Real Game of Thrones: „Das Unheil, das ich angestiftet, leg ich den andern dann zu schwerer Last“

Weil das Real Game of Thrones nicht nur ein Spiel ist sondern auch blutiger Ernst, ist die Farce, die sich seit Donalds Thronbesteigung im exzeptionalistischen Königreich abspielt, nicht wirklich zum Lachen. Auch wenn Humor vielleicht die letzte Zuflucht ist, die einen vor der Finsternis retten kann, die sich über dem Imperium zusammenzieht. Was aber nicht allein an diesem verrückten König mit der Eichhörnchenfrisur liegt, sondern auch den Verlieren des Wahlkampfs, die sich mit dieser Niederlage nicht abfinden können.

Dass Donald gegen alle Vorhersagen der Kaffeesatzleser, gegen die Gilde der Herolde und Lautsprecher und gegen Hillarys doppelt so schwere Kriegskasse den Sieg errang, hatte das unterlegend Lager so tief getroffen, dass es sich ein demokratischen Spielregeln entsprechendes Eingeständnis dieser Niederlage nicht abringen konnten. Weil Hillary mit Betrug den alten Bernie aus dem Rennen geboxt hatte, der die Massen anzog und auch Donald besiegt hätte, trug sie die eigentliche Hauptschuld. Und wie das so ist, wenn man ein Versagen vor sich selbst nicht eingestehen kann – „Das habe ich getan“ sagt mein Gedächtnis. Das kann ich nicht getan haben — sagt mein Stolz und bleibt unerbittlich. Endlich — gibt das Gedächtnis nach“, hatte einst der Psychologe Nietzsche dieses Procedere beschrieben – sucht man die Schuld bei anderen. So kam König Wladimir als Watschenmann und „Ultraböser“ in Spiel: er soll Hillarys Post gestohlen, ihren Betrug öffentlich gemacht und so seine „Marionette“ Donald auf den Thron gebracht haben. Diese zwar unbewiesene und nur behauptete „Einmischung“ in das heilige Ritual der exzeptionalistischen Demokratie, die Wahlen, wurde sodann als „kriegerischer Akt“ bezeichnet, mit dem der Ultraböse das Königreich angegriffen habe und nun mittels seines Agenten Donald zerstören will. Dass das unterlegene Hillary-Lager für diese haarsträubenden Verschwörungstheorie nicht umgehend ausgelacht wurde, verdankte es nur seiner engen Verbindung mit den „Mainstreammedien“ genannten Lautsprechern, die diese Gruselgeschichte als „Nachrichten“ verbreiteten und damit am laufenden Band das produzierten, was im Königreich neuerdings „Fake News“ genannt wurde.

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E-Mail und die Detektive

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Rubikon – Ein neues Magazin für die kritische Masse

Mit “Rubikon” geht im April ein neues Online-Portal an den Start. Im Editorial heißt es dazu:

“Alea iacta est — Die Würfel sind gefallen. Für uns alle wie einst für den Urheber der geflügelten Worte, Julius Caesar, beim Überqueren des Grenzflusses: Rubikon. Wir befinden uns auf gefährlichem Terrain und kein Weg führt zurück. Aber anders als Cäsar soll uns der unvermeidliche Marsch nicht zu Bürgerkrieg und der Vernichtung der Republik führen. Denn wir sind weder Feldherren noch Krieger und unsere Waffen sind aus anderem Material. Aus scharfem Verstand, unzerstörbarer Empathie, siedendem Spott und gelegentlich einer leidenschaftlich geschwungenen Keule mit der neonknallbunten Aufschrift „Moral“!

Möge dieses unser Arsenal dazu beitragen, das Zeitalter der Kriege, des Elends und der “schöpferischen Zerstörung” zugunsten einer extremen Minderheit zu beenden; die verkrusteten Strukturen zu sprengen, die längst keine „Ordnung“ mehr herstellen; die drängenden Probleme unserer Spezies zielführend anzugehen; endlich demokratische Verhältnisse zu schaffen, wo längst keine mehr zu finden sind.”

Das gefällt mir, deshalb bin ich Mitglied des Redaktionsbeirats geworden und habe gestern meinen ersten Artikel geschrieben, der in den nächsten Tagen dort erscheinen wird. Weil echter Jouralismus Geld kostet und “Rubikon” sich weder mit Geld “von oben”, noch mit Werbung finanziert, ist das gemeinnützige Projekt auf Unterstützung der Leser angewiesen. Wer sich dazu entschliessen möchte, kann das hier tun. Vielen Dank.

