Mythos 9/11 und die Medien

Der zweite Teil des Interviews für die Nachdenkseiten, das Marcus Klöckner mit mir führte.

Der Begriff „Verschwörungstheorie“ ist eine „Diskurskeule zur Desinfektion des Meinungskorridors“. Das sagt Mathias Bröckers im zweiten Teil des NachDenkSeiten-Interviews (den ersten Teil finden Sie unter diesem Link). Der Begriff, so Bröckers, erlebe mit den Varianten „Verschwörungserzählung“, „Verschwörungslegende“ oder „Verschwörungsideologie“ geradezu eine „virale Inflation“. Und damit ist der Mitbegründer der taz und Bestsellerautor auch schon mittendrin in der Beschreibung des Kampfes um die Deutungshoheit. Ein Interview über den Umgang der Medien mit den Anschlägen vom 11. September 2001, über die Erfahrungen, die Bröckers mit Journalisten im Zusammenhang mit 9/11 machen musste, sowie über die Frage, ob sich an der Strategie der Medien im Umgang mit unliebsamen Meinungen etwas geändert hat.


Herr Bröckers, wie haben Sie den Zustand der Medien in der Zeit nach dem 11. September wahrgenommen?

Die Reporterlegende Dan Rather, Nachrichtenchef des Senders CBS, hatte es auf den Punkt gebracht: »George Bush ist der Präsident. Er trifft die Entscheidungen. Und wie es sich für einen Amerikaner gehört: Wo immer man mich haben will, ich reihe mich ein.« Die Berichterstattung über die Anschläge vom 11. September und ihre direkten Folgen, die Kriege in Afghanistan und im Irak, waren dann auch von einer Einheitlichkeit geprägt, die mit Journalismus nichts mehr zu tun hatte: Die »freie Presse«, die Wachhunde der Demokratie, waren zu Schoßhunden und Lautsprechern der US-Regierung mutiert. Sie produzierten Propaganda. Und reagierten auf Gegenstimmen genauso, wie es die CIA 1967 für Kritiker der offiziellen Einzeltäter-Version des Kennedy-Mords empfohlen und George W. Bush es gerade noch einmal bekräftigt hatte: Sie wurden als frevelhafte Verschwörungstheoretiker und boshafte Lügner durchs mediale Dorf getrieben.

Wie ist der Zustand der Medien heute?

Eine Besserung sehe ich nicht, im Gegenteil, denn als Kampfbegriff der psychologischen Kriegsführung erlebte die Phrase „Verschwörungstheorie“ als Diskurskeule zur Desinfektion des Meinungskorridors ja eine virale Inflation sondergleichen, mittlerweile auch in den Varianten „-Erzählung“, „-Legende“, „-Ideologie“ usw. Skepsis und Kritik gegenüber Regierungs-Verlautbarungen werden damit systematisch tabuisiert und können mit dieser Denunziationsvokabel einfach unter den Teppich gekehrt werden.

Damit wären wir auch beim Hauptthema dieses zweiten Teils unseres Interviews: Medien und Medienkritik. In den vergangenen 20 Jahren wurde die Medienkritik immer lauter. These: Die Anschläge vom 11. September und das Verhalten der Medien danach, haben dazu geführt, dass die Medienkritik sich in die Breite gestreut hat und viele Bürger die Berichterstattung heute viel sensibler und kritischer betrachten, als es noch vor 9/11 war. Stimmen Sie der These zu?

Internet und digitale Medien steckten 2001 noch in den Anfängen, sich jenseits des Nachrichten-Mainstreams zu informieren, war noch nicht so einfach und diese Möglichkeiten werden von Vielen stärker genutzt. Insofern sind sicher viele Menschen skeptischer geworden, weil sie leichter überprüfen können, inwieweit die in der „Tagesschau“ präsentierte Realität den wirklichen Ereignissen entspricht. Das erfreulichste Feedback auf meine 9/11-Serie bei Telepolis und das erste Buch 2002 war der Dank vieler Leser, dass sie wegen der zahlreichen Links und Quellen gelernt hätten, selbst im Netz zu recherchieren. Kurz vor Drucklegung hatte mich der Verleger noch um einen Vorspann gebeten: „Du musst erklären was eine Suchmaschine ist, das kennen die Leute nicht.“ Die kleine web-pädagogische Handreichung „Zweimal täglich googeln“ gereichte mir allerdings eher zum Nachteil. Meine Quellen wurden durchweg als »unseriös«, »dubios« und »lachhaft«, weil »nur bei Google recherchiert« eingestuft, obwohl mehr als 90 Prozent der angegebenen Links auf bekannte »seriöse« Medien verwiesen. Dass das Internet ein Übermedium ist, in dem alle anderen Medien erreichbar sind, hatte der »Holzjournalismus« 2001 noch nicht verstanden und verkaufte das Internet als Drohkulisse für die garantierte Unseriosität gefährlicher Informationen.

Im ersten Teil Interviews wurde schon deutlich, dass Sie auch im Zentrum des Kampfes um die Deutungshoheit gestanden haben. Sie selbst haben Medien immer wieder kritisiert, aber auch Medien haben Sie scharf attackiert. Würden Sie uns mehr von Ihren Erfahrungen erzählen?

Ich hatte ja ordentlich recherchiert, so gut wie ich es als freier Ein-Mann-Betrieb konnte und war schockiert, wie blind und taub sich sämtliche Großmedien stellten angesichts der haarsträubenden Ungereimtheiten, Widersprüche und offenen Fragen in der offiziellen Darstellung der Ereignisse. Das musste man einfach scharf kritisieren, wenn einem Rechtsstaat und Pressefreiheit noch irgendetwas wert waren. Dass ich selbst heftig angegriffen und diffamiert wurde, lag dann weniger an meiner Person und ihrem weitgehend untadeligen Lebenslauf, sondern folgte eher dem klassischen „Kill The Messenger“-Muster: den Überbringer unerwünschter Nachrichten zu denunzieren um sie leichter ignorieren zu können. Dass die Weltöffentlichkeit über 9/11 massiv getäuscht worden war, dafür gab es Dutzende materielle Beweise, die sich nicht mehr einfach als »spekulativ« vom Tisch wischen ließen – außer mit der Stigmatisierung des Überbringers als frevelhafter „Verschwörungstheoretiker“

Nach der Regel, wie derlei Disqualifikation in Deutschland abläuft – und die mein einstiger taz-Kollege Wiglaf Droste einmal auf den Punkt brachte: »Wer zuerst Auschwitz sagt, hat gewonnen!« –, hatte mir der damalige Spiegel-Autor Henryk M. Broder ja schon gleich am 14. September 2001 im Radio und auf seiner Webseite ein »krankes Hirn« bescheinigt, das in einer Reihe mit Auschwitz-Leugnern und den »Protokollen der Weisen von Zion« stünde – und wünschte mir zum Abschluss seiner Suada den Tod als „Fettfleck an einer Hochhauswand“. Weil ich den selbsternannten „Antisemitismusbeauftragten“ Broder noch nie wirklich ernst nehmen konnte, antwortete ich nur mit einer Mail, dass ich, mit 65 Kilo und 177 Zentimetern, anders als kleine Fettsäcke, keine Flecken hinterlasse. Als Ken Jebsen mich dann 2011 über das Buch zum 10. Jahrestag im rbb interviewte, wurde Denunzinant Broder erneut aktiv, um ihn aus dem Sender zu mobben.

Damals haben Sie sich mit einem Spiegel-Reporter getroffen. Im Cafe „Einstein“ in Berlin. Sie saßen dort und waren: „aufgeräumter Stimmung“. Der Spiegel-Reporter hat zumindest diese Formulierung verwendet. Eine eigenartige Formulierung. Ich zitiere aus dem Artikel:  „Bröckers, 48, er nennt sich einen ‚Konspirologen‘, hat einen Bestseller des Unbehagens verfasst. Er trinkt Milchkaffee im West-Berliner Café ‚Einstein‘, er ist aufgeräumter Stimmung, er raucht kurze Zigaretten ohne Filter. Er sagt, die Sonnenbrille auf die Stirn geschoben: ‚Es geht doch hier nicht darum, Herrn Bush irgendwie dumm anzupissen‘, und das sagt er, als müsste ‚Herr Bush’ ihn, Bröckers, kennen. Oder fürchten.“
Erinnern Sie sich noch daran, was Sie damals gedacht haben, als Sie den Artikel gelesen haben?

