Der Kampf um die „Weltinsel“

“Der geographische Drehpunkt der Geschichte“ lautete der Titel eines Vortrags, den der Politikberater und Direktor der “London School of Economics”, Halford Mackinder, im Jahr 1904 veröffentlichte. In der aktuellen Ausgabe der Kulturzeitschrift “Lettre International”   ist dieser Vortrag jetzt zum ersten Mal auf Deutsch erschienen, wofür man sehr dankbar sein muss. Denn es handelt sich zum einen um einen klassischen Schlüsseltext der Geopolitik und zum anderen ist Mackinders „Heartland“-Theorie nach wie vor von erstaunlicher aktueller Bedeutung. Wer das „Herzland“, die Mitte zwischen Europa und Asien und somit das Zentrum des eurasischen Kontinents beherrscht, beherrscht die Welt, lautete Mackinders These. Da durch die kommenden Technologien der Eisenbahnen und des Automobils der Handel und Wandel zwischen Europa und Asien unausweichlich sei, wäre die auf der Seeherrschaft beruhende britische Weltmacht chancenlos. Vor allem wenn das rohstoffreiche Russland mit dem industriestarken Deutschland zusammenwachse. »Wer Osteuropa regiert, beherrscht das Heartland; wer das Heartland regiert, beherrscht die Weltinsel; wer die Weltinsel regiert, beherrscht die Welt«, brachte Mackinder seine Geostrategie später auf den Punkt.
Wer die Geschichte des 20. Jahrhunderts auf diesem Hintergrund liest, kann erstaunliche Einsichten über die Kontinuität gewinnen, mit der Briten und Amerikaner ihre globale Machtpolitik betreiben. Etwa über die Frage, warum Hitler und die Wehrmacht massiv von der Wall Street finanziert wurden, oder warum die Nato nach 1991 mit ihren Raketen unbedingt bis an die russische Grenze vorrücken musste oder warum 2014 mit einem Putsch in der Ukraine ein russlandfreundlicher Präsident durch einen russlandfeindlichen ausgetauscht werden musste oder warum eine zweite „North-Stream“-Pipeline durch die Ostsee den Amerikanern ein Dorn im Auge ist. Immer geht es um Mackinders „Herzland“ in dem auf keinen Fall Handel, Wandel und Frieden herrschen darf, weil dies die transatlantische Dominanz bedrohen würde.
Es zieht sich von dieser Theorie aus dem Jahr 1904 eine Linie über Hitlers Geostrategen Karl Haushofer zum geopolitischen Berater von fünf US-Präsidenten, Zbiginew Brzezinski, bis in die aktuelle Politik des US-Imperiums. Über die Aktualität Mackinders schreibt in “Lettre” auch der Historiker Alfred McCoy,  dessen eminentes Grundlagenwerk “Die CIA und das Heroin -Weltpolitik durch Drogenhandel” für ein Verständnis der aktuellen internationalen Konflikte und Kriege unverzichtbar ist. Ebenso wie eine Kenntnis der Generalstrategie im “Great Game”, die auf Mackinder zurückgeht und im geopolitischen Match auf dem “eurasischen Schachbrett”, wie es Brzezinski nannte, nach wie vor auf der Agenda steht.
Auf diesem Hintergrund kann man dann auch den scheinbaren Irrsinn der Tagesnachrichten ein wenig begreifen, etwa warum aus Afghanistan immer neue Produktionsrekorde für Opium und Heroin gemeldet werden, während in USA Tausende an dieser Überproduktion krepieren; oder warum eine Gas-Pipeline zwischen Russland und Deutschland ein “Problem” darstellen soll, während der ökonomische und ökologische Hochgrad-Schwachsinn, Fracking-Gas mit Riesentankern von Amerika nach Europa zu schippern, von der EU gefördert wird. Oder warum Polen sich gerade von den USA für irrsinnige Milliarden
