27
Feb, 2017

Real Game of Thrones: König Donald und die Schwarzkasse der Meister

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Der „Sumpf“ in den Tiefen des Königreichs, dem Donald den Kampf angesagt hatte und der jetzt zurückschlug, war ohne Frage das größte Problem, mit dem er seit seinem Amtsantritt zu kämpfen hatte. Die ganze Verwaltung, die Hauptstadt, das Militär und die Polizei sowie natürlich die Meister der Intelligence mit ihren über 60.000 unsichtbaren Mitarbeitern waren seit Jahrzehnten in den Händen der „Yankees“, doch mit Donald war nun ein Außenseiter auf dem Thron gekommen. Zwar aus derselben Elite-Liga, aber aus einem anderen Club, und einer, der in den ersten Wochen seiner Regentschaft gezeigt hatte, dass er seine deutlich andere Spielweise nicht ohne Weiteres aufgeben will. Insofern konnte sich Donald der Loyalität seines Apparats keineswegs sicher sein, was die Operation, die zum Rücktritt seines Sicherheitsberaters General Flynn eingefädelt worden war, schon deutlich gezeigt hatte.

Dass Donalds Vorhaben, mit dem Ultrabösen „klar zu kommen“ und gemeinsam das Wickelmützen-Kalifat ISIS zu erledigen, der Grund für die Meister der Intelligence war, seinen wichtigsten Berater abzuservieren, war ja schon ebenso vermutet worden wie die Möglichkeit, dass es sich bei diesem mysteriösen Blitzrücktritt um eine raffinierte Falle handeln könnte, die Donald und der General den Meistern gestellt haben. Um die Lecks in den Tiefen und die dienstbaren Herolde und Lautsprecher zu identifizieren, die sie an die Öffentlichkeit tragen.

Eine merkwürdige Koinzidenz hat da jetzt für ein wenig konkretere Hinweise gesorgt: die Lecks erfolgten einen Tag, nachdem Donald eine „Executive Order“ zur Bekämpfung des Rauschgiftschmuggels, Menschenhandels und der internationalen Kriminalität erlassen hatte – und General Flynn das Finanzministerium zu Sanktionen gegen ein Geldwäsche,- und Rauschgiftsyndikat in Venezuela aufgefordert hatte, dem einer seiner Mitarbeiter, Robin Towley, auf die Spur gekommen war. Diesem wurde dann umgehend die Unbedenklichkeit zur Mitarbeit im Sicherheitsrat verweigert, was manche Beobachter darauf zurückführen, dass er mit seinen Recherchen der CIA, einem der mächtigsten unter den insgesamt 17 Orden der Meister der Intelligence, in die Quere gekommen sei.

Die Schwarzkasse der Meister

Dass die CIA eine zentrale Rolle im globalen Handel mit verbotenen Rauschgiften spielt, war im exzeptionalistischen Königreich ja schon lange kein wirkliches Geheimnis mehr. Die CIA-Meister handelten in der Regel zwar nicht persönlich mit dem Stoff, gestatteten aber bestimmten „Partnern“, diese Geschäfte zu betreiben und schützten sie vor der Verfolgung durch die Anti-Rauschgift-Behörden. Das „Schutzgeld“, das sie für diese Dienstleistung verlangten, floss dann bestimmten Warlords, Söldnern und Terroristen zu, die man „moderate Rebellen“ nannte, weil sie der CIA für ihre verdeckten regime change – Operationen nützlich waren. So hatten sie schon damals als der spätere Kaiser Mao um den Thron in China kämpfte, seinen Gegenspieler Chiang Kai-shek unterstützt, der sich über massiven Opiumhandel finanzierte; im Krieg in Vietnam hatten sie ihren Kombattanten Logistik und sogar Flugzeuge zur Verfügung gestellte, um die heiße Ware aus dem „Goldenen Dreieck“ in die zahlungskräftigen Metropolen des Westens zu schmuggeln. Und Afghanistan, wo das exzeptionalistische Königreich seit über 15 Jahren den längsten Krieg seiner Geschichte führte und das zuvor in Sachen Rauschgiftausfuhr kaum eine Rolle gespielt hatte, war nun Exportweltmeister und steigerte seine Produktion Jahr für Jahr. Auch die der Königin Angela unterstehende „Bundeswehr“ war bei diesen „Krieg gegen Terror“ genannten Aktivitäten in Afghanistan dabei, aber nicht um gegen die Rauschgiftherstellung vorzugehen, sondern um die Felder und Produktionsstätten zu bewachen.