Zum Glück hat er nicht erwähnt, dass ich auch gern mal lange Zigaretten mit Haschisch rauche – wobei in dem Artikel schon vorkam, dass ich mal ein Buch über Hanf geschrieben habe und schon von daher womöglich wirr im Kopf sein könnte. Aber im Ernst: Ich dachte natürlich: „So ein A….!“, weil in dem ganzen Artikel weder der Buchtitel noch der Verlag genannt und aus dem knapp zweistündigen Gespräch über 9/11 als einziger O-Ton nur dieser bescheuerte Nebensatz zitiert wurde. Als nach dem Treffen der Spiegel-Fotograf anrief und für das Foto einen „mystischen Hintergrund“ wünschte war mir aber schon klar, dass es in dem Artikel nicht um Wahrheitsfindung, sondern um das Porträt eines durchgeknallten Spinners mit irrem Blick gehen sollte. Weil das Foto dann aber stinknormal geriet, packte man noch eine „Teufelsfratze im WTC-Rauch“ dazu, um dann daneben mit der ganz großen Keule zuzuschlagen „Was für manchen Rechten die ›Auschwitzlüge‹ ist, konnte für manchen Linken die ›Septemberlüge‹ werden. Eine verdrängte Wahrheit, um die Weltanschauung nicht verändern zu müssen.“

Lügner und Nazi – mehr Höchststrafe geht für einen Autor eigentlich nicht. Doch was hier mit küchenpsychologischer Begründung als Totschlagargument gedacht war, liefert glaube ich die Erklärung für die höchst eigene Verdrängungsleistung des Spiegel (und der Medien insgesamt) in Sachen 9/11. Nicht ich musste zwanghaft lügen und Bin Laden und Co. reinwaschen, um meine »Weltanschauung« zu retten, sondern umgekehrt: Der Spiegel und die Großmedien mussten das Osama-Märchen erzählen, damit ihr »altes Weltbild« von der freiheitlichen, demokratischen Führungsmacht USA nicht zusammenbricht.

Der Spiegel-Reporter war Ulrich Fichtner. Spulen wir nach vorne in das Jahr 2018. Stichwort: Der Skandal um die gefälschten Beiträge des Spiegel-Reporters Claas Relotius. Die etwas zu kreativen Beiträge von Relotius hatten dann laut Medienberichten auch Auswirkungen auf Fichtner. Was waren Ihre Gedanken?

Dass ich ihm diese Art von Pseudo-Journalismus schon im Oktober 2002 vorgeworfen hatte, als Walter van Rossum uns zu einem „WDR-Funkhausgespräch“ live in den Ring geladen hatte. Fichtner hatte die »9/11 – Was wirklich geschah«-Serie des Spiegels, eine im Reportagestil von einem Dutzend Autoren montierte Geschichte der »wirklichen« Ereignisse, als Buch mit herausgebracht – und warf mir in der Diskussion immer wieder meine »unseriösen Quellen« aus dem Internet vor. Ich hielt dagegen, dass die Real-Life-Suggestionen der Spiegel-Reporter, die so tun, als würden sie den »Terroristen« bei der Vorbereitung des Anschlags über die Schulter schauen, die ganze szenische Dramaturgie mit atmosphärischen Einsprengseln und der »Wir waren dabei und kennen die Wahrheit«-Gestus, nichts mit Journalismus zu tun habe. Nach Punkten und dem Beifall der 200 Zuschauer hatte ich das Match damals klar gewonnen, Fichtner stieg mit diesem Reportage-Schwurbel dann beim „Spiegel“ auf und wäre heute Chefredakteur, wenn sein Musterschüler Relotius nicht aufgeflogen wäre.

In dem Artikel „Die September-Lüge“ wählt Fichtner einen szenischen Einstieg: „Trocken und heiß zog der 9. September über Toronto auf, Montag vor fünf Wochen, für Punkt 10 Uhr Ortszeit war Delmart »Mike« Vreelands Verhandlung bei Gericht angesetzt, aber Vreeland kam nicht, und so begann, im Wirrwarr der Geschichten, schon wieder eine neue.“„Trocken und heiß zog“ also dieser Septembertag „auf“. Das wirkt so schön authentisch, oder? Relotius verfasste seine Beiträge genau in dem Stil, den der Spiegel offensichtlich so schätzt: literarisch, erzählend. Mussten Sie im Zuge der „Relotius-Affäre“ auch an das Spiegel-Buch zum 11. September denken?

Was dem kreativen Jungautor Relotius vorgeworfen wurde, dass er zum Beispiel aus stinknormalen Trump-Wählern einer Kleinstadt in Minnesota ein finsteres Nest waffentragender Dumpfbacken gemacht hatte, ist letztlich genau das, was seine Vorgesetzten Fichtner et. al. nach dem 11. September 2001 betrieben haben. Mit dem einzigen Unterschied, dass sie sich Osama und die 19 »Hijacker« als Alleintäter nicht selbst ausgedacht haben, sondern vom Weißen Haus unhinterfragt übernahmen und dann eine geile Story nach der anderen daraus gestrickt haben. Dass die wahren Fakten völlig unklar und entscheidende Fragen offen waren, war zweitrangig – das Narrativ stimmte und der Schwurbel kam auf die Titelseite. Es geht nicht darum »sagen, was ist«, wie es einst Rudolf Augstein zur journalistischen Übermittlung und Einordnung von Fakten vorgegeben hatte, es geht im ehemaligen Nachrichtenmagazin nur noch um pseudojournalistisches Agendasetting und »Ausmalen, wie sich’s anfühlt«.

Die Anschläge scheinen jedenfalls für nahezu alle großen Medien abgehakt. Ein historisches Ereignis, das sich nun jährt. Das war’s. Ärgert Sie das?

Es ist ein gigantischer Skandal. „Well now, what can a poor boy do? ‘Cept to sing for a rock-n-roll band“. Weil ich nicht singe, schreibe ich darüber. Den „Street Fighting Man“ zu geben, dafür fühle ich mich ein bisschen zu alt, aber die Revolution ist nötiger denn je. Und ohne eine Neu-Ermittlung und Aufklärung von 9/11 als False-Flag-Operation wird sich nichts ändern, die Verantwortlichen sind nach wie vor auf freiem Fuß. Wer sich darüber nicht ärgert, hat mit den Traditionen der Aufklärung und der Demokratie nun wirklich nichts mehr am Hut. Weil dauerhaftes Ärgern aber keine gesunde Haltung ist, nehme ich den Niedergang des Journalismus eher resigniert zur Kenntnis.

Hat sich etwas an den Strategien, die Medien damals im Kampf um die Deutungshoheit angewandt haben, etwas geändert?

Eigentlich nicht, nur sind jetzt mit dem Wachstum der sozialen Medien sehr viel mehr Leute davon betroffen. Nach 9/11 waren es im deutschsprachigen Raum kaum eine Handvoll Autoren, die das offizielle Narrativ kritisch unter die Lupe nahmen, die konnte man recht einfach in eine Kiste mit der Warnung „Verschwörungsfanatiker“ (Spiegel) packen. Jetzt muss man den Twitter-Kanal von Donald Trump mit 70 Millionen Followern löschen, um eine bananenrepublikanische Zählung und Deutung der Wahlergebnisse sicher zu stellen. Eine Zensur findet aber nicht statt und Pressefreiheit ist weiterhin offiziell garantiert. Doch wenn man den Kommandeur der größten Weltmacht ungestraft von der Kommunikation abschneiden kann, ist auf dieser nach oben offenen Trump-Skala künftig alles möglich und kein kleinerer Akteur muss sich mehr wundern, wenn ihm der Saft abgedreht wird. Presse- und Meinungsfreiheit sind natürlich weiterhin gegeben, doch wer gehört werden darf und wer nicht, entscheidet kein ordentliches Gericht, sondern eine unsichtbare Instanz von Tech-Oligarchen, die über den Gesetzen steht und auch einen gewählten Präsidenten einfach abschalten kann. Da müssen sich dann im Netz erfolgreiche Journalisten, Blogger oder Youtuber nicht wundern. Willkommen bei der Silicon-Valley-Stasi, dem Wahrheitsministerium von Google, den Faktencheckern von Facebook und der Bewegtbildkontrolle von Youtube. Wem da der Satz von Adorno einfällt – „Ich betrachte das Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie als potentiell bedrohlicher denn das Nachleben faschistischer Tendenzen gegen die Demokratie“ – muss sich freilich hüten, nicht umgehend als gefährlicher Dissident zu gelten. Mit einer massiven Tendenz zum Totalitarismus hat das nämlich alles gar nichts zu tun – nur „Verschwörungsideologen“ können so etwas behaupten.

Gerade gab es in Berlin die Demonstrationen für die Grundrechte. Der Tagesspiegel hatte dazu einen „News-Blog“ eingerichtet. Wenn ich richtig gezählt habe, dann waren in 18 Einträgen im „News“- Blog Begriffe wie „Corona-Leugner“, „Verschwörungsgläubige“ und „Corona-Verharmloser“ zu finden. Sieht so nun der „Nachrichtenjournalismus“ aus?

