Ein Wolfsängelchen in Ehren kann niemand verwehren! Darauf ein ehrliches Nazi-Bier, “Asovstal”, wie es jetzt solidarisch in Indianapolis gebraut wird. Prost! Dass die “Ukrainische Gesellschaft von Indiana” ein Symbol der Hitler-Armee in die EU-Flagge packt, mag mit Brüssel nicht abgesprochen sein, weil aber die rassistischen Asov-Brigaden derzeit als Speerspitze der EU gegen die Russen kämpfen, wird es durchgehen. Zumal es zu den Midterm-Wahlen jetzt heißt zusammen zu stehen und die “Demokratie” zu verteidigen, denn Gefahr ist im Verzug, wie die New York Times am Wochenende zu berichten wusste: “Russland reaktiviert seine Trolle und Bots im Vorfeld der Midterms”. Droht etwa ein erneuter Anschlag von Putins Koch und der Wilden Dreizehn, unterwandern unsichtbare aber fraglos “russische” Hacker die parlamentarische Demokratie ? Wenn die Wahlen zu Ungunsten der Demokraten ausgehen, werden wir sicher Weiteres dazu erfahren. Denn so wie es nicht Hillary Clintons Schuld sein konnte, gegen einen wie Trump zu verlieren, kann es auch nicht an der Politik und Ausstrahlung der Wandermumie Joe Biden liegen, dass er seine Mehrheit verliert. Auch wenn es in einem “Einparteiensystem mit zwei rechten Flügeln” (Gore Vidal) ziemlich wurscht ist, wer gerade den Hut auf hat, fürchten die Fans des Ukraine-Kriegs, dass eine republikanische Mehrheit in House und Kongress den Geldfluss nach Kiew reduzieren könnten. Und dann steht auch noch für 2024 niemand anderes als König Donald, der Gottseibeiuns himself, ante portas , samt seinem unsichtbaren Manipluator, dem ultrabösen Wladimir, der in der NYT jetzt schon wieder seine gefährlichen Trolle “reaktiviert” hat. Eine neue Staffel “Russiagate” scheint “in the making”…
*
Edward Snowden hat vor ein paar Tagen auf Twitter “das wichtigste Video des Jahres” veröffentlicht, das aus dem Jahr 1983 stammt. Dort berichtet der nach dem Vietnam-Krieg zum Whistleblower gewordene CIA-Offizier Frank Snepp darüber, wie er von Saigon aus in den großen US-Medien Desinformationen über den Kriegsverlauf platzierte; 70-80 Prozent seiner Fake News, so sagt er, seine 1:1 in der New York Time, Washington Post und den TV-Kanälen gelandet. Da diese Praxis in den letzten 40 Jahren nicht eingestellt wurde, liegt man mit der Schätzung, dass mittlerweile 90 – 95% der Kriegsberichte in den Großmedien auf solchen Desinformationen beruhen, sicher nicht falsch.
*
Was die “Homeland Security” betrifft kümmert sich unterdessen ein “Disinformation Governance Board” um die Steuerung von (Des-)Information und in der EU findet unter Zensursula v.d. Leyen entsprechend europaweites Fact-Checking statt. Dass dabei auch die Fakten der sogenannten “Qualitätsmedien” kontrolliert werden ist aber nicht vorgesehen, weshalb das oben zitierte paper of the record die New York Times, eben auch die mausetote Russiagate-Sau reanimieren und ungeniert durchs Dorf treiben kann.
Tech-Oligarchen und ihre „Faktenchecker“ entscheiden, was in den Medien als Realität simuliert werden darf und Reichweite erhält. Vor 20 Jahren reichte es zur Durchsetzung eines Narratives noch aus, wenn die Konzernmedien es in ihre Wiederholungsschleifen aufnahmen und die Handvoll Kritiker als unseriöse „Verschwörungstheoretiker“ denunzierten, mittlerweile müssen auch die sozialen Medien überwacht und kontrolliert werden, denn jeder mit einem Handy ist ja prinzipiell auch ein „TV-Sender“ und kann große Reichweiten erzielen. Und somit die Durchsetzung der offiziellen Deutung von Ereignissen unterlaufen, was verhindert werden muss. Nach 9/11 reichte dafür noch ein Besen, jetzt muss gekärchert werden, um die Desinfektion des Meinungsspektrums zu gewährleisten und multimedial möglichst 100-prozentige Diskurshygiene sicher zu stellen. Wer etwa in Sachen Corona die Unfehlbarkeit der Dreifaltigkeit aus Regierung, Robert Koch-Institut und Professor Drosten bezweifelte und ihre Behauptungen und Maßnahmen in Frage stellte, musste umgehend mit Sanktionen rechnen, nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch am Arbeitsplatz und privat. Da die Panikmache mit dem angeblichen “Killervirus” nahtlos auf “Killerrussen” übergangen ist, fallen Kritiker der angeblich alternativlosen Maßnahmen (Sanktionen/Waffenlieferungen) derselben Inquisition zum Opfer wie diejenigen, die Masken, Lockdown und Impfstoffe in Frage stellten. Dass es sich bei der angeblichen Pandemie um eine neuartige, aber durchaus normale Grippewelle handelt und die Effizienz der neuartigen, aber irregulären und unerprobten Impfstoffe äußerst fragwürdig ist, darf zwar mittlerweile in großen Talkshows straflos verkündet werden, was die “Killerrussen” und die stets neuen, immer gefährlicheren und menschheits-bedrohenenden Putin-Varianten betrifft ist, gilt weiterhin “Alarmstufe rot” – wer Worte wie “Frieden” oder “Verhandlungen” in den Mund nimmt, landet auf der schwarzen Terrorliste der ukrainische Freunde.
