Klimalügner – Vom Ende des Kaputtalismus und der Zuvielisation

Autorenselfie mit druckfrischer Neuerscheinung, ab 16.11. im Buchhandel. Demnächst mehr dazu an dieser Stelle. Hier schon mal der Klappentext:

“Panikmacher und Apokalyptiker lügen sich in Sachen CO2 genauso in die Tasche wie die Skeptiker und Leugner einer menschengemachten Erderwärmung. Wir haben also ­«Klimalügner» auf beiden Seiten. Der Streit über menschengemachten CO2-Zuwachs ist ein Nebenschauplatz, der zum einzigen Schlachtfeld geworden ist, während das große Sterben der Wälder, Meere und Böden und die Vernichtung der Tier- und Pflanzen­arten als sekundär gilt. Wer dieses Problem mit einer Reduktion der Treibhausgase lösen will, macht sich etwas vor. Der Mensch muss vom Parasiten wieder zum Symbionten werden.”

3JT #53: Einer von Biden

Die US-Wahl ist gelaufen. Noch steht nicht fest, welcher der beiden rechten Flügel des Einparteiensystems das Rennen macht. Fest steht: Es ist ein Desaster für die Medien – dies und jenseits des Atlanik. Außerdem: Sind wir schon mitten drin im Great Reset? Die jüngsten Löschaktionen bei YouTube lassen nichts nichts Gutes erahnen. Über all das und mehr berichten die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #53 des 3. Jahrtausends!

Meine Wahlwette

(UPDATES siehe unten) So, heute entscheidet sich in den USA, welcher der beiden rechten Flügel des Einparteiensystems in den nächsten vier Jahren den Präsidenten stellen und regieren darf. Als im Sommer vergangenen Jahres bei der Geburtstagsparty eines Kollegen das Reizwort “Trump” fiel und die üblichen Invektiven gegen den narzisstischen Clown im Weissen Haus abgelassen wurden, schwang ich mich zu der steilen These auf: “Wenn die Demokraten so weiter machen mit diesem Russiagate-Zirkus wird er nochmal gewählt!” – “Niemals”, war sich die Runde daraufhin einig und  auch meine Begründung – “Sie machen doch gar keine Opposition gegen seine Politik, sondern nur gegen seine Person – Rassist, Sexist, Faschist usw. – und selbst wenn da etwas dran ist,  ist er doch eins auf keinen Fall, ein russischer Agent!” –  konnte niemanden überzeugen. Genausowenig aber leuchteten mir die Gegenargumente ein und am Ende stand eine Wette mit dem Kollegen F.:  100 Euro wenn Trump wieder gewählt wird. Das war wie gesagt im letzten Sommer, als der Gegenkandidat Trumps noch nicht feststandt aber schon ziemlich klar war, dass es Bernie Sanders (der imho 2016 gewonnen hätte) nicht werden würde – und auch Corona lag noch nicht in der Luft. Mit seinem sehr hemdsärmeligen Handling der Pandemie schien Trump sich dann zum Jahresbeginn seine Wiederwahl selbst zu vermasseln, sodass ich einen Wettgewinn schon ganz abgeschrieben hatte. Das änderte sich aber, als  die Demokraten als ihren besten Kandidaten die traurige Gestalt des semi-debilen Joe Biden aus dem Köcher zogen. Seitdem ist das Rennen wieder offen – und das sagt ja schon alles. In vier Jahren Opposition haben die Dems  es nicht geschafft irgendeine politische Alternative auf die Beine zu stellen, mit einem halbwegs überzeugenden Kandidaten, der einen “unmöglichen”, “obszönen”, “rassistischen”, “faschistischen” Putin-Hitler-Clown wie Donald einfach aus dem Rennen fegt. Sodass für heute Nacht ein Kopf an Kopf-Rennen angesagt ist…

Das Ergebnis wird möglicherweise auf sich warten lassen und wenn es knapp wird erst in einigen Wochen und vor Gericht entschieden. Mit Freund F. habe ich deshalb unlängst vereinbart, dass unsere Wette erst mit der Vereidigung des nächsten Präsidenten fällig wird. Auch wenn es jemand anderes als Joe Biden wird – falls der zwar gewinnt aber von dem “Laptop from Hell” seines mißratenen Sohnes  und einem Ermittlungsverfahren wegen Korruption eingeholt wird und (Gott bewahre!)  eine Killary Clinton als Ersatzfrau einspringen muss – hätte ich die Wette  verloren. Mittlerweile bin ich aber relativ sicher, dass wir uns auf weitere vier Jahre Trump einstellen können, denn es gibt gute Gründe, den Umfragen, die Biden deutlich vorne sehen, auch dieses Mal anzuzweifeln. Und ein Blick auf die Wahlkampfaufritte in den letzten Wochen machte deutlich, dass Trump ohne Frage und nach wie vor populär ist, während “Sleepy Joe” und seine Fanbase diesem Nickname alle Ehre machen. Was nicht wundert, denn das einzige Argument ihn zu wählen ist “Never Trump!”. Biden ist keine Lösung, sondern Teil des Problems, das mit ihm als Präsident nicht aus der Welt geschafft wird… zumal wenn The Donald, wie schon gerüchtet wird,  dann einen Medienkanal eröffnet und als Ex-POTUS noch wilder twittert als bisher. Aber dazu wird es wohl nicht kommen. Prophylaktisch sollte sich das  gesamte Medienestablishment  eher schon mal darauf einstellen, mit dem Wahlergebnis einen gigantischen Mittelfinger zu sehen zu bekommen.