“Patriot”-Luftabwehr andrehen lässt – “gegen die Russen”, gegen deren neue Hyperschall-Raketen die veralteten Patriots aber keinerlei Chance haben.
Nadelstiche ins „Herzland“ zu setzen, Konflikte zu schüren, Waffen zu liefern und Kriege anzuzetteln um ein Zusammenwachsen des Osten Europas mit dem Westen Asiens zu verhindern ist nach wie vor die grundlegende außenpolitische Agenda des US-Imperiums. Dazu gehört auch, die strategischen Angelpunkte an den Rändern des eurasischen Doppelkontinents zu kontrollieren – vor allem die rohstoffreichen Regionen des Persischen Golfs. Wobei die desaströsen Krieg in Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien mittlerweile, so Alfred McCoy, weniger an ein kühnes geopolitisches Gambit erinnern als „an Deutschlands katastrophale Entscheidung, das russische Kernland anzugreifen.“ Er sieht darin den „sicherlich letzten imperialen Versuch, sich eine Angelpunktposition am Rand des eurasischen Kernlands zu sichern, vergleichbar mit den Forts des britischen Kolonialismus entlang der Nordwestgrenze.“
Darum geht es auch bei den jüngsten Kriegsdrohungen gegen den Iran, der ja gar keine Atomwaffen besitzt und sich regelmäßig von den internationalen Behörden kontrollieren lässt – anders als Israel, das illegal welche hat und jegliche Kontrollen verweigert. Dass es sich bei den jüngsten US-Kriegen, wie Alfred McCoy meint, um den „letzten imperialen Versuch“ des überdehnten amerikanischen Imperiums handelt, könnte sein, denn Russland und im Hintergrund auch China haben spätestens im Syrienkrieg klar gemacht, dass sie weitere Expansionen des US-Imperiums nicht dulden werden, auch keinen „Regimechange“ im Iran.
Dass Teheran im April den Ausstieg aus dem US-Dollar angekündigt hat und sein Öl künftig in Euro abrechnet, ist eine Provokation erster Klasse. Saddam Hussein und Gaddafi hat es das Leben gekostet, als sie aus dem Petro-Dollar aussteigen wollten – ihre nahezu wehrlosen Länder wurden umgehend überfallen und verwüstet. Doch anders als Libyen oder Irak hat der Iran zwei mächtige eurasische Atommächte als Verbündete im Hintergrund. Und auch die EU scheint nicht bereit, aus den Atomverträgen mit Iran auszusteigen und mit den USA, Israel und Saudi- Arabien weiter an der Eskalationsschraube drehen. Die Leichenberge und das Chaos, das dieses infernale Trio im Irak und in Syrien produziert hat, würde von einem Angriff auf Teheran in neue Dimensionen wachsen – bis hin zum Schrecken eines nuklearen Kriegs. Dass ein solcher Großkonflikt der Blöcke weniger auf amerikanischem oder russischen oder chinesischen Boden, sondern im kontinentalen mittleren Europa zu Katastrophen führen würde, hat man in Brüssel, Berlin und Paris offenbar verstanden. Es geht noch immer um Mackinders „Weltinsel“, die nicht zusammenwachsen darf.

