NATOstan “vereint wie nie zuvor”

Ob es der CIA wirklich gelungen ist, in der Nacht zum vergangenen Mittwoch Putins Wecker zu manipulieren, sodass die geplante Invasion der Ukraine ausfallen mußte, ist bisher noch nicht bestätigt. Auch mögliche andere Gründe, warum Krieg gemeldet wird und der Russe nicht kommt, sind derzeit unklar. Aber er wird nicht nur kommen, wie Herr Stoltenberg, Generalsekretär der NATO, jetzt verkündete, sondern er plant sogar – so Britanniens Premier Boris Johnson  –  den größten Krieg seit 1945! Sein Amtsblatt “The Sun” wußte schon vor einigen Tagen, dass Wladimir Putin nach der Ukraine  “im Hitler-Stil” zuerst das Baltikum und dann Europa überfallen wird. Und Joe Biden in Washington sagte in einem wachen Moment “the largest invasion since World War II” voraus. Nur das Datum, also wann endlich zurückgeschossen werden kann, steht noch nicht fest. Aber wer im Hitler-Stil angreifen wird  hat wohl auch einen Sender Gleiwitz in petto. Nachdem Mittwoch der 16.2. ausgefallen war, wurde der 20.2 als Termin vorhergesagt, weil Eishockeyfan Putin noch das Finale bei der Winterolympiade abwarten wollte. Dass auch am Sonntag kein Einmarsch erfolgte könnte dann damit zu tun haben, dass der große Diktator wegen der 2:1 Niederlage gegen Finnland jetzt einem Rachefeldzug gegen die finnischen Nachbarn Priorität einräumt – im Sportteil der “Sun” werden wir es erfahren. Und wenn nicht dort, dann von den Kreml-Astrologen von New York Times, Bloomberg, Reuters & Co.
Dass dieser ganze Zirkus nur veranstaltet wird, um Deutschland, Frankreich und Europa von friedlichem Handel und Wandel mit Russland und China abzuschneiden, hatten wir an dieser Stelle ( hier, hier und hier)  schon deutlich gemacht – die Nachdenkseiten hatten ein Stück aus der letzten 3. Jahrtausend-Folge dazu transkribiert:

Mathias Bröckers(…): Da sind wir dann bei dem alten großen ‘Great Game’ wieder, dem Kampf um die Weltinsel und Eurasien, und dem Versuch, in der Tradition von Mackinder und Brzeziński […], zu verhindern, dass Westeuropa und Asien, dass Deutschland und Russland friedlichen Handel und Wandel treiben. Das darf nicht passieren. Das haben die Briten vor 100 Jahren so gesehen: Wenn die sich vertragen da auf dem Kontinent und Geschäfte machen, der Rohstoffriese Russland und der Industrieriese Deutschland, dann haben wir transatlantisch keine Karten. Das sehen die Amerikaner heute ganz genauso und betreiben deshalb diese Politik. Die ganze Aktion […] mit dieser Invasion, die war inszeniert (auch) gegen Deutschland und gegen NordStream. Die Amerikaner können nicht den Deutschen verbieten, dass sie aus der nächsten preisgünstigen Gasquelle sich die nächsten Jahrzehnte günstig mit Energie versorgen. Das will man seinem ‘Alliierten’ ja nicht verwehren, und dann inszeniert man jetzt: Oh, der Russe greift an! […] Jetzt hat Russland nicht angegriffen, die Amerikaner haben nun ein neues Datum ‘festgelegt’, und wir sagen hier mal kühn voraus, das wird auch nicht eintreten. […] Die Russen werden ‘wortbrüchig’ werden und hören nicht, was das ‘Tiger Team’, so heißt diese Truppe im Weißen Haus, die seit letzten Oktober an diesem Szenario hier gebastelt hat und diesem neuen ‘Aggressionspotenzial’ der Russen… Die Nato, Herr Stoltenberg hat auch gesagt: Ja, der Rückzug jetzt, das ist noch nicht genug. Man will jetzt auch als Nato und als US-Imperium eigentlich darüber verfügen, wo Russland in seinem eigenen Land seine Soldaten aufstellt. […] Das Ganze, das ist auch ein wichtiger Aspekt, dient nicht nur dazu, sozusagen Deutschland von NordStream abzuschneiden und vom Handel mit Russland, sondern dient auch dazu, diesen desolaten, obsoleten Verein Nato, den man eigentlich morgen transformieren oder auflösen müsste und einen europäisch-asiatischen Friedensvertrag hier auf dem Kontinent von Lissabon bis Peking schließen müsste – diese Nato wurde jetzt wieder ‘zusammengeschweißt’ […]. Ihr könnt die Uhr danach stellen – jetzt ist ja klar: Nach dieser ‘Aggression’ Russlands, die von vorn bis hinten erfunden war, müssen wir natürlich weiter aufrüsten […].”