Für die unsichtbaren Meister war das Rauschgiftgeschäft vor allem deshalb so essentiell, weil sie damit ihr milliardenschweres offizielles Budget mit einer ebenso gut gefüllten Schwarzkasse aufstockten und damit Operationen, Anschläge und „Rebellen“ finanzierten, die vom Kongress und dem König auch beim besten Willen nicht als „moderat“ eingestuft und genehmigt werden konnten. Dass König Donald nun mit einem expliziten Dekret die königlichen Anti-Rauschgift-Behörden aufforderte, gegen diese Geschäfte verschärft vorzugehen, mussten die Meister als einen direkten Angriff auf ihre Pfründe verstehen.

So wie damals als „Tricky Dick“ Nixon eine königliche Behörde gründete, die „Drug Enforcement Ageny“ (DEA) genannt wurde und mit der er diese Milliardengeschäfte unter seine Kontrolle bekommen wollte, was die Meister nicht zulassen konnten. Für ihre Operation, die als „Watergate“-Affäre bekannt wurde und König Dick den Thron kostete, hatten sie dem Investigativ-Herold ihres Hausblatts, der Washington Post, ein paar Insider-Informationen gesteckt. Nach Nixons Abgang operierte die DEA dann nicht mehr gegen, sondern für die Meister, indem sie Konkurrenten im internationalen Rauschgiftgeschäft ausschaltete oder nur kleine Fische verfolgte. „In meinen 30 Jahren bei der DEA“, so der einstige Führungsoffizier Dennis Dale, „stellten sich bei den wichtigsten Ziele meiner Ermittlungen fast unausweichlich heraus, dass sie für die CIA arbeiteten.“

Anders als bei dem von Ronald I. ausgerufenen „War on Drugs“, der sich nicht gegen ihre Operationen richtete – wofür seinerzeit Ronalds Vizekönig, der alte CIA-Großmeister Bush Sorge trug –   waren Donald und seine Leute nicht unter Kontrolle. Und da es hier nicht um Peanuts ging – der globale Markt für illegale Rauschgifte ist etwa so groß wie der für legale Benzinkutschen – kann man sich die Panik vorstellen, die das Dekret Donalds bei der „Company“, wie die CIA intern genannt wurden, auslöste. Nicht nur bei der von den Meistern zwecks Budgetsicherung geschürten Russophobie und an ihre seit Jahrzehnten eingespielten Methoden, durchgeknallte islamistische Wickelmützen als Söldner einzusetzen, drohte Donald Hand an zu legen, sondern jetzt machte er sich jetzt offenbar auch daran, in ihre wichtigste weil inoffizielle und daher allein ihnen zur Verfügung stehende Firmenkasse zu greifen.

Nun bleibt wie bei allem was König Donald dekretiert, behauptet oder zwitschert erst noch abzuwarten, ob und wie diese Dinge konkret umgesetzt werden. Dass im exzeptionalistischen Königreich kaum jemand den Thron erobern konnte, der nicht auch eine Verbindung zu jener Unterwelt hatte, die „Mob“ oder „Mafia“ genannt wurde – und dass auch Donald über solche connections verfügt – hatten wir ja schon berichtet. Die spannende Frage ist jetzt, ob er den Augiasstall des Rauschgifthandels in den Tiefen des Reichs wirklich ausmistet – was ein Segen für die Welt wäre – oder nur die Konkurrenten „seiner“ Mob-Fraktion beseitigt und das Business und die Rauschgift-Politik as usual weiter laufen – wie es im Real Game of Thrones bisher üblich war.

In welcher Dunkelheit stirbt die Demokratie?