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13 Comments

  1. Hallo, Herr Bröckers!

    Einmal mehr guter, treffender Text. Ich möchte zu der Sache mit dem Iran folgendes beisteuern: Was das Regime dort macht, mag den Amerikanern nicht sonderlich gefallen, aber es bedroht weder die USA noch Israel in ernsthafter Weise. Der Handel der EU-Staaten mit dem Iran steht zwar erst an seinem Anfang, ist aber noch längere Zeit eher gering. Ländern wie Deutschland bräche also in der Tat materiell gar nicht so viel weg, wenn sie sich den scharfen Sanktionen gegen den Iran anschliessen und so wenigstens ihr USA-Geschäft sichern könnten. Ideell wäre es dennoch ein Riesenverlust – keine Frage -, und meinen Vorzug gäbe ich zunächst einer Solidarität mit dem Iran und dem Abkommen. Andererseits bin ich misstrauisch, wenn ich den Scholzomaten & Co. laut darüber nachdenken höre, wie das Iran-Geschäft doch noch erhalten bleiben könnte, ohne den sagenhaften Donald damit allzu sehr zu vergrätzen. Denn solch ein Ball wird aufgenommen werden und kommt retour als: Klaro könnt ihr Ausnahmegenehmigungen haben, solange ihr uns in anderen Anliegen entgegnkommt und den Rücken stärkt; wie z.B. Russland verunglimpfen, dem Poroschenko noch mehr Schokolade (=Geld) leifern, keine Nordstream bauen, Saudi-Arabien gut finden usw. usw. Kurz und gut: Den Dingen, die den Amerikanern wirklich wichtig sind, denen opfern sie so ziemlich alles, worauf es nicht unbedingt ankommt. Das mit dem Iran kann also ein Schmierentheater sein, ein willkommener authentischer Ansatzpunkt für Nörgelei, Kritik und Aufkündigungen, nur um anderweitig endlich seinen Willen durchzuquengeln. Ich sehe in der guten Frau Merkel und ihrer ganzen Konformisten-Entourage erst dann wieder weise Politiker mit Durchblick, wenn sie vor laufenbder Kamera solche Spielchen enttarnen und als genauso kindisch wie aussichtslos brandmarken. Die Abfuhr muss den Amerikanern nicht nur in Sachen Iran erteilt werden, sondern möglichst gleichzeitig auch noch in Sachen “Cordon Sanitaire”, Pipeline, Geopolitik, Regime Change, Flüchtlinge, Syrien, Deutschland, Russland, Saudi-Arabien, Türkei und Israel. Alles andere ist, sich kaufen lassen oder auf den Leim kriechen. Das gilt allerdings auch für die Vereinnahmungsversuche des Emmanuel Macron, so als ob sich die EU nur so einen und stärken liesse.

  2. Die Herzland-Theorie macht verständlich, warum “der ökonomische und ökologische Hochgrad-Schwachsinn, Fracking-Gas mit Riesentankern von Amerika nach Europa zu schippern”, von den USA gewollt wird – über das selbsterklärende, rein eigenwirtschaftliche Motiv hinaus, sich die EU als Absatzmarkt zu öffnen und langfristig zu sichern.

    Dagegen erklärt sich nicht von selbst, warum dieser Schwachsinn von der EU gefördert wird – auf Kosten von Umwelt und EU-Bürgern, obwohl einen Nutzen nur die USA haben.

    Dies ist ebenso schlecht verständlich wie die Komplizenschaft der EU mit den USA in Sachen Zerstörung der Ukraine. GERMAN FOREIGN POLICY (GFP) beobachtet in seinen täglichen Analysen kritisch die weltweit aktiven deutschen und EU-Großmachtbestrebungen und sieht selbige auch in der Ukraine am Werk.
    Da spricht zwar einiges dafür, aber bei GFP übersieht man m.E. sehr hartnäckig, dass die EU dort nur die zweite Geige spielt (Clinton-Vize Victoria Nuland: “Fuck EU”) und z.B. die USA die anti-russischen Sanktionen so festlegen, dass die (neben der russischen) auch die EU-Wirtschaft mitgeschädigt wird, die eigene US-Wirtschaft aber so gut wie nicht. Bei weiteren Ukraine-Risiken wie z.B. eine Fluchtwelle in Richtung Westen ergäbe sich ebenfalls eine ungleiche Lastenverteilung zu Ungunsten der EU.

    Allen möglichen eigenen Großmachtbestrebungen zum Trotz scheinen daher in Berlin und Brüssel solche Transatlantiker zu dominieren, die sich ihren Einsatz für nationales oder EU-Interesse völlig abkaufen lassen, wenn der große Bruder es nachdrücklich will. Warum zeigen diese Hofschranzen aber in Sachen Iran plötzlich einen eigenen Standpunkt?

    Zwar gibt es in den USA zwei Richtungen – die Demokraten wollten sich mit Iran und Kuba gut stellen, damit sie Russland und China gleichzeitig anfeinden können, die Republikaner hingegen (Trump ist in dieser Frage also keineswegs isoliert) wollen Russland vorerst eher “schonen”, um gegen China und Iran möglichst freie Hand zu bekommen. Die Transatlantiker wettern zwar schon immer gegen Trump – aber wie echt und dauerhaft wird das sein?