Prompt tönte es jetzt von der Münchner Sicherheitskonferenz, der Westen sei “vereint wie nie zuvor”,  und da kann einem nach den ruhmreichen NATO-Massakern in Irak, Lybien, Syrien, Afghanistan eigentlich nur Angst und Bange werden. Fast neigt man da schon der persönlichen militäranalytischen Einschätzung von The Saker zu, der meint, dass es erst Ruhe  und eine neue Sicherheitsarchitektur in Europa geben wird, wenn  Russland es der obsoleten NATO-Truppe und ihren US-Herren noch einmal richtig auf die Mütze gibt.  Wobei: für einen solchen Schlag muss es nicht mal einen Schuß abgeben, denn Europa bezieht 52%  seines Erdgases aus Russland und die EU hat 95% ihrer im Sommer angelegten Reserven bereits aufgebraucht.  Fun Fact: Die Warmduscher und Laptop-Bomber, die jetzt zur Offensive und Hochrüstung der NATO aufrufen und “harte Sanktionen” fordern, müssen niemand nach Stalingrad marschieren lassen, sondern können zu  Haus im Dunkeln frieren.

Unterdessen haben die beiden “Volksrepubliken” mit der Evakuierung von Zivilpersonen begonnen, weil sie ihrerseits einen Angriff der ukrainischen Milizen befürchten, der – unter Berufung auf “Geheimdienstquellen” –  für die Nacht zum Montag erwartet wird. Ähnlich wie die NATO und ihre Organe den ausgefallenen Angriff Russland schon per Landkarte kommunizierten, sind auch die Volksrepubliken offenbar  perfekt informiert. Die OSZE Beobachter meldeten allein für Freitag 1.600 Verstöße gegen die Waffenstillstandsvereinbarung, die freilich laut der stets wahrheitsgetreuen “New York Times” allein von  der Rebellenseite gekommen seien.

Dass vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eigentlich sofort friedensichernde Blauhelme in die umkämpfte Region entsendet werden müssten, um weitere Eskalationen zu verhindern, wäre unbedingt nötig, bleibt wohl ein frommer Wunsch. Das US-Imperium hat kein Interesse an einer friedlichen Lösung und scheint händerigend darauf zu warten, dass Russland endlich einmarschiert oder anderweitig militärisch aggressiv wird. Doch der in asiatischer Kampfkunst geübte Judoka Putin tut ihnen diesen Gefallen nicht, sondern läßt die Donbass-Region evakuieren und in Grenznähe Lager für die Evakuierten  errichten. Worauf sich die hiesigen Kriegstreiber auch schon mal einstellen und für die Millionen Ukraine-Flüchtlinge vorsorgen sollten, falls sich ihr Wunsch erfüllen und Russland tatsächlich in einen offenen Krieg eintreten würde. Um die Ukie-Armee samt ihrer Neonnazi-Bataillone  in drei Tagen zu erledigen, müsste der russische Bär nicht viel mehr als den kleinen Finger rühren, aber das wird  der Bär so schnell nicht tun, denn er will Frieden vor der Haustür seiner Höhle. Sleepy Joe mit seiner frisch von einer Barfussarmee aus Afghanistan verjagten Natostan-Truppe bleibt also derzeit nicht mehr, als ihn weiter zu reizen. Und ihn mit seiner Schmierenpresse im “Stürmer”-Stil  mit Dreck zu bewerfen.

Allerdings hat die Duma, das russische Parlament, gerade mit 78% der Stimmen eine Resolution angenommen, die die Anerkennung der “Volksrepubliken” als unabhängige Staaten fordert und dem Präsidenten bleiben offiziell 30 Tage Zeit, sie mit seiner Unterschrift in Kraft treten zu lassen. Damit wären die von US-Seite und den Marionetten in Kiew seit sieben Jahre blockierten Minsk-Verhandlungen  endgültig vom Tisch, zur großen Freude von US-Staatssekretärin Victoria “Fuck EU” Nuland. Nach einem 2-stündigen Telefonat zwischen Emanuel Macron und Wladimir Putin soll es aber jetzt zu einem Gespräch zwischen Biden und Putin kommen… dass die diplomatischen Drähte wieder heiß laufen, ist ein gutes Zeichen. Und es zeigt auch, das zumindest Macron verstanden hat, dass es hier nicht um die Ukraine geht, sondern um die Zukunft Europas – als verarmte Kolonien des alten, niedergehenden US-Imperiums oder als Partner einer neuen multi-polaren Welt auf dem eurasischen Kontinent.

