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May, 2013

Quo vadis NATO?

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“Quo vadis NATO ?” lautete der Titel einer interessanten Konferenz vergangene Woche in Bremen. Das 9-11-archiv.net  gibt einen Überblick über die Vorträge und Themen: Zu Medien als Kriegspartei, dem Vortrag von Daniele Ganser über die NATO-Geheimarmee Gladio und von Paul Schreyer über 9/11

 

Kommentare

5 Kommentare zu “Quo vadis NATO?”

  1. Berndchen am 06.05.2013 um 11:01 Uhr 

    Warum nur muss die Tonqualität der Aufzeichnungen solcher Vorträge immer so abgrundtief scheiße sein.
    Noch bevor Schreyer sprach, habe ich wieder abgedreht. So gewinnt man keine Fans.
    Gibt es das auch zum nachlesen?

     
  2. Stefan am 06.05.2013 um 16:04 Uhr 

    Was die NATO betrifft:

    Wenn Gründe für die Kriege in Afghanistan und Irak genannt werden, vergessen unsere Qualitätsjournalisten regelmäßig den entscheidenden. Es geht für die USA nämlich nicht nur um Neueroberungen zwecks Kontrolle von Ressourcen und strategischen Aufmarschgebieten (schon gar nicht um Terrorbekämpfung oder Demokratieexport), sondern es geht darum, altgediente Vasallen und längst gewonnene Positionen nicht einzubüßen. Die NATO ist das wichtigste Instrument der USA zur Kontrolle der europäischen Pudelstaaten und der Verlust dieser Kontrolle wäre für Washington inakzeptabel.

    Auch einem deutschen Verteidigungsminister rutscht in einer schwachen Minute schon mal das öffentliche Eingeständnis durch, der Grund für die Anwesenheit der Bundeswehr in Afghanistan ist das Zeigen von Bündnistreue http://www.youtube.com/watch?v=7mLv-8qylrc (ab min 0:32)

    Die USA hatten aus Sicht der westlichen Öffentlichkeit im WK I und WK II jeweils plausible Gründe für militärische Präsenz in
    Europa und das galt auchwährend des Kalten Krieges. Aber nach dem Ende des Ostblocks und der Einigung eines sich emanzipierenden europäischen Raumes musste zwangsläufig die Frage auftauchen, wodurch die (eigentlich als Ausnahmesituation anzusehende) ständige US-Militärpräsenz in Europa weiterhin gerechtfertigt sein sollte. Und vor wem die als Verteidigungsbündnis im Kalten Krieg gegründete NATO in einer sich kapitalistisch globalisierenden Welt noch schützen soll.

    Also hat man den internationalen Terrorismus aus dem Hut gezaubert – ein idealer Gegner, den man selbst kontrolliert und dosiert, der weltweit agieren kann, niemals zu besiegen ist und dessen Wirken die Zivilbevölkerung so einschüchtert, dass die Existenz von NATO und Sicherheitsstrukturen nicht infrage gestellt wird.

    Übrigens haben die USA ähnliche Akzeptanzprobleme in Japan, speziell auf Okinawa, wo die Bevölkerung sich gegen die US-Dauerpräsenz zu wehren beginnt. http://en.wikipedia.org/wiki/Okinawa_Prefecture#U.S._military_controversy Deshalb wird man im oval office dem Korea-Kim (und den Chinesen) heimlich dankbar sein.

    Nichts verbindet mehr als ein gemeinsamer Feind und wenn es ihn nicht gibt, dann wird er erfunden. Die NATO-Kriege sind ein Instrument, um die Vasallen weiterhin an der kurzen Leine zu führen und davon abzuhalten, ihren Weg unabhängig zu gehen. In der öffentlichen Diskussion werden diese Zusammenhänge weitgehend tabuisiert.

     
  3. StephW am 06.05.2013 um 19:57 Uhr 

    Schade, dass Sie nicht auch die ausgesprochen bemerkenswerte Rede von Eugen Drewermann auf besagtem Kongress verlinkten.
    http://www.youtube.com/watch?v=2ytlZs433TQ

    Trotz extrem schlechten Ton und kleiner Zuhörerschaft, ist dieser Vortrag es wirklich Wert, sich 45 Minuten Zeit zu nehmen und aufmerksam zuzuhören.

     
  4. anonymaus am 07.05.2013 um 14:02 Uhr 

    @Stefan am 06.05.2013 um 16:04 Uhr

    Tabu ist Nichts und Falsch ist Vieles.
    Verkürzt scheint Folgendes eher Richtig als Falsch zu sein:

    …Elend langer TEXT…vielleicht packt den ja
    der Ein-oder Andere hier noch knapp 🙂

    1.
    Der interne Kampf der Global-Eliten
    tobt zwischen Konzernen
    ( So vielen Menschen wie möglich Kaufkraft geben
    um sinnlose Produkte kaufen zu können )
    und bestimmten Kreisen, die hinter der Finanzwelt agieren.
    (So viel Menschen wie möglich ausrotten, weil sie genetischer Schrott und Ballast für “Mutter Erde” sind )
    Letztere investieren gezielt in eine ZÜCHTUNGS-IDEE
    für eine drastisch reduzierte Menschheit.
    ( Gen-Forschung-Transhumanismus-Mensch-Maschine-Schnittstellen-Androide )
    Die politische Klasse ist hilflos, ohne Kenntnis, gekauft, privilegiert, erpressbar…und nicht unmittelbar zentral involviert…nur als Tool für den Agenda-Fortschritt vorgesehen
    2.
    GELD brauchen besagte Kreise nicht, weil sie es ja aus dem NICHTS herstellen können, und über die Multi-Konzerne, die sie kontrollieren, können sie sich auch alle Ressourcen des Planeten immer problemloser aneignen.
    Zur Privat-Monopolisierung gibt es ja auch die schönen BOOM & BUST-Zyklen der inzwischen längst manipulationsgesteuerten “Märkte”…das Off-Shore-Banking und die Derivat-Geschäfte der “Schattenbanken”… aus denen…wie bekannt…ein gigantisches Erpressungspotential souveränen Staaten gegenüber wirksam wird.

