Giftgas-Wochen bei McMedien

Ich hoffe, Sie haben die Giftgas-Wochen bei McMedien bisher gut überstanden. Zwar ist der britische Fake-Mac mit der giftigen Soße „einer Art, wie sie in Russland entwickelt wurde“ weiter im Angebot, aber abkaufen will der britischen Regierung diesen Whopper eigentlich keiner mehr. Zumindest keiner, der noch halbwegs bei Verstand ist und das seit dem römischen Reich in Europa etablierte Rechtssystem in Grundzügen verstanden hat. Danach reichen einfache Behauptungen für eine Anklage nicht aus, es müssen Beweise oder Zeugen dafür beigebracht und nach dem Grundsatz „audiatur et altera pars“ auch die beschuldigte Seite angehört werden. Seit die Römer einst Britannien kolonisierten sind diese Regeln dort bekannt und blieben auch nach ihrem Abzug allgemein anerkannt. Mit dem Brexit freilich scheinen sich die Angelsachsen davon jetzt verabschieden zu wollen. Nicht anders jedenfalls lässt sich erklären, dass Theresa May und ihr Außenminister zwar Russland beschuldigen, einen zu ihrem Geheimdienst MI-6 übergelaufenen Agenten vergiftet zu haben, einen Beweis oder eine Probe des Gifts aber nicht zur Verfügung stellen wollen. Und stattdessen ultimativ „Erklärungen“ von Russland verlangen.

Dass das Nervengift von einer Art sei, „wie sie in Russland entwickelt wurde“ kann ja zutreffen, aber sagt in etwa soviel wie ein Polizeibericht, nach dem ein Sportwagen italienischer Bauart einen Unfall verursachte. Einer Regierung die da auf die Idee käme, „die Italiener“ zu beschuldigen, würde man zu Recht an den Kopf fühlen, die britischen Beschuldigungen aber werden landauf landab in jedem McMedien-Outlet verbreitet. Das ehemalige Nachrichtenmagazin „Spiegel“ – schon lange vom journalistischen „Sturmgeschütz der Demokratie“ zur Gulaschkanone der Nato verkommen – titelt gleich über „Todesgrüße aus Moskau“ – obwohl bis dato niente, nothing, njet bekannt ist, wer die Grüße überhaupt gesendet hat. Mit Journalismus hat das nichts mehr zu tun, es sind Kampagnen wie „Los Wochos“ bei McDonald.

Nachdem 18 Monate „Russiagate“ in den USA samt Sonderkommissionen , Ermittlungsausschüssen und täglichem Pressewirbel zu der sagenhaften Anklage von 13 russischen Facebook-Trollen führte, die gegen Hillary und für Trump und Sanders gepostet haben sollen, nachdem also diese gigantische Zirkusnummer nicht einmal heiße sondern nur lauwarme Luft produziert hat, musste die britische Regierung jetzt offenbar nochmal nachlegen um weiter Druck auf dem anti-russischen Propaganda-Kessel zu halten.

Dass man mit Fakes Fakten schaffen und Kriege beginnen kann hatte ja zuletzt Tony Blair eindrucksvoll bewiesen, als er behauptete die Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins könnten „in 45 Minuten“ Europa erreichen. Auch damals spielten die McMedien-Konzerne mit, verkauften den Fake ohne Nachfrage und Recherche als Realität und ein Großteil des Publikums lies sich noch in die Irre führen. Darauf hatte wohl auch Theresa May gesetzt, und die Regierungen Merkel und Macron halfen ihr ein wenig beim erzürnten Backen aufblasen gegen den bösen Iwan.

Aber es scheint – und das ist die gute Nachricht – dass diese durchsichtigen Propagandanummern nicht mehr richtig ziehen. Da mögen im Vorfeld der Wahlen in Russland sämtliche TV-Kanäle im Dauerfeuer „Dokumentationen“ über „Putin den Schrecklichen“senden, da können auch die Wetterberichte bei 5 Grad Frost und Ostwind dauernd von „Russenpeitsche“ reden und die „Bild“-Zeitung im “Stürmer”-Stil Russen-Hetze und Putin-Haß verbeiten – die Bürgerinnen und Bürger kaufen ihnen den Bullshit einfach nicht mehr ab. Nach einer aktuellen repräsentativen Umfrage fordert eine Mehrheit der Deutschen eine Annäherung an Russland – und dieser Wunsch geht quer durch sämtliche Parteien und Bundesländer. Selbst unter Anhängern von CDU und SPD sind nur 19% für die Beibehaltung der aktuellen Konfrontation. Die GroKo wäre also gut beraten, auf ihr Wahlvolk zu hören, statt den haltlosen Parolen einer scheiternden Brexit-Präsidentin Folge zu leisten.