Real Game of Thrones: Im Netz der Monsterspinne

Die Seifenoper, wer wen heimlich abgehört und wer wessen Post gestohlen hat, steht im exzeptionalistischen Königreich noch immer auf dem Spielplan und da Fakten Mangelware sind basiert das Libretto nach wie vor auf “Fake News” und Fiktionen.

Zu einem kleinen dramaturgischen Höhepunkt kam es, als der Chef der Polizei und ein Obermeister der Intelligence vom Parlament zu dieser Sache befragt wurden. Auch sie konnten nicht mit Beweisen dienen, dass Hillarys Post tatsächlich von russischen Häschern entwendet wurde und wer genau in Donalds prächtiger Turmburg belauscht und ausgespäht worden ist, betonten aber, dass König Obama keinen Befehl für diesen Lauschangriff gegeben habe. Dies hatte König Donald ja behauptet und war dafür einmal mehr der Lüge gescholten worden. Ob zu Recht oder zu Unrecht blieb allerdings auch nach dieser Anhörung offen, denn heraus kam, dass Donald möglicherweise doch abgehört wurde, aber nur beiläufig und “aus Versehen”.

War die Bespitzelung des Kandidaten also nur eine Art Kollateralschaden wie er bekanntlich in den besten Hochzeitsgesellschaften vorkommt? Diese spannende Frage wurde im Kongress nicht weiter erörtert. Dafür setzte aber eine Abgeordnete ein weiteres Highlight in Sachen König Wladimir: War der Ultraböse ja als “Verbrecher”, “Killer” und “Hitler” bisher schon geläufig, mutiert er jetzt zur “Tarantel”, die “im Zentrum eines Spinnennetzes” sitzt und Menschen in ihre Falle lockt. Einige wenige steinalte Leute im Königreich erinnerten sich an die gigantische Riesenspinne “Tarantula” und wurden wie einst in diesem “B-Picture” genannten Horror-Lichtspiel von kaltem Grauen gepackt.

Die meisten schüttelten aber angesichts dieser Dramaturgie nur noch den Kopf und fragten sich, wo den “King Kong”, “Godzilla” und “Spiderman” bleiben, wenn man sie mal braucht. Zumal Wladimir der Schreckliche auf diese Anwürfe sogleich reagiert hat: mit einer aggressiven Erhöhung seines Wehretats um minus sieben Prozent! Während die westlichen Bündnispartner noch beraten, wie sie auf diese “Provokation” reagieren, stellte ein Abgeordneter während der fünfstündigen Anhörung schon die ganz harten Fragen: “Wird der Eiserne Vorhang wieder zugezogen Osteuropa?”Ja klar, Wladimir baut schon die Mauer und Angela wird dafür bezahlen!

Gegen “Tarantula” kam damals ja ein junger Mime erstmals zum Großeinsatz, der später als “Dirty Harry” bekannt wurde und Bomben mit neuartigem Stoff abwarf, der “Napalm” genannt wurde. Ob dieser Soff aber gegen die neuartige ultraböse Mutation der Riesenspinne und den von ihr gesteuerten Klon auf dem Thron hilft ist freilich fraglich, zumal Dirty Harry als Fan des neuen Königs für ein Remake nicht zur Verfügung stehen würde.

Obwohl “Blockbuster” genannte Lichtspiele mit riesigen Monstern im Königreich schon immer ein großer Erfolg waren, hatte sich die Gilde der Herolde und Lautsprecher bei ihren “Nachrichten” genannten Produktionen eigentlich darum bemüht, über dem Niveau von Horrormärchen und Räuberpistolen zu bleiben. Zwar gehörte die “Kirche der Angst” seit je zum Standardrepertoire der Politik – Untertanen, die sich nicht fürchteten, waren für die Herrschenden nur schwer zu steuern -, doch auf ein derartiges B-Picture-Level wie mit der Saga von der Monsterspinne Wladimir und ihrem Klon Donald war man lange nicht mehr gesunken.

Wie zu Hochzeiten der “Mc Carthy Ära” genannten Hexenjagd, als politische Paranoiker unter jedem Bett einen “Kommunisten” witterten und die “Qualitätspresse” genannten Lautsprecher komplett den Verstand verloren, spielten in diesem kranken Zirkus auch jetzt wieder alle mit.

