New Normal Gleichschaltung

 “New  Normals”  oder “Corona-Totalitaristen”  nennt der in Berlin lebende US-Satiriker CJ Hopkins die große Mehrheit seiner  Zeitgenossen, “deren ideologisches Programm nichts mehr mit einem aktuellen Virus oder einer aktuellen Gefahr für die öffentliche Gesundheit zu tun hat. Denn es ist jetzt für jeden, der den Verstand noch nicht veloren hat, vollkommen offensichtlich, dass die apokalyptische “Coronavirus Pandemie” ein Trojanisches Pferd war, ein Mittel die “Neue Normalität” einzuführen…”

Keine freundlichen Worte und  geradezu ketzerisch in Zeiten, wo  die Kirche der Angst  von allen medialen Kanzeln den unbedingten Pandemismus predigt und keinen Zweifel oder gar Widerspruch duldet. Diese “New Normal Gleichschaltung” hat Hopkins am Beispiel des jüngsten “Reichtagssturms” aufgezeigt, auf dessen plumpe Inszenierung ich hier ja schon hingewiesen hatte. Plump, weil schon ein einziges Foto klar macht, wie hier eine Reichsbürger-Mücke (oben links) zum Nazi- Elefant gemacht wurde, aber äußerst wirkungsvoll, weil die Weltpresse den Elefant im Regierungsviertel, die friedlichen Massenproteste gegen die Notstands-Verordnungen, einfach ausblenden konnte. Oder – weil die Größe einfach un-übersehenbar war – sie in einen Sack mit der Nazi-Inszenierung stecken konnte, auf den sich dann wunderbar einprügeln lies. Auf dass die Frage, warum eigentlich Hundertausende auf die Straße gehen und ob oder in wie weit ihre Forderungen und Anliegen berechtigt sind, gar nicht gestellt werden mußte.

Fragen sind gefährlich, sie können den wahren Glauben unterminieren indem sie die teuflischen, tödlichen Gefahren verharmlosen vor denen allein die von der Kirche der Angst eingeführten Gebote und Rituale  schützen.  Sowie der Kampf gegen den gefährlichen Irrglauben, dass sich die Warnung vor einer apokalyptischen Großgefahr mittlerweile als Fehlalarm herausgestellt hat. Solche Fehlalarme kommen immer und überall vor und sind keine Schande, schon gar nicht für den, der darauf reagiert und entsprechende Maßnahmen zur Gefahrenabwehr trifft. So blieb den Regierungen nachdem die Weltgesundheitsorganisation WHO die Pandemie ausgerufen und internationale Experten exponentielles Wachstum und Millionen Tote vorhergesagt hatten, auch gar nichts anderes übrig als von diesem “worst case” auszugehen und ensprechende Notstands-Maßnahmen ergreifen. Selbst wenn es sich dabei um die einschneidendsten Grundrechtseinschränkungen seit Bestehen der Bundesrepublik handelt, waren die Lockdown/Maskenpflicht/Quarantäne-Verordnungen im Frühjahr nachvollziehbar: exponentielle Ausbreitung und Überlastung der Gesundheitssysteme drohten. Da die Alters,- und Pflegeheime auf das neuartige Grippevirus “Sars Cov-2” nicht rechzeitig reagieren konnten, weil Masken und Desinfektionsmittel Mangelware waren, stammen die allermeisten “Corona-Toten” aus solchen Einrichtungen und Altersgruppen. Seit Mai aber ist der Spuk vorbei, die Sterblichkeit liegt trotz Covid niedriger als in den Vorjahren ohne Covid und von den 34.000 Intesivbetten in Deutschland sind aktuell ganze 124 von Covid-Patienten belegt. In den meisten europäischen Ländern sieht es ähnlich aus: Tote sind aus den Corona-Statistiken nahezu verschwunden, und das trotz  “steigender Neuinfektionen”.

Da könnte man glatt auf den Gedanken kommen, dass die  Gefahr durch diese “Infektionen” eher gering ist und die Frage stellen, ob Notstandsverordnungen und Rechtseinschränkungen noch angemessen sind. Aber schon solche Fragen sind unter den von flächendeckenden Panik-Orchestern missionierten “Zeugen Coronas” reine Blasphemie, die neue Normalität duldet keinerlei Abweichungen und würde im Sportpalast noch gepredigt, käme auf  “Wollt ihr den totalen Infektionsschutz?” ein vieltausendfaches “Ja”. Solidarität und Einigkeit im  “Krieg gegen das Virus” sind ein Muß, wer da ausschert macht sich der Wehrkraftzersetzung schuldig und setzt Menschenleben aufs Spiel. Zwar hat die Großdemonstration am 1. August nicht zu einer Überfüllung der Krankenhäuser oder gar der Friedhöfe gesorgt und auch die vom 29. August wird das nicht tun, der Berliner Senat freilich entblödet sich nicht, für künftige Demos gegen den Maskenball  Maskenpflicht anzuordnen.