Auch als Podacst auf KenFM

Update: Der Kollege Paul  Schreyer hat wegen des infamen “Spiegel”-Covers “Todesgrüße aus Moskau” Beschwerde beim Presserat eingelegt.

12 Kommentare

  1. Danke MB. Ich darf also wieder ein Gläschen Vodka in den ausgedörrten Kanal gießen? Die schwere Bürde des Volksverräters ablegen?
    Und noch eins, the Beast From the East is also gone in the UK.
    Nun also wieder il sole mio. Wo ist jetzt nur dieser signor Scaramella?

  2. zum giftskandal: es mutet ja geradezu abenteuerlich und jenseits aller wahrscheinlichkeit an, dass der vorfall in salisbury stattgefunden haben soll. dieser ort ist auch durch seine naehe, nur wenige km, zu porton down bekannt, der militaerischen einrichtung des vereinigten koenigreiches, in der giftgase produziert, getestet und antidots entwickelt werden. porton down hat uebrigens einige beruehmtheit erlangt durch seine giftgas experimente an [dann noch] lebenden menschen, zivilisten und soldaten….

  3. Na klar: In Zeiten des eskalierenden Propaganda- und Informationskrieges zwischen dem Westen und Russland, unmittelbar vor den Präsidentschaftswahlen, wenige Wochen vor der Fußball-WM im Land und mitten im Streit um die Erdgaspipeline Northstream 2 (die die Ukraine umgehen und teure US-Flüssiggasimporte nach Europa vermeiden helfen soll) hat – natürlich – Putin höchst selbst nichts besseres zu tun, als seine Killer nach London zu schicken, um mit einem Supergift sowjetrussischer Herkunft in aller Öffentlichkeit einen Ex-Agenten, an dem man schon lange jedes Interesse verloren hatte, samt seiner hübschen Tochter und noch ein paar unschuldige Zufallsopfer umbringen zu lassen. Und dieses geniale Vorhaben schlägt auch noch fehl, die Opfer überleben, dafür läuft im Westen die Propaganda Amok…

    Dass man eine solche Story in Umlauf bringt, zeigt auch, dass die (westliche, vor allem angelsächsische) Elite uns, den Medienkonsumenten, entweder null Verstand oder null Einfluss – oder beides zusammen – zugesteht.

    Macht nur so weiter: Ihr bettelt ja geradezu um mehr Protestwahl, mehr “Populismus”, mehr Empörung. Irgendwann bekommt Ihr auch noch den letzten Ignoranten hinter’m Ofen hervor.

  4. “Giftgas-Wochen bei McMedien”
    LOL, was ein Titel ! Dafür am kleinkarierten Nannen-Preis vorbei direkt zum Pulitzer ! Ich nominiere hiermit offiziell !

  5. Ja, auch ich musste schallend lachen ob des markanten Titels. So mag ich’s – kurz und knackig! Großes Lob!

    Und danke für diesen Text. Wir werden tatsächlich alle für dumm gehalten. Aber vielleicht sind wir ja selbst schuld. Bestimmt sogar. Genaugenommen müssten wir Tag und Nacht auf den Straßen stehen. Gründe gibt es außer der Russland- bzw. Kriegspropaganda unendlich viele. Und wir müssten unsere Damen und Herren Politiker – besser gesagt, diese Volkszertreter – alle an den Nasen durch die Arena und in den Knast führen.

  6. Das Spannende ist für mich in diesem Zusammenhang, dass die Politiker es nicht verstehen wollen, dass ihnen nach der Irak-Krieg Lüge und all den anderen Lügen das Volk, der böse Lümmel, solche Fake News und die ständigen Anschuldigungen Russlands oder Putins nicht mehr glaubt. So hat sich doch gerade der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einer Rede darüber echauffiert, das die Menschen sich in den “Echokammern des Internets” bewegen würden. Ja, damit können wir, die Bürger, die Filter der öffentlichen Berichterstattung durch die so genannten “Leit- oder Mainstreammedien” und deren Echokammern umgehen. Sogar – Gott bewahre – Berichte und Standpunkte der anderen Seite lesen, z.B. auf RT Deutsch. Aber RT sei ja nur ein staatlicher Propagandasender – ganz anders als unsere unabhängigen öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF, die ja völlig neutral berichten, nie Propaganda machen – oder etwas doch? Die Angst geht um: Die Deutungshoheit ist in Gefahr – die Menschen informieren sich selbst, vergleichen verschiedene Nachrichtenquellen. Da können natürlich auch immer Fake News dabei sein, aber nur in den so genannten “Echokammern”? Es wird offensichtlich unterstellt, dass die Bürger nicht in der Lage sind, sich selbst eine Meinung über politische Themen zu bilden. Man unterstellt den Menschen mangelndes politisches Interesse , wenn sie sich von den GEWOLLTEN Nachrichtenquellen abwendet, also von der GEWOLLTEN Meinung. Ich glaube, das Gegenteil ist richtig. Schon lange waren die Menschen nicht mehr so politisiert in Deutschland, da sie merken, dass bei uns und im Rest der Welt einfach zu viel falsch läuft. Präsident Steinmeier sieht sogar die Demokratie in Gefahr. Warum? Weil die Bürger den derzeitigen Politikern und dem System nicht mehr vertrauen? Weil sie echte, direkte Demokratie wollen? Was haben die Politiker für ein Demokratieverständnis? Demokratie ist nur richtig, wenn alles hingenommen, nichts hinterfragt wird, was zur Meinungsbildung und zur Wahlentscheidung führt? Wenn die repräsentative Demokratie an sich kritisiert wird? Verstehe ich nicht, wenn man denn ein Interesse an mündigen, selbst denkenden und aufgeklärten Bürgern hat (oder hätte…).

