“Royal Heilness”

13.05.15 23:20-BildschirmkopieQueen Elizabeth, die als Mädchen den Hitlergruß zeigt –  dieser Videoschnippsel erregt derzeit die royalen Gemüter.  Dass die Verehrung für den “Führer” und die Nähe zu Nazis durchaus zur Familientradition der Windsors gehörte, darauf  hat Heathcote Williams in seinem “investigative poem” (“Die Windsors – eine schrecklich nette Familie”) gerade noch einmal hingewiesen.
“Aus Palastkreisen verlautete am Samstag, die Queen habe in ihrem damaligen Alter den Gesten mit Sicherheit keine Bedeutung zumessen können und sei komplett unschuldig gewesen. Das Verhalten der Königin und ihrer Familie während des Zweiten Weltkriegs spreche für sich.”  Während Ersteres sicher zutrifft kann man Letzterem nach der Lektüre (oder dem Hören) von Heathcote Williams’ Zeilen (die im Buch mit Quellen belegt sind, ) mit Sicherheit nicht  zustimmen:

“Edward VIII. besuchte Nazi-Deutschland 1937, um Adolf Hitler zu treffen
Und äußerte später Bewunderung für dessen Politik.
»Es wäre tragisch für die Welt«, befand der ehemalige König,
»Würde Hitler gestürzt.«

In den Fußstapfen seines älteren Bruders, der seine Flitterwochen im Dritten Reich verlebte,
Lag seinem Nachfolger, George VI., daran, die Deutschen zu beschwichtigen.

Er sandte Chamberlain sogar, per königlicher Eskorte,
Glückwünsche nach dessen Rückkehr aus München,
Wo der sich von Hitler für dumm verkaufen ließ.

Als George VI. dann das Empire durch jüdische Flüchtlinge bedroht sah,
Sagte er ungeniert, er wäre »froh, wenn Schritte unternommen werden,
Um diese Leute am Verlassen ihres Ursprungslands zu hindern«.
Seine Anweisung bedeutete schlicht ihren Tod.

Denn in Reaktion auf des Königs Besorgnis schickte sein Außenminister Halifax
Ein Telegramm an die britische Botschaft in Berlin,
Sie solle bei der deutschen Regierung darauf drängen,
»Der nicht autorisierten Auswanderung von Juden Einhalt zu gebieten.«

Was also den Antisemitismus anbelangte, bereitete sein Stottern König George VI.
Offenbar keinerlei Probleme,
Und noch 1970 sagte sein älterer Bruder in einem Interview:
»Ich habe Hitler nie für einen so schlechten Kerl gehalten.«

Vier Schwestern von Prinz Philip, Edwards Cousin, waren mit Nazis vermählt.
Dennoch galt er als geeigneter Bewerber um die Hand von Prinzessin Elisabeth,
Obwohl seine Familie, in Philips eigenen Worten,
»Vorbehalte gegenüber Juden« hegte,
Und obwohl Philip auf die Beerdigung von Nazis ging.

Auf einem Familienfoto sieht man Philips jüngere Schwester Sophia
Bei Görings Hochzeit Hitler gegenübersitzen,
Wo jeder nur erdenkliche Ausdruck rassistischer Ausschweifungen
Zweifellos zum üblichen Umgangston gehörte.

Philips Schwager, Prinz Christoph von Hessen,
Diente sowohl in der SS wie bei der Luftwaffe,
Er stand sogar im Verdacht, den Buckingham-Palast bombardiert zu haben,
In der Hoffnung, George zu töten und Edward wieder einzusetzen.

Denn im Juli 1940, als der ins Exil verbannte Edward in Lissabon weilte,
Verkehrte dort der deutsche Botschafter mit dem ehemaligen König
Und informierte dann Berlin, dass nach Auffassung des Herzogs
»fortgesetzte schwere Bombardements England zum Frieden reif machen würden«.

So drängte ein verbitterter Edward auf die Bombardierung seines eigenen Volks,
Und mit seiner Frau, die von Ribbentrops Geliebte gewesen war,
Sowie seinem Sekretär, Fruity Metcalfe, ein Anhänger von Mosleys Faschisten,
Plante er hochverräterisch seine Rückkehr als königliche Nazi-Marionette.

Nach dem Krieg war Edwards geheimes Einverständnis peinlich,
Und so wurde der Cousin der Königin, Sir Anthony Blunt,
Ein ehemaliger Sowjetspion, später Direktor ihrer Gemäldesammlung,
Gebeten, belastende Dokumente aufzuspüren.

Blunt wurde zu Schloss Friedrichshof in Kronberg entsandt,
Um Edwards Korrespondenz mit Nazis in Sicherheit zu bringen,
Zum Dank dafür, Beweise für den königlichen Verrat zu verbergen,
Erhielt er später für seinen eigenen Landesverrat Immunität.

Vom Faschismus angekränkelt, ist Philip erwartungsgemäß der Völkermord nicht fremd.
»Für den Fall meiner Reinkarnation«, tönte er einmal,
»Möchte ich als tödlicher Virus wiederkehren«, in der selbstherrlichen Meinung,
Durch solche Auslese der Menschheit das Problem der »Übervölkerung« zu lösen.”

(Auszug aus: Heathcote Williams: “Die Windsors – Eine schrecklich nette Familie” zweisprachige Ausgabe: Englisch/Deutsch,  Westend-Verlag. Eine weitere Passage hatten wir schon im Mai hier gepostet; im Netz findet sich außerdem ein Video der englischen Orignalfassung; eine Rezension von Dr. Seltsam erschien  in der Jungen Welt)

2 Comments

  1. Die Kwiehn is nich das Problem, sondern die Meute um sie herum, die sie vor dem Pöbel schützt. Und das ist das britische Establishment, das durch Verheiratungen und country clubs so sehr miteinander versippt ist, dass einem übel wird. Interessant ist an dem Video nur, dass das Schmierblatt The Sun es veröffentlicht hat und es Murdoch gehört, ebenso wie ihm News Corporation in Australien gehört, die dieser Tage ein pikantes, aber leider nicht allzu eindeutiges Video über MH17 publik machte. Murdoch macht nicht mehr mit und das geht nur, wenn ihm Schutz angeboten worden ist. Man sieht ja an Lady Di, wohin das führen kann, wenn man dem Establishment den Stinkefinger zeigt.

     

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