Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 86

“Die Führung des deutschen Konzerns Rheinmetall bestätigte die Absicht, ein Werk zur Panzerproduktion in der Ukraine zu bauen. Bitte genaue Koordinaten des künftigen Werks zuschicken. Danke!” twitterte Russlands Ex-Präsident Dimitry Medwedew am 10. Juni. Ein Vorschlag, der sinnvoll erscheint: warum die schweren Panzer durch ganz Europa an die Ostfront schippern, wo sie dann reihenweise verschrottet werden, wenn das auch gleich vor Ort erledigt werden kann ? Noch wird ja in den hiesigen Medien die “Speerspitze der Befreiungsoffensive”, die “sogar tauchen kann” , als Wunderwaffe bejubelt, und der deutsche Verteidigungsminister hat angekündigt, dass man bis zum Jahresende 100 Leoparden nachliefern will, de facto aber überleben die 1500 PS-Wuchtbrummen auf dem Schlachtfeld nur ein paar Stunden. Zum einen, weil sie keine Luftunterstützung haben und ein dankbares Ziel für Drohnen sind, und zum anderen, weil sie sofort in Minenfelder geraten, wenn die Minensuch-Fahrzeuge vor der Panzerkolonne zerstört sind – und der Rückweg durch Fernverminung versperrt ist. Die Bilder zerstörter Kolonnen sind keine Fake-News – für Leoparden ist diese Front eine tödliche Falle.
Muss man dann nicht, gleichsam zum Artenschutz der bedrohten Leoparden-Herde, der Ukraine Kampfjets und Hubschrauber liefern ? Das wäre sinnvoll, wenn diese edlen  Luftangreifer – F-16 genannt – wirklich etwas ausrichten könnten. Aber die Russen haben die formidablen S-300/S-400/S-500 – Luftverteidiger und die Pentagon-Ornithologen haben bei ihren “Wargames” berechnet, dass es zur Ausschaltung einer S-400-Batterie zwölf F-16-Vögel braucht, von denen elf nicht mehr heil zurückkommen. Insofern wundert es nicht, dass man zögert, sie einzusetzen – sie schlagen pro Stück mit 30 Mio. Dollar zu Buche. Zudem müsste für ihren Einsatz wahrscheinlich NATO-Personal eingesetzt werden, was bis zum letzten Ukrainer vermieden werden soll. Lange kann das aber nicht mehr dauern, wenn für die “Rückeroberung” von ein paar Kilometern Steppe so viel an Menschen und Material verheizt wird wie in der letzten Woche.

Und was dann ? Wenn dann angeblich kampfbereite polnische und litauische Truppen an die Front geschickt werden, erweitert sich die Kriegszone automatisch auf diese NATO-Länder – der Weltkrieg, den NATOstan angeblich vermeiden will, wäre dann in vollem Gange. Ich glaube nicht, dass es dazu kommt, weil die Wandermumie Joe Biden, die wiedergewählt werden will, sich nicht erlauben kann, reguläre US-Truppen in dieses Gefecht zu schicken. Aber die Hoffnung, die Pattstellung an der Front weiter aufrecht zu erhalten, ist äußerst trügerisch, wenn man in Rechnung stellt, dass die Russen immer noch eine relativ kleine  “Special Military Operation” führen und den Großteil ihrer Streitkräfte noch gar nicht eingesetzt haben.

Nur wer seinen eigenen Fake-News  (“Russland gehen die Raketen aus!” – März 2022 ) auf den Leim gegangen ist, wie die “BILD”-Zeitung, kann jetzt schreiben, dass “Russland stärker als erwartet” ist. Und nur wer wie die NATOstan-Bosse und Oberstrategen in Washington, London und Brüssel noch nie einen Krieg gewonnen hat und zuletzt von einer Barfuß-Truppe mit Kalaschnikows aus Kabul verjagt wurde, kann desaströse Einsätze wie diese “Gegenoffensive” planen und befehlen. Und in hybrider Ignoranz und Arroganz dabei übersehen, dass er es mit einem militärischen Gegner mindestens auf Augenhöhe zu tun hat. Dass die deutsche Leoparden-Herde so umstandslos geschlachtet wird, ebenso wie die meisten anderen westlichen Superwaffen, mag schwer zu schlucken sein, ist aber leider ein Faktum – ebenso wie die Tatsache, dass Russland die Raketen definitiv nicht ausgehen.
Was tun, um das Gemetzel so schnell wie möglich zu beenden ? Vor einem Jahr schrieb ich hier (Notizen*33), dass die anstehende Nachkriegs-Teilung der Ukraine sich wahrscheinlich entlang der politischen Grenze vollziehen wird, die bei der letzten Wahl vor dem Putsch 2014 von den Wählern gezogen wurde – und dass statt Panzern mit Wehrmachts-Kreuz eher die diplomatische Expertise aus Deutschland gefragt wäre, wie man ein Land möglichst zivilisiert und friedlich teilt. Auch wenn es so einfach wie mit BRD/DDR oder mit Süd,-und Nordkorea wohl nicht geht, weil Russland eine NATOstan-Präsenz in der Rest-Ukraine nicht akzeptieren wird. Mit militärischer Neutralität und dem Abzug von Mittelstrecken-Raketen aus Osteuropa wäre eine solche Teilung aber durchaus machbar, wobei ein solches Zugeständnis für die USA zur Zeit  noch nicht in Frage kommt.  Das sinnlose Schlachten wird also noch eine Weile weiter gehen – verhandelt wird  wahrscheinlich erst,  wenn alle Leoparden eliminiert und zigtausend Männer mehr getötet oder verletzt sind. Und die Sanktions-Orgien Deutschland und Europa noch tiefer in den ökonomischen Abgrund getrieben haben.

Einer unterdessen, Frankreichs Präsident Macron, scheint gecheckt zu haben, dass der Krieg und der neue Eiserne Vorhang, den das US-Imperium hochzieht, um Russland und China zu unterwerfen, sein Land wirtschaftlich ruinieren wird – und hat um Teilnahme am nächsten BRICS-Gipfel gebeten, der im August in Südafrika stattfindet. Dass Chinas “Belt and Road Initiative” derzeit weltweit im Highspeed-Tempo unterwegs ist – 151 Länder sind bereits dabei – und bei der Wirtschaftsunion BRICS+ Dutzende Länder Schlange stehen und mit der BRICS-Bank eine Alternative zum IWF und seinen economic hitmen am Start ist,  zwingt den Hegemon zum hybriden Krieg gegen jedes Land, dass sich dieser Union unter dem Motto “Make Trade Not War” anschließt. Dass Macron diesen Anschluss nicht verpassen will, wird in Washington mit Sicherheit als Verrat empfunden. Und was wird erst los sein, wenn auch andere EU-Mitglieder kapieren, dass man sich besser dem Rest der Welt anschließen sollte, statt als abgehängte  Kolonie des niedergehenden US-Imperiums zu enden ? Das wird auf jeden Fall spannend.

Eher zum Lachen (oder zum Gähnen) ist unterdessen die neueste Piourette der CIA zur Nordstrream-Saga, nach der sich jetzt die Hinweise auf eine Täterschaft der Ukraine verdichten, vor der über den niederländischen Geheimdienst auch die Deutschen vorab gewarnt worden sein sollen. Danach soll der Generealstabschef der ukrainischen Armee, General Valery Zaluzhny, für die Durchführung verantwortlich gewesen sein. Da dieser seit Wochen nicht mehr öffentlich aufgetreten ist und offenbar schwer verletzt oder krank ist, eignet er sich sehr gut als Sündenbock – und Ablenkungsmanöver der wahrscheinlichen  Täter, die Seymour Hersh im Pentagon ausfindig gemacht hat.

 

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Soeben erschienen:
Mathias Bröckers : Vom Ende der unipolaren Welt , ‎ Fifty-Fifty (2022),  288 Seiten, 20 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

50 Comments

    1. Seit die zentrale Festung Bachmut gefallen ist, ist der Drops gelutscht. Es gibt keine weiteren vertreidigungslinien bis Berlin.

      Der Russe rollt unaufhaltsam vörwärts. Niemals rückwärts.

      Putin hat persönlich im TV erzählt, dass sie die ukrainische Armee so gut wie erledigt haben.

  1. Dass nun immer mehr Vasallen keine Lust mehr haben vor dem nackten Kaiser einen Knicks zu machen, ist sicherlich ganz nett anzusehen. Wenn aber der WEF-Soldat Macron ernsthaft darüber nachdenkt, sich BRICS anzunähern, sagt das eventuell mehr über diese Institution aus, als über ihn.

    Ich fürchte, der aufkeimende Optimismus könnte sich dereinst als Zweckoptimismus entpuppen, wenn sich zeigt dass die scheinbare Ost-West-Dichotomie letzlich doch von ein und derselben Mischpoke gesteuert wird, und die neue Multipolarität bestenfalls Plan B bei der Umsetzung des Great Reset darstellt. Wer es kann, sollte geografisch und polititsch möglichst viel Abstand zwischen sich und die beiden Blöcken bringen, um nicht dazwischen aufgerieben zu werden.

    1. Ist das eine Art Rückzugsgefecht? Man hat wohl geschnallt, dass der NATO-Block in so Foren wie diesen hier auf wenig Gegenliebe stößt (wie auch? fallen die doch regelmäßig durch den ein oder anderen Völkermord – zB im Irak mit 1,5 Mio Toten und noch mehr Oofern – negativ auf). Aber was nun auch nicht geht, ist, dass aus so Foren wie diesen hier möglicherweise Freunde bzw eine Bewegung erwächst, die den Gedanken einer demokratisierten Weltordnung – Stichwort “Multipolarität” – feiert. Und es dürfte ja nicht nur das Forum hier sein. Ich denke das ist schon eine größere Bewegung und eine nicht zu verachtende Größe derer, die schweigen, es aber genauso sehen. Und natürlich tummeln sich da auch Geheimdienstler, die ua zu retten versuchen was geht.

      Das multipolare Modell ist eindeutig das Bessere und es bringt sogar echte Zukunftsperspektiven ua wirtschaftlicher Natur bzw Entwicklung jeder Art, zB auch interkulturell. Der Westen hat fertig. Er kann entweder versuchen seine ihm bekamnte und lieb gewonnene Gewalt- und Dominanzschiene weiter zu fahren – was ihm letztlich nichts als mehr Feinde und Ablehnung in der Welt einbringt – oder er passt sich den neuen Gegebenheiten an, wozu auch eine fette Prise Demut gehören müsste für das, was man der Welt bisher angetan hat. Eines ist aber mal sicher: die neue Welt wird einfach weiter marschieren, vorwärts….sie wird den Westen nicht fragen, sie wird ihn vielfach nicht einmal mehr wahrnehmen. Dumm ist’s für die Menschen und die Unternehmen, die von ihren uneinsichtigen Regierungen in Geiselhaft genommen werden, und sicher auch einige Länder, die sich dem Diktat aus Washington unterwerfen, teils sicher einfach nur aus Feigheit.