Nach 9/11 reichte noch ein Besen, jetzt muss gekärchert werden, um die Desinfektion des Meinungsspektrums zu gewährleisten und multimedial möglichst 100-prozentige Diskurshygiene sicher zu stellen. Wer etwa die Unfehlbarkeit der neuen Dreifaltigkeit aus Regierung, Robert Koch-Institut und Professor Drosten bezweifelte und ihre Behauptungen und Maßnahmen in Frage stellte, musste umgehend mit Sanktionen rechnen, nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch am Arbeitsplatz und privat. Die erzeugte Panik vor dem unsichtbaren Schrecken, von dessen Existenz die Weltöffentlichkeit ohne PCR-Tests nie erfahren hätte und dessen Tödlichkeit dann je nach Region als normale oder schwere Grippewelle in die Sterbestatistiken eingegangen wäre, übertraf die Angst vor dem Terror nach dem sichtbaren Schrecken von 9/11 bei Weitem. Und entsprechend auch die Bereitschaft, als Antwort und Lösung dieser apokalyptischen Bedrohung sofort in einen Krieg, nunmehr »gegen das Virus« zu ziehen. Dass eine solche desinfektionistische Kriegshaltung, ein „Krieg gegen Viren“, noch absurder ist als ein „Krieg gegen Terror“, dies klarzumachen, wäre die Aufgabe eines funktionierenden, aufklärerischen Journalismus gewesen. Doch wie nach dem 11. September 2001 schalteten die Medien umgehend auf Kriegspropaganda. Skepsis und Widerspruch werden tabuisiert und denunziert, Kritiker als »Lebensgefährder« zu asozialen, unsolidarischen Volksfeinden gestempelt, Proteste gegen die Pandemie-Maßnahmen zu Aktionen von Nazis, Rechtsradikalen und gefährlichen „Verschwörungsideologen“ erklärt . Auch wenn die Pandemie so überraschend kam wie die Attacken des 11. September, wurde die »Wahrheit« dann genauso schnell verkündet und steht seitdem unverrückbar fest: ein tödliches Killervirus, dem nur mit Krieg (Maskenzwang/Lockdown/Versammlungsverbot/Ausgangssperren et cetera) begegnet werden kann, bis die Bevölkerung durchgeimpft ist. Sachlich kann diese „Wahrheit“ nicht mehr diskutiert werden, sie ist in den Bereich der Glaubensfragen verschoben und so muteten die Zeitungen mit ihrem Zahlenkonfetti der Inzidenz dann auch so an wie der „Wachturm“ der „Zeugen Coronas“. An einigen Orten sollen ja auch schon Corona-Missionare mit irgendwelchen Broschüren an Haustüren klingeln, um die „Impfbereitschaft“ zu erhöhen. Der Corona-Zirkus hat fraglos kultische, religionsartige Züge angenommen und die Medien werden nicht müde, das paradoxe Dogma dieses Kults zu predigen: nämlich einerseits „auf die Wissenschaft“ zu hören und die Gefährlichkeit des Killervirus ernst zu nehmen, aber andererseits sämtliche Kriterien dieser Wissenschaft zur Erprobung von Impfstoffen sofort zu vergessen.

Welches Fazit ziehen Sie aus Ihren Erfahrungen mit den Medien und dem Verhalten der Journalisten?

Als der Schriftsteller Upton Sinclair für sein Enthüllungsbuch über die Monopole, Methoden und Manipulationen der amerikanischen Presse ( The Brass Check. A Study Of American Journalism, Pasadena 1919, ) keinen Verleger fand, brachte er es im Selbstverlag heraus. Es wurde von den Zeitungen nicht rezensiert, die New York Times weigerte sich sogar, Anzeigen für das Buch aufzunehmen. Heute, wo das Geschäftsmodell der anzeigenfinanzierten Tageszeitungen zu Ende geht, wäre man da in Sachen bezahlter Anzeigen vermutlich deutlich ungenierter. Sinclair zitiert dort eine Rede, die der ehemalige Redaktionsleiter der New York Post und Doyen des amerikanischen Pressewesens, John Swinton, 1880 vor dem vornehmen New Yorker Presseclub gehalten hatte:

»Bis zum heutigen Tag gibt es so etwas wie eine unabhängige Presse in der Weltgeschichte nicht. Sie wissen es, und ich weiß es. (…) Wenn ich meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung veröffentlichen würde, wäre ich meine Stellung innerhalb von 24 Stunden los. Es ist das Geschäft der Journalisten, die Wahrheit zu zerstören, unumwunden zu lügen, zu pervertieren, zu verleumden, die Füße des Mammons zu lecken und das Land zu verkaufen für ihr tägliches Brot. Sie wissen es, und ich weiß, was es für eine Verrücktheit ist, auf eine unabhängige Presse anzustoßen. Wir sind die Werkzeuge und Vasallen der reichen Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner, sie ziehen die Strippen, und wir tanzen. Unsere Talente, unser Fähigkeiten und unser ganzes Leben sind Eigentum anderer Menschen. Wir sind intellektuelle Prostituierte.“

Das bringt den Zustand der aktuellen „Pre$$titution“ leider noch immer ziemlich genau auf den Punkt.


Mythos 9/11: Die Lüge wird als Wahrheit akzeptiert

Marcus Klöckner hat für die Nachdenkseiten mit mir über das neue Buch gesprochen. Hier der erste Teil des Interviews. (Hier der zweite Teil)

20 Jahre sind seit den Terroranschlägen von jenem Dienstag im September 2001 vergangen, die die Welt verändert haben. Seit 20 Jahren stehen sich zwei „Wahrheiten“ gegenüber, die nicht miteinander zu vereinen sind. Die offizielle Version markiert die eine „Wahrheit“, festgeschrieben im Bericht der 9/11-Kommission, wonach Osama Bin Laden und sein Terrornetzwerk für die Anschläge vom 11. September verantwortlich sind. Die andere „Wahrheit“ findet sich in Begriffen wie „Staatsterrorismus“ und „Operationen unter falscher Flagge“. Mathias Bröckers, Mitbegründer der taz und Bestseller-Autor, war einer derjenigen, die die offizielle Version der Anschläge in New York und Washington von der ersten Stunde an hinterfragt haben. In dem Buch „Mythos 9/11 – Bilanz eines Jahrhundertverbrechens“ hat Bröckers gerade seine über 1000 Buchseiten zum 11. September mit einem neuen Buch ergänzt. In einem zweiteiligen NachDenkSeiten-Interview blickt Bröckers zurück auf jenen Tag und auf die Zeit, die folgte, und zieht ein Resümee. Außerdem hat er auch einiges über die Medien und die Berichterstattung zu sagen.

Herr Bröckers, seit „9/11“ sind fast 20 Jahre vergangen. Wer war für die Anschläge verantwortlich?

Das ist bis heute nicht wirklich ermittelt. Es gibt zwar eine Anklageschrift – den Report der 9/11-Untersuchungskommission – der Osama Bin Laden und 19 „Hijacker“ der Tat bezichtigt, aber kein ordentliches Gericht hat jemals über die Stichhaltigkeit dieser Anklage befunden. Der Kronzeuge für die Alleintäterschaft Bin Ladens und der „Hijacker“, Khalid Scheich Mohamed, wurde in Guantanamo vor seiner Aussage 182 Mal dem Waterboarding unterzogen. Zwar ließ selbst die „Heilige Inquisition“ nach dem Erscheinen der Cautio Criminalis des Jesuiten Friedrich Spee ab Mitte des 17. Jahrhunderts zunehmend davon ab, Beweisgeschichten über Teufel und Hexen mit Gewalt zu erpressen, doch seit 9/11 sind die Methoden des »Hexenhammers« von 1486 wieder en vogue. Und nach George W. Bushs Diktum „Mit uns oder mit den Terroristen“ sind wie im Original – »Es ist eine sehr große Häresie, nicht an das Wirken von Hexen zu glauben« – diejenigen, die das Wirken des Teufels (»Osama«) bestreiten, selbst von ihm besessen (»Terroristen«).

Bevor wir näher auf die Anschläge eingehen, lassen Sie uns ansprechen, was jener Tag im September 2001 ausgelöst hat, was er bedeutet und wie Sie damit verbunden sind. 9/11 war nicht nur der Anfang des globalen „War on Terror“, also dem „Krieg gegen den Terrorismus“. 9/11 hatte gewaltige Auswirkungen auf unterschiedlichen Ebenen, die bis heute präsent sind.