DISCLAIMER: Falls ich gewinne, werde ich den Hunderter natürlich für einen guten Zweck spenden (-;

UPDATE (4.11., 16:30): Und da ist er, der Stinkefinger für alle Großmedien, Umfrageinstitute und das politische Establishment: keine einzige ihrer Vorhersagen, die Joe Biden noch am Wochenende 10 – 15 % Vorsprung prognostizierten ist eingetroffen und wenn überhaupt gewinnt er mit hauchdünnem Vorsprung. Doch statt irgendeinem “mea culpa” für dieses völlige Versagen, übt man sich dort weiter im  Trump-Bashing, denn der  hatte in der Wahlnacht wie gewohnt vollmundig schon seinen Sieg verkündet. Der ist freilich gar nicht sicher, bis die letzten Briefwahlstimmen ausgezählt sind kann es bis zum Wochenende dauern. Da diese wohl mehrheitlich für Biden ausfallen, kann Trumps Vorsprung in einigen Swing-States noch dahinschmelzen und am Ende müssen Gerichte entscheiden. Gleich wie das dann ausgeht steht der Verlierer dieser Wahl jetzt schon fest: es ist das abgehobene Medien-und Politik-Establishment, das vom eigentlichen Souverän jeder Demokratie – dem Volk und dem Wählerwillen – keinerlei Ahnung mehr hat.

ByeBye youtube – KenFM geht ins Exil

Großes Aufatmen  bei den Freunden des systemkonformen Diskurses, der totalen Desinfektion und allen “Zeugen Coronas”, reichlich Sektkorken bei den Presstitutes der Konzernmedien, Nato-Pressestellen und Konsensfabriken und echte Partystimmung bei  ihren kompatiblen Mitläufern in den “social media”: der alternative Stachel im Fleisch der deutschen Medienlandschaft ist verschwunden, das erfolgreichste crowdfinanzierte Medienportal im deutschsprachigen Raum ist nicht mehr auf Youtube,  KenFM hat sämtliche Videos unsichtbar gemacht. Zwar sind die 2500 Interviews, Berichte, Reportagen und Kommentare, die KenFM seit 8 Jahren produziert hat, nach wie vor über KenFM.de und andere Kanäle erreichbar, für die über 500.000 Abonnenten auf youtube aber gibt es derzeit nur eine Erklärung von Ken Jebsen, warum er von der youtube- Zensur genauso die Schnauze genauso voll hat wie von der Cancel-Kultur, die es immer schwieriger macht, Studios oder Säle anzumieten. Und warum er mit seinem Team Berlin verläßt und ins Exil geht, auf’s Land, wo ein Studio und  ein “Campus” gebaut werden sollen und auch analoge Kommunikation wieder stattfinden kann.

Aktueller Auslöser für diesen Schritt war der zweite  “strike” von youtube – die Löschung eines KenFM-Interviews mit Rechtsanwalt Markus Heinz, der auf der Querdenken-Demo am 25.10. festgenommen worden war – verbunden mit einer einwöchigen Sperre weitere Videos hochzuladen. Sowie der Drohung, dass beim dritten Mal eine grundsätzliche Sperrung des Kanals erfolgt. Das übliche Procedere also, mit dem bei Youtube Urheberrechtsverstöße, pornografische Inhalte und andere Rechtsbrüche verhindert werden sollen – mit dem Unterschied freilich, dass es sich hier um presserechtlich völlig einwandfreies Material handelt,  das auch nicht unter irgendwelche dubiosen “Hate Speach” oder “Fake News”-Regularien fällt, sondern allein aufgrund seiner  inhaltlichen Aussagen gesperrt wurde. Da von Zensur zu sprechen ist sicher berechtigt, auch wenn es sich nicht um eine staatliche Maßnahme handelt,  sondern Alphabet/Google/Youtube als privater Konzern selbst entscheiden kann, was auf seinen Plattformen stattfindet und was nicht. In Deutschland hingegen findet Zensur dank Auslagerung der Information der Öffenlichkeit an internationale Medienmonopole weiterhin natürlich nicht statt.

An der Schmierenkampagne gegen Ken Jebsen – losgetreten durch den notorischen Denunzianten Henryk Broder –  die zu seinem Abgang aus dem öffentlich-rechtlichen rbb geführt hatte, war ich indirekt nicht ganz unschuldig.  Im Sommer 2011 war mein Buch zum zehnten Jahrestag von 9/11 erschienen und Ken Jebsen wollte ein Interview für seine Sendung “KenFM” darüber führen. Ihn kannte ich genausowenig wie dieses Format, das im Berliner Raum Kultstatus hatte, und wunderte mich, dass er mit einem ganzen Katalog Fragen angerückt war, denn Radiomoderatoren haben oft nicht mal den Klappentext gesehen. Er aber hatte nicht nur  das ganze Buch gelesen, sondern stellte auch richtige und wichtige Fragen. Ich ging dann davon aus, dass von den 90 Minuten unseres Gesprächs nur drei oder fünf über den Äther gehen würden, wie es bei solchen Sendungen ja oft vorkommt – und fiel dann vom Hocker, als jedes Wort ungeschnitten und nur unterbrochen von Musik in drei Stunden gesendet wurde. Wow! War auf meinem alten “Heimatsender”, wo ich 2001 als Autor das Handtuch geworfen hatte, weil mein Kommentar über Mohamed Attas Koffer und die lachhaften Elefantenspuren von 9/11 nicht möglich war, etwa die neue journalistische Freiheit ausgebrochen ? Leider nicht, denn  Ken Jebsen stand fortan unter Beschuß – das 9/11-Tabu bricht niemand ungestraft. Als KenFM nach seinem Abgang dann sehr schnell im Netz reüssierte und sich im Zuge der Ukrainekrise lautstark auf die Seite der Friedensbewegung schlug, nahmen die Vorwürfe  (“antisemitisch, “neurechts”, “rechtsoffen”) weiter an Fahrt auf, obwohl sich im Programm des Kanals keinerlei Beispiele dafür finden liesen. Um diesem Widerspruch auf den Grund zu gehen führte ich ein langes Gespräch mit ihm, das 2016 als Buch erschienen ist: “Der Fall Ken Jebsen oder Wie der Journalismus im Netz seine Unabhängigkeit zurückgewinnen kann”.

