(Nach der Löschung von KenFM auf yt ist das Video jetzt hier: https://apolut.net/mathias-broeckers-koenig-donald-podcast/ )
Das Gespräch über “König Donald” und “JFK”, das ich mit Ken Jebsen führte, hatte in den ersten zwei Wochen schon über 70.000 Zuschauer. Das ist eine schöne Quote und weil ich von der KenFM-Redaktion weiß, dass die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei diesen Sendungen bei über 30 Minuten liegt, haben sich viele die zwei Stunden sogar komplett angeschaut. Mir selbst fällt das immer schwer. Als ich damals mit Radio anfing, ging ich beim Abhören der Aufnahme am liebsten aus dem Studio weil ich Stimme und Aussprache zum Weglaufen fand. Schon gar nicht wollte ich dann die Sendungen anhören, außer wenn wunderbare professionelle Sprecher meine Texte vortrugen, die hörte ich dann manchmal mit leicht geschwellter Autorenbrust sogar mehrfach.
Fernsehen ist natürlich noch schlimmer, zumal wenn die KenFM-Crew mit ihren ehrlichen HD-Kino-Kameras da einen alten Mann während der allmählichen (“äh”, “mmmh”, “sozusagen”…) Verfertigung von Gedanken beim Reden zeigt. Und beim Fuchteln. Darauf hatten mich meine Kinder schon in den 90ern nach irgendeiner TV-Talkrunde aufmerksam gemacht – “Du fuchtelst dauernd mit den Händen, Papa.” – und jetzt muss ich feststellen, dass es nicht besser geworden ist. Im Gegenteil. Kann der Kerl nicht einfach mal ruhig sitzen, die Hände vorm Bauch (Raute?) und gelassen und ruhig sprechen, ein bißchen langsamer vielleicht, bedächtiger… die Stimme klingt ja durchaus sonor, seriös…aber dieses Gefuchtel und Gezappel ?? Ich finde es zum Weglaufen…
In weiser Voraussicht hatte ich einst dem Drängen meines Meisters und Lehrers Wolfgang Neuss widerstanden, mit Kabarett selbst aufzutreten, worauf er mich – wenn Besuch kam – manchmal als “Garderobenkomiker vorstellte: “Macht Witze nur hinter der Bühne”. Das stimmt bis heute. Und es liegt nicht an Lampenfieber oder Versagensängsten; wenn die Lampe angeht, Mikro oder Kamera laufen, bin ich innerlich eigentlich immer ruhig, aber kaum sprudelt der spontane Text entgleiten Gestik und Mimik völlig und Opa fuchtelt und rudert was das Zeug hält. Ich finde das unmöglich, zum Weglaufen und konnte die zwei Stunden daher nur schwer durchhalten.
Den Zuschauern auf youtube ging es offenbar ganz anders, die meisten der über 200 Kommentare sind sehr positiv, wenn überhaupt wird Ken gerügt, weil er mir dauernd dazwischenquatscht, was mich aber kaum störte. So wenig wie sich das Publikum an meinem Gezappel stört. Mir aber gefällt das gar nicht weshalb ich auch künftig lieber hinter als auf einer Bühne tätig bin. Natürlich mit der Hoffnung, auch so ein paar Leute zu erreichen, die dann die Läden stürmen und meine Bücher kaufen, denn von irgendwas müssen ja auch Garderobenkomiker leben. Danke!









