“Schnell, manchmal laut, immer deutlich”

der-fall-ken-jebsen-coverKollege Paul Schreyer hat das Buch nicht nur schon gelesen, sondern auch die erste Rezension verfasst und schon mal  bei amazon gepostet:

“Kaum ein Journalist polarisiert so wie Ken Jebsen. Er ist schnell, manchmal laut, immer deutlich und hält mit seinen Ansichten nie hinterm Berg. Bei den etablierten Medien steht er in schlechtem Ruf. Er sei, so heißt es dort, ein „nach Antisemitismusvorwürfen entlassener früherer RBB-Moderator“ und „neurechter Verschwörungstheoretiker“. Was ist dran an diesen Vorwürfen? Im Buch werden viele Fakten und Details genannt, ohne Schönfärberei aber auch ohne grobe Auslassungen, wie sie in vielen Medien heute leider üblich geworden sind. Mathias Bröckers schreibt im Vorwort des Buches zum Erfolg von Jebsen (dessen Youtube-Kanal inzwischen mehr Zuschauer hat, als der des gesamten WDR):

„Nicht, weil er `rechts’ ist, sondern weil er echt ist. Als Kriegsgegner und Antimilitarist, als extremer Vertreter sozialer Gerechtigkeit und scharfer Kritiker des neoliberalen `Jeder gegen jeden’, als Antirassist und strikter `Anti-Antisemit’, der Israel oft bereist und seine Verwandten dort besucht – und mit 545 Folgen `RückblickKEN’ den ARD-Rekord im Warnen vor Faschismus und Holocaust hält. Als einer, der weiß, wovon er spricht, wenn es um Rassismus geht, der im niederrheinischen Krefeld geboren ist und den iranischen Namen seines Vaters abgelegt hat, weil er nicht immer gefragt werden wollte, wann er denn wieder zurückgeht. Und der sich, eben weil er für dieses Thema von klein auf sensibilisiert ist, das Recht nimmt, die rassistische Politik Israels als solche zu benennen und zu kritisieren. Nicht weil er Juden hasst, sondern weil ihm diese Politik zutiefst zuwider ist, wie übrigens auch vielen jüdischen Menschen innerhalb und außerhalb Israels. Und weil er in Israel einen Freund sieht, an dem ihm etwas liegt. Dass er seine Empörung darüber nicht vornehm zurückhält, wie es die hiesigen Diskurskonventionen (und NATO-Interessen) vorschreiben, auch das ist nicht `rechts’, sondern echt – humanistisch nämlich.“

Und viel mehr müsste man dazu vielleicht gar nicht sagen, denn wer einmal ein paar Stunden lang Jebsens Reden und Interviews gelauscht hat (Anmerkung: Der Autor dieser Zeilen war selbst schon Interviewgast bei KenFM), der weiß um die Absurdität des Vorwurfs, Jebsen habe eine rechte Gesinnung. Das Gegenteil ist der Fall. Was nicht heißt, das man an diesem Journalisten nichts kritisieren könnte. Nur fair und belegbar sollte die Kritik dann eben schon sein.

Was in den Medienberichten zur Person Jebsen in der letzten Zeit zudem völlig unter den Tisch fällt, ist seine berufliche Vergangenheit, die von den etablierten Medien seinerzeit noch hochgelobt wurde. 2007 etwa bekam Jebsen für eine seiner Reportagen den renommierten und von der ARD mitgetragenen Europäischen Civis Hörfunkpreis. Wer weiß das noch, wann wird es mal erwähnt? Und 2004 schrieb die „taz“ – die ihn heute meidet – über seine damals noch vom RBB ausgestrahlte Radiosendung KenFM lobend: „Das ist das Schöne und Außergewöhnliche an Ken FM, der Sound ist schräg, aber er baut sein Spiel auf Wissenschaft, auf Geschichte, Philosophie, Technik. Hirnforschung und Atomphysik statt Supergewinnspiel und sinnlosem Werbeclaim. (…) Als Gast eingeladen wird nur, wer wirklich etwas zu erzählen hat oder zumindest ungewöhnlich ist. (…) Man fragt sich, warum der RBB die Ken-FM-Show nicht längst ins Fernsehen transferiert hat.“

Die Antwort auf diese Frage könnte man im Politischen finden. Denn Jebsen macht beim RBB nicht nur originelles, unterhaltsames und lehrreiches Radio, sondern rührt auch heiße Eisen an, von denen die meisten Kollegen aus guten (Karriere-)Gründen die Finger lassen. So produziert er etwa 2011 eine lange und gründlich recherchierte Sendung, in der die offizielle Darstellung von 9/11 umfassend hinterfragt wird. Nach den Bombardements in Gaza wiederum kritisiert er die Politik der israelischen Regierung als „zionistischen Rassismus“. Beides, so schreibt es Mathias Bröckers nun im Vorwort des Buches, „ist in Deutschland verboten und wird von den Inquisitoren des politischen Diskurses mit Verbannung in die Schmuddelecke des Verschwörungswahns bestraft“.