      Interessant sind die Statistiken aus Asien und Co. Da wird bereits 39 % des Welt BIP erwirtschaftet und ist damit der größte Block dieser Art. Auch das Wachstum geht hauptsächlich von da aus. Und Russland legt auch ein krasses Wachstum hin im Handel mit der neuen Welt bzw allen die sich ihr ggü offen zeigen, zB die Türkei.

      Es ist ein echtes Risiko im Westen noch ein Unternehmen zu gründen, welches das Potenzial zu einem big scaler hat…. Es ist nicht nur so, dass die Wachstumsaussichten in der neuen Welt mittel- bis langfristig um ein Vielfaches besser sein dürften, sondern auch die Risiken, die sich im Westen dank amoklaufender Regierungen auftürmen. Ich würde mir in so einer Phase ungern rassistisch vorschreiben lassen mit wem man Handel treiben darf und mit wem nicht, momentan mit der Perspektive, dass sich der Westen mehr und mehr (irgendwann komplett??) isoliert. Das betrifft nicht nur die Absatzmärkte, sondern auch die Lieferketten in einer stark globalisierten Welt.

      1. @Richard: NATO hat 1,4 Mio Araber getötet!?!

        Vielleicht in deren Träumen. Die NATO kann garnichts. nicht mal Araber töten.

        Ich denke, sie sind da auf NATO Propaganda reingefallen.

        1. Nö, Verehrtester. Der Irak-Krieg hat direkt und als Kriegsfolgen über eine Million Menschen gekostet, darunter mehr als 500000 Kinder. Dieser letze Umstand hat die Dame Albright (so es eine Hölle gibt, soll sie darin brennen) auf die Frage: “Waren die 500000 toten Kinder das wert?” geantwortet hat: “Ja, sie waren es wert”.

          Schon vergessen?

          1. ah. verstehe. Man hat die Araber verhungern lassen. Ja, das kann jeder. Würde ich jetzt nicht als besondere Leistung der NATO bewerten.

          2. Stimmt nicht ganz. Ich sprach nur von den Toten, die die NATO im Irak ab 2003 “produziert” hat. Was Du meinst, die 500tsd toten Kinder, geht auf einen früheren Konflikt zurück, mW auf Sanktionen, die im Zuge des sog. ersten Golfkriegs gegen den Irak verhängt wurden, also erst danach, wo die USA ebenfalls für viele viele Tote verantwortlich zeichnen. Damals griff Saddam Hussein nach einem Telefonat mit US-Offiziellen Kuwait an. Diese sollen ihm bei diesem Telefonat grünes Licht gegeben haben. Und dann erfanden die USA die sog. Brutkastenlüge, um die eigene Bevölkerung auf einen Krieg gegen den Irak einzustimmen bzw es entspr. aufzuwiegeln. Und das ist auch noch nicht Alles, was man dem Irak angetan hat. Saddam Hussein soll zunächst sehr modern und weltoffen eingestellt gewesen sein. Er wollte demnach das Land modernisieren. Das, was in dem Film “the economic hitman” beschrieben wird, betrifft mW den Umgang mit Saddam Hussein. In dem Film wird zB einem Staatenlenker ein Koffer voller Geld übergeben und dieser vor die Wahl gestellt entweder mitzuspielen, dabei durchaus aber auch ein süßes Leben in Luxus und Reichtum leben zu können (Saddam Husseins Palast etc), oder aber exekutiert, gestürzt, ausgeschaltet zu werden. So sind die USA auch in Afrika und Lateinamerika vorgegangen. Ihnen ist ein autoritäres Hierachiemodell wichtig, bei dem es einen möglichst brutalen Diktator gibt, der sein Volk niederschlägt und sich skrupellos an den Reichtümern des Landes bedient, dabei aber natürlich seine westlichen Herren nicht vergisst. Im Grunde geht es um eine moderne Form von kolonialem Raub bei dem Anschein nach “unabhängigen” Staaten, also vom noch älteren Kolonialmodell “unabhängig”. Der Ukrainekonflikt ist – wenn man es so betrachtet – auch so ein (modernes) Kolonialmodell, wo sich ein Herrscher in Komplizenschaft mit den Geldgebern im Westen skrupellos bereichert. Das Volk niederschlagen sieht dort so aus, dass man es ua in einen Krieg zwingt. Und die Ware, um die es dabei geht, ist das ukrainische Volk selbst, welches in besagtem Krieg verheizt wird. Und der Grund dafür ist wiederum, dass Russland den westlichen Gewalttätern zB in den afrikanischen Kolonialgebieten mächtig in die Suppe spuckt, sprich ihnen gemeinsam mit China das beschriebene Geschäftsmodell zerstört, wobei die Arbeitsteilung in etwa so aussieht: Russland kümmert sich um eine kluge, durchdachte militärische Unterfütterung und China um die ökonomische Weiterentwicklung der Länder. Heute stehen diese Länder also vor der verbesserten Situation, dass sie sich vom Westen keine Knebelverträge mehr aufschwatzen lassen müssen und die Atommacht Russland als Schutzmacht auftritt. Haben die skrupellosen Mörder aus den USA den Vorteil in ihrem Atomwaffenarsenal vor allem darin gesehen, dass sie sich ziemlich sicher sein konnten, dass ihnen niemand ernsthaft Paroli bieten würde, wenn man keine atomare Auslöschung riskieren wollte (neben weiteren Faktoren wie etwa der großen Wassermasse um die USA herum, plus befreundete Staaten und natürlich die Frage der Möglichkeiten zumeist deutlich schwächerer Länder). So nutzt Russland sein Atomwaffenarsenal rein defensiv und in gewisser Hinsicht als Schutzschirm für Dritte (zB in Syrien ab mW 2012).

            Zurück zum Irak. Da gab es in den 80ern noch den von den USA angezettelten und angeheizten Iran-Irakkrieg. Allein in der Ära Saddam Hussein haben im Irak also noch weit mehr Menschen ihr Leben verloren als “nur” ab 2003. Und eigtl beginnt das Verprügeln der Region sogar noch viel früher, nämlich mit dem Beginn des Ölzeitalters, und wer weiß…vll auch schon davor… aber ab da ging es richtig rund. Die Region wurde praktisch dauervergewaltigt…

    2. Staaten kooperieren miteinander – und konkurrieren zugleich.
      Das gilt nicht nur über Bündnisgrenzen hinaus, sondern auch innerhalb von Bündnissen.

      Den besonders blind Amerika-verliebten deutschen Bücklingen musste der (von den Liebesbeteuerungen schier genervte) Hegemon immer wieder mal sagen, dass es zwischen Staaten Interessen gibt (Halford Mackinder lässt grüßen), keine Freundschaften.
      Gefruchtet haben die Hinweise kaum: Trotz mehrfacher Ankündigung können (wollen? dürfen?) sich unsere Polit-Pappnasen nicht vorstellen, dass Nord Stream von genau dem Land gesprengt wurde, das dies angekündigt hatte und an dem vorbei kein Vasall dem Ober-Vasall Germanistan etwas antun würde.

      Trotz angezetteltem “Entkoppelungs”-Krieg mit antirussischen Sanktionen, Verhetzung und “Dekolonisierungs”-Androhungen: Ein großes Interesse hat der Hegemon daran, dass die Internationale Raumstation ISS über 2024 hinaus auch von den Russen mitbetrieben wird. Deren Know-How lässt sich nämlich nur schwer und schon gar nicht auf die Schnelle und günstig ersetzen. Machen die Russen ihr Ding allein (oder mit den Chinesen), dann könnte der Wertewesten sogar vom technischen Fortschritt ganz angehängt werden – wie bei Kinshal & Co. bereits geschehen.

      Die vom Westen tief enttäuschten Russen hatten dagegen wenig Verständnis für eine eiskalt kalkulierte Trennung der beiden “Geschäftsfelder” blutige Geopolitik und friedliche Raumfahrt-Politik : Sie kündigten im Sommer 2022 an, nicht über 2024 bei der ISS mitzumachen,
      https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/internationale-politik/id_92370962/russland-beendet-iss-zusammenarbeit-zeitenwende-im-all.html

      Noch im Dezember 2022 zitierten die Medien den bitteren Spott des Roskosmos-Chefs zur russischen Revanche angesichts der antirussischen Sanktionen:
      Die USA könnten ja «künftig mit Besenstielen ins All fliegen»,
      https://www.20min.ch/story/wie-ist-es-mit-russischen-astronauten-vom-all-aus-den-krieg-zu-verfolgen-584849028379

      Doch Ende April 2023 (in Deutschland träumt man weiter vom totalen Sieg / Krieg), taucht ganz unscheinbar eine Sensations-Meldung auf:
      “Als letzter Partner der Nationen, die am Betrieb der Internationalen Raumstation ISS zusammenarbeiten, hat Russland einer Beteiligung bis 2028 zugestimmt. Am 27. April 2023 hat dies die NASA bestätigt”,
      https://www.fliegerrevue.aero/news-aktuelles/raumfahrt/russland-bleibt-bis-2028-auf-der-iss

      Politik ist schmutzig und zugleich die Kunst des Kompromisses, wodurch der wacker gesetzestreue Durchschnittsbürger allzu leicht faule Kompromisse und die große Welt-Verschwörung aller Polit-Figuren wittert, wo in Wirklichkeit nur zynisch-eiskalte Realpolitik (Tanz auf mehreren Hochzeiten) betrieben wird: Die US-RUS-Kooperation im Erdorbit ist so echt wie die US-Waffenlieferungen an Kiew (gegen Putins Willen), damit Selenski weiter auf “Neurussland” schießen und das Töten fortsetzen kann.

      Und die US-Deindustrialisierungsbemühungen gegenüber Deutschland sind so echt wie unser begeistertes Vasallentum (“Freundschaft”) gegenüber den USA. Es mag Weltverschwörungen geben, aber darüber sollte erst grübeln, wer den alltäglichen opportunistischen Wahnsinn auf der Weltbühne einigermaßen verstanden hat. Sonst rutscht man allzu leicht in eine Filterblase, die vermeintlich alles, in Wirklichkeit aber fast nichts erklärt.

  2. Eine schöne Momentaufnahme, jene 86. Folge der “Notizen vom . . .”

    Die Tendenz, der Trend, jene Meldungen über die LAGE vom Autoren zeigen nicht irgendwelches “ob?” sondern nur dass diese seine Etappen-Beschreibungen die Vermutung von Geschichte als die steter Wiederholungen von historischen Großereignissen, mal als Komödie, mal als Tragödie taugt.

    Für mich jedoch erhebt sich ein persönlich wichtige Frage: “Wird der neue deutsche Faschismus (§ 1490 StGB) und seine Herbeiregierer mir künftig meine gedachte Altersversorgung (Einfamilien-Haus) als Enteignungsvehikel präsentieren und wie lange reicht die inflationär täglich wertlosere Rente hin, mir wenigstens noch Hunger und Obdachlosigkeit zu ersparen?”

