20
Feb, 2017

Real Game of Thrones: Amerika spielt Monopoly, Russland spielt Schach

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Im exzeptionalistischen Königreich, dessen disruptive Entwicklung wir in dieser Chronik aufzeichnen, scheint immer noch ein unsichtbarer Krieg zwischen der Regierung von König Donald und den Meistern der Intelligence zu toben – und niemand weiß in welche Richtung sich das Ganze entwickelt. Vor langer Zeit, als noch ein Eiserner Vorhang die Welt teilte, und niemand genau wusste, was auf der anderen Seite vor sich ging,  gab es eine Wissenschaft, die zu ergründen versuchte, welche Politik und welche Pläne in der dunklen Burg der Hauptstadt Moskau ausgeheckt wurden. Diese Wissenschaft nannte sich “Kreml-Astrologie” und versuchte ähnlich wie die Sterndeuter anhand von Konstellationen und Bewegungen am Himmel die Zukunft zu deuten – anhand von Äußerungen und Launen der Kreml-Mitarbeiter, die man “Apparatschiks” nannte. Seit mit König Donald jetzt ein scheinbar unberechenbarer Außenseiter auf dem Thron gelandet ist, existiert im exzeptionalistischen Königreich nun die Wissenschaft der “White House Astrologie” – der Versuch,  aus Donalds kryptischen  Zwitschernachrichten und anderen Kleinigkeiten seine nächsten politischen Schritte zu enträtseln.

Dass die in den Tiefen des Reichs bei den Meistern der Intelligence beheimateten Kreml-Astrologen seinerzeit keinen blassen Schimmer davon hatten, dass das Objekt ihrer Analysen, das sie “das Reich des Bösen” nannten, zusammenbrach und sie erst davon Wind bekamen, als die Berliner Mauer fiel, hatte das Vertrauen in die prophetischen Kompetenzen der Meister nachhaltig erschüttert. Um davon abzulenken und ihre Inkompetenz zu kompensieren hatten sie sich dann umso eifriger daran gemacht, in diesem Reich eine willfährige Marionette als König zu installieren und waren sehr stolz, als ihnen das gelungen war. Mit König Boris, den man den “Wodka-Container” nannte, hatten sie einen  geradezu perfekten Kandidaten für ihre Zwecke gefunden.

Wie aus dem kooperativen Wladimir der aggressive Ultraböse wurde

Diese Zwecke bestanden natürlich vor allem darin, an die Schätze des ehemaligen “Reich des Bösen” zu kommen, das ja eigentlich  gar nicht böse war, sondern im Gegenteil über die größten Mineralien-Reserven der Welt verfügte. Öl, Gas, Metalle, seltene Erden… ein Drittel aller Rohstoffe der Welt lagen unter seiner Erde und wer – wie das exzeptionalistische Königreich mit seiner “Full Spectrum Dominance” – Doktrin – den ganzen Globus beherrschen wollte, musste diese Schätze irgendwie unter seine Kontrolle bekommen. Sie lagerten vor allem in einer Region, die man die “sibirische Schatztruhe” nannte und kaum erschlossen war. Da König Boris aber keinerlei Geld hatte, die notwendigen Bergwerke und Bohrtürme zu errichten, schlugen die Exzeptionalisten ihm einen Deal vor: wir stellen dir alle Förderanlagen hin, sie kosten dich keine Kopeke. Als Gegenleistung wollen wir 25 Jahre lang Öl und Gas fördern, danach gehören die Anlagen dir. Weil sie aber so furchtbar teuer sind, können wir in dieser Zeit keinen Cent für das Öl zahlen.

Da König Boris ständig benebelt war unterschrieb er den Vertrag. Und weil er nicht rechnen konnte, lies er sich bei diesem Deal gnadenlos über den Tisch ziehen. Nachdem ihn dann der viele Wodka völlig unzurechnungsfähig gemacht hatte, wurde ein neuer König gebraucht und mit Wladimir, den man auch “Putin” nannte, kam ein recht unbeschriebenes Blatt auf den Thron. Man wusste eigentlich nur, dass er im Osten des damals noch geteilten Reichs der heutigen Königin Angela als Agent eingesetzt war und dort – wie einst Angela als sogenannte “FDJ Sekretärin für Propaganda” – dem Ostherrscher Erich I. gedient hatte.

