24
Nov, 2016

Yankee and Cowboy War 2.0 – 5.

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trumprevolutionDass Donald Trump “kein Ideologe, sondern Pragmatiker” sei, hatte Obama das erste längere Gespräch mit seinem Nachfolger kommentiert, wobei man nicht so genau weiß, wie sehr er damit nur seine betrübten Mitarbeiter und sich selbst trösten wollte. Dass es sooo schlimm schon nicht kommen wird. Aber es wird auf jeden Fall anders. Zum Einstieg hat Trump gleich mal den Großmedien sehr pragmatisch die Fresse poliert: er hat die zu einem vertraulichen Gespräch geladenen Medienbosse, Star-Moderatoren und Journalisten derart beschimpft, dass sie hinterher kaum noch an sich halten konnten  – und entsetzt von Trumps verbalen Attacken berichteten. Er hätte sie allesamt der Lüge bezichtigt: ‘We’re in a room full of liars, the deceitful dishonest media who got it all wrong.”

So was hatten die versammelten Pre$$titutes und Edelfedern noch nie gehört und dass es trotz vereinbarter Vertraulichkeit sofort in den Medien landete, beweist schlagartig, wie zutreffend Trumps Vorwürfe sind.  Schon die gesamte Wahlkampfberichterstattung war ja durchweg erbärmlich, weil sie von Clinton nur Gutes und von Trump nur Übles berichtete und wie die geschockten Reaktionen auf Trumps Beschimpfung zeigen, sind die Medienmacher in der Echokammer ihrer selbst produzierten Realityshow noch immer nicht aufgewacht. Sonst hätten sie die Zähne zusammengebissen und sich an die “off the record”-Vereinbarung gehalten – aber Donald der Schlaufuchs ahnte natürlich, dass sein Klartext nach außen dringen wird und hat die Kommunikationsprofis erfolgreich reingelegt.  Ganz anders dann das “on the record” Interview mit der New York Times in dem Trump die unfaire Berichterstattung zwar auch kristisierte, sich ansonsten aber sehr moderat gab. Und dennoch Sätze sagte, die den Neocon-Liberalen die Haare zu Berge stehen lassen, etwa auf die Frage, wie er es mit Russland halten wolle: “Wouldn’t it be nice, I’d say this in front of thousands of people…wouldn’t it be nice if we actually got along with Russia, wouldn’t it be nice if we went after ISIS together…and the people will stand up and give me a massive hand.”

Es kann kaum ein Zweifel daran bestehen, dass eine große Mehrheit der Bevölkerung nicht nur der USA, sondern auch Europas ein solches russisch-amerikanisches Joint-Venture gegen den IS, seine Geldgeber in den Golfstaaten und ihre salafistische Ideologie begrüßen würde. Und das nicht, weil sie “dumm” wären, wie der dämliche Politologe Münkler unlängst meinte, und auch nicht weil sie “rechts” sind, sondern weil sie über einen Restbestand an Vernunft und Menschlichkeit verfügen und den mörderischen Wahnsinn der Kriege im Nahen Osten beendet sehen wollen. Schon hat sich ein Unterhändler Trumps, sein Sohn, mit einer Vertreterin der pro-russischen syrischen Opposition getroffen,  und die israelischen Debka-Files berichten von geheimen Gesprächen, die Trumps Sicherheitsberater General Michael Flynn mit seinen russischen und türkischen Kollegen führt. Es scheint, als ob der “Macher” Trump seine Pläne tatsächlich schon umzusetzen beginnt, bevor er im Weissen Haus einzieht. Die Cowboys brechen so mit einer außenpolitischen Strategie, mit denen die Yankees drei Jahrzehnte gefahren sind: der Militarisisierung und Aufrüstung von Islamisten und ihrem Einsatz als Söldner für regime changes.

Kommentare

5 Kommentare zu “Yankee and Cowboy War 2.0 – 5.”

  1. Gast am 25.11.2016 um 09:45 Uhr 

    Jill Stein will eine Neuauszählung der Stimmen. Sie fordert sie nur für drei Staaten, in denen trump gewonnen hat. Nicht für die Hillary States. SIe hat binnen dreier Tage mehr Geld dafür zusammenbekommen als während ihrer ganzen verdammten eigenen Kampagne. Sie macht sich damit zu einer Figur in Soros Kampf gegen das Wahlergebnis, unterstützt die Frau, von der sie sagte, wenn sie an die Macht käme, würde das den Nuklearkrieg mit Russland bedeuten. Demokratische Prinzipien mögen wichtig sein, andererseits ist das ein gefährliches SPiel.

