Wo sind alle die Fliegen hin ?

Unlängst fuhren mein Bruder und  ich mit dem Auto bei hochsommerlichem Wetter von Frankfurt am Main  nach Bad Godesberg am Rhein. Auf dem Hinweg hatten wir die Autobahn genommen und waren in kaum zwei Stunden da,  auf dem Rückweg  fuhren wir gemütlich die Landstraßen am Rhein entlang  und nur das letzte Stück auf der Autobahn. Bei der Ankunft zeigte ich auf die Windschutzscheibe: “Fällt dir was auf ?” fragte ich. “Erinnerst du dich, wie wir früher im Sommer bei jedem Stopp die Scheibe sauber machen mußten, weil sie voll war mit den Resten von Insekten. Die harten Schwämme dafür gab es an jeder Tankstelle.” Mein Bruder nickte.  Die Scheibe war bis auf drei oder vier winzige schwarze Punkte, die vielleicht einmal Fruchtfliegen gewesen waren, absolut sauber – nach 400 Kilometern, ohne dass wir ein einziges Mal den Scheibenwischer bedient hatten. Mir war das Fehlen von Insektenleichen auf der Windschutzscheibe schon aufgefallen, als ich ein paar Wochen zuvor im Umland von Berlin unterwegs war, ebenfalls bei herrlichem Sommerwetter – und jetzt bei der Fahrt am Rhein, durch den Westerwald und den Taunus dasselbe. Wo sind  all die Fliegen, Mücken, Schnaken, Wespen, Hummeln, Käfer geblieben ? Ich wußte zwar, dass  ein großes Bienensterben im Gange ist, aber dass  diese Vernichtung offenbar auch alle die anderen Insekten betrifft, die seit Jahrzehnten an Windschutzscheiben verunfallten,  war mir neu.
Als ich dann die FAZ-Meldung las ” Schleichende Katatstrophe: Bis zu 80% weniger Insekten in Deutschland” fand ich zwar meine Befürchtungen bestätigt – denn nach den Insekten sterben auch die Vögel und damit wären wir einmal mehr bei Rachel Carsons “Silent Spring”, dem Buch das 1962 erstmals auf die katastrophalen Folgen von DDT und anderen Pestiziden aufmerksam machte –  doch wurde dann gleich wieder beruhigt: “Deutsche Leitmedien fallen auf weitgehend grundlagenlose Wahlkampfbehauptung der Grünen herein” schrieb Telepolis und behauptete, dass die Zahl von 80% weniger Insekten zweifelhaft sei, weil ihre keine bundesweite Studie zugrunde läge, sondern nur eine Erhebung von “Freizeitforschern” aus dem Krefelder Raum.
Tatsächlich hatte es deren Forschung, die seit Jahrzehnten die Insektenbestände ermittelt,  im Mai 2017 in das renommierte Fachblatt “Science” gebracht, dem sich nur schwerlich “Wahlkampfbehauptungen” nachsagen lassen. Doch das wird in dem Telepolis-Artikel nicht erwähnt. Stattdessen wird ein “Agrarbiologe” zitiert, der die makellosen Windschutzscheiben im Sommer mit der “besseren Aerodynamik” heutiger Autos erklärt. Ja sauber. Ein  zehn Jahrer alte VW Golf ist also so viel aerodynamischer als seine Vorgänger, dass er keiner Fliege mehr etwas zu Leide tut – das ist in  Zeiten des Dieselbetrugs ja endlich mal eine positive Nachricht! Ich halte sie aber für Fake News, denn die Ergebnisse meiner Freizeitforschung im Rheinhessischen und Brandenburgischen sprechen eine eindeutige Sprache – und die hat mit Sicherheit sehr wenig mit “Aerodynamik” und sehr viel mit “Terrakontamination” zu tun.

18 Comments

  1. ihre Beobachtung ist richtig, Herr Broeckers.
    Kannte ich auch von früher, ab und zu mal anhalten und die Windschutzscheibe säubern. Dazu gab es an Tankstellen extra einen Schwamm.

