehr erhellend sein, mitzuverfolgen, wie unterschiedliche Intellektuelle zu nterschiedlichen Schlussfolgerungen kommen.

    Dann wird man kopfschüttelnd sehen, dass dieselbe Regierungsmannschaft, der es noch nie zu blöde war, irgendeinen PISA-Hund von der Kette zu lassen und zu drohen, es müssten sich jetzt aber mal alle schleunigst um Wissen und Bildung bemühen, sich in einer selbstgemachten Ära der Antiaufklärung suhlt. Laut ihr gibt es Aussagen mit grösserem Geltungsanspruch als simple ausgesprochene Wahrheiten. Wie man als Erben der Aufklärung zu so einer Wertordnung kommt, bleibt deren dunkles Geheimnis.

     
  12. Oli Gulliver am 05.06.2015 um 16:06 Uhr 

    Fas – zi – nie – rend! Nur einen Tag lang solche Gesprächsrunden in allen (Abwasser-)Kanälen und wir hätten andere Regierung. Die Zeit verging wie im Fluge, einer spielte dem anderen die Bälle zu, selbst das “Einhaken” und “Reingrätschen” war unblutig, ja geradezu höflich. Bitte mehr, mehr, mehr … Aber noch 2 Tipps für’s nächste Mal. Bitte etwas mehr Abstand der schweißtreibenden Lampen zu den Akteuren, Poker feeling hin oder her, und auch ein bißchen Schminke täte nicht schaden. Die nur wenigen guten Dinge sollte man schon vom Gegner übernehmen. Pohlmann bewundere und liebe ich wie alle Anderen auch in der Runde, doch macht er mir die meisten Sorgen. Die unartige arte-Meute muß ihm doch arg zugesetzt haben. Wer arte-Reise-und Natur-Dokus liebt, kommt an den den Giftkanonaden des jeweils vorangehenden arte-Journals nur schwer vorbei; danach muß ich mich trotz Stummtaste erst einmal psychisch dekontaminieren, grusel … Selbst die abschließenden dreiminütigen “Kultur-Reportagen” im arte-Journal sind durchseucht von der Rothschild-Agenda. Daher heißen bei mir die Medien und deren Kollaborateure nur noch Rothschild-Zotten, also die Enddarmzotten von Jacob und Evelyn de Rothschild.

    Laut dem Whistleblower Dr. Jim Willie haben die Top-Bankster im Dezember 2014 einen Deal unterschrieben, daß sie nicht mehr verhaftet werden, wenn sie Ruhe geben und tatsächlich hätten 90% der Betreffenden unterschrieben:
    https://beyondbitcoin.org/bonus-hangout-with-jim-willie-from-goldenjackass-com/
    1:22:00 – 1:24:00 Ebola stopped / part of an agreement,
    1:40:00 – 1:42:00
    1:42:55 – 1:43:10 J. Rothschild, D. Rockefeller, G. Soros, Poppa Bush are refusing

    Von den Top Dogs weigerten sich namentlich: Papa Bush, George Soros, Jacob Rothschild, David Rockefeller. Letzterer feierte seinen 100. Geburtstag dieser Tage in der Schweiz, wo sich die Bilderberger überlegen, wie sie den Piefkes, Ösis und Öhis wieder mal das Kreuz brechen könnten. Meine Vermutung: eine österreichische Rothschild-Bank soll wie schon 1932 bankrott gehen und das monetäre Kartenhaus mit einem Schwung einreißen. Glücklicherweise gibt es diesmal mehr Gegenwehr im Hintergrund (BRICS u.a.m.).

     
  13. KlabauterJohnny am 05.06.2015 um 19:07 Uhr 

    Oha! Selbst der Hardcore-Putinversteher Platzeck gerät ins Grübeln…

    SPIEGEL ONLINE: Wie soll denn Partnerschaft mit Russland aussehen, wenn der Kreml ein repressives Gesetz nach dem anderen durch die Duma peitscht?