Da Arbeit für die Meister der Intelligence  in allen Ländern als geeignete Voraussetzung für höhere Staatsämter gilt, wurde Wladimir nach seiner Thronbesteigung allgemein als geeigneter und fähiger König akzeptiert, auch von den Vertretern und Kaufmännern des exzeptionalistischen Königreichs, die beflissen ihre Zusammenarbeit anboten. Doch diese Sympathie währte nicht lange, denn als Waldimir die Verträge entdeckte, die unter dem benebelten Boris gemacht worden waren, traute er seinen Augen kaum. Sie verpflichteten ihn, die Rohstoffe seines Reichs ein Vierteljahrhundert lang zu verschenken, um am Ende ein paar verrostete Fördertürme über leergepumpten Quellen dafür zu bekommen.

Amerika spielt Monopoly, Russland spielt Schach

Das konnte einfach nicht wahr sein, dachte Wladimir, doch als er die Geschäftspartner darauf ansprach, diesen nur mit einem königlichen Vollrausch zu erklärenden und daher ungültigen Deal rückgängig zu machen, meinten diese nur  “Vertrag ist Vertrag” und lehnten ab. “Was tun?” fragte sich Wladimir in Anlehnung an seinen berühmten Vorgänger und Namensvetter, den man “Lenin” genannt hatte. Im Land herrschte große Armut und die Staatskassen waren leer. Nach der alten Regel “Amerika spielt Monopoly, Russland spielt Schach” analysierte König Wladimir in den Gemächern des Kreml gewissenhaft die Stellung, er suchte mit seinen besten Strategen nach dem besten Zug und fand ihn schließlich: eine Exportsteuer auf jedes Fass Öl, das die exzeptionalistischen Multis außer Landes schaffen.

Der Tag, an dem das neue Gesetz in Kraft trat, bedeutete dann einen doppelten Umschwung: die Kassen des Reichs füllten sich wieder, den vielen Armen, Rentnern und Tagelöhnern ging es besser und  der kleine Wladimir wurde für seine Landsleute  bald zu einem der beliebtesten Könige seit dem zwei Meter langen Peter dem Großen. Im exzeptionalistischen Königreich  hingegen und auch bei seinen Vasallen mutierte der bis dahin als fähig und kooperativ geltende König nun quasi  über Nacht  zum “gefährlichen”, “aggressiven” Putin. Die Herolde und Lautsprecher im Königreich bekamen sich in der Folge kaum noch ein, die Ultraboshaftigkeit und Gefährlichkeit Wladimirs in den schrillsten Farben und unter Zuhilfenahme von reichlich Fake News auszumalen, sodass bald fast alle im Lande vergessen hatten, dass sein Verbrechen eigentlich nur darin bestanden hatte, dass er  die Schätze seines Landes nicht weiter umsonst, sondern zum Marktpreis abgeben wollte.

Dies aber war nicht die Art von „Willkommenskultur“, die die Meister der Intelligence nach einem regime change erwarteten. Als sie dann im benachbarten Königreich Ukraine einen Putsch inszenierten, um die Katapulte ihrer Nato-Truppen direkt vor Wladimirs Haustür zu platzieren und seinen wichtigsten Seehafen auf der Insel Krim unter Beschlag zu nehmen, hypnotisierte Putin bekanntlich mit der Magie seiner Gedankenstrahlen die Krim-Bewohner, die über Nacht allesamt in sein Reich überliefen. Damit wurde er in den Augen des exzeptionalistischen Königreichs nun endgültig zum Ultrabösen und fortan geschah quasi kein Übel auf der Welt mehr, das nicht sofort dem schrecklichen Wladimir zugeschrieben wurde.