Unterdessen spitzt sich die große Bühnenschau, die sich König Donald mit der Gilde der Herolde und Lautsprecher liefert, immer weiter zu. Zuerst sperrte er „New York Times“, „CNN“ und andere von den Pressegesprächen aus, dann sagte er seine Teilnahme am jährlichen „White House Correspondents’ Association Dinner“ einfach ab. Letzteres scheint nachvollziehbar, denn bei diesem Dinner machen sich üblicherweise Hofnarren über den König lustig und dieser schlägt mit Witzen über die Herolde zurück – und diese Show läuft seit Donalds Amtsantritt ja schon ununterbrochen live über alle Lautsprecher,- und Zwitscherkanäle. Der dünnhäutige Donald ist über jeden Pups sofort beleidigt und die Herolde gebärden sich kaum besser und empören sich über jeden Furz bis zum Äußersten. Statt dieses alberne Geplänkel fortzuführen und sich gegenseitig „Fake News“ vorzuwerfen, würde der Chronist für dieses „Dinner“ daher vorschlagen, die Rede eines Doyens der Herolde und Lautsprecher, des großen John Swinton, zu verlesen. Zu seinen Ehren veranstaltete die Gilde 1880 im New Yorker Presseclub ein Bankett, bei dem viel von „Unabhängikeit“ und „Freiheit“ die Rede war, bis der Geehrte selbst das Wort ergriff:

„So etwas gibt es bis zum heutigen Tage nicht in der Weltgeschichte, auch nicht in Amerika: eine unabhängige Presse. Sie wissen das, und ich weiß das. Es gibt hier nicht einen unter Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben. Und wenn er es täte, wüsste er vorher bereits, dass sie niemals im Druck erschiene. Ich werde wöchentlich dafür bezahlt, dass ich meine ehrliche Meinung aus dem Blatt, mit dem ich verbunden bin, heraushalte. Andere von Ihnen erhalten ähnliche Bezahlung für ähnliche Dinge, und wenn Sie so verrückt wären, Ihre ehrliche Meinung zu schreiben, würden Sie umgehend auf der Straße landen, um sich einen neuen Job zu suchen. Wenn ich mir erlaubte, meine ehrliche Meinung in einer der Papierausgaben erscheinen zu lassen, dann würde ich binnen 24 Stunden meine Beschäftigung verlieren. Das Geschäft der Journalisten ist, die Wahrheit zu zerstören, schlankweg zu lügen, die Wahrheit zu pervertieren, sie zu morden, zu Füßen des Mammons zu legen und sein Land und die menschliche Rasse zu verkaufen zum Zweck des täglichen Broterwerbs. Sie wissen das, und ich weiß das, also was soll das verrückte Lobreden auf eine freie Presse? Wir sind Werkzeuge und Vasallen von reichen Männern hinter der Szene. Wir sind Marionetten. Sie ziehen die Strippen, und wir tanzen an den Strippen. Unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unsere Leben stehen allesamt im Eigentum anderer Männer. Wir sind intellektuelle Prostituierte.“

Als der Schriftsteller Upton Sinclair, der Swintons Rede zitiert, für sein Enthüllungsbuch über die Monopole, Methoden und Manipulationen der Presse („The Brass Check: A Study of American Journalism“) 1919 keinen Verleger fand, brachte er es im Selbstverlag heraus. Es wurde von den Zeitungen nicht rezensiert, die New York Times weigerte sich sogar, Anzeigen für das Buch aufzunehmen. Hundert Jahre später, im Zeitalter der „Zeitungskrise“, wäre man was bezahlte Anzeigen betrifft wohl weniger zimperlich, hören will man es dort aber immer noch nicht. Dass erst ein verrückter König kommen musste, der Fake News-Attacken zwitschert, um dieses Thema auf die Tagesordnung zu setzen, entbehrt nicht einer gewissen Komik.

Gar nicht komisch, sondern ernst scheinen es indessen die Meister der Intelligence zu meinen, die weiterhin das haarsträubende Märchen befeuern, dass König Donald eine Marionette des ultrabösen Wladimirs sei. Sie folgen damit einem eingespielten Drehbuch, mit dem schon in den 1950er Jahren, der so genannten „McCarthy Ära“, operiert wurde, als man „Kommunisten“ unter jedem Bett halluzinierte. Hat irgendeiner aus Donalds Hofstaat mit irgendeinem Iwan vor der Wahl möglichweise mal einen Kaffee getrunken? Wenn ja, wäre ja wohl klar, dass die Wahlen manipuliert wurden, wo ja auch schon General Flynn mit dem Botschafter des Ultrabösen telefoniert hat…. das Königreich ist in Gefahr! Dass die Gilde der Herolde sich nicht entblödet, diese Erzählung seit Wochen immer wieder aufzuwärmen statt einem Stück Fleisch an diesem Knochen stets nur lauwarme Fake News zu servieren, scheint ihr bis dato nicht peinlich zu werden. Auch ihren transatlantischen Partnern, den hofeigenen Herolden der Königin Angela, wurden noch keine neuen Textbausteine geliefert, und sie köcheln weiter an der gar schröcklichen Geschichte, dass der aggressive Ultraböse auch hierzulande die Macht übernehmen will – und zieht als Zeugen keinen Iwan, sondern einen „Igor“ aus dem ZDF-Fake News-Köcher.

