16
Jul, 2013

JFK über Geheimhaltung

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41a4zGHKsEL._Am Wochenende habe ich die letzten Korrekturen meines nächsten Buchs an den Westend-Verlag geschickt. Jetzt geht “JFK-Staatsstreich in Amerika” in den Druck und wird Mitte August erscheinen.  Der Umschlag des Buchs steht ja schon länger fest und gefällt mir sehr gut. Als mir die Werbeabteilung des Verlags dann den Rückseitentext schickte –  “Seit der Ermordung Kennedys verfolgen die USA eine bis heute gültige Politik militärischer Machtausübung und Interessenwahrung, die von Vietnam über Afghanistan bis zum Irakkrieg reicht und die in den jüngsten Bespitzelungsskandalen gipfelt. Wer verstehen will, wie die amerikanischen Geheimdienste ticken, kommt an diesem Buch nicht vorbei.” – habe ich wegen des letzten Satzes eine Sekunde gezögert – “Ist das nicht ein bisschen zu  dicke?”   – dann aber  – “Nein, ist es nicht, sondern passt hervorragend!” – zugestimmt. JFK hatte ernsthaft mit der Deeskalation des kalten Kriegs begonnen, er hatte sich mit Chrustschow verständigt und einen nuklearen Teststop erreicht, er hatte hinter dem Rücken seiner Miltärs und Geheimdienste Kontakte zu Fidel Castro aufgenommen, er hatte begonnen, die US-“Militärberater” in Vietnam abzuziehen,  und er hatte der CIA, über deren verdeckte Kriegsführung er  keine wirkliche Kontrolle hatte, das Budget gekürzt und angedroht sie “in tausend Stücke zu zerschlagen”.  Mit dieser Politik, die im Buch  ausführlich dokumentiert wird, machte er sich die mächstigste Instanz in seinem Land – den militärisch-industriellen Komplex – und den mächtigsten Geheimdienst – die CIA – zum ärgsten Feind, und glaubte, dass er dank der  überwältigenden Zustimmung der amerikanischen Wähler, die ihm eine sichere Wiederwahl garantiert hätte, diesen Kampf aufnehmen und bestehen könnte. Doch er unterschätzte den unbedingten Machtwillen und die dahinter stehende Profitmaschine des Militärs und der Geheimdienste , die eine Wende ihrer imperialen Politik nicht zulassen wollten, die JFK anstrebte und in seiner zweiten Amtszeit durchgezogen hätte – und  deshalb die verdeckte Operation eines “regime change” inszenierte, wie sie ihn zuvor mit Hilfe  von Killerkomandos, gedungenen “Freiheitskämpfern”, organisierten Kriminellen  und präparierten Sündenböcken schon in vielen anderen Ländern inszeniert hatten. Dieses Mal aber fand er zu  Hause statt,  als Staatsstreich in Amerika. Die Schüsse von Dallas zementierten für die folgenden Jahrzehnte nicht nur die Doktrin militärischer Dominanz und verdeckter Operationen als probates Mittel der Außenpolitik, sondern dienten auch als Warnung für jeden der Nachfolger John F.Kennedys, diesen vorgegebenen Rahmen keinesfalls zu verlassen. Daran haben sich alle Präsidenten seit JFK gehalten und das permanente Wachstum des Molochs ihrer Militärmaschine und der Macht ihrer Geheimdienste akzeptiert. Dass die Geschichte anders verlaufen wäre, wenn JFK und sein prädestinierter Nachfolger Robert Kennedy die Politik der 60er und 70er Jahre bestimmt hätten, daran kann kaum ein Zweifel bestehen. Nicht nur die Millionen Opfer von Kriegen  – auch der Überwachungswahn der NSA, gegen den die Stasi wie ein Steinzeit-Kindergarten wirkt, wäre der Welt erspart geblieben. Und nur mit Wehmut kann man heute  lesen,  was JFK im April 1961 vor der Versammlung amerikanischer Zeitungsverleger   der Politik und den Medien ebenso eindringlich wie erfolglos ins Stammbuch schrieb:

