Friedensnobelpreis für Ed Snowden!

sauerlandlinieWenn schon Walter Pincus –  das alte Schlachtross der Operation Mockingbird , mit der die CIA die Medien unterwanderte – es hinnehmen muß, dass sein Hausblatt “Washington Post” eine diffamierende Kolumne über Ed Snowden mit drei Korrekturabsätzen in die Tonne tritt, dann brennts tatsächlich bei den sog. Leitmedien der USA. Und bei ihren Stichwortgebern – den Geheimdiensten und dem Weissen Haus, deren Spin-Doktoren angesichts des Stakkatos der NSA-Enthüllungen offenbar gar nichts mehr einfällt, außer die Überbringer der Botschaft zu prügeln. Und schnell eine neue Sau – den (vergleichsweise belanglosen) Mord eines Wachmanns an einem schwarzen Teenager – mit riesigen Schlagzeilen durchs globale Dorf zu treiben und den NSA-Skandal  tunlichst zu ignorieren. Schon  dieser Eiertanz  auch der sog. “liberalen” Medien ist entlarvend – und dass selbst unser ehemaliges Nachrichtenmagazin zum Fall Snowden und den US-Medien nicht umhin kommt, einen “Gleichschritt der Mitläufer”  zu konstatieren, ist fast schon Eintritt wert: “Janine Gibson, Amerika-Chefin des “Guardian”, warf der gesamten US-Konkurrenz in der “Huffington Post” vor, bei Fragen der nationalen Sicherheit an einem “generellen Mangel an Skepsis” zu leiden: Kritisches Hinterfragen gelte seit 9/11 als “unpatriotisch”. In der Tat – und ich kann mehr als ein Lied davon singen, dass dieser generelle Mangel  nicht nur für die USA, sondern auch für die hiesigen Medien gilt.
Da Glen Greenwald weitere Enthüllungen aus den mehr als 1000 Dokumenten angekündigte, die Snowden sichergestellt hat, darf man gespannt sein, wie lange die ignorante Gleichschaltung der US-Medien noch geht – und wie lange Mutti  „Mir ist nicht bekannt, dass ich abgehört wurde“ Merkel und ihr Ministerdarsteller H.P “Denken Sie nur an die Sauerlandlinie” Friedrich ihre gleichgültige Ignoranz  gegenüber dem Verfassungsbruch massenhafter, anlassloser Ausspähungen ihrer Wähler noch durchhalten können.
Zumal der ganze Fall jetzt noch einen weiteren internationalen Spin erhalten hat, denn ein schwedischer Professor hat beim Nobel-Kommitee die Nominierung Edward Snowdens für den Friedensnobelpreis eingereicht – um dessen Einsatz für “fundamentale Freiheiten” zu würdigen und die “schlecht durchdachte” Vergabe an  Barack Obama 2009 zu korrigieren. Dürfte die Weltbevölkerung über die Preisvergabe abstimmen, wäre Snowden der Preis sicher.  Die Herren in  Brainwashington aber müssen ihr Diffamierungsgeschäft zu Hause jetzt noch weiter intensivieren und gleichzeitig den (Drohnen-)-Zeigefinger drohend gen Skandinavien erheben: Untersteht Euch!

6 Comments

  1. Alle sind sich doch einig:
    Da dieser ganze Abhörkokolores nichts ist gegen die Gestapo – schlimmer noch: die Stasi -,wird die größte Gegenbewegung der Menschen sein: Schulterzucken.In vier Wochen ist alles wieder heile.
    Es gab schon langweiligere Sommerlöcher.