Dass journalistische Unabhängigkeit von GEZ-Beamten und Konzernbossen via Crowdfunding machbar ist, hat KenFM seitdem nicht nur überzeugend unter Beweis gestellt – die Gespräche und Talkrunden hatten auch von der inhaltlichen und technischen Qualität  allemal das Niveau öffentlich-rechtlicher Kanäle. Dort laufen konnten sie freilich nicht, denn KenFM nahm sich die Pressefreiheit, nicht staatstragend, nicht stiefelleckend, nicht konsenskonform zu sein und der Chefredakteur die Freiheit, sein anti-militaristisches, anti-imperialistisches und anti-neoliberalistisches Herz auf der Zunge zu tragen. Weil der Mann ein Schnellsprecher sondergleichen ist konnte es nicht ausbleiben, dass er bei vielen aneckt,  zumal er die (ohnehin fiktive) Grenze zwischen Journalismus und Aktivismus nicht akzeptiert. Dass wirkliche journalistische Unabhängigkeit aber künftig auch bedeutet, sich von den Gatekeepern der “Sozialen Medien” – von Konzernen wie Google, Facebook, Twitter & Co. – zu befreien, macht der aktuelle Fall sehr klar. Und weil auch ein scheinbar sicherer Server im Irgendwo für eine Redaktion kein Garant ist, dass ihre Nachrichten auch verbreitet werden, visioniert der digitale Pionier Ken Jebsen im Gespräch jetzt einen Schritt zurück:  ins Analoge, auf einen Campus in dem man in Ruhe reden und senden kann. Ich kann das nachvollziehen, denn ich kenne kaum einen Journalisten, der übler diffamiert wurde als er – und keinen, der derart souverän damit umgegangen ist

Unterdessen ist ein weiterer Kollege der verborgenen Zensur zum Opfer gefallen, die der ehemalige Botschafter Craig Murray als Beobachter und Protokollant der Assange-Anhörungen feststellen konnte und jetzt wieder anhand der Unterdrückung der emails von Hunter Biden kritisiert hat. Der Pulitzer-Preisträger Glenn Greenwald – einst der Mann der Wahl als unabhängiger Journalist für Edward Snowden – konnte  einen Artikel über den Korruptionsverdacht von Hunter und Joe Biden auf dem von ihm selbst gegründeten  (und vom eBay-Gründer Omidyar finanzierte)  Portal “The Intercept” nicht veröffentlichen und hat gekündigt. Und was Craig Murray sagt, stimmt für die Zukunft nicht gerade optimistisch: “Vor zehn Jahren hätte ich es nicht als eine Gefahr erachtet, dass das Internet zu einer Methode der politischen Kontrolle statt der politischen Freiheit wird. Jetzt befürchte ich, dass es zu spät ist, die Gefahr abzuwenden.”

Unlängst wunderte sich mein Bruder, der in den 90er Jahren in einer großen Werbeagentur arbeitete, über den mittlerweile zum Schimpfwort geronnenen Begriff “Querdenker”: “Damals haben wir doch dauernd “Querdenker gesucht!” – Anzeigen konzipiert!” Dass jetzt schon ein journalistisches Interview mit dem Anwalt einer Querdenker-Demo ein Fall für Zensur wird zeigt deutlich, wie weit der totalitäre Konformitätswahn mittlerweile gediehen ist. Und dank Corona als Brandbeschleuniger für ein “Great Reset” ( deutsch hier ), wie ihn sich Klaus Schwab und die Davos-Elite ausgedacht haben,  geht derlei Flurbereinigung im Medienbetrieb weitgehend widerspruchslos vonstatten und auch für Liberale und Linke, die sonst so gern von “divers” reden und “Vielfalt” und “Freiheit” loben, hört beim Querdenken der Spaß auf. Weshalb sich Querdenker wie Ken Jebsen nicht wundern müssen – über den Tellerrand von Mutti und Dr.Drosten hinauszuschauen ist jetzt genauso verboten wie nach 9/11 Zweifel an dem Höhlenmärchen von Osama und den 19 Teppichmessern. Und wer sich in den USA jetzt nicht entscheiden kann zwischen Donald Putin-Hitler und dem semi-dementen aber einzigen Erlöser Sleepy Joe – und über den validen Korruptionsverdacht gegenüber Letzterem berichten will,  wie Journalist Greenwald – hat einfach Pech gehabt. Zensur findet natürlich weiterhin keine statt, aber vorsicht: Wer bei Demos ein Grundgesetz hoch hält macht sich verdächtig und kann  verhaftet werden – als Querdenker.