    “Stattdessen wird ein “Agrarbiologe” zitiert, der die makellosen Windschutzscheiben im Sommer mit der “besseren Aerodynamik” heutiger Autos erklärt. Ja sauber.”

    Diese bezahlten Deppen kann keiner ernst nehmen.

    Seit 2 Jahren bin ich Mitglied bei einer “Solawi”. Wir haben extra einen Blühstreifen für Bienen usw. angelegt. Und ich kann sagen, aus der Beobachtung heraus, da tut sich was.

    Ein befreundeter Jäger erzählte mir, dass es inzwischen kaum noch Hasen oder Rebhühner gibt. Aufgrund der Agrar-Industrie.

    Die Anbauflächen für Obst und Gemüse werden nur noch mit Chemie behandelt und die Maschinen leisten ihr Übriges. Alles ist nur noch tot. Wenn ich mir vorstelle, dass viele Menschen diese Produkte auch noch essen, da wird mir ganz schlecht. Diese Gifte müssen vom Körper verarbeitet werden. Was dieser letztendlich nicht mehr kann und antwortet mit Krankheiten darauf.

    Leider sind viele Menschen so gepohlt, dass sie nur noch “billige Füllstoffe” einkaufen. Was sie jetzt an Geld sparen, brauchen sie später für die Apotheke.

    Beschäftige mich schon viele Jahre mit verschiedenen Themen, die uns alle betreffen. Meine Erkenntnis – nicht auf die Entscheidung aus der Politik warten, sondern selbst was unternehmen.

    Den Plunder einfach nicht mehr konsumieren. Dem System soviel wie möglich entziehen.
    Wer sich interessiert einfach mal Solawi in die Suchmaschine eingeben.

     
  2. Stationäre Beobachtung aus dem Taunus, ca. 12km nördlich von Limburg/Lahn:
    Da mir die seit einigen Jahren angebrachten Fliegengitter aus Baumwolle (Fehlkauf – die gibt’s auch aus GFK, hält ewig) der biologischen Abbaubarkeit zum Opfer gefallen sind, habe ich die einfach mal entsorgt.
    Wir schreiben das Jahr 2017, Ende Juli, und ich habe nicht einen einzigen Mückenstich.
    Vor ein paar Jahren gab es noch jede Menge Mücken, “Bremme” (k.a. wie das auf Hochdeutsch heißt – diese fiesen fetten Biester, die sogar durch eine Jeans..)
    Auch Bienen, Hummeln, Wespen, Hornissen (sehr sympathisch, Hornissen fressen u.A. auch Mücken und nervige Wespen, das sind Raubinsekten), alle kaum noch feststellbar.
    Aber das ist auch nur ein lokaler Bericht meiner Beobachtungen, und möglicherweise nicht von Belang.

     
  3. Der unsägliche Telepolis-Artikel kriegt in den Kommentaren ja zurecht jede Menge Prügel. Das Windschutzscheiben-Phänomen ist ein interessantes Diagnosemittel, da ich mittlerweile sehr wenig Auto fahre, kann ich dazu aber nichts sagen.

    Möchte aber trotzdem etwas Optimismus in die Diskussion injizieren. Ich lebe direkt am Naturschutzgebiet, ein Wald mit eingelagerten Gewässern und Feuchtgebieten und bin auch beruflich auf die Bestäubung meiner Tomaten durch Hummeln angewiesen. Hier scheint die Insektenwelt noch in Ordnung zu sein, habe dieses Jahr seit langem mal wieder einen Schwalbenschwanz gesehen und erstmals eine grosse Wildbiene, die ich noch gar nicht kannte. Es gibt auch reichlich Singvogelarten, Amphibien und Eidechsen. Der Insektenschwund scheint also reversibel zu sein, wenn denn die Landwirtschaft ihren Giftgebrauch irgendwann mal einschränkt und mehr Feuchtgebiete u.ä. eingerichtet werden. Beunruhigender finde ich das Amphibiensterben, denn diese Viecher sind mit Sicherheit nicht so anpassungsfähig wie Insekten.