     
  2. Ach lieber Herr Bröckers, wissen Sie! Nicht nur die Diffamierung des Nachrichtenüberbringers und der Prügel auf dessen Persönlichkeit stehen auf der Tagesordnung der Hofjournalisten, sondern auch Länder und Menschen, die die Systemfrage stellen, werden durch Kakao gezogen. Ich schaute mir gestern das Morgenmagazin auf ARD an und hörte dabei richtig zu, was ich in der Regel immer tue. Die venezolanische Regierung musste gestern daran glauben, es ging rauf und runter, angefangen mit einem einzigen Mann auf der Straße mit einem Plakat in der Hand, auf dem stand ” wir wollen Snowden nicht” bis hin zu irgendwelchen Filmmaterialausschnitten, die den Beweis erbringen sollten, der venezolanischen Regierung ginge darum, den USA Schaden zu zufügen.Ich denke generelle über diesen beruf nach, War der Journalismus immer so armselig oder und unterbelichtet oder ist das vielleicht ein neues Phänomen, das mit der wachenden Korruption seine Blütezeit erreicht hat? Für diese Wesen, die sich Menschen nennen, habe ich auf jeden Fall nur große Verachtung übrig.

     
  3. Die Entwicklung im deutschen Mainstream ist sehr erfreulich. Foschepoth auf Tagesthemen hätte es vor Snowden nicht gegeben. Ebenso wenig einen Bericht des Spiegels über Gleichschaltung und patriotische Nichthinterfragung von Sachverhalten nach 9/11. TIMES ARE CHANGING.

     
  4. BTW: Da hat doch gestern irgendein Hansel von der CDU behauptet, 1 Jahr, nachdem die Telefonnummer von Osamas Boten bekannt geworden sei, hätte man Osama geschnappt.

    Der weiß wohl nicht, dass die NSA die ganze Zeit bis zum 29.11.2001 die Telefonnummer von Osamas Satellitentelefon kannte, es sogar verwanzt hatte? Alles Amateure.

     
  5. Der Friedrich wird heute auf allen Staatskanälen gezeigt und darf wieder einmal von den angeblich verhinderten Anschlägen fantasieren und davon (sinngemäß), dass ja schon ein einziger alles rechtfertige. Leider fragt ihn niemand:

    Wie viele Anschläge wurden denn NICHT verhindert?

    Und: Wie viele verhinderte Anschläge wurden durch völlig andere Maßnahmen verhindert (z.B. gezieltes altmodisches Verwanzen von Treffpunkten, gezieltes altmodisches Observieren oder auch V-Leute?

    Ich würde ihn dann gerne stammeln hören. Natürlich wüsste er keine Antwort und würe ausweichen. Ein guter Journalist würde nicht lockerlassen und darauf hinweisen, dass es auch um die Verhältnismäßigkeit der Mittel gehe, also auch un die Kosten eines Zetta- oder gar Yottabyte-Rechenzentrums oder das Engagieren Tausender von Mitarbeitern, die die ganzen Daten ja auch auswerten müssen, sonst würde damit gar nichts verhindert. Und dann müsste er, nach weiterem Stammeln Friedrichs und dem Versuch, das Interview abzubrechen, nochmal hinterherrufen: “Also geht es doch um andere Ziele?” Leider haben es aber auch unsere vermeintlich “investigativen Journalisten wie Leyendecker noch nicht geschafft, die entscheidenden Fragen zu stellen, die nach 9/11 & Co, nach Gladio und so weiter und so fort. Sollte das auch noch passieren, müsste man Snowden wirklich ein Denkmal setzen, welcher Art auch immer. Vorerst wagt sich Leyendecker aber nur so weit vor:

    http://www.sueddeutsche.de/politik/geheimdienste-die-rolle-keine-rolle-zu-spielen-1.1722382

     
  6. Ed Snowden müsste als Enthüller des größten Lauschangriffs auf die Bundesrepublik und das Anstoßen der Diskussion über deutsche Souveränitätsdefizite (bisher galt es als unanständig, öffentlch darüber zu sprechen) eigentlich das Bundesverdienstkreuz bekommen. Aber wahrscheinlich hätte er genug Charakter, die Verleihung durch drittklassige Vasallenstaaten abzulehnen.

    Regierungsmitglieder, die diesen Angriff auf das Grundgesetz und dessen Werte durch eine äußere Macht beschönigen, verschleiern oder sogar daran beteiligt waren, sollten sich m.E. vor ihrem Souverän, dem Volk, wegen Hoch- oder Landesverrats verantworten müssen.

     

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