     
  2. Stefan Heusinger am 25.11.2016 um 11:05 Uhr 

    > Stein macht sich damit zu einer
    > Figur in Soros Kampf gegen das
    > Wahlergebnis

    Und der Name Stein verrät, dass sie Jüdin ist.. *facepalm*. Es ist dieser Reflex bei den Linken, wie Rechten, der mich, offen gesagt, ankotzt. Nein, Stein hat recht – das Beste, was sie bisher forderte, in ihrem poltischen Leben. Trump hat Michigan mit knapp 11.000 Stimmen gewonnen. Das hat Matt Drudge gestern gemeldet. Da bin ich schon aus Prinzip fürs nachzählen. Noch mal: Zusammen +/- 130 Mio. Stimmen wurden für Trump und Hillary abgegeben. Die Wahl entschieden haben (sollen) lächerliche 50.000 in Michigan, Wisconsin und Pennsylvania. Da sollte man noch mal ganz genau hingucken. Schon bedenklich, dass just in den genannten drei Bundesstaaten Wahlmaschinen zum Einsatz kamen.

     
  3. Stefan am 25.11.2016 um 13:18 Uhr 

    Dass Trump die großen US-Medienhäuser als Lügner bezeichnet, macht den Kreis höchstrangiger Kronzeugen für die Falschheit der MSM größer, nachdem schon Kanzler Schröder 2005 von “Medienmacht und Medienmanipulation” sprach.

    Aber wunderbar entlarvend ist natürlich die Reaktion der so bezeichneten: Die dachten selbstverständlich, dass der künftige Präsident im Wahlkampf mit einschlägigen Parolen nur die Leute verar*** hatte und man sich danach im Hinterzimmer – wie in elitären Kreisen sonst üblich – gegenseitig auf die Schultern klopft und sich über die Naivität des Volkes amüsiert.

    Dass es statt dessen einer ernst meint und während der Wahlshow – wie sich nun zeigt – wenigstens teilweise seine wahre Meinung kundtat, hat die ausschließlich an routinierte Doppelzüngigkeit und manipulative Kampagnen gewohnten Propagandisten dermaßen auf dem falschen Fuß erwischt, dass sie die tendenzielle Richtigkeit der Schmähungen mit ihrer überraschten Reaktion gleich nochmal unfreiwillig unterstreichen.

     
  4. Gast am 25.11.2016 um 15:50 Uhr 

    Stefan Heusinger

    >Und der Name Stein verrät, dass sie Jüdin ist.. *facepalm*

    Ich weiß nicht, wo sie das aus meinem Kommentar herausgelesen haben wollen. Wäre ich Amerikaner, hätte ich tatsächlich für sie gestimmt.

    Aber es fällt auf, dass Stein – die permanent aus der öffentlichen Debatte ausgegrenzt wurde (sie hatte die besten Positionen) plötzlich mit dieser Aktion breite mediale Aufmerksamkeit erhält. Ebenso fällt auf, dass sie mit dieser Aktion binnen weniger Tage mehr Gelder einsammeln konnte, als während ihrer gesammten Kampagne.

    Soros finanziert – zumindest zu einem großen Teil über Unterorganisationen – die andauernden Riots gegen Trump in den USA. Dass da auch die Option, das ganze noch einmal durch seine Wahlautomaten zu jagen, ein erfolgversprechendscheinendes Unterfangen wäre, bedarf nicht so viel Vorstellungslkraft.

    Und Jill Stein mag es um die Demokratie gehen (es ist legitim, natürlich), aber es scheint mir, als würde sie da benutzt.

     
  5. Peter Romaker am 30.11.2016 um 09:49 Uhr 

    Wahnsinn, Danke. Endlich weiß ich warum mir in letzter Zeit so viele John Wayne Filme aus den 30er Jahren vor die Nase gelaufen sind.
    Ist uns nun das große Heuchelmatriachat erst mal erspart geblieben. Dafür tönen ja nun wieder deutsche Allmachtsfantasien und dazu scheint es den Trump wohl auch gebraucht zu haben.
    Ob er nun dran bleibt oder nicht.
    Doch heute ist nicht alle Tage. Und waehrend sich alles auf die Cowboys fixiert kann das große M sich der Alternativlosigkeit sicher auf den Thron begeben…sind doch die meisten Fahnen bereits in den Wind gedreht. Wir werden die Welt schon in Ordnung bringen…

     

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