     
  4. Zum Thema Auto und Insektenleichen kann ich derzeit leider nichts beitragen, weil isch gar kein Auto abe. Aber an die stark verdreckten Scheiben und an das Putzen, vor allem im Sommerhalbjahr, kann ich mich auch noch erinnern (80er, 90er).

    Die Landwirtschaft(sindustrie) begreift wohl allmählich dass sie auf dem Holzweg ist bzw. durch viel freundliche Überredungen und noch mehr Geld (Dank EU) dahin geleitet wurde, auch durch “Wissenschaftler”.

    Es findet wohl langsam ein Umdenken statt, was zum einen wohl an den schlechten Ergebnissen der grünen “Revolution” liegt und zum anderen an den äußerst positiven Berichten über und von Bio-Landwirten (Gabe Brown, Friedrich Wenz, Josef Braun etc.).

    In einem Selbstversorger-Forum fand ich dazu auch diese interessanten Zitate:

    Bienensterben

    Buchkammer am Di 27. Jun 2017, 15:32
    Es gibt sie [Blühstreifen] wieder. 🙂 Mindestens 2 Felder in der näheren Umgebung hier sind mit meterbreiten Blühstreifen am Rand versehen. Gibt es da eigentlich Subventionen für, wenn der Landwirt Blühstreifen an die Felder sät oder ist gar ein Umdenken bei manch einem Landwirt zu erkennen?

    Oelkanne am Di 27. Jun 2017, 15:42
    Ja, es gibt teilweise Fördergelder dafür.
    Einerseits muss der Landwirt 5% seiner Fläche als sog. ÖVF (Ökologische-Vorrang-Fläche) einrichten,
    z.B. Blühstreifen, Zwischenfrüchte (hier 15% der Gesammtläche) oder Brachen.
    Andererseits gibt es in manchen Bundesländern extra Förderprogramme für Blühstreifen, Hamsterschutzstreifen usw.
    Zusätzlich gilt in Niedersachsen und Baden-Würtemberg an allen Bächen ein Mindestabstand von 5m auf dem keine Dünung und kein Pflanzenschutz gemacht werden darf, meist werden diese Streifen freiwillig mit Blumen eingesät, da sie sonst stark verunkrauten.
    https://www.selbstvers.org/forum/viewtopic.php?f=69&t=15571&hilit=bl%C3%BChstreifen&start=180

    Noch ein Hinweis auf eine froh machende Erkenntnis:
    Ab 09:50 erklärt Gabe, dass seine Regenwürmer, die er inzwischen zahlreich hat, von ganz alleine kamen (auf seine früher jahrelang konventionell bearbeiteten Felder, die zudem ringsum von konventionell bearbeiteten Feldern umgeben sind:

    Gabe Brown: Keys to building a healthy soil (59min)
    https://youtu.be/9yPjoh9YJMk

     
  5. Da viele Menschen trotz 40-Stunden-Wochen oder auch mehr gerade so viel verdienen, dass es zum Leben für sich und die Familie reicht, bleibt dann oft nichts anderes übrig als zum Discounter zu gehen. Wenn die Leute allerdings wüssten, dass sie in Bezug auf den Nähr- und Mineralstoffgehalt im Verhältnis zum Preis über den Tisch gezogen werden (Suchworte: “nutrient density” decreasing food), würden sich viele doch anders verhalten. Aber die Leute haben meistens keine Zeit oder auch nicht die Ausbildung, um sich da wirklich gut informieren zu können.

    Hier ist ein Bericht über einen Vortrag einer promovierten Agrarwissenschaftlerin über das Problem des stark(!) gesunkenen Minerhalgehalts unserer “normalen” Lebensmittel:

    Obst- und Gartenbauverein Nauheim e.V. [Nauheim bei Groß-Gerau]
    Das Geheimnis fruchtbarer Böden” – Den Boden beleben mit Flüssigkompost
    Vortrag von Frau Dr. Ingrid Hörner
    http://www.ogv-nauheim.de/seite2014.htm

    Das mit dem gesunkenen Mineralgehalt ist laut dem Verleumdungsportal Psiram.com übrigens eine Verschwörungstheorie zu Gunsten der übermächtigen Nahrungsergänzungsmittelindustrie. Das ist doch glaube ich die Industrie, die die ganzen Foltergefängnisse und Bombengeschwader unterhält, oder?