Allein das Wort “Geheimnis” ist in einer freien und offenen Gesellschaft unannehmbar; und als Volk sind wir – historisch und von Natur aus – Gegner von Geheimgesellschaften, geheimen Eiden und anderen geheimen Vorgängen. Wir entschieden schon vor langer Zeit, dass die Gefahren exzessiver Geheimhaltung „unpassender“ Fakten diejenigen Gefahren bei weitem überwiegen, die genannt werden, wenn es darum geht, diese Geheimhaltung zu rechtfertigen.Auch heute hat es wenig Wert, den Gefahren, die von einer Geheimgesellschaft ausgehen, zu begegnen, indem man die gleiche unvernünftige Geheimhaltung imitiert, die sie pflegen. Auch heute hat es kaum Wert, das Überleben unserer Nation sicher zu stellen, wenn unsere Traditionen nicht mir ihr überleben.”

Kommentare

7 Kommentare zu “JFK über Geheimhaltung”

  1. Berndchen am 16.07.2013 um 22:40 Uhr 

    Also durch die Verharmlosung “Steinzeit-Kindergarten” wird hier eklatant gegen die offizielle Grausamkeitshitliste

    Platz 1: Stasi
    Platz 2: Gestapo
    dann eine Weile nix und viel später alles andere

    verstoßen. Nicht, dass sich hier jemand schweren Ärger mit Herrn Dr. Hubertus Knabe und evtl. sogar eine Klage einhandelt! Ich meine es nur gut…

     
  2. Marco am 17.07.2013 um 08:37 Uhr 

    Ich bin gespannt auf das Buch. Verfolge alles rund um das Attentat seit über 20 Jahren. Allerdings bin ich mir beim Attentat selber gar nicht mehr so sicher. Man sieht in Zeitlupe eindeutig, dass JFK wohl wirklich von hinten getroffen wurde.

    Ganz wichtig ist hier allerdings der Mord an Tippit und die Verhaftung Oswalds.

    Das deutet schon alles auf Verschwörung hin.

     
  3. Berndchen am 17.07.2013 um 12:31 Uhr 

    Den Fall JFK hat Christian Heermann schon 1974 in seinem Buch “Kein Anruf aus Sing Sing – Große Fälle des FBI” haarklein dokumentiert.

     
  4. Timo am 17.07.2013 um 13:22 Uhr 

    Sehr geehrter Herr Bröckers!

    Wow, ihr Beitrag liest sich absolut großartig und deckt sich 100 % mit meinen Gefühlen über das Attentat. Das wird dann wohl nach ca. 30 englischsprachigen Titeln mein erstes deutschsprachiges Buch über das Thema. Danke dafür! Und: Lassen Sie sich nicht unterkriegen. Jeder weiß, wie stark einen der Wind entgegenbläßt, wenn man sich dem gleichgeschalteten Medienapparat entgegenstellt. Stichwort: Operation Mockingbird. Mir graut es schon vor den “Dokumentationen” zum 50. Jahrestag des Attentats in der Glotze.

    @Marco: Kennedy ist tatsächlich von 2 Kopfschüssen kurz hintereinander getroffen worden. Zuerst von hinten (Dal-Tex Building, Schütze vermutlich Charles Nicoletti), was erklärt warum sich sein Kopf für eine Millisekunde (Frame 312 Zapruder-Film) nach vorn bewegt, bevor er in Frame 313 gewaltsam und deutlich sichtbar NACH HINTEN geworfen wird (Schuss von vorn, vom “Grassy Knoll”). Das wird zudem unterstützt von zahlreichen Augenzeugen, die alle von 2 direkt aufeinander folgenden Schüssen sprechen, wie knock-knock. Und nicht zuletzt von Tonbandaufnahmen, deren Analyse für den Abschlussbericht des HSCA (siehe weiter unten) entscheidend war.

    Der Zapruder-Film selbst ist übrigens in einigen Frames retuschiert worden, eindeutig bewiesen durch eine Studie des ARRB (Assassination Records Review Board). Graphisch ist das Ganze im Buch “Inside the ARRB”(Band 1) von Douglas P.Horne dargestellt. Und zwar ist nach Frame 313 einfach ein schwarzer Fleck über die große Austrittswunde am Hinterkopf Kennedys “gemalt” worden. Und das nicht sehr subtil und sehr leicht auf den Fotostills zu erkennen.

