Patridioten auf dem Planet der Affen

Die meisten domestizierten Primaten auf der Erde haben bekanntlich keine Ahnung davon, dass sie Primaten sind. Sie halten sich für etwas Besseres als den Rest des Planeten. Auch ihre Anführer, die Alpha-Männchen, halten sie keineswegs für typische Anführer von Primatenbanden. Selbst wenn sie ihr Verhalten schrecklich finden oder sogar davon entsetzt sind, können sie darin kein ganz normales Primatenverhalten erkennen.

Das Durchschnitts-Bewusstsein der domestizierten Primaten auf der Erde ist also beschränkt. Es zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass es sich eine weder lebende noch tote Katze, mit der Erwin Schrödinger einst die Konsequenzen der Quantenphysik erklärte, nicht vorstellen kann. Koexistierende Zwischenzustände zwischen Dasein und Nicht-Dasein – sei es von Katzen-Körpern oder von Atomteilchen – sind für den gemeinen Primaten-Verstand ein Unding. Und so kommt es, dass auch 80 Jahre nach ihrer Entdeckung die Quantenrealität kaum wahrgenommen wird. Das kann nicht überraschen. Nicht einmal die fast 500 Jahre alte Entdeckung des Kopernikus ist in die semantischen Schaltkreise der Primaten-Hirne eingegangen: bis heute reden sie davon, dass die Sonne “auf” – oder “unter”-geht. Wie tief diese Prägung ist, kann jede/r beim nächsten prächtigen Sonnenuntergang überprüfen: es dauert einige Minuten bis man sich klar gemacht hat und “spürt”, dass nicht die Sonne, sondern die Erde sich dreht.

Woran liegt es, dass unserem Bewusstsein auch nach einem halben Jahrtausend die kopernikanische Wende nicht implantiert ist? Es sind die zwei ältesten und am tiefsten geprägten Schaltkreise des Primaten-Hirns – sie sichern Bio-Überleben und emotional-territorialen Ansprüche – die den von Symbolen ( der Sprache) geprägten 3. Schaltkreis okkupieren. Dank dieses egozentrischen “Reptilien-Hirns” empfinden domestizierte Primaten emotionalen oder territorialen Statusverlust als Bedrohung. Jedes Alphamännchen kann den ganzen Primatenstamm hinter sich bringen, wenn es ihn überzeugt, dass es ein anderes Alphamännchen auf ihr Territorium abgesehen hat. Ist es gelungen, diesen “patriotischen” Schaltkreis anzuklicken und auch noch genügend Bio-Überlebensangst zu produzieren, handelt der Stamm nach Gedankensystemen, die einer rationalen Analyse keine fünf Minuten standhalten. Zwar werden die Anthropologen nicht müde, die vor etwa 11.000 Jahren entstandenen ersten Siedlungen der domestizierten Primaten als zivilisatorische Großleistung zu rühmen – bis kurz zuvor hatten die einzelnen Alpha-Männchen ihr Territorium noch mit Exkrementen abgesteckt und Eindringlinge mit diesen Grenzmarkierungen beworfen; doch wie wenig Zeit seitdem vergangen ist zeigen immer noch eingeprägten Redewendungen: Bis heute ziehen die domestizierten Primaten in den Krieg, um ihren Gegnern “die Scheiße aus dem Leib zu prügeln”. Ist die Operation erfolgreich (oder zeigt der Gegner „Schiss“ und unterwirft sich freiwillig), wird das Territorium neu abgesteckt. Auch wenn der Prozess der Zivilisation Technologien hervorbrachte, die die Scheißhaufen von einst durch Megatonnen-Bomben ersetzten, die grundlegende Struktur ist dieselbe geblieben. “Für Saddam, in Liebe” signierte Verteidigungsminister Dick Cheney im ersten Golfkrieg eine der Bomben auf Irak. Öffentlich müssen sich Primatenführer heutzutage etwas zurückhalten, mit einem “Du dreckiger Scheißer” riskierte ein Verteidigungsminister seinen Job, weshalb er seine Bömbchen dem Feind mit der ironischen Duftmarke “In Liebe” schickt. Diese Kulturleistung immerhin haben 50.000 Jahre Primatenevolution erbracht. Wäre da nicht die gesteigerte Tötungseffizienz der Mittel, man könnte fast von “Fortschritt” sprechen.