    1. Natürlich werden die das tun. Ich habe hier im Werthofwesten alles verkauft. Haus, Auto, rentensnsprüche, usw, usd. Noch bekommt man was für.

      Hab mir dafür in China Grundstücke gekauft. Musste dafür zwar eine Chinesin virtuelle heiraten für ein paar Kröten. Aber das ist mir die Sicherheit wert.

      Ich war noch nie drüben. Werde in ein paar Wochen endgültig rübermachen. Hier geht ja alles vor die Hunde. Krieg, Klima-Kleber, Inflation, Hungersnot. Darauf hab ich einfach keinen Bock mehr

  3. Bevor das Kartenhaus der Reste-(Werte)Rampe endgültig zusammen bricht, durfte die oberste (Eis)kalte Kriegerin Strack-Zimmerflak in einer unserer gemeinnützig finanzierten Medienanstalten wieder kräftig die Muskeln tanzen lassen und mit jovialen (eiskaltem) Lächeln darüber philosophieren, das demnächst Ukrainische Piloten mit F16 Kampfjets von deutschen Stützpunkten aus starten werden, um gen Russland zu fliegen.
    Natürlich kann der bräsige “Zuschauer” ganz beruhigt sein, “Kriegspartei” sind wir damit (noch lange!) nicht. Wir ermöglichen der Ukraine in Ermangelung eigener Flugplätze nur ein Starten in Deutschland!
    Nach der neuen Logik der rot-grünen Administration sollte das jeden klar sein. Wenn nicht, kann man sich das von Robert erklären lassen. Annalena wird anschließend noch einmal tief in ihre diplomatische Trickkiste greifen und den Russen in ihrer unnachahmlichen Art zu verstehen geben, was sie alles verkehrt gemacht haben. Deshalb ist der Westen der Werte dazu “gezwungen”, so zu reagieren, wie er aktuell reagiert. “We fight a war against Russia!” So geht die hohe Schule der Diplomatie heute.
    Resümee. An der Ostfront nichts Neues! In altbewährter Rückwärtsbewegung marschieren wir von Sieg zu Sieg. Und mit den neuen “Wunderwaffen” vom guten Uncle Sam, welche demnächst irgendwann gegen ebenso gute Bezahlung der NATO(d)-Vasallen geliefert werden (sollen könnten!?), wird sich alles wie von selbst erledigen.
    In diesem Sinne! Peace go with you Brother.

  4. Für die Panzerfabrik wäre es sinnvoll gleich dazu ein Recycling-werk für Altmetall zu errichten.

  5. Ukraine wahlweise als Täter der Nord-Stream-Sprengung oder als Sündenbock, der von US-Tätern ablenkt – Jens Berger von den NDS wundert sich:
    “Man legt sich darauf fest, dass die Ukraine hinter den Anschlägen steht, weigert sich aber, die Konsequenzen daraus zu ziehen.”

    Er sieht zwei Deutungsmöglichkeiten (und beide kein Ruhmesblatt für unsere Regierung):

    – Man hat seine Souveränität und seine eigenen Interessen bereits so weit aufgegeben, dass man sich von einem Land wie der Ukraine vor der Weltöffentlichkeit auf der Nase herumtanzen lässt.

    – Oder aber die ganze Geschichte ist nur ein Ablenkungsmanöver, um sich nicht die ernstere Frage nach den Konsequenzen für den Fall einer amerikanischen Täterschaft zu stellen.

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=99245

    Andere spekulieren, ob die USA die Kiewer Junta als Fanatiker diskreditieren wolle, die man nicht mehr so voll und ganz unterstützen wolle / dürfe – und damit ihren eigenen Rückzug vorbereiten, schwierige US-Präsidentschaftswahlen stehen ja vor der Tür und die Vorbereitungen für den angestrebten US-Krieg gegen China laufen auch schon auf Hochtouren.

    Die US-Politkaste scheint gespalten:

    Der Think Tank RAND rät zum Rückzug aus der Ukraine, weil da nichts mehr zu holen sei, was weitere Kosten rechtfertige,
    https://www.broeckers.com/2023/06/09/notizen-vom-ende-der-unipolaren-welt-85/#comment-111462

    Dagegen sieht der Think Tank AEI noch Spielraum in Sachen Eskalation und meint, Biden könne Russland von einem Nuklearschlag gegen die Ukraine abhalten, indem er dieser taktische Atomwaffen liefere,
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=99210#h03

    In Sachen “Beitrittszusage an die Ukraine” (= der tiefere Kriegsgrund bzw. für Russland DAS Hindernis echter Friedensgespräche) zeigt sich die Nato gespalten:
    Biden soll im Februar seinem polnischen Amtskollegen Andrzej Duda mitgeteilt haben, Washington lasse einen Beitritt der Ukraine nicht zu; dies sei eine „rote Linie“.
    Balten und Polen drängen dagegen auf eine Beitrittszusage,
    https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9266

    Aber während Polen sich für einen Nato-Beitritt des Nachbarlandes stark macht, drängt sich bei der EU-Mitgliedschaft die Rivalität in den Vordergrund, denn den Milliarden-Segen aus Brüssel künftig mit Kiew teilen will man nicht,
    https://www.telepolis.de/features/EU-Beitritt-Ukraine-Wenn-Freunde-zu-Konkurrenten-werden-9186403.html

    Vielleicht ahnt man auch, dass ein künftig deindustrialisiertes Deutschland eine Milchkuh mit deutlich reduziertem Output sein wird …

  6. Warum erfährt man das hier und nicht aus der deutschen Presse? Weder T-O noch Bild melden etwas. Es sind 39 Seiten National Security Strategy adopted by the German Federal Cabinet https://www.globalsecurity.org/military/library/policy/int/germany-national-security-strategy oder https://www.globalsecurity.org/jhtml/jframe.html#https://www.globalsecurity.org/military/library/policy/int/germany-national-security-strategy_20230614.pdf|||Robust.%20Resilient.%20Sustainable.%20Integrated%20Security%20for%20Germany%20-%20National%20Security%20Strategy

    1. Dagmar Henn wirft auf RT.DE einen kritischen Blick auf das Papier:
      https://freeassange.rtde.me/meinung/172665-zwischen-wahn-und-hybris-nationale/

      Ebenso German Foreign Policy:
      Bundesregierung legt Nationale Sicherheitsstrategie vor, verortet Deutschland im globalen Machtkampf gegen Russland und China und verordnet der gesamten Bevölkerung „Wehrhaftigkeit“,
      https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9268

      Deutlich unkrititscher naturgemäß Deutschlands Expertin für 360-Grad-Wenden im ZDF:
      https://www.zdf.de/nachrichten/politik/baerbock-sicherheit-interview-ukraine-krieg-russland-100.html
      Baerbocks Kommentar zur Sicherheitsstrategie (“Größte Gefahr ist das russische Regime”) enthält zumindest indirekt das Eingeständnis, dass es ihr noch nicht gelungen ist, “Russland zu ruinieren”.

      Derweil nannte Sahra Wagenknecht bei Maischberger die Fortsetzung des Sterbens beim Stellungskrieg in der Ukraine “sinnlos”.
      Sie beharrte einmal mehr darauf, dass die westlichen Staaten mindestens einen Waffenstillstand herbeiführen müssten. Wohl u.a. dafür nennt n-tv die Linken-Politikerin “umstritten”, während Florence Gaub als “Expertin” vorgestellt wird, die erklärt, warum die Zeit für Gespräche noch nicht gekommen sei. Der “Konfliktforscherin” geht es darun, Russland davon zu überzeugen, dass ein militärischer Sieg nicht möglich ist. Das könnte entscheidend für mögliche Friedensverhandlungen sein.

      Nach Meinung von Wagenknecht ist eine Offensive aber nicht dazu geeignet, einen Krieg zu deeskalieren, sie eskaliere ihn dagegen.
      Gaub widerspricht: “Es geht nicht darum, den Krieg zu deeskalieren, sondern es geht darum, den Konflikt zu beenden.” Dazu könne eine Deeskalation genauso beitragen wie eine Eskalation. “Das kennt man, wenn man sich mal mit einem Partner streitet: Manchmal muss es erst richtig nach oben gehen, bevor eine Seite einschwenkt. Auf den Krieg bezogen: Ich möchte, dass dieser Krieg so zu Ende geht, dass er danach nicht wiederkommt. Darum geht es hier.”

      Im Moment gebe es nichts, worüber die Ukraine und Russland verhandeln wollten.
      “Das heißt, dass man eine andere Lösung finden muss. Und meistens kommt man an den Punkt erst, wenn man sich ein bisschen zermürbt hat. In der Forschung spricht man dabei von einer Konfliktuhr. Auch Konflikte haben eine innere Uhr. Irgendwann kommt man an den Punkt, wo die Bereitschaft für Verhandlungen erreicht ist.”
      Noch sei es nicht so weit.
      https://www.n-tv.de/politik/Wagenknecht-nennt-Krieg-sinnlos-Expertin-widerspricht-article24192069.html

      (Anmerkung Ulrich Teusch auf multipolar zur “Militärexpertin”:
      Gaub vergleicht den Krieg in der Ukraine mit einem privaten Streit, also z.B. einem Ehekrach oder einem Konflikt zwischen Eltern und Kind. Dieser Vergleich hinkt nicht nur beträchtlich, er ist auch übel. Bei einem privaten Streit gehen vielleicht ein paar Suppenteller zu Bruch, in der Ukraine hingegen wurden und werden zigtausende meist junge Menschen getötet oder zu Kriegsinvaliden geschossen.)

      Im April 2022 (der Krieg tobte seit zwei Monaten und Boris Johnson torpedierte gerade per Blitzbesuch in Kiew die weit fortgeschrittenen Friedensverhandlungen) leistete sich die Politologin Florence Gaub bei Markus Lanz einen “völkerkundlichen Ausritt”, den man auch etwas deutlicher als plumpen Rassismus und Volksverhetzung bezeichnen könnte:

      Auf die Lanz-Frage, warum es an Putins Heimatfront kaum Proteste gegen den Angriffskrieg gebe, antwortete sie nicht das Übliche – also, dass die Untertanen indoktriniert seien und bei Widerworten hinter Gittern landeten.

