100 Jahre JFK(3): Alles nur russische Fake News!

In einem Artikel für das Magazin Daily Beast behauptet der CIA-Historiker Max Holland, dass Oliver Stone bei seinem Film “JFK” auf Desinformationen des KGB hereingefallen wäre, weil er den von Jim Garrisson angeklagten Geschäftsmann Clay Shaw, der Kontakt mit Lee Harvey Oswald hatte,  als CIA-Agenten darstellte. Garrison und Stone seien von einem Artikel in der linken italienischen Zeitung Paese Sera in die Irre geführt worden, der im März 1967 erschienen war und berichtete, dass Clay Shaw im Aufsichtsrat einer “pseudo-kommerziellen” Firma namens Centro Mondiale Commerciale tätig war, die von der CIA gegründet worden sei, um Gelder für Spionagetätigkeiten zu transferieren. Holland behauptet nun, dass Shaw niemals verdeckt für den Geheimdienst tätig gewesen sei, obwohl veröffentlichte Dokumente der CIA selbst anders sagen: dort wird Shaw 1956 als “hoch bezahlter Vertragsmitarbeiter” bezeichnet.  Und noch sehr viel Weiteres spricht dafür, dass Staatsanwalt Garrison 1966 und Oliver Stone mit seinem Film 1991 auf einer sehr richtigen Spur waren:

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Welches Europa ?

Gar nicht so einfach. Für oder gegen den Kontinent und seine Völkerscharen muss man nicht demonstrieren, daran könnten eh nur tektonische Verschiebungen oder Völkermorde etwas ändern und beides ist indiskutabel. Anders ist das bei der Frage, ob nicht eigentlich auch Russland zu Europa gehört und inwieweit der neue “Puls” begrenzt sein soll. Wenn man an Griechenland denkt und wie es von Bankstern und Schäuble niedergepresst wurde, reicht der Puls ja noch nicht einmal zur Belebung der Euro-Länder. Zu Hause googelte ich dann “Pulse of Europe” und fand, dass die Initiative von zwei Rechtsanwälten gegründet wurde, die für einen Ableger der internationalen Wirtschaftskanzlei Freshfields arbeiten. An den zehn allgemein gehaltenen Forderungen inklusive Reformen der EU (“verständlicher und bürgernäher”) war grundsätzlich nichts auszusetzen, insgesamt klang das Ganze aber doch sehr nach wohlmeinendem WischiWaschi für ein “Weiter so!”. Dafür wollte ich nicht demonstrieren.

Dass die EU nicht richtig läuft, liegt glaube ich nicht an Unverständlichkeit und Bürgerferne, sondern daran, dass eine Staatengemeinschaft letztlich nur föderativ, also mit einem Länderfinanzausgleich, funktionieren kann. So wurde einst das arme Agrarland Bayern vom Rest der Bundesrepublik in wenigen Jahrzehnten zu einem reichen Industriestandort gepeppelt, was einem isolierten Freistaat so nie gelungen wäre. Und auch den armen EU-Ländern in den nächsten Jahrzehnten nicht gelingen kann, weil Nationen wie Griechenland allenfalls die Zinsen, aber nie ihre Schulden werden bezahlen können. In Italien, wo die nächste Bankenkrise droht, in Spanien, Portugal und bei einigen anderen sieht es kaum besser aus. Auch dass wegen der Krise und nach dem Brexit jetzt in Brüssel propagierte “Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten” kann nur funktionieren, wenn die Länder durch Auf,- bzw. Abwertung eigener Währungen die Möglichkeit hätten, Differenzen auszugleichen und ihre nationalen Wirtschaften zu sanieren. Solange sie den Euro haben, geht das nicht und Schäuble kann, wenn er mit der Austeritäts-Knute anrollt, nur sagen: “Isch halt so.”Auch wenn eine solche Europäische Union für meinen Standort – Deutschland – weiterhin sehr vorteilhaft ist, möchte ich dafür auch nicht demonstrieren.Continue reading →

100 Jahre JFK (2): Die neue Inquisition

Als  2013 mein Buch über  John F. Kennedy erschienen war  und ein Freund mich fragte, warum ich denn soviel Zeit und Mühe auf einen “50 Jahre alten Hut” verwenden würde, hatte ich geantwortet: “Ich lasse mich einfach nicht gern verarschen.” Das war tatsächlich ein Grund, wie auch für meine Beschäftigung mit der Hanf-Prohibtion und  mit den Anschlägen von 9/11, aber außer persönlichem Unwohlsein über offensichtlichen und autoritativ verkündeten Bullshit kam im Falle JFK dazu, dass hier erstmals Zweifel an dem offiziellen Dogma als “Verschwörungstheorien”  und Kritiker als unseriöse, staatsfeindliche “Verschwörungstheoretiker” gebrandmarkt wurden.