Und doch scheint ein Ende des Zirkus in Sicht: am 3. September meldet das Robert-Koch-Institut erstmals einen Rückgang der Todesfälle: zwei Corona-Opfer sind offenbar wieder auferstanden. Mit schlechten Witzen über einen Angriff der Covid-Zombies läßt sich die  von der Bundesregierung im März ausgerufene “epidemische Lage von nationaler Tragweite”  aber offenbar genauso wenig beenden, wie mit der Tatsache, dass die Zahl der “Corona-Toten” seit dem Höhepunkt im März um 97% zurückgegangen ist, ihr Anteil an sämtlichen Sterbefällen liegt derzeit unter 1%. Dieser drastische  Einbruch hielt die amtlichen Corona-Wahrsager des RKI freilich nicht davon ab, seit März “die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland weiterhin als hoch, für Risikogruppen als sehr hoch”  einzuschätzen. Weil aber kaum noch jemand schwer an Covid erkrankt oder gar stirbt, argumentiert man dort jetzt mit “steigenden Fallzahlen” –  mit irgendeiner drohenden Gefahr müssen die “Zeugen Coronas” ja bei der Stange gehalten werden.

Aber auch diese Säule der Pandemie beginnt zu bröckeln, denn nach 6 Monaten hat jetzt auch die New York Times gemerkt, was  Corona-Kritiker wie Wolfgang Wodarg  schon immer sagten: dass PCR-Tests weder eine Infektion noch eine Krankheit messen, sondern nur die Anwesenheit eines DNA-Schippsels, der von Drosten et.al. dem Sars-Cov2-Virus und Covid 19 zugeordnet wird. Schon der  mit dem Nobelpreis geehrte Entdecker der “Polimerasen Kettenreaktion”, Karry Mullis, hatte immer betont, dass sein PCR-Verfahren ein Laborwerkzeug zur Gen-Analyse ist und kein Diagnosetool für Krankheiten. Ein positiver Test sagt also definitiv NICHTS darüber aus, ob sich das Virus im Körper eingenistet hat und ob seine Menge ausreicht, auch andere anzustecken. Die “Fälle” oder “Neu-Infektionen”, mit deren Zahl die Öffentlichkeit täglich erschreckt wird, sind also gar keine, weil dieser Test gar nicht messen kann, ob jemand infiziert oder infektiös ist. Doch allein auf dieser fragwürdigen Grundlage basieren sämtliche Notstands-Verordnungen und Quarantäne-Vorschriften.

“Was aber, wenn am Ende die “Covidioten” recht haben ?” fragte letzte Woche die “Neue Zürcher Zeitung” und mahnte den Wiederaufbau der “kollabierten Kommunikation über das Virus” an. Wie schon  gesagt ist es keine Schande, auf einen Fehlalarm zu reagieren und Maßnahmen zur Gefahrenabwehr zu treffen, skandalös aber ist, diesen Katastrophenschutz fortzusetzen, wenn gar keine Katastrophe mehr vorhanden sind. Die Regierungen aber scheinen gemerkt zu haben, dass es sich in einer Kirche der Angst wunderbar regieren läßt und erhalten dank der “neuen Normalität” Zustimmungsraten, von denen sie sonst nicht einmal zu träumen wagten. Wann gab es das  schon, dass 80% der Bevölkerung einschneidende Regierungsmaßnahmen prima finden und 20%  von  ihnen sich in Sachen Corona-Hygiene sogar noch schärfere Maßnahmen wünschen? Neu an der “neuen Normalität” ist zudem, dass diese 80% Zustimmung offenbar nicht ausreichen, die Hygiene des  “pathologisierten Totalitarismus” (CJ Hopkins) verlangt 100 Prozent. Deshalb muss die Minderheit der Skeptiker, Zweifler und Kritiker noch kleiner gemacht werden als sie ist und – wenn das bei einer Massendemonstration nicht wirklich geht  – mittels Reichtagssturm-Inszenierung diskreditiert werden.