Mit der steigenden Zahl und Heterogenität der Bewohner gerät der Landgewinn starker Primatenbanden irgendwann an den kritischen Punkt, an dem Hierarchie und Hackordnung zu zerfasern drohen, Stabilität im Inneren lässt sich nur aufrecht erhalten über einen äußeren Feind, gegen den sich alle zusammenschließen müssen, weil er angeblich allen ans Eingemachte will.
An dieser Stelle humanoider Organisationsentwicklung nun schlägt die Stunde der „Nation“, des Primaten als Patrioten, der gegen eine angebliche Übermacht (die als “Barbaren”, “Hunnen”, “Achse des Bösen” etc. dämonisiert wird) seine Sicherheitszone auf das gesamte Territorium ausdehnt. Nicht das Bedürfnis nach Handel, Wandel und Kommunikation liegt dem Entstehen von Nationen zugrunde, sondern Paranoia. Wenn sie nur ausreichend Angst schüren gelingt es den Primatenführern im Handumdrehen, die Massen unter einer Hohlformel wie „Nation“ zu versammeln. Dass das Nationale als Kitt, als Integrationsklebstoff so hervorragend funktioniert, ändert indessen nichts daran, dass es im Kern hohl und leer ist. Es versammelt eine solche Vielfalt unterschiedlichster Interessengruppen, Lebensvorstellungen, politischer Auffassungen und regionaler Kulturen, dass jede Definition eines „typischen“ Nationalcharakters zum Scheitern verurteilt ist. Beziehungsweise zum Rückgriff auf Klischees und Stereotypen gezwungen, die keiner empirischen Überprüfung standhalten. Was auch für unscharfe Begriffe wie „Kulturnation“ gilt.

Wie wenig 250 Jahre Aufklärung, Rationalismus und Moderne an dieser archaischen Dumpfheit bis dato ändern konnten, zeigen die jüngsten Kriege der Großmacht USA ebenso wie all die kleineren Gemetzel, die sich aufgehetzte Primatenhorden überall auf der Welt liefern. Dass die höheren Schaltkreise des Primatenhirns in ihrer kurzen Geschichte wunderbare Erfindungen hervorgebracht haben und zu großartigen Leistungen fähig sind, kann niemand bestreiten; solange aber die Saurierabteilung ihres Gehirns jederzeit den ganzen Laden übernehmen kann, solange werden sich die Patridioten auf diesem Planet der Affen weiter gegenseitig die Scheiße aus dem Leib prügeln. Bis sie gelernt haben, gleichzeitig heimatverbunden zu bleiben und…. den Nationalismus in Folklore zu verwandeln. Und erkennen, dass die nostalgische Beschwörung des Nationalstaats als Hort der Einigkeit und der Wohlfahrt – gegen die kalte Luft der „Globalisierung“ und die übelwollenden Nachbarn/Russen/Chinesen/ Amis/Moslems/You name it – keine Lösung ist. Weil die eigentlichen Grenzen gar nicht zwischen Völkern und Nationen verlaufen, sondern immer zwischen Oben und Unten….

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9 Kommentare

  1. Lieber Herr Bröckers,

    einige Fragen:

    – Inwiefern strukturieren Begriffe unsere Welt und unsere Identifikation – und grenzen damit per Definitionem zwangsläufig immer ein Stück weit aus?

    – Inwiefern ist das also ein natürlicher Prozess der Sprache, unseres Verstehens der Welt und unserer Organisation der Welt? Vielleicht ist der Punkt, dass wir darum wissen, damit leben und wir alle in unserem Erwachsenwerden lernen müssen damit vernunftbegabt, aufgeklärt, und zivilisiert umzugehen?

    – Inwiefern gibt es zudem Unterschiede zwischen Patriotismus, Nationalismus, Chauvinismus, Nationalsozialismus, Faschismus – und inwiefern werden diese Unterschiede teils bewusst verwischt, um damit übersteuern und verdammen zu können?