Doch anders als damals wollten sich im ganzen Königreich außer ein paar russophoben Hysterikern und den chronischer Spinnenangst Leidenden niemand mehr wirklich fürchten. Zu einen, weil die Leute andere und näher liegende Sorgen und Ängsten hatten, und zum anderen, weil die Gilde der Herolde und Lautsprecher ihr Monopol auf die Deutungshoheit verloren hatte und das Publikum sich anderweitig mit Nachrichten versorgte. Und so auch schon vor Jahren erfahren hatte, was der mutige Ed, der die geheimen Werkzeuge der unsichtbaren Meister der Intelligence enthüllt hatte, aller Welt mitteilte: “Wenn ich an meinem Schreibtisch saß und eine private Postadresse hatte, konnte ich jeden abhören, von deinem Buchhalter bis zu einem Bundesrichter oder den König selbst.”

Wenn also ein kleiner Angestellter der Meister wie der junge Ed mit einem Knopfdruck jeden Menschen im Königreich belauschen und seine Post abzapfen konnte – wie wahrscheinlich ist es dann, dass von den 60.000 Lauschern und Spionen der Meister keiner mal schnell auf den Knopf drückte, als der Irre mit der Eichhörnchenfrisur der prädestinierten Thronfolgerin Hillary im Wahlkampf gefährlich wurde ?

Es ist so unwahrscheinlich, dass König Obama gar keine explizite Anweisung geben musste, es geschehen zu lassen – um dann, kurz vor seinem Abgang, noch eine kleine Zeitbombe zu hinterlassen. Mit einem Dekret, dass die 17 geheimen Agenturen der Meister der Intelligence ab sofort ihre Informationen unter einander weitergeben dürfen, was bis dahin streng untersagt war. Und prompt dazu führte, dass die abgehörten Gespräche von Donalds Sicherheitschef General Flynn bekannt wurden und er zum Rücktritt gezwungen wurde.

Und so wird es weitergehen mit den Lecks aus den Tiefen des Königreichs, bis Donald freiwillig oder unfreiwillig den Thron räumt. Soeben hat der Gründer des Wachhundevereins “Judicial Watch” Klage eingereicht, die Beweise seines Klienten zu sichten, der für die Meister der Intelligence gearbeitet und ihnen 47 “Festplatten” genannte Datenspeicher entwendet hatte. Beweise, die angeblich dokumentieren, wen die Meister alles abgehört haben: den Vorsitzenden des höchsten Gerichtshofs, 156 Richter sowie zahlreiche prominente Geschäftsleute, darunter auch einen bekannten Baulöwen namens Donald.

Dass es bis heute keinen Beweis gibt, wer die Post von Hillary und in ihrer Parteizentrale gestohlen hat, sondern nur die Behauptung einer privaten “Sicherheitsfirma”; dass die Polizei diese Einbrüche nie untersucht hat und sich nur auf diese Behauptung verlässt, dass auch die Meister der Intelligence absolut nichts vorzuweisen haben, was den Postdiebstahl und den Einfluss des Ultrabösen auf Donalds Wahlsieg belegt… all das hat die Herolde und Lautsprecher bekanntlich seit Monaten nicht abgehalten, die faktenfreien Gerüchte in Endlosschleife als “Nachrichten” zu senden.

Während Donald nach kaum zwei Monaten schon als “Lügenkönig” in die Geschichte eingegangen ist, haben die Lautsprecher, die “Mainstreammedien” genannt werden, das postfaktische Zeitalter damit definitiv eingeläutet. Und so kam es, dass nahezu das gesamte Königreich in einen Zustand der “kognitiven Dissonanz” gestürzt wurde.

Wer in die so bezeichnete Gemütslage gerät, reagiert reflexartig immer auf dieselbe Weise: durch das Ausblenden sämtlicher Fakten, die seine fundamentalen Überzeugungen ins Wanken zu bringen drohen. So mussten die vollen Herzens von König Donald überzeugten Anhänger seit Monaten ausblenden, dass hier nicht ein Retter der Nation auf dem Thron sitzt, sondern ein eitler Milliardär und Dilettant für den in vielen Bereichen “Keine Ahnung – aber davon reichlich!” gilt – während die Anti-Donald-Fundamentalisten auf gar keinen Fall die Tatsache an sich heranlassen können, dass Donalds Pläne, neue Jobs ins Land zu holen und mit dem Ultrabösen “klar zu kommen”, ja gar nicht verkehrt sind. Und lieber das Märchen von Wladimir als Tarantula ernst nehmen, als ihren Verstand einzuschalten.