    1. Fakt ist, wenn dieser Wahnsinn des Scharfmachens nicht aufhört, hat die Menschheit keine Chance zum Überleben! Ich weiß nicht welche Strategen im Pentagon immer noch davon überzeugt sind, einen Konventionellen oder Atomaren Krieg zu gewinnen, wenn Sie Erstschlagfähig sind? Europa sollte sich gegen eine weitere Verschärfung der Situation mit dem Iran aussprechen und diese Position auch klar gegenüber den USA zum Ausdruck bringen. Mit der momentanen Mitläufermentalität ist man für die USA nur Mittel zum Zweck. Irgend wann wird es dann heißen, “Germans to the front!” und dann muß man sich entscheiden. Von den Amis wird es dann heißen: “Seit Ihr Für oder Gegen uns?”. Und das mit allen Konsequenzen!

      1. Eine (überwindbare) “Mitläufermentalität” setzt eine Freiwilligkeit bzw. Wahlfreiheit voraus, die der normale Bürger, Forist und evtl. auch mancher Politiker (jedenfalls die unwichtigeren unter ihnen) bestimmt hat. Sprich: Er kann sagen was er will, weil er sowieso nichts zu sagen (=zu entscheiden) hat.

        Eine Merkel hat da wesentlich weniger Freiheiten; die vom Stasi- in US-Besitz übergegangenen Rosenholz-Dateien enthalten vermutlich genug Material, um IM Erika binnen Tagen aus dem Kanzler-Sessel zu katapultieren. Auch ohne die berüchtigte Kanzlerakte, in der die Bonner Regierungschefs mindestens bis zur Wende in aller Heimlichkeit ihren Vasalleneid gegenüber den USA abzulegen hatten. (Dass “Freunde” wie Deutschland für die USA in Wirklichkeit Vasallen sind, darüber spricht man in den USA – anders als bei uns – erstaunlich offen, s. George Friedman / STRATFOR).
        Und auch ohne Rosenholz bzw. Kanzlerakte: Gegen den stramm auf US-Linie liegenden Springerkonzern (BILD, WELT) anzuregieren, war und ist unmöglich. Wer das nicht glauben will, sollte dringend das vorzeitige klägliche Amtsende der Bundespräsidenten Köhler 2010 und Wulff 2012 studieren.

        “Spionage unter Freunden, das geht gar nicht”, das war mal eine klare Ansage Merkels auf dem Höhepunkt der NSA-Affäre – aber zugleich dumm und / oder verlogen. Der große Bruder bestrafte sie umgehend, indem er enthüllen ließ, dass die NATO-Partner sich fleißig gegenseitig ausspionieren – Deutschland vorneweg. Das deutsche Regierungsviertel wurde daraufhin wieder sehr kleinlaut und hat brav alle bisher illegalen US-Spionage-Übergriffe auf deutsche Daten schnell und geräuschlos legalisiert.

        Bei all diesen Peinlichkeiten des Sich-Gegenseitig-Auseinander-Spionierens fiel völlig unter den Tisch, dass über den Atlantik die Spionage-Infos auf einer Einbahnstraße laufen: Alle spionieren für den großen Bruder mit, erfahren von dessen Info-Schatz aber nur einen Bruchteil und würden es nie wagen, den großen Bruder (der sie und alle anderen vorne- wie hintenrum so schamlos-unersättlich abschöpft) ihrerseits auszuspionieren. Der Hegemon hat unter seinen Vasallen ein perfektes Kuscher- und Denunzianten-Milieu geschaffen, das dem der alten Stasi-Strategen in nichts nachsteht.

        Da bleibt die große Preisfrage: Wieviel Entscheidungsfreiheit haben europäische Politiker wirklich, wenn sie sich gegen US-Interessen stellen?
        Und viele schöne Detail-Fragen: Wie werden sie gebremst, wenn es die “Parteifreunde” auf US-Linie es nicht schaffen? (Methode Köhler/Wulff? Methode Barschel/Möllemann?)

