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Dec, 2016

Nirgendwo in Blüte

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Unsere Neujahrsansprache ist dieses Jahr zwar schon fast 500 Jahre alt, das Problem, das sie benennt, spitzt sich allerdings immer gefährlicher zu.  Einige Lösungswege haben wir in “Die ganze Wahrheit über alles” aufgezeigt. 2017 wäre es an der Zeit, sie zu gehen, denn wenn alles so weiter geht, geht bald nichts mehr… Guten Rutsch!

»Wenn ich daher alle unsere Staaten, die heute nirgendwo in Blüte stehen, im Geiste betrachte, und darüber nachsinne, so stoße ich auf nichts anderes, so wahr mir Gott helfe, als auf eine Art Verschwörung der Reichen, die den Namen und Rechtstitel des Staates missbrauchen, um für ihren eigenen Vorteil zu sorgen. Sie sinnen und hecken sich alle möglichen Methoden und Kunstgriffe aus, zunächst um ihren Besitz, den sie mit verwerflichen Mitteln zusammengerafft haben, ohne Verlustgefahr festzuhalten, sodann um die Mühe und Arbeit der Armen so billig als möglich sich zu erkaufen und zu missbrauchen. Haben die Reichen erst einmal im Namen des Staates, das heißt also auch der Armen, den Beschluss gefasst, ihre Machenschaften durchzuführen, so erhalten diese sogleich Gesetzeskraft.«

Thomas Morus (1478-1535), Utopia

Kommentare

ein Kommentar zu “Nirgendwo in Blüte”

  1. Jörg am 01.01.2017 um 12:31 Uhr 

    Auch Ihnen, Herr Bröckers, und den Lesern hier ein frohes Neues Jahr und alles Gute!

    Als Ergänzung zu Thomas Morus hier ein Spruch von Charles de Montesquieu, der erklärt wieso diese “Verschwörung der Reichen” überhaupt möglich ist:
    (merkwürdiger Weise habe ich Montesquieus Spruch auf Englisch abgespeichert)
    The tyranny of a prince in an oligarchy is not so dangerous to the public welfare as the apathy of a citizen in a democracy.“.

    Übersetzt:
    Selbst die Tyrannei eines Fürsten in einer Oligarchie ist nicht so gefährlich für das öffentliche Wohl wie es die Apathie eines Bürgers in einer Demokratie ist“.

     

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