      Sondern: „Wir dürfen nicht vergessen, dass, auch wenn Russen europäisch aussehen, es keine Europäer sind, jetzt im kulturellen Sinne“, dass sie „einen anderen Bezug zu Gewalt, zum Tod haben“. Es gebe „nicht diesen liberalen postmodernen Zugang zum Leben als ein Projekt, was jeder für sich individuell gestaltet“. Man habe dort eine eher geringe Lebenserwartung: „Dann geht man einfach anders damit um, dass da halt Menschen sterben. Die Hinterbliebenen reagieren halt – ich spitze sachte zu – etwas stumpf.“

      Da die Lebenserwartung in der Ukraine ein Jahr unter dem russischen Wert liegt, spann die Berliner Zeitung die Gaub-Logik weiter und fragte spitz:
      Bedeutet das, dass den Einwohnern von Mariupol der Tod ihrer Nachkommen und Nachbarn tendenziell noch etwas schnurzer ist als den Russen die Opfer unter ihren Tätern?
      https://www.berliner-zeitung.de/open-mind/florence-gaub-bei-markus-lanz-vielleicht-sind-russen-ja-doch-auch-europaeer-li.223137

      Am Ende des aktuellen Schlagabtausch wies Wagenknecht laut n-tv auf die Friedensverhandlungen im Jemen hin.
      Der Bürgerkrieg in diesem Land habe acht Jahre gedauert, sagt Gaub, und dabei habe es sich um einen Stellvertreterkrieg gehandelt. Das sei auch im Ukrainekrieg der Fall, wo es sich eigentlich um einen Krieg zwischen den USA und Russland handle, entgegnet Wagenknecht. Das sei ein weiterer Grund dafür, dass der Impuls für Friedensverhandlungen vom Westen ausgehen müsse.

      Diese Aussage weist Gaub zurück. Dieser Krieg sei viel komplizierter, denn es gehe in Wahrheit darum, eine neue Weltordnung zu erreichen. Darum seien auch Westeuropa und China darin involviert. Die Diskussion muss am Ende aus Zeitgründen an der interessantesten Stelle abgebrochen werden. Ohne weitere Begründung wird für n-tv aber “klar”: Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine wären sinnvoll und notwendig, doch zum gegenwärtigen Zeitpunkt eher unrealistisch.

      Für mich wird aus den Worten der eisernen Narrativ-Vertreterin Gaub dagegen klar ersichtlich, dass sie weiß, was der Hegemon zu hören wünscht und sie genau das von sich geben will. Rettung von Menschenleben und Verzicht auf Rassismus spielen dabei keinerlei Rolle (die hebt man sich für woke Sonntagsreden auf).

      Wer den gut belegten (da US-seitig gewollten und eingefädelten) Stellvertreter- und Abnutzungskrieg bestreitet, indem auf die Agenda “neue Weltordnung” (sprich: Mackinder und “Herzlandtheorie”, “Entkopplung” Russlands und Chinas von der US-dominierten Rest-Welt) verwiesen wird, leugnet die akute Maskierung des Hegemons ausgerechnet durch Nennung der tieferen, langfristigen Macht-Strategie dieses Hegemons!

      Schöner selber entlarven kann man das eigene Mitmachen bei einem miesen Spiel kaum!

      1. bekir, es wird keine Ruhe in Europa oder allen anderen Teilen der Welt geben, solange die Amis ihre schmutzigen Finger im Spiel haben. Es muss einen tiefen Schnitt geben, der denen, zumindest in Deutschland, die Unterstützung abschneidet. Mit den Politakteuren, die sich zur Zeit in Deutschland tummeln, wird es, es sein denn die AfD bekommt mehr als 50%, diesen Weg nicht geben https://globalbridge.ch/bidens-lieblingsfalke-fordert-ein-blutvergiessen-ohne-ende/

        1. Liebe Heidi, bitte korrekt bleiben. Das Problem ist nicht “der Ami”, sondern einzig und alleine die satanische Soros-Bande, die seit Christi Geburt nur noch Ärger machen.

          Wir Deutsche haben ja schon mal das Problem lösen wollen, aber leider hat uns auch da der Soros unterlaufen und die Sache so aussahen lassen, als ob wir die Bösen sind. So wie jetzt I Russland mit dem heiligen Putin und seinem gottesfüchtigen Volk. Das sind die einzigen, die sich gegen Satan erheben. Werden aber bei uns im TV ganz anderes dargestellt.

          Aber zum Glück kann uns keiner was vormachen. Wir haben den Durchblick dank Jesus, Putin, Wagner und Co.

      2. Für das sensible deutsche Publikum umschreibt Florence Gaub behutsam und beschönigend, was US-bzw. Nato-Kriegsziel ist:
        “Russland davon zu überzeugen, dass ein militärischer Sieg nicht möglich ist.”

        Sprich: Für Russland nicht möglich, für die Ukraine dagegen schon.
        Gekämpft soll nämlich werden bis zum Sieg der Ukrainer. Dann erst wird “verhandelt”, sprich: über die Bedingungen der russischen Kapitulation “gesprochen”.
        Denn mit “Diktatfrieden” (den Olaf Scholz wiederholt öffentlich ausgeschlossen hat) will er wie Gaub nur ein “russisches Diktat” ausschließen, kein westliches.

        “Ich möchte, dass dieser Krieg so zu Ende geht, dass er danach nicht wiederkommt.”

        Sprich: Russland soll nicht nur die “eroberten” Gebiete hergeben / verlieren, sondern es soll seine Fähigkeit verlieren, jemals wieder an “Eroberungen” zu denken.

        In der Filterblase des deutschen TV-Publikums ist erfolgreich ausgeblendet worden,

        – dass Russland gar kein “Eroberer” sein wollte, sondern nur die hartnäckige Missachtung seiner Sicherheitsinteressen irgendwann nicht mehr hinnehmen wollte und konnte sowie

        – dass Russland dies laut US-Strategen auch gar nicht hinnehmen sollte – der angeblich “unprovozierte Angriffskrieg” des von ihnen in die Enge Getriebenen war von ihnen ja heiß ersehnt (so wie 2000 / 2001 der US-Think-Tank PNAC ein “Neues Pearl Harbor” herbeisehnte).

        Die gelehrigen Schüler des Hegemons wie Lars Klingbeil von der SPD haben nur dessen Entkopplungs-Mantra verinnerlicht und nicht selber nachgedacht:
        “Sicherheit nicht mehr mit Russland, sondern nur noch gegen Russland”.
        Im kalten Krieg hieß das “Abschreckung durch Stärke”, war aber allem Muskeln-Zeigen zum Trotz dennoch friedenserhaltend, da mit vielen Vereinbarungen garniert, an die beide Seiten sich auch hielten.

        Wenn man aber in einem bereits “heißen Krieg” einen Gegner damönisiert und dessen Bedürfnisse ignoriert und zugleich ihn ständig belügt und verhöhnt, dann bleibt irgendwann beiden Seiten nur noch die Überlebensfrage “Wir oder die!” – der totale Krieg.

        «Die Ukraine muss bei ihren bevorstehenden Gegenoffensiven nicht nur Erfolge auf dem Schlachtfeld erzielen, sie muss auch weit mehr als einen geordneten Rückzug der Russen nach Waffenstillstandsverhandlungen zustande bringen.
        Brutal ausgedrückt: Sie muss es schaffen, dass russische Soldaten massenhaft fliehen, desertieren, Offiziere erschiessen, gefangen genommen werden oder umkommen. Die russische Niederlage muss in ein unmissverständlich grosses, blutiges Durcheinander münden.»
        … meint als Gastkommentator in der NZZ der US-Neocon Eliot Cohen, der damit in seinem Blutrausch nichts weniger erträumt als den totalen Sieg des Westens durch ein zusammenbrechenes und im blutigen Chaos versinkendes Russland.

        Zeitgeschehen im Fokus hat dazu General a. D. Harald Kujat befragt, für den so ein Szenario “fern jeglicher Realität” ist. Anders als die insoweit unbeleckte Frau Gaub geht Kujat von sich aus und sofort auf das russische Sicherheitsbedürfnis ein, das für ihn ein anderes ist als das der USA, die als Luft- und Seemacht eine komfortable geographische Lage (eingerahmt von Atlantik, Pazifik, Kanada und Mexiko) haben und eine «existenzielle Bedrohung» durch heranrückende Mächte kaum kennen.

        Ausnahme und mahnendes Vorbild für den aktuellen Krieg: die Kuba-Krise, deren geostrategische Ursachen durchaus mit denen des Ukrainekrieges vergleichbar seien.

        In Washington wisse man zudem, dass das Ziel, die von Russland besetzten Gebiete zurückzuerobern, unrealistisch ist.
        https://www.zeitgeschehen-im-fokus.ch/de/newspaper-ausgabe/nr-9-vom-15-juni-2023.html#article_1529

        Aber um dumme Stellvertreter in einem für sie selber völlig sinnlos zerstörerischen Krieg an die Front zum Sterben treiben zu können, behält der eiskalt kalkulierende Hegemon dieses Wissen für sich und lässt bei den dummen Vasallen unermüdlich zu Krieg und Sieg trommeln. Leider weiß man nicht so genau, ob die Falken in der US-Regierung nur ihre Rolle sehr gut spielen oder ob sie wirklich so kompromisslos schräg drauf sind, wie sie sich geben.

        Seymour Hersh prangert ein hochrangiges Expemplar dieses Menschenschlags an:
        “Bidens Lieblingsfalke fordert ein Blutvergießen ohne Ende” – US-Außenminister Antony J. Blinken hat in einer Rede am 2. Juni in Helsinki Finnland als neues Mitglied der NATO begrüßt. “Als Berufsfalke, wenn es um Russland geht, übertraf er sich selbst in der Schärfe seines Engagements für den Ukraine-Krieg. Erneut wies er jegliches Gerede über einen Waffenstillstand zurück – etwas, das die zunehmend bedrängte ukrainische Armee und die ukrainische Bevölkerung dringend nötig hätten.”
        https://globalbridge.ch/bidens-lieblingsfalke-fordert-ein-blutvergiessen-ohne-ende/

        Hersh erwähnt Samuel Charap von der RAND-Corporation, der nun schon wiederholt zum Abbrechen des teuren und nur begrenzt erfolgreichen ukrainischen Abenteuers geraten hat,
        https://www.broeckers.com/2023/06/09/notizen-vom-ende-der-unipolaren-welt-85/#comment-111462

        Hersh: “Schade, dass der Name Antony Blinken in Charaps Artikel nicht auftaucht.”

        1. Zur „komfortablen geographischen Lage (eingerahmt von Atlantik, Pazifik, Kanada und Mexiko)“ der USA gibt es eine aktuelle Korrektur:

          Einer der aussichtsreichsten BRICS-Beitrittskandidaten ist Mexiko. Zunehmend skeptisch wird dieses Vorhaben von den USA beäugt, denn es könnte die „nationale Sicherheit“ gefährden,
          https://tkp.at/2023/06/20/mexikos-brics-beitritt-usa-mit-sorgen-um-nationale-sicherheit/

          Laut Wikipedia sind die BRICS-Staaten „eine Vereinigung aufstrebender Volkswirtschaften“ – von einem militärischen (Beistands-)Bündnis ist nicht die Rede.