Email und die Detektive

Als dann unsichtbare Häscher der Vizekönigin Hillary ihre gesamte Post entwendeten und die Dokumente veröffentlichten, welche ein Ausmaß an korrupter Vermischung von Politik und Geschäften verdeutlichten, das selbst wohlmeinende Hillary-Unterstützer erschaudern ließ, war der sicher geglaubte Sieg gegen den Kandidaten mit der Eichhörnchenfrisur dahin. Donald wurde König, aber die Schuld wollten Hillary und ihre Partei nicht bei sich selbst suchen und so lag es nahe, die Wahlniederlage dem als Universal-Übeltäter und Großfeind schon eingeführten Ultrabösen zuzuschreiben. Zwar konnten die offiziellen Meister der Intelligence und alle Detektive des Landes keinerlei Belege dafür vorweisen, aber die Hillary ergebene Gilde der Herolde und Lautsprecher posaunte Tag für Tag Geschichten in die Welt, wie der perfide Wladimir die Wahlen manipuliert und Donald auf den Thron gehievt hätte.

Den eigentlichen Treppenwitz der Geschichte, nämlich wie es überhaupt dazu kommen konnte, das höchst geheime Staatspost in Hillarys Privatgemächern lagerte, wo sie von Häschern sehr einfach geklaut werden konnte, erzählte dagegen kaum jemand. Als Hillary nämlich Vizekönigin unter Obama geworden war, bekam dieser von den Meistern der Intelligence ein hoch modernes und abhörsicheres Zwitschergerät, das man „Blackberry“ nannte. Hillary wollte auch eines, aber die Meister sagten nein, es gibt nur eins für den Chef. Da war Hillary beleidigt: „Dann benutze ich eben mein privates Gerät weiter“, sagte sie. Geht nicht, sagten die Meister, zu unsicher für eine Außenministerin und nicht passend zum dem Netz im Ministerium. „Dann richte ich mir eben zu Hause eine eigene Station ein“, sagte sie, stampfte mit dem Fuß und ließ sich nicht abhalten. Die Geräte in ihrem Ministerium benutzte sie nie, alle Post lief über ihre Heimstation und wird eben dort dann Beute für die unbekannten Häscher. Und so nahm das Drama seinen Lauf.

Dass sich Hillary die Wahlniederlage mit ihrer eigenen Zickigkeit wegen eines blöden Zwitschergeräts selbst eingebrockt hatte, gab nun aber keine vorteilhafte Nachricht her und so wurde die Geschichte vom großen Postdiebstahl durch die unsichtbaren Häscher des Ultrabösen erfunden. Wie wir schon im 1. Kapitel dieser Chronik gesehen haben strickten die Meister der Intelligence an dieser Story kräftig mit und erhoben sie vom fiktiven Status der Fake News zu einer immer noch faktenfreien aber nun quasi-offiziellen, halb-amtlichen „Wahrheit“, die von den Herolden und Lautsprechern weiter gesponnen werden konnte. Im zweiten Schritt beseitigten sie dann Donalds Chefstrategen, General Flynn, indem sie ihm heimliche Kontakte mit dem Ultrabösen vorwarfen. An denen war zwar gar nichts Illegales, aber die Meister hatten die Gespräche belauscht und festgestellt, dass der General seinem Chef nicht alles darüber berichtet hatte – und diese Info an ihre Lautsprecher durchgestochen.

Der mutige Ed und die feigen Meister

König Donald beschwerte sich umgehend über dieses Datenleck, was man ihm in diesem Fall nur übel nehmen kann, wenn man das Belauschen von Mitgliedern der königlichen Regierung durch königseigene Lauscher für normal und die Weitergabe des Belauschten an die Öffentlichkeit für üblich hält. Einigen fiel in diesem Zusammenhang sofort der berühmte Pfeifenbläser Edward Snowden ein, den die Meister der Intelligence um den ganzen Erdball gejagt hatten, bis ihm Wladimir in seiner Hauptstadt Asyl gewährte. Der mutige Ed hatte anhand von Daten, die er aus den Tiefen des Reichs entwendet hatte, aufgezeigt, dass die Meister der Intelligence mit ihren Überwachungs,-und Kontrollmaßnahmen systematisch gegen sämtliche höchsten Gesetze des Königreichs verstießen. Weil die Meister das für Verrat hielten, wollten sie ihn dafür lebenslang im Kerker schmachten sehen. Für sich selbst sahen sie dort aber keine Verwendung, obwohl sie gerade einen viel übleren Verrat begangenen hatten. Anders als der mutige Ed, den fast alle Leute als Held ansahen, weil er die Verbrechen der Intelligence aufgedeckt hatte, hatten die feigen Meister aus dem Hinterhalt ihren eigenen König verraten und seinen Chefstrategen ans Messer geliefert. Und anders als Ed, der kriminelle Machenschaften offenbarte, ging es den Meistern bei ihrem Verrat um nichts anderes, als einen ihrer politischen Gegner auszuschalten.