So wird das nichts mit einer Entstörung der Kommunikation, die das Geschrei von “Merkel-Diktatur!” ebenso unterläßt wie das von “Corona-Leugner!” und den Konflikt nicht mehr auf solche unsinnigen Extrempositionen reduziert. Denn dazwischen gibt es eine Menge dringenden Klärungsbedarf – allen voran die Anpassung der Maßnahmen an die tatsächliche Gefahrenlage und die Abkehr von multimedialer Panikmache mit willkürlichem Zahlenkonfetti. Und eine  solche Klärung muss bald kommen, denn das dicke Ende der Pandemie steht ja noch an. Nicht in Form einer “zweiten Welle”, sondern in Form einer echt pandemischen Wirtschaftskrise. Noch werden die Schulden und die Folgen von Lockdows und Quarantäne übertüncht und die Finanzmärkte von den Gelddruckmaschinen der Zentralbanken  künstlich beatmet, doch in der Realwirtschaft ist der Crash  schon angekommen. Und verglichen mit dieser Krise war Corona nur ein eher harmloses Vorspiel, fast so wie eine ganz normale Grippe…

Auch als Podcast auf KenFM

Reichtagssturm abgewehrt – Demokratie gerettet!

Wie schafft man es, einen friedlichen Massenprotest gegen die Coronamaßnahmen  so zu kontaminieren, dass die Medien nicht über eine Demonstration von Hundertausenden, sondern von einem “Sturm” auf den Reichstag berichten ? Ganz einfach: man genehmigt einem Verein von Reichsbürgern eine Bühne direkt am Reichstagsgebäude (Anmelder: Ex-NPDler Rüdiger Hoffmann) und platziere am Westeingang trotz polizeilichem Großaufgebot überall in der Umgebung ganze drei Polizisten. Dann läßt man eine durchgeknallte  Q-Anon-Tussi (laut Tagesspiegel eine Heilpraktikerin aus der Eifel)  ins Mikrofon kreischen, dass Donald Trump die Freiheit ausgerufen hat, dass die Polizisten ihre Waffen abgelegt haben und man jetzt die Treppen des Reichstags besetzen soll – und schon hat man die Bilder, die die Berichterstattung dominieren: ein Mob von ein paar Dutzend mit Schwarz-Weiss-Roten Fahnen, die “den Reichstag stürmen”.

Dass die große Demonstration und Veranstaltung von “Querdenken 711” an der Siegessäule mit diesem Event einer rechtsextremen Splittergruppe absolut nichts zu tun hatte, ist dann nicht mehr der Erwähnung wert. Denn schon im Vorfeld war die Demonstration ja als Veranstaltung von Reichsbürgern und Aluhut-Irren diffamiert worden und jetzt lieferte man eben die passenden Bilder dazu – und die SPD-Vorsitzende macht aus ein paar Dutzend Zehntausende, die den “Umsturz” vorbereiten:

Auch Parlaments-Oldie Schäuble rollt ans Mikro und sieht “unsere Demokratie” in Gefahr und wenn man die Kommentare von taz bis FAZ liest, dann waren ein Häufchen Reichsbürger und Fernsehkoch Atilla schon drauf und dran wie einst Adolf die Macht im Staat zu übernehmen – was nur dank des beherzten Einsatzes der Polizei, die für “unsere Demokratie den Kopf hingehalten hat” (Esken) gerade noch verhindert wurde.

Abgesehen von der heldenhaften Verteidigung des Parlaments durch drei Musketiere agierte die Polizei aber keineswegs so, wie es bei einer vom höchsten Gericht genehmigten und absolut friedlichen Demonstration geboten wäre. Sie behinderte den Aufzug  quer durch die Innenstadt und löste ihn dann auf, weil die Teilnehmer sich nicht an die Auflagen gehalten haben sollen. Doch ist das wirklich so? In einer Spezialausgabe von des 3. Jahrtausends werden die Geschehnisse ausgewertet – gemeinsam  den beiden Organisatoren, Nils Wehner und Nadine Müller.

The War On Journalism

Journalists are under attack globally for doing their jobs. Julian Assange is facing a 175 year sentence for publishing if extradited to the United States. The Trump administration has gone from denigrating journalists as ‘enemies of the people’ to now criminalising common practices in journalism that have long served the public interest. WikiLeaks founder and editor Julian Assange’s extradition is being sought by the Trump administration for publishing US government documents which exposed war crimes and human rights abuses. He is being held in maximum security HMP Belmarsh in London and faces a 175 years sentence if extradited.
There is a war on journalism – Julian Assange is at the centre of that war. If this precedent is set then what happens to Assange can happen to any journalist.
Join director Ken Loach and film-maker Suzie Gilbert for a discussion with Juan Passarelli about his new documentary – The War on Journalism: The Case of Julian Assange

Dass mir der Geisel ja nicht auf Noske macht!

