JFK vor Gericht

Im letzten Jahr habe ich mich durch mindestens 10.000 Seiten zu einem Fall gekämpft, den viele entweder für erledigt oder für aussichtslos halten: den Mord an John F. Kennedy. Es gibt nach dem 2. Weltkrieg wohl kaum ein Ereignis der Zeitgeschichte, das mehr Aufmerksamkeit erfahren hat als die Schüsse auf den 35. Präsidenten der USA am 22.11.1963 , es gibt Autoren, Wissenschaftler und Forscher die sich seit 50 Jahren damit befassen, und doch ist der Fall nach wie vor ungelöst. Trotz Tausenden von Büchern und Dokumentationen mit  Dutzenden verschiedener und sich widersprechender Hypothesen und Theorien. Dass ich mich dennoch entschlossen habe, den Kampf mit den Windmühlenflügeln dieses Labyrinths aufzunehmen und mein nächstes Buch darüber zu schreiben, hat vor allem zwei Gründe. Zum einen ist in den letzten Jahren einiges an Fakten an die Öffentlichkeit gekommen,  die ein wenig mehr Licht auf Dinge werfen, über die bis dahin nur spekuliert werden konnte; und zum anderen ist dieses historische Ereignis auch heute noch relevant, denn mit der Ermordung JFKs – und der seines Bruders und Martin Luther Kings – hat sich die Politik der Vereinigten Staaten dramatisch verändert und die Folgen sind bis heute spürbar.

Wäre der Mord an JFK tatsächlich allein von Lee Harvey Oswald verübt worden, wäre er ordentlich ermittelt und längst geklärt – so aber  sind tausende von Dokumenten und Akten immer noch gesperrt und die US-Regierung und die Geheimdienste verweigern bis heute ihre Herausgabe – aus Gründen der “nationalen Sicherheit”. Oder, wie es jetzt ein Generalstaatsanwalt beschied,  weil “keine vitalen öffentlichen Entscheidungen” davon abhängen. Der Journalist und Autor Jefferson Morley klagt seit Jahren gegen die CIA um die Herausgabe von Akten über ihren einstigen Agenten und Chef der psychologischen Kriegsführung der Station Miami, George Joannides, der Anfang der 1960er Jahre einige Anti-Castro-Gruppen steuerte, die sich mit der völlig unbedeutenden Ein-Mann-Zelle “Fair Play For Cuba” in New Orleans anlegten, die nur aus Lee Harvey Oswald bestand. Und die nach dem Mord an JFK zu denen gehörten, die Oswald umgehend als einen Pro-Castro-Kommunisten darstellten, was er mit ziemlicher Sicherheit niemals war, was aber perfekt ins Bild des verrückten, kommunistischen Einzeltäters paßte. Kommende Woche entscheidet ein Federal CourtJefferson Morleys Klage über die Herausgabe von 30 bis 50 Jahre alten CIA-Akten – und man darf gespannt sein. Eine Smoking Gun wird dabei – wie bei allen anderen seit Jahrzehnten gesperrten Akten – selbstverständlich nicht herauskommen, aber vermutlich ein weiterer Puzzlestein, der dazu beiträgt, die Wahrheit über diesen Mord ans Licht zu bringen. Oder sie, im negative Falle, weiter verdunkelt, was die ohnehin höchst unwahrscheinliche These eines verrückten Einzeltäters noch absurder macht als sie seit langem schon ist und von Beginn an war.

25 Comments

  1. Lieber Herr Broeckers,
    ich freue mich ueber Ihre Ankuendigung, ein Buch ueber JFK zu schreiben und moechte Ihnen dazu gratulieren. Sie haben eben ein untruegliches Gespuer fuer die Themen, die unsere Gesellschaft vielleicht doch noch irgendwann veraendern werden. Ich habe mich in den letzten Tagen auch ein bisschen mit JFK beschaeftigt, nachdem ich am Wochenende im Fernsehen an dem Oliver Stone-Film haengengeblieben bin und in mir der ganze Aerger ueber dieses duestere Kapitel der Weltgeschichte hochkam. Ihre Arbeit ist wirklich sehr wichtig – viel Erfolg damit.