    @waldbaer
    Ich kenne die Viecher unter dem Namen Bremsen (Südbaden). Gegoogelt habe ich die Überfamilie der Tabanidae, eine Unterart der Fliegen. Mir scheint die fallen einen dann vor allem an, wenn man (stark) schwitzt. In der Vulkaneifel mit ihrem hügeligen Gelände gibt es leider noch jede Menge davon.

     
  6. Kann diesen Schwund aus eigener subjektiver Beobachtung vollauf bestätigen und wäre darüber – sollte er objektiv stattfinden – betrübt und bestürzt. Ein weiteres Indiz für die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen und die Vergiftung des Planeten.

    Allerdings: Ich kann die Skepsis verstehen, wenn so eine Meldung zu Wahlkampfzeiten von einer Mainstreampartei wie den GRÜNEN kommt. Glaube schon lange nicht mehr, dass dies eine ehrliche Umweltschutzpartei ist. Die Grünen fallen mir vor allem durch Bellizismus, Russlandhetze, unreflektierten Transatlantizismus, einen Hang zu Verboten, Klientelpolitik und übersteigertem Moralismus auf.

    Es ist schlimm, wenn dramatische Entwicklungen vom Volk deshalb ignoriert werden, weil diejenigen, die sie verkünden – Mainstreamparteien – über die Jahre jegliche Glaubwürdigkeit verspielt haben. Aber wer einmal lügt…

     
  7. Als ich am letzen Wochenende im Garten was gemacht habe, war dort eine Mückenplage wie schon lange nicht mehr. So viele Mücken auf der Garagentür habe ich noch nie gesehen. Hummeln habe ich auch gesehen aber keinen Bienen mehr. Ich habe in letzte Zeit recht oft tote Bienen und Hummeln gesehen, z.B. auf Fensterbänken.

     
  8. Vor kurzem sprach ich mit einer Imkerin, die auf Dächern und Terrassen in Berlin Bienenstöcke betreut. Die neuen Populationen von “Stadtbienen” haben die Vernichtung der “Landbienen” teilweise aufgefangen – weil in den Städten kaum Pestizide zum Einsatz kommen leben sie trotz Abgasen und Smog gesünder als auf dem Land. Und ihr Honig hat weniger Schadstoffe als der aus der “Region”. Verkehrte Welt.
    Da das Phänomen “saubere Windschutzscheibe” ganz offensichtlich keine zufällige Anekdote ist, sondern überall in D vorzukommen scheint, sollten nicht nur wahlkämpfende Grüne sondern alle Parteien sofort für eine genauere Untersuchung und Ermittlung der Ursachen sorgen. Selbst wenn der Rückgang nicht 80 sondern nur 50% beträgt wäre das ein echter Grund zur Besorgnis.

     
  9. Hallo Mathias,
    meine Beobachtungen decken sich mit Deinen.
    Wer früher im Sommer ab 20.00 Uhr an den Bodensee kam, hat sich gewundert, warum bei schönstem Wetter keine Menschen draußen sitzen. Nach zahlreichen Schnakenstichen war die Antwort schnell gefunden Dieses Jahr haben wir hier abends in Uhldingen, zwischen See und 3 Weihern noch nicht einen Schnakenstich abbekommen. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum es immer weniger Fische im See gibt.
    Beste Grüße Bernhard

     
  10. Das Insektensterben habe ich schon vor 5Jahren beobachtet, doch damals fand man noch nicht einmal einen Grünen, der das glaubte. Aber als Motorradfahrer fällt das sofort auf. Heute sind wir schon ein Stück weiter,- Glyphosat im Urin. Damals hiessen die noch IG Farben, heute über nehmen sie Monsantos Erbe und rotten die gesamte Menschheit aus!