    Platzeck: Ich halte die neuesten Regelungen, die NGOs bedrängen, für überflüssig wie einen Kropf. Sie sind auch für Russland selbst gefährlich, weil die Zukunftsfähigkeit des Landes auf dem Spiel steht. Nur Gesellschaften, die tolerant und offen sind, gewinnen im Wettbewerb um die besten Köpfe. Wer glaubt, Kreativität von oben organisieren zu können, irrt. Ich selbst habe 35 Jahre in solch einer Gesellschaft gelebt. Russland muss die Unverletzbarkeit von Grenzen garantieren, neu und ehrlich. Ich weiß, das wird nicht leicht. Gelingt es aber nicht, sind nach und neben der Ukraine neue, womöglich blutige Konflikte programmiert, zum Beispiel in Moldau und Georgien. Wir brauchen ein zweites Helsinki.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/interview-platzeck-gegen-merkels-russland-kurs-a-1037400.html

     
  14. required am 05.06.2015 um 20:27 Uhr 

    Hab ihr das Gespräch überhaupt gesehen?

    Was wäre denn ein “Gegenargument” zur zB zur Feststellung daß Schweizer Völkerrechtler mal einen besonderen, neutralen und kompetenten Ruf hatten?

    Was von dem all dem Gesagten würden eines “Gegenarguments” bedürfen, bzw wo gäbe es überhaupt welche?

    Das meiste waren Referenzen auf klare geschichtliche Fakten die man auch bei Wikipedia nachlesen kann und die kein Geheimnis sind, und persönliche Beobachtungen und Erfahrungen, sowie Ausdruck von Hoffnung.

    “Gegenargumente” kann man sinnvoll vertreten wenn es um Fragen zu Entscheidungen geht und ähnliches.

    Aber doch nicht wenn es um die Feststellung geht das Olof Palme oder Kennedy erschossen wurden, oder wenn jemand aus seiner persönlichen Erfahrung berichtet, und ein andere eine weitere Erfahrung beisteuert, und ein weitere dem Glauben Ausdruck verleiht daß Frieden möglich wäre oder es zu begrüßen wäre wenn der Rechtsstaat auch bis zu Verantwortlichen der Geopolitik funktionieren würde und so weiter.

    Zu solchen Dingen Leute positionieren die “Gegenargumente” vertreten ist schlicht Brainwashing.
    Absurd nach sowas in den Zusammenhängen zu verlangen.

    Deswegen stellt sich mir die Frage ob Ihr es überhaupt gesehen habt, und wenn nicht, nun, sagt das einiges aus wenn man dennoch dazu postet.
    Man fragt sich ob es sich auch um genau solche positionierte Leute handelt die “Gegenargumente” vertreten. 😉 Möglich.

     
  15. required am 05.06.2015 um 21:05 Uhr 

    “Gegenargumente”, meint Ihr etwa so:

    Extrembergsteiger: “Ich habe oft erfahren daß man unmerklich in einen gefährlichen extremen Erschöpfungszustand fallen kann, in dem man auch den Bezug zur Umwelt und sich selbst verliert.”

    Sofatester: “Also meine Erfahrung ist das nicht.(skeptisches Stirnrunzeln)”

    Ernährungsberater: “Bei uns ist doch keiner mangelernährt, im Gegenteil, die Arbeitslosen sind doch alle übergewichtig, so ein bischen Aktivierung würde manchem ganz gut tun.(lacht)”

    Schönheitschirurg: “Also als Arzt muss ich sagen, in unserer Klinik hatten wir das glaube ich noch nicht daß jemand vor Erschöpfung halluzinieren würde. Sowas hat doch recht sicher andere Ursachen. Zu uns auf die Insel kommen aber auch selten halluzinierende Bergsteiger.(lacht)”

    Moderatorin: “Die anderen widersprechen, hier überwiegt offenbar eine andere Meinung, lassen wir das auf sich beruhen, glauben Sie denn Sie müssen Extreme schildern um die Menschen noch für die Berge begeistern zu können? Ist das ein Grund warum ihr Buch so umstritten ist? Ist es in Wirklichkeit nicht viel stiller auf dem Gipfel? Lügen die Postkarten die jeder so kennt? — zum Schönheitschirurg: von Ihre Insel gibt es ganz wunderbare Postkarten. Sanfte Wellen statt schroffer Gebirge – gehören Schönheit und schönes Ambiente zusammen? Graust es uns vor dem Gebirge, wenn wir ehrlich sind?”

    Für solche “Gegenargumente” könnt Ihr doch einfach TV glotzen, oder?