 

12 Comments

  1. die Absichten, ein neues zwei Block System einzurichten, sind unübersehbar. Mit dem Unterschied, dass dann der bessere Block, der östliche sein könnte. Die Russen haben alles, was sie dazu brauchen: die uneingeschränkten Ressourcen, die Technik und das Volk, das freiwillig mitmacht. Da sieht der Westen aber sehr blass dagegen. Putin handelt natürlich nicht unabhängig. Er kommt, genauso wie Merkel und andere Politiker der damaligen Zeit aus der ersten Generation der Schwabschen Schule der Jung Global Leaders. Klaus Schwab hat damit geprallt, dass er sie alle ausgebildet hat. Heute aber hat er nur noch Kasper wie Bärbock oder Trudeu. Finanziert wird das von der Vatican Bank BITC, deren Chef der Prince Charles ist. Das sind doch keine Geheimnisse mehr. Kann man alles nachlesen.

  2. BREAKING: Fox News Contributor Says Putin’s Language on Ukraine “Reminiscent of Hitler’s Justification for Taking The Sudetenland”

    When you have lost Fox News.
    LMFAO

  3. NATOstan erlebt jetzt sein “Kosovo”-feeling! Und ein echtes “R2P” = Responsibility to Protect”!
    Nur mit dem Unterschied, daß Milosevic zu keinem Zeitpunkt eine ethnische Säuberung betrieben hatte. Allein die verlogene(!) “Verschwörungstheorie” mit der Mär von dem angeblichen “Hufeisenplan” (Scharping) mußte dafür herhalten die Bundesrepublik Jugoslawien zu spalten und nieder zu bomben. Anschließend wurden im Kosovo – unter den Augen der tatenlos bleibenden Bundewehr-Bataillone – fast alle ethnischen Serben, Juden (hier verwende ich dem Begriff “Jude” ausnahmsweise einmal ethnisch und nicht religiös) und Zigeuner aus dme Kosowo vertrieben!

    Rußland schützt hingegen (“R2P”) tatsächlich die verfolgte und unter ständigem mörderischen Bombardement leidende russischsprachige Minderheit .
    Und eine Säuberung der ukrainischen Ostgebiete von den nicht Russischsprachigen wird es – anders als im Kosovo mit den Serben usw. – durchaus nicht geben.
    Seit 8 Jahren führt die Putsch-Regierung in Kiew einen Krieg der ethnischen Säuberung gegen die Bevölkerung im Osten des Landes. Trotz laufender russischer Ermahnungen wurde die “Minsk-Vereinbarung” (“Minsk Accord”) – deren Existenz von deutscher BigMedia praktisch nie auch nur erwähnte – von Kiew zu keinem Zeitpunkt befolgt.
    Rußland hat nun seine Pflicht zur “R2P” erfüllt.

    Diese Baerbock der total peinlichen BRD-Regierung ließ verlautbaren:
    Die heutige Anerkennung der separatistischen selbsterklärten ‚Volksrepubliken‘ in der Ostukraine durch Präsident Putin stellt einen eklatanten Bruch des Völkerrechts dar und ist ein schwerer Schlag für alle diplomatischen Bemühungen zur friedlichen Beilegung und politischen Lösung des aktuellen Konflikts“, erklärte Baerbock (Grüne) am Montagabend.
    ….
    „Die Anerkennung ist zudem eine weitere Verletzung der territorialen Integrität und Souveränität der Ukraine, die wir aufs Schärfste verurteilen.“ Deutschland stehe weiter unverbrüchlich an der Seite der Ukraine in ihren international anerkannten Grenzen.

    (https://snanews.de/20220221/aussenministerin-baerbock-wirft-putin-bruch-des-voelkerrechts-vor-5464352.html)

    Daß einmal Druck auf Kiew ausgeübt wurde, endlich einmal den “Minks Accord” einzuhalten, (ggf. sogar mit Sanktionen gegen Kiew) war der jetzigen und vorherigen BRD-Regierung nie eingefallen.
    Nun wird die rückgradlose Scholzampel zusehen wie NordStream 2 gestrichen wird. Und die Wirtschaft der BRD wird richtig abbleiern. Insbesondere wenn man noch die katastrophalen Auswirkungen der verrückten Lockdown-Maßnahmen mit in den Blick nimmt.

