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Sep, 2016

Alles über Dulles

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David Talbots beeindruckende Biographie über Allen Dulles (“Das Schachbrett des Teufels”)hatte ich schon dringend zur Lektüre empfohlen. Wer sich dazu noch nicht durchringen kann und noch ein wenig mehr darüber wissen will, wie und warum die Geschichte des 20. Jahrhunderts von diesem Wall-Street-Anwalt und CIA-Chef entscheidend beeinflusst wurde: Markus Kompa hat ein ausführliches Interview mit David Talbot über sein Buch geführt.

Auch James Corbett beschäftigt sich in seinem jüngsten Report “Meet Allen Dulles – Fascist Spymaster” mit dem Spionagechef und seinem Bruder und Außenminister John Foster Dulles, die die Politik der USA nicht im Sinne des Volkes, sondern stets im Sinne ihrer Konzern-Klienten führten. Und die mit diesem Familienbetrieb auf den Punkt brachten, was Benito Mussolini einst über sein Regierungssystem sagte: „Der Faschismus sollte Korporatismus heißen, weil er die perfekte Verschmelzung der Macht von Regierung und Konzernen ist.“

Wer sich fragt, was solche historischen Enthüllungen über Verbrecher und Verbrechen im Namen des Staats für die heutige Zeit bedeuten, kann sich über die aktuelle Fortsetzung dieser Politik in einem ausführlichen  Essay informieren: “Deep Politics -Institutionalized Corruption at the Top and the Corporate Assault on Democracy” (pdf), bzw. braucht sich eigentlich auch nur die grotesken Geheimverhandlungen über TTIP anzuschauen. Oder den aktuellen Putsch in Brasilien; oder die aktuellen Gesetzesbrüche des Bundesnachrichtendiensts, den Allen Dulles einst mit dem Nazi-General Reinhard Gehlen als Gründungsdirektor ausstattete.  Oder 9/11 und die Folgen…

(“Gloriosa Victoria” ist der Titel des Wandgemäldes, das  Diego Rivera 1954 malte, nachdem die Dulles Brüder für ihren Klienten “United Fruit” einen Putsch in Guatemala durchgeführt hatten, weil der gewählte Präsident Jacobo Arbenz eine Land,-und Bodenreform durchführen wollte. Es zeigt den eingesetzten Diktator Castillo Armas, der  sich bei John Foster Dulles und der Bombe mit Eisenhower-Gesicht bedankt. Hinter ihm sein Bruder und Einflüsterer Allen. Der Autor Stephen Kinzer enteckte es – eingerollt – im Keller eines russischen Museums – und schlug seinen Ankauf vor. Für den Dulles Airport in Washington D.C.)

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