     
  16. Wimmy Willer am 05.06.2015 um 21:26 Uhr 

    Ja, das war eine sehr informative Runde und meist sehr kurzweilig, mit Abstrichen:
    1) Daniele Ganser ging mir mit seiner selbstgefälligen Art, seinem PC Sprech so wie mit doch sehr unglücklich gewählten Metaphern und langatmigen Ausführungen ziemlich auf den Geist. Von Energiefragen hat er offenbar überhaupt keine Ahnung, sonst würde er nicht glauben, dass der gegenwärtige Energiekonsum mit Wind-, Sonne- und Wasserkraft aufrecht erhalten werden kann; von “einem wunderbaren 21. Jahrhundert” zu faseln, das hat ausgereicht, um ihn in meinen Augen völlig zu desavouieren; er soll bei der Geschichte bleiben, zu mehr langt es bei dem nicht.
    2) Herr Broeckers kam meiner Meinung nach etwas zu kurz und da hat Ken Jebsen leider nicht immer aufgepasst; da muss er sich noch ein wenig steigern.
    Gegenteilige Meinung? Nun ja, die bekommt man im Mainstream ja auch nicht – hier wird höchstens einer als Watschenmann oder -frau eingeladen, wie z.B. Frau Krone-Schmalz bei Maischberger, die dann vorgeführt werden; bewährtes und stereotypes Programm des Mainstream.

     
  17. Wimmy Willer am 05.06.2015 um 21:43 Uhr 

    Ach ja, noch eins: früher, anfangs der 70er sind wir rumgelaufen, mit “Willy wählen” Buttons.
    Schade, dass ich keinen dieser Buttons mehr habe. Angesichts von Willy Wimmer mit seiner sehr sympathischen rheinischen Art, seiner Offenheit, seiner Wachheit und Aufmerksamkeit auch in dieser Runde. Komisch, dass man wenige wahre Demokraten nur noch bei den Konservativen (Gauweiler, Wimmer) und bei den Linken (Lafontaine, Wagenknecht) zu finden scheint. Und gut, dass sie keine Berührungsängste haben angesichts der Bedrohung der Demokratie aus ihrem Zentrum (Kanzleramt) heraus. Die wahren Demokraten dürfen sich nicht auseinander dividieren lassen.

     
  18. Björn am 05.06.2015 um 23:53 Uhr 

    @required
    Klar hab ich’s gesehen (minus große Teile vom Wimmers Beiträgen; den ertrage ich nicht), und so ab Minute 30 überkam mich große Sehnsucht, nun nicht gerade nach Frau Beck, so schlimm war’s nicht, und auch nicht nach Parteienproporz, aber doch nach jemandem, der sagt: Stopp mal, kann man auch ganz anders sehen! (Kann man nämlich, auch diese Fünferrunde hat die Wahrheit nicht gepachtet). Sowas regt das Denken an und macht es einfach interessanter. Aber bitte, ich zahle nicht für KenFM und bin durch ihn schon auf den ein oder anderen interessanten Menschen aufmerksam geworden, Dank dafür.

     
  19. Real Knowing am 06.06.2015 um 08:02 Uhr 

    You made my night, und vielen Dank dafuer. Ich hatte einen tollen Abend mit dieser Gespraechsrunde und konnte nicht ausschalten, obwohl ich eigentlich keine Zeit hatte. Fuenf tolle Persoenlichkeiten. Ken Jebsen mit seiner wachen Intelligenz und Schnellrednerei, Willi Wimmer, der so integer und erfrischend lebensklug ist wie sein Name, Dirk Pohlmann, der sehr verletzlich und dennoch kaempferisch daherkommt, und Mathias Broeckers, der sich an einer Stelle als “alten Mann” bezeichnete (von Ken Jebsen vehement dementiert), aber trotz der fortgeschrittenen Lebensweisheit gleichzeitig sehr jung und feinsinnig geblieben ist. Und Daniele Ganser, der mit seinem Optimismus und seiner positiven Grundkonstitution wirklich vom Schicksal beschenkt ist. Ich muss sagen, so eine Runde macht einem wirklich wieder Hoffnung.

     
  20. Sabine Seglin am 06.06.2015 um 12:43 Uhr 

    Volker Pispers hat den wunderbaren Begriff der sonntäglichen Jauchegrube geprägt. Nun wird sie endlich zugeschüttet.

     
  21. Berndchen am 06.06.2015 um 19:03 Uhr 

    @Sabine Seglin am 06.06.2015 um 12:43 Uhr:

    Wenn es am schönsten wird, soll man ja auch aufhören.
    Jauch und die Schweigeminute:
    Der Mann war insofern genial, als dass er auf Kommando eine Minute lang eine dumme Fresse (Marke “Ich bin zur Abwechslung mal so was von betroffen”)ziehen konnte, die die Gebührenopfer, wie jede andere Sendeminute auch, €4.600.- kostete.

