Massenintoxikation in München

Letztes Jahr schon einmal gepostet, aber man kann es eigentlich nicht oft genug lesen:

5272-DrugWarVor 15 Jahren, am 20.9.1997, berichteten Manfred Kriener und Walter Saller auf der Titelseite der “taz” über die Exzesse bei der “Massenintoxikation in München”, dem Oktoberfest. Vor zwei Jahren nahm ich ihren Bericht – zusammen mit einem  Report über eine Goa-Party – in mein Buch“Die Drogenlüge”  auf.  Hier aus aktuellem Anlass der wunderbare Text über die “weltweit größte Orgie mit Suchtmitteln”, die  gerade wieder in der bayerischen Landeshauptstadt tobt:

“Schwerste Exzesse von voraussichtlich mehr als sechs Millionen Drogengebrauchern werden beim heute beginnenden sogenannten Oktoberfest in München erwartet. 16 Tage und Nächte lang trifft sich auf der Theresienwiese eine internationale Drogenszene zur weltweit größten Orgie mit Suchtmitteln. Die Polizei rechnet mit täglich Zehntausenden von berauschten Probierenden und Dauerkonsumenten aller Altersstufen. Die Rettungsdienste halten rund um die Uhr ein massives Aufgebot an Hilfskräften in Bereitschaft. Allein das Bayerische Rote Kreuz (BRK) hat nach Auskunft von Sprecherin Helge Walz 73 Ärzte und 831 Sanitäter und Schwestern im Einsatz. In den Kliniken stehen Notfallbetten zur Behandlung akuter Intoxikationen, rauschbedingter Psychosen und Verletzungen bereit. Chillout- Räume mit „Ausnüchterungsliegen“ wurden beim „Schottenhammelzelt“ auf dem Festgelände eingerichtet. Die stark ritualisierte Drogenaufnahme der Abhängigen beginnt heute um 12 Uhr mit dem gewaltsamen Öffnen eines riesigen Holzzubers, in dem sich große Mengen der psychoaktiven Substanzen befinden. Unter Aufsagen kultischer Formeln („O`zapft is!“) beginnt der Missbrauch.
Als Location dienen vorübergehend installierte Zelte, in denen das Rauschgift aufgenommen wird. Zur Applikation werden gläserne Rundbehältnisse  benutzt, die exakt 1.000 Kubikzentimeter Flüssigkeit fassen –  „Maß“ genannt. In ihnen befindet sich das Rauschmittel: ein durch Vergärung von Gerste entstandenes, leicht bitter bis süßlich schmeckendes Substanzgemisch mit durchschnittlich 3,5 bis 6 Prozent Alkohol, dem pharmakologischen Hauptwirkstoff. Die Drogenaufnahme wird meist von dröhnenden Blechinstrumenten und Schlagwerken begleitet. Eigens von den Rauschgiftherstellern –„Brauereien“– engagierte Vorsänger stacheln den Konsum an: „Oans, zwoa, g`suffa!“ Auf Kommando werden die Glasbehältnisse kollektiv zum Mund geführt und die Drogen oral eingenommen. Der aktuelle Preis für 1.000 Gramm Flüssigdroge soll dieses Jahr bei 10,20 Mark bis 10,90 Mark liegen. Der Stoff wird meist von tief dekolletierten Frauen in sexuell aufreizender Tracht („Dirndl“) angeboten. Abgestellte Eichwächter des staatlichen Ordnungsamtes achten darauf, dass die Drogengebraucher nicht durch den Dealer „gelinkt“ werden. Stichprobenartig kontrollieren sie, ob sich in den Behältnissen die bezahlte Menge an Drogen befindet, und gewährleisten so eine standardisierte Rauschtiefe.
Schon wenige Minuten nach dem Missbrauch der suchterzeugenden Substanz kann eine Euphorie und Bewusstseinsveränderung beobachtet werden. Danach setzt ein Gefühl des Wohlbefindens, der Enthemmung und des verminderten Antriebes ein. Chronische Missbraucher sind an aufgedunsenen Gesichtern sowie der typischen kugelförmigen Ausstülpung im abdominalen Bereich mit der Ausbildung von Fettschürzen erkennbar. Weitere Symptome sind überlautes Sprechen und Singen, eine verschwommene, nicht selten repetitive Artikulation, ein unsicheres Gleichgewichtsgefühl und Störungen der Bewegungskoordination. Bei den häufig auftretenden, schweren Überdosierungen kommt es zu lähmenden Wirkungen auf das Zentralnervensystem. Entsprechend ist die Alkoholvergiftung durch eine schwere Bewusstseinstrübung und häufigen Übergang zur Schnappatmung gekennzeichnet. Der Tod tritt durch Atemlähmung ein. Im vergangenen Jahr mussten ambulante Mediziner auf der Theresienwiese nach BRK – Angaben 265 schwer Überdosierte notärztlich versorgen. 1996 hat allein in der Bundesrepublik das Rauschgift 40.000 Drogentote gefordert. Die Zahl der Abhängigen wird auf drei Millionen geschätzt.
Bei Ausschreitungen der Berauschten muß mit Toten und Schwerverletzten gerechnet werden. In den vergangenen beiden Jahren registrierte die Münchner Polizei in ihrer „Wiesnbilanz“, drei Todesfälle, 905 Körperverletzungen, 13.952 Verwarnungen. 1.121mal mussten die Beamten wegen Raufereien, Messerstechereien und anderen rauschbedingten Straftaten ausrücken. Besonders häufig schlagen die User mit ihren kaum geleerten Drogenbehältnissen aufeinander ein. 964 Maßkrüge wurden dabei sichergestellt. Bei mehr als 2.200 Einsätzen des Roten Kreuzes standen „chirurgische Weichteilverletzungen, Schnittwunden und Knochenbrüche“ im Vordergrund, so BRK- Wiesenexperte Volker Ruland. Die Beschaffungskriminalität ist groß: 490 Diebstähle und 22 Fälle von Raub wurden in den letzten beiden Jahren aktenkundig. Die von der bayerischen Landesregierung geförderte Massenintoxikation endet am Sonntag, 5. Oktober um 23.30 Uhr.”