Die „Washington Post“ unterdessen kam nicht in den Genuss der Aussperrung, weil sie zu dem letzten “Briefing“ keinen Reporter geschickt hatte. Weil sich die WaPo als Erstschlagwaffe bei der Flynn-Beseitigung einspannen lies wäre ihm aber wohl auch die Tür gewiesen worden. Dafür machte das Blatt mit einer Innovation auf sich aufmerksam, einem neuen Slogan, den man als „starkes Anti-Donald-Statement“ verstanden wissen will: „Democracy Dies in Darkness“. Ausgedacht hat sich das neue Motto der Oligarch Jeff, den alle nur „Amazon“ nannten, und dem nicht nur die „Washington Post“ gehörte, sondern der auch groß im Geschäft mit den Meistern der Intelligence war: er verwaltete ihre riesigen Datenspeicher, die „Cloud“ genannt wurden. Ob es eine von König Donald und seinem „Darth Vader“ Steve Bannon verursachte Dunkelheit sein würde, die der Demokratie Sterbehilfe liefern würde, oder die von den unsichtbaren Meistern mit ihren „liberalen“ Sprachrohren simulierte Pseudo-Transparenz, das war fortan im exzeptionalistischen Königreich eine große Frage.

Auch bei Telepolis erschienen

Kommentare

11 Kommentare zu “Real Game of Thrones: König Donald und die Schwarzkasse der Meister”

  1. Jörg am 27.02.2017 um 23:49 Uhr 

    Inzwischen sind solche Blätter wie Washington Post und New York Times längst offiziell(!) praktisch bezahlte Propagandaorgane der US-Staatsverwaltung.
    Denn Obama hatte aufgrund des Gesetzes “NDAA” (https://de.wikipedia.org/wiki/National_Defense_Authorization_Act) noch am 02. Dezember 1916 (für das Fiskaljahr 2017) ein Gesetz der “Gegenpropaganda durch den Kongreß gepeitscht. Das Gesetz wird: (umgangssprachlich) “Countering Foreign Propaganda and Disinformation Act” genannt. Siehe dazu
    https://en.wikipedia.org/wiki/National_Defense_Authorization_Act_for_Fiscal_Year_2017
    und https://en.wikipedia.org/wiki/Countering_Foreign_Propaganda_and_Disinformation_Act .
    Daß div. US-Blätter und Medien also bezahlte Propagandisten für den US-Staat sind, greift
    Max Keiser in aller Deutlichkeit auf:

     
  2. Stefan Miller am 28.02.2017 um 10:14 Uhr 

    in was für einer verkehrten Welt leben wir denn? Obama hat Hochzeiten mit Drohnen bombardiert und bekam den Friedensnobelpreis dafür. Trump bekämpft Korruption und Kriminalität und wird auf dem Rosemmontagszug dargestellt, wie er die Freiheitsstatue von hinten rannimmt. Nicht, daß man irgendwas davon ernst nehmen sollte. Es sind alles nur Schauspieler und alles was wir zu sehen bekommen ist eine Schow strikt nach Drehbuch. Da braucht man sich keine Hoffung machen, daß einer kommt und aufräumt und Angst davon sollte man natürlich auch nicht haben. The show must go on.

     
  3. Jörg am 28.02.2017 um 10:32 Uhr 

    Es ist doch nicht zu fassen! Jetzt exhumiert die Propagandapresse sogar den widerwärtigen George W. Bush, um Trump eins auszuwischen! Siehe z. B.: http://www.spiegel.de/politik/ausland/george-w-bush-attackiert-donald-trump-fuer-umgang-mit-presse-a-1136581.html

    Die medienkritische – besonders gegen den britischen “Guardian” gerichtete – Seite “Off-Guardian” spottet, daß wenn man George W. Bush gegen Trump ins Feld führen könne, dann könne man sich eigentlich auch auf Joseph Goebbels berufen. Siehe https://off-guardian.org/2017/02/28/guardian-now-fan-worshipping-bush-jr-oh-the-humanity/ – mit dieser schicken Bild-Montage:
    https://offgraun.files.wordpress.com/2017/02/graunongoebbels2.jpg?w=840&h=1260