    Paul Craig Roberts – noch von heute Nacht: “Today the World Changed” – https://www.paulcraigroberts.org/2022/02/21/breaking-news-feb-21-4pm-us-central-time/

    1. > Nur mit dem Unterschied, daß Milosevic zu
      > keinem Zeitpunkt eine ethnische Säuberung
      > betrieben hatte

      das ist falsch. er hat zeljko raznatovic, bekannt als arkan, und dessen schergen angewiesen, nach pristina zu fahren. derselbe arkan hatte 1992 im ostbosnien massaker an muslimen verübt. die nato war also gewarnt. milosevic hat 1995 mladic ubd karadzic in srebrenica carte blanche gegeben. dasselbe drohte im kosovo. also nein, kosovo war militärische nothilfe (ählich wie später in libyen), im wissen, wozu milosevic fähig ist. die frage, die ich mir stelle, lautet: warum hat putin luhansk und donesk für unabhängig erklärt und weiland die tschetschenische republik itschkerien nicht, die von dschochar dudajew und später von aslan maschadow ausgerufen wurde. die mehrheit der tschetschenen wollte mitte der 1990er jahre die russische föderation verlassen. zu dem zeitpunkt gab russland in der person von jelzin und später putin einen dreck auf separatisten. dazu muss man wissen: laut sergej kowaljow, der bis heute in russland geschätzte, verstorbene menschenrechtler, kamen allein im januar 1995 in der staft grosny 20.000 zivilisten durch russische artillerie um. kein wunder, dass die tschetschenen nach unabhängigkeit strebten.

  4. Wieder leider nicht geirrt, mein Szenario 2 (hier gepostet am 19.01.) scheint einzutreten:

    Zitat: “USA und Russland kommen nicht überein, regional spitzt sich die Lage weiter zu. Daraufhin wird der Westen Sanktionen aussprechen, russische Finanz- und Handelsströme kappen und Nord Stream 2 schließen. Die Amis können dann ihr teures Fracking-Gas verkaufen und in Europa energiepolitisch und militärstrategisch unentbehrlich bleiben. Den ökonomischen Schaden wird neben Russland vor allem Deutschland tragen; der Schwelbrand an der europäischen Ostflanke dauert an.”

    Auch das Fazit bewahrheitet sich: “In beiden Szenarien werden die USA einen Gewinn erhalten, Russland könnte etwas gewinnen oder verlieren, Europa kann nur verlieren.”

    Putin handelt logisch, Russland gewinnt und verliert: Stehen russische Truppen in der Ostukraine, kann das Land niemals NATO-Mitglied werden. Auch wenn der ökonomisch-politische Preis hoch sein wird (aber sanktioniert, manipuliert und gehetzt hat der Westen auch schon ohnehin).

    Die USA gewinnen, indem sie Europa noch stärker beherrschen, Spannungen schüren, und vor allem Waffen und schmutziges Gas verkaufen können. Die (Ost-)Ukraine ist nicht wirklich ein Verlust. (Diese Entwicklung kommt transatlantischen Falken sehr gelegen, deswegen werden sie eine Verhandlungslösung verhindern.)

    Europa gewinnt nichts, verliert nur und zahlt in jeder Hinsicht drauf. Wirtschaftlich und vielleicht auch mit der blanken Existenz.

    PS:

    Ich verstehe, dass man als Schäfchen unsicher sein kann, ob Pandemie-“Auflagen” und mRNA-Vakzine wirklich bedeuten, dass die neoliberale Elite uns an die Pharmaindustrie verkaufen will oder vielleicht doch Gesundheit und Fortschritt dienen. Und dass man im Zweifel der Obrigkeit murrend folgt und eher nicht auf die Straße geht.

    Ich verstehe, dass man als Schäfchen unsicher sein kann, ob die erzwungene Inflation wirklich bedeutet, dass die neoliberale Elite die kleinen Leute allmählich enteignen will um ihr entgleistes Zockersystem zu retten oder vielleicht doch jeder andere Weg zum Crash schlechter wäre. Und dass man im Zweifel der Obrigkeit murrend folgt und eher nicht auf die Straße geht.

    Ich verstehe nicht, wie man noch daran zweifeln kann, dass die europäischen Regierungen schamlos, in hündischer Ergebenheit ggü. den USA das blanke Leben, Gesundheit und Wohlergehen ihrer Völker verraten und verkaufen, indem sie riskieren, den Kontinent zum Kriegsschauplatz zu machen, um die aggressiven Vorherrschaftspläne des neoliberalen Imperiums aufrecht zu erhalten.