Zusammen mit dem General hatte König Donald bekanntlich vor, mit dem Ultrabösen „klar zu kommen“ – statt die Spannungen weiter zu eskalieren – um sodann mit vereinten Kräften dem Wickelmützen-Kalifat ISIS den Garaus zu machen, statt diese islamistischen Terroristen weiterhin als verdeckte Söldner-Truppe zu fördern. Mit dieser Strategie hatten die Meister ja seit langem operiert und nicht nur ihr eigenes Budget, sondern auch das für den gesamten Bereich, den König Ike einst den „militärisch industriellen Komplex“ genannt hatte, Jahr für Jahr kräftig erhöht. Dieser „Great War On Terror“, wie sie die Operation nannten, war eine geniale Geldmaschine, denn ein definiertes Ziel des Kriegs gab es genauswenig wie ein Ende, denn Terror konnte ja mit Krieg genauso wenig beendet werden wie Feuer mit Benzin.

Die zweite wichtige Quelle, aus der beständig Geld für die Meister und ihre befreundete Gilde der Waffenschmiede floss, war die Angst vor dem „aggressiven Ultrabösen“, die man auch „Russophobie“ nannte und die in Zeiten des Eisernen Vorhangs erfunden worden war. Dass König Jack, den alle nur JFK nannten, diesen kalten Krieg damals beenden und die Macht der unsichtbaren Meister in den Tiefen des Staats zerschlagen wollte, sahen viele im Königreich als den eigentlichen Grund für seine Ermordung an.

Weil nun die angekündigte Politik König Donalds und seines Chefstrategen die beiden wichtigsten Fleischtöpfe der Meister bedrohte, hatten sie ihm schon vor seiner Inauguration durch den berühmtesten Herold, die alte Tante “Times”, ausrichten lassen: “Könige, die sich mit den Meistern anlegen, leben gefährlich” – wovon Donald sich aber nicht beirren lies. Die Art und Weise, wie sie jetzt seinen wichtigsten Berater beseitigten, zeigt ihm aber, dass die Einschläge näher kommen.

Vor Schreck schwenkte er dann gleich auf Rhetorik der Meister ein und lies die illusorische Forderung verkünden, dass Wladimir die zum ihm übergelaufenen Bewohner der Krim samt ihrer Halbinsel an die Ukraine zurückgeben müsse. In seiner jüngsten Pressekonferenz allerdings betonte er wieder mehrfach, wie vorteilhaft es für das Land sei, mit dem Ultrabösen zu reden und klar zu kommen.

Anders als damals bei König Jack, dessen Anstrengungen einer Deeskalation des Kalten Kriegs vor allem von den Leuten im Königreich unterstützt wurden, die man “Liberale“ oder „Linke“ nannte – während sogenannte „Konservative“ und „Rechte“ zusammen mit den Meistern der Intelligence und den Waffenschmieden auf Konfrontation und Bomben setzten – hat sich die Lage unter König Donald um 180 Grad gedreht. Den unsichtbaren Meistern ist der Coup gelungen, die von der Epidemie des Anti-Donald Syndroms (ADS) infizierten „Liberalen“ und „Linken“ zusammen mit ihren mächtigen Herolden und Lautsprechern ins Boot zu holen, wo sie nun gemeinsam mit den Waffenschmieden der Russophobie huldigen und das Märchen von Wladimirs gefährlicher Unterwanderung des Königreichs immer weiter spinnen.

