25
Nov, 2013

“The public must be satisfied”

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Dass die Warnung “Beware of Brainwashington!” vor dem Jahrestag des JFK-Mordes angebracht war, zeigten die in den letzten Tagen gedruckten und gesendeten Beiträge, in der  die nach wie vor so genannten “Qualitätsmedien” durch die Bank die Geschichte des Einzeltäters Oswald und den Befund der Warren-Kommission von 1964 nachbeteten. Die Befunde der beiden späteren offiziellen Kommissionen, des “House Select Commitee of Assassinations” (HSCA), das 1977 eine Verschwörung für wahrscheinlich hielt, und des “Assassination Records Review Board” (ARRB), das 1998 eine solche Verschwörung u.a. anhand der manipulierten Autopsiefotos bewiesen hat, wurden durchweg ignoriert. Stattdessen feierten neue pseudo-wissenschaftliche “Beweise”  der magischen Kugel fröhliche Urstände, wurde der obskure Bestseller des TV-Moderators Bill O’Reilly “Killing Kennedy” als Beweisschrift für den Einzeltäter Oswald angeführt und durchweg suggeriert, dass die (Nicht-)Ermittlung der Warren-Kommission auch nach 50 Jahren der Wahrheit am nächsten kommt und daneben nur unbewiesene Verschwörungstheorien existieren.

Dass Dutzende bewiesener Fakten gegen einen “lone gunman” sprechen, dass Oswald angesichts dieser Fakten in einer ordentlichen Gerichtsverhandlung mit ziemlicher Sicherheit freigesprochen worden wäre – all dies war den den Schurnalisten von FAZ bis Spiegel, von SZ bis ARD & ZDF keine Erwähnung, geschweige denn ein paar eigene Recherchen wert. Was kein Wunder ist, denn diese hätten schnell dazu geführt, dass Oswald nichts anderes als ein weitgehend ahnungsloser Sündenbock – ein “sheep-dipped patsy” – war, was dann selbstverständlich zu der Frage führt, wer denn als Hirte dieses verwirrten Schafs fungierte. Wobei diese Frage schon nicht gestellt werden darf, weil sie in vermintes Gelände (Militär, CIA, FBI) führt… und dahin wagen unsere Schurnalisten auch nach 50 Jahren keinen Schritt und verabreichen ihrem Publikum auch nach einem halben Jahrhundert weiter ungeniert Beruhigungspillen wie die “magische Kugel”. Wo aber selbst bei einem uralten Fall wie dem JFK-Mord die Fakten wie eine heiße Kartoffel nicht einmal mit der Kneifzange angefasst werden, kann man sich ausrechnen, wie sich die Medien bei aktuellen  “Staatsverbrechen gegen die Demokratie”  verhalten.

Heute vor 50 Jahren wurde John F. Kennedy beerdigt – und Bundesanwalt Katzenbach sandte ein Schreiben ans Weisse Haus: “The public must be satisfied that Oswald was the assassin; that he did not have confederates who are still at large; and that evidence was such that he would have been convicted at trial.” 72 Stunden nach dem Mord waren die Ermittlungen abgeschlossen, der Angeklagte durch den Mafia-Handlanger Ruby erschossen und dank der Kooperation der Medien, die keine weiteren Fragen  und das Publikum zufrieden stellten, sind die Täter (bzw.ihre Nachfolger) bis heute unter uns.

Kommentare

2 Kommentare zu ““The public must be satisfied””

  1. Stefan am 25.11.2013 um 19:31 Uhr 

    Der Grundirrtum besteht darin, von den Mainstream-Journalisten etwas anderes zu erwarten. Früher hieß es, wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd. Heute könnte man vielleicht formulieren, wer die Wahrheit sagt, braucht erst gar nicht wiederkommen. Das systemkonforme Lügen der Karriere wegen ist nicht mit dem Staatssozialismus untergegangen, im Gegenteil. Und aus persönlicher Integrität die Konsequenzen ziehen die wenigsten – unsere Obrigkeit lebt es doch allen vor und knickt feige ein, wegen der “überragenden Bedeutung der transatlantischen Beziehungen”.

    Übrigens ist das Lügen der Mainstreammedien offenbar inzwischen ein globales Problem und führt zu organisierter Gegenwehr. Es entwickelt sich eine internationale Protestbewegung, die man gerne totschweigen würde. Schon mal was davon gehört?

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/11/18/propaganda-vorwurf-massen-prostete-gegen-medien-in-grossbritannien-und-usa/

    http://www.mamsm.info/

     
  2. Markus Weber am 26.11.2013 um 08:06 Uhr 

    Könnte man vielleicht sagen, dass eine grossartige Lüge erst durch Hineinwirken von Teilen der Wahrheit vollständig und damit so richtig infam wird? Sie hatten, Herr Bröckers, jetzt mehrfach auf unsere Qualitätsschurnalisten hingewiesen, die so treudoof hinter der Warren-Version herrennen, dass ihnen selbst ein einfaches Erwähnen abweichender Ansätze zuviel der Zumutung scheint. Stimmt aber nicht ganz bzw. eben doch: In der BILD-Dir-Deine-Meinung-Zeitung gab’s online eine für mein Empfinden wertungsfreie Gegenüberstellung jeweils der Hergänge ohne und mit einer zusätzlichen Gewehrkugel. Während Blätter wie die FAZ sich in Schussexperimenten mit Kürbissen oder Wassermelonen ergehen. Was soll da noch kommen? Heisenberg und die DeBroglie-Wellen? Schwer zu sagen.
    Jim Fetzer berichtet, er sei positiv überrascht gewesen, dass im Rundfunk über seine Konferenz ebenfalls neutral und sachlich berichtet worden wäre. Mit der Zeit ist man ja schon mit wenig zu fireden. Denn immerhin wird es jetzt so dargestellt, als könne man zu komplexen Themen, die wohl nie ganz aufgeklärt würden (tja, leider! Krokodilsträn!) so diese und jene Meinung haben. Quodlibet eben. Dass unter den Meinungsbildern solche sein könnten, die man wegen physikalischer Unmöglichkeit und wegen forensischer Unlauterkeit ablehen und kategorisch geringer bewerten muss, braucht wohl noch eine Weile, um sich durchzusetzen.
    Ich weiss nicht mehr, wo ich den Hinweis gefunden habe, aber ich meine mich an eine rabbinische Weisheit zu erinnern, die etwa soviel sagt: Man kann als Mensch vor Gott gerechtfertigt bleiben, selbst wenn man Übles tut, aber es darf nicht hinterhältig sein. Der akzeptable Pakt mit dem Teufel, der einem beim Durchführen der bösen Tat hilft und fürs Gelingen sorgt, erfordert, dass man im Vorfeld den Betroffenen die horrende Wahrheit offenlegt. Am Ende soll keiner sagen dürfen, er sei völlig unvorbereitet getroffen worden und hätte sich nicht entziehen können. Daraus wird immerhin soviel klar: Übeltäter mit ideologischer Orientierung und Aberglauben müssen einen beträchtlichen Teil ihres Eifers der Vertuschung der besonderen Art widmen, jenen (Teil-)Offenlegungen, die so abgefahren sind, dass sie keiner dafür halten mag.

     

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