Dieser Tag bescherte dem neo-konservativen „Project New American Century“ (PNAC) das „katalysierende Ereignis“, das dieser Think-Tank mit vielen Mitgliedern der Bush-Regierung 1999 als erforderlich angesehen hatte, um massive militärische Aufrüstung für eine globale „Full Spectrum Dominance“ gegenüber der Bevölkerung durchzusetzen. Nach dem Abhandenkommen des Großfeinds Sowjetunion und Kommunismus drohten dem militärisch-industriellen Komplex erhebliche Umsatzeinbußen, die ohne eine neue Großbedrohung nicht wettzumachen waren. Nach Bushs massiver Aufrüstung bis 2009 haben seine Nachfolger das Pentagon-Budget noch einmal verdoppelt. Diese Anstrengungen im „War On Terror“ haben seitdem mehr als 800.000 Menschen das Leben gekostet und zahlreiche Länder verwüstet. Diese mörderischen Kriege sind sicher die tragischste Auswirkung der Anschläge. Zudem hatte der Phantomteufel „Terror“ noch den Vorteil, dass man ihn nicht nur im Ausland, sondern auch im Inland „bekämpfen“ konnte, mit einer massiven Aufrüstung zur Überwachung und Kontrolle der gesamten Bevölkerung. Der nach 9/11 vom US-Parlament ungelesen durchgewunkene „Patriot Act“ verschaffte Geheimdiensten und Polizei Möglichkeiten des Ausspähens und Abhörens, gegen die das „Horch und Guck“ der DDR-Stasi fast wie ein Kindergarten wirkt, was spätestens die Enthüllungen von Edward Snowden sehr deutlich gemacht haben.

Schon zu einem frühen Zeitpunkt nach den Anschlägen formierten sich im Internet Personen und Gruppen, die das Geschehen in den USA grundlegend hinterfragten.
Plötzlich war er da, der Kampf zwischen etablierten Medien und den alternativen Formaten. Auch wenn es schon früher, auch schon vor dem Internet, diesen „Kampf“ um unterschiedliche Wirklichkeitsauffassungen gab: Das Ausmaß hat sich verändert, oder?

Das Internet steckte 2001 noch in den Kinderschuhen. Die meisten Menschen informierten sich noch über die klassischen Medien. Netzrecherche war bei Journalisten noch ziemlich unbekannt und die Zeitungen und Radios, für die ich damals arbeitete, wollten von den Fragen und Fakten, auf die ich bei meinen ersten Recherchen gestoßen war, nichts wissen. Und „alternative Formate“ mit einer gewissen Reichweite gab es so gut wie keine, auch die taz, die ich in den 80ern als Redakteur mit aufgebaut hatte, war ja wie auch die Grünen seit dem Jugoslawienkrieg auf US- und NATO-Kurs eingeschwenkt. Was im Internet veröffentlicht wurde, blieb noch unter dem Radar der großen Medien, der „Kampf“ um die Deutung der Ereignisse fand weitgehend nur in Kommentaren und Blogs im Netz statt, die aber noch nicht wie heute Facebook & Co. von den Massen genutzt wurden, sondern eher von Nerds und IT-Freaks.

Sie waren damals ganz vorne mit dabei. Sie haben bei Telepolis eine Serie von Artikeln veröffentlicht, in der Sie Ungereimtheiten und Auffälligkeiten nachgegangen sind. Ihre Positionierung blieb nicht ohne Auswirkungen auf Sie selbst. Was ist damals vorgefallen? Und wie wirkt Ihre öffentliche Auseinandersetzung mit 9/11 auf Sie bis heute nach?

Ich war ja am 11. September 2001, wie schon in den Monaten zuvor, dabei, ein Buch über Verschwörungen zu schreiben. 1999 hatte ich mit Robert Anton Wilson, dem Autor von „Illuminatus“, des berühmtesten und witzigsten Verschwörungsromans überhaupt, sein „Lexikon der Verschwörungstheorien“ auf Deutsch herausgebracht. Als der Verlag sich ein weiteres Buch zum Thema wünschte und Robert schwer erkrankt war, hatte ich mich allein ans Werk gemacht, um anhand des historischen Materials die allgemeinen Merkmale, Strukturen und Verwendungsweisen von Verschwörungstheorien aufzuzeigen.

Sie waren also, was Verschwörungen und Verschwörungstheorien angeht, „warmgelaufen“, um es mal so zu formulieren?

Ich steckte in der Tat tief drin in einer Materie, die dann mit dem Anschlag hochaktuell wurde. Ich kam mir vor wie ein Archäologe, der seinen Forschungsgegenstand plötzlich live und auf freier Wildbahn beobachten konnte: DAS Verbrechen des Jahrhunderts und das „Making of…“ einer Verschwörungstheorie live im TV. Am Vormittag hatte ich notiert: „Verschwörungstheorien reduzieren komplexe Ereignisse auf einen Sündenbock und werden zu Propagandazwecken eingesetzt“.

Ziemlich schnell war der Namen Osama Bin Laden in den Medien zu hören.

Bereits eine Stunde nach den Anschlägen wurde er als Verdächtiger genannt und im Verlauf des Abends und der Nacht stand dann schon fest, dass nur er dahinterstecken konnte. Und mit der Elefantenspur am Flughafen – dem Koffer des „Rädelsführers“ Mohamed Atta samt Koran, Testament und Boeing-Handbuch – war auch der „islamistische“ Hintergrund vollkommen klar. Dass jede „Tatort“-Redaktion dem Drehbuchautor einen derart dumpfen Plot um die Ohren hauen würde, tat dem Erfolg der Story aber keinen Abbruch – im Reality-TV mit nahezu gleichgeschalteten Medien kam die US-Regierung damit durch. Der gigantische Schrecken, die der Massenmord und der Einsturz der WTC-Türme heraufbeschworen hatte, schrie gleichsam nach einem Sündenbock und einer Lösung und George W. zog sie – wie auch den „Patriot Act“ – aus der Schublade: „Bin Laden“ und „Krieg“. Ohne meine auf Komplexitätsreduktion, Sündenböcke und Propaganda eingestellte Optik hätte ich wie wohl die meisten Menschen erstmal keine großen Zweifel an der Geschichte gehabt, so aber fiel mir schon nach einer Stunde auf, dass hier etwas nicht stimmt. Und ich schrieb am folgenden Tag darüber einen Artikel. Dass daraus eine Serie mit 57 Folgen werden würde – immer noch abrufbar: „The WTC Conspiracy“ – war nicht geplant, aber da der Rest der Medien sich blind und taub stellte und zu Stenographen der Bush-Regierung mutierten, blieb mir nichts anderes übrig, denn die Ungereimtheiten waren offensichtlich und wurden ja nicht weniger, im Gegenteil.

Ihre Beiträge auf Telepolis blieben aber erstmal noch unter dem Radar der Medien, oder?

Ja, weitestgehend. Erst als die ungeheuren Ungereimtheiten und Widersprüche der offiziellen 9/11-Version im Sommer 2002 gedruckt schwarz auf weiß vorlagen, wurden sie zum Skandal, oder richtiger: nicht die offenen Fragen und ungeklärten Hintergründe wurden zum Skandal, sondern ich als Überbringer dieser Botschaft. Vorgegangen wurde dabei mit dem Üblichen: Denunziation und Diffamierung, in diesem Fall als anti-amerikanischer, anti-semitischer, anti-rationaler »Verschwörungstheoretiker«. Dabei hatte ich gar keine Theorien über die Täter und Hintermänner der Anschläge aufgestellt oder verbreitet, sondern nur anhand zahlreicher, unbestreitbarer Fakten belegt, dass es sich bei der offiziellen Geschichte um eine unbewiesene Verschwörungstheorie handelt.

Kommen wir zu den Anschlägen als solches. Mittlerweile ist eine neue Generation herangewachsen, die zum Zeitpunkt der Anschläge entweder noch sehr jung oder noch gar nicht geboren war. Wie würden Sie dieser Generation den 11. September erklären?

So wie man meiner Generation, wenn sie sich für Politik und Geschichte interessierte, „Sender Gleiwitz“ oder „Golf von Tonkin“ erklärt hat: als „False Flag“-Operation, mit der ein Angriffskrieg begründet und gerechtfertigt wurde. Dem gerade pensionierten Vier-Sterne-General Wesley Clark, der bis 2000 die NATO-Streitkräfte in Europa befehligt hatte, fiel ja der Unterkiefer nach unten, als er kurz nach den Anschlägen das Pentagon besuchte und ein alter Kollege aus dem »Joint Chiefs Of Staff« ihn in sein Zimmer zog: »Ich habe gerade diesen Merkzettel aus dem Büro des Verteidigungsministers bekommen, und hier steht, wir werden sieben Länder angreifen und deren Regierungen innerhalb von fünf Jahren stürzen. Wir werden mit dem Irak beginnen und dann nehmen wir uns Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, den Sudan und den Iran vor, sieben Länder in fünf Jahren.« Dass der ehrgeizige Zeitplan durchaus ins Stocken geraten könnte, hatte Bushs Vize Dick Cheney mit seiner Ankündigung klar gemacht, dass „dieser Krieg länger als eine Generation dauern wird“. Und ein Blick auf den Nahen Osten zeigt: Der mörderische Plan wird weiter abgearbeitet. Auch der angebliche Hoffnungsträger Barack Obama machte damit unbeirrt weiter, ließ in seiner Amtszeit mehr Bomben abwerfen als Bush und hat sich die Umbenennung seines Nobel-Titels in „Friedhofsnobelpreisträger“ redlich verdient.