Als Podcast auch auf KenFM

Desinformation über Desinformation

Diese Russen schon wieder. Von der Tatsache, dass sie sich beim Hantieren mit Novitschok etwas dilettantisch anstellen und die vermeintlichen Opfer (Skripals, Nawalny) das super-tödliche Nervengift allesamt überleben, sollte sich niemand täuschen oder gar in Sicherheit wiegen lassen. Bei derart unbedeutenden Figuren lassen die finsteren Schergen des Kreml gern mal Praktikanten ran, die dann halt mal ziemlich amateurhaft vorgehen. Wo’s aber drauf ankommt, wird hoch professionell und äußerst präzise gearbeitet und in bestimmten Bereichen – das geben selbst die schärfsten Kritiker zu – sind die Russen einfach Weltklasse. Die Rede ist natürlich von “Collusion”, von  “Meddling”, von  der Manipulation der us-amerikanischen Wahlen. Aktionen, die schon 2016 nur das bekannte Ergebnis – Trump – hinterlassen haben, aber keinerlei Spuren, Beweise oder gar konkret ermittelte Täter. So spurenlos arbeiten nur professionelle Geheimdienste und so kam es, dass der Chef der Firma “Crowdstrike”, die den Server in der  Zentrale der demokratischen Partei (DNC) untersucht hatte, zugeben mußte, keinerlei Belege dafür zu haben, wann und von wem die dort gespeicherten Daten eigentlich “gehackt” wurden. Dieses Geständnis unter Eid aus dem Dezember 2017 wurde erst im Mai 2020 bekannt, doch bis dahin hatten sich die “russischen Hacker” schon tief in das kollektive Gedächtnis eingegraben und der Glaube an ihre unsichtbare Macht quasi-religöse Züge angenommen. Seitdem laufen den meisten Konsumenten der US-Medien schon Schauer über den Rücken, wenn Worte wie “Russland”, oder “Kreml” fallen. Fakten,  Beweise,  Wissen braucht es nicht mehr,  um den Glauben an den Hort alles Bösen zu festigen.

Deshalb wundert es auch kaum jemanden mehr, dass es dem ultrabösen Herrscher dieses Reichs jetzt auch gelungen ist, auch den Direktor des Nationalen Geheimdiensts und Chef aller Geheimdienste der Vereinigten Staaten unter seine Kandarre zu bringen. Anders läßt sich das Schreiben nicht erklären, das er unlängst an den Senat sandte und nach dem die „Russiagate“- Vorwürfe gegen Trump eine Erfindung des Clinton-Lagers gewesen sein sollen, von der die US-Geheimdienste aber bereits wussten, bevor das haltlose „Steele-Dossier“ über Trumps angebliche Untaten in Moskau bekannt wurde und FBI-Ermittlungen in Gang setzten. Dass der oberste US-Geheimdienstler so etwas behauptet – und damit den  fatalen Treppenwitz des gesamten Russiagate-Fakes bestätigt – trägt eindeutig die Handschrift Putins. Wer sonst könnte auf die Idee kommen, der heiligen Hillary diese gigantische Lüge zu unterstellen, nur um von den peinlichen Email-Leaks auf ihrem privaten Server und dem Betrug an ihrem Konkurrenten Bernie Sanders abzulenken.

Damit jetzt wieder mitten im Wahlkampf ein weiteres ultra-peinliches Email-Leak auftauchen konnte, mußte der Ultraböse zuvor das bekannte Boulevardblatt “New York Post” unter seine Klauen bekommen, das dann auch prompt und ausführlich über das Laptop von Hunter Biden berichtete. Der mißratene Sohn hatte einen zur Reparatur gegebenen Computer nicht mehr abgeholt und als dem Reparateur bei der Sichtung dann merkwürdige emails auffielen – um ein Treffen mit dem Vater zu arrangieren hatte Herr Sohn eine Erhöhung seines arbeitsfreien Monatsgehalts bei dem ukrainischen Ölkonzern Burisma von 80.000 auf 250.000 gefordert – ging er damit zum FBI. Nachdem man dort aber kein Interesse zeigte – derlei “pay for play”-Arrangements sind nicht illegal, bei Außenministerin Hillary mußten Staatschefs für ein wohlwollendes Meeting in die Clinton-Stiftung einzahlen – wandte sich der Computermann mit seinem Fund an Trumps Anwalt Rudy Giuliani, der ihn dann wahltermingerecht an die”New York Post” gab und noch weiter nachlegt. Mit auf der Festplatte gefundenen Hinweisen auf  große Korruptionssummen nicht nur aus der Ukraine, sondern auch aus China , sowie Fotos von angeblich minderjährigen Mädchen samt einer Gerichtsvorladung in diesem Zusammenhang.

Man könnte das als im Wahlkampf übliche Schmutzkampagne einfach abtun, äußerst interessant und fragwürdig  ist aber die Berichterstattung darüber. Die Verbreitung des ersten großen Artikel der New York Post wurde nämlich von Twitter und Facebook verhindert und von der “New York Times” und den gesamten “liberalen” Medien komplett ignoriert –  und als “russische Desinformation” abgetan. Die erste und selbstverständliche journalistische Frage, ob die kompromitierenden emails echt und Inhalte manipuliert worden sind, wurde nicht gestellt. Da auch nach einer Woche weder Joe noch Hunter Biden die Mails  bestritten haben ist davon auszugehen, dass sie echt sind. Doch die sich anschließende ebenso selbstverständliche journalistische Frage zu ihren Inhalten und deren Relevanz wurde dann auch nicht gestellt, sondern soll unter dem Mantel des Bösen ( “Kreml” ! “Russland”! “Desinformation!”) stillschweigend begraben werden. Während Kandidat Biden nur weiter steif und fest behauptet , dass sein Sohn bei seinen Geschäften niemals von seinem Namen profitiert habe – auch wenn das Gegenteil längst dokumentiert ist. Aber kein Thema. Wenn man sich kurz den umgekehrten Fall vorstellt welche Hölle losgebrochen wäre, wenn  über jemanden aus Trumps Familie solches Material auftaucht,  kann man das journalistische Beschweigen eines offenbar ziemlich korrupten Präsidentschaftskandidaten nur als grandiose Bestätigung für das ständige Lamentieren Trumps über Fake News sehen. Informationen zu unterschlagen indem man sie als Desinformation deklariert ist nichts anderes als Desinformation AKA Zensur.