Auch mir waren diese Kampfbegriffe oft um die Ohren geflogen, obwohl ich über Hanf wie auch über 9/11 gar keine Theorien oder Hypothesen aufgestellt, sondern nur Fakten dokumentiert hatte. Allerdings solche, die den offiziellen Versionen zuwider liefen und weil sie nicht ins Bild paßten ignoriert oder unterdrückt worden waren. Solche gab es auch nach den Schüssen auf Kennedy und nachdem die Warren-Kommission Oswald als Einzeltäter “ermittelt” hatte waren einige Berichte und Bücher darüber erschienen. In den Medien war davon als “Assassinationtheories” (Attentatstheorien) die Rede, bis Jim Garrison in New Orleans das erste Strafverfahren zum Präsidentenmord eröffnet und einige Kontaktleute Oswalds ins Visier genommen hatte, die mit der CIA in Verbindung standen. Da versandte die Abteilung PW/CS  (“Psychological Warfare/Clandestine Services”)  der CIA im April 1967 ihr Dokument 1035-960 an alle Stationen und empfahl zur Diskreditierung von Zweifelern den Begriff  “Verschwörungstheoretiker” zu verwenden.
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König Donald, die unsichtbaren Meister und der Kampf und den Thron

Wer König Donald ist erschließt sich auf den ersten Blick und dass die unsichtbaren Meister der Intelligence aus den Tiefen des Königreichs ihre Strippen ziehen ist ebenfalls keine Neuigkeit. Aber was seit der letzten Wahl in Washington auf der Weltbühne abläuft scheint dennoch für viele Beobachter verwirrend. Bis sie einen Schritt zurücktreten und erkennen: es ist der alte Kampf um die Macht, es sind die immer gleichen Muster von Intrige und Verrat, es ist ein Real Game of Thrones.

Deshalb handelt es sich bei dieser Chronik aktueller Ereignisse um eine Art Hybrid: sowohl um Fantasy mit Fußnoten und Märchen mit Quellenangaben als auch um einen Zeitkommentar im Mythenton und Journalismus als große Saga von Schurken und Helden. Im Zeitalter von „Fake News“ in jedem Fall eine angemessene Form der Berichterstattung liegt doch die Wahrheit stets im Auge des Betrachters.

Auf 208 Seiten, gebunden und im handlichen Pocket-Format, erscheint am 2.Juni 2017 die erweiterte Fassung der “Real Game of Thrones”-Serie als Buch: “König Donald, die unsichtbaren Meister und der Kampf in den Thron”.

“Gib deinem Nachbarn ein menschliches Gesicht!”

Walter Bröckers, 1932, Torwart der DJK Rheinland

Mein Vater, Jahrgang 1922, wurde mit 18 Jahren zur Marine eingezogen. Er war auf einem Minensuchboot im Schwarzen Meer stationiert, das 1944 von britischen Bombern getroffen wurde und nicht weit von der Küste entfernt sank. Sie hatten noch ein SOS abgegeben, doch die Deutschen  schickten keine Rettungsschiffe mehr hinaus weil die Alliierten die Lufthoheit erobert hatten und auf alles feuerten was sich auf dem Wasser bewegte. Mit zehn weiteren Kameraden hatte sich mein Vater auf schwimmende Reste des Schiffs gerettet, fast einen ganzen Tag harrten sie so aus, bis ihm und einem Freund dämmerte: “Die lassen uns hier absaufen” und sie den Versuch wagten, zur Küste zu schwimmen. Sie schafften es, doch dann weigerte sich die Kommandatur, ein Rettungsboot für ihre noch im Wasser treibenden Kameraden zu entsenden, die alle ums Leben kamen. Diese Erfahrung, das Trauma eines Überlebenden, hat meinen Vater endgültig zum Kriegsgegner gemacht und als ich mich mit 17 entschloss, den Kriegsdienst zu verweigern, unterstützte er mich – anders als viele andere Väter dieses “Stalingrad-Jahrgangs”, denen die Bundeswehr gerade recht erschien, um ihren langhaarigen, renitenten Söhnen “Zucht und Ordnung” beizubringen. Er hingegen hatte offensichtlich etwas gelernt aus diesem Krieg und gab diese Erfahrung an mich weiter.

