3JT #55: Die totale Desinfektion

Der Bundestag hat das neue Infektionsschutzgesetz mit weitreichenden Grundrechtseinschränkungen beschlossen. Zunächst sahen wir das kritisch – doch dann erblickten wir das Licht und verstanden endlich die Wahrheit. Und zwar die richtige Wahrheit. Das ist auch gut so – denn vielen Kollegen, die sich kritisch äußerten, wurde der YouTube-Kanal gelöscht. Soweit wollen wir es nicht kommen lassen. Und so berichten wir diesmal richtig – über die Handvoll Covidioten, die sich vor dem Bundestag zusammengerottet hatten, um angeblich das Grundgesetz zu retten. Über Säuberungsaktionen des Geheimdienstes im Meinungskorridor. Über Querdenker im Königreich. Über den Triumph des „President Elect“ Joe Biden. Und über die vorbildliche Zusammenarbeit des dänischen Geheimdienstes mit der NSA. Alle Links zur Sendung wie üblich auf exomagazin.tv.

“Klimalügner” im Gespräch

“Klimalügner – Vom Ende des Kaputtalismus und der Zuvielisation”  ist ab morgen im Buchhandel erhältlich, als dritter Band der Reihe “Brennende Bärte”,  die herausgegeben von Christoph Pfluger und mir in der Schweizer edition Zeitpunkt und im Westendverlag erscheint.  Ihren Namen verdankt die Reihe Georg Christoph Lichtenberg: “Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen”. 
Als erster Band ist im März von C.Pfluger  “Die Strategie der friedlichen Umwälzung” ,  im Juni von D.Orlov “Die Lehre vom Kollaps” erschienen und jetzt aus meiner Feder dieser Essay über die Klimadebatte. Anläßlich der ausgefallenen Frankfurter Buchmesse hat mein Bruder Johannes, der ebenfalls Autor bei Westend ist,  mit mir ein Gespräch darüber geführt.

UPDATE: Und hier schon eine erste Rezension des Buchs.

Und hier ein kleiner Auszug

Prä-dement und Präsident

Noch ist der Wahlausgang nicht offiziell entschieden, beide Kandidaten haben sich zu Siegern erklärt und am Montag beginnt vor den Gerichten die juristische Schlacht um Nachzählungen. Vor 20 Jahren im Kampf  George W. Bush vs. Al Gore dauerte diese fast fünf Wochen und so lange könnte es jetzt auch wieder gehen. Unterdessen haben die  Leitmedien Joe Biden zum Gewinner und Trump zum schlechten Verlierer erklärt – wie sie es ja auch schon in den Wochen und Monaten vor der Wahl getan haben, als sie einen “Erdrutschsieg” und eine “blaue Welle” für die Demokraten behaupteten. Wo “Sleepy Joe” ohne die einseitige “Pro-Biden”-Berichterstattung gelandet wäre, kann man sich leicht ausrechnen, wenn er es selbst mit dieser massiven Unterstützung nur knapp über die Ziellinie schafft.

So viele gute Gründe es gibt, sich über die Abwahl von Trump zu freuen, so wenige gibt es, einen “Neuanfang” unter Biden zu begrüßen. Denn weder war Donald der erzböse Putin-Nazi, zu dem er vier Jahre lang stilisiert wurde (apropós: Wo ist eigentlich die russische Einmischung geblieben, man hört seit einer Woche gar nichts mehr …), noch ist Joe eine Figur, mit der wieder “Anstand und Ehrlichkeit” ins Weisse Haus einziehen. Zumal ihm möglicherweise noch vor der Vereidigung eine Ermittlung wegen Korruption drohen könnte, wenn der vor der Wahl unter den Teppich gekehrte Email-Verkehr seines Sohnes Hunter genauer untersucht wird, der sich von ukrainischen Oligarchen für den Zugang zu seinem Vater bezahlen lies und Ähnliches auch in China einfädelte. Doch auch ganz abgesehen von derlei unehrenhaften Kleinigkeiten haben die Bürger von einem Präsidenten Biden wenig Gutes zu erwarten: als Senator seines Heimatstaats Delaware hat er Politik für die dort ansässigen Kreditkartenunternehmen gemacht, um Verschuldeten private Insolvenzen zu erschweren, unter Bill Clinton hat er die Privatisierung des Gefängniswesens vorangetrieben und mit der “Crime Bill” dafür gesorgt, dass im  “Land of the Free” mehr Menschen eingesperrt werden als irgendwo sonst auf der Welt. Und er hat alle  illegalen US-Kriege unter Bush und dem sympathischen Friedhof-Nobelpreisträger Obama unterstützt und gehörte mit ihnen, ginge es auf Erden gerecht zu, eigentlich als Kriegsverbrecher vor das internationale Gericht in Den Haag.

Dass Kandidat Biden sich selbst während einer Pandemie nicht zu der Forderung durchringen konnte, endlich eine allgemeine Krankenversicherung einzuführen, machte nochmals deutlich, für was er steht: für Plutokratie as usual statt für sozialpolitische Reformen.  Und auch dass es dank seiner Vizepräsidenten Kamala Harris doch wenigstens etwas fortschrittlicher zugeht, ist nicht zu erwarten.Von ihrem Charme und der braunen Hautfarbe sollte sich niemand täuschen lassen, dass mit Harris jetzt eine anti-rassistische “Gute” mitregiert. Harris hat als Staatsanwältin die neuen Strafgesetze ihres künftigen Chefs mehr als nur dienstfertig umgesetzt – auch und vor allem gegen Schwarze. Es ist also nicht so, dass mit dem prä-dementen Joe und der dynamischen Kamala ein neues Dreamteam ins Weisse Haus einzieht, selbst wenn es ein wenig von dem Porzellan, das Trump zertrampelt hat (Klimaabkommen, Iran-Deal) wieder reparieren könnte. Dass aber die mörderische Kriegsmaschine des Imperiums nicht gestoppt, sondern verschärft angetrieben wird, das muss durchaus befürchtet werden.

 

Klimalügner – Vom Ende des Kaputtalismus und der Zuvielisation

Autorenselfie mit druckfrischer Neuerscheinung, ab 16.11. im Buchhandel. Demnächst mehr dazu an dieser Stelle. Hier schon mal der Klappentext:

“Panikmacher und Apokalyptiker lügen sich in Sachen CO2 genauso in die Tasche wie die Skeptiker und Leugner einer menschengemachten Erderwärmung. Wir haben also ­«Klimalügner» auf beiden Seiten. Der Streit über menschengemachten CO2-Zuwachs ist ein Nebenschauplatz, der zum einzigen Schlachtfeld geworden ist, während das große Sterben der Wälder, Meere und Böden und die Vernichtung der Tier- und Pflanzen­arten als sekundär gilt. Wer dieses Problem mit einer Reduktion der Treibhausgase lösen will, macht sich etwas vor. Der Mensch muss vom Parasiten wieder zum Symbionten werden.”

3JT #53: Einer von Biden

Die US-Wahl ist gelaufen. Noch steht nicht fest, welcher der beiden rechten Flügel des Einparteiensystems das Rennen macht. Fest steht: Es ist ein Desaster für die Medien – dies und jenseits des Atlanik. Außerdem: Sind wir schon mitten drin im Great Reset? Die jüngsten Löschaktionen bei YouTube lassen nichts nichts Gutes erahnen. Über all das und mehr berichten die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #53 des 3. Jahrtausends!

Meine Wahlwette

(UPDATES siehe unten) So, heute entscheidet sich in den USA, welcher der beiden rechten Flügel des Einparteiensystems in den nächsten vier Jahren den Präsidenten stellen und regieren darf. Als im Sommer vergangenen Jahres bei der Geburtstagsparty eines Kollegen das Reizwort “Trump” fiel und die üblichen Invektiven gegen den narzisstischen Clown im Weissen Haus abgelassen wurden, schwang ich mich zu der steilen These auf: “Wenn die Demokraten so weiter machen mit diesem Russiagate-Zirkus wird er nochmal gewählt!” – “Niemals”, war sich die Runde daraufhin einig und  auch meine Begründung – “Sie machen doch gar keine Opposition gegen seine Politik, sondern nur gegen seine Person – Rassist, Sexist, Faschist usw. – und selbst wenn da etwas dran ist,  ist er doch eins auf keinen Fall, ein russischer Agent!” –  konnte niemanden überzeugen. Genausowenig aber leuchteten mir die Gegenargumente ein und am Ende stand eine Wette mit dem Kollegen F.:  100 Euro wenn Trump wieder gewählt wird. Das war wie gesagt im letzten Sommer, als der Gegenkandidat Trumps noch nicht feststandt aber schon ziemlich klar war, dass es Bernie Sanders (der imho 2016 gewonnen hätte) nicht werden würde – und auch Corona lag noch nicht in der Luft. Mit seinem sehr hemdsärmeligen Handling der Pandemie schien Trump sich dann zum Jahresbeginn seine Wiederwahl selbst zu vermasseln, sodass ich einen Wettgewinn schon ganz abgeschrieben hatte. Das änderte sich aber, als  die Demokraten als ihren besten Kandidaten die traurige Gestalt des semi-debilen Joe Biden aus dem Köcher zogen. Seitdem ist das Rennen wieder offen – und das sagt ja schon alles. In vier Jahren Opposition haben die Dems  es nicht geschafft irgendeine politische Alternative auf die Beine zu stellen, mit einem halbwegs überzeugenden Kandidaten, der einen “unmöglichen”, “obszönen”, “rassistischen”, “faschistischen” Putin-Hitler-Clown wie Donald einfach aus dem Rennen fegt. Sodass für heute Nacht ein Kopf an Kopf-Rennen angesagt ist…

Das Ergebnis wird möglicherweise auf sich warten lassen und wenn es knapp wird erst in einigen Wochen und vor Gericht entschieden. Mit Freund F. habe ich deshalb unlängst vereinbart, dass unsere Wette erst mit der Vereidigung des nächsten Präsidenten fällig wird. Auch wenn es jemand anderes als Joe Biden wird – falls der zwar gewinnt aber von dem “Laptop from Hell” seines mißratenen Sohnes  und einem Ermittlungsverfahren wegen Korruption eingeholt wird und (Gott bewahre!)  eine Killary Clinton als Ersatzfrau einspringen muss – hätte ich die Wette  verloren. Mittlerweile bin ich aber relativ sicher, dass wir uns auf weitere vier Jahre Trump einstellen können, denn es gibt gute Gründe, den Umfragen, die Biden deutlich vorne sehen, auch dieses Mal anzuzweifeln. Und ein Blick auf die Wahlkampfaufritte in den letzten Wochen machte deutlich, dass Trump ohne Frage und nach wie vor populär ist, während “Sleepy Joe” und seine Fanbase diesem Nickname alle Ehre machen. Was nicht wundert, denn das einzige Argument ihn zu wählen ist “Never Trump!”. Biden ist keine Lösung, sondern Teil des Problems, das mit ihm als Präsident nicht aus der Welt geschafft wird… zumal wenn The Donald, wie schon gerüchtet wird,  dann einen Medienkanal eröffnet und als Ex-POTUS noch wilder twittert als bisher. Aber dazu wird es wohl nicht kommen. Prophylaktisch sollte sich das  gesamte Medienestablishment  eher schon mal darauf einstellen, mit dem Wahlergebnis einen gigantischen Mittelfinger zu sehen zu bekommen.

DISCLAIMER: Falls ich gewinne, werde ich den Hunderter natürlich für einen guten Zweck spenden (-;

UPDATE (4.11., 16:30): Und da ist er, der Stinkefinger für alle Großmedien, Umfrageinstitute und das politische Establishment: keine einzige ihrer Vorhersagen, die Joe Biden noch am Wochenende 10 – 15 % Vorsprung prognostizierten ist eingetroffen und wenn überhaupt gewinnt er mit hauchdünnem Vorsprung. Doch statt irgendeinem “mea culpa” für dieses völlige Versagen, übt man sich dort weiter im  Trump-Bashing, denn der  hatte in der Wahlnacht wie gewohnt vollmundig schon seinen Sieg verkündet. Der ist freilich gar nicht sicher, bis die letzten Briefwahlstimmen ausgezählt sind kann es bis zum Wochenende dauern. Da diese wohl mehrheitlich für Biden ausfallen, kann Trumps Vorsprung in einigen Swing-States noch dahinschmelzen und am Ende müssen Gerichte entscheiden. Gleich wie das dann ausgeht steht der Verlierer dieser Wahl jetzt schon fest: es ist das abgehobene Medien-und Politik-Establishment, das vom eigentlichen Souverän jeder Demokratie – dem Volk und dem Wählerwillen – keinerlei Ahnung mehr hat.

ByeBye youtube – KenFM geht ins Exil

Großes Aufatmen  bei den Freunden des systemkonformen Diskurses, der totalen Desinfektion und allen “Zeugen Coronas”, reichlich Sektkorken bei den Presstitutes der Konzernmedien, Nato-Pressestellen und Konsensfabriken und echte Partystimmung bei  ihren kompatiblen Mitläufern in den “social media”: der alternative Stachel im Fleisch der deutschen Medienlandschaft ist verschwunden, das erfolgreichste crowdfinanzierte Medienportal im deutschsprachigen Raum ist nicht mehr auf Youtube,  KenFM hat sämtliche Videos unsichtbar gemacht. Zwar sind die 2500 Interviews, Berichte, Reportagen und Kommentare, die KenFM seit 8 Jahren produziert hat, nach wie vor über KenFM.de und andere Kanäle erreichbar, für die über 500.000 Abonnenten auf youtube aber gibt es derzeit nur eine Erklärung von Ken Jebsen, warum er von der youtube- Zensur genauso die Schnauze genauso voll hat wie von der Cancel-Kultur, die es immer schwieriger macht, Studios oder Säle anzumieten. Und warum er mit seinem Team Berlin verläßt und ins Exil geht, auf’s Land, wo ein Studio und  ein “Campus” gebaut werden sollen und auch analoge Kommunikation wieder stattfinden kann.

Aktueller Auslöser für diesen Schritt war der zweite  “strike” von youtube – die Löschung eines KenFM-Interviews mit Rechtsanwalt Markus Heinz, der auf der Querdenken-Demo am 25.10. festgenommen worden war – verbunden mit einer einwöchigen Sperre weitere Videos hochzuladen. Sowie der Drohung, dass beim dritten Mal eine grundsätzliche Sperrung des Kanals erfolgt. Das übliche Procedere also, mit dem bei Youtube Urheberrechtsverstöße, pornografische Inhalte und andere Rechtsbrüche verhindert werden sollen – mit dem Unterschied freilich, dass es sich hier um presserechtlich völlig einwandfreies Material handelt,  das auch nicht unter irgendwelche dubiosen “Hate Speach” oder “Fake News”-Regularien fällt, sondern allein aufgrund seiner  inhaltlichen Aussagen gesperrt wurde. Da von Zensur zu sprechen ist sicher berechtigt, auch wenn es sich nicht um eine staatliche Maßnahme handelt,  sondern Alphabet/Google/Youtube als privater Konzern selbst entscheiden kann, was auf seinen Plattformen stattfindet und was nicht. In Deutschland hingegen findet Zensur dank Auslagerung der Information der Öffenlichkeit an internationale Medienmonopole weiterhin natürlich nicht statt.

An der Schmierenkampagne gegen Ken Jebsen – losgetreten durch den notorischen Denunzianten Henryk Broder –  die zu seinem Abgang aus dem öffentlich-rechtlichen rbb geführt hatte, war ich indirekt nicht ganz unschuldig.  Im Sommer 2011 war mein Buch zum zehnten Jahrestag von 9/11 erschienen und Ken Jebsen wollte ein Interview für seine Sendung “KenFM” darüber führen. Ihn kannte ich genausowenig wie dieses Format, das im Berliner Raum Kultstatus hatte, und wunderte mich, dass er mit einem ganzen Katalog Fragen angerückt war, denn Radiomoderatoren haben oft nicht mal den Klappentext gesehen. Er aber hatte nicht nur  das ganze Buch gelesen, sondern stellte auch richtige und wichtige Fragen. Ich ging dann davon aus, dass von den 90 Minuten unseres Gesprächs nur drei oder fünf über den Äther gehen würden, wie es bei solchen Sendungen ja oft vorkommt – und fiel dann vom Hocker, als jedes Wort ungeschnitten und nur unterbrochen von Musik in drei Stunden gesendet wurde. Wow! War auf meinem alten “Heimatsender”, wo ich 2001 als Autor das Handtuch geworfen hatte, weil mein Kommentar über Mohamed Attas Koffer und die lachhaften Elefantenspuren von 9/11 nicht möglich war, etwa die neue journalistische Freiheit ausgebrochen ? Leider nicht, denn  Ken Jebsen stand fortan unter Beschuß – das 9/11-Tabu bricht niemand ungestraft. Als KenFM nach seinem Abgang dann sehr schnell im Netz reüssierte und sich im Zuge der Ukrainekrise lautstark auf die Seite der Friedensbewegung schlug, nahmen die Vorwürfe  (“antisemitisch, “neurechts”, “rechtsoffen”) weiter an Fahrt auf, obwohl sich im Programm des Kanals keinerlei Beispiele dafür finden liesen. Um diesem Widerspruch auf den Grund zu gehen führte ich ein langes Gespräch mit ihm, das 2016 als Buch erschienen ist: “Der Fall Ken Jebsen oder Wie der Journalismus im Netz seine Unabhängigkeit zurückgewinnen kann”.

Dass journalistische Unabhängigkeit von GEZ-Beamten und Konzernbossen via Crowdfunding machbar ist, hat KenFM seitdem nicht nur überzeugend unter Beweis gestellt – die Gespräche und Talkrunden hatten auch von der inhaltlichen und technischen Qualität  allemal das Niveau öffentlich-rechtlicher Kanäle. Dort laufen konnten sie freilich nicht, denn KenFM nahm sich die Pressefreiheit, nicht staatstragend, nicht stiefelleckend, nicht konsenskonform zu sein und der Chefredakteur die Freiheit, sein anti-militaristisches, anti-imperialistisches und anti-neoliberalistisches Herz auf der Zunge zu tragen. Weil der Mann ein Schnellsprecher sondergleichen ist konnte es nicht ausbleiben, dass er bei vielen aneckt,  zumal er die (ohnehin fiktive) Grenze zwischen Journalismus und Aktivismus nicht akzeptiert. Dass wirkliche journalistische Unabhängigkeit aber künftig auch bedeutet, sich von den Gatekeepern der “Sozialen Medien” – von Konzernen wie Google, Facebook, Twitter & Co. – zu befreien, macht der aktuelle Fall sehr klar. Und weil auch ein scheinbar sicherer Server im Irgendwo für eine Redaktion kein Garant ist, dass ihre Nachrichten auch verbreitet werden, visioniert der digitale Pionier Ken Jebsen im Gespräch jetzt einen Schritt zurück:  ins Analoge, auf einen Campus in dem man in Ruhe reden und senden kann. Ich kann das nachvollziehen, denn ich kenne kaum einen Journalisten, der übler diffamiert wurde als er – und keinen, der derart souverän damit umgegangen ist

Unterdessen ist ein weiterer Kollege der verborgenen Zensur zum Opfer gefallen, die der ehemalige Botschafter Craig Murray als Beobachter und Protokollant der Assange-Anhörungen feststellen konnte und jetzt wieder anhand der Unterdrückung der emails von Hunter Biden kritisiert hat. Der Pulitzer-Preisträger Glenn Greenwald – einst der Mann der Wahl als unabhängiger Journalist für Edward Snowden – konnte  einen Artikel über den Korruptionsverdacht von Hunter und Joe Biden auf dem von ihm selbst gegründeten  (und vom eBay-Gründer Omidyar finanzierte)  Portal “The Intercept” nicht veröffentlichen und hat gekündigt. Und was Craig Murray sagt, stimmt für die Zukunft nicht gerade optimistisch: “Vor zehn Jahren hätte ich es nicht als eine Gefahr erachtet, dass das Internet zu einer Methode der politischen Kontrolle statt der politischen Freiheit wird. Jetzt befürchte ich, dass es zu spät ist, die Gefahr abzuwenden.”

Unlängst wunderte sich mein Bruder, der in den 90er Jahren in einer großen Werbeagentur arbeitete, über den mittlerweile zum Schimpfwort geronnenen Begriff “Querdenker”: “Damals haben wir doch dauernd “Querdenker gesucht!” – Anzeigen konzipiert!” Dass jetzt schon ein journalistisches Interview mit dem Anwalt einer Querdenker-Demo ein Fall für Zensur wird zeigt deutlich, wie weit der totalitäre Konformitätswahn mittlerweile gediehen ist. Und dank Corona als Brandbeschleuniger für ein “Great Reset” ( deutsch hier ), wie ihn sich Klaus Schwab und die Davos-Elite ausgedacht haben,  geht derlei Flurbereinigung im Medienbetrieb weitgehend widerspruchslos vonstatten und auch für Liberale und Linke, die sonst so gern von “divers” reden und “Vielfalt” und “Freiheit” loben, hört beim Querdenken der Spaß auf. Weshalb sich Querdenker wie Ken Jebsen nicht wundern müssen – über den Tellerrand von Mutti und Dr.Drosten hinauszuschauen ist jetzt genauso verboten wie nach 9/11 Zweifel an dem Höhlenmärchen von Osama und den 19 Teppichmessern. Und wer sich in den USA jetzt nicht entscheiden kann zwischen Donald Putin-Hitler und dem semi-dementen aber einzigen Erlöser Sleepy Joe – und über den validen Korruptionsverdacht gegenüber Letzterem berichten will,  wie Journalist Greenwald – hat einfach Pech gehabt. Zensur findet natürlich weiterhin keine statt, aber vorsicht: Wer bei Demos ein Grundgesetz hoch hält macht sich verdächtig und kann  verhaftet werden – als Querdenker.

Als Podcast auch auf KenFM

Desinformation über Desinformation

Diese Russen schon wieder. Von der Tatsache, dass sie sich beim Hantieren mit Novitschok etwas dilettantisch anstellen und die vermeintlichen Opfer (Skripals, Nawalny) das super-tödliche Nervengift allesamt überleben, sollte sich niemand täuschen oder gar in Sicherheit wiegen lassen. Bei derart unbedeutenden Figuren lassen die finsteren Schergen des Kreml gern mal Praktikanten ran, die dann halt mal ziemlich amateurhaft vorgehen. Wo’s aber drauf ankommt, wird hoch professionell und äußerst präzise gearbeitet und in bestimmten Bereichen – das geben selbst die schärfsten Kritiker zu – sind die Russen einfach Weltklasse. Die Rede ist natürlich von “Collusion”, von  “Meddling”, von  der Manipulation der us-amerikanischen Wahlen. Aktionen, die schon 2016 nur das bekannte Ergebnis – Trump – hinterlassen haben, aber keinerlei Spuren, Beweise oder gar konkret ermittelte Täter. So spurenlos arbeiten nur professionelle Geheimdienste und so kam es, dass der Chef der Firma “Crowdstrike”, die den Server in der  Zentrale der demokratischen Partei (DNC) untersucht hatte, zugeben mußte, keinerlei Belege dafür zu haben, wann und von wem die dort gespeicherten Daten eigentlich “gehackt” wurden. Dieses Geständnis unter Eid aus dem Dezember 2017 wurde erst im Mai 2020 bekannt, doch bis dahin hatten sich die “russischen Hacker” schon tief in das kollektive Gedächtnis eingegraben und der Glaube an ihre unsichtbare Macht quasi-religöse Züge angenommen. Seitdem laufen den meisten Konsumenten der US-Medien schon Schauer über den Rücken, wenn Worte wie “Russland”, oder “Kreml” fallen. Fakten,  Beweise,  Wissen braucht es nicht mehr,  um den Glauben an den Hort alles Bösen zu festigen.

Deshalb wundert es auch kaum jemanden mehr, dass es dem ultrabösen Herrscher dieses Reichs jetzt auch gelungen ist, auch den Direktor des Nationalen Geheimdiensts und Chef aller Geheimdienste der Vereinigten Staaten unter seine Kandarre zu bringen. Anders läßt sich das Schreiben nicht erklären, das er unlängst an den Senat sandte und nach dem die „Russiagate“- Vorwürfe gegen Trump eine Erfindung des Clinton-Lagers gewesen sein sollen, von der die US-Geheimdienste aber bereits wussten, bevor das haltlose „Steele-Dossier“ über Trumps angebliche Untaten in Moskau bekannt wurde und FBI-Ermittlungen in Gang setzten. Dass der oberste US-Geheimdienstler so etwas behauptet – und damit den  fatalen Treppenwitz des gesamten Russiagate-Fakes bestätigt – trägt eindeutig die Handschrift Putins. Wer sonst könnte auf die Idee kommen, der heiligen Hillary diese gigantische Lüge zu unterstellen, nur um von den peinlichen Email-Leaks auf ihrem privaten Server und dem Betrug an ihrem Konkurrenten Bernie Sanders abzulenken.

Damit jetzt wieder mitten im Wahlkampf ein weiteres ultra-peinliches Email-Leak auftauchen konnte, mußte der Ultraböse zuvor das bekannte Boulevardblatt “New York Post” unter seine Klauen bekommen, das dann auch prompt und ausführlich über das Laptop von Hunter Biden berichtete. Der mißratene Sohn hatte einen zur Reparatur gegebenen Computer nicht mehr abgeholt und als dem Reparateur bei der Sichtung dann merkwürdige emails auffielen – um ein Treffen mit dem Vater zu arrangieren hatte Herr Sohn eine Erhöhung seines arbeitsfreien Monatsgehalts bei dem ukrainischen Ölkonzern Burisma von 80.000 auf 250.000 gefordert – ging er damit zum FBI. Nachdem man dort aber kein Interesse zeigte – derlei “pay for play”-Arrangements sind nicht illegal, bei Außenministerin Hillary mußten Staatschefs für ein wohlwollendes Meeting in die Clinton-Stiftung einzahlen – wandte sich der Computermann mit seinem Fund an Trumps Anwalt Rudy Giuliani, der ihn dann wahltermingerecht an die”New York Post” gab und noch weiter nachlegt. Mit auf der Festplatte gefundenen Hinweisen auf  große Korruptionssummen nicht nur aus der Ukraine, sondern auch aus China , sowie Fotos von angeblich minderjährigen Mädchen samt einer Gerichtsvorladung in diesem Zusammenhang.

Man könnte das als im Wahlkampf übliche Schmutzkampagne einfach abtun, äußerst interessant und fragwürdig  ist aber die Berichterstattung darüber. Die Verbreitung des ersten großen Artikel der New York Post wurde nämlich von Twitter und Facebook verhindert und von der “New York Times” und den gesamten “liberalen” Medien komplett ignoriert –  und als “russische Desinformation” abgetan. Die erste und selbstverständliche journalistische Frage, ob die kompromitierenden emails echt und Inhalte manipuliert worden sind, wurde nicht gestellt. Da auch nach einer Woche weder Joe noch Hunter Biden die Mails  bestritten haben ist davon auszugehen, dass sie echt sind. Doch die sich anschließende ebenso selbstverständliche journalistische Frage zu ihren Inhalten und deren Relevanz wurde dann auch nicht gestellt, sondern soll unter dem Mantel des Bösen ( “Kreml” ! “Russland”! “Desinformation!”) stillschweigend begraben werden. Während Kandidat Biden nur weiter steif und fest behauptet , dass sein Sohn bei seinen Geschäften niemals von seinem Namen profitiert habe – auch wenn das Gegenteil längst dokumentiert ist. Aber kein Thema. Wenn man sich kurz den umgekehrten Fall vorstellt welche Hölle losgebrochen wäre, wenn  über jemanden aus Trumps Familie solches Material auftaucht,  kann man das journalistische Beschweigen eines offenbar ziemlich korrupten Präsidentschaftskandidaten nur als grandiose Bestätigung für das ständige Lamentieren Trumps über Fake News sehen. Informationen zu unterschlagen indem man sie als Desinformation deklariert ist nichts anderes als Desinformation AKA Zensur.

Gore Vidals alter Erkenntnis vom “Einparteien-System mit zwei rechten Flügeln” kann jedenfalls mit der Casa Biden als weiteres Fallbeispiel hinzugefügt  werden:  “…und einer ist so korrupt wie der andere” . Und die Opposition der Demokraten, die außer “Never Trump!” kein Argument hat und deshalb keine ist,  diese Pseudo-Opposition also – die ihn fröhlich machen lies und nur blockierte, wenn er Soldaten heim holen wollte –  stellt einen noch schlechteren Kandidaten als Hillary Clinton auf und hat auch schon den Schuldigen in petto, wenn er versagt: Russland! Anders als der sympathische Friedhofsnobelpreisträger Obama hat der unsympathische Trump noch keinen Krieg angezettelt und weitaus weniger Menschenleben auf dem Gewissen als sein Vorgänger – aber darum geht’s. Und deshalb wird  Joe Biden AKA “Kid Senile” vom MICIMAT – dem “Military-Industrial-Congressional-Intelligence-Media-Academia-Think-Tank”- gepusht bis zum Abwinken. Und zum Absinken unter minimale journalistische Standards und zur Anwendung von Zensur. Dasselbe “shadow banning” durch die großen Social-Media-Provider, das auch Craig Murray  bei seiner Berichterstattung über den Verlauf des Verfahrens gegen Julian Assange erfahren hat:

” Die Entwicklung des Social Media Gatekeeping im Internetverkehr ist eines der gesellschaftspolitischen Schlüsselthemen unserer Zeit. Wir brauchen die ursprünglichen Begründer des Internets, um mit Persönlichkeiten wie Richard Stallman und – ganz wichtig – Julian Assange zusammenzukommen und einen Weg zu finden, wie wir uns davon befreien können. Vor zehn Jahren hätte ich es nicht für eine Gefahr gehalten, dass das Internet zu einer Methode der politischen Kontrolle, nicht der politischen Freiheit wird. Jetzt befürchte ich, dass es zu spät ist, die Gefahr abzuwenden.”

 

Alexa, ich mach Schluß mit Dir!

Schnauze Alexa! Die Beziehung von Johannes Bröckers zum Logistik Giganten Amazon klang schon im letzten Jahr nicht mehr nach Flitterwochen. Jetzt legt er mit „Alexa ich mach Schluss mit Dir!“ noch mal nach. Und streitet sich mit seinem Bruder Mathias Bröckers, der sich immer noch von den Annehmlichkeite der Datenkrake Amazon einwickeln lässt. Aber wohl nicht mehr lange… Unser 3. Jahrtausend Spezial zur Buchmesse. Buch von Johannes Bröckers: Alexa, ich mach Schluss mit dir! Nichts wie raus aus der Amazon-Beziehungsfalle.