Ihr aktuelles Buch „Mythos 9/11 – Die Bilanz des Jahrhundertverbrechens. 20 Jahre danach“ umfasst rund 143 Seiten. Dazu kommen noch über 1100 Buchseiten, die Sie in drei Büchern nach dem 11. September veröffentlicht haben und die nun in einer Gesamtausgabe erscheinen. Das ist ziemlich viel Lesestoff für ein Ereignis, das von großen Medien schon sehr früh als quasi „ausermittelt“ betrachtet wurde.

Dass die Bücher aus den Jahren 2002, 2003 und 2011 noch einmal unverändert in einer preiswerten Gesamtausgabe erscheinen, freut mich sehr. Es sind Zeitdokumente, die belegen, dass das Verbrechen des Jahrhunderts nicht ermittelt und aufgeklärt wurde und die offizielle Version der Ereignisse eine haltlose Verschwörungstheorie ist. Auch ich kenne die Wahrheit über den 11. September nicht, die nur mit einem ordentlichen rechtsstaatlichen Verfahren gefunden werden kann, das aber in Sachen 9/11 niemals stattgefunden hat. Als ich jetzt für die Neuausgabe die fast 20 Jahre alten Sachen noch einmal las, kam ich mir tatsächlich vor, wie damals viele Leser: „Das ist ja ein echter Krimi!“ Insofern ist der Wälzer zwar dick, aber nach wie vor spannend zu lesen und nach wie vor leider kein fiktiver Krimi, sondern eine Dokumentation historischer Realität. Und eines himmelschreienden Skandals: der Ignoranz der Medienbranche insgesamt, die ihre kritischen und investigativen Eigenschaften einfach über Bord warf, und des Komplettversagens der Intellektuellen, deren Verstand zwar alle Lügen des dümmlichen George W. Bush durchschaute, aber die offensichtliche 9/11-Lüge als Wahrheit akzeptierte und bis heute weitgehend akzeptiert.

Wer sich mit dem 11. September, den Abläufen, aber auch den Akteuren und schließlich dem Bericht der Untersuchungskommission auseinandersetzt, hat es mit einer Flut an Informationen zu tun. Was sind Ihre stärksten Argumente gegen die offizielle Version?

Vor zehn Jahren habe ich mit Christian C. Walther eine Handreichung für den (nicht vorhandenen) Staatsanwalt verfasst. Sie listet 38 zu ermittelnde Vorgänge auf, stellt die vorliegenden Hinweise und Indizien dar und benennt, welche Zeugen zur Beweisaufnahme vorzuladen und welche Dokumente freizugeben sind, um den jeweiligen Tatbestand zu klären. In diesem Buch werden alle uns zugänglichen empirischen Fakten und Indizien aufgeführt, die auf Verdächtige bei den jeweiligen Vorgängen hinweisen. Unser Job bestand dabei nicht in Hypothesen über mögliche Tathergänge und sondern allein in dem überzeugenden Nachweis, dass die offizielle Version falsch und eine (erstmalige!) Untersuchung und Beweisaufnahme auf strenger rechtsstaatlicher Basis das Gebot der Stunde ist. Auch dann, wenn das US-Imperium to big to fail (und auch to jail) ist und unklar ist, welches Tribunal, welche »Wahrheitskommission«, welches Gericht oder welche Historikerkommission der Zukunft eine solche Ermittlung durchführen kann. 2018 hat ein „Consensus Panel“ von 23 Experten unter Leitung des Philosophen und 9/11-Forschers Professor David R. Griffin neun Kategorien aufgelistet, in denen die Faktenlage der offiziellen Version klar widerspricht: Die Zerstörung der Twin Towers (1), die Zerstörung des WTC 7 (2), der Angriff auf das Pentagon (3) , die 9/11-Flüge (4), die Anrufe aus den 9/11-Flügen (5), die Militärübungen (6), das Verhalten der Militär- und Politikführung (7), Osama Bin Laden und die »Hijacker« (8) sowie das Insider Trading an den Börsen (9). Die Indizien zu jedem dieser Punkte entlarven das offizielle 9/11-Narrativ als gigantischen Schwindel, als schicksalhafte Mutter aller Fake News des 21. Jahrhunderts.

Was können Sie noch anführen?

2020 hat eine aufwändige Studie der Universität Fairbanks/Alaska gezeigt, dass der dritte Turm, das 174 Meter hohe WTC 7, das nicht von einem Flugzeug getroffen wurde, definitiv nicht durch brennende Büromöbel – wie offiziell behauptet – zum Einsturz gebracht worden sein kann. Auch wenn der Einsturz der Türme von Beginn an wie eine „controlled demolition“ aussah, bin ich dieser Frage erst ab 2004 nachgegangen, nachdem ich den Mann interviewt hatte, der als Letzter lebend dem einstürzenden Nordturm entkam: William Rodriguez, der in seiner Hausmeisterloge mit weiteren Zeugen vor dem Einschlag im 80. Stock eine Explosion im Untergeschoss wahrgenommen hatte und für einen Kollegen, der aus dem Fahrstuhl von unten mit brennenden Kleidern kam, einen Rettungswagen rief. Er wurde als „9/11-Hero“ vom Präsidenten mit einem Orden ausgezeichnet, weil er ein verschlossenes Treppenhaus geöffnet und dadurch Dutzenden Menschen das Leben gerettet hat, seine Klage gegen die Bush-Regierung wegen Verschwörung und Vertuschung der Anschläge wurde 2006 vom Gericht abgewiesen.

Wie sieht es mit dem 9/11 Commission Report aus, also der offiziellen Untersuchung?

Da kommen Zeugen wie William Rodriguez und die Aussagen vieler anderer wichtiger Zeugen überhaupt nicht vor und die Kernaussagen des Kronzeugen Khalid Scheich Mohamed zur Täterschaft von Bin Laden und „Al Qaida“ beruhen allein auf Folterprotokollen. Als der Report 2004 erschien, schrieb ich eine Rezension unter dem Titel „Harry Plotter und die Teppichmesser des Schreckens“ und bescheinigte dem Bericht: „Mythischer Kern, sagenhafte Struktur , gruselndes Ambiente – der Report der 9/11-Kommission hat das Zeug zum magischen Bestseller.“ Zu diesem Zeitpunkt wusste ich zwar, dass der Spiritus Rector und Chefautor des Reports, Professor Philip Zelikow, eine enger Vertrauter der nationalen Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice war. Dass er aber auch, laut seiner Universität Virgina, Experte »in der Schaffung und Erhaltung von, in seinen Worten, ›öffentlichen Mythen‹ oder ›öffentlicher Annahmen‹ war, die er als ›Glauben‹ definiert, den man als wahr annimmt (auch wenn man es nicht mit Sicherheit weiß)“, war mir unbekannt. Ebenso unbekannt war mir die Tatsache, dass er sich „in seiner akademischen Arbeit (…) darauf spezialisiert (hat), was er ›Einbrennen‹ und ›Formen‹ von Ereignissen nennt, die eine ›transzendente‹ Rolle einnehmen und deshalb ihre Kraft behalten, auch wenn die Generation, die sie erlebt hat, schon vergangen ist.“ Dass dies dem Mythenmetz und Märchenschmied Philip Zelikow mit seiner Prosa meisterhaft gelungen ist, muss man zum 20. Jahrestag neidlos konstatieren. Die aus Fakten und Fiktionen zusammengeschraubte Erzählung des 9/11-Reports hat die Anschläge erfolgreich kanonisiert und historisiert, Zweifel sind Tabu…

Lesetipp:

Mythos 9/11: Alles klar, Herr Kommissar

Am 2. August ist “Mythos 9/11 – Die Bilanz des Jahrhundertverbrechens” erschienen. Hier ein Auszug aus der Einleitung:

Die Terroranschläge des 11. September 2001 sind das »crime of the century«, das schrecklichste Verbrechen des Jahrhunderts. Nicht nur wegen der 3.000 Menschen, die in den Flugzeugen und durch den Einsturz des World Trade Center ums Leben kamen, nicht nur wegen der hunderttausenden Opfer, die in der Folge im sogenannten War on Terror getötet und den Millionen, die in die Flucht getrieben wurden, und auch nicht nur wegen der Einschränkung bürgerlicher Freiheiten durch eine Flut »Anti-Terror-« und »Sicherheits«gesetzen. Sondern vor allem weil dieses Verbrechen bis heute nicht aufgeklärt ist und seine Hintermänner auf freiem Fuß sind.