        Bei den meisten dürfte aber nicht einmal eine Vorwarnung nötig sein; der Nachwuchs wird langfristig geschult und betreut. Genau da liegt auch das Geheimnis der sagenumwobenen Bilderberg-Konferenzen: Dort wird zwar nicht nur harmlos diskutiert, aber es werden dort bestimmt keine weltbewegenden Entscheidungen getroffen – die sind nämlich US-intern längst gefällt, wenn die Tagung beginnt. Bilderberg ist quasi ein Debütanten-Ball, bei dem die von CIA & Co. längst vorausgewählten, vorgeprüften und für höhere Aufgaben vorgesehenen europäischen Nachwuchspolitiker in eben diese höheren Kreise eingeführt werden. Die Neulinge knüpfen die so wichtigen persönlichen Kontakte und erfahren in den Strategie-Vorträgen, was von ihnen erwartet wird.

  3. @bekir
    “Weltinsel“= soll doch zusammenwachsen, was zusammengehört ( Willy Brandt )

    Ein zaristisches Russland 2.0 + Eine konstitionelle Monarchie 2.0 in Deutschland mit gemeinsamer Gold-gedeckter Währung oder einem ausgleichenden “Bartering”-System . Das Angelsachsentum hat 2 Weltkriege orchestriert, mit u.a. Hitler als “Useful idiot”…um ein Bündnis der beiden Mächte außerhalb des
    “Fiat Money-Systems” zu verhindern. Gerne mal lesen…das unerwünschte Mißbrauchspotential des Textes durch “Rechte” durchaus mitbedenkend…
    aber so ist es halt gelaufen…Facts are just Facts…don’t kill the Messenger.
    http://www.solargeneral.org/wp-content/uploads/library/conjuring-hitler.pdf

    Aktuell wird offensichtlich der Sack zugemacht gegen Deutschland, so wie’s aussieht als kontrollierter “Slow Burner ” unter einer demokratisch nicht legitimierten Brüssel-EU-EZB-Herrschaft.
    ” Demokratie” lebt sich unter aufgeklärten Monarchien wesentlich besser, als unter aktuellen Repräsentanten, die den Finanzeliten gefügig sind, und unterm Strich den deutschen Bürger-Steuerzahler Sparer-Rentner im Euro nur brutal ausmisten.

    Deshalb der wehrhaften “Romantik” eine Chance …Deutsche sind geborene Monarchisten …16 Jahre Kohl…16 Jahre Merkel…100 Jahre Beckenbauer …das spricht für sich 🙂
    https://coronanachrichten.wordpress.com/2015/10/30/wieso-deutschland-die-monarchie-braucht/

  4. Der Zeitpunkt scheint nicht fern, an dem manch (heimlicher) Trump-Fan sich noch wünschen wird, Hillary wäre Präsidentin geworden.

    Der Druck des Establishments auf den per se erratischen Trump ist offenbar so groß, dass die Außenpolitik in völlige Irrationalität entgleist. Da opfert er jegliche internationale Berechenbarkeit und Vertragstreue der USA und kämpft permanent gegen die eigenen Vasallen innerhalb der “westlichen Wertegemeinschaft”.

    Weil dies so offensichtlich (anstatt etwas subtiler, wie zuvor) geschieht, wird jedoch die globale Stellung der USA verspielt. Denn die Sonne steht dermaßen tief, dass selbst die bisher hündisch ergebenen und zwergenhaften Europäer beginnen, lange Schatten zu werfen und sich mit den angeblich “frevelhaften” Staaten wie Iran, Russland et al absprechen möchten.

    In der einen Ecke die “Mächte des Lichts”: Trumps USA, Israels rechte Hardliner und fundamentalistische Saudis; in der anderen Ecke die “alten und dunklen Mächte” Europa, Russland, Iran – da werden unsere MSM noch viele Pirouetten drehen müssen, um ihre bisherigen Durchhalteparolen weiter verkaufen zu können.