    1. Die meisten Leute schauen doch nach wie vor die Tagesschau oder Heute, oder lassen sich während der Arbeit oder im Auto vom Hörfunk berieseln. Die Propaganda ist allgegenwärtig 24 Stunden, am Tage und in der Nacht. Woher wollen Sie wissen, wieviele Menschen alternative Medien konsumieren? Vielleicht zur Belustigung und zum trollen, aber mir kann doch niemand erzählen, dass diese penetrante Indoktrination nicht überreichlich Frucht bringt. Mag ja sein, dass vielleicht einige Hunderttausend Internet-User gelegentlich mal auf RT stöbern oder z.B. hier auftauchen. (Die Sputnik-Artikel lesen so um die 5000 Menschen, die Klick-Zahlen sind da verfügbar.) Was glauben Sie denn eigentlich, warum 75 Prozent zur Wahl gehen und davon die große Mehrheit die NATO-Kriegsparteien wählen? Möglicherweise ist das nicht so repräsentativ, weil hier natürlich auch betrogen wird. Trotzdem ist es Fakt, dass die meisten Deutschen nicht protestieren oder aufbegehren, brav ihre Rundfunkgebühr abdrücken und sich mit Glyphosat-Plörre abfüllen lassen. Hätten wir eine kritische Masse, die das System in ernste Gefahr bringen würde, wären Blogs wie dieser hier schon längst abgeschaltet und Sie würden im Gefängnis sitzen.

  7. Man muß eine Lüge nur oft genug wiederholen, damit sie wahr wird. Zum Glück hat das Dauerfeuer unserer “Etablierten” Staatsmedien nicht die Wirkung wie von oben erhofft. Hätte nie angenommen das ich mal auf den Gedanken kommen würde die “Aktuelle Kamera” als seriös, gegenüber dem was zur Zeit medial über uns abgekippt wird, zu bezeichnen. In diesem Sinne. Weiter aufklären Herr Broeckers!

  8. MacMedien – dieser Begriff muss gepusht werden, immer und immer wieder. Denn: Die Wahrheit setzt sich doch durch.

  9. Meines Erachtens gibt es mindestes vier Motive für den “Skripal-Nervengift-Russland-False-Flag”

    – Anti-Russland Stimmunsmache wegen dem Streit um die Erdgaspipeline Northstream 2 [1]
    – Anti-Russland Stimmunsmache und Verhinderung, dass die Newsmeldung über den Fund von Stoffen für chemische Kampfstoffe in Syrien (in den von den Terroristen besetzten Gebieten) durch die Medien zu gross rauskommt [2]. Denn von wem hatten die “Rebellen” den die 40 Tonnen Chemikalien? (eine rhetorische Frage)
    – Liquidierung eines potentiellen Geheimnisträgers. Es gibt Hinweise, dass Skripal für “Orbis Intelligence” gearbeitet hat und diese “Firma” das Trump-Dossier (“Russiagate) für die Demokraten erstellt hat, inklusive der Storry über Trumps Urinieren über russische Prostituierte [3].
    – Anti-Russland Stimmunsmache als Rache von Israel über Russlands Intervention in Syrien [3]. Der Mossad kennt sich sehr gut aus mit solchen False-Flag Morden bzw. Mordversuchen.

    [1] http://www.atlanticcouncil.org/blogs/ukrainealert/why-nord-stream-2-isn-t-just-an-ordinary-pipeline
    [2] https://www.rt.com/news/421919-chemical-weapons-militants-syria/
    [3] https://www.globalresearch.ca/skripal-novichok-russia-israel-syria-mi6-and-salisbury/5632102

Schreiben Sie einen Kommentar!

Your email address will not be published. Required fields are marked *