Diese Woche war der 110. Geburtstag von George Orwell, einem der wichtigsten und visonärsten Autoren des 20. Jahrhunderts. Als demokratischer Sozialist hat er in “Animal Farm” (1945) den Horror des linken, stalinistischen Autoritarismus und in “1984” (1949) den des rechten, faschistischen Totalitarismus beschrieben. Beide Romane wollte er als Warnung verstanden wissen, heute, mehr als 5 Jahrzehnte später, scheint es indessen so, dass sich die Machtlosen davon nicht haben warnen lassen, sondern dass die Mächtigen Orwells Horrorvision als Handbuch und Betriebsanleitung gelesen und umgesetzt haben. Denn die Parolen von “Big Brother”, der alles kontrollierenden Autorität, sind aktuelle Realität: “Krieg ist Frieden” (wir müssen Waffen an die syrischen “Rebellen” liefern um “Frieden” zu schaffen), “Freiheit ist Sklaverei” (die Invasion und Besetzung fremder Länder – Afghanistan, Irak, Libyen etc. – dient einzig ihrer “Befreiung”) und Unwissenheit ist Stärke (ein gesetzestreuer Bürger ist, wer diese Parolen glaubt und nachbetet.) ”If you are a law-abiding citizen of this country, going about your business and your personal life, you have nothing to fear.”, verkündete nach Bekanntwerden der Massenüberwachung der britische Außenminister William Hague auf BBC.
Zuständig für die Sprach,-und Gedankenkontrolle ist in Orwells Roman das “Ministerium der Wahrheit”, dessen Aufgabe heute von den Mainstreammedien übernommen worden ist, die sich in der Hand von wenigen Großkonzernen befinden deren Mietmäuler und Lohnschreiber den Kammerton der Berichterstattung vorgeben – und so kommt es, dass aktuell nicht der Skandal der flächendeckenden Lauschoperationen der Geheimdienste als kriminell und verfassungswidrig dargestellt wird, sondern die Überbinger dieser Nachricht wie Edward Snowden und Glen Greenwald als Kriminelle und Staatsfeinde denunziert werden. Vor ihnen – und nicht vor der Überwachungstyrannei – sollen die gesetzestreuen Bürger Angst haben, denn von diesen “Verrätern” wird bedroht wofür allein der Große Bruder sorgt: Sicherheit. So ist denn auch die Jagd nach Ed Snowden seit Wochen das große Thema, nicht aber das, was er enthüllt hat; deshalb wird er als Spion bezeichnet und nicht die Legionen von Spionen, die den Telefon -und Mailverkehr der Bevölkerung überwachen. Auch dafür hat George Orwell in seinem Roman schon die Begriffe gefunden, “New-Speak” und “Double-Speak” als Methoden der linguistischen Gehrinwäsche. Als Spion oder Hochverräter wird ursprünglich und nach dem Buchstaben des Gesetzes jemand bezeichnet, der Staatsgeheimnisse einer fremden Macht, einem Feind, verrät. Ed Snowden aber hat die geheime Massenüberwachung nicht einer feindlichen Macht verraten, sondern die eigene Bevölkerung darüber aufgeklärt. Eine solche Handlung als Spionage und den Handelnden als Spion kann also nur bezeichnen, wer die eigene Bevölkerung als Feind sieht. Und wer muß Angst vor der eigenen Bevölkerung haben ? Richtig, nur ein autoritäres, totalitäres Regime – und insofern entlarvt sich der aktuelle Neusprech der Mainstream-Medien hier selbst.
Nach dem Bekanntwerden der Überwachungsprogramme PRISM und TEMPORA sind die Verkäufe von”1984″ in die Höhe geschnellt, was schön ist. Weniger schön ist, dass Orwells visionäre Phantasie noch nicht erfasst hat, was das eigentlich Bedrohende an der aktuellen Überwachungstyrannei ausmacht: Big Brother heute ist kein monolithisches Regime, kein Staat mehr, er hat seine Überwachungs,- Kontroll,- und Sicherheitsmaßnahmen an Privatunternehmen outgesourced. Der Whistleblower Snowden war kein Staatsbeamter, sondern Angestellter eines IT-Unternehmens, die aktuellen Kriege werden nicht von Wehrpflichtigen, sondern von Söldnerfirmen wie Blackwater geführt, und die Propaganda des “Ministeriums der Wahrheit” wird nicht aus einem Regierungsgebäude, sondern von einer Handvoll Medienkonzerne gesteuert. Das heißt, der Big Brother- Apparat ist zu einem gigantischen, billionenschweren Geschäft geworden, für das die Parlamente und die Politiker nur noch eine institutionelle Fassade liefern. Ihre Macht können sie nur noch so weit ausüben, wie sie dabei mitspielen – was erklärt, warum die Reaktionen der Politik auf die enthüllte Totalüberwachung so lauwarm ausfällt. Denn es ist klar was geschieht, wenn ein Abgeordneter, Minister, Verfassungsrichter oder General ernsthaft gegen diesen Apparat vorzugehen droht. Da auch seine Mails, Telefonate und Aktivitäten aufgezeichnet sind, wird er schnell Besuch von einem freundlichen Herrn bekommen, der ihn an sein verschwiegendes Konto in Liechtenstein erinnert, an die lustvollen Überstunden mit seiner Sekretärin oder an den minderjährigen Stricher, dem er auf einer Dienstreise vor ein paar Jahren in die Hose gefasst hat. Und dass er doch sicher kein Interesse daran hat, diese Dinge morgen in der “Bild”-Zeitung zu lesen…. und dass er deshalb doch bitte kraft seines Amtes der Öffentlichkeit klar machen möge, dass diese Überwachungsprorgamme allein der Sicherheit und der Abwehr von Terrorismus dienen. Und kein gesetzestreuer Bürger irgendetwas zu befürchten habe…
Das kleine Ecuador hat einseitig das Handelsabkommen mit den USA
Um die Paradoxa bei der Anwendung der Quantenmechanik auf die makroskopische Welt anschaulich zu machen, benutzte Erwin Schrödinger in den 1930-er Jahren das Beispiel einer Katze, die in einer Kiste mit einem zerfallenden Atomkern eingesperrt ist, dessen Strahlung beim Zerfall von einer Geigerzähler gemessen wird, der im Falle eines Auschlags ein tödliches Gas frei setzt. Da in der Quantenwelt keine strikten Entweder-Oder-Zustände (also Strahlung oder Nicht-Strahlung), sondern nur Wahrhscheinlichkeiten, sich überlagernde Sowohl-Als Auch-Zustände herrschen, kann eine Aussage über Leben oder Tod der Katze erst getroffen werden, wenn eine konkrete Messung erfolgt, d.h. wenn die Kiste geöffnet wird. Bis dahin schwebt
Immerhin: für eine Krankenversicherung hat er sich tatkräftig, wenn auch nicht wirklich erfolgreich eingesetzt. Ansonsten hat der als Hoffnungsträger vermarktete Barack Obama nicht nur auf der ganzen Linie versagt, sondern nur konsequent weiter und schlimmer gemacht, was sein unsäglicher Vorgänger Bush begonnen hatte und damit einmal mehr Gore Vidals Diktum über die alternativlose 