Wegen dieser Geschichte will ich schon lange einmal auf die Krim reisen. Schließlich wäre ich gar nicht auf der Welt, wenn Walter Bröckers dort nicht um sein (und mein) Leben geschwommen wäre. Bisher habe ich diese Reise nicht unternommen – aber jetzt war Ken Jebsen einige Tage auf der Krim unterwegs und was er dort auf einem Soldatenfriedhof sagt, können ich (und mein 1993 verstorbener Vater) nur unterschreiben: “Gib deinem Nachbarn ein menschliches Gesicht!”

100 Jahre JFK (1): Recycling der “Castro war’s!”-Legende

Der 100. Geburtstag von John F. Kennedy am 29. Mai 2017 naht und man durfte  gespannt sein, welche Geschichte die “Leitmedien” über die ungeklärte Ermordung des 35. US-Präsidenten dieses Mal erzählen werden. Die Berichterstattung zum  50. Jahrestag der Schüsse von Dallas hatten  AP, die New York Times und Washington Post 2013 mit einem langen Feature  über die “Verschwörungstheorie-Industrie” eingeleitet. Und ganz im Sinne der CIA-Anweisung von 1967 schon in der Überschrift (»Five decades after JFK’s assassination, the lucrative conspiracy theory industry hums along«) den Kampfgebriff  »Verschwörungstheorie« mit dem niederem Motiv der Geldmacherei zusammengebracht – um dann mit ganzen zwei Beispielen für die angeblich brummende Industrie aufzuwarten: Mark Lanes Bestseller “Rush to Judgment” von 1965 und Oliver Stones Film “JFK” von 1992. Diese Jahrzehnte alten Werke sind zwar nach wie vor empfehlenswert, aber man tut ihnen zu viel Ehre an, wenn man den Unglauben der Bevölkerung auf sie zurückführt. Nur 25 % der Amerikaner halten Oswald für den Einzeltäter, obwohl dies seit fünf Jahrzehnten von allen Kanzeln und Kanälen als heilige Schrift und historische Wahrheit gepredigt wird – und trotz der vom Mainstream hochgejubelten und tatsächlich lukrativen Mega-Bestseller wie “Killing Kennedy”, das Buch des ultrarechten Moderators Bill O’Reilly, von dem in den ersten fünf Monaten des Jahres 2013 ein Million Exemplare verkauft worden sind.

An dieser Diskrepanz zwischen dem mit massenmedialer Autorität verbreiteten Dogma und einer nach wie vor  skeptischen Bevölkerung hätte echter Journalismus anzusetzen, doch hatten die Berichte zum 50. Jahrestag des Attentats da nichts zu bieten – außer die rational und skeptisch denkende Mehrheit der Bevölkerung zu Idioten zu erklären und den irrationalen Glauben an den verrückten Einzeltäter zur allein seligmachenden Wahrheit. Dazu wurde einmal mehr die Theorie der “magischen Kugel” recycelt, die JFKs Schädel durchdrungen und den vor ihm sitzenden Gouverneur fünf Wunden beigebracht haben soll.

Auch zum  100. Geburtstag scheint jetzt das Recycling einer alten  Legende anzustehen: der schon Stunden nach dem Anschlag verbreiteten (und von der CIA lancierten) Verschwörungstheorie, dass Fidel Castro hinter dem Anschlag steckt und Oswald ein von Kuba gesteuerter Kommunist sei. Mit Aussagen kubanischer Agenten hatte schon 2012 ein Ex-CIA-Mann ein Buch verfasst, das jedoch unmittelbar die Frage aufwarf, warum sich diese vermeintlichen Zeugen erst 50 Jahre später meldeten, was auch für die jetzt vom Time-Magazin und dem History Channel präsentierte Enthüllungsstory gelten muß, für die der Ex-CIA-Mann Robert Baer als “Experte” engagiert wurde. Seit George Clooney in dem Hollywood-Film “Syriana” eine ihm nachempfundene Rolle spielte, gilt Baer als “kritischer” und “cooler” Ex-CIAler, doch die Frage wird auch er in der 6-teiligen Serie des History Channel nicht beantworten, denn die “Castro war’s!” – Story macht nur dann Sinn, wenn man Oswalds Verbindungen zum FBI und zur CIA vollkommen ausblendet. Mehr dazu in einem Interview zur Neuauflage von “JFK-Staatsstreich in Amerika”.