    Was sagte doch Kurt Hager – einst Chefideologe der SED – als Gorbatschow damit begann, 70 Jahre Sozialismus und 40 Jahre Ostblock abzuschaffen: “Wenn mein Nachbar seine Wohnung tapeziert, muss ich es ihm doch nicht gleichtun.” Also: der “intellektuelle Maßstab” für Verlautbarungen zur Lage durch deutsche Politfunktionäre und deren “Systempresse” in ähnlichen Situationen wäre damit vorgegeben…

  5. @Stefan

    “als Gorbatschow damit begann, 70 Jahre Sozialismus und 40 Jahre Ostblock abzuschaffen”….das stimmt leider so nicht, Stefan.

    Der Untergang der UDSSR war eine “Fake-Operation” des KGB um Kapital & westliche Technologie ins völlig marode Land zu locken, mit dann einsetzenden Machtkämpfen innerhalb der Organisation, die kaum zu kontrollieren waren….bis im Wechselbad der Mordfälle und Intrigen Putin schließlich das Heft in die Hand bekam.
    Der “Untergang der Sowjet-Union”…das war das 9/11 der Russen….eine False Flag Operation. Google-youtube : The Peristroika Deception

    Ist zwar auf diesem Blog eher “Tabu”, es könnte aber trotzdem so sein, dass KGB-FSB-Mann Putin den Trump u.a. wegen seiner Vorgeschichte als ” Baulöwe” in den 90zigern & folgende einigermaßen gut am Arsch hat, und der Donald nichts so sehr fürchtet als vom KGB-FSB ausgeschaltet zu werden und nicht von seinen eigenen “Fake News-USA ” oder vom ” Deep State”
    http://www.slate.com/articles/news_and_politics/cover_story/2016/07/vladimir_putin_has_a_plan_for_destroying_the_west_and_it_looks_a_lot_like.html

    Ein KGB-FSB, der Schaltpositionen bei NSA-CIA-FBI-NRA etc. über Jahrzehnte hinweg in diesen Institutionen sich erobert hat, absolut begünstigt durch den permissiven 60th US-Left-Liberal Zeitgeist..( That we all loved and enjoyed and took for the right thing…because we all were the “Duped Fools” )
    https://de.wikipedia.org/wiki/Anatoli_Michailowitsch_Golizyn
    https://www.youtube.com/watch?v=uw178kV02_I

    und von daher muss Trump jetzt eine Irrlichter-Innen & Außenpolitik für die USA zusammentwittern …die unterm Strich Putin und seinen Mafia-Staat begünstigt…die meisten Russen + Ex-Kanzler Schröder sind eh dafür…also was soll’s überhaupt ? :-)… die Trump Politik muss aber als “America first” fleißig nach außen hin weiter verkauft werden.

    Wenn es stimmt…”An den Früchten sollst Du sie erkennen”…wäre das nebenbei gesagt eine “legitime” Putin-Retourkutsche gegen die Einkreisungspolitik Russlands durch USA & Nato und gegen den “Rape of Russia” in den 90ziger Jelzin-Jahren…als der Wodka-Mann von den Clinton-Bushes und den “Chicago Boys” als Chef der Russen und “Puppet of High Finance ” inthronisiert wurde
    http://www.unz.com/isteve/the-rape-of-russia-explained-by-anne/

    bis Putin dann mit chinesischen Krediten und drastischem Oligarchen-Bashing (1/3 Umbringen–1/3 Konvertieren–1/3 Austreiben ) die Plünderung des Landes stoppte.
    https://www.veteranstoday.com/2017/07/01/vladimir-putin-killing-oligarchic-schemes-economically-saved-russia/

    So ungefähr war’s denn auch…oder weiß es jemand zufällig besser ??