Dass der arabische Agent mit dem CIA-Namen Tim Osman, der 1986 in den USA Stinger-Raketen eingekauft, Schulungen erhalten hatte und später als »Osama Bin Laden« bekanntwurde, als Haupttäter die Angriffe aus einer Höhle in Afghanistan organisiert und gesteuert hat – diese schrecklich-schaurige Geschichte entspricht zwar der offiziellen Legende und dem Abschlussbericht der Untersuchungskommission (dem 9/11 Report), hat aber mit den Tatsachen wenig zu tun. Kein Gericht der Welt hätte die zentrale Aussage zur Täterschaft Osama Bin Ladens und der 19 »Hijacker«, die von dem in Guantanamo einsitzenden Kronzeugen Khalid Scheich Mohamed (KSM) in 182 Foltersitzungen durch Waterboarding gewonnen wurde, als beweiskräftig akzeptiert. Die von Präsident George W. Bush erst nach über einem Jahr und massiven Protesten von Opferangehörigen eingesetzte Untersuchungskommission durfte den Kronzeugen nicht persönlich befragen, auch seine Verhörer, denen gegenüber er seine Aussagen gemacht haben soll, durften nicht aussagen. Den Ermittlern wurden die Aussagen des Zeugen nur schriftlich zur Verfügung gestellt und auf Basis dieser Folterprotokolle, aus denen dann dutzendfach zitiert wird, erstellten sie den abschließenden 9/11 Report. Dass sich der Vorsitzende des Ausschusses, Thomas Kean, danach bitter beklagte, dass ihnen zentrale Beweisstücke aus Gründen der »nationalen Sicherheit« vorenthalten worden sind und ihre Ermittlung »zum Scheitern verurteilt« war, nahm dann kaum noch jemand zur Kenntnis. Mit dem Erscheinen des 9/11-Reports, der 2004 in Massenauflage und in dutzende Sprachen übersetzt in die Buchläden der Welt und in die Wiederholungs- schleifen der Medien gedrückt wurde, war das Narrativ von Osama und den 19 Teppichmessern – die Erzählung, dass 9/11 die Tat von 19 Einzeltätern war, die von Bin Laden aus einer afghanischen Höhle gesteuert wurden – als wahre, realitäts- gerechte Beschreibung der Ereignisse zementiert. So wurde die offizielle Legende zum Fanal einer Serie von Kriegen, dem »Great War on Terror«, der nach Aussage des damaligen Vizepräsidenten Dick Cheney »länger als eine Generation« dauern wird und der von langer Hand geplant war. Dem gerade pensionierten Vier-Sterne-General Wesley Clark, der bis 2000 die NATO-Streitkräfte in Europa befehligt hatte, blieb die Spucke weg, als er kurz nach den Anschlägen das Pentagon besuchte und ein alter Kollege aus dem »Joint Chiefs Of Staff« ihn in sein Zimmer zog: »Ich habe gerade diesen Merkzettel aus dem Büro des Verteidigungsministers bekommen, und hier steht, wir werden sieben Länder angreifen und deren Regierungen innerhalb von fünf Jahren stürzen. Wir werden mit dem Irak beginnen und dann nehmen wir uns Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, den Sudan und den Iran, sieben Länder in fünf Jahren.«

Als er sechs Jahre später eine Rede dazu hielt, sagte General Clark: »Ich habe diese Information für lange Zeit für mich behalten. Ich habe darüber etwa sechs oder acht Monate mit nie- mandem gesprochen. Ich war wie gelähmt darüber, ich konnte darüber mit niemandem sprechen. Und ich konnte nicht glauben, dass das die Wahrheit sein kann, aber es ist Wirklichkeit. (…) Dieses Land wurde von einer Gruppe von Leuten durch einen politischen Staatsstreich übernommen! Das waren Wolfowitz und Cheney und Rumsfeld und man kann ein halbes Dutzend anderer Kollaborateure nennen von dem ›Projekt für das neue amerikanische Jahrhundert‹ (PNAC – US-Denkfabrik in Washington). Sie wollten den Nahen Osten destabilisieren, ihn auf den Kopf stellen, ihn unter unsere Kontrolle bringen.«

Dass sich diese Erkenntnis schon in den ersten Tagen und Wochen nach den Anschlägen gewinnen ließ und die verschleppten und verhinderten Ermittlungen in den Monaten und Jahren darauf die Hinweise auf einen »Staatsstreich« noch erhärteten, all das kann in meinen Büchern aus den Jahren 2002, 2003 und 2011 bis ins Detail nachgelesen werden. Sie erscheinen im Sommer 2021 in einem Sammelband (11.9. – 20 Jahre danach – Einsturz einer Legende, Westend Verlag) noch einmal. Ungekürzt, unkommentiert und genau so, wie sie im Original erschienen sind und in viele Sprachen übersetzt wurden. Mit allen Fehlern und Falscheinschätzungen, aber auch mit all den Fakten und Informationen, die in der offiziellen Darstellung unterdrückt und ausgeblendet wurden. Die aber gleichwohl jedem ordentlichen Kriminalisten oder auch Journalisten, der die Täter und Hintermänner dieses Massenmords wirklich finden will, hätten auffallen und zu denken geben müssen.

Die drei grundlegenden Kategorien zur Überführung eines Täters – Motiv, Mittel und Möglichkeit – scheinen bei Osama Bin Laden auf den ersten Blick vorzuliegen. Als terroristischer Warlord und fanatischer Anhänger des »Heiligen Kriegs« (Jihad) hatte er fraglos ein Motiv, die »gottlose« Moderne und ihr Symbol, das World Trade Center in New York, anzugreifen. Als Sohn eines milliardenschweren Bauunternehmers und er- folgreicher Spendensammler für den »Jihad« verfügte er wohl auch über die notwendigen Finanzmittel, die Anschläge durchzuführen – die 9/11-Kommission, die die Finanzierung der Attacken merkwürdigerweise gar nicht untersucht hat, schätzte den Bedarf auf 500 000 Dollar. Die Möglichkeit, dass 19 »Hijacker« mit Teppichmessern in vier Flugzeuge einsteigen, war wegen mangelnder Sicherheitschecks an Flughäfen ebenfalls gegeben.
Da es aber sehr viele Verdächtige geben kann, die über diese drei großen »M« verfügen, reichen diese Kategorien nicht aus. Zur Überführung des Täters müssen Beweise hinzukommen. Die wurden dann gleich nach den Anschlägen am Flughafen gefunden: Im hängengebliebenen Koffer des vermeintlichen Rädelsführers Mohamed Atta entdeckte man ein Koran-Gebetbuch und sein Testament und in einem der Mietwagen, mit dem seine Komplizen gekommen waren, einen Zettel mit der Handynummer von Osama Bin Laden. Also eindeutige Spuren auf »islamistische« Täter. Bingo!

»Alles klar, Herr Kommissar!« konnte da freilich nur sagen, wer als Kriminalassistent nicht genauer hinschaute und auf gar keinen Fall fragte, wie es kommt, dass die supersmarten Täter einer derart komplexen Attacke derart trottelhafte Elefanten- spuren am Tatort hinterlassen. Und ob derlei Vergesslichkeit damit zu tun hat, dass auch dem »Rädelsführer« Mohamed Atta offenbar erst am Vorabend der präzise geplanten Operation einfiel, dass er noch gar keine Tatwaffe hatte. »Ist das nicht merkwürdig, Chef?«, fragt der Assistent, »ein gigantischer, mit militärischer Strategie geplanter Terroranschlag und der Anführer lässt sich quasi fünf Minuten vorher beim Kauf des Teppichmessers im Supermarkt fotografieren. Und gibt sein Testament als Gepäck für den Flug auf, mit dem er sich eine Stunde später selbst in die Luft jagen will. Zwei Wochen vorher hat er ja noch ein Miles-und-More-Konto eröffnet, um mit dem Flug Meilen zu sammeln. Und die anderen ›Hijacker‹ haben ein paar Tage vor der Tat noch ihre Tickets wegen Falschparkens überwiesen und Miete im Voraus bezahlt – das passt doch nicht zu todesmutigen Selbstmordattentätern. Das müssen wir noch genauer ermitteln.«
Worauf der Kommissar nur sagt: »Hör auf damit, Harry. Generalstaatsanwalt und Regierung haben schon gratuliert, dass wir die Täter so schnell identifizieren konnten. Da werden wir den Teufel tun und weiter ermitteln. Hol schon mal den Wagen.«


Mathias Bröckers: Mythos 9/11 – Die Bilanz des Jahrhundertverbrechens – 20 Jahre danach, Westend Verlag, 140 Seiten, 14 Euro