Dass die EU und allen voran Deutschland zu den Verliereren des Ukraine- Germetzels zählen, wird immer mehr Leuten klar und so kam jetzt schon öfter die Frage auf: sind die politisch Verantwortlichen so blöd, oder tun sie nur so ? Kann es sein, das in Berlin, Paris oder Brüssel niemand merkt, in welches Spiel Europa von den USA hereingezogen worden ist ?
“Nach einer Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität Köln (EWI) lösen die USA Russland demnächst nicht nur als wichtigsten Energielieferanten ab, sondern nehmen für den EU-Gasmarkt mit einem Importvolumen von 40 Prozent dieselbe dominante Rolle ein wie Russland vor dem Ukrainekrieg. Bereits für 2026 – also in vier Jahren – soll die Liefermenge von LNG aus den USA mit 130 Milliarden Kubikmetern eine Summe einnehmen, die höher ist, als die Importmenge russischen Erdgases mit 128 Milliarden Kubikmetern nach den „Vorkrisen-Prognosen“ der EU gewesen wäre.”
Okay, könnte man sagen: wenn wir schon abhängig sind von Energielieferungen, dann kaufen wir sie jetzt eben bei den sympathischen USA statt im üblen Russland, macht doch absolut Sinn, zumal wir, sozusagen als Bonus, so auch noch unsere “Freiheit” am Hindukusch Donbass verteidigen und die “Demokratie” retten. Da kann man nicht nur, da muss man doch einfach den Dealer wechseln denkt sich der Schwerstabhängige und lässt sich darauf ein. Dass es mit der Versorgung anfangs hakt und der Stoff etwas teurer ist, “übergangsweise”, nimmt er noch hin, bis er die Rechnung sieht, die Jens Berger aufgemacht hat:
“Zu welchen Preisen die EU vor der Krise russisches Gas importierte, ist nicht so einfach herauszufinden. Zahlen liefert hier eine Überschlagsrechnung. Im Januar 2021 hat Deutschland für seine gesamten Gasimporte nach Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle 1,8 Milliarden Euro bezahlt. Das sind 21,6 Milliarden Euro pro Jahr. Da der russische Anteil an den deutschen Gasimporten damals bei rund 55 Prozent lag, kann man daraus folgern, dass Deutschland für das russische Gas in der Zeit vor der Energiekrise rund 11,9 Milliarden Euro pro Jahr zahlte.Setzt man für diese Menge den von der EU genannten langfristigen Importpreis für US-LNG an, kommt man auf 30 Milliarden Euro – also fast auf das Dreifache. Setzt man den real in diesem Sommer nach Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gezahlten Importpreis an, kommt man sogar auf 54 Milliarden Euro – also fast das Fünffache.”
In unserem Jugendzentrum hing Anfang der 1970er ein Warnplakat des Gesundheitsministeriums: “Du machst dich kaputt – der Dealer macht Kasse!”, das von einem Acidhead erweitert worden war: “Du lachst dich kaputt – der Dealer ist Klasse!” Das lässt sich von unserem neuen Dealer definitiv nicht sagen: Europa geht kaputt – Amerika macht Kasse.
*
Dass auch der blinde Algorithmus von Amazon bisweilen ein fettes Korn findet, war unlängst zu beobachten, als das Buch von Markus Klöckner und JensWernicke über das Corona-Unrecht und seine Täter als Bestseller Nr.1 unter “Mafia & Organisiertes Verbrechen” gelistet wurde. Ein Volltreffer (und btw ein empfehlenswertes, wichtiges Buch.)
Dass sich aber die korrekte Zu,-und Einordnung dieses Werks nicht dem umfassenden Wissen der künstlichen Amazon-Intelligenz verdankt, sondern einem dumpfen Zufallstreffer, zeigt die bizarre Klassifizierung meines neuen Buchs, das als Bestseller Nr. 1 unter “Indische Politik” geführt wird. Indien wird darin nur ein oder zwei Mal erwähnt, weil das Land jetzt sein Öl in Russland in Rupien und Rubel statt mit US-Dollar bezahlt.
Die Kunden des Großversenders wissen aber besser Beschied als der Algorithmus. Unter “Wird oft zusammen gekauft” wird zum “Ende der unipolaren Welt” das neue Buch von Ulrike Guerot und Hauke Ritz angezeigt, das ich hier ebenfalls empfehlen möchte: “Endspiel Europa: Warum das politische Projekt Europa gescheitert ist und wie wir wieder davon träumen können”.
(wird fortgesetzt)
Wenn Sie die Arbeit an diesem Blog unterstützen wollen: kaufen, empfehlen, verschenken Sie meine Bücher. Vielen Dank!
Soeben erschienen:
Mathias Bröckers : Vom Ende der unipolaren Welt , Fifty-Fifty (2022), 288 Seiten, 20 Euro
Der internationale Bestseller über die Geschichte und Hintergründe des Ukraine-Kriegs:









Seit heute ist 