     
  4. Tusk am 28.02.2017 um 16:42 Uhr 

    Gegenwärtig passiert es mir immer häufiger, dass ich mit Trump (mit Trump!) sympathisiere, ja, ihn sogar in Schutz nehme, wenn ihn meine Bekannten im Duktus der zurechtgestutzten Mainstreammedien angreifen und über ihn lachen – wie gegenwärtig jeder, der sich für progressiv und schlau hält. Ist alles ein wenig wie in jenen Alpträumen, in denen sich alle gegen einen verschworen haben, aber nur man selbst mit Sicherheit weiß, dass die Welt untergehen wird, wenn die aufgescheuchten Lemminge weiter ihren Herdentrieb folgen und auf den Abgrund zusteuern.

     
  5. Jörg am 28.02.2017 um 17:07 Uhr 

    “DIE CLINTON-MASCHINE, UM DONALD TRUMP ZU DISKREDITIEREN” –
    http://www.voltairenet.org/article195462.html

     
  6. Jörg am 02.03.2017 um 11:01 Uhr 

    Trump ist jetzt auch ein Kriegsverbrecher – genau so wie Obama oder George W. Bush, .. (usw.). Leider, leider muß man dies seit dem mörderischen Angriff – durch Drohnen und die US-“Seals” – auf ein Dorf im Jemen jetzt feststellen.
    Zum Nachlesen hier div. links:
    http://news.antiwar.com/2017/02/27/officials-admit-no-significant-intelligence-came-of-yemen-seal-raid/ , http://abcnews.go.com/Politics/trump-responds-father-navy-seal-killed-yemen-raid/story?id=45798999 , http://news.antiwar.com/2017/02/28/trump-continues-to-claim-success-in-yemen-raid/ , http://rinf.com/alt-news/newswire/deadly-yemen-raid-resulted-in-no-valuable-intel-officials/ , http://news.antiwar.com/2017/02/01/us-raid-destroyed-most-of-yemen-village-fm-blasts-extrajudicial-killing/ , https://www.nytimes.com/2017/02/01/world/middleeast/donald-trump-yemen-commando-raid-questions.html?_r=0 .

    Nicht, daß dies überraschend wäre, daß Trump die verbrecherischen Kriege und Morde fortführt. Ich erwähne diesen Umstand deshalb auch aus einem ganz anderen Grund: Ich erwähne es, damit wir uns noch einmal diese “Muschimützen” (“Pussy hats) genauer ansehen.
    Sie kreischen, weinen, demonstrieren gegen Trump was das Zeugs hält. Aber nun mit Trumps Ermordung von 53 Zivilisten (Kinder, Frauen, Männer) in einem jemenitischen Dorf – da sollte man doch annehmen, daß nun der Zorn (zu Recht!) der Muschimützen hochkocht und es nun für die Demos in Stadt und Land kein Halten mehr gibt!

    Aber nichts! Nirgendwo werden Schilder herumgetragen mit “Jemen! Trump – Du MÖRDER!” oder ähnlichem!

    So eine typische “Muschimütze” ist für mich dieser “fefe” (Felix von Leitner). Es gibt kaum einen Tag, an dem “fefe” nicht gegen Trump poltert. Er will sogar, daß der “Deep State” Trump stürzt. Auf http://blog.fefe.de/?ts=a689209c lesen wir: “Ich finde mich gerade in der unglaublichen Situation, dass der Deep State gegen Trump kämpft, und ich es für das bessere Ergebnis halte, wenn der Deep State gewinnt. Krass.“.
    Aber nun wo Trump mit der Ermordung einer ganzen Dorfbevölkerung in die blutigen Fußstapfen von W.Bush/Obama/B.Clinton tritt – da hören wir …. nichts !
    D. h.. Jede noch so kleine Sache wird mit Hallo zum Trump-Bashing verwertet. Aber jetzt, wo man doch wirklich protestieren und scharf kritisieren sollte ….hören wir von diesen “Muschimützen” … nichts. Ja, nicht nur das: Das Jemen-Massaker (für mich alten Sack so was wie “My Lai”, damals im Vietnamkrieg) wird allenthalben (auch bei “fefe”) völlig verschwiegen!
    Ja, wirklich “Krass!