Mythos 9/11

Große Ereignisse werfen ihre Buchveröffentlichungen voraus. Gestern kam das Paket mit meinem neuen Buch zu einem ebenso  alten wie nach wie vor höchst relevanten Thema. In “Mythos 9/11” habe ich auf  140 Seiten versucht, Bilanz zu ziehen: meiner nun bald 20-jährigen Beschäftigung mit dem “Jahrhundertverbrechen”,  sowie die Bilanz der Nicht-Beschäftigung, Nicht-Ermittlung und Nicht-Aufklärung durch Regierungen und Großmedien.
Als Dokumentation dieser Ignoranz und Desinformation erscheinen auch meine drei  Bücher aus den Jahren 2002 (“Verschwörungen, Verschwörungstheorien  und die Geheimnisse des 11. September”), 2003 (“Fakten, Fälschungen und die unterdrückten Beweise des 11. September” – mit Andreas Hauß) und 2011 (“11.9. zehn Jahre danach – Einsturz eines Lügengebäudes ” – mit Christian Walther) jetzt alle noch einmal in einem  Sammelband. Gestern habe ich die letzten Korrekturen an der voluminösen Neuausgabe dieser drei Bestseller  abgeschickt, sie wird dann ab dem 16. August lieferbar sein: 11.9. – 20 Jahre danach – Einsturz einer Legende, (1179 Seiten, 18 Euro). Zusammen mit dem Thriller Das fünfte Flugzeug, der schon in der vergangenen Woche neu erschien, ist zum unrühmlichen 20. Jahrestag der Anschläge also jetzt ein stattliches Paket geballter Information über das unaufgeklärte “crime of the century” erhältlich. Um dem geneigten Publikum diesen harten Stoff etwas näher zu bringen (und zum Kauf dieser großartigen Werke zu animieren), werden hier in den folgenden Wochen einige Auszüge aus diesen Büchern erscheinen. In der Hoffnung, dass es nicht sein kann und sein darf, dass die Hintermänner dieses Massenmords mit ihrem Märchen von Osama und den 19 Teppichmessern noch einmal 20 Jahre lang durchkommen.

 

 

 

 

 

 

Mathias Bröckers: Mythos 9/11 – Die Bilanz des Jahrhundertverbrechens – 20 Jahre danach, Westend Verlag, 140 Seiten, 14 Euro

3JT #65: Dämonisierung

Die Flut – jetzt ist sie da und reißt unsere Vorstellung vom Katastrophenschutz mit sich. Doch die Regierung versucht von ihrem Versagen abzulenken. Und die Medien dämonisieren freiwillige Helfer. Außerdem: China und Russland werden weiter zum Feind stilisiert – doch war da nicht was mit dem Pegasus-Skandal und dem Bundestrojaner? Und was gibt’s Neues von Julian Assange? Über all das und mehr berichten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #65 des 3. Jahrtausends. Eine komplette Linkliste zur Sendung findet Ihr hier: ►►https://www.exomagazin.tv/daemonisierung-das-3-jahrtausend-65

Still airborne: Das fünfte Flugzeug ist noch immer nicht gelandet

Den erlauchten Lesern dieses Blogs ist ja bekannt, dass unter dem Pseudonym John S. Cooper 2007 und 2010 zwei Thriller erschienen sind , die Sven Bötcher und ich geschrieben hatten. Nachdem der “Spiegel”  das Pseudonym dann gelüftet hatte,  lies  Fefe in seinem Blog im November 2010 diesen schönen Rant ab:

“Oh Mann, kaum nehme ich mir vor, nicht mehr auf den Spiegel zu verlinken, gibt es eine Steilvorlage nach der nächsten. Aktuell: Dem ehemaligen Nachrichtenmagazin fällt auf, dass “John S. Cooper” ein Pseudonym u.a. von Mathias Bröckers ist. Bröckers hat mal ein Hanf-Buch geschrieben, das u.a. die Legalisierung von Cannabis fordert, und ist seit dem beim Spiegel als unzurechnungsfähiger Kiffer untendurch. Als er dann auch noch wagte, zu 9/11 zu publizieren, war dann ganz aus und sie haben mit allem beschossen, was sie hatten. Für den Spiegel ist Bröckers untendurch und der Feind. Um so peinlicher, dass ausgerechnet der Terrorpanikverantwortliche beim ehemaligen Nachrichtenmagazin, Yassin Musharbash, eines der Bücher vor einer Weile wohlwollend rezensiert hat, man kann gar eine gewisse Abgrenzung gegenüber bloßen Verschwörungstheorien wie z.B. denen von Bröckers herauslesen 🙂

Nun, damit ist jetzt Schluss. Jetzt, wo klar ist, dass da dieser Bröckers hintersteckt, da muss da draufgehauen werden. Und so nimmt das Gebashe seinen Lauf:

“Bröckers und Böttcher haben sich zu einer Bestseller-Verschwörung zusammengetan, wollten ihren Thriller “Das fünfte Flugzeug” aber nicht mit ihren Namen vorbelasten. Mathias Bröckers, der “taz”-Journalist, ist bekannt geworden als Autor zahlreicher Bücher über den fröhlichen Cannabis-Konsum, die ihm den Spitznamen “Hanfpapst” einbrachten. Außerdem hat er bereits zwei Bestseller zum 11. September geschrieben: mit Fußnoten gespickte Konvolute, in denen er behauptet, das Attentat auf das World Trade Center sei in Wahrheit ein inside job gewesen, also von Geheimdiensten orchestriert.”Klar, die Hanf-Sache hat zwar mit keinem der Bücher etwas zu tun, aber wenn man damit gegen den Bröckers hetzen kann, dann ist der Redaktion kein Mittel zu peinlich. Bröckers, müsst ihr wissen, ist ja nicht nur ein fieser Kiffer, sondern

“der “taz”-Journalist und 9/11-Konspirationsapologet Mathias Bröckers und der Roman- und Drehbuchautor Sven Böttcher.”Konspirationsapologet!!! Da weiß man gar nicht, was aus deren Sicht die schlimmere Beleidigung ist. Das oder dass er für die taz schreibt :-)”

Mit dem ehemaligen Nachrichtenmagazin und mit der taz ist es seitdem ja nicht besser geworden, was sich alsbald auch zum 20. Jahrestag des Jahrhundertverbrechens 9/11 wieder zeigen wird. Meine drei Sachbücher dazu – aus den Jahren 2002, 2003 (mit Andreas Hauß) und 2011 (mit Christian C.Walther) – erscheinen demnächst in einem 1000-seitigen Sammelband noch einmal, zusammen mit dem neuen Buch “Mythos 9/11- Die Bilanz des Jahrhundertverbrechens – 20 Jahre danach”, das gerade in den Druck gegangen ist.

Schon abgehoben, lieferbar und noch immer nicht gelandet ist indessen “Das Fünfte Flugzeug”, diesmal unter unseren richtigen Namen und mit einem aktuellen Nachwort von Sven. Hier ein kleiner Auszug daraus:

“Wir mussten Amerikaner sein, damals, 2007. Nicht mehrere, sondern einer. Ging nicht anders. Deutsche schreiben nämlich keine Pageturner, schon gar nicht über 9/11, und so was, ein gefeierter KannstenichtausderHandlegen-Seitenumblätterer fehlte mir damals eindeutig noch in der Sammlung meiner Veröffentlichungen. Der entscheidende Impuls für das Wheels-off des fünften Flugzeugs aber kam von Mathias beziehungsweise einer seiner Freundinnen, denn die konstatierte ganz zurecht: alles um 9/11 herum sei so unglaublich, dass das Publikum es gar nicht glauben könne, ganz gleich, wie viele Sachbücher wir veröffentlichten. Und das hatten wir zu dem Zeitpunkt, 2006, ja längst getan, Mathias bestsellernd bei Zweitausendeins, ich mittelsellernd bei Heyne. Nur, eben, Sachbücher. Die ja sachlich sind. Unsere jedenfalls waren es, vollgepackt mit Fakten.

Verschwörungstheorien hingegen fanden sich in den Sachbüchern nicht – abgesehen von der offiziellen, schon damals widerlegten Verschwörungstheorie, ein nierenkranker Höhlenscheich habe die gesamte Luftabwehr der USA am 11. September 2 Stunden lang am Boden festgehalten und 4 Verkehrsmaschinen von flugunfähigen Jungs aus Saudi-Arabien in 2 Hochhäuser fliegen lassen und so 3 Hochhäuser in sich zusammenstürzen lassen.