Immerhin einen Rest davon hat sich das höchst seriöse Organ “Foreign Affairs” bewahrt, das für Außenpolitiker und Diplomaten zur Pflichtlektüre gehört und noch zu rationalen nüchternen Analysen fähig ist: “Seit 25 Jahren haben Demokraten und Republikaner auf eine Weise agiert, die für Moskau ziemlich gleich aussah. Washington betrieb eine Politik, die Moskaus Interessen (und manchmal auch internationale Gesetze) ignorierte, mit dem Ziel Moskau mit militärischen Allianzen und Handelsblockaden zu umzingeln. Es ist kein Wunder, dass Russland dagegen hält. Aber ein Wunder ist es, dass die politische Elite das nicht versteht, obwohl es scheinbar sogar der außenpolitische Neuling verstanden hat.”

Erschienen auf Telepolis

Real Game of Thrones: Ein ausgefallener Handschlag und die unsichtbare Hand

Auch wenn der Besuch von Königin Angela im Weißen Haus nicht sonderlich stimmungsvoll ablief – die beiden, meinte ein Beobachter nach dem ausgefallenen Handschlag vor den Fotografen, seien wohl als „ziemlich schlechteste Freunde“ auseinander gegangen – hatte König Donald am Ende der Presskonferenz doch noch einen kleinen Scherz auf Lager: eine Gemeinsamkeit sei immerhin, dass beide von der vorherigen Regierung abgehört worden seien. Der „Hosenanzug“ reagierte auf diese Vorlage aber nur mit einem säuerlichen Lächeln, statt den Ball aufzunehmen und zu fordern: „Lassen Sie uns gemeinsam diesen unerträglichen Zustand abstellen, der unseren demokratischen und rechtsstaatlichen Werten zutiefst zuwider läuft. Bringen Sie ihre Meister der Intelligence unter Kontrolle, ich werde mit den unsrigen dasselbe tun.“

Nun waren schlagfertige Reaktionen noch nie ein Markenzeichen von Königin Angela, die als kommunikative Reaktion bekanntlich den vertikalen Mundwinkel bevorzugt, und dieser kam denn auch hier zum Einsatz. Was zeigte, dass Angela als brave Vasallin weiter eher der „permanenten Regierung“ zu gehorchen gedenkt, deren Belauschen „unter Freunden“ sie ja schon eher schulterzuckend hinnahm, und nicht dem neuen König.

Dennoch galt es natürlich, einen guten Eindruck zu machen und so hatte sie ihre wichtigsten Wirtschaftsführer mitgebracht, die Donald ihre guten Werke für das Königreich so gut präsentierten, dass er sie als „gute Leute“ bezeichnete. Über die heimliche First Lady, die Königstochter Ivanka, die im Modegewerbe tätig ist, hatte Angela zudem eine Initiative eingefädelt, die erfolgreichen Methoden ihrer Handwerker-Gilden bei der Ausbildung von „Azubis“ genannten Lehrlingen im exzeptionalistischen Königreich zu verbreiten. Auch dies wurde von König Donald sehr gelobt – doch das war es dann auch schon mit den Freundlichkeiten. Kaum war Angela wieder weg, zwitscherte Donald empört, dass ihr Land ihm große Mengen Geld schulde, weil es zu wenig für den teuren „Schutz“ durch die Nato bezahle.

Als Novize im weltpolitischen Geschäft hatte König Donald aber hier etwas nicht richtig verstanden, denn dieses Geld steht, wenn überhaupt, nicht ihm sondern der Nato zu und alle Mitglieder zahlen es dort freiwillig ein. Ebenso freiwillig haben sie sich verpflichtet, in Zukunft 2% ihres Haushalts dafür auszugeben, wobei Angelas Reich zwar noch zurückhängt, aber auch noch einige Jahre Zeit hat den Plan zu erfüllen. Doch Donald will die Kohle wohl sofort…

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Regime Change von Innen

Für die  Nachdenkseiten hat Marcus Klöckner mich über JFK, RFK, MLK und das soeben in einer aktualisierten Neuaflage erschienene Buch “JFK – Staatsstreich in Amerika” befragt:

Die Morde an John F. Kennedy, seinem Bruder Robert F. Kennedy und der an Martin Luther King waren nicht die Taten von Einzelgängern. Dieser Überzeugung ist der Journalist und Buchautor Mathias Bröckers. Hinter den Attentaten stehe ein regime change aus dem Innern des Staates heraus, wie Bröckers im Interview mit den Nachdenkseiten sagt. Bröckers, dessen Buch zum Kennedy-Mord gerade in einer aktualisierten Fassung erschienen ist, setzt sich seit Jahren mit dem Verbrechen an dem 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten auseinander. Für ihn steht fest: Ohne das enge und auf Beeinflussung ausgelegte Zusammenspiel zwischen den Geheimdiensten und polizeilichen Ermittlungsbehörden hätte diese Attentate weder so ausgeführt noch dann später so vertuscht werden können. Marcus Klöckner hat für die NachDenkSeiten mit Mathias Bröckers ein Gespräch über ein Verbrechen, das lange zurückliegt, die Rolle des CIA-Mannes George Joannides und den 26. Oktober 2017 geführt – ein Tag, der für die Forscher zum Mord an JFK von Interesse werden könnte.

Herr Bröckers, Sie haben ein Buch über die Ermordung von John F. Kennedy veröffentlicht, das gerade mit einem aktualisierten Nachwort erschienen ist.
Warum beschäftigen Sie sich noch mit dem Anschlag auf JFK? Schließlich ist das alles schon lange her und auch aufgeklärt – wenn man den Behörden Glauben schenkt.

Aufgeklärt ist es eben nicht, schon die zweite offizielle Untersuchung durch das „House Select Commitee of Assasinations“ (HSCA) in den 1970er Jahren stellte fest, dass der „Warren Report“ von 1964, der in 26 Bänden die Einzeltäterschaft von Lee Harvey Oswald beweisen wollte, nicht der Wahrheit entsprechen kann. Seitdem haben zahlreiche Forscher viele weitere Indizien zusammengetragen, dass Oswald genau das war, was er nach seiner Festnahme bekannte: „Ich bin der Sündenbock hier.“

Wie lautet denn Ihre Kernthese in Sachen JFK?

Die steht im Titel des Buchs „Staatsstreich in Amerika“ und besagt, dass weder der Mord an JFK, noch der an seinem Bruder Robert F. Kennedy noch der an Martin Luther King die Taten „verrückter“ Einzelgänger waren. Die wichtigsten Führer einer demokratischen, bürgerrechtlichen Politik wurden innerhalb weniger Jahre eliminiert, kein Hintergrund dieser Morde wurde wirklich aufgeklärt, präparierte Sündenböcke wurden abgeurteilt oder wie im Fall Oswald von Auftragskillern eliminiert. Diese Morde waren ein regime change von innen, sie konnten nicht so ausgeführt und so vertuscht werden wie es geschah ohne die engste Kooperation mit Geheimdiensten und Polizei.

Können Sie für uns skizzieren, woran Sie festmachen, dass Kennedy nicht das Opfer eines Alleintäters war?

Eigentlich muss man ja nur die berühmten Sekunden des Zapruder-Films anschauen, wie Kennedys Kopf von dem Geschoß getroffen wird – nicht von hinten, von wo Oswald angeblich gefeuert haben soll, sondern seitlich von vorne. Liest man dazu die Aussage des schräg hinter JFKs Limousine fahrenden Motoradpolizisten, dass sein Helmvisier von Blut und Gehirmasse bespritzt wurde, kann der tödliche Schuss nicht von hinten gekommen sein. Deshalb wurde der Warren-Kommission auch nicht der farbige Film gezeigt, sondern nur eine schlechte und bearbeitete Schwarz-Weiß-Kopie gezeigt. Mit dem Original und dieser Aussage wäre völlig klar geworden, dass Oswald, der angeblich aus dem 5. Stock des Buchlagers schoss, nicht der Todesschütze sein konnte.

Weitere Hinweise?

Ich denke dass auf jeder der über 300 Seiten und der dokumentierten Quellen des Buchs deutlich wird, wie falsch und unmöglich die Einzeltäterthese ist. Oswald war seit seiner Jugend unter den Fittichen der Geheimdienste. Wenn er wirklich mit seinem Schießprügel die berühmte „magische Kugel“ abgab, die JFK tötete und den vor ihm sitzenden Gouverneur sechs Wunden beibrachte, müsste er aber über magische Fähigkeiten verfügt haben. Tatsächlich war er nur ein kleiner „IM“, der in New Orleans den Kommunisten spielte und linke Studenten ans FBI verpfiff.