Bis zum Geburtstag John F. Kennedys am 29. Mai werden hier in loser Folge weitere Beiträge über den Mord und seine Nicht-Aufklärung erscheinen.

There’s No Business Like Cannabusiness

Vorletzte Woche besuchte ich die Internationale Cannabis Business Conference , auf der Fachleute und Unternehmer die Zukunft des Multi-Milliarden-Dollar Marktes diskutierten, der mit der Legalisierung von Cannabis in den ersten US-Bundesstaaten und demnächst in ganz Kanada bereits Realität ist. In Holland hat das Parlament die seit Jahrzehnten hinter der Tür der legalen Coffeeshops beginnende illegale Zone geschlossen und wird Anbau und Produktion von Marihuana und Haschisch künftig erlauben und in der Schweiz gibt es Joints mittlerweile an vielen Kiosken zu kaufen – aus Hanfblüten, die einen geringen Anteil THC und viel CBD enthalten, ein nicht-psychoaktives Cannabinoid. Sie riechen und schmecken wie potentes Marihuana, machen nicht “high”, wirken beruhigend und krampflösend und sind deshalb wie auch einige weitere Cannabinoide seit einiger Zeit massiv im Fokus der Pharmaforschung.

Als wir vor über 20 Jahren für die erste Präsentation von Produkten der Universalpflanze Hanf auf  der “biofach”-Messe den Slogan “There’s No Business Like Cannabusiness” verwendeten, wurde das noch von vielen Post-Hippie-Phantasie belächelt. Konferenzen wie diese  jetzt – sie finden außer in Berlin auch noch in San Francisco, Oregon und Hawaii statt – zeigen, dass sie Realität geworden ist. Und dass die Gesetze, mit denen immer noch einen Krieg gegen diese Pflanze geführt wird, definitiv obsolet geworden sind.  Was aber nicht heißt, dass es keiner Regulierungen mehr bedürfe.

Das machte vor allem der Vortrag von Alan Dronkers deutlich, der mit seinem Vater, dem Hanf-Pionier Ben Dronkers die “Sensi Seed” Samenbank aufgebaut hat und auf die Versuche großer Konzerne wie Bayer/Monsanto verwies, durch genetische Marker und Lobbyismus exklusive Zulassungen für ihre Hanfsorten durchzusetzen: “Sie stehlen das genetische Erbe von 10.000 Jahren Hanfkultur, markieren es und sagen es gehört ihnen.” Neue Gesetze müssen deshalb sicherstellen, das die genetische Vielfalt des Hanfs geschützt wird. Dass man auch so als Züchter kommerziellen Erfolg haben kann, dafür ist die “Sensi Seed” Bank mit  ihren weltberühmten Sorten wie “Skunk”, “Northern Light” oder “Jack Herer” der beste Beweis. Um ihre Exklusivität ist es genauso bestellt wie bei einer weiteren weltberühmten Pflanze aus Holland: den Tulpen. Jeder Züchter arbeitet an Kreuzungen, die interessante Blüten und Farben hervorbringen, aber sein Monopol währt nur zwei oder drei Jahre. “Dann gehören sie allen”, so Alan Dronkers und so muss es auch bleiben: “Hanf ist Open Source”.

Hier ein kleines Video über die Konferenz, deren Keynote der republikanische US-Abgeordnete Dana Rohrabacher lieferte. Er hatte dazu den Slogan seines Präsidenten leicht abgewandelt.

Die Wikileaks-Anklage ist ein Angriff auf die Pressefreiheit

“Wenn die “vierte Gewalt” von Macht-und Wirtschaftsinteressen korrumpiert ist und ihrem demokratischen Wächteramt nicht mehr nachkommt ist eine fünfte Gewalt nötiger denn je: Wikileaks!”,  schrieb ich 2010 und fragte: ” Was machen eigentlich “New York Times”, “Guardian” und “Spiegel” ? Da wird ihr Informant Julian Assange wegen einer windigen Anzeige international zur Fahndung ausgeschrieben und in Haft  genommen, da werden seiner Plattform Wikileaks die Server abgeklemmt und die Bank-und Kreditkartenkonten gesperrt – da wird also ein ein Medium, ein Organ der Presse, massiv und ohne rechtliche Grundlage seiner finanziellen und publizistischen Mittel beraubt, und die Großmedien, die eben noch mit Wikileaks-Informationen Auflage und Kasse gemacht haben, sagen dazu: Nichts ! ?”