Da fehlte also was, zum Thema. So einiges. Auch und gerade eine Verschwörungstheorie, eine fiktionale, belletristische. Recht hatte Mathias´ Freundin: Romane dürfen so was. Sind ja frei erfunden. (…)

Zugegeben – im Grunde war der Miller-Meyer-Smith-Name des Autors, der mit diesem Thriller debütierte, herzlich egal und beliebig. Aber da schon die 9/11-Betreiber reichlich kleine Scherze in ihre Story eingebaut hatten (so heißt zum Beispiel „Atta boy!“ angemessen übersetzt „Alter Schwede“, hatten die „Selbstmordattentäter“ in Hollywood, Florida gewohnt und obendrein bekanntlich noch direkt vor dem Einschlag ins WTC ihre Pässe aus dem 580 mph schnellen Cockpit geworfen, so dass die Papiere unversengt gefunden werden konnten), wollten auch Mathias und ich zumindest für geneigte Insider angemessen unterm Radar blinzeln. Daher lag es dann vergleichsweise nah, Mathias´ zweiten Vornamen zum ersten Vornamen des neugeborenen Autors zu machen, meinen Vornamen auf ein „S“ zu kürzen und jene Berufsbezeichnung einfach zu übersetzen, die als mein Nachname sowieso in meinem Ausweis steht. (Ob Gary Cooper als Gerhard Böttcher auch so bekannt geworden wäre, wage ich allerdings zu bezweifeln.) Zudem benötigte Cooper, der „Historiker und Archivar aus Vermont“ (Mathias mag Vermont, zu viele Bücher mögen wir beide) natürlich einen deutschen Übersetzer, und nachdem nun schon in seinem Alias die journalistische Bombenstory untergebracht war (der S. Coop ist ein „scoop“, so das Fachwort), lag der „Heist“ nah, also der clevere Raubzug. Vorname Sam, Ahnenreihe holländisch, und schon hieß der kongeniale Übersetzer der „Fifth Plane“: Sam van Heist. Woraus sich rein zufällig beim Durchschütteln für´s Scrabblebrett die Namen „Mathias“ und „Sven“ ergeben. (Aus unerfindlichen Gründen legte Sam van Heist für John S. Coopers zweites Buch, „Zero“ (KiWi 2010), den Übersetzerjob nieder und übergab seine Aufgabe an den in Wyoming lebenden Gärtner „Tim Avenhass“.)

Erfreulicherweise stellte zunächst einmal niemand die Cooper-Legende in Frage. Ein Historiker aus Vermont hatte sein Thrillerdebüt vorgelegt, den ersten ernstzunehmenden 9/11-Thriller, und im damals noch herrschenden, noch nicht vollständig zensierten Klima durften sogar Spiegel-Autoren loben: „Ein dramatisches Roadmovie auf Leben und Tod – sofort und unmittelbar verfilmbar“ (Yassin Musharbash). Coopers Buch kam an, kletterte, wurde gelobt von der Krimi-Fachwelt – aber die ließ sich natürlich keine 126 Minuten aufs Glatteis führen, erkannte das Cover unterm Cover, also dass es das Original gar nicht gab, schlussfolgerte messerscharf, Cooper müsse ein Pseudonym sein und lobte Preise und Bücherkisten für den Whistleblower aus, der den Vogel enttarnte. Tat aber keiner. Der Verlag hielt dicht. Wir hielten sowieso. Dass am Ende wiederum ein Spiegel(online)-Redakteur die richtige Ahnung hatte, führte zum damals noch möglichen Videokompliment des Leitmediums an die (dementierenden) Autoren und zu einem temporären Platz direkt hinter Harry Potter in den Amazon-Charts.” (…)

Dass wir dort auch diesmal wieder landen, ist zwar ziemlich unwahrscheinlich – verdient wäre das aber ohne Frage, denn dieser Thriller bleibt aktuell, solange die Hintermänner von 9/11 auf freiem Fuß sind und Politik und Medien das Märchen von Osama und den 19 Teppichmessern als Realität verkaufen….

Sven Böttcher, Mathias Bröckers: “Das fünfte Flugzeug” ,  Fifty-Fifty, 428 Seiten, 12 Euro

3JT #64: Blackout Culture

Die neue Blackout-Kultur – dass in den großen Medien bestimmte Themen nicht vorkommen, ist nichts Neues, aber der totale Blackout über entscheidende weltpolitische Themen hat eine neue Qualität. Außerdem: Neue wissenschaftliche Erkenntisse lassen Corona in neuem Licht erscheinen – aber die deutsche Bundesregierung macht weiter wie gehabt. Und was gibt’s Neues von Julian Assange? Über all das und mehr berichten Robert Fleischer und Mathias Bröckers in Ausgabe #64 des 3. Jahrtausends – diesmal leider ohne Dirk Pohlmann, der sich vor Kühen auf die Flucht begeben musste… Eine komplette Linkliste zur Sendung findet Ihr hier: ►► https://www.exomagazin.tv/blackout-cu…

Kohorte Tattergreis meets Generation Quasselstrippe

Dass “Sleepy Joe” Biden, wie Donald Trump seinen Konkurrenten nannte, gern mal die Wochentage verwechselt und manchmal nicht weiß, ob er gerade in Oregon oder in Ohio spricht, wurde ja schon öfter als Anzeichen für eine altersbedingte Demenz des US-Präsidenten gesehen. Da er ohne Teleprompter bis dato nur bei seltenen Pressekonferenzen frei geredet hat, ließ sich diese Diagnose nur schwer beurteilen. Was Joe Biden indes nach dem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Genf vergangene Woche äußerte, muß ernsthaft zu denken geben. Über den dramatisch fortgeschrittenen Grad der Bidenschen Hirnerweichung oder über die ungenierte Dreistigkeit seiner Lügen. Auf die Frage eines Journalisten, welche Reaktionen auf Putin die USA planten, sagte er: “Wie wäre es, wenn der Rest der Welt die direkte Einmischung der USA in die Wahlen anderer Länder sehen würden und jeder wüßte es ? Wie wäre es, wenn wir Aktivitäten betreiben würden wie er sie betreibt? Das schädigt das Ansehen eines Landes.”

Dass  Biden sich mit diesem Versuch, elegant mit rhetorischen Fragen zu antworten,  einen Volltreffer ins Knie verabreicht hat, musste selbst sein Haussender NBC anmerken, denn seit dem 2. Weltkrieg tun die USA praktisch nichts anderes und dem Rest der Welt sind diese “Einmischungen” durchaus bekannt – die zahlreichen Morde an Staatsoberhäuptern und unbotmäßigen Politikern ebensowie  die von den USA in 37 Ländern geführten oder angezettelten Kriege, die 20 Millionen Menschen das Leben kosteten.

Weil Biden in seiner langen Amtszeit als Senator und Vizepräsident allen diesen “Interventionen” und Kriegen zugestimmt hat und als politischer Vollprofi weiß, dass man keine sofort widerlegbaren Behauptungen aufstellen darf, bleibt für sein  Statement eigentlich nur die Erklärung, dass er das alles- sowohl seine persönliche Geschichte wie auch die seines Landes – nicht mehr auf dem Schirm und schlicht vergessen hat. Und ganz in der Phantasiewelt des bizarren Russiagate-Märchens lebt, das die Medien und seine Berater ihm seit fünf Jahren eingetrichert haben und in dem der “Ultraböse-dessen-Namen-man dauernd-nennt” mit magischen Fähigkeiten der guten Königin Hillary die Wahl gestohlen und  den irren Donald auf den Thron gebracht hat. Nur auf dem Hintergrund dieses Humbugs, den Biden offenbar tief verinnerlicht hat, kann man verstehen, warum er altväterlich lächelnd derartigen Schwachsinn von sich geben kann. Zwar in  demagogischer Absicht, aber weniger als dreister Propagandalügner, sondern eher als akuter medizinscher Fall.

Auch die weltberühmte Völkerrechtlerin und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat mittlerweile gezeigt, dass sie als gelernte Trampolinspringerin dem geschichtsvergessenen US-Präsdidenten in Sachen Textsicherheit durchaus schon auf Augenhöhe begegnen kann – Kohorte Tattergreis meets Generation Quasselstrippe. Dass die grüne Kanzlerette mit ihrem gepimpten Lebenslauf und wirrem Gequassel auf Kosten der “Steuerinnenzahler” die guten Umfragewerte ihrer Partei  schnurstracks ruiniert hatte, wurde indessen nicht ihrer Mitgliedschaft in der Fraktion “Kein Ahnung aber davon reichlich” zugeschrieben. Und auch nicht der Geschichtsklitterung, auf den Schultern ihres Wehrmachts-Opas und Joschka Fischers an der Odergrenze  “Frieden und Freundschaft”  zu schaffen, sondern: „Annalena und wir werden nicht mehr nur national, sondern auch durch Putin und seine Geheimdienste (…) angegriffen, die im Internet Schmutzkampagnen gegen sie und uns Grüne fahren“ so der transatlantische Bonusmeilen-Experte Cem Özdemir. “Um die Grünen in der Regierung zu verhindern, ist dem Kreml jedes Mittel zuzutrauen. Ich kann allen Demokratinnen und Demokraten nur raten, sich nicht an Putins schmutziger Kampagne zu beteiligen”. Also damit das klar ist: wer nicht für sie ist, ist für den Iwan und  falls Annalena den Hopser ins Kanzerlinnenamt nicht schafft, steckt garantiert das “russische Regime” (Baerbock) mit seinen unsichtbaren Hackern dahinter, die ihren Teleprompter manipuliert haben. Was  böse Worte über die Kandidatin betrifft ist somit Zurückhaltung geboten. Den Rest
 wird sie selbst erledigen, wie Sleepy Joe muß man sie nur quatschen lassen. Und sich ansonsten mit der Weisheit der großen Volksschauspielerin Heidi Kabel abfinden, die als Wahrsagerin den kometenhaften Aufstieg dieser großen Völkerrechtlerin irgendwie schon vorhergesehen hat…