Dass einer wie Donald überhaupt auf den Thron kommen konnte hatte ja schon viele gewundert. Die merkwürdige Koalition, die nun gegen seine Regentschaft geschmiedet wurde, war aber noch wundersamer: die Freunde der Freiheit und der Demokratie arbeiteten jetzt mit Leuten und Methoden, die sie bisher als absolute Feinde der Freiheit und Demokratie betrachtet hatten. Die Anhänger des Fortschritts, des Friedens und der Transparenz zogen mit Big Brother, den Dunkelmännern des Tiefenstaats, an einem Strang. Der disruptive Donald hatte im exzeptionalistischen Königreich wirklich einiges durcheinander gebracht….

Auch auf Telepolis erschienen

Kommentare

6 Kommentare zu “Real Game of Thrones: Amerika spielt Monopoly, Russland spielt Schach”

  1. Jörg am 20.02.2017 um 12:56 Uhr 

    Wieder ein herrlicher Artikel! Danke!

    Nun ist also König “Donny” (die in den USA übliche Kürzform für “Donald”) am Zug. Ja, gut, er kann nur Monopoly. Und auf der Schloßallee bauen schon die Hochverräter ihre Hotels. Und “Hochverräter”, das ist natürlich nicht Edward Snowden, wie der Artikel völlig zu Recht betont. denn dieser Edward hat sich ja um die Demokratie allein verdient gemacht. “Hochverräter” sind vielmehr die Apparatschiks der “Intelligence”.

    Und es geht diesmal um die Ukraine. Also das Land, in welchem ein Schokoladen-Krösus sich nicht traute in der – nur wenige(!) Monate entfernten Wahl – gegen den damaligen Herrscher Janukowitsch anzutreten, und der sich deshalb sicherheitshalber per Staatstreich an die Macht putschte. Und ja, auch diese: Das Land, in welchem der Schoko-Putsch-Herrscher, Pornoschenko mit Namen, “seine eigene Bevölkerung bombardiert“! Dieses “seine eigene Bevölkerung bombardiert” hatten wir ja schon von Milosevic, dem Bösen, gehört. Dann von Gaddafi, dem Bösen. Dann von Assad, dem Bösen. Was war die Empörung dieser selbsternannten Demokratie-Flüsterer über solch Grausamkeit jeweils groß! Aber beim Schoko-Putsch-Herrscher Pornoschenko, der so ungefähr die Hälfte seiner Bevölkerung auslöschen will, schweigt alles. Auch dazu, daß die Rentenzahlungen an alle, die im Osten wohnen (egal wo sie politisch stehen), eingestellt wurde
    Glauben diese Demokratie-Flüsterer, daß der Schoko-König mit seiner Haßparole gegen den Großteil des Volkes “Ich geb Euch die Kugel”, den massenhaften Abwurf von Rocher-Kugeln meint?

    Und nun zu König Donny und seinem neuen Zug: Von diesem lesen wir heue morgen ( http://www.n-tv.de/der_tag/Plant-Trump-ukrainischen-Frieden-ohne-die-Ukraine-article19710055.html ):

    Plant Trump ukrainischen Frieden ohne die Ukraine?
    In der Vergangenheit versuchten unter anderem Deutschland und Frankreich in dem Konflikt zwischen der Ukraine und Russland zu vermitteln.
    Die Regierung von Donald Trump arbeitet anscheinend an einem Friedenspan für die Ukraine. Das ist gut. Bedenklich scheint aber, wie dieser Plan zustande gekommen ist. Die “New York Times” berichtet, dass der US-Präsident den Plan von seinem Anwalt Michael Cohen erhalten habe, der mit einer Ukrainerin verheiratet ist. Auch der ukrainische Abgeordnete Andrij Artemenko soll beteiligt gewesen sein, Diplomaten oder Vertreter der ukrainischen Regierung dagegen nicht.
    Der ukrainische Botschafter in den USA, Waleri Schali, bezeichnete die Ausarbeitung des Friedensplans gegenüber der “New York Times” als “grobe Verletzung” der ukrainischen Verfassung.
    Solche Vorhaben könnten nur von jemandem vorangetrieben werden, der “offen oder verdeckt die russischen Interessen vertritt”, fügte er hinzu.
    Ob das stimmt, wissen vermutlich nur die Beteiligten selbst. Aber: Artemenko erklärte gegenüber der Zeitung, dass sein Vorhaben von Mitarbeitern des russischen Präsidenten Wladimir Putin unterstützt wird.