    Wenn Patriotismus als Liebe zum eigenen Land definiert ist – ohne die Menschen anderer Nationalitäten und andere Völker abzuwerten – dann ist dagegen wohl wenig einzuwenden. Wir können ja auch unseren Partner lieben, ohne alle anderen Männer/Frauen abwerten zu müssen. Ansonsten würde wohl mit dem Begriff Liebe ebenfalls etwas nicht stimmen.

    (Sofern der Begriff “Patriotismus” inzwischen anders benutzt wird und umdefiniert wurde, dann kann man die “Liebe zum eigenen Land” auch als etwas anderes bezeichnen, es ändert aber nichts am Sachverhalt: der Liebe zum Eigenen, in diesem Fall zu dem Land zu dem man sich verbunden fühlt).

    Ich stimme Ihnen zu: Wichtige Grenzen, die vielen Menschen in vielen Ländern Probleme machen. verlaufen zwischen “Oben” und “Unten”.

    Und: die “Mächtigen oben” nutzen ganz offensichtlich wahrnehmbare Unterschiede und die zur Orientierung der Menschen stets notwendige Identifikation mit komplexitätsreduzierenden Zuschreibungen (wie “Münchner”, “Bayer”, “Deutscher”, “Europäer”, “Linker”, “Konservativer”, “Großer”, “Kleiner” etc.) aus oder versuchen Menschen zusätzlich in weitere Gruppen zu teilen – und die Wahrnehmung der Unterschiede umzudefinieren und negativ zu werten: um Angst zu schüren, Feindbilder aufzubauen und einen Vorteil daraus zu ziehen.

    Doch wenn das Denken und Wahrnehmen der Welt über Zuschreibungen funktioniert:

    Inwiefern ist es dann keine Lösung die Unterschiede, die die Menschen ja spüren, wegzudefinieren?

    (Zumal Menschen für wegdefenierte und “verbotene” Begriffe nach einiger Zeit notfalls wieder einen neuen Begriff finden.)

    Vielleicht liegt die Lösung eher darin…

    1. zu erkennen dass es Unterschiede gibt, dass diese erstmal einfach nur “sind” (ohne zu werten) und zu lernen menschlich mit Unterschieden umzugehen – und wenn die Neugier und der Wunsch vorhanden ist, davon zu Lernen?

    2. zu lernen, dass jede Zuschreibung von Machthabern genutzt werden kann, um diese zu übersteuern und wir eher lernen müssen, uns der Techniken der Macht zu erwehren?

    Vielleicht lieben Sie ja auch französischen Wein, italienische Pasta, russische Blinis oder britischen Humor?

    Herzliche Grüße,
    Angelika

    __

    Interessant dazu:

    Warum auch die Linke Patriotismus braucht
    http://cicero.de/innenpolitik/Warum-auch-die-Linke-Patriotismus-braucht

    “Antideutschtum ist eine Ideologie der Etablierten”:
    (Zitate linker Patrioten von Ernst Thälmann, Bertolt Brecht, Rudi Dutschke, Che Guevarra etc.)

      1. Dass Mathias Bröckers als Ko-Autor und Herausgeber von Robert Anton Wilson

        https://www.broeckers.com/archiv/alles-unter-kontrolle/

        auf derselben Wellenlänge tickt, ist nichts Neues. Ebenso wie seine Übernahme des R.A.Wilson-Begriffs “domestizierte Primaten”, den ich schon öfter in seinen Büchern gefunden habe und ich glaube auch hier im Blog; wie auch die Schaltkreis-Theorie des Gehirns von Leary/Wilson, die er in “Das sogenannte Übernatürliche” vorgestellt hat (sehr empfehlenswertes Buch!). Da Blog-Postings keine wissenschaftlichen Arbeiten sind genaue Quellenangaben imho verzichtbar. Umso wichtiger ist es – da freie Geister wie Wilson und Leary leider schon tot sind – dass in ihrem Geiste weiter gedacht und geschrieben wird. U.a. mit wunderbaren und witzigen Beiträgen wie diesem hier.