     
  7. Stefan Miller am 03.03.2017 um 09:14 Uhr 

    Jörg, wenn er ein Verbrecher wäre, dann würde er angeklagt und verurteilt werden. Er ist ein Schauspieler (mit 22 Filmen auf IMDB gelistet) und es ist alles nur Show. Alle diese Kriege gibt es nicht. Auch Obama hat niemanden umgebracht. Diese Menschen können so fröhlich lächeln, weil sie nur eine Rolle in einem Drehbuch spielen. Könnten Sie, wenn Sie die Macht dazu hätten, anderen befehlen, eine Hochzeit in den Bergen Afganistans oder Hügeln von Lebanon zu bombardieren, nur weil sie dort einen ihre Feinde vermuten? Und wären Sie der Befehlsempfänger, würden sie einen solchen Befehl ausführen? Wenn Sie eines diese Fragen mit ja antworten, sollten Sie einen Psychiater aufsuchen. Menschen machen sowas nicht, außer in Hollywood Filmen. Alle news sind fake news, nur wir merken es nicht.

     
  8. Jörg am 03.03.2017 um 10:11 Uhr 

    @Stefan Miller am 03.03.2017 um 09:14 Uhr
    Ihr Kommentar gibt mir Rätsel auf.
    Es gäbe keine “Verbrecher” – alles nur Schauspieler?
    Die paar Verurteilungen von Nazis, die die Nürnberger Prozesse und die BRD-Justiz hingekriegt hat, waren also sogar Unrecht? Hitler (Filbinger), Stalin, Mao, Pol Pot – nur arglos-charmante Schauspieler?
    “Alle diese Kriege gibt es nicht” – der Vietnamkrieg, der 1. und 2. Weltkrieg, jetzt der Krieg gegen Syrien – nur eine Halluzination?

    Außerdem ging es mit nicht um die “Verbrecher”, sondern um das “ADS” (“Anti-Donald-Syndrom)”, d. h mir ging es um die “Muschimützen”. DIE(!) kreischen doch aufgeregt “Verbrecher, Verbrecher!”. Und nun, wo im Jemen (der die USA nie angegriffen oder irgendeinen ‘Kriegsgrund’ abgegeben hat!) die Bevölkerung eines ganzen Dorfes ausgelöscht wurde (und der einzige US-Soldat, der bei diesem Massaker selbst zu Tode kam, von Trump als “Held” gefeiert wird), da verstummen diese Muschimützen plötzlich und sie mögen nichts Unrechtes am Massaker finden?.

    Ich weise auf das hin, Stefan Miller, was man einen “Widerspruch” nennt.
    Oder gibt’s jetzt auch keine “Widersprüche” mehr?

    Und was Sie, Stefan Miller mit, “Alle news sind fake news” meinen, erschließt sich mir auch nicht: Wenn Ihre Nachbarn zum Zwecke der Vergasung in einem KZ abgeholt werden, da sie angeblich “minderwertig” sind, zucken Sie, Stefan Miller, dann nur mit den Achseln und sagen sich selbst; was soll schon sein …. “Alle news sind fake news“.

     
  9. Stefan am 03.03.2017 um 15:37 Uhr 

    @ Jörg
    Ich bin zwar nicht der Angesprochene, möchte Sie dennoch beruhigen: Der beobachtete Widerspruch wird sich von selbst erledigen, je mehr Trump in die Fußstapfen seiner Vorgänger tritt. Denn je mehr Bomben er wirft, Ausländer killt und sich gleichzeitig von russlandfreundlicher Rhetorik distanziert, desto weniger Proteste wird es in den USA gegen ihn geben. Jedenfalls keine vom “tiefen Sumpf” inszenierten, ob nun mit oder ohne Katzenköppe.

    Dass die Bombenwerferei auf Unschuldige nicht per se Protest hervorruft, liegt ja am Exzeptionalismus. Mausfeld sagt dazu, dass sich aus dieser Perpektive “Verbrechen von ‚wesenhaft Guten‘ nicht mit Maßstäben bewerten ließen, die man an Verbrechen von ‚wesenhaft Schlechten‘ anlegt. Folglich können [die USA] aus grundsätzlichen Gründen keine Kriegsverbrechen begehen.”