     
  22. KlabauterJohnny am 07.06.2015 um 00:27 Uhr 

    @Björn:
    > wer will wirklich sehen, wie
    > sich fünf Menschen, die immerzu
    > einer Meinung sind, sich Stichworte
    > zuwerfen?

    Yup, guter Einwand. Die Sendung ist vom Format her ein Abklatsch von RTs CrossTalk. Ich warte immer noch auf die erste Ausgabe, in der mal ein Gast zu Wort kommt, der die Politik Putins kritisch sieht. Stattdessen durfte desöfteren ausgerechnet Manuel Ochsenreiter, Chefredakteur des rechtsextremen “Zuerst”-Magazins, sich kritisch über die “Maidan-Nazis” echauffieren.

    @Markus Weber:
    > In meinen Augen ist es an der Zeit,
    > dass ein Heinrich August Winkler
    > vor laufender Kamera gefragt wird,
    > ob er in einer solchen Gesprächsrunde
    > mitmachen wollte

    Es hätte völlig ausgereicht, wenn Jebsen seinen Job gemacht und den advocatus diaboli gespielt, vulgo Winklers Mantra zitiert hätte: “Das Einsammeln russischer Erde ist völkischer Nationalismus.” Selbst einem Willy Wimmer wäre es vermutlich schwer gefallen, die Aussage zu entkräften. Mann kann den Amis ja Vieles vorwerfen, aber ANNEKTIERT haben Sie den Irak nicht.

    Vor 7 Monaten gingen vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise gleich zwei deutschsprachige Nachrichtenportale an den Start, die hundertprozentige Töchter des staatlichen Medienkonzernes Rossija Sewodnja sind, „RT Deutsch“ und „Sputnik DE“. Beide warten täglich mit überzogenen oder schlichtweg gelogenen Geschichten über den Westen auf; über beide hat Broeckers hier bislang kein Wort der Kritik verloren. Und ausgerechnet er werft der “Systempresse” Unausgewogenheit in der Berichterstattung vor? Sorry, wenn, dann bitte gegen jedwede Form von Propaganda sein.

    Putin heute in der „Corriere della Sera”: “Nur ein kranker Mensch kann sich vorstellen, dass Russland aus dem Nichts Mitglieder der Nato angreift.” Ein sehr aufschlussreiches Statement. Putin kann sich demnach Angriffe auf Nicht-NATO-Mitglieder sehr wohl vorstellen. Kein Wunder also, dass die Ukraine und Georgien die NATO-Mitgliedschaft anstreben. Putin weiter: “Es gibt keinen Grund, vor Russland Angst zu haben.” Blanker Hohn. Einfach mal bei den Krimtataren nachfragen, deren einziger unabhängiger TV-Sender in Sewastopol geschlossen wurde. Die russischen Behörden hatten ATR die Sendelizenz verweigert, weil der Sender vor einem Jahr kritisch die russische Annexion/Sezession der Krim begleitete und auch danach eine russlandkritische Stimme blieb.

     
  23. obi am 07.06.2015 um 09:09 Uhr 

    KlabauterJohnny am 07.06.2015 um 00:27 Uhr :

    “Mann kann den Amis ja Vieles vorwerfen, aber ANNEKTIERT haben Sie den Irak nicht.” ????
    Sie haben eine Million Iraker umgebracht und dafür gesorgt, dass dort ein Kalifat entsteht.

    Und jetzt troll dich zur Bild-Zeitung, du Flachpfeife…

     
  24. Björn am 07.06.2015 um 11:47 Uhr 

    @KlaubauterJohnny
    “Es hätte völlig ausgereicht, wenn Jebsen seinen Job gemacht und den advocatus diaboli gespielt (…) hätte”
    Genau das ist der Punkt, und deshalb handelt es sich vielleicht um eine halbwegs interessante Runde, aber ganz sicher nicht um eine “journalistische Meisterleistung”. Als Journalist fragt man idealerweise kritisch nach – egal, ob einem die Meinung des Gesprächspartners genehm ist oder nicht. (Und jetzt bitte nicht wieder ums Eck kommen und sagen, dass die Journalisten der Mainstreammedien genauso einseitig seien, das macht Jebsens Rolle nicht besser.) Die Idee, Leute zu Wort kommen zu lassen, die anderswo nicht stattfinden, finde ich gut – aber man sollte trotzdem die Distanz wahren.