    n-tv scheint sich nicht dafür zu interessieren, wieso geheime(!) Planungen des Königs mal eben einfach so an die “New York Times” gelangen. Wäre doch interessant zu wissen gewesen – oder etwa nicht?
    Auch die geflissentliche ‘Einnordung’ des Lesers durch n-tvs Hinweis “der …offen oder verdeckt die russischen Interessen vertritt“, darf natürlich nicht fehlen.
    Das ausgerechnet der Rechtsradikale Andrey Artemenko ( https://en.wikipedia.org/wiki/Andrey_Artemenko ) behauptet hätte “ sein Vorhaben (werde) von Mitarbeitern des russischen Präsidenten Wladimir Putin unterstützt . erscheint mir ausgeschlossen.

    Schön an König Donnys Zug finde ich, daß er den ukrainischen Schoko-Porno-König ignoriert. und schön auch, daß er damit zugleich(!) auch der EU und der bösen Angela die kalte Schulter zeigt.
    Beunruhigt ist, daß Donny sich solche rechtsradikalen Typen wie Artemenko als “Berater” aussucht. Ja, gut, das Außenamt, daß normalerweise den Präsidenten berät, kann König Donny nicht in Anspruch nehmen, da dort noch Kerrys Leute sitzen. Aber ich hätte dem “gewählten Präsidenten” (ja, ich muß den “Demokratie-Flüsterern” jetzt damit auch mal ein bißchen weh tun – ***weinend-zum-Antistreßspielzeug-lauf***) geraten, doch den letzten wirklich gewählten Präsidenten de Ukraine, Herrn Janukowitsch, für die Beratungen engagiert. Janukowitsch könnet einiges an Kenntnissen beitragen. Aber derzeit bekommt er von Putin eine sibirische Rente und muß im Gegenzug schweigen. In Washington hingegen könnte man seine Zunge lösen!

    Daß Putin das nicht recht wäre, bräuchte König Donny nicht zu interessieren. Und Putin wäre die ‘Exhumierung’ von Janukowitsch natürlich nicht recht. Denn auffällig ist doch, daß Rußland seit Beginn der Meidan-Unruhen, zu Janukowitsch immer dröhnend geschwiegen hat. Auch nachdem dieser nach Rußland floh. D. h. König Donald sollte sich mal im klaren darüber werden, welchen Zug Putin damals machte (oder noch macht), als er die Figur Janukowitsch (kein “Turm” – eher ein “Läufer”) nicht einmal zog.
    Auch dies: Die 5 oder mehr -jährige Subversion (Nuland) durch die USA/EU/Merkel in der Ukraine mit Milliarden von Dollars kann dem KGB-Mann Putin nicht verborgen geblieben sein. Die Ukraine liegt auch nicht am Ende der Welt, sondern ist ein direktes Nachbarland Rußlands. Auch sprechen und verstehen da alle Russisch – ein Paradies für russische “Intelligence”!. Auch hatten USA/Nato schon einmal einen Gefolgsmann dort zu installieren versucht – damals noch mit friedlichen Mitteln: Das war dieser Juschtschenko (der Typ mit diesem gruselig-schlechten Teint). Aber … Putin hat Janukowitsch nie gewarnt und/oder fachliche (“Intelligence”) Hilfe zur Seite gestellt.
    Was also ist Putins Plan?
    Darüber muß König Donald sich im klaren sein, ehe er zieht

    Denn wenn er außenpolitischen keinen Erfolg hat, dann werden ihm im Inneren die Demokratie-Flüsterer und die “Intelligence” die Karte “Gehe direkt ins Gefängnis, gehe nicht über Los, ziehe keine 4000 $ ein” zuschieben.

     
  2. Stefan am 20.02.2017 um 15:14 Uhr 

    Trump erschüttert das System erheblich, obwohl seine Wahl eigentlich nur ein Symptom ist. Und wo es Erschütterungen gibt, fällt der Putz ab und macht den Blick auf dahinter versteckte Lügen und Halbwahrheiten frei. Und das wirkt völlig unabhängig davon, ob Trump selbst ein rechter Milliardär ist, der manchmal ein bisschen spinnt.