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Gott ist tot: Chuck Berry R.I.P

Der Gottvater des Rock’n’Roll, Chuck Berry, ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Auch andere Größen haben dieses Genre geprägt und beeinflusst, aber keiner hat es revolutioniert wie der kleine Chuck aus St.Louis: mit seinen Songs, mit seiner Show und vor allem mit seinen Riffs.  Was das Intro von Beethovens “Fünfter” für die Klassik, das war und ist Chuck Berrys Gitarren-Intro zu “Johnny B.Goode” für die Rockmusik – es inspirierte ganze Generationen von Musikern,  von  den “Rolling Stones” und den “Beatles” bis heute.  Die E-Gitarre als ikonisches Instrument der Rockmusik – ohne Chuck und seinen “Duckwalk” nicht denkbar;  seine Kompositionen, so simpel und genial, dass er keine eigene Band brauchte, sondern für seine Auftritte immer nur Miet-Musiker engagierte; seine Texte, so knackig und prägnant, dass Bob Dylan ihn den “Shakespeare des Rock’n’Roll” nannte. Johnny B. Goode erzählt die Geschichte eines “coloured boy” (bei der Plattenaufnahme 1958 mußte er es in “country boy” ändern), den seine Mutter auffordert, fleißig Gitarre zu üben, damit sein Name später in großen Leuchtbuchstaben auftaucht. Er hatte es über seinen Freund Johnny Johnson geschrieben, doch es wurde seine eigene Geschichte. Hail, Hail, Chuck Berry – Rest in Peace!

Ich habe Angst vor Trump

Der “Rassist”, “Sexist”, “Faschist” im Weissen Haus macht vielen Angst. Auch dieser Frau, die mit der Therapeutin Byron Katie darüber spricht und es am Ende selbst ist, die Amerika wieder “great” macht. Ein schöner Beitrag zu unserem Motto “Question Authority Think For Yourself” oder auch “Free Your Mind And Your Ass Will Follow”

Real Game of Thrones: Der Anti-Intellektuelle Donald und die Intellektuellen-Idioten

Im Real Game of Thrones gibt es keine Guten und keine Bösen, jedenfalls nicht auf Dauer; auch wie sich die einzelnen Figuren entwickeln ist nicht immer absehbar. Seit sich die Gilde der Demoskopen und Kaffeesatzleser grundlegend blamierte, weil sie Hillarys Sieg einstimmig vorhergesagt hatte, war auch den Wahrsagungen, wer oder was sich zum Guten oder zum Bösen entwickeln würde, kaum noch zu trauen. Ebenso wenig wie den Herolden und Lautsprechern, die das Königreich seit Monaten mit der faktenfreien Verschwörungstheorie fütterten, dass König Donald vom „ultrabösen“ Wladimir gesteuert würde. Doch ähnlich wie ihre Vorhersagen schien auch ihre bewährte Methode, dass man Lügen nur oft genug wiederholen muss um sie als Wahrheit durchzusetzen, nicht mehr richtig zu funktionieren.

Noch nie war ein König nach seiner Amtsübernahme derart als „Böser“ dargestellt worden wie Donald, und doch lag er bei den Sympathiewerten im Land mittlerweile weit vor seiner angeblich „guten“ Gegnerin Hillary. Und auch sonst war im exzeptionalistischen Königreich zwischen Gut und Böse einiges Durcheinander geraten, die üblichen Koordinaten wie „rechts oder „links“ und „oben“ oder „unten“ taugten nicht mehr zu einer wirklichen Orientierung.

Viele Leute von „unten“ hatten einen Ultrareichen von „oben“ zum König gemacht. Der war „rechts“, sprach sich aber außenpolitisch für eine Versöhnung mit dem Ultrabösen aus, was zuvor nur „Linke“ getan hatten; wie sie wetterte er gegen „Globalisten“ und neoliberalen Freihandel, war aber gleichzeitig „rechter“ Nationalist, der mit einem „linken“ Konzept, das „keynesianisch“ genannt wurde, ein staatliches Programm zum Wiederaufbau der Infrastruktur starten wollte. „Typisch Hitler“, sagte da einige „Linke“ wegen der berühmten „Autobahn“, die der blutrünstige Adolf einst bauen lies und verglichen Donalds Einreiseverbot für Moslems dann mit Adolfs Judenvernichtung. Ultra-Konservative hingegen, sonst als „Rechte“ für jede Maßnahme der Polizei und der Meister der Intelligence zu haben, warnten jetzt vor Überwachung und Polizeistaat, wie früher nur „Linke“ und „Liberale“, denen der Schutz der Bürgerrechte und Privatsphäre das Höchste waren, die aber jetzt zusammen mit „Big Brother“ und dem Tiefenstaat das Land vor Donald retten wollten. Und gar schon an die Generäle appellierten gegen ihren König aufzustehen.

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