     
  2. Fußnote Nr. 18 auf S. 293 des enorm aufschlussreichen Buches Der Untergang des Dollar-Imperiums/ Die verborgene Geschichte des Geldes und die geheime Macht des Money Trusts von Politik- und Wirtschaftswissenschaftler F. William Engdahl (1. Aufl. 2009: Kopp, Rottenburg) präsentiert folgenden, hier vollständig zitierten Hinweis:
    “Wim Dankbaar, Files on JFK: Interviews with confessed assassin James E. Files, Trafford Publishing, Victoria BC, Kanada, 2005, S. 43-108. Files, der in einem Bundesgefängnis in Joliet im US-Bundesstaat Illinois einsaß, hatte ausgesagt (und diese Aussage war protokolliert worden), er habe zu einem “Killer-Team” der CIA gehört, das unter der Leitung des CIA-Beamten David Atlee Phillips stand. Ziel der Mission sei es gewesen, JFK zu ermorden und Lee Harvey Oswald als schuldigen ‘Einzeltäter’ zu präsentieren.”

     
  3. Sehr gutes Thema. Bin schon jetzt gespannt auf das Buch. Zu 9/11 waren Sie der erste und lange einzige, der auf die Desinformationen des Mainstreams aufmerksam gemacht hat – und da die zum 50. Jahrestag der Ermordung sicher wieder reichlich kommen wird das wieder dringend nötig sein. Dass Sie wieder als “Verschwörungstheoretiker” gebasht werden – ganz egal was Sie schreiben – ist ja klar, aber in Sachen JFK sind Sie da auf der sicheren Seite. Gutes Gelingen!
    Tom

     
  4. “Werbung in eigener Sache”?
    Hoffentlich wird Herr Bröckers auch den Zusammenhang mit der Versprechung Kennedys auf dem Mond vor den Russen zu landen und den Ereignissen im Apollo-Programm nach seinem Tod aufklären können. Warum z.B. dann der Auftrag zum Nähen des Weltraum-Anzugs an eine Firma vergeben wurde, die lediglich Erfahrung im Nähen von stützenden Büstenhaltern hatte. Zum Thema JFK läßt sich nichts neues sagen, außer, daß man sich darüber einig ist, daß es anders abgelaufen ist. Die relevanten Akten bleiben unter Verschluß. Also sie werden nicht vernichtet, aber auch nicht zur Verfügung gestellt. Warum wohl? Warum gibt es überhaupt Akten unter Verschluß in einer Demokratie?

     
  5. @Miller: Zu den Mondsüchtigen und ihrem Roten Hering läßt sich erst recht nichts Neues sagen, mein Lieber.
    Was JFK betrifft sollte man seine Rede vom September 1963 beachten, in dem er für Weltraumprogramme eine Kooperation mit den Russen vorschlägt – und damit einen weiteren seiner Sargnägel produziert, denn das wollten seine Leute genausowenig wie einen Rückzug aus Vietnam, Verhandlungen mit Kuba und ein Ende des Kalten Kriegs.

    http://thisdayinalternatehistory.blogspot.de/2010/09/september-20-1963-kennedy-proposes-his.html

     
  6. Obi, selbstverständlich läßt sich zum Mond immer etwas sagen, zumal der Mond immer noch jeden Tag über uns hängt und darauf wartet endlich mal erobert zu werden. Nur heute schafft das niemand und das fast 50 Jahre nach dem wir den Mond erobert haben? Wie viel Jahre müssen denn vergehen, bis das Lügenmärchen platzt? Was ist, wenn wir nach 100 Jahren, also gegen 2069 immer noch nicht in der Lage sind, auf dem Mond zu landen? Werden wir dann nostalgisch auf die alte Technik der 60-er mit den klobigen runden Monitoren, den Lämpchen statt Tastatur, den nicht vorhandenen Computern zurückblicken und uns sagen, wenn wir bloß diese alte Technik wieder hätten. Oder schaffen wir das wieder? In den 60-ern haben 8 Jahre gereicht, um “from scratch”, die notwendige Technik zu präsentieren und 6 mal hintereinander zum Mond zu fliegen. Wie lange soll’s heute dauern? 2009 hat NASA im LCROSS Projekt eine Rakete auf den Mond abstürzen lassen und das mit einem zweiten Gefährt beobachtet. Alles was sie da zustande brachten, waren einzelne Bilder der Mondoberfläche alle 2.5 Sekunden. So lange braucht nämlich der Funk von der Erde zum Mond und zurück. Die Übertragung hat hoch über der Mondoberfläche aufgehört, lange bevor der Beobachter abgestürzt ist. Mehr ist heute auch nicht drin. Ich bleibe dabei, noch nie ist es gelungen auf dem Mond zu landen, ob mit oder ohne Menschen.

