Der Voll-Otto predigt wieder

Ich dachte ja, dass Otto Schily (81) eigentlich längst in der Opportunisten-Hölle braten, in der Wendehals-Gruft schmoren oder eine andere infernalische Strafe für seine erbärmliche Karriere abbüßen würde – aber nein, der einstige Abschiebe-Antroposoph, Überwachungs-Apologet und Träger des Big-Brother-Lifetime-Awards hat sich zur Ausspähaffäre zu Wort gemeldet, mit dem Hinweis, die Kritik an der Massenüberwachung trage “wahnhafte Züge”.  Also ganz der alte Voll-Otto, immer ein bißchen schnöselhaft und von oben herab, und ganz tief im Auspuff des militärisch-industriellen Komplexes, dem er als Minister zuerst den Biometrie-Ausweis bescherte,  um sich dies dann als Ex-Minister und Berater von Biometrie-Unternehmen entsprechend versüssen zu lassen. Da paßt es ganz vorzüglich, die Kritiker der Massenauspähung als wahnhafte Paranoiker zu pathologisieren  und die patholgische Kontroll,-und Überwachungsmanie der Geheimdienste als  normal hinzustellen. Mit dem großen Lauschangriff und dem “Otto-Katalog” hatte Schily in seiner Amtszeit als Innenminister das Fundament für die Unterminierung des Grundgesetzes gelegt und damit die Bürgerechte auf Privatheit und Datenschutz zur Makulatur erklärt. Und wenn jemand “wahnhafte Züge” an den Tag gelegt hat, dann nicht die Kritiker dieser autoritären Stasi-Politik, sondern dieser Chefprediger der Kirche der Angst. Nicht die Geheimdienste und Sicherheitsbehörden seien gefährlich, sagt er heute, sondern: “Die größte Gefahr geht vom Terrorismus und von der Organisierten Kriminalität aus.” Dass  in Sachen Terror , wie etwa bei den sauerländischen Wasserstoffbombern oder beim NSU, die Dienste in der Regel bis zur Halskrause mit drin stecken – und NATO und Bundeswehr den größten Umsatzbringer der organisierten Kriminalität, den Drogenhandel, mit dem Heroingeschäft in Afghanistan pflichtgemäß mitorganisieren – solche in der Tat wahnhaften Züge der Realität müssen natürlich ausgeblendet werden. Denn nur so kann man Kritik am Polizei,-und Überwachungsstaat als gefährlich und verrückt erscheinen lassen – und den Abbau von Bürgerechten und Demokratie als sicherheitsrelevant und normal. In dieser paradoxen Parallelwelt hat Otto Schily sich offenbar gut eingerichtet und es sei ihm gegönnt, dort noch ein bißchen dahin zu vegetieren bis er endgültig zur Hölle fährt – wenn er denn endlich aufhört dem Rest der Welt seine Terrorphobie und seinen Sicherheitswahn aufzuschwatzen…

PS.: Hier ein schönes Erklärvideo warum wir uns von Überwachungs-Ottokraten dieser Welt nicht irre machen lassen dürfen:

8 Comments

  1. “Mein Freund Ashcroft und ich sind uns da völlig einig…”, so Schily zu siner Zeit als homeland security Manager in deutschen Diensten.

    Er gehört zweifellos auf die Liste der verkommensten Sozialakrobaten, auf einer Stufe mit Ex-“Superminister” Wolfgang Clement.

     
  2. Happy Halloween ganzjährig…produced by the Secret Services

    Otto Schily war mal “Bommi” Baumanns Anwalt.

    Otto Schily hätte mal biometrisch-vorsorglich sein Hologramm zu DIESER Veranstaltung vorbeischicken sollen…Jetzt ist es dafür
    zu spät Otto !

    http://www.youtube.com/watch?v=d5Q8L7HCaDM

    “Bommi” fast so gut wie “Gossen-Goethe”-
    Post von Wagner in der BILD:
    „2.Juni-Terror-Oma Inge Vieth war Leckschwester von RAF-Kampf-Schnalle Verena Becker…beide lesbisch -beide Mörder-beide Stasi-und !! CIA-Agenten… “

    Erstmal tief durchatmen und dann zum Mitschreiben: “Gimme Shelter…Mr. Mick Jogger”
    …or I’m gonna fade away”

    Zum 80zigsten solltest Du-“Sir Mick”-die Bühne dann aber wirklich verlassen haben…der Gentleman-Linksanwalt Otto Schily braucht sie für seine Rote-Sheriff-Gala zum 91zigsten…The Torture never stops 🙂
    http://www.youtube.com/watch?v=clCbWOGdRXw

     
  3. Otto Normalverfolger war schon als Innenminister nur Epigone von Gestalten wie Zbig Brzezinski. In dessen Vorhersagen eines globalen Überwachungsstaates, siehe hier:

    http://www.michaelmoore.com/words/must-read/former-national-security-advisor-zbigniew-brzezinski-1968-coming-technocratic-dictatorship

    fanden sich noch Elemente des Bedauerns oder sogar Warnens. Schily dagegen findet’s nur noch toll.

    Vielleicht hat er sich ja ein Bild übers Bett gehängt:”Big Steiner is watching you”:
    http://www.michaelhouseschool.co.uk/content/uploads/2012/09/steiner.jpg

     
  4. @ Jared J. Myers am 29.07.2013 um 13:55 Uhr
    Rudolf Steiner zu involvieren macht nur in EINEM Aspekt Sinn im Rahmen dieser Wortmeldungen:
    Steiner hat Anfangs des 20. Jahrhundert klar auf die Theosophen Englands als materiell-imperialistisch orientierte Kräfte hingewiesen…im Unterschied zu den Theosophen Mittel-Europas, die ollen Goethe transzendieren wollten… Die Hitler-Nummer steht nochmal auf einem anderen Blatt….DO YOUR RESEARCH BABY !!!

     
  5. Rudolf Steiner, 1916:
    “Es wird nicht lange dauern, wenn man das Jahr 2000 geschrieben haben wird, da wird nicht ein direktes, aber eine Art von Verbot für alles Denken von Amerika ausgehen, ein Gesetz, welches den Zweck haben wird, alles individuelle Denken zu unterdrücken.”

    Ich bin Herrn Bröckers sehr dankbar für seine Arbeit, mit dem er es vielen Menschen möglich macht, den großen Plot zu verstehen. Wichtig ist, dass wir nicht in Apathie verfallen und auch nicht in Aktionismus, statt dessen für Wahrheit, Klarheit und Gemeinsinn einstehen.

     
  6. Ottos Wandel auf der Welt kommt einem Irrgang gleich. Das machte mich lange stutzig und auch traurig, aber inzwischen weiß ich, daß er – gleich seinem Vorgänger Otto von B. – bloß seine Pflicht tat. Es läuft immer noch alles nach Plan. Das Steiner-Zitat war da wirklich hilfreich für mich! (Und was kommt als nächstes?)

     

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