Wahlium

21.09.13 13:30-Bildschirmkopie“Wenn Wahlen was ändern würden, wären sie längst verboten”, lautet eine alte Binsenweisheit, die freilich auch umgekehrt Geltung hat: “Wenn Nicht-Wählen etwas ändern würde, wäre es längst verboten.” Seit ich mit 18 zum ersten Mal zur Urne schreiten durfte, habe ich mich meistens zu einem faulen Kompromiss entschieden und eine Stimme abgegeben, einige Male aber auch im Sinne dieser Binsenweisheit darauf verzichtet. Morgen werde ich wieder wählen und habe es zumindest mit der Erststimme leicht, weil mit Christian Ströbele hier in Kreuzberg wieder ein Kandidat antritt, den ich seit über 30 Jahren gut kenne und für einen der wenigen nicht-korrupten Parlamentarier halte. Seine Partei aber wähle ich schon nicht mehr, seit die Grünen unter Jockel Fischer zu Oliv-Grünen mutiert sind und die Bundeswehr auf den Balkan schickten – Ströbele aber hat sich als einer der wenigen Grünen gegen sämtliche Kriegseinsätze eingesetzt und bekommt deshalb meine Stimme. Was die Zweitstimme betrifft, war ich unentschlossen und habe neulich den Wahloamat befragt, doch da landeten dann Mini-Parteien wie die “Violetten” oder Martin Sonneborns Spaßtruppe “Die Partei” fast gleichauf mit  den “Piraten” und den “Linken”, was also auch keine echte Entscheidungshilfe lieferte. Dann klingelte abends das Telefon und ein Umfrageinstitut war dran. Dem bekundete ich, noch zu den Unentschlossenen zu gehören – und morgen früh, wenn ich um die Ecke ins Wahllokal tapere, werde ich’s  vorher wohl noch auswürfeln. “Die Partei” macht ohne Frage die witzigste Wahlwerbung, die “Piraten” wären die Partei meines Herzens, wenn sie schon ein bißchen erwachsener wären, die Linkspartei absoluter Favorit, wenn es dort noch ein paar mehr Gregor Gysis und weniger dumpfe Kommunisten-Socken gäbe, selbst die FDP könnte ich wählen, wenn sie wirklich eine libertäre Partei und kein Lobbyverein für Monopol-Kapitalisten und manipulierte Finanzmärkte wäre. So aber fände ich es am Sonntag schon prima, wenn Stolpergeist Brüderlere und sein Verein, der immer “Leistung muß sich lohnen” tönt um sich dann mit Leihstimmen in den Bundestag zu schnorren, wie in Bayern bei 3% landen würde. Die Sozialdemokraten habe ich mal gewählt, als ihr Kandidat noch Willy Brandt hieß und stünde jetzt bei den Sozis ein Kandidat von willy-ähnlichem Kaliber zur Wahl, der eine echte Herausforderung für Merkel bedeutete, wäre auch die alte “Verräterpartei” SPD aus taktischen Gründen noch in meiner Zweitstimmen-Lotterie. Steinbrück aber geht nicht. Und die reaktionären “Eurokritiker”  von der AfD gehen selbstverständlich auch nicht… Hach, es ist schon ein Kreuz mit dem Kreuzchen. Mal schaun wie morgen die Würfel fallen…