          Man erinnere sich: Russland verlangte zu seiner eigenen Sicherheit nur die militärische Neutralität der Ukraine (Rüstungs- und Nato-Beitritts-Verzicht); einen Beitritt zur EU als wirtschaftlicher Vereinigung von Staaten sah man zwar nicht gerne (weil das mit dem Ausscheiden bei der konkurrierenden GUS – Russland, Belarus etc. – verbunden war), man hatte es aber nicht zur roten Linie erklärt.

          So liberal wollen die USA vor der eigenen Haustür dann wohl doch nicht sein – 2023 noch weniger als 1961 in der Kubakrise, als J.F.Kennedy seine verbale Kriegsdrohung immerhin auf eine real existierende bzw. heranrückende (Raketen-)Kriegsgefahr stützen konnte…

          Der TKP-Autor Thomas Oysmüller liefert in einem zweiten Beitrag Details aus dem in Minsk und Istanbul verhandelten (und dann von Boris Johnson erfolgreich torpedierten) Friedensvertrag vom Frühjahr 2022:
          – Offenbar zog sich Russland freiwillig aus Kiew zurück (als „ein Zeichen des guten Willens“);
          – außerdem dürfte eine „Pacht“ für Krim und Donbass geplant gewesen sein.

          Nach dem Rückzug Russlands vor Kiew änderte die Ukraine aber ihre Haltung – offiziell „wegen Butscha“. Inoffiziell heißt es, dass Boris Johnson Selenski davon abgehalten hat, den Vertrag zu unterzeichnen.
          https://tkp.at/2023/06/19/russland-zog-sich-vor-kiew-freiwillig-zurueck/

          Die auf einer Ausfallstraße schier regelmäßig (eine links, eine rechts) aufgebahrten Leichen sahen schon immer nach einer Inszenierung aus, die nur der ukrainischen Seite nutzen konnte. Bei einem großzügig-freiwilligen Rückzug noch schnell brutale Verbrechen zu begehen, passt ganz und gar nicht zu der Friedensbereitschaft, die Putin wohl hatte, Selenski aber nicht haben durfte.

          Dass „Butscha“ ausgerechnet in einem Dorf namens „Butscha“ stattfand, könnte dem englisch-sprachigen Medien-Marketing-Interesse geschuldet sein: Butcher heißt Schlachter und prägt sich besser ein als „Ukrainian“, das selbst US-Präsidenten schnell mal mit „Iranian“ oder „Armenian“ verwechseln.

          Die vom weißrussischen Präsidenten Lukaschenko stammende Info zur Pacht für die Krim wurde übrigens vom Kreml-Sprecher Peskow inzwischen dementiert. Die Krim sei „ein integraler Bestandteil der Russischen Förderation“, eine „Pacht“ von der Ukraine sei „nie“ diskutiert worden.

          Das Wörtchen „nie“ sollte man auf dem diplomatischen Parkett nicht überbewerten; Boris Johnsons Verhalten konnte zwar einen staatsrechtlichen Vertrag verhindern, aber nicht den staatlichen Akt der Eingliederung nach Abstimmung (inklusive Änderung der damit verbundenen amtlichen Sprachregelungen).
          Putin hat quasi zur Strafe für die Friedens-Sabotage von Johnson bzw. des Westens den Preis für die Kiewer Marionetten der westlichen Hintermänner erhöht – da kann der mittellose Clown in Kiew noch so toben und seinerseits den Preis für Putin erhöhen, ehe er dann wieder auf Reisen geht, um Munition zu erbetteln.

        2. Mit Seymour Hersh können wir rätseln, ob mächtige Falken wie Antony Blinken nur bluffen oder wirklich die Eskalation wollen, die sie anpreisen.
          Blinken kommt gerade zurück von einem Besuch beim nächsten Kriegsgegner China, wo er “lange Gespräche mit den Außenpolitikern des Landes geführt” hat.

          Die erstaunliche Verhandlungsbereitschaft des auch optisch eher wie ein Nicht-Falke wirkenden Blinken deutet Peter Symonds so:
          “Blinkens Reise war ein zynischer Versuch, die Konfrontation der USA mit China auf Eis zu legen und die zunehmenden Spannungen mit Beijing abzubauen, während gleichzeitig eine drastische militärische Eskalation der USA und der Nato im Krieg gegen Russland in der Ukraine vorbereitet wird.”

          Das wäre, so Symonds, die Strategie, die in einem kürzlich in der Zeitschrift Foreign Policy erschienenen Kommentar vom ehemaligen stellvertretenden Außenministers A. Wess Mitchell unverblümt dargelegt wurde:
          Die in amerikanischen Sicherheitskreisen als „Sequencing“ bekannte Denkweise – zuerst die militärische Niederlage und Unterordnung Russlands und dann ein Krieg zur Zerschlagung des Hauptrivalen China.

          In dem Artikel mit dem Titel „Ein langwieriger Krieg in der Ukraine sollte die US-Strategie nicht ändern“, argumentierte Mitchell, dass die USA weiterhin den Ansatz verfolgen sollten, den er im vergangenen Jahr vorgeschlagen hatte, nämlich: „die schwächere der beiden Großmächte entschlossen zu bekämpfen, bevor die stärkere der beiden zu einer umfassenden Herausforderung bereit ist“.

          Mitchell wies darauf hin, dass China nach Einschätzung der USA erst in zwei bis fünf Jahren zu einem Krieg um Taiwan bereit sei, und lobte dann die „aufputschende Wirkung“ des Konflikts in der Ukraine: „Er hat die Anhäufung lebenswichtiger Vorräte und die allgemeine Kriegsvorbereitung des US-Militärs beschleunigt – ganz zu schweigen davon, dass er bei den US-Verbündeten in Europa und Asien eine größere Verteidigungsbereitschaft hervorgerufen hat.“

          https://www.wsws.org/de/articles/2023/06/20/rmmw-j20.html

          Es liege etwas in der Luft, meint auch Dagmar Henn auf RT.DE.
          “Offenkundig hatte Blinken den Auftrag, so etwas wie das klassische rote Telefon, das einst das Ergebnis der Kuba-Krise war, zwischen China und den USA zu etablieren, China war aber noch nicht bereit, dem zuzustimmen. Allerdings scheint irgendwer in Washington, vielleicht nach der glorreichen Fehlkalkulation mit den Russland-Sanktionen, nachgerechnet zu haben, was auch nur eine Unterbrechung des Verkehrs durch die Straße von Taiwan für die globale, also auch für die US-amerikanische Wirtschaft, bedeuten würde – einen Absturz in eine tiefe Krise.”

          Sie deutet die kühle Diplomatensprache des chinesischen Außenministers Qin als Standpauke und als Anspruch, dass er den USA als Sprecher der “internationalen Gemeinschaft” gegenübertrete – oder im Umkehrschluss:
          Nicht mehr ihr, die USA und der restliche Westen, könnt diesen Platz beanspruchen und so tun, als sprächet ihr für die Menschheit.

          Die gemeinsame Arbeitsgruppe hatte übrigens ein für die mächtigen USA ein peinliches Thema, das Blinken in der Pressekonferenz sogar benannt hat – Fentanyl: Die US-Erfindung wirkt hundertmal stärker als Opium und steht im Mittelpunkt der Opioidkrise in den USA.
          Mexikanische Kartelle, die den US-Handel in der Hand haben, beziehen es mittlerweile vor allem aus China (so wie die meisten Medikamente weltweit inzwischen in Indien oder in China hergestellt werden).
          Da nur die wirklich großen Unternehmen in China unter Kontrolle des Staates sind, bleiben die USA darauf angewiesen, dass auch die chinesische Regierung ein aktives Interesse an einer Eindämmung hat.

          Eine weitere Standpauke erhielt Blinken von in China tätigen US-Unternehmen:
          Diese hätten ihm erklärt, sie hielten nichts von einer Reduzierung der ökonomischen Verbindungen und würden im Gegenteil das Geschäft gern ausbauen. Dementsprechend beschwichtigte er explizit, das “Risiken beseitigen”, das die aktuelle Sprachregelung für die anti-chinesischen Maßnahmen auch der EU ist, sei etwas völlig anderes als “Abkoppeln”.

          Auch laut Henn deutet manches (z.B. Personalveränderungen in der Biden-Administration) “darauf hin, dass der Machtkampf zwischen den Russland- und den Chinakriegern zugunsten der Russlandkrieger entschieden wurde”.

          https://freeassange.rtde.me/meinung/173062-blinken-scholz-und-besuche-in/

          Vasallenhäuptling Olaf ist schon auf Linie („Wir sollten uns darauf einstellen, dass der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine noch lange dauern kann – darauf bereiten wir uns vor und richten auch unsere Politik danach aus“, so Scholz. Dabei sei klar: „die Nato wird nicht Kriegspartei werden“) und bekam vom nach Berlin gekommenen Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg ein Lob verpasst,
          https://snanews.de/20230619/treffen-in-berlin-6255873.html

          Nicht so entzückt ist man in Berlin, dass Flintenuschi mehr Geld für Brüssel will.
          Sie braucht mal eben 50 Milliarden für die Ukraine, wofür das 7-Jahres-Budget der EU nicht reiche,
          https://taz.de/Wende-der-EU-Kommission/!5942359/

          Zur neuen Nationalen Sicherheitsstrategie Deutschlands, in der Moskau als Hauptbedrohung für Frieden und Sicherheit genannt wird, fallen dem russischen Außenminister Sergej Lawrow Kommentare schwer:
          „Sie fußen weder auf Logik noch auf den Interessen Deutschlands selbst und des deutschen Volkes“, so Lawrow.
          Zuvor hatte auch der Kreml-Sprecher, Dmitri Peskow, die deutsche Strategie kritisiert. „Leider hat Deutschland offenbar für sich beschlossen, wie auch ganz Europa konsequent im Fahrwasser der USA zu segeln, ein vorbildliches Mitglied der Nato zu sein, das selbstverständlich alle Anweisungen aus Washington befolgt“, so der Sprecher.
          Er merkte an, dass Deutschland dies „auch zu Lasten der Interessen seiner Bürger“ tue und sich damit „selbst ins Bein schieße“,
          https://snanews.de/20230618/lawrow-nimmt-stellung-zu-neuer-sicherheitsstrategie-6253775.html

          Zur Kriegs-Vorgeschichte und zur Ukraine als Riegel zwischen Westeuropa und Russland hat der pensionierte Bundeswehr-Oberstleutnant Jochen Scholz ein Interview gegeben,
          https://www.hintergrund.de/politik/welt/die-ukraine-als-riegel-zwischen-westeuropa-und-russland/

  7. @Heidi Walter
    15/06/2023 at 13:00
    ” National” hätten die doch gleich weglassen können.
    Deutschland auf dem Weg zur Agentur der UNO und deren 20 Goals
    Steht doch alles hier
    https://de.technocracy.news
    Demnächst kommt wohl die UNO-Steuer oder was ?