     
  11. Des Rätsels mögliche zwei Lösungen (aus meiner Sicht):

    Die hocken alle bei mir, in meinem biodynamischen Küchengarten (Zentralbayern). Gesundheitsbewusst, lebendig und sehr zahlreich.

    Das Verkehrsaufkommen (der “Individualverkehr” – ein herrliches Wort, wenn ich bei der Gelegenheit darauf aufmerksam machen darf) hat sich vervielfacht seit den zitierten Zeiten anno dazumal (obschon meine Kiste längst abgemeldet in der Garage steht), und die Insekten haben auch dazugelernt und geben nicht mehr so leicht das saftige Wilhelm-Busch- Kühler-/Windschutzscheiben-Flügelmassakerbildchen in Chitin wie ihre zerschellten Vorfahren…

    *aktuell jedenfalls reichlich zerstochen*
    -p-

     
  12. Ich kann das Insektensterben auch nur bestätigen. Ich leben auf dem Land in Norddeutschland. Früher hatte ich Probleme, die Fliegen aus meinem Schlafzimmer zu halten, trotz in der Regel geschlossener Türen. In der restlichen Wohnung waren selbstverständlich Fliegen.
    Seit zwei Jahren aber haben die Fliegen in der Wohnung Seltenheitswert.
    Und noch etwas: Ich habe im Garten Wein, den haben bis vor zwei Jahren zu 50% die Wespen aufgefressen. Letztes Jahr gab es keine nennenswerten Ernteausfälle, und wenn ich mir anschaue, wie viele Wespen ich dieses Jahr gesehen habe, gehe ich auch in diesem Jahr von einer vollständigen Weinernte aus.

    Beides eigentlich “positive” Beobachtungen, die mich aber gruseln lassen.

     
  13. Un noch etwas, was thematisch ebenfalls dazu passt:

    Im Juni 2017 durfte ich auf einer Veranstaltung des Umweltbundesamtes hören, dass es für den Bodenschutz und Grundwasserschutz nicht zum Besten stehe. Daher gäbe es dringenden Forschungsbedarf.

    Forschungsbedarf? Um zu wissen, dass es es bei diesen beiden eminent wichtigen Schutzgütern nicht gut aussieht, muss ich keine Millionen an überbezahlte Professoren mit ihren Instituten zahlen. Statt dessen reicht ein Blick nach draußen, ins wahre Leben. Oder wenigstens eines in die offiziellen Statistiken.

    Dann würde nämlich auch unseren Umweltschützern folgendes auffallen

    1. die bearbeiteten landwirtschaftlichen Flächen pro Hof werden immer größer. Während im Jahr 2000 noch pro Hof 36,3 ha bewirtschaftet wurden, waren es 2016 60,5 ha. In nur 16 Jahren also eine Steigerung um 67%.
    seit 1970 ergibt sich folgende Tendenz:
    1970: 11,1 ha pro Betrieb;
    1980: 14,6 ha pro Betrieb;
    1990: 17,7 ha pro Betrieb;
    2000: 36,3 ha pro Betrieb;
    2010: 55,8 ha pro Betrieb;
    2016: 60,5 ha pro Betrieb (alles offizielle Zahlen (destatis und BmEL))

    2. parallel steigt die Massentierhaltung. Hier sei nur die Entwicklung zwischen 2010 und 2016 betrachtet. Betriebe mit
    – Rinderhaltung hatten 2010 durchschnittlich 86 Rinder und 2016 102 (+18,5%)
    – Schweinehaltung hatten 2010 durchschnittlich 459 Schweine und 2016 694 (+51,2%)
    – Geflügelhaltung hatten 2010 durchschnittlich 2.131 Geflügel und 2016 3.662 (+71,8%).

    Und dies wohl bemerkt nur in den letzten 6 Jahren.