    3.
    Den GLOBALISTEN geht darum, die USA
    als Nation und als Verfassungsstaat zu zerstören !!!..und Russland und China gegen die USA aufzurüsten… Einen Anti-Amerikanismus weltweit und gerade in der islamischen Welt zu fördern geschieht IN VOLLER ABSICHT !!
    Zerstörerisch ist, dass die USA keine industrielle Basis mehr haben und vom größten Gläubiger der Welt nach 1945 zum größten Schuldner der Welt 2013 mutiert sind (wurden)…nur ein verheerender Angriff auf das US-Territorium kann das Land wieder schuldenfrei stellen…alle Unterlagen zerstört…und die Eliten kommen aus ihren Bunkern…Diese Eliten können ein zu großen Teilen entvölkertes Amerika locker verkraften !

    Scheinheiliger Kommentar:
    “Sorry People…tut uns Leid, dass uns die Russen und Chinesen so verarscht haben…das konnten wir nicht ahnen, dass sie uns angreifen…jetzt müssen wir uns halt…da unser Militär zerstört ist…der UNO-Mission anschließen und gegen Russland und China zurückschlagen !”

    4.
    Für was sonst bunkert Bill Gates Saatgut ab ?
    Warum kauft ein Ted Turner Patagonien ?
    Warum sind die USA untertunnelt mit
    Survival-Anlagen für die Eliten ?
    Warum verschwinden Milliarden von
    Steuergeldern, die die US-Enkel
    und Urenkel niemals erwirtschaften können,
    in sinnlosen Kriegen -“Bail-Outs“-schwarzen Löchern
    und Geheimprojekten ?

    Der normale Ami ( 200 Millionen ) hat NICHTS
    davon und es geht ihm immer beschissener

    5.
    Die militärische Macht der USA …ihre CIA / NSA etc…dient als Rammbock globalen Finanzinteressen und den dahinter stehenden globalen Agenda-Interessen NICHT allein den US-Rüstungskonzernen und natürlich schon gar nicht den US-Bürger-Interessen…die dürfen nur alles bezahlen ..auch ihre eigene Vernichtung …ohne dass sie davon was mitkriegen sollen.

    6.
    Immer mehr Amis wachen allerdings aus ihrem „Beer-Lady Gaga-Football-Koma“ auf…und lassen sich auch nicht auf die Schnelle durch die Regierung ihre Waffen abnehmen…die stets neu getürkten Homeland-Terror-Akte sollen ja da den Umschwung erzwingen.

    7.
    Uns Deutschen bleibt hoffentlich die Waffe des Geistes noch einigermaßen erhalten…unsere grundgesetzlich geschützte Meinungsfreiheit…und der Kampf mit Worten alleine !

    8.
    …und hoffentlich auch der Bröckers-Blog, auf dem sich neben geballtem Bullshit, auch gute Einträge finden lassen,
    wie dieser hier zum Beispiel 🙂

     
  5. Bianca Bonner am 10.05.2013 um 06:47 Uhr 

    Um diese Fragen beantworten zu können, muss zunächst ein Blick auf die sich wandelnde Bedeutung des Ausdruckes “Berliner Republik” geworfen werden. Zu erkennen ist dabei: Wer sich die heutige Berliner Republik anschauen möchte, darf nicht die neue Republik des Jahres 1990 aus den Augen verlieren. Schon kurz nach dem Fall der Berliner Mauer besann man sich auf die eigentlich nur provisorische Rolle Bonns 2 und machte sich erste Gedanken über eine Hauptstadt Berlin. 3 Um 1994 tauchte dann der Begriff der Berliner Republik auf – freilich noch in Anführungszeichen und in Unheil verkündender Analogie zur Weimarer Republik. 4 Damals “[…] der Inbegriff stramm konservativer Hoffnungen auf eine deutsche Normalität ‘nach Auschwitz’ […]” 5 , bekam die Berliner Republik mit dem Machtwechsel 1998 plötzlich eine ganz neue Bedeutung: man verband damit eine neue Generation, eine neue Politik, eine neue, postkonservative Republik.Der frischgewählte Bundeskanzler ging denn auch gleich auf den mittlerweile breit debattierten Begriff ein. Er nahm ihn für seine Politik in Beschlag, indem er die Berliner Republik zur “Republik der neuen Mitte” deklarierte. Und er entschärfte die Brisanz, indem er klarstellte, dass Deutschland nicht zurück in alte Gewohnheiten verfallen, sondern ein verlässlicher Partner bleiben werde 6 – aber auch ein selbstbewusstes Land werde Deutschland nun sein, ein “normales” Verhältnis zu seiner Geschichte wolle man nun haben. 7 So ist das Bild der Berliner Republik ambivalent geblieben: Auf der einen Seite steht im Prinzip die weitgehende Bewahrung des Status quo – “nicht alles anders, aber vieles besser machen” – , auf der anderen Seite ist so etwas wie eine Wir-sind-wieder-wer-Haltung zu erkennen.Es stellt sich erneut die Frage: Quo vadis, Deutschland – quo vadis, Berliner Republik?

     

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