    “Mann kann den Amis ja Vieles vorwerfen, aber ANNEKTIERT haben Sie den Irak nicht.”
    Diesen Vergleich als hinkend zu bezeichnen, wäre ein sehr freundliche Untertreibung. Ich denke, das mit dem advocatus diaboli musst du noch ein bisschen üben.

     
  25. required am 07.06.2015 um 11:50 Uhr 

    KlabauterJohnny hat das Gespräch offensischtlich auch nicht gesehen, sonst wüsste er ja daß die Sendung nicht über die Ukraine war und sein Kommentar zu einem anderen Artikel gehört, zB einem über die Deutsche Welle oder einen ähnlichen Ausslandssender, oder meinetwegen auch die dominierenden deutschen Zeitungen in Osteuropa.

    Da fragt man sich nicht nur das eine sondern auch das andere.

    Argumentationsvorlage verwechselt? XD

     
  26. urks am 08.06.2015 um 11:22 Uhr 

    Zitat: “hier konnten alle Teilnehmer “frei” reden, ohne ständig auf Angriff oder Verteidigung gepolt zu sein . Ein solches Gespräch kommt der “Wahrheitsfindung” möglicherweise näher als ständige Attacken oder argumentativer “cartenaccio”,.. ”

    Kategorie “Kamingespräch”? 🙂
    G7 soll ja auch mal sowas gewesen sein.

     
  27. urks am 08.06.2015 um 11:25 Uhr 

    Ich fand es als angenehm und Jebsen hat seine Fähigkeiten als Moderator zum Besten gegeben.

     
  28. Josef Gabriel Twickel am 09.06.2015 um 13:57 Uhr 

    Danke für das Geschenk dieser Sendung !
    Ich hab mit heißem Herzen zugehört und -gesehen. Fühle mich erinnert an meine Begeisterung über Reden von Dubcek während des Prager Frühlings. Es tut unglaublich gut, die verschiedenen Blicke auf die tatsächlichen Verhältnisse der Politik zu erleben – statt der immer gleichen vorgestanzten Propagandalügen von der alternativlosen Verbreitung / Verteidigung der Segnungen des freiheitlich demokratischen Westens.
    Mit Leuten wie den 5 Gesprächsteilnehmern kommen wir wieder aus dem Schlamassel heraus.
    Hab die Sendung gleich an ca 70 Freunde und Bekannte weitergeleitet.
    Weiter so !
    Auf Wiedersehn beim großen Protest gegen TTIP !

     
  29. Markus Weber am 10.06.2015 um 07:53 Uhr 

    @ Klabauter Johnny:

    Ja, richtig, Ken Jebsen hätte das Gespräch aufwerten können dadurch, dass er den advocatus diaboli gespielt hätte. Aber wohin hätte das im konkreten Falle geführt? Erde einsammeln “oh, that’s so 19th century style” hätte man auch John Kerry zitieren können. Wenn Russen ihr Glück nicht darin suchen sollen, noch mehr russische Erde einzusammeln (so, wie die Serben ja auch immer vergeblich noch mehr serbische Erde einsammeln wollten – weil da ja Serebn lebten – oder solche, die’s hätten werden können), welchen Kommentar dürfte man dann von einem Heinrich August Winkler erwarten, wenn Hunnen immer mehr hebräische Erde einsammeln wollen? Man wäre ruckzuck bei diesem leidigen Thema gewesen, und die Haltung Ken Jebsens zu dieser Frage kennen ja alle. Willy Wimmer hätte leichtes Spiel gehabt damit, zu sagen, dass wenn der Westen den pervertierten völkischen Unfug in Nahost (denn hier werden die historischen Bewohner der Landfläche mehrheitlich gegen Leute umgevolkt, die alle Mühe hätten, irgend einen Bezug ihrer Vorfahren zu diesem Landstrich auf wissenschaftlicher Basis aufzuzeigen) nicht einmal ansatzweise oder verbal zu unterbinden in der Lage ist, sich niemand wundern braucht, wenn solches Gedankengut auch andernorts kaum totzukriegen ist. Der Bereitwillen der westlichen Wertegemeinschaft, dort, wo gemordet, gefoltert und verstümmelt wird, fröhlich sekundierend mitzumarschieren und in regelmässigen Abständen Nachschub an Geld, Waffen und Munition zu liefern, treibt weltweit Blüten und machr Schule. Es braucht sich keiner wundern.

     

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