    3. Anbau von „Energiepflanzen“ (vor allem Mais). Hier gibt es mittlerweile auf gigantischen Flächen Mais-Monokultur – jedes Jahr wieder. Der Mais kommt in Biogasanlagen, die (stickstoffreichen) Reste werden zur „Düngung“ wieder ausgebracht. Und Dank der „Ökopartei“ Die Grünen zählten bis zu diesem Jahr die „Gärreste“ nicht zur Stickstoffbilanz für die Böden. Daraus folgte eine großflächige Verseuchung des Grundwassers mit Nitrat / Nitrit.

    Was sind die Folgen?
    1. Gigantischer Einsatz von Technik. Dies bedeutet zum einen einen erheblichen Kapitalaufwand. Oder, deutlicher: die Landwirte sind über beide Ohren verschuldet und arbeiten zu großen Teilen in einem schuldknechtschaftähnlichem Verhältnis.

    2. Der Landwirt hat immer weniger Zeit, weil er ja eine deutlich größere Fläche bewirtschaften und/oder deutlich mehr Tiere versorgen muss.
    Konsequenz: Ein maßvoller, individueller Einsatz von Dünger und / oder Pflanzenschutz ist nicht möglich.
    Konsequenz 2: Wenn Saatzeit ist, ist Saatzeit, wenn Erntezeit ist, ist Erntezeit. Auf das Wetter kann keine Rücksicht mehr genommen werden, so eng sind die Arbeiten getaktet. Dies hat zur Folge, dass die immer größeren und schwereren Trecker und weiteren Maschinen heute auch bei triefend nassen Böden „raus“ müssen. Die Folge sind Bodenverdichtungen, die sich gewaschen haben. Es sei jedem empfohlen, einmal zu schauen, wie viel in den nächsten Jahren an den Stellen noch wächst, an denen die Trecker auf einem Acker gewendet haben.
    Konsequenz 3: Wallhecken / Knicks, die sie vor allem in Norddeutschland gegen die Erosion durch Wind seit Generationen bewährt haben, müssen den größeren Flächen weichen. Die Folge: Erosion, Verlust an Bodenfruchtbarkeit, Verlust an Artenvielfalt.

    3. Besonders bei Betrieben mit Massentierhaltung haben die Landwirte überhaupt keine Zeit mehr, sich um die Tiere zu kümmern. Da ein massenhaftes Zusammenpferchen gleicher Tiere (neben ethischen Problemen) immer latent die Gefahr birgt, dass sich Krankheiten rasend schnell ausbreiten und da die Beobachtung einzelner Tiere schlicht unmöglich ist, muss der moderne Landwirt massenhaft Medikamente einsetzen. Da außerdem (wenigstens in Niedersachsen) vor ein paar Jahren die Amtstierärzte nicht mehr der Landeregierung / Bezirksregierung unterstellt, sind (wo sie einigermaßen objektiv und abseits des Landkreisgeküngels arbeiten konnten) sondern den Landkreisen, steht nun auch einem erweiterten Antibiotikaeinsatz nichts mehr im Wege. Was wir alle beobachten können.

    4. großflächige Verseuchung des Trinkwassers, durch „Gärreste“ der Biogasanlagen, aber vor allem durch die Ausscheidungsprodukte der Massentierhaltung (Gülle).

    Wenn ich mir nur die vier obigen, leicht zu ermittelnden Folgen und ihre Gründe anschaue, ist eindeutig nicht „fehlender Forschungsbedarf“ das Problem. Sondern die Landwirtschaftspolitik der Einheitspartei CDUCSUSPDGRÜNEAFDFDP und der EU-Kommission. Und solange sich daran nichts ändert, kann ich forschen, bis der Arzt kommt – nur ändern wird sich nichts.

     
  14. Es ist ja nicht nur die moderne Landwirtschaft am Artensterben beteiligt, sondern auch die Bodenversiegelung. Immer mehr Betonwände und Teerdecken. Windkraftgegner regen sich wegen ein paar Quadratmetern Beton auf, die pro Windkraftanlage nötig sind, aber nicht über die dutzenden von Hektar die durchschnittlich jeden Tag in Deutschland unter Beton und Teer verschwinden, geschweige denn über die Abbaggerung der Landschaften durch die Braunkohletagebaue. Mit dieser täglich verschwindenden Bodenfläche verlieren pro Tag etwa 200 Menschen, ein Dorf, die Möglichkeit sich selbst zu ernähren. In einem Monat ist das etwa eine Kleinstadt.