Gore Vidals alter Erkenntnis vom “Einparteien-System mit zwei rechten Flügeln” kann jedenfalls mit der Casa Biden als weiteres Fallbeispiel hinzugefügt  werden:  “…und einer ist so korrupt wie der andere” . Und die Opposition der Demokraten, die außer “Never Trump!” kein Argument hat und deshalb keine ist,  diese Pseudo-Opposition also – die ihn fröhlich machen lies und nur blockierte, wenn er Soldaten heim holen wollte –  stellt einen noch schlechteren Kandidaten als Hillary Clinton auf und hat auch schon den Schuldigen in petto, wenn er versagt: Russland! Anders als der sympathische Friedhofsnobelpreisträger Obama hat der unsympathische Trump noch keinen Krieg angezettelt und weitaus weniger Menschenleben auf dem Gewissen als sein Vorgänger – aber darum geht’s. Und deshalb wird  Joe Biden AKA “Kid Senile” vom MICIMAT – dem “Military-Industrial-Congressional-Intelligence-Media-Academia-Think-Tank”- gepusht bis zum Abwinken. Und zum Absinken unter minimale journalistische Standards und zur Anwendung von Zensur. Dasselbe “shadow banning” durch die großen Social-Media-Provider, das auch Craig Murray  bei seiner Berichterstattung über den Verlauf des Verfahrens gegen Julian Assange erfahren hat:

” Die Entwicklung des Social Media Gatekeeping im Internetverkehr ist eines der gesellschaftspolitischen Schlüsselthemen unserer Zeit. Wir brauchen die ursprünglichen Begründer des Internets, um mit Persönlichkeiten wie Richard Stallman und – ganz wichtig – Julian Assange zusammenzukommen und einen Weg zu finden, wie wir uns davon befreien können. Vor zehn Jahren hätte ich es nicht für eine Gefahr gehalten, dass das Internet zu einer Methode der politischen Kontrolle, nicht der politischen Freiheit wird. Jetzt befürchte ich, dass es zu spät ist, die Gefahr abzuwenden.”

 

Alexa, ich mach Schluß mit Dir!

Schnauze Alexa! Die Beziehung von Johannes Bröckers zum Logistik Giganten Amazon klang schon im letzten Jahr nicht mehr nach Flitterwochen. Jetzt legt er mit „Alexa ich mach Schluss mit Dir!“ noch mal nach. Und streitet sich mit seinem Bruder Mathias Bröckers, der sich immer noch von den Annehmlichkeite der Datenkrake Amazon einwickeln lässt. Aber wohl nicht mehr lange… Unser 3. Jahrtausend Spezial zur Buchmesse. Buch von Johannes Bröckers: Alexa, ich mach Schluss mit dir! Nichts wie raus aus der Amazon-Beziehungsfalle.

3JT #52: Sehr merkwürdig

Die Estonia sank im Zusammenhang mit einer geheimen Militäroperation. Was steckt dahinter?  Außerdem: Während Berlin wegen Corona zum Risikogebiet erklärt wird, mehren sich die kritischen Stimmen von Experten – weltweit. Neue Hintergründe zum „Sturm auf den Reichstag lassen die Ereignisse in neuem Licht erscheinen. Die US-Wahl entwickelt sich zur Debatten-Schlammschlacht mit überraschendem Ausgang. Und es gibt Neues von Julian Assange. Über all das und mehr berichten die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #52 des 3. Jahrtausends!

Are You Ready To Rumble ?

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die Demokratie in den Vereinigten Staaten eine Simulation ist und der milliardenteure Wahlkampf ein hohler Budenzauber, weil Wahlen in einem Ein-Parteien-System mit zwei rechten Flügeln eben keine sind – die Debatte zwischen Präsident Trump und seinem Herausforderer Biden am letzten Dienstag hat ihn geliefert. Ein pöbelnder Troll, der keine 10 Sekunden die Klappe halten kann und ein semi-dementer Opi, von dem man schon froh war, dass er seinen Namen nicht vergessen hat – wenn solche Gestalten das Beste darstellen, was ein politisches System zu bieten hat, wundert es nicht, dass mehr als die Hälfte aller Wahlberechtigten diesen Zirkus ignorieren. Sie haben einfach keine Wahl.

Dass Trump sich jetzt Corona eingefangen hat und in Quarantäne muss kann immerhin hoffen lassen, dass dies die letzte Debatte war. Unterbieten lässt sich das Niveau nicht mehr, es sei denn man stellt für das nächste Mal einen Pool zum Schlammcatchen bereit oder einen Boxring wie bei der „World Wrestling Federation“. Als mein Sohn einst Fan von Hulk Hogan & Co. war und so lange drängelte, bis ich mit ihm naserümpfend zu einer Live-Show ging, war ich hinterher ziemlich begeistert: alles hatte so ausgesehen, als würden sich die Kämpfer wirklich wehtun. Nach dem Match Trump gegen Biden notierten die Medien indessen als Höhepunkt, dass „Sleepy Joe“dem „Pitbull“ Donald tatsächlich einmal ein genervtes „Shut Up“ zurief – und das war’s auch schon mit inhaltlicher Auseinandersetzung, mit Opposition, mit einer politischen Alternative. Keiner will eine Krankenversicherung für alle, keiner will den astronomischen Rüstungsetat schrumpfen, keiner will Großkonzerne besteuern und einen Green New Deal will auch keiner. Zwar plapperte Biden kurz davon, dass sich so ein Deal selbst finanziere – und Trump kläffte irgendwas von „Sozialismus“ dazwischen – musste dann auf Nachfrage aber zugeben, dass er einen Green New Deal ablehnt. Er favorisiere den „Biden-Plan“. Den hätte man dann gerne gehört, wie überhaupt mal irgendetwas Konkretes. Immerhin: beide sind für saubere Luft und sauberes Wasser. Und jeder meint, dass er das besser kann als der andere, der ganz schlecht ist und immer nur lügt und überhaupt ein Versager… ( Weil das Video schwer erträglich ist, hier das Transkript)