    Und wofür war die Wahl ein Symptom? Dafür, dass viele Menschen im Westen die massiven Lügen, Verdrehungen und absurden Realitätsverweigerungen ihrer selbsterklärten, unersättlichen und kriegslüsternen Elite allmählich durchschauen und diese nicht mehr akzeptieren wollen. Denn alles scheinheilige Geschwafel und Getue der Bonzen führte am Ende nachweislich immer nur zu noch mehr sozialer Spaltung, mehr Unsicherheit, mehr Aufrüstung und Kriegsgefahr und parallel dazu mehr Ignoranz ggü. den Nöten der “deplorables”, die von der Obrigkeit noch verhöhnt werden.

    Die gesellschaftlichen Erschütterungen zeigen auch, dass der Schnitt weniger zwischen “konservativen Hardlinern” und “linksliberalen Demokraten” verläuft, wie man es uns – teile und herrsche – gerne erzählt, sondern zwischen denen, die das alte manipulative Machtsystem bewahren wollen (weil sie von ihm profitieren) und den anderen, die es überwinden oder korrigieren wollen. Ein Hauch von Revolution liegt in der Luft.

    PS: Ganz wunderbar, wie gestern bei Anne Will die Bonzen, die mit der grotesken Begründung, “weil die USA es fordern” noch wesentlich mehr Milliarden Steuereuros in Aufrüstung und Kriegsvorbereitung pumpen wollen, von der klugen Sahra Wagenknecht durch die ganz simple Frage, wozu das eigentlich gut sein soll, aus dem Konzept gebracht werden: https://www.youtube.com/watch?v=u_FUuuG5CUA

     
  3. Jörg am 20.02.2017 um 16:55 Uhr 

    Wie mir erst jetzt auffällt, ist der eben zitierte n-tv-Artikel ( http://www.n-tv.de/der_tag/Plant-Trump-ukrainischen-Frieden-ohne-die-Ukraine-article19710055.html ) ein Musterbeispiel an “Fake News”
    Als Lehrer würde ich den Artikel der Klasse im Gemeinschaftskundeunterricht vorlegen:
    1. Zitat: “In der Vergangenheit versuchten unter anderem Deutschland und Frankreich in dem Konflikt zwischen der Ukraine und Russland zu vermitteln“.
    Ersten wird hier der ukrainischen Bürgerkrieg umgelogen in einen “Konflikt zwischen der Ukraine und Russland“. D. h.: Der Krieg gegen Syrien, der durch im Ausland ausgebildete und bewaffnete und dann nach Syrien einströmende Milizen geführt wird, wird – auch von n-tv – stets in einen “syrischen Bürgerkrieg” umgelogen. So als wäre der Einmarsch der Wehrmacht in Polen ein “polnischer Bürgerkrieg” gewesen. Und der Bürgerkrieg in der Ukraine – der nun wirklich ein Bürgerkrieg ist – wird in einen kriegerischen Konflikt zwischen zwei Staaten umgefaked!
    Zweitens: Seit wann hätten denn “Deutschland und Frankreich …zwischen der Ukraine und Russland …vermittel(t)”??!! Merkel, Gauck, Gabriel-Steinmeier, Hollande hetzen doch nur gegen Rußland – und “vermitteln” doch nicht! Auch dies: Noch nie … NIE(!) … hat es von französischer oder deutscher Seite ein Gespräch oder einen Versuch gegeben zwischen “der Ukraine und Russland zu vermitteln“. Vielmehr hatten sich lediglich Vertreter verschiedener europäischer Nationen (darunter auch Rußland) getroffen, um zwischen den ukrainischen Konfliktpartien einen Waffenstillstand zu vermitteln.
    In einem einzigen kurzen Satz so massive “Fake News”!