  8. Mensch Bröckers…der Witz hätte auch hier in der Notiz stehen können 🙂 🙂 🙂

    “EU-Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen hat immer wieder betont, dass die russische Wirtschaft dank den Sanktionen am Boden läge – so sehr, dass das russische Militär auf Chips aus Waschmaschinen, Geschirrspülern und Kühlschränken angewiesen sei.

    Russland bedankt sich seinerseits nun für die Chips, die den zerstörten deutschen Panzern entnommen und wieder in die Haushaltsgeräte eingesetzt werden können.”

    Quelle: https://de.rt.com/kurzclips/video/172770-vielen-dank-fuer-tipp-mit/

    Eines muss man ihnen ja lassen: Humor ham’se! 🙂 Und ich liebe russischen Humor.

  9. Klaus von Dohnanyi, früherer Hamburger Bürgermeister und ehemaliger Bundesminister (unter den Kanzlern Brandt und Schmidt) hat den Kurs der Bundesregierung und der SPD in der Ukraine-Krise scharf kritisiert.

    „Ich halte die gegenwärtigen Prioritäten der Bundesregierung und des Westens für falsch. (…)
    Die Priorität müsste sein, uns vor den Folgen des Klimawandels zu schützen (…) Stattdessen kaufen wir Panzer für die Ukraine, weil wir nicht geholfen haben, einen Krieg zu verhindern, der verhinderbar war.“

    Der Klimawandel sei die wahre Bedrohung, „nicht Putin“.
    Putin habe nie die Absicht gehabt, Europa anzugreifen. „Er wollte nur die Ukraine nicht in der Nato und diese nicht an seiner Grenze haben. Darüber wollte er verhandeln, aber der Westen war dazu nicht bereit.“ Deshalb trage der Westen eine Mitverantwortung.

    Er sei auch dagegen, Putin als Kriegsverbrecher zu bezeichnen. „Ich würde Präsident Bush ja auch nicht zum Kriegsverbrecher erklären und vor Gericht stellen, obwohl er ohne Zweifel einen noch folgenreicheren Krieg im Irak geführt hat, mit sehr viel mehr Toten und ohne jeden Grund, wie wir alle heute wissen“, sagte er. Auch der Haftbefehl gegen Putin sei „unbedacht und unklug“. „Soll denn Moskau zukünftig der einzige Ort sein, wo man mit Putin verhandeln kann?“

    Für den aktuellen Kanzler zeigt er trotz dessen Äußerungen (Putin sei „Kriegstreiber“, riskiere „das Leben seiner Bürger für einen imperialistischen Traum“ und wolle „die Ukraine zerstören“) Verständnis:
    „Olaf Scholz ist eben in einer sehr schwierigen Lage, weil er im Ukraine-Krieg an die gesamtwestliche Politik denken muss.“

    Der SPD, der er seit 1957 angehört, warf er vor, sich zu wenig für Frieden einzusetzen. Sie sei immer eine Friedenspartei gewesen. „Eine SPD ohne eine erklärte, hörbare und offensive Friedenspolitik, ist keine SPD mehr“,
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article245917406/Unbedacht-und-unklug-Von-Dohnanyi-kritisiert-Bundesregierung-fuer-Ukraine-Politik.html

    Viel ausrichten wird die Standpauke vermutlich nicht. Aber im Gegensatz zu Gerhard Schröder werden die Genossen das Urgestein Dohnanyi vermutlichen eher totschweigen als offen anfeinden.

    SPD-Verteidigungsminister Boris Pistorius hat unterdessen Waffenlieferungen in die Ukraine gegen Kritik von leitenden Theologen verteidigt. Er könne den Menschen in der Ukraine nicht sagen, dass sie sich gewaltfrei gegen Drohnenangriffe und Raketen aus Russland wehren sollen, sagte Pistorius heute in Osnabrück beim regionalen Ökumenischen Kirchentag.
    Dieser Krieg habe im russischen Präsidenten Putin einen eindeutigen Aggressor.
    „Putin hat keine Hemmungen, Menschen zu töten.“

    Die evangelisch-reformierte Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden forderte, mehr zu differenzieren. Es sei wichtig, auch die zerstörerischen Folgen des Krieges und eines neuen Wettrüstens für die Ukraine selbst und beispielsweise für Länder in Afrika zu bedenken. Pistorius entgegnete, er würde sich einen schnellen Weg zu Friedensverhandlungen wünschen. Den sehe er aber derzeit nicht. Die Entscheidung darüber, wann solche Verhandlungen aufgenommen werden könnten, treffe im Übrigen nur die Ukraine. „Das Streben nach Differenzierung von Dingen, die sonnenklar sind, verwischt die Verantwortlichkeiten.“
    https://www.n-tv.de/politik/17-37-Pistorius-verteidigt-Waffenlieferungen-in-die-Ukraine–article23143824.html

    1. Alle US-Präsidenten der Neuzeit sind Kriegsverbrecher, mit Ausnahme von Trump, der keinen Krieg angezettelt hat. Eine Nation, die Krieg führt, um ihre Vormachtstellung in der Welt, dabei basierend ausschließlich auf ihren Interessen, zu zementieren und dabei keine Widerwärtigkeit auslässt, die Welt destabilisiert und dabei nichts weiter als Millionen von Toten und verbrannte Erde hinterläßt, ist ein Terrorstaat. Sie sind nicht “Gods own country”, wie Bush sagte, sondern “a country out of hell”. Scholz und Konsorten, wie auch schon Merkel und Konsorten, müssten eigentlich über soviel Überheblichkeit und Falscheinschätzung den Kopf schütteln. Nur wie schüttelt man den Kopf, wenn man bis zum Hals im Hintern der USA steckt?

      1. Damit man den Kopf schütteln kann, müsste man ein Mindestmaß an Anstand besitzen. Merkel hat sich dem US-Imperium angedient, indem sie erklärte mitmachen zu wollen beim größten Menschheitsverbrechen der vergangenen 20 Jahre. Und Scholz verleugnete massive Polizeigewalt beim Hamburger G20-Gipfel vor ein paar Jahren, sowie fand nichts Verwerfliches an einer bei der Polizei angewandten Foltermethode (solange Brechmittel einflößen, bis die von den Gewalttätern bei der Polizei vermuteten verschluckten Drogen zum Vorschein kommen), die einen Todesfall verursacht hat. Seine Rolle in dubiosen Finanzgeschäften zeugen auch nicht gerade davon ein ehrenhafter Mann zu sein.

        Nein. Beide waren bereit über Leichen zu gehen, wenn es der eigenen Karriere dienlich ist.

        Anders ausgedrückt: es sind weniger die USA das Problem. Das Problem ist, dass sie überall auf der Welt entsprechende Korruptnicks finden, die sich ihnen treu ergeben. DAS sollte man bekämpfen, wenn man die USA (die für mich mit ihrem permanenten Drang zu Völkermorden idelogisch genauso schlimm wie die NS-Diktatur sind) zurück drängen möchte.

        1. Das ist wohl wahr, Richard, aber die für uns unsichtbaren Fäden der Marionetten werden woanders gezogen. Erst wird gebeten, dann wird gefordert und wenn das immer noch keine Reaktion zur Wunscherfüllung tätigt, kommen die Akten auf den Tisch. Wie sagte Seehofer ganz richtig „Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden”.

          1. Die neuen Notizen (Nr. 87):
            Kiew trat im April 2022 auf Drängen von Boris Johnson den bereits ausgehandelten Friedensvertrag in die Tonne trat – und einer der Unterhändler wurde ermordet.

            Das passiert auch in “friedlicheren” Ländern immer wieder mal: Herrhausen, Rohwedder, vermutlich auch Barschel, Haider und Möllemann.

            Dass die Methode insgesamt nur wenig eingesetzt wird, zeigt, dass die “Vorstufen” zur Zufriedenheit ihrer Urheber nahezu perfektioniert sind.

    2. “Dieser Krieg habe im russischen Präsidenten Putin einen eindeutigen Aggressor.
      „Putin hat keine Hemmungen, Menschen zu töten.“” sagt einer, der im Dienste der NATO agiert, die ua im Irak 1,5 Mio Menschen abgeschlachtet, dort Uranmunition verschossen hat, also wirklich null und gar keine Skrupel kennt Mio Menschen zu ermorden, Genozide zu verüben und auch Landstriche so zu verseuchen, dass noch sehr lange anhaltende Qualen bei Mensch und Tierwelt etc zu erwarten sind. Pistorius ist ein wahrer Menschenfreund, NICHT.

      Nebenbei lügt er, wenn er Putin die Verantwortung für diesen Krieg zuweist. Diesen gibt es nur, weil der Westen ihn mittels Marionettenregierung angefangen hat. Und was das Thema Frieden angeht: den hätte man ua dank Minsk II haben können, wollte man (ua Macron & Merkel) aber nicht. Es stimmt: es ist eindeutig klar, wer für den Krieg und damit die Aggressionen verantwortlich zeichnet. Wie sagt ein Sprichwort: wer mit dem Finger auf Andere zeigt, da zeigen mindestens drei Finger auf einen selbst. Aber gut…. was will man auch erwarten, wenn viel Korruption und Veruntreuung von Steuermitteln im Spiel ist. Und das liebe Geld ist bekanntlich immer zumindest EIN gewichtiger Kriegsgrund…

      https://www.anti-spiegel.ru/2023/telefongespraeche-ueber-schmiergeldzahlungen-an-biden-wurden-mitgeschnitten/

    1. Wo Du gerade Ken Jebsen erwähnst: Hier eine hervorragende Gesprächsrunde mit ihm und drei weiteren eindrucksvollen Persönlichkeiten. Es geht um die “Demokratie” und um “Hexenjagd” (auch gegen ‘Abweichler’ zum angesagen Ukraine-Narrativ).
      MANOVA: Im Gespräch: „Moderne Hexenjagden“ – https://www.youtube.com/watch?v=rfy55ow8XrQ

  10. Sehr interessanter Kommentar – The Duran: “CHINA WAR PARTY VS. RUSSIA WAR PARTY”

  11. Der hoch ehrenwerte Daniel Ellsberg ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Er hat einen Satz gesagt, der heute wahrer und wichtiger denn je ist:

    “Ich glaube [aber auch] nicht, dass wir uns von Regierungsbeamten vorschreiben lassen sollten, was die Öffentlichkeit über die Qualität und die Art und Weise, wie sie ihre Arbeit machen, wissen sollte”.

    Quelle: https://www.telepolis.de/features/US-Kriegsmaschine-Viele-wussten-es-nur-er-hat-widersprochen-9190732.html

    Der (autoritäre Unrechtsstaat) gibt sich selbst immer zugeknöpfter, akzeptiert keine vom Regierungshandeln mehr abweichende Meinung (also das Grundprinzip von Demokratie, nämlich auf der Basis von unterschiedlichen Sichtweisen auf eine Sache am Ende zum hoffentlich besten Ergebnis, zumindest für alle anerkannten Beteiligten zu kommen), will die Bürger umgekehrt aber immer mehr durchleuchten.