    Wenn in Großstädten 1000 Euro und mehr pro Quadratmeter(!) Bauland gezahlt werden, man aber einen Hektar auf dem flachen Land schon für 50 Euro pro Jahr (natürlich kein bester Boden und auch am Hang gelegen) pachten kann, ist klar wer am Ende das Rennen macht.
    Lebensmittel wachsen aber nicht hinter den Supermärkten und auch Kleidung bzw. die Fasern dafür fallen nicht vom Himmel.
    Das Problem der immer weiter fortschreitenden Bodenversiegelung ist in ganz Europa vorhanden. Polen hatte mit den Bauarbeiten (u.a. viele Kilometer Autobahnen) für die Fußball-Europameisterschaft 2012 in dieser Hinsicht einen großen Sprung nach “vorn” gemacht.

     
    1. “Die bitterböse Ponite fällt euch Autofahrern gar nicht auf, oder doch?”

      Touché. Es kann natürlich auch sein, dass allein aufgrund der gestiegenen Zahl an zugelassenen Kraftfahrzeugen (zusätzlich zur Bodenversiegelung) die Zahl der tötbaren Insekten pro Kraftfahrzeug sinkt und damit eben auch der Effekt der geringen Zahl von getöteten Insekten auf einer Windschutzscheibe sichtbar ist.

      Man könnte DIESES Problem des massenhaften Insektentods auf verschiedene Art und Weise lösen:
      1. Büroarbeiter arbeiten einfach ein oder zwei Tage von zu Hause aus. Wenn diverse deutsche Firmen ihre Software in Indien und anderswo entwickeln lassen, dann müsste es doch auch möglich sein Mitarbeiter mal zu Hause arbeiten zu lassen (Stichworte: VPN oder auch Videokonferenzen). Wer die geforderte Arbeitsleistung nicht bringt, hat ein Problem, egal ob er von zu Hause oder im Büro arbeitet. So hatte das die Firma Siemens mindestens Ende der 90er mit ihrem IT-Bereich (SBS – Siemens Business Services) praktiziert. Dieser IT-Bereich ist allerdings inzwischen aufgelöst worden – warum weiß ich nicht.
      2. Starke Förderung von Fahrgemeinschaften durch Bund, Länder oder auch Gemeinden
      3. Starke Förderung des ÖPNVs. Es geht auch zuschusslos, was mindestens schon einmal in einer deutschen Stadt unter Beweis gestellt wurde (u.a. mit der Verwaltung, die in zwei oder drei Containern direkt am Busbahnhof untergebracht wurde und wohl noch immer wird. Im Gegensatz zu beispielsweise dem Riesengebäude, das sich die Stuttgarter Straßenbahnen AG im Industriegebiet zwischen Stuttgart-Vaihingen und Stuttgart-Möhringen leistet ).

      Alle diese Maßnahmen würden sich nicht nur positiv auf den Insektenbestand auswirken, sondern noch auf viele andere Bereiche: Lärm, Verkehrsunfälle, Staus, Energieverbrauch, Abgase, Verletzte, Bodenversiegelung etc.

       
  15. Das Insektensterben kann ja nicht auch noch weggelogen werden. Ist klar, dass jeder das merkt. Es ist auch klar, dass es an den ganzen Giften liegt, die versprüht werden.
    Aber niemand hier hat die zusätzliche Besprühung am Himmel erwähnt. Diese dort regelmäßig aufgebrachten “Chemtrails “, bestehend aus Giften wie Aluminium, Barium und Polymere, Strontium in Nanogröße, rauben uns, den Tieren und den Pflanzen nicht nur das Sonnenlicht, sondern rieseln ja nach gewissen Zeiten auch vom Himmel auf uns alle herab. Ich kenne diese “karierten Himmel” hier in Deutschland seit 2002.

     

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