Wie wir in der 3 JT-Sendung gestern schon erwartet  haben, ist das vom Berliner Innensenator Andreas Geisel verhängte Verbot der Demonstration gegen die Corona-Politik nicht gerichtsfest und wurde denn auch heute vom Verwaltungsgericht Berlin kassiert. Auch die Berufung vor dem Oberverwaltungsgericht wird daran nichts ändern, die Demo kann also legal stattfinden und die Veranstalter können sich beim rot-rot-grünen Berliner Senat für die kostenlose Werbemaßnahme bedanken. Dass die Proteste von dort und aus der links-grünen Ecke – wie schon bei der Demo am 1. August – als Aktion von Rechtsextremen, Reichsbürgern und Aluhut-Irren diffamiert werden, wird dem Zulauf bei der Demo wohl auch nicht schaden. Für Kabarettisten ist es jedenfalls schwer, den Aufruf des Vorstands der Partei der Linken gegen die Demo zu toppen:

“Am 29. August 2020 wollen noch mehr Anhängerinnen und Anhänger von Verschwörungserzählungen, Rassistinnen und Rassisten, Islamfeindinnen und Islamfeinde, Antisemitinnen und Antisemiten, Holocaustleugnerinnen und Holocaustleugner sowie extreme Rechte von AfD, NPD bis hin zu Reichsbürgerinnen und Reichsbürgern, III. Weg und Nazihools nach Berlin kommen und die Gelegenheit eines ungeahnt großen Publikums nutzen. Das nicht genug, handeln sie ohne Rücksicht auf Gefährdete – die Vergangenheit zeigt häufig große Menschenansammlungen ohne Abstand und Masken. Auch wenn nicht alle Demonstrantinnen und Demonstranten Nazis sind: Hier erscheint das Potential einer neuen Pegida-ähnlichen Straßenbewegung. Dem ist entschieden entgegenzutreten.”

Nun hatte schon der Verfassungsschutz höchstselbst nach der Großdemo am 1. August festgestellt, dass Nazis dort keinerlei Rolle gespielt haben – und der kennt sich im rechten Sumpf bekanntlich allerbestens aus. Dass dieses Mal ein paar mehr braune Glatzen hingeschickt werden und für die Kameras Fahnen schwenken und Parolen brüllen ist vorstellbar – ebenso wie inszenierte Antifa-Randale, um die “Gewalttätigkeit” der Protestbewegung zu illustrieren. Vorsicht vor agents provocatuers ist deshalb erste Bürgerpflicht bei dieser Demonstration, die möglicherweise ein chaotischer Massenspaziergang wird, weil viele Straßen gesperrt sind und massenhaft Polizei den “Infektionsschutz” sicherstellen soll. Im Idealfall kämen ja zu diesen Protesten gegen den Corona-Maskenball alle Demonstrierenden mit einer Gesichtswindel und hielten einen derartigen Abstand, dass sich der Zug bis nach Potsdam zieht.

Unterdessen hat “Querdenken 711” gerade einen prominenten Redner angekündigt: Robert F. Kennedy jr. wird auf der Bühne sprechen. Der Neffe von JFK – als Vorsitzender  der “Childrens Health Defense” ein führender “Big Pharma”-Kritiker – hat diese Woche auf seinem Instagram-Account gerade einen Artikel der “Columbia Journalism Review” gepostet, der die 250 Millionen Dollar Spenden der “Bill &Melinda Gates Stiftung” an Medien untersucht (“Journalism’s Gates Keepers”). Solche Faktenchecks finden die von Corona-Bill gesponsorten “Faktenchecker” natürlich nicht hilfreich, weshalb Kennedy  wohl nicht mit “guter Presse” rechnen kann  – ganz gleich was er sagt. Und war nicht schon sein Großvater lange Nazi-Sympatisant ? – Na also!  Und sollte Reichsbürger RFK jr. den Massen dann in Memoriam noch ein solidarisches  “Ich bin ein Berliner” zurufen – hui, da wär was los bei den Torwächtern der Leitmedien.