Die Fragen müssen heute wiederholt werden, nachdem die USA offenbar einen Haftbefehl und Anklage gegen den Wikileaks-Gründer erlassen wollen, der seit fünf Jahren in der Londoner Botschaft Ecuadors Asyl gefunden hat. Dass der weltweit wichtigste und erfolgreichste investigative Journalist sich nur durch die Flucht in diese Isolation vor Verfolgung und Repression schützen kann, sagt viel über den Zustand der sogenannten “freien Presse” in der sogenannten “freien Welt”; noch mehr über diesen desolaten Zustand sagt aber, dass die oben genannten Großmedien, die mit den Wikileaks-Enthüllungen Auflage machten, angesichts dieser Ankündigung des US-Justizminteriums nicht sofort und massiv auf die Barrikaden gehen.

Um den Vorwurf zu entkräften, das Vorgehen der Behörden verstosse gegen den Verfassungsgrundsatz der Pressefreiheit, behauptet CIA-Direktor Pompeo, Julian Assange sei kein Journalist und Wikileaks kein Medium, sondern ein “feindlicher Geheimdienst”.  Richtig daran ist, dass Assange kein Fake-Journalist ist, der wie die oben genannten Großmedien von der CIA fabrizierte Fake-News verbreitet und dass Wikileaks nicht unter der Kontrolle eines Medienkonzerns steht – und gerade deshalb heute das verkörpert, was eine freie Presse als vierte Gewalt im Staat zu leisten hat: die Kontrolle der Macht. Diese unabdingbare Funktion als demokratischer Wachhund ist der Grund, warum die Pressefreiheit essentielles Verfassungsgut aller Rechtsstaaten ist – nicht weil die Schoßhündchen, Arschkriecher,  PRe$$titutes und Hofschreiber ein besonders schützenswerte Art wären, sondern weil eine Demokratie ohne Wachhunde, Wadenbeißer und Whistleblower nicht funktionieren kann und diese deshalb unter besondern Schutz gestellt werden. Wenn unliebsame Journalisten einfach zu “feindlichen Geheimdiensten” umdefiniert werden können ist die Pressefreiheit definitiv tot.

Terror Trading – Von 9/11 zum BVB

Der Verdächtige des Anschlags auf den Bus von Borussia Dortmund, ein 28-jähriger Deutsch-Russe aus dem Schwarzwald, soll die Bomben aus Habgier gelegt haben, weil er vorher mit Put-Optionen auf einen Absturz der BVB-Aktien gewettet hatte. “Aktienmanipulationen mithilfe eines vielfachen Mordes – und das Ganze als Terrorakt darstellen”, so etwas Perfides hat es nach Ansicht des “Spiegel”-Chefreporters noch nie gegeben “in Deutschland”. Da hat er womöglich recht, mir aber fiel sofort 9/11 ein, wo genau dasselbe stattfand, nur einige Nummern größer und professioneller und mit weitaus tragischeren Folgen als einer traumatisierten Mannschaft, die dann aus dem Europapokal ausschied.

Anders als der jetzt offenbar gefasste Täter war der auffällige Handel mit Put-Optionen in den Tagen vor 9/11  –  das Handelsvolumen von United Airlines lag 285-fach, das von Marsh & McLennan (einer im WTC ansässigen Finanzfirma) 93-fach und das von American Airlines 60-fach über dem Durchschnitt – nie Gegenstand einer Fahndung oder Ermittlung und wurde von der 9/11-Untersuchungskommisison als “unauffällig” abgetan. Doch das war er keineswegs, wie Lars Schall erst unlängst in einer umfangreichen Recherche aufgezeigt hat: “9/11 Terror Trading: Beware of a Limited Hangout”  – und wie wir es in einem Kapitel von “11.9. – Einsturz eines Lügengebäudes”  2011 ausführlich beschrieben haben. Die menschenverachtende Perfidie, die wir in der Tat und den Motiven des BVB-Bombers erkennen, hat also durchaus ihre Vorbilder. Und das in einer Dimension, die so finster und mächtig ist, dass sie nicht wirklich aufgeklärt werden kann, denn das würde, mit Innenminister de Maiziere zu sprechen, die  “Bevölkerung verunsichern”.