    Übrigens noch eine Faustregel für alle, die mal wieder mit dem Totschlagsargument “Verschwörungstheoretiker” konfrontiert werden.
    Die letzte OFFIZIELLE Position der US-Regierung ist tatsächlich die, dass JFK Opfer einer ACHTUNG! Verschwörung wurde, so bestätigt im Abschlussbericht des HSCA (House Select Comittee on Assassinations) von 1979, einer offiziell von der US-Regierung ins Leben gerufenen Kommission. Also nichts Verschörungstheorie, VerschwörungsFAKT. Das diese Tatsache natürlich nicht lang und breit in den gängigen Medien berichtet worden ist, s.o., die “Nachtigall” lässt grüßen. Das HSCA ist natürlich nicht soweit gegangen, die Hintergründe der Verschwörung zu untersuchen (warum, kann man sich wohl denken), aber immerhin.

     
  5. Stefan am 17.07.2013 um 16:53 Uhr 

    JFK hat zu oft den Frieden bewahrt: 1961 hat er beigetragen, die zweite Berlinkrise zu lösen, indem er die Mauer akzeptierte (lieber eine Mauer als Krieg). Später hat er Operation Northwoods
    abgelehnt und den verantwortlichen General Lemnitzer abgelöst. Bei der Schweinebuchtinvasion haben ihm die Hardliner deren Scheitern angekreidet. Seine Zugeständnisse in der Kubakrise – Raketenabzug aus der Türkei und garantierter Invasionsverzicht auf der Insel – dürften einige Topmilitärs ihm erst recht als Schwäche ausgelegt haben. Schließlich plante er konkret in seiner Direktive NSAM 263 mit dem zügigen Abzug der US-Truppen aus Vietnam zu beginnen. Das war dann wohl zu viel des Guten. Sein Nachfolger Johnson steuerte komplett um und in Vietnam ging der Krieg erst so richtig los.

     
  6. waterboardet am 24.07.2013 um 18:52 Uhr 

    … und was ist mit seinen Plänen, die FED zu entmachten und wieder Staatsdollar einzuführen ?
    Ist das nicht das entscheidende Motiv, ihn beseitigen zu lassen ?
    “Am 4. Juni 1963 unterzeichnete er die »Executive Order Number 11110«, mit der er die frühere »Executive Order Number 10289« außer Kraft setzte, die Herstellung von Banknoten wieder in die Gewalt des Staates zurückbrachte und damit das kleine Kartell der Privatbanken entmachtete. Als bereits rund vier Milliarden Dollar kleinerer Noten unter der Bezeichnung »United States Notes« der Geldzirkulation zugeführt worden waren und in der Staatsdruckerei größere Noten auf die Auslieferung warteten, wurde Kennedy am 22. November 1963 (…)erschossen (…. ) sein Nachfolger hieß Johnson. Und dieser stellte aus unerfindlichen Gründen die Banknotenproduktion ein. Die zwölf Federal-Reserve-Banken ließen die Kennedy-Scheine aus dem Verkehr ziehen und gegen ihr eigenes Schuldgeld austauschen.” http://faszinationmensch.com/2011/09/05/musste-john-f-kennedy-sterben-weil-er-das-geldschopfen-wieder-in-die-hande-des-staates-brachte/

     
  7. Obi am 24.07.2013 um 22:02 Uhr 

    @ waterboardet: Nehme mal an Bröcki hat das auch auf dem Schirm, er hat ja nun schon öfter zur FED und FIAT-Money gepostet. Aber allein ein Motiv reicht noch nicht, um einen Mord aufzuklären – Motive hatten Russen, Chinesen, Israelis, Fidel Castro und auch die FED.., die Frage ist, wer die Mittel und Möglichkeiten hatte, den Mord zu organisieren und danach 50 Jahre lang zu vertuschen – und da scheiden die oben genannten imho einfach aus

     

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