Wäre “Sars-Cov2” so gefährlich, wie immer noch allseits behauptet wird, müssten sich nach der Großdemo vom 1. August in Berlin ja die Leichensäcke stapeln – de facto waren in ganz Deutschland von 30.000 Intensivbetten gestern 231 (zweihunderteinunddreißig) mit Covid-Patienten belegt. Von Pandemie keine Spur mehr. Aber die Zahl der Infizierten steigt doch wieder. Ja, weil immer mehr getestet wird (letzte Woche fast 1 Million) – und nein, weil die PCR-Tests gar keine Infektion messen. Sie können nur die Anwesenheit eines DNA-Partikels des Virus feststellen, aber nicht, ob die Zellen wirklich infiziert sind und die Virenmenge ausreicht, andere anzustecken. Positiv getestete “Infizierte” sind also weder “krank” noch “infektiös”, weshalb über 85% gar keine Symptome haben. Durch immer mehr Tests können die “Infizierten” freilich ad infinitum hochgehalten werden, wie eine Börsenblase durch ständigen Cashflow. Es wird höchste Zeit, die Corona-Blase auf den Boden der Tatsachen zurück zu führen, was nicht heißt, die Gefahren der Erkrankung zu leugnen, sondern die Zahlen in Relation zu setzen und die Schutzmaßnahmen der Realität anzupassen. Den Zirkus fortzusetzen bis Onkel Bill mit einem fragwürdigen Impfstoff um die Ecke kommt – die Russen haben zwar schon einen, aber der ist genauso Pfui wie Nordstream ! – mag den Regierenden gefallen, dass weiten Teilen ihrer Wählerinnen und Wählern das nicht gefällt, müssen sie sich aber auch gefallen lassen. Bleibt zu hoffen, dass Spezialdemokrat Geisel nicht auf Noske macht, sondern statt die Demonstration nieder zu knüppeln auf infektionsicherer Abstandswahrung der Einsatzkräfte besteht…

(Abbildung: Camp von Querdenken 711 in Berlin, Foto: Deutsche Welle)

No Demo-Kratur

Die geplante Corona-Demo in Berlin soll verboten werden. Gilt das Grundgesetz jetzt nur noch bei schönem Wetter? Hunderte Schüler und Lehrer wurden seit Schulanfang positiv getestet – aber Tausende sitzen in Quarantäne. Wie soll das weitergehen?

Außerdem: Endlich gibt es einen Impfstoff gegen Covid-19, aber alle Welt schimpft darüber, weil er aus Russland kommt. Und wer steckt eigentlich hinter der mysteriösen Explosion in Beirut? Über all das und mehr berichten die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #50 des 3. Jahrtausends!

Es war ganz schrecklich

Für “Gutenbergs Welt” (WDR 3) habe ich Garett M.Graffs „Und auf einmal diese Stille – Oral History des 11. September“ (Suhrkamp Verlag) besprochen. Ich war gespannt auf das Buch, weil ich den Großmeister der us-amerikanischen “oral history“ , Studs Terkel, sehr schätzte. Er ließ einst den „einfachen Amerikaner“ im Radio und in Büchern zu Wort kommen und Unerhörtes sagen – Garret M. Graff hingegen illustriert mit seinem komponierten Stimmengewirr nur das, was als offizielle Geschichte ohnehin in jedem Lexikon steht. Deshalb erfahren wir in dieser oralen Echokammer in jedem Kapitel immer nur dasselbe: Es war ganz schrecklich.

Unten der Podcast der Sendung, die Rezension beginnt  bei Minute 15:00. Zuvor spricht Walter van Rossum mit Klaus Theweleit über dessen neues Buch “Warum Cortez wirklich siegte” (Matthes & Seitz), das ich gerade gelesen habe und – wie fast alles von Theweleit – nur empfehlen kann. Deshalb hört die Sendung von Anfang an.

Das 3. Jahrtausend #49: DDR 2.0

Die Corona-Demo am 1. August in Berlin – nicht nur die Berichterstattung der Massenmedien erinnert an die Zustände in der untergehenden DDR, sondern auch die Reaktionen aus der Politik. Wer es wagt, den offiziellen Regierungskurs in Sachen Corona zu kritisieren, wird als “Covidiot”, “Rechtsextremer” oder “Verschwörungsideologe” beschimpft, Proteste werden kleingeredet. Doch sollte sich herausstellen, dass am 1. August deutlich mehr als 20.000 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert haben – und dafür spricht einiges! – muss die Bundesregierung die Kritik ernst zu nehmen und darauf reagieren. Wir liefern brisante Details – und da aus den Massenmedien fast nichts über die berechtigten Kritikpunkte der Demonstranten zu erfahren ist, holen wir das nach. Außerdem: Die Anzeichen verdichten sich, dass die “Corona-Pandemie” das Vorzeichen einer viel größeren Katastrophe ist – der endgültigen Errichtung des Überwachungskapitalismus. Über all das und mehr berichten die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #49 des 3. Jahrtausends!