JFK – Buchvorstellung und Diskussion

03.09.13 16:29-BildschirmkopieAm kommenden Montag werde ich in der Bayerischen Amerika-Akademie mein neues Buch über John F. Kennedy vorstellen und über die Thesen mit dem Historiker Dr. Andreas Etges, 2003 Autor einer Kennedy Biografie, sprechen. Der Eintritt ist frei – wer in München und Umgebung wohnt ist herzlich eingeladen.Von Lesern und Rezensenten des Buchs habe ich bisher erfreuliches Feedback erhalten und gehe davon aus, dass es eine interessante und  anregende Diskussion geben wird. Zumal alle Leser des Buchs festegestellt haben, dass hier kein dumpfe Verschwörungstheorie verzapft wird, wie es sachkundigen Autoren, die die offizielle Legende in Frage stellen, gerne und immer wieder vorgeworfen wird. Gerade mußte sich Oliver Stone, dessen JFK-Film nach wie vor empfehlenswert ist, wieder so etwas anhören und hat in der Chicago Tribune kurz und treffend darauf reagiert.

JFK – “Executive Action”

15.09.13 08:39-BildschirmkopieZum Jahrestag der Ermordung John F. Kennedys läuft die Bildermaschine Hollywood auf Hochtouren, in den nächsten Wochen kommen in den USA (und danach auch hier)  zahlreiche Filme in die Kinos – und wenig überraschend reproduzieren die meisten die offizielle Legende des verwirrten Einzeltäters Lee Harvey Oswald.  Tom Hanks hat “Parkland” produziert, über die Notfallmedizin im Parkland-Hospital in Dallas, der Moderator Bill O’Reilly hat seinen ebenso miserablen wie millionenfach verkauften Bestseller  “Killing Kennedy”  beim  National Geographic als Drehbuch untergebracht und Steven Spielberg hat mit “Letters to Jackie” ein TV-Drama produziert, das den politischen Mord auf eine schnulzige Familientragödie reduziert. Leonardo di Caprio firmiert als Produzent und Darsteller in “Legacy Of Secracy” , der die zweite quasi-offizielle Legende – “Die Mafia war’s!” – reproduziert. Wie freilich die Mobster dafür sorgen konnten, etwa die Autopsie,-und Röntgenaufnahmen JFKs zu manipulieren oder seit 50 Jahren die Freigabe von CIA-Akten durchzusetzen wird auch der schöne Leonardo  nicht erklären, weshalb man sich auch diesen Film wahrscheinlich sparen kann – und die zuvor genannten mit Sicherheit. Um aber Kinofreunden nicht alles mies zu machen, zeigen wir im Sonntagskino heute einen JFK-Film, der schon 1973 gedreht wurde, aber nach zwei Wochen wieder aus den Kinos verschwand.  Nicht weil er schlecht gemacht  oder gar schlecht besetzt war – mit Burt Lancaster spielt ein veritabler Star eine Hauptrolle – sondern weil er (20 Jahre bevor Oliver Stones nach wie vor sehr empfehlenswerter Film  “JFK”  in die Kinos kam) einen Hintergrund des  Präsidentenmords ins Bild setzt, der der Wahrheit sehr viel näher kommt als ein verrückter Einzelschütze  oder die Verschwörung einiger Mafia-Bosse: den militärisch-industriellen Komplex.