    Solidarität einzufordern, um Mitmenschen vor Erkrankung zu schützen, ist legitim. Aber nichts wäre falscher als Solidarität oder Folgsamkeit gegenüber politischen und medialen Kriegstreibern (egal, ob gekauft, feige oder nur dumm) die ihre Völker und den Frieden verraten!

  5. Gutes Kommentar-Video – von gestern Nacht, aber immer noch aktuell:
    “Putin drops truth bombs. Signs ‘immediate’ recognition of Donbass regions”
    https://www.youtube.com/watch?v=p5oKzWilqrs

    Übrigens: In meinem ‘Archiv’ fand ich gerade diesen – schon Jahre alten – Artikel:
    https://www.heise.de/tp/features/Prachtkerl-Putin-3997692.html

    Dort ließt man folgende Passage:
    Die Nicht-Anerkennung des Wahlergebnisses in Bezug auf die Krim und die Reaktionen der neuen Regierung in Kiew, der EU und der NATO waren umso erstaunlicher, da der Internationale Gerichtshof der Vereinten Nationen 2010 in Bezug auf den Kosovo festgestellt hat, dass eine einseitige Unabhängigkeitserklärung eines Landesteils das allgemeine internationale Recht nicht verletzt”.

  6. Die Feststellung des Internationalen Gerichtshofs war nur ein (unverbindliches) Gutachten, kein rechtsverbindliches Urteil. Selbst für ein Gutachten konnten sich wichtige westliche Länder wie Deutschland und Frankreich nicht erwärmen, sondern enthielten sich in der UNO-Vollversammlung der Stimme.
    Zu groß war wohl die Angst, der vom Westen betriebene Kosovo-Separatismus könnte eine juristische Bauchlandung erleiden,
    https://www.spiegel.de/politik/ausland/uno-abstimmung-serbien-setzt-pruefung-der-kosovo-unabhaengigkeit-durch-a-583038.html

    Die einseitig erklärte Unabhängigkeit wurde (anders als auf der Krim) im Kosovo nicht durch eine Volksabstimmung untermauert. Nicht nur Russland und China verweigerten die Anerkennung, sondern auch Spanien, das im eigenen Land den Separatismus der Basken und Katalonen seit vielen Jahren aufs Schärfste bekämpft, aber nicht wirklich in Griff bekommt. Die Kosovo-Albaner waren in Serbien eine Minderheit, so wie im abgespalteten Kosovo die verbliebenen Serben, die jetzt umgekehrt diskrimiert werden.
    Anders als die Krim-Bewohner, die sich von Putin verwöhnen lassen, ist der Westen zu geizig, um die neue Kolonie Kosovo aus dem Zustand eines „failed state“ herauszuholen.
    https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/264826/kosovo-zehn-jahre-nach-der-unabhaengigkeitserklaerung/

    Immerhin haben die Kosovaren jetzt das erhebende Gefühl, gebraucht zu werden:
    „Dort ist bereits der weltgrößte US-Militärstützpunkt Bondsteel entstanden“,
    http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Serbien/kosovo-us.html

    Als Grund der westlichen Unterstützung für die Kosovo-Abspaltung wird oft scheinheilig auf einen „Irrtum“ verwiesen – auf einen angeblichen serbischen Genozid-Plan, den sog. Hufeisenplan, dem sogar die politisch überwachte Wikipedia nur den Status einer zusätzlichen NACHTRÄGLICHEN Begründung der Militärintervention im Kosovo-Konflikt zugesteht. Wer den wohl gefälscht hat?

    Wikipedia nennt keine Täter, aber mit Rudolf Scharping und Joschka Fischer zwei altbekannte Kriegslüsterne, die irgendwie beteiligt gewesen sein müssen und sei es durch allzu bereitwillige Leichtgläubigkeit (WDR-Dokumentation 20021: „Es begann mit einer Lüge“).

    Eine solche Leichtgläubigkeit will der wutschnaubende Westen Putin nicht zugestehen, der in den Separatisten-Gebiete der Ost-Ukraine ebenfalls Genozid-Umtriebe (begangen von Ukrainern an der russischsprachigen Minderheit) festgestellt haben will.
    Auch wenn er dabei übertreibt: Die Regierung in Kiew ignoriert die Wünsche der Ost-Ukrainier genauso wie sie das Minsk-Abkommen (beschränkte Autonomie) missachtet. Von militärischen und paramilitärischen Truppen der eigenen Staatsführung in Kiew unter Dauerbeschuss genommen zu werden, ist etwas Unerträgliches, was diese Menschen aber seit jetzt acht Jahren erdulden müssen.

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