    Und. warum das Ganze? Jemand der so unehrenhaft und korrupt ist, wie zB ein Joe Biden und seine (zB ukrainische) Clique (https://www.anti-spiegel.ru/2023/telefongespraeche-ueber-schmiergeldzahlungen-an-biden-wurden-mitgeschnitten/), der kann zwei Dinge nicht gebrauchen: Leute, die die Märchen entlarven, die das Fundament der Korruption bzw allg kriminellen Machenschaften bilden (sowas wie “Putin hat uns angegriffen, wir sind komplett unschuldig, wir verteidigen uns nur”) und erst recht nicht Leute, die die Korruption selber aufdecken. Unsere antidemokratischen Geheimdienste sprechen auch davon, dass man angeblich die Demokratie als Solche in Zweifel ziehen würde, wenn man sich demokratisch verhält und Kritik übt. Sie verwechseln absichtlich Narrativ mit Demokratie.

    Aus dem Artikel des Anti-Spiegel zur Korruption Bidens finde ich folgenden Absatz sehr interessant, der erklärt, dass es sich insgesamt um einen defekten Machtapparat handelt (auch bei uns ist die Justiz viefach eine Farce, die die Sicherung der Macht als höheres Gut bewertet als das Recht, womit sie genau das Gegenteil davon ist, was sie auf’m Etikett stehen hat):

    “„Wenn sie Präsident Trump anklagen wollen, müssen sie erklären, warum keine Anklage gegen Hillary Clinton erhoben wurde. Sie hat die Beweise vernichtet, als sie die Vorladung erhielt. Das Justizministerium und das FBI sind politisiert und voreingenommen, und das ist eine Katastrophe höchsten Grades für unser großartiges Land“, sagt Senator Rick Scott.”

    Mir scheint….ja….wir brauchen im Westen einen ganz grundlegenden Reset (vor allem muss die Justiz die Kriminellen verfolgen, nicht deren Kritiker; ich sag mal so: wenn man als westlicher Regierungsverantwortlicher zB hunderttausende Menschen in einem Stellvertreterkrieg verheizt, dann erwächst daraus – wenn es hoch kommt – allenfalls ein Rücktritt; viel gefährlicher – weil mit höheren bzw tatsächlichen Strafen versehen – ist es vor der deutschen / westlichen Justiz diese Verbrecher anzuklagen / zu kritisieren; das ist absolut das Gegenteil von Recht). Ich fürchte allerdings, dass ein solcher Reset (wieder einmal) nur so aussieht, dass man es erst einmal in ein noch viel größeres Extrem treibt (was letztlich den gleichen Leuten nützt, Bsp AfD; deren Mitglieder rekrutieren sich zu einem großen Teil aus der CxU), also praktisch eskaliert, ehe danach auf den Trümmern vorübergehend ein halbwegs brauchbares System aufgebaut wird (wobei in Deutschland da schon einiges schief gegangen ist, indem ausgiebig auf alte Nazikader zurück gegriffen und auch sonst einiges falsch gemacht wurde, wodurch weite Teile des Staatsapparates von einer braunen Ideologie geprägt wurden: Geheimdienste, Justiz, Polizei / “Sicherheitsapparat”; ich sage nicht, dass es durchgängig so ist, sondern es gibt mindestens hier und da negative Einflüsse; und dass die Justiz weisungsgebunden ist und ein viel zu gering ausgeprägtes demokratisches Mitbestimmungsrecht gibt, halte ich für die vll schlimmsten Fehler dieses Systems).

    Ich denke: wenn staatliche Gewaltverbrechen – nach innen und nach außen (nach außen vll sogar noch stärker, weil die Menschen außerhalb eines Landes weniger Möglichkeiten der Mitbestimmung haben…) – mal justiziabel würden (ein Gerhard Schröder hatte nichts zu befürchten, als er selber zugegeben hat das Völkerrecht im Krieg gegen Jugoslawien gebrochen zu haben oder eine Merkel, die – Stichwort echte Befürwortung eines echten Angriffskriegs – sich ua den USA angedient hat, indem sie erklärte mit Bush gemeinsam im Irak das Menschheitsverbrechen mit 1,5 Mio Toten verüben zu wollen und auch später kein Wort der Entschuldigung, des Bedauerns herausgebracht hat, sowie Minsk II nicht zur Friedensfibdung verstanden hat, sondern zum Zeit gewinnen für einen noch größeren Krieg), dann wäre das schonmal ein Riesengewinn. Dazu müsste freilich die Justiz von ihren politisch motiviert agierenden Karrieristen befreit werden und das System “Justiz” insgesamt mal auf ein neues Fundament gestellt werden.

    1. @Richard
      Das was sie beschreiben, trifft eins zu eins auf Julian Assange zu. Er bekommt seit Jahren die Früchte der “unabhängigen” Justiz hier im (Werte)westen zu spüren. Wird von Richtern, welche dem System dienen, mit fadenscheinigen Begründungen in Haft gehalten und das Damoklesschwert der Auslieferung ins “Land of the free” schwebt weiter über ihn.
      Der gesamte Prozess eine Farce! Angefangen bei den schnell zusammengebastelten und gefakten Anschuldigungen aus Schweden, welche ihn in ein Jahre andauerndes erzwungenes Exil in der ecuadorianischen Botschaft trieben. Dort die umfassende rechtswidrige Überwachung durch Geheimdienstorganisationen, bezahlt im Auftrag der USA. Ganz zu schweigen von den Verdrehungen der Rechtslage. Assange als derjenige, welcher über seine Plattform dafür sorgte, dass die von unseren Regierungen begangenen Verbrechen an die Öffentlichkeit gelangten, wird von den Personen angeklagt, die eigentlich auf der Anklagebank sitzen sollten. Laut unseren “Aufklärmedien” ist so etwas “nur” in despotischen Diktaturen wie aktuell in Russland möglich. Bei uns dagegen herrscht (Rechts!)Staatlichkeit!?
      Der gesamte (Schau)Prozess gegen Assange dient nur dazu, ein Exempel zu statuieren. Ein Exempel, welches jeden möglichen Nachahmer klar machen soll, was mit ihm passiert, wenn er die Fakten der Menschenrechtsverletzungen und andere dunkle Machenschaften der USA und ihrer Vasallen “Wertegemeinschaft!” an die Öffentlichkeit bringt.
      “Don’t kill the messenger” ist der Titel eines sehr guten Buches unseres Blogchefs Mathias Bröckers. Mittlerweile ist der Tenor von Politik, Medien und Justiz hier im Westen genau das Gegenteil. “Shoot the messenger before he can deliver the message” ist der passende Slogan, welcher seit Nine Eleven und Geroge W. Bushs “Entweder sie sind mit uns oder mit den Terroristen” einzig nur noch zählt.

      1. Absolut zutreffend. Die Machthaber (inkl deren Beschützer-“Justiz”) mögen es nicht, wenn ihnen die Maske herunter gerissen wird. Aber anhand Deiner (sorry, ich kenn das nur so, dass man sich duzt im Netz) Darstellung…. schau mal wie korrupt / kaputt das System ist. Was müsste für ein groß angelegtes Reinemachen stattfinden, um diese Fehler im System zu beheben?!?! Schon krass, wie ich finde. Da dürfte kein Stein mehr auf dem Anderen bleiben…. Ich glaube nicht, dass so etwas passieren wird. Der Höhepunkt eines möglichen Wandels wäre allenfalls ein wenig Flickschusterei. Und das wäre schon viel. Man hat es ja nichtmals nach dem schrecklichen 3. Reich geschafft richtig aufzuräumen (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Furchtbare_Juristen).

  12. Es ist eine der Lügen der “Zeitenwende”, Putin wolle die Ukrainer als Volk ausradieren.
    Nur weil er wehmütig an eine Zeit gemeinsamer Staatlichkeit zurückdenkt, als Russen und Ukrainer friedlich zusammenlebten und die (noch heute ethnisch fragwürdige) Unterscheidung in zwei Völker nur ganz am Rande wahrnahmen – die allermeiste Zeit zwischen Stalin und Gorbatschow wurde die UdSSR von zwei Ukrainern (Chruschtschow und Breschnew) gelenkt.

    Das fällt in westlichen Moritaten vom bösen Russenreich meist unter den Tisch, war aber auch für die Menschen in der Sowjetunion so unspektakulär-normal wie Stalins nicht-russische – georgische – Herkunft.

    Völkermord ist im liberalen Westen Europas natürlich unbekannt und verpönt und wird irgendwo “im Osten” verortet (und mit Ernst Nolte als “asiatische Tat” schubladisiert). Bevor wir Deutsche uns zum Westen zählen durften, nannten die Briten selbst uns “Hunnen” – mit der Bedeutung: ein zu Invasionen (und Völkermord) neigendes Volk. Aber das ist lange her.

    Bei den Amis wird das Thema “Völkermord im eigenen Land” sorgfältig ausgeklammert – denn die Indianer als Ureinwohner haben eine etwas andere Sicht auf die ruhmreiche Entstehung der USA, die für sie halt keine Westausdehnung in ein herrenloses Land war, sondern mit Enteignung, Vertreibung und Ausrottung verbunden war.
    Es war der – hinsichtlich zeitlicher Dauer und räumlicher Ausdehnung – größte abendländische Genozid. Merkwürdigerweise wird er aber selten als solcher bezeichnet – in den Ländern der transatlantischen Bücklinge fast noch seltener als im Ami-Land selber.

    Die feine englische Art war allerdings auch mehr Schein als Sein:
    “Völkermord, my dear!
    Im Großen und Ganzen war der britische Kolonialismus voll in Ordnung. Diese Lebenslüge hat sich Großbritannien bis heute bewahrt. In Kenia drängen jedoch immer mehr Menschen auf eine Aufarbeitung der Kolonialgeschichte”,
    https://www.dummy-magazin.de/issues/79-luge/articles/1367

    Wenige Jahre nach Ende des Nazi-Reiches wehrten sich die Briten ganz und gar nicht gentleman-like gegen den drohenden Verlust ihres Kololnialreiches:

    “Mau-Mau-Kämpfer und ihre Unterstützer wurden gefoltert, kastriert, ausgepeitscht, mit Elektroschocks und Waterboarding gequält – lange bevor die US-Amerikaner diese Technik im Irak anwandten. Die von Elkins befragten Folteropfer berichteten von unvorstellbaren Demütigungen; eine Frau schilderte, wie man sie mit einer Flasche vergewaltigte, die mit Pfeffer und Wasser gefüllt war. (…)
    Mehr als eine Million Menschen kasernierte man in Gefängnissen, die an Konzentrationslager erinnerten. ”

    Vielleichte konnten Mengele & Co. sich deshalb so gut verstecken, weil den westlichen Siegermächten die Mengele-Methoden viel “vertrauter” (und zugleich “präsenter”) waren als ihr (gespieltes?) Entsetzen ab 1945 vermuten ließ?