Covid 9/11

“Das Klima der Angst und Einschüchterung, die autoritäre Radikalisierung der Politik – das alles gab es schon einmal: in den Monaten nach dem 11. September 2001. Was damals terroristische „Schläfer“ waren, sind heute die Viren – unberechenbare Feinde, vor denen die Regierung Schutz verspricht. Dieses Narrativ lädt zu Manipulationen ein.”

So der Kollege Paul Schreyer, der auf Multipolar eine “Warnung” veröffentlicht hat:

“Es mag seltsam anmuten, eine Verbindung zwischen dem Terroranschlag und der Pandemie zu ziehen, doch ein Vergleich mit den Ereignissen vor gut 20 Jahren ist erhellend. Sowohl 9/11 wie auch Covid-19 sind Auslöser für eine große gesellschaftliche Umgestaltung gewesen, welche in beiden Fällen auf Angst basiert, einer Kriegslogik folgt und die Aufmerksamkeit der Masse dauerhaft in eine Richtung lenkt. Die Gemeinsamkeiten sind zahlreich:

  • Sicherheit wird zum Leitgedanken, der alles andere verdrängt
  • das Gefühl der Bedrohung wird durch ständige Wiederholung in den Medien wach gehalten
  • die Exekutive kann ihre Befugnisse ohne größeren Widerstand ausweiten
  • eine internationale, dezentrale „Wahrheitsbewegung“ entsteht, deren Äußerungen pauschal zu „Verschwörungstheorien“ erklärt werden

Diese Gemeinsamkeiten sind objektiv feststellbar, unabhängig davon, welche Hintergründe man bei 9/11 oder der Corona-Krise vermutet und ob man der Regierung vertraut oder nicht. Wie auch immer man dazu steht, Fakt bleibt: Angst macht Menschen lenkbar und ist damit stets auch ein politisch nutzbares Werkzeug.”

Als Machttechnik ist die Erzeugung von Angst sehr viel wirksamer als eine Manipulation von Meinungen. Meinungen sind zumeist flüchtig und haben in unserem psychischen Apparat (…) eine geringere Bedeutung. Angst ist eines der stärksten Gefühle. (…) Zu den Psychotechniken der Angsterzeugung gehört vor allem die propagandistische Erzeugung einer massiven vorgeblichen Bedrohung, die entschlossen zu bekämpfen vordringliche Aufgabe der Bevölkerung sei.“ (1)

So schreibt es der Psychologieprofessor und Kognitionswissenschaftler Rainer Mausfeld in seinem 2019, wenige Monate vor der aktuellen Krise, veröffentlichten Buch „Angst und Macht“. Mausfeld weiter:

„Dem Zweck einer Verdeckung eigener Ziele und Absichten dient eine Angsterzeugung durch propagandistische Deklaration einer großen Gefahr X, der die Bevölkerung durch einen ‘Kampf gegen X’ entschlossen entgegentreten müsse. (…) X kann dabei so ziemlich alles sein, was sich irgendwie wirksam zur Angsterzeugung nutzen lässt. (…) Bei einem von oben verordneten ‘Kampf gegen X’ geht es nie um das, was als zu bekämpfen deklariert wird. (…) In einem Kampf gegen X geht es gar nicht um X; vielmehr wird die Verwerflichkeit und Destruktivität eigenen politischen Handelns auf den vermeintlichen oder tatsächlichen Feind projiziert, um politisch nutzbare Angst in der Bevölkerung zu erzeugen. All das, was hier als Kampf gegen eine Bedrohung verkauft wird, darf gar nicht erfolgreich sein, weil sein Erfolg für die ökonomischen und politischen Zentren der Macht gerade darin liegt, nicht erfolgreich zu sein und als Mittel der Angsterzeugung und Herrschaftssicherung erhalten zu bleiben.“ (2)

Diese Analyse, die man auf 9/11 und den „Krieg gegen den Terror“ ebenso anwenden könnte wie auf die Corona-Krise, unterstellt eine manipulative Regierung oder Machtelite, die die Angst vor einer Gefahr zur Ausweitung der eigenen Macht ausnutzt. Folgt man dem Gedankengang, dann ist es aus Sicht einer solchen Machtelite angeraten, die Angst vor der Gefahr stetig anzuheizen, um das neu etablierte politische Werkzeug nicht wieder zu verlieren.”