  2. Hallo Herr Broeckers, soweit, so gut. Das ist der Schlüsselsatz: “Weil die eigentlichen Grenzen gar nicht zwischen Völkern und Nationen verlaufen, sondern immer zwischen Oben und Unten….” Allerdings sagt mir der Satz des Herrn Majchrzak “eine erde , ein planet
    menschen sind erdenbuerger” nichts. Die Feststellung ist richtig, aber überflüssig, denn sie äußert keinen Standpunkt. Ich würde den Begriff Nation austauschen gegen eine Lebensweise, die sich in mehr oder weniger in fest umrissenen Gebieten entwickelt hat und die ich als Heimat empfinde. Eine Art miteinander umzugehen, Nachbarschaften zu pflegen und Freundschaften zu knüpfen, die auf ähnlichen Lebensentwürfen, Werten und Interessen beruht. Ich fühle mich in dem oben genannten Sinne nicht von “übel wollenden Nachbarn” bedroht. Ich fühle mich in meiner Gegend, andere dehnen es bis zum Begriff Nation aus, von innen gestört in meiner Lebensweise. Auf den Punkt gebracht von der Politisierung des Islam und den Einwanderern, die dem huldigen. Ich habe keine Lust, dass die mühsam erlangte Emanzipation vom Christentum, aber vor allem von deren selbst ernannten Institutionen der Kirchen, durch ein neues Mittelalter ersetzt wird, das sich im öffentlichen Raum breit macht. Religion muss Privatsache sein. Natürlich ist Gesellschaft immer im Wandel, aber ich möchte keinen Wandel ins Negative, das dem Humanismus zuwiderläuft. Unsere “Kirchenfürsten” Bedford-Strohm und Marx hofieren den politischen Islam mit dem Hintergedanken einer Renaissance der Kirchen. Das gefällt mir nicht. Ich lehne das Christentum nur in Teilen ab. Die friedliche Grundhaltung finde ich wichtig und richtig. Das Sündenkonzept wiederum nicht, dient es doch nur den Herrschaftszwecken. Ich habe keine Lust auf Parallelgesellschaften, die sich augenfällig in Berlin-Neukölln und Essen gebildet haben. Wenn ich mich im öffentlichen Raum bewege, möchte ich meinen Mitbürgern ins Gesicht blicken können. (Burka) Nation wird ja oft mit dem Begriff Heimat verknüpft. Für mich ist Heimat, das was ich oben angerissen habe, die Gegend, die ich liebe und die Lebensweise, die mir gefällt und die mich zufrieden stimmt. Wenn ich diese von innen eine Erosion erfährt, dann kämpfe ich dafür, dass das nicht passiert. Dabei fühle ich mich allerdings nicht wie ein geistiger Primat, der ich biologisch natürlich bin, sondern wie ein Kulturwesen, das seine Lebensweise verteidigt. By the way, ich bin davon überzeugt, dass die menschliche Toleranz gegenüber dem, was er nicht kennt, begrenzt ist. Spätestens im eigenen Garten oder gar im eigenen Haus kann die leicht überstrapaziert werden und in Hass umschlagen, der sich dann leicht instrumentalisieren lässt. So ist der Mensch.

    Nationen sind ein Konstrukt in geschichtlichen, gesellschaftlichen und politischen Prozessen, die irgendwann durch etwas anderes ersetzt werden. Gut, dass ich das in dieser Inkarnation nicht mehr erleben muss, denn ich habe keine Lust mit der nivellierenden Gülle der Globalisierung übergossen zu werden. Anders gewendet einer Weltkultur, die von den Konzernen diktiert wird und alles kulturell abweichende, individuelle in diesem Güllesumpf versinken lässt.
    Vielen Dank für Ihren Text!

    1. Ich fürchte, es ist etwas schlimmer: die genannten ersten beiden Schaltkreise bestimmen immer mit, wenn wir denken. Ja, auch dann. Und es erweist sich, daß der dritte Schaltkreis einfach keine Kontrolle hat über die Reichweite, die unser Handeln dank seiner Tätigkeit erreicht hat. Das macht uns summa summarum zu Parasiten, wo wir Symbionten sein müssten, wollten wir überleben.