    In jenem Wertesystem (das auch unseres sein soll – vgl. Wertewesten), welches offenbar die famosen Katzenköppe verinnerlicht haben, sind frauenfeindliche Sprüche oder Russlanddiplomatie schwere Sünden. Ein paar unschuldige Tote mehr oder weniger waren hingegen schlicht bei der Umsetzung von “Gottes Werk” im Weg….

     
  10. Jörg am 03.03.2017 um 20:05 Uhr 

    @Stefan am 03.03.2017 um 15:37 Uhr
    Stimme ihnen ja weitgehend zu.
    Aber was die Pussy Hats angeht interessieren mich ja gerade die deutschen Muschimützen. Deswegen ja mein Hinweis auf “fefe”. Und da können wir einen US-Exeptionalismus ja wohl ausschließen.
    Und dieses Schweigen der deutschen Muschimützen ist je ebenso ‘ohrenbetäubend’.
    Deren Verlogenheit wolle ich einmal zur Sprache bringen. Es geht um dieses “Wir haben doch nichts gewußt” der Nazigeneration, das ich (ein alter Sack) noch deutlich in Erinnerung habe.

    Übrigens; Was die Flüchtlinge angeht, zeigen diese deutschen(!) Muschimützen dieselbe Verlogenheit wie die Rechtsradikalen. Mein Nazi-Vergleich ist also gar nicht so weit hergeholt. Denn zwar wollen die Muschimützen alle Flüchtlinge aufnehmen – während die Rechten sie alle rauswerfen wollen. Aber das Entscheidende, daß nämlich die von den Nato-Staaten zerstörten Länder (Somalia, Afghanistan, Irak, Syrien, Jemen usw.) wiederaufgebaut werden müssen – auf unsere Kosten! – das fordern weder die Muschimützen noch die Rechten. Dies ist jedoch das einzige Gebot wirklicher Humanität!
    Wenn man diese Forderung erhebt, stößt man bei den Muschimützen auf genau dasselbe eisige Schweigen wie bei den Rechten .
    Mit “zerstörten Länder” meine ich übrigens nicht nur solche die durch Nato-Krieg zerstört wurden, sondern gerade auch die afrikanischen Länder, denen durch die EU solche “TTIP-artigen Verträge” aufgezwungen wurden, die dort die Nationalwirtschaften kaputt machen, was nun zu Hungerflüchtlingen Richtung Europa führt.

    Kurz. Es geht mir um die Verlogenheit hier – nicht in den USA (die dortige ist natürlich extrem grauslich, genauso wir die dortige Pseudo-“Christlichkeit”).

     
  11. Stefan am 06.03.2017 um 18:56 Uhr 

    @Jörg
    Ich sehe in der deutschen Politik durchaus eine gewisse Logik. Dieser liegt jedoch die Erkenntnis zu Grunde, dass zu keinem Zeitpunkt humanitäre Motive entscheidend für die Flüchtlingspolitik waren. Vielmehr denke ich, dass die Obrigkeit gemäß Merkels Leitbild der “marktkonformen Demokratie” nichts anderes wollte, als ausreichend billigen und willigen Nachschub für den (deutschen) Arbeitsmarkt zu rekrutieren, der andernfalls vor immer größeren demografischen Problemen stünde (was knapp ist, ist auch teuer).

    Die humanitäre Komponente wäre dann bestenfalls eine Nebenwirkung. Wobei es natürlich immer noch zynisch ist, den Leuten in den Herkunftsländern Bomben auf den Kopf zu werfen oder sie dem Hunger auszuliefern, um anschließend denjenigen, denen es gelungen ist, sich nach Europa durchzuschlagen, in der Pose des Retters und Gönners gegenüber zutreten.

    Wie kann es human sein, wenn die Schwächeren und Ärmeren ohne Geld für den Schleuser in ihren kollabierenden Ländern zurückbleiben, während die leistungsfähigeren als Arbeitsmigranten Europas Wohlstand mehren?

    Möglicherweise sind die Katzenköppe (die kritische Fragen nicht hören wollen) alles wirtschaftsliberale BWL-Studentinnen, die Merkels Strategie begriffen haben und sie klammheimlich bejahen (dies aber aus naheliegenden Gründen niemals öffentlich einräumen würden). Die alternative Erklärung wäre, dass selber denken vielen zu anstregend ist und man sich inzwischen lieber alles liefern lässt – angefangen von der Pizza bis zum widerspruchsfreien Wohlfühl-Weltbild.

     

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