    PS:
    Eventuell auch sehr clever von unserer “Mutti” die Bundeswehr verkommen zu lassen. Komplett ungeeignet für Nato-Einsätze…der Russe könnte durchrollen bis zum Rhein und der Trump würde dann sagen : “Richtig so…ihr habt ja Euren Beitrag nicht bezahlt”….und keinen Finger krumm machen. Nur was will der Russe hier eigentlich ?….Deutsche Technologie hat der Chinese längst geklaut…Das Bundesbank-Gold ist weg … und Schlange stehen wie beim ALDI… dass kann er auch in St.Petersburg 🙂

    1. @roc:
      In einem Punkt möchte ich Ihnen Recht geben. Den angeblich beklagenswerten Zustand der Hundeswehr halte ich ebenfalls für eine ausnahmsweise kluge (wenn auch feige) Taktik der Regierung. Absurde Vorstellung, dass bei jährlich 35 Mrd. EUR nur 4 von 128 Jägern funktioneren, alle U-Boote ausfallen, Hubschrauber nicht schrauben, Flinten um die Ecke schießen, die Soldaten sich ihre Ausrüstung selber kaufen müssen etc… Inzwischen läuft denen massiv das Personal davon, weil die merken, wie sie verar*** werden.

      Aber es ist clever, Washingtons Forderungen nach “mehr Engagement” auf diese Weise ins Leere laufen zu lassen. Denn eigentlich will Berlin keine militärischen Vasallendienste zum eigenen Nachteil für den großen Bruder leisten, traut sich aber nicht, zu widersprechen. Also brüllt man “Jawoll” und gibt die zusätzlichen Milliarden anschließend dafür aus, das bereits mit anderen Milliarden gekaufte Zeug “einsatzfähig” zu machen, was absehbar erneut scheitern wird. Auch in Afghanistan hat bekanntlich der Großteil der deutschen Soldaten brav und friedlich hinterm Zaun seine Zeit abgesessen, anstatt sich oder unschuldige Einheimische sinnlos in Gefahr zu bringen.

      Um nicht falsch verstanden zu werden: ich würde die Hundeswehr ganz abschaffen, sie ist nur eine teure und miese Dauerwerbesendung für die Rüstungsindustrie und die Art von Angriff, gegen den sie das Land verteidigen soll, wird es nicht mehr geben. Eine handlungsfähige Polizei und ein größeres THW für (inter-)nationale humanitäre Hilfsdienste wären in jeder Hinsicht die bessere Verwendung für das enorm viele Steuergeld. Aber dazu müsste Schland erst souverän werden…

  6. So viele wichtige Hinweise an einer Stelle…
    und die Lettre Nr. 120 enthält auch noch einen – darf ich sagen: frappierenden, jedenfalls auch sehr geschichtserhellenden – Text von (dem als Autor des Buches ‘An End to Suffering’ von mir ohnehin für immer hoch geschätzten) Pankaj Mishra, “WILDE, RÄUBER, LUMPEN – Wie Soldaten aus den Kolonien im Ersten Weltkrieg in Europa kämpften” (und die Barbarei des Kolonialismus bzw. der imperialistischen Ära nach Europa zurückschwappte)…
    Bestellt.
    -p

  7. Noch eine kleine Ergänzung zum main posting:
    David Yallop: Unholy Alliance (1999); dt.: Unheilige Allianz, Köln 1999:
    “(…) Man stelle sich einen Konzern vor, so groß und mächtig, dass sein Jahresumsatz dem Bruttoinlandsprodukt Chinas entspricht. Ein Konzern also, der in der Lage ist, mit diesem Umsatz nach heutigem Marktwert die drei größten Aktiengesellschaften zu kaufen: General Electric, Royal Dutch Shell und Microsoft. Ein Konzern, der im gleichen Jahr aus seiner Portokasse auch noch Coca-Cola erwerben könnte. Ein Konzern, dessen Zehn-Tage-Umsatz die gesamten Rücklagen der fünfzig größten Banken ausmacht. Einen solchen Konzern gibt es, mit einem jährlichen Umsatz von 500 Milliarden Dollar aus nur drei Produkten: Heroin, Kokain und Marihuana. Dieses Drogenkartell der Kartelle ist ein Faktum. (…)” (zitiert in: Hans Jürgen Krysmanski, 0,1% – Das Imperium der Milliardäre, Frankfurt am Main 2015

    PS
    Apropos “Kampf um die Weltinsel” David Janssen 1978 im Einsatz in Griechenland: COVERT ACTION

  8. @Stefan
    16/05/2018 at 11:42
    Sie können mir auch gerne in allen Punkten Recht geben…
    es würde mich nicht stören 🙂

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