      Drum setze ich für den “Homo Sapiens” den “Simea Raptans” – den Raubaffen. Oder für den Alltag: den Alles-Meins-Affen. An dem scheitern wir. Es sei denn, es emergierte eine höhere Funktion des Bewußtseins. Ist nicht ganz ausgeschlossen – schließlich kann man dem “Geist des Menschen” gelegentlich schon mal auch an der Strassenecke begegnen. Sollte sich aber beeilen, der Geist.

  3. Richtig, der Bruch verläuft nicht zwischen den Völkern, sondern zwischen Oben und Unten. Aber die derzeitigen nationalistischen oder separatistischen Tendenzen sind kein zufällig wiedererwachter völkischer Chauvinismus zurückgebliebener Primaten, sondern die Antwort einfacher Leute auf die Globalisierung. Nicht irgendeine Globalisierung, sondern die des neoliberalen Establishments. Und diese Globalisierung geschieht nicht etwa aus humanitären Gründen, sondern um die kleinen Leute weltweit gegeneinander auszuspielen und einen weltweiten Markt zu schaffen.

    Einen weltweiten Arbeitsmarkt zwecks Lohn- und Sozialdumping und einen weltweiten Absatzmarkt zwecks Rationalisierung. Das Kostenideal ist der weltweite Einheitsendverbraucher, der überall das gleiche isst und trinkt, die gleichen Filme sieht, die gleichen Wünsche (aber nichts zu sagen) hat und stets verfügbar bleibt.

    Die blutigen Kriege, speziell im Nahen Osten seit 2001, wurden nicht von patridiotischen Nationalisten vom Zaun gebrochen, sondern von neoliberalen Globalisierern. Und deshalb ist es eine tödliche Illusion, diese neoliberale Elite als humanitär zu verklären, nur weil sie die Globalisierung – und damit Internationalisierung – vorantreibt. Diese Leute gehen offensichtlich über Leichen, die Leichen der kleinen Leute die sie aufeinander hetzen (und die glauben, sie würden für ihre Nation oder Religion sterben, aber statt dessen nur die Interessen der globalistischen Oberschicht bedienen).

    Die Herrschaftselite agiert weltweit, aber ein gewähltes Weltparlament gibt es (noch) nicht. Solange das so ist, bedeutet ein Verteidigen nationaler Kompetenzen auch eine Verteidigung der Demokratie und das Gegenteil schwächt die Demokratie – und damit die “Unten” gegen die “Oben”. Diese einfache Erkenntnis als reaktionär zu diffamieren, ist nur ein leicht durchschaubares Pseudoargument des Establishments. (Reaktionär wird es erst, wenn sich einzelne Nationen über andere erheben wollten, weil sie sich für außergewöhnlich, für “exzeptionalistisch” halten.)

    Wenn die Linke wieder stark werden möchte, sollte sie den Mut haben, diese Dinge auszusprechen, anstatt die berechtigte Empörung darüber, dass wir über all das vom Mainstream belogen werden, den “dumpfen Rechten” zu überlassen.

    Alternativ könnte die Linke offen sagen, dass sie die internationalisierende und nivellierende Wirkung der neoliberalen Globalisierung für wichtiger hält als Frieden, Soziales und demokratische Regeln, also eine weltweit gleichgeschaltete Wirtschaftsdiktatur des einen Prozents durchaus akzeptiert, solange die übrigen 99 Prozent möglichst unterschiedslos ausgebeutet werden. Auf große Teile der Grünen trifft letzteres m.E. zu, es fehlt nur noch das offene Bekenntnis.

  4. Ich sehe das anders. Der Grund für nationalchauvinistisches oder rassistisches Verhalten ist meiner Ansicht nach kein Primaten-Verhalten (also quasi ein “natürliches” Verhalten), sondern größtenteils anerzogen durch eine Gesellschaftsordnug, die erst vor ein paar tausend Jahren begonnen hat, sich über die Erde zu verbreiten.

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