    2. Zitat: Über den ukrainische Abgeordnete Andrij Artemenko wird einfach behauptet: “Aber: Artemenko erklärte gegenüber der Zeitung, dass sein Vorhaben von Mitarbeitern des russischen Präsidenten Wladimir Putin unterstützt wird.”
    Weiter oben im n-tv-Artikel heißt es jedoch noch: “Auch der ukrainische Abgeordnete Andrij Artemenko soll beteiligt gewesen sein“. Also: “soll“!! D. h., ob dieser Artemenko überhaupt Trump berät, weiß man noch nicht einmal. Das ist nur ein “on dit”, bzw. irgend jemand vermutet so was. Zumindest behauptet man das bei der “New York Times”. Das aber, für den Fall, daß die Vermutung stimmt, der Artemenko jedenfalls “von Mitarbeitern des russischen Präsidenten Wladimir Putin unterstützt wird”, daaaaaaas weiß man wieder ganz, ganz, ganz, genau!

    Halten die uns für völlig verblödet??!! Nächsten Weihnachten fange ich bei de n-tv-Redaktion an. Hier schon mal vorab meine Kurzmeldung:
    Angeblich soll es einen Weihnachtsmann geben, der zu Weihnachten Geschenke verteilt. Auf die Frage, ob er auch in das sanktionierte Rußland ausliefere, antwortete der Weihnachtsmann der Redaktion der “New York Times”: “Selbstverständlich! Mein Vorhaben wird auch von Mitarbeitern des russischen Präsidenten Wladimir Putin unterstützt!“.

     
  4. Jcd am 20.02.2017 um 19:19 Uhr 

    Danke für den grandiosen Artikel! Prägnanter kann man den ganzen Schlamassel schwerlich auf den Punkt bringen.

     
  5. Codo am 21.02.2017 um 13:42 Uhr 

    … kann mich dem Lob der anderen nur anschließen: Hervorragende Zusammenfassung der jüngeren Geschichte Russlands/der USA – in kind-jugendlich-gerechter Form, deshalb auch für mittelalte Kalkies verständlich!

    (klitzekleine Orthographie-Kritik:
    lies kommt von lesen –
    ließ kommt von lassen ! )

     
  6. Jörg am 21.02.2017 um 15:19 Uhr 

    Zu meiner Verblüffung (schon vor etlichen Wochen) hat sich auch “Counterpunch” als Mainstream entpuppt. Ja, als “rosa” Mainstream, d. h. so ein bißchen anders als CNN (oder Tagesschau) – aber eben doch Mainstream. Es ist diese Hysterie nach dem Trump-Sieg, die dies offenlegte und dieses ‘die Reihen fest geschlossen’ mit dem Abschaum des “Deep State” offenbarte.

    Es ist doch so: Niemand hier erwartet von der Trump-Regierung eine Besserung (ich erwarte sogar, das alles schlechter wird: Die Arbeitslosigkeit, die imperialen Kriege usw.).
    Worum es hier (Herrn Bröckers und den meisten) geht, ist es ja nicht irgendwelche Hoffnung in Trump zu hegen. Einziges Thema ist allein die atemverschlagende Verblüffung, die uns befiel, als angesichts der Lappalie, daß (wieder einmal) ein Schwachkopf wie Trump die Wahl gewonnen hat – und nun diese ‘Schein-Demokraten’ oder ‘Demokratie-Flüsterer’ oder ‘rosa Demokraten’ (und mit ihnen ihre nur Opposition vortäuschenden “progressiven” Medien-outlets, wie z. b. “Counterpunch”) nun völlig ausrasteten und bis heute ausrasten. Und zwar in einer Weise wie jedenfalls ich es zuvor für unmöglich gehalten hätte. Ja, nun entblößen diese Schein-Demokraten (endlich) ihr Gesicht und zeigen, daß sie mit dem “tiefen Staat” unbedingt kollaborieren wollen. Jetzt wird auch deutlich weshalb sie sich immer scheinheilig für Flüchtlinge an unseren Grenzern ‘einsetzen’ – aber gegen die Massenmorde und Verstümmelungen in deren Länder und gegen die völlige Zerstörungen derer Länder nie etwas einzuwenden hatten.

    Nun erscheint aber (überraschend) bei “Counterpunch” jetzt doch dieser erstklassige Artikel: “GOOSE-STEPPING OUR WAY TOWARD PINK REVOLUTION” – http://www.counterpunch.org/2017/02/21/goose-stepping-our-way-toward-pink-revolution/ .

     

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