    1. Und weil der braune, dem Faschismus nicht abgeneigte “Verfassungsschutz” die defätistische Wirkung von gesunder Selbstreflexion fürchtet, stempelt er jeden Führerungläubigen als Feind ab…

      Zitat:

      “Das »linksextremistische Potential« soll um 5,2 Prozent auf 36.500 Menschen angestiegen sein; mehr als jeder vierte »Linksextremist« sei zudem gewaltorientiert. Die Szene versuche, Klimaproteste zu unterwandern; außerdem…

      […und jetzt kommt’s…]

      …mache sie »nicht alleine Russland für den Angriff auf die Ukraine verantwortlich, sondern auch die NATO und ›den Imperialismus‹«, warnte Haldenwang.”

      https://www.jungewelt.de/artikel/453129.verfassungsschutz-putins-f%C3%BCnfte-kolonne.html

      Nein isses wahr. Da machen Menschen jene für den 2014 von einem NATO-Marionettenregime seitens Kiews losgetretenen Krieg verantwortlich, die die Verantwortung auch tatsächlich tragen. Das geht natürlich nicht. Das ist ein schweres Vergehen, wenn im heiligen Westen Verbrecher für ihre Taten kritisiert und (nicht juristisch, wäre ja noch schöner) verurteilt werden. Der in einem britischen Foltergefängnis sitzende Assange weiß davon ein Lied zu singen. Die deutsche “Justiz” auch, wenn auch aus der vom Recht her gesehen ggü liegenden Seite.

      Ganz “vergessen” hat der VS hingegen den echten gerade umsich greifenden Extremismus: jenen der NATO-Anhänger (NATO = Genozid im Irak mit 1,5 Mio Toten allein ab 2003), die wieder mal nichts Anderes können als zu mehr Waffengewalt aufzurufen und jede Friedensbemühung brüsk zurück zu weisen. Das sind schließlich die Guten. Ach “Verfassungsschutz”….wenn Du Deine braunen Ansichten nicht so offen zur Schau stellen würdest….ist doch unangenehm, oder?

      1. Für Abweichler vom Kriegs-Narrativ haben die Schlapphüte also laut jW (Link s.o.) drei Schubladen: »Extremisten« jedweder Couleur nutzten den Krieg, um sich wahlweise
        – auf die Seite Russlands zu schlagen,
        – die Glaubwürdigkeit der BRD zu unterminieren oder
        – »Anschluss an die Mehrheitsgesellschaft« zu suchen.

        Man könnte auch sagen, Haldenwangs Schlapphüte fürchten bzw. verabscheuen
        – Klaus von Dohnanyi und seine Kritik
        – Kritik an Regierung, an blinder US-Gefolgschaft, am Kriegskurs
        – Protestwähler (20 % für die Unaussprechlichen? demnächst noch mehr?)

        Die jW schlussfolgert:
        Da »extremistisches Denken« – so Haldenwang – zu »extremistischem Reden« und schließlich zu »extremistischem Handeln« führe, muss wohl schon beim Gedankenverbrechen eingegriffen werden, wenn die Heimatfront ruhig bleiben soll.

        Die junge Welt, die aktuell gegen ihre Stigmatisierung im Verfassungsschutzbericht prozessiert (was selbstverständlich nicht zum »Stillhalten« seitens der Dienste führt), wird weiterhin als »bedeutendstes und auflagenstärkstes Medium im Linksextremismus« gebrandmarkt. Sie tritt nun nicht mehr nur für »die Errichtung einer sozialistischen/kommunistischen Gesellschaftsordnung ein«, sondern »strebt diese an« – ein kühnes Programm für eine Tageszeitung. Die jW sei »mehr als ein Informationsmedium. Sie wirke als politischer Faktor.

        Wie die freie Presse im postmodernen Staat ihre Rolle als 4. Gewalt behält (d.h. Unabhängigkeit vom Staat bzw. Unabhängigkeit von lästigen Nachfragen nach der Unabhängigkeit vom Staat), stand vor zwei Wochen in den NDS:

        „Bundesregierung erklärt Zahlungen an Journalisten von ARD, ZDF und Deutsche Welle zur geheimen ‘Verschlusssache’“, stand vor zwei Wochen in den NDS:

        https://www.nachdenkseiten.de/?p=98938

        Eine Kleine Anfrage der AfD an die Bundesregierung hatte erbracht:

        – Fast 1,5 Millionen Euro zahlten verschiedenste Bundesministerien und das Bundeskanzleramt von 2018 bis 2022 an insgesamt fast 200 Journalisten, die mehrheitlich für ARD und ZDF tätig waren.

        – Bei der „Mittelvergabe“ an ÖRR-Journalisten sticht insbesondere das Wirtschaftsministerium unter Robert Habeck hervor.

        – Auffallend: In der Auflistung der Bundesregierung fehlt das Auswärtige Amt (AA) völlig, obwohl nach NDS-Infos auch vom AA Geld an Journalisten floss,

        https://www.nachdenkseiten.de/?p=94769

  13. Der „Grüne Star“ (Glaukom) ist nicht heilbar und genauso scheint es um den (oliv-)grünen Russenhass der Baerbock-Partei und der ganzen Ampel zu stehen:

    „Keine Erkenntnisse“ – Bundesregierung widerspricht Angaben von US-Regierung und zahlreichen Medien zur Bewaffnung von Neonazi-Milizen mit NATO-Material,
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=99459

    Ende Mai 2023 stürmten die auf Seiten der Ukraine kämpfenden russischen Neonazis des „Russischen Freiwilligenbataillons“ zusammen mit der Legion „Freiheit Russland“, die offiziell Teil der ukrainischen Fremdenlegion ist, Ortschaften im russischen Grenzgebiet der Region Belgorod. Zuvor wurden dortige Wohnsiedlungen massiv mit Artilleriefeuer eingedeckt. Sowohl US-amerikanische Regierungsvertreter als auch Medien wie Washington Post und DER SPIEGEL räumten ein, dass dabei an die Ukraine gelieferte NATO-Waffen zum Einsatz kamen. Zahlreiche verifizierte Videoaufnahmen belegen dies ebenso. Doch die Bundesregierung erklärt all dies in einer aktuellen Antwort zu reinen „Behauptungen“.

    Braun und braun gesellt sich eben gern.
    Ausgestattet mit viel kognitiver Dissonanz, hält das die Betroffenen aber nicht davon ab, ihrerseis mit der Nazi-Etikettierungs-Keule auf andere einzudreschen z.B. auf
    – friedliche Montagsspaziergänger,
    – kleine Mädchen, die ihre Ängste vorm Ertappt-Werden öffentlich mit denen von Anne Frank vergleichen (Jugendamt und Staatsschützer wurden aktiv)
    – oder auf den deutsch-thailändischen Mediziner Sucharit Bhakdi.

    Frustrierend, wie unabhängig unsere sonst so gebückten Obrigkeiten sein wollen, wenn sie die Gelegenheit haben, ihre Politik noch übler und gegen das deutsche Volk gerichtet auszuüben als der Hegemon selber:

    “Ukraine: USA zahlen Russland Milliarden für angereichertes Uran
    In den USA gibt es keine Stromsparkampagne, um Russland weniger Dollar für den Krieg zu überweisen – Europa spart Öl und Gas.
    In den USA wird Strom verbraucht und verschwendet, wie wenn Russland keinen Krieg gegen die Ukraine führen würde. Amerikanische Energiekonzerne überweisen dem russischen Rosatom-Konzern jedes Jahr rund eine Milliarde Dollar für günstiges angereichertes Uran.”

    Um die CO2-Emissionen der USA zu halbieren, müsste man die Kapazität der Kernkraftwerke verdoppeln, schätzt das US-Energiedepartement. Die von Bill Gates gegründete Firma TerraPower beabsichtigt, in einer stillgelegten Kohlemine im US-Bundesstaat Wyoming eines Tages Uran anzureichern. Auch in Ohio ist eine Zentrifugenfabrik geplant. «Doch es werden Jahre vergehen und es braucht mehr staatliche Subventionen», schreibt die «New York Times».

    Sparpolitik ist in den USA nicht populär, obwohl sie aus mehreren Gründen (nicht nur Klima und Geostrategie) angesagt wäre.
    “Europa dagegen hat gehandelt: Die meisten Staaten verzichten freiwillig auf viel günstiges russisches Öl und sogar ganz auf russiches Erdgas, damit Russland möglichst wenig Devisen erhält. Dabei nehmen die Staaten Europas hohe Preise und eine Inflation mit allen Folgen in Kauf.”
    https://www.infosperber.ch/umwelt/energieproduktion/ukraine-usa-zahlen-russland-milliarden-fuer-angereichertes-uran/

    Während die kriegerische Entkopplung Russlands vom Westen noch auf Hochtouren läuft, startet bereits der Tragödie zweiter Teil, Skript made in USA:
    “Berlin und Brüssel starten neue Vorstöße zum Verbot von Huawei-Technologie und von EU-Investitionen in China. (…)
    Im Fall von Volkswagen ginge dem deutschen Konzern in diesem Fall auf einen Schlag über ein Drittel seines gesamten globalen Absatzes verloren – eine Folge des westlichen Wirtschaftskriegs gegen die Volksrepublik.”

    Beweise vorzulegen gegen Huawei? „Abwegig!“ – findet die Sprecherin des Bundesinnenministeriums; vielmehr sei ganz prinzipiell und ohne näheren Beleg davon auszugehen, dass Huawei-Technologie nicht kontrollierbar sei. Gegen ein beweisloses Verbot spricht sich offenbar nur noch das Digitalministerium aus – wie berichtet wird, aufgrund „der drohenden Milliardenkosten und möglicher Schadenersatzforderungen der Telekommunikationskonzerne“,
    https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9272

  14. Putin just dropped BOMBSHELL and they have NO response to it | Redacted w Natali and Clayton Morris

  15. Roger Köppel hat den Mut, in der Weltwoche die Sicht von Putin auf den Krieg in der Ukraine und deren Offensive gegen Russland wieder zu geben. Etwas, das in unseren gleichgeschalteten Propagandamedien nicht mehr möglich ist.
    Die andere Sicht: Wie Putin den Krieg sieht. Gespräch mit russischen Frontberichterstattern —-> https://www.youtube.com/watch?v=MbJhht3R7Q8&t=328s&ab_channel=DIEWELTWOCHE

    Auch interessant! Ein aktueller Beitrag der Nachdenkseiten über die Fehleinschätzungen von westlicher und russischer Seite zum Krieg in der Ukraine.
    Die zwei entscheidenden Irrtümer im Ukraine-Krieg und ihre Folgen —-> https://www.nachdenkseiten.de/?p=99511

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