Kurz vor der Schlammschlacht hatte die „New York Times“ noch enthüllt, dass der angebliche Milliardär Trump 2018 ganze 750 Dollar an Bundes-Einkommenssteuern bezahlt hat – irgendetwas Illegales oder gar Gelder aus Russland waren aber in der Steuererklärung nicht zu entdecken. Dass Dutzende Großkonzerne, allen voran Amazon, garkeine Einkommensteuer zahlen blieb dann ebenso unerwähnt wie die Tatsache, dass beide Parteien dieses auf Superreiche zugeschnittene Steuersystem geschaffen haben und weiter unterstützen.

Auch das Trump-Lager zog vor der Debatte noch einen Pfeil aus dem Köcher: das Schreiben des nationalen Geheimdienstkoordinators James Ratcliff, nach dem die „Russiagate“- Vorwürfe gegen Trump eine Erfindung des Clinton-Lagers gewesen sein sollen,– und dass die US-Geheimdienste bereits davon wussten, bevor das haltlose „Steele-Dossier“ über Trumps angebliche Untaten in Moskau bekannt wurde und Ermittlungen in Gang setzten. Ihr Wissen verdankten die US-Dienste laut diesem Schreiben dem Ausspionieren eines russischen Analysten, der offenbar davon Wind bekommen hatte, dass der Einbruch in den Server der demokratischen Partei russischen Hackern angehängt und Trump einer nicht vorhandenen Russland-Connection bezichtigt werden sollte. Laut dem Schreiben des obersten US-Geheimdienstlers – das die New York Times als „russische Desinformation“ bezeichnet – wurde auch Präsident Obama über diesen Verdacht informiert. Doch der hatte, ebenso wie weitere hohe CIA-Beamte und die Chefs des FBI, keine Bedenken, die „Crossfire Hurrikan“ genannten Abhörmaßnahmen und verdeckten Ermittlungen – und im Konzert mit den Großmedien die Russiagate-Verschwörungstheorie hochzufahren. Nicht gegen das Team Clinton, das das gefälschte Dossier in Auftrag gegeben hatte, dessen dubiose russische Informanten dem FBI schon bekannt waren, sondern gegen das Team Trump; nicht gegen Hillary, die den neuen kalten Krieg anheizte um von dem Skandal ihres gehackten Servers (und dem Betrug an Bernie Sanders) abzulenken, sondern gegen Trump, dem dann auch in den aufwändigen Impeachment-Ermittlungen und dem millionenteuren „Mueller Report“ keine Fehltritte in Sachen Russland nachgewiesen werden konnten.

Dass diese Zusammenhänge erst jetzt veröffentlicht und dokumentiert werden –weitere Dokumente sollen noch folgen (UPDATE: Hier sind die nächsten.)– liegt nicht am aktuellen Wahlkampf, sondern an der Blockade der De-Klassifizierung geheimer Dokumente durch Betroffene – namentlich der jetzigen CIA-Direktorin Gina Haspel, die 2016 als ehemalige Stationschefin in London die CIA-Geschäfte mit dem britischen MI-6 koordinierte – dem (ehemaligen ?) Arbeitgeber von Christopher Steele, der dort sein Fake-Dossier verfasste…

Dass Trump in der Debatte triumphierend tönte: „Sie planten einen Coup vom ersten Tag an, …..aber wir haben sie erwischt. Wir haben sie alle erwischt und wir haben es auf Band!“ heißt nun nicht, dass die Verantwortlichen auch zur Rechenschaft gezogen werden. Obwohl der Einbruch in das Büro der Demokraten im „Watergate“-Haus, der einst Richard Nixon den Präsidenten-Job kostete, verglichen mit diesem Skandal nachgerade lächerlich erscheint. Denn hier hat nicht eine kleine Klempner-Truppe mal nächtens die Konkurrenz ausspioniert, sondern die Spitzen von CIA, FBI und Regierung haben mit illegalen Methoden systematisch versucht, einen unerwünschten Präsidenten zu demontieren. Wobei es aber eigentlich, wie Caitlin Johnstone meint, gar nicht um Trump geht:

„Die gängige demokratische Parteierzählung bestand darin, dass Untersuchungen über mögliche Absprachen zwischen dem Trump-Lager und Moskau klären sollten, ob die US-Regierung auf höchster Ebene von einer feindlich gesinnten ausländischen Macht kooptiert worden war, wobei unzählige “Experten” zu Beginn von Trumps Amtszeit behaupteten, dass diese Untersuchungen dazu führen würden, dass Trump in Ketten aus dem Weißen Haus gezerrt würde. Das gängige Narrativ der republikanischen Partei lautet, dass der Präsident das Ziel eines sanften Putschversuchs des „tiefen Staates“ war, bei dem falsche Behauptungen über russische Absprachen aufgestellt wurden, um ihn aus dem Amt zu entfernen, weil er dem tiefen Staat die Stirn geboten hatte. Wie die meisten Partei-Erzählungen sind beide falsch.