Hier – hat tip an Dude – gibts auch eine deutsche Fassung

 

Rethink 9/11 !

Als ich heute vor 12 Jahren einen kleinen Artikel über den Anschlag auf World Trade Center und Pentagon schrieb, hatte ich keinen Schimmer, dass daraus in den nächsten Wochen und Monaten eine 58-teilige Serie werden sollte, und im nächsten Frühjahr ein erstes Buch, dem 2003 und 2011 zwei weitere folgen würden. Vielmehr ging ich davon aus, dass die schon in den ersten Tagen offensichtlichen Ungereimtheiteiten – von dem fehlenden Wrack vor dem Pentagon, über die merkwürdigen Fundstücke in Attas Koffer, bis zu den gefälschten Identitäten der angeblichen Hijacker, von denen sich einige lebend gemeldet hatten – schnell aufgeklärt würden. Zumal außer dem FBI mit der größten Ermittlung aller Zeiten ja auch die Medien mit geballtem Investigativeinsatz an der Aufklärung dieses Massenmords und der Dingfestmachung der Täter und Hintermänner arbeiten würden. Schwerer Irrtum. Stattdessen etablierten Behörden und Medien das Märchen von Osama und den 19 Teppichmessern, denen es ohne fremde Hilfe aus einer afghanischen Höhle heraus gelang, die US-Luftwaffe stundenlang am Boden zu halten und mit zwei Flugzeugen drei Wolkenkratzer zu pulverisieren. Und die Untersuchungskommission zur Klärung der Ereignisse legte einen Abschlussbericht vor, der in keinem Punkt einer staatsanwaltlichen Prüfung standhält und von dem sich selbst die Kommissionsmitglieder distanzieren. Und so steht die “Terrorlüge”, die Ken Jebsen zum 10. Geburtstag so treffend würdigte, auch am 12. Jahrestag noch als Wahrheit im Lexikon und in den Zeitungen. Und das nicht, weil seitdem neue, harte Beweise für die Täterschaft Bin Ladens hinzugekommen wären, im Gegenteil, nicht nur die Stürmung der Terrorzentrale  im Mai 2011 und die Entsorgung des angeblichen Haupttäters im Seemansgrab, haben weitere Zweifel an der offiziellen Legende gesät, auch einige neuere Indizien – Paul Schreyer hat sie in einem zweiteiligen Artikel aktuell zusammengestellt – sprechen deutlich dafür, dass für die Ereignisse des 11.9.2001  nicht 19 “Hijacker” mit Teppichmessern  verantwortlich sein können. Wer war es dann ? Nur eine neue Untersuchung kann das klären. Auch wenn ich mir keine Illusionen mache, ein solche noch zu erleben – sie wieder und wieder zu fordern ist und bleibt erste Bürgerpflicht. Denn es geht dabei nicht nur um das, was an diesem Tag vor zwölf Jahren geschah, sondern auch darum, was seitdem mit dem Zauberwort “9/11” angerichtet wurde und wird – ein unter der Flagge eines permanenten “Krieg gegen den Terror” geführter Krieg gegen die Freiheit und die Demokratie.

19 andere Verdächtige – Abby Martin interviewt Kevin Ryan über sein neues, sehr lesenswertes Buch: “Another Nineteen – Investiagting Legitimate 9/11 Suspects”:

 

 

Viele neue Aspekte des Kennedy-Mordes – sehr lesenswert!