Der vermeintliche Antisemitismus-Vorwurf, auf den sich einige Medien bis heute beziehen, wurde vom Arbeitgeber RBB beim Rauswurf Jebsens 2011 auch nicht erhoben. Dieser Vorwurf kam von dritter Seite (Henryk M. Broder), wurde aber nie sauber belegt. Der Sender selbst verteidigte seinen Mitarbeiter auch nach der Trennung noch gegen diese Anschuldigung. Zugleich behauptete der RBB, Grund des Rauswurfes seien „nicht eingehaltene journalistische Standards“. Auf Nachfrage wollte der Sender dann aber – skandalöserweise – keine Einzelheiten zu diesen „Standards“ nennen. Der Eindruck, den man somit haben musste: Jebsen war offenbar schlicht politisch unbequem, da er sich nicht „kontrollieren“ ließ.

Und genau das ist nun die Wurzel seines Erfolgs als freier Journalist, der per Crowdfunding seit einigen Jahren einfach da weitermacht, wo viele etablierte Medien bis heute die politischen Konflikte scheuen. Und so könnte das vorliegende Buch auch ein wichtiger Anstoß dazu sein, die Debatte zur Vertrauenskrise des Journalismus ein Stück voranzubringen. Spannend geschrieben ist es allemal.”

“Der Fall Ken Jebsen oder Wie Journalismus im Netz seine Unabhängigkeit zurückgewinnen kann” (256 S., 18,00 Euro) ist ab sofort im Buchhandel und direkt beim Verlag erhältlich.

5 Comments

  1. man könnte auch sagen, er ist der Guttenberg der Verschwörungstheoretiker. Ich vermisse bei solchen Beiträgen übrigens den Hinweis: Werbung in eigener Sache. Was soll das ganze mit dem Jebsen? Alles Jebsen oder was? Allerdings bestätigt der Beitrag vielles, was ich vermutet habe: er hat Verwandte in Israel, der unsägliche Henryk M. Broder macht für ihn Werbung durch unbestätigte Kritik, usw. Er is sowas von Mainstream, natürlich auf der anderesn Seite, denn jede Medaillie hat zwei Seiten. Zum Mainstream gehört auch die passende Kritik am Mainstream, was ich als kontrollierte Opposition bezeichne. Die ganze 911 Story war vom Anfang an mit ausreichend Widersprüchen versehen, daß sich die “andere Seite der Medaillie” darauf stürzen konnte und allerlei abenteurlichen Geschichten darauf aufbauen konnte. Von Jody Wood bis Ace Baker war alles dabei. Die simple Wahrheit, daß alles ganz normal gesprengt wurde und niemand dabei ums Leben kam, ist dadurch völlig unerkannt geblieben. Auch die danach behaupteten Kriege hat es natürlich nicht gegeben. Man braucht sich nur die Kasper anzuschauen, die dann die “Führung” Amerikas und somit der Welt übernommen haben. Bush, Clinton, Obama…alles Comedians vom feinsten. Was jetzt kommt ist noch komischer. Ich kann gar nicht aufhören zu lachen, so lächerlich ist das alles.

     
  2. @Miller: dass du der Gaga-Champion der Aluhut-Paranoiker bist, ist ja schon lange klar. Und dass Herr Bröckers auf seinem persönlichen Blog für seine Bücher Werbung macht ist ja wohl das Normalste der Welt. Du musst hier nix lesen, Miller, und in den Kommentaren wird deinen Unsinn definitiv niemand vermissen. Schreib am besten selbst mal ein Buch und starte deinen eigenen Blog, aber verschone uns hier mit deinem besserwisserischen Flachzangen-Genöl…

     
  3. Obi, Herr Bröckers bietet hier ein offenes Forum für alle, die diskutieren wollen und wenn Sie auf meine Kritik nur mit Polemik antworten, machen Sie sich selber zum Troll. Seien sie dankbar, daß wenigstens ich mich traue, in dieser geschlossenen Gesellschaft, die Sie hier einzurichten versuchen, eine alternative Stimme zu erheben. Sie reagieren übrigens genauso, wie jeder religiöse Mensch reagiert, wenn seine Religion in Frage gestellt wird. Wer trägt jetzt hier Aluhut, lieber Obi? Die Frage heute ist auch nicht, ob man paranoide ist, sondern ist man paranoide genug.

     
  4. Ernste Scheisse, Mann,
    ich sag’ euch, Ey,
    das ist echt ernste Scheisse

    was der Miller hier verkackt
    in Bullen-Fuß-in-die-Tür-
    Manier

    unter dem Pseudo-Label
    Alternativkritik
    – “ein Exemplar.

    Er selbst, als Individuum,
    ist das absolut Ersetzbare,
    das reine Nichts”*

    Er wird hier immer wieder
    kehren, genau deshalb,
    weil dieses unausrottbar ist;

    es sei denn
    durch den Menschen.

    *zitiert nach Adorno/Horkheimer, Dialektik der Aufklärung, 1997/1944, p. 168

     

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