Es ist richtig, dass die konspirativen Behauptungen, Wladimir Putin kontrolliere heimlich die Exekutive der US-Regierung, gefälscht waren. Richtig ist auch, dass das Russiagate eine Psychologische Operation war, die von Kräften des US-Geheimdienstkartells gefördert wurde, welche manchmal kollektiv als Teil des “tiefen Staates” bezeichnet werden, obwohl dieser Begriff in den letzten Jahren weitgehend bedeutungslos geworden ist, weil die Trumpisten seine Bedeutung in “Demokraten und alle, die Trump nicht mögen” verdreht haben. Aber sowohl Republikaner als auch Demokraten irren, wenn sie glauben, dass Russiagate etwas mit der Amtsenthebung von Trump zu tun hatte. Russiagate war nie eine tiefenstaatliche Operation, die auf Trump abzielte; Russiagate war immer eine tiefenstaatliche Operation, die auf Russland abzielte. Sie können sicher sein, dass dies zutrifft, denn obwohl Russiagate keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf Trump hatte, hat es die Räder für die Eskalation vieler neuer Aggressionen des Kalten Krieges gegen Russland geschmiert. (…) Was Trumps Präsidentschaftskarriere betrifft, so war alles, was das Russiagate je erreicht hat, die Galvanisierung seiner republikanischen Basis um die völlig falsche Vorstellung herum, er kämpfe gegen das Establishment….“

Womit wir wieder bei dem „Einparteiensystem mit zwei rechten Flügeln“ und seiner Kontrolle durch den militärisch-industriellen Komplex wären, sowie der Simulation von Demokratie und einer Präsidenten-Debatte auf Hauptschulhof-Niveau. Insofern ist es relativ wurscht, wer von diesen beiden Antikörpern ab 2021 im Weißen Haus residiert, auch wenn die Medien die Wahl zum entscheidenden Kampf stilisieren, mit einem ultrabösen Quasi-Hitler in der roten Ecke und in der blauen einem korrupten Konfuzius als Weißer Ritter.

Are You Ready To Rumble ? No!

Wegen Covid musste der Hitler-Darsteller eine Auszeit im Spital nehmen, ein weiteres Match fällt wahrscheinlich aus. Aber die Gefahr ist nicht vorüber, denn, so der demokratischen Senator Murphy, mit der „russischen Bedrohung“ geht es erst richtig los: „Wenn Trump jetzt zwei Wochen bei der Wahlkampftour ausfällt, wird er Ersatzleute schicken und einer seiner Ersatzleute ist nun leider Wladimir Putin“.

Das meint er ernst und erzählt es auf CNN. Doch auf ein Live-Match zwischen Wladimir dem Schrecklichen und Sleepy Joe Biden werden wir wohl verzichten müssen – Russiagate und der neue Kalte Krieg hingegen gehen in die Verlängerung, ganz gleich wer nach dem Schaukampf der Wahl zum Sieger erklärt wird…

Auch als Podcast auf KenFM

“Und fertig war der Sack von Covidioten”

Für die Nachdenkseiten hat Markus Klöckner ein Interview mit mir geführt:

“Die „neue Normalität“ darf nicht hinterfragt werden, Kritik an den Corona-Maßnahmen ist Blasphemie. Aus Sicht des Journalisten Mathias Bröckers hat der Umgang mit den Kritikern der Corona-Politik etwas von einem Glaubenskampf. Auf die Frage, „Wollt ihr den totalen Infektionsschutz?“, käme wohl ein „vieltausendfaches Ja!“, sagt Bröckers. Im NachDenkSeiten-Interview gibt der Bestsellerautor einen Einblick, wie er die Diskussion um die Einschränkung der Grundrechte wahrnimmt, und sagt, wie er über die Demos gegen die Corona-Maßnahmen denkt. Die Grundrechtseingriffe, so Bröckers, „müssen der Gefährdungslage angepasst werden und die ist meiner Meinung nach spätestens seit Mai gar nicht mehr gegeben.“

Herr Bröckers, die Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen waren immer wieder Gegenstand der Medienberichterstattung. Wobei: Kann man da eigentlich noch von „Berichterstattung“ sprechen?

Sie wurden ja diskreditiert, bevor sie überhaupt stattgefunden haben. Das beginnt schon mit dem Begriff „Corona-Leugner“, der in Deutschland in der Konnotation mit „Holocaust-Leugner“ einen besonders diffamierenden Klang hat, dazu dann noch „Verschwörungstheoretiker“ – seit 9/11 die Diskurskeule Nr.1 – und fertig war der Sack der „Covidioten“, auf den sich dann prima einprügeln ließ. Als dann am 1. August überraschend so große Massen von Menschen in Berlin demonstrierten, wurden sie in den Medien krampfhaft auf ein paar Tausend heruntergerechnet, um das Ganze als Veranstaltung von ein paar Extremisten abtun zu können. Aber dann kamen am 29. August noch sehr viel mehr…

Wenn Medien über die Demos berichten, dann hat man den Eindruck, nur Verschwörungstheoretiker, Spinner und Rechte würden sich daran beteiligen. Was ist Ihre Beobachtung?

Auf der Demo waren viele Teile der Gesellschaft vertreten. Alle Altersgruppen, Gehaltsklassen, Weltanschauungen – was eigentlich auch logisch ist, wenn sich die Demo gegen Notstands-Maßnahmen richtet, die die Grundrechte aller Bürger einschränken.

Kritiker sagen immer wieder, die Demos seien „rechtsoffen“. Wie passt das zusammen, wenn dort auf der Straße mehr oder weniger ein Querschnitt der Gesellschaft zu finden ist?

In linken und liberalen Kreisen ist „rechtsoffen“ gerade ein Modewort. Ich kann diese Sicht nicht teilen. Die Protestbewegung wäre dann „rechtsoffen, wenn ihre Forderungen nach „rechts“ zielten. Aber das tun sie nicht, es sei denn, man hält das Pochen auf die im Grundgesetz garantierten Rechte und Freiheiten ebenso für „rechts“ wie die Forderung, die Pandemie-Verordnungen der realen Gefährdungslage anzupassen. Und nicht, wie das immer noch geschieht, den exponentiellen Hochrechnungen, die sich schon im Frühjahr als völlig falsch herausgestellt haben.

Es gab das Ereignis am Reichstag, auf das sich Medien gestürzt haben. Wie haben Sie diesen „Sturm auf den Reichstag“ wahrgenommen?

Diese Reichstags-Mücke wurde zum Nazi-Elefanten aufgeblasen, wie die Luftaufnahmen dieses Tages überdeutlich machen. Ein paar Dutzend vor der kleinen Bühne am Reichstag, Hundertausende bei der Kundgebung am Großen Stern oder auf dem Weg dorthin. Aber diese Wenigen bekommen die Aufmerksamkeit der Weltpresse, die den Elefanten im Regierungsviertel, die friedlichen Massenproteste gegen die Notstands-Verordnungen, einfach ausblenden kann. Oder – weil die Größe einfach unübersehbar war – sie in einen Sack mit der Nazi-Inszenierung steckt, auf den sich dann wunderbar einprügeln ließ. Auf dass die Frage, warum eigentlich Hundertausende auf die Straße gehen und ob oder inwieweit ihre Forderungen und Anliegen berechtigt sind, gar nicht gestellt werden musste.

Was steckt dahinter?

Eine Inszenierung: Man genehmigt einem dubiosen rechten Verein eine Bühne direkt am Reichstagsgebäude (Anmelder: der vorbestrafte Ex-NPD-ler Rüdiger Hoffmann) und platziere am Westeingang – trotz massivem polizeilichen Großaufgebot überall in der Umgebung – ganze drei Polizisten. Dann läßt man eine durchgeknallte Q-Anon-Tussi ins Mikrofon kreischen, dass Donald Trump die Freiheit ausgerufen hat, dass die Polizisten ihre Waffen abgelegt haben und man jetzt die Treppen des Reichstags besetzen soll – und schon hat man die Bilder, die die Berichterstattung dominieren. Dass die Querdenken-Demo mit dieser rechten Splittergruppe absolut nichts zu tun hatte, ist dann nicht mehr der Erwähnung wert.

Sehr frühzeitig war die Rede von einer „neuen Normalität“. Im März sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: „Das Wichtigste vorweg: Wir werden das Virus besiegen. Aber in was für einer Gesellschaft wir danach leben werden, und in was für einer Welt, das hängt davon ab, wie wir heute handeln“. Um es nochmal hervorzuheben: Steinmeier sagt: „in was für einer Welt wir danach leben.“ Das klingt ziemlich düster, oder?

Die „New Normals“ sind schon überall unterwegs. Seit Mai ist der Corona-Spuk zwar eigentlich vorbei, die Gesamt-Sterblichkeit liegt trotz Covid niedriger als in den Vorjahren ohne Covid, die Intensivstationen haben mit Covid-Patienten kaum noch zu tun. In den meisten europäischen Ländern sieht es ähnlich aus: Tote sind aus den Corona-Statistiken nahezu verschwunden, und das trotz  “steigender Neuinfektionen”. Da könnte man glatt auf den Gedanken kommen, dass die  Gefahr durch diese “Infektionen” eher gering ist, und die Frage stellen, ob Notstandsverordnungen und Rechtseinschränkungen noch angemessen sind.

Aber schon solche Fragen sind unter den von flächendeckenden Panik-Orchestern missionierten “Zeugen Coronas” reine Blasphemie, die neue Normalität duldet keinerlei Abweichungen und würde im Sportpalast noch gepredigt, käme auf, “Wollt ihr den totalen Infektionsschutz?”, ein vieltausendfaches “Ja”. Solidarität und Einigkeit im  “Krieg gegen das Virus” sind ein Muss, wer da ausschert, macht sich der Wehrkraftzersetzung schuldig und setzt Menschenleben aufs Spiel. Zwar hat schon die Großdemonstration am 1. August nicht zu einer Überfüllung der Krankenhäuser oder gar der Friedhöfe gesorgt, genauso wenig wie die Demo vom 29. August, der Berliner Senat freilich entblödet sich nicht, für künftige Demos gegen den Maskenball Maskenpflicht anzuordnen.

Wie denken Sie über die Grundrechtseingriffe, die ja nun schon länger andauern?

Diese sind, wie auch schon einige Staatsrechtler festgestellt haben, nicht mit der Verfassung vereinbar. Sie müssen der Gefährdungslage angepasst werden und die ist meiner Meinung nach spätestens seit Mai gar nicht mehr gegeben. Seitdem werden ja auch nur noch „steigende Infektionen“ als Gefahr ausgegeben und ihre Entwicklung gemeldet wie die Börsenkurse – die verwendeten PCR-Tests messen aber gar keine „Erkrankung“, sondern erkennen nur einen DNA-Schnipsel, der dem Sars-Cov2-Virus zugeordnet ist. Zu der Frage, ob jemand krank ist und ob er andere anstecken kann, sagen die Tests definitiv nichts, bilden aber die Grundlage für Quarantäneverordnungen und andere massive Grundrechtseingriffe. Das ist rechtlich auf keinen Fall haltbar und zu verantworten und muss als Notstands-Verordnung permanent überprüft werden. Und zwar vom Parlament.