 

Broeckers_JFK_web-1

Am morgigen Dienstag stelle ich das Buch im taz-Cafe vor.  In der Schweizer Zeitschrift “Zeitpunkt” hat es der Herausgeber Christoph Pfluger ausführlich besprochen, hier ein Auszug daraus, und eine weitere “Fünf Sterne” – Rezension von S. Reifschneider ist heute bei Amazon erschienen, unter dem Titel “Viele neue Aspekte des Kennedy-Mordes – sehr lesenswert!”:

“Ein höchst aufschlussreiches Buch zur jüngeren Geschichte – die möglicherweise ganz anders verlaufen wäre, wenn, ja, wenn John und auch Robert Kennedy (und Martin Luther King, dem darin ebenfalls ein längerer Abschnitt gewidmet ist) lange genug gelebt hätten, um ihre Visionen einer gerechteren Welt umsetzen zu können. Es ist spannender geschrieben als die allermeisten Kriminalromane, die ich kenne – jedenfalls konnte ich es nicht weglegen, bis ich es durchgelesen hatte. Obwohl mich dieses Thema schon lange interessiert und ich auch etliche der im Literaturverzeichnis angeführten Bücher kenne, habe ich doch noch eine Menge hinzugelernt, wovon ich bislang keine Ahnung gehabt hatte.
Und wenn das auch, wohlgemerkt, in diesem Buch gar nicht zur Sprache kommt, frage ich mich nun unwillkürlich, ob die so auffallend zahlreichen weiteren Unfälle innerhalb der Kennedyfamilie (prominentes Beispiel: der Flugzeugabsturz des Kennedy-Sohns John F. jr. im Jahre 1999) überhaupt welche sind…
Gerade weil der Verfasser sich davor hütet, Theorien zu entwickeln (und gegebenenfalls plausible, aber unbewiesene Ansichten anderer Autoren ausdrücklich als solche kennzeichnet), reicht das, was übrig bleibt, durchaus noch, um einen das Gruseln zu lehren.
Ungemein interessant fand ich in diesem Zusammenhang übrigens auch den Exkurs zum Thema „Verschwörungstheorien“, mit dem getreu der CIA-„Operation Mockingbird“ seit 1967 die kritische Berichterstattung mutiger Journalisten von den Mainstream-Medien gezielt desavouiert und lächerlich gemacht wird, so, als gäbe es Verschwörungen und/oder verdeckte Operationen diverser Geheimdienste nur in ihrer krankhaften Phantasie, aber nie in der Realität. Das erklärt so manches, was den gutgläubigen Zeitungsleser verblüfft und irritiert.
Was mich als Perfektionistin an diesem Buch allerdings ein klitzekleines bisschen stört, sind gelegentliche Druck- bzw. Grammatikfehler, wie sie halt vorkommen, wenn die letzte Überarbeitung überstürzt fertig werden muss. Sie behindern jedoch den Lesefluss wirklich nur ganz geringfügig.
Und… ja, wenn ich einen Wunsch äußern dürfte: Mit ein paar Fotos wäre das Ganze noch erheblich anschaulicher geworden. Gern gesehen hätte ich beispielsweise eines von Mary Pinchot Meyer (ich habe inzwischen Fotografien von ihr bei den Google-Bildern gefunden), aber auch welche von den diversen Politikern, Wirtschaftsführern, CIA-Größen und Mafia-Bossen, die in dem Buch ausführlich erwähnt werden, und natürlich von Lee und Marina Oswald und Jack Ruby (jaja, ich weiß, man kann auch deren Bilder googlen… habe ich schließlich auch getan).
Vielleicht kann man das bei der nächsten Auflage ergänzen? Die kommt bestimmt, da bin ich ganz sicher. Denn wenn letzthin ein Buch verdient hat, zum Bestseller zu werden, dann dieses!”

Bernd Ulrich – ein Sesselpupser im Gasgewitter

Zu den übelsten Zeitgenossen der schreibenden und sendenden Zunft zählen für mich jene Sessel-Strategen und Laptop-Bomber, die aus der