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Bimbophil und Spaß dabei

“Du Neger ?” fragt Otto einen schwarzen Soldaten, der nicht versteht. “Schwarzer Kopf, schwarzer Bauch, schwarze Füß”, erklärt Otto, zieht die Strümpfe aus und zeigt seine dreckigen Füße. Da fällt seinem Gegenüber der Groschen: “Ah, du Neger!”. In der Folge gelingt es Otto,  seinen neuen schwarzen Freund als Sklaven an eine ältere Dame zu verkaufen (“Wenn Sie denn näher treten wollen, Herr Bimbo”) und von ihr 100 Mark zu erschwindeln. So weit, so flach eine Szene aus “Otto – Der Film” aus dem Jahr 1985. Der Sketch stammt ursprünglich aus einem Bilderwitz von Robert Gernhardt , der mit seinen “Titanic”-Kollegen Bernd Eilert und Pit Knorr das Buch zum Film geschrieben hatte. Weil der  mit 15 Millionen Zuschauern  meist gesehene deutsche Film aller Zeiten zum 35-jährigen Jubiläum wieder in einigen Kinos laufen sollte, ist er wegen Verwendung des N-Worts jetzt unter Rassismusverdacht geraten. Und mir fiel ein, dass ich den Film damals gesehen und darüber geschrieben hatte – schwer enttäuscht, weil ich den Humor von Gernhardt und der Neue Frankfurter Schule eigentlich hochgradig schätzte:

Waalkes, Waalkes noch ein Weilchen…

Es musste ja so kommen: Nach der Platte, der Show, dem Buch, dem T-Shirt jetzt „Otto — der Film“. Keine Frage, daß er einschlagen wird, wie alle Produkte des Otto-Versands — es geht nicht mehr um Witz, Komik, Satire und “Anartistik”, es geht um „Otto“. D.h. umso etwas ähnliches wie „adidas“, was ja mit Sport auch nichts zu tun hat. Oder nur insofern, als sich die Fans jedes Jahr das neuste Modell reinziehen. So wie jetzt also „Otto — der Film“, bei dem, wie sollt’s anders sein, gelacht werden darf. Nicht über die dürftig-dämliche Story, nicht über die Figuren (außer Otto darf niemand witzig sein, alles reine Retorte), nicht über Situationen, Überraschungen — die Spannung geht chronisch gegen Null — sondern über den, der ihr völliges Absinken verhindert und immer wieder diese Lachsalven auslöst: Otto, der Mann mit den drei Problemen, der Otto wie wir ihn kennen und lieben, der mit den drei Grimassen, den drei Kalauern und den drei Gitarrenriffs, immer frech, immer frisch, immer fröhlich, mit Breitband-Gags für Sechs bis Sechzigjährige, vom hochsubtilen Nonsens bis zur dumpf-regressiven Zote, von wahnwitziger Komik zum flachsinnigen Grimassieren, der einzige Volks-Otto mit den drei Prädikaten: allen wohl, keinem weh und trotzdem einen la-Witz auf der Pfanne, hervorragend unter den Didis und Supernasen des komischen Gewerbes. Noch hervorragend, denn mit seinem Film ist Otto auf dem besten Weg, ein ebenso widerlicher Peinsack zu werden.

„Otto — der Film“ ist eine Nummern Revue, die durch ein Drehbuch unter aller Humor-Kritik (Ostfriesenjüngling in den Mühlen der Großstadt) zum Film gestreckt wird, statt sie, wie bisher im TV und bei Ottos Live-Auftritten, zur raffinierten Show zu verdichten. Hätten sich Otto und seine drei Pointenschmiede von der „Titanic“ (Eilert, Gernhardt, Knorr) statt auf die Konstruktion einer Handlung auf das besonnen, was sie können (kleine, feine, gemeine Witze zu machen) — es hätte eine fetzige, neo-banale Kino-Show werden können. So aber ist ein plattes, belangloses Komödchen herausgekommen, die ehemalige Perle Otto wirft sich vor die Säue der überparteilich unerheblichen Zwerchfellanimation. Die PR-Lawine mit Jubel von ‘Bild* bis ‘Spiegel* läßt darauf schließen, daß Otto der Durchbruch zum „Lachmann der Nation“ endlich geglückt ist.

Bleibt zu hoffen, daß er nicht, wie der Film es bereits andeutet, zum Flachmann wird. Der Bedarf an kotzblöden Kichererbsen ist überreichlich gedeckt, was wir brauchen, ist ein ostfriesischer Woody Allen, ein Nationalphilosoph, über den man lachen kann…

Soweit mein Artikel aus der taz vom 23. Juli 1985, der ja nicht mit Kritik spart, die  “Neger”-Szene aber gar nicht erwähnt – was natürlich auf einen Autor mit mangelnder Sensibilität für “strukturellen Rassismus” zurückgeführt werden könnte. Wenn die Debatte darauf kommt, antworte ich immer noch gern mit dem Bekenntnis: “Ich bin  bimbophil!” – was politisch korrekte Anti-Rassisten damals wie heute als Affront empfinden, aber der Wahrheit entspricht. Denn ich habe nichts gegen “Bimbos” und ich liebe “Negerküsse”. Was ich aber gar nicht mag sind fundamentalistische Mimosen, die sich als Diskurswachtmeister, Wortwarte und Humorpolizei aufspielen und für die jeder Spaß aufhört, wenn es um ihren Mohamed, ihr Judentum, ihren Jesus, ihre “Identität” oder andere Vorlieben geht. 

Wäre Robert Gernhardt noch am Leben, würde sein lakonisch-minimalistischer Cartoon heute mit der Frage “Du People of Colour?” anfangen und es würde defintiv komisch. So wie es ja auch die Zeitanalysen im Trio mit F.W.Bernstein und F.K.Waechter waren, die zum Beispiel die Beziehungsprobleme der “freien Liebe” in den 70ern so wohlklingend in den Zweizeiler brachten: “Am Abend hilft die Jägerin / dem Jäger auf die Negerin”. Was man natürlich als zutiefst rassistisch,  sexistisch, jägerinnenfeindlich, heterodogmatisch, menschenverachtend usw. empfinden kann –  aber nicht muss. So wie die “Neger”-Szene in diesem Otto-Film, die Rassismus und Sklavenhandel thematisiert,  auf nicht besonders tiefsinnige, kritische Art, aber auch keinesfalls affirmativ.

Soll der Film  nun wegen Gebrauch des N-Worts als “nicht jugendfrei” in den Giftschrank ? Darf man man über Otto noch lachen, wo ihm doch jetzt irgendwie “struktureller” Rassismus vorgeworfen wird ? Steckt der  – subtil – auch noch in seinen anderen Witzen, auch wenn das N-Wort dort nicht vorkommt ? Werden unsere Kleinen durch die lustigen  “Ottifanten” unterschwellig zu rassistischem Reichsbürgertum verführt ?  So rhetorisch, wie diese Fragen klingen, sind sie leider nicht. Nachdem unlängst schon das N-Wort in Astrid Lindgrens Klassiker “Pippi Langstrumpf” korrigiert wurde, klagte eine tierschützende Veganerin in meiner alten Heimatstadt Limburg gegen das Lied “Fuchs du hast die Gans gestohlen”, welches vom Glockenspiel des Rathauses erklang: die Zeile “Sonst kommt dich der Jäger holen mit dem Schießgewehr” war zu heftig für die Betroffene, auch wenn es nur als Instrumental durch die Stadt schallte. Was zeigt: Betroffenheit kennt keine Grenzen, ein Angriff muss weder sichtbar noch hörbar sein, es reicht, wenn er mit gedacht, gefühlt, empfunden werden kann. Wie bei der  Berliner “Mohrenstr.”, die jetzt umgetauft werden soll – wobei der Vorschlag es mit zwei Pünktchen über dem “o” effektiv und politisch korrekt zu erledigen keine Mehrheit fand –  von der “Mohrenstrasse”  fühlte sich fast 300 Jahre lang niemand betroffen fühlte, weil das Wort “Mohr” in der deutschen Sprache gar nicht negativ besetzt war. Heute ist es überhaupt nicht mehr in Gebrauch – außer bei den Restbeständen  von “Mohrenköpfen”, die jetzt “Schaumküsse” oder in der Schweiz “Choco-Köpfli” heißen,  –  um also von “Mohren” noch betroffen zu sein, muss man sich die Reihe “gleich Neger gleich Kolonialverbrechen gleich Rassismus”  dazu denken. Wer sich dann aber ethymologisch verirrt, und wort-historisch bei den “Mauren” oder dem Ägypter St.Mauritius und in St.Moritz landet,  begeht ein Gedankenverbrechen, ist also quasi Rassist, hat es nur noch nicht gemerkt… So wie ich vor 35 Jahren in diesem doofen Otto-Film, der dann auch noch den “Stadtneurotiker” Woody Allen lobte,  über den man wegen #metoo und Pädogerüchten mittlerweile auch nicht mehr lachen darf. Davon aber, ich schwöre, war 1985 wirklich nichts zu ahnen…..

Auch als Podcast auf KenFM