     
  7. Glückwunsch Herr Broeckers,

    ich befasse mich seit 20 Jahren mit dem Fall und habe diverse Punkte auf meiner Webseite zusammengefasst – wurde aber seit Jahren nicht mehr aktualisiert. http://home.arcor.de/traumpaar99/Jack/start.html

    Vielleicht finden Sie dort noch was nettes. Dort findet sich auch eine Sammlung von Presseartikeln aus den 60ern.

    Gruß
    Marco

     
  8. Wenn die Kennedy-Boys keine Drecksäcke gewesen wären, hätte man sie auch nicht umgelegt, oder ? 🙂
    J F ( Fuck ) K…..hatte zumindest keine Hemmungen diesbezüglich, und für gehörnte Ehemänner war Dallas ein Segen, mit dem JFK seine Präsidentschaft im November 1963, aus ihrer Warte betrachtet, auch befriedigend abgeschloß.
    Auch Schwarzbrenner-Daddy Joe Kennedy hatte mehr Feinde als Freunde ( Keine bekannt )……und illegale Brenner und Importeure vom Bronfman/ Seagram-Wettbewerb hatten evt. mit dem irischen Clan auch noch eine Birne zu schälen…..Bröcki wird’s schon rausfinden…

     
  9. Wenn die Archive aufgehen–“Federal Court” wird da erheblich Druck machen–wird klar:

    Kennedy hat sich selber erschossen, weil er seine zänkische Ehefrau nicht ertragen konnte. Um vor der US-Nation nicht als Pantoffelheld dazustehen, hat er sein Ableben als politischen Mord getarnt. Immer noch am Besten zum Thema USA -Präsidenten — 44 davon 4 erschossen —
    William S. Burroughs
    Why I Stopped Wanting to be President (1975)
    http://www.youtube.com/watch?v=8m5ULpmkRrg

    Weitere Bücher harren ihrer Autoren—bitte unbedingt auch als Hörbuch- DVD- Blue-Ray—die landen dann druckfrisch direkt in der Oxfam-Wühlkiste
    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Attentate_auf_Präsidenten_der_Vereinigten_Staaten

     
  10. Warum wird in den Kommentaren die Executive-Order
    11110 im möglichen Zusammenhang mit dem Mord an JFK nicht berücksichtigt ?

     
  11. Vielleicht hatten Staatsmänner wie die Kennedys oder z.B. Dag Hammarskjöld, Aldo Moro, Olof Palme mehr miteinander gemeinsam, als dass sie ermordet wurden? Und falls ja, vielleicht findet sich dann auch ein gemeinsames Motiv?

    Täuscht der Eindruck, dass es meistens die “falschen” trifft?

     
  12. @ Stefan am 21.02.2013 um 12:19 Uhr

    darauf kannst du einen lassen.

    das gemeinsame motiv lautet gewaltsame geschichtsschreibung; das ziel derselben ist nichts geringeres als die weltregierung durch techniker der macht – die von dir erwähnten personen kamen denen mit etwas in die quere, das man vielleicht ganz schlicht als menschlichkeit bezeichnen könnte…

    @ Ibex am 21.02.2013 um 10:54 Uhr

    unter dem folgenden link gibt’s zu der von dir erwähnten Executive Order möglicherweise wissenswertes/kontroverses, das Mr. G. Edward Griffin herausgebracht hat bzw. herausgebracht zu haben glaubt; ein anderer historiker hingegen, F. William Engdahl, geht an einer stelle seines buches Der Untergang des Dollar-Imperiums von einem anderen narrativ aus bzw. belegt ein solches mit seinen ergebnissen – vive la difference:

    http://www.freedomforceinternational.org/freedomcontent.cfm?fuseaction=jfkmyth

     
  13. Auch nicht zu verachten: Wer hat ihm dieses Korsett verschrieben, wegen dem er senkrecht im Auto sass?

     
  14. @tom am 21.02.2013 um 18:07 Uhr
    Präsident Roosevelt (überlebte einen Putschversuch wie Ronald Reagan ) saß im Rollstuhl…..Präsident Truman war Hosenverkäufer, bevor er mit Atombomben um sich schmiss, und die Kennedy-Buben wurden vom fanatischen Machtwillen Ihres Vaters nach vorne getrieben, der die Show genau so wenig überblickte wie seine Boys…..Go to bed with the devil you have to fuck with him.

     
  15. Noch mehr “false flag” und “frame up”
    gibts bei Christian Heermann “Kein Anruf aus Sing Sing – Große Fälle des FBI” (1974).
    Der JFK-Mord ausführlich mit Hintermännern. Und noch dazu von einem ostzonalen Autor.
    Das Buch gibt’s nur noch antiquarisch…

     
  16. Übrigens, habt ihr schon von dem größten Mediengeheimnis unserer Zeit gehört? Island hat es geschafft, sich von dem Weltsystem abzuschotten! Sie haben ihre Regierung, die die Machenschaften der Weltfinanzoligarchie, die, genau so wie in Griechenland, zur Verarmung des islandschen Volkes führen sollten, gebilligt hat, zum Rücktritt gezwungen. Große Banken auf Island wurden nationalisiert und Bürger haben einstimmig entschieden, Staatszahlungsunfähigkeit zu melden. Es ging um Staatsverschuldung gegenüber Privatbanken in Großbritannien und Niederlanden. Es wurde eine Volksversammlung wegen einer neuen Verfassung einberufen. Und das alles haben sie auf friedlichem Wege zustande gebracht! Sie haben sich einfach dem Weltsystem widersetzt. Habt ihr was davon in Medien gelesen/gehört? Stellt euch vor, Ihr hättet es! 😀

     
  17. Und Ihre übernächste Arbeit, bitte, Herr Broeckers, über den Mord an John Lennon. Denn das ist mir auch nicht klar, wie es denn möglich ist, einen psychisch kranken Mörder so lange gefangen zu halten. Wohl nur, um jemanden (zB. Yoko Ono) das Maul zu stopfen. Ich glaube nämlich kaum, daß Lennon die Maria Sabina zwecks Privatkonzert besucht hat! Der Mann war einfach zu gefährlich.

     
  18. @Coco am 22.02.2013 um 18:08 Uhr
    Island hat nur Björk und heiße Geysire…
    Wen von der Banken-Mafia interessiert das ?
    Deutschland hat nur Heino und heiße Luft….ist aber hochinteressant, weil hier auf den Konten noch 7 Billionen Privatvermögen schlummern….die müssen noch weg

     
  19. @ roc am 23.02.2013 um 18:46 Uhr

    Ja, das kann blitzschnell über die Bühne gehen… wenn die richtigen Voraussetzungen auf personeller Ebene stimmen; und das betrifft nicht zuletzt höchste politische Positionen.

    ‘Ist jetzt – vielleicht nur scheinbar – ein bisschen OffTopic, aber für den Interessierten ziemlich sicher ein kleiner Thriller, der mir noch dazu wie geschaffen für so einen extra-kalten Winter-Sonntagvormittag vorkommt: Der notorische Lars Schall hat nicht locker gelassen und gerade einen gespickten Artikel über seine letzten Recherchen zum Insider-Trading rund um 9-11 veröffentlicht…
    http://www.larsschall.com/2013/02/23/re-deutsche-bank-alex-brown-and-911-insider-trading/

     
  20. Da coco und roc von der Bankenmafia gesprochen haben: Unsere Politiker in Deutschland treffen sich regelmäßig mit Goldmann Sachs, um dessen Befehle entgegenzunehmen.
    So habe ich am Freitag gelesen, daß Mitglieder der Regierungskoalition seit Ende Oktober 2009 mindestens 48 Termine mit dem Vertreter von Goldmann Sachs, Herrn Christoph Brand, hatten. Besonders tat sich dabei der CDU-Staatsminister im Kanzleramt, Eckart von Klaeden, hervor, der sich mit Brand allein 25 Mal traf, zum Teil monatlich. So wird unter der jetzigen Regierung schon nichts passieren, was den Interessen der Bankster zuwider läuft.

     
  21. Viel interessanter ist doch der Mord an RFK – dem Bruder von JFK. Das war definitiv ne Verschwörung. Der Pathologe sagt, die Schüsse kamen von hinten rechts – der Schütze stand vor RFK. Ein Band mit den Geräuschen des Attentats tauchte vor ein paar Jahren auf. Ergebnis: 13 Schüsse. Der Attentäter hatte eine Pistole mit 8 Schuss!

    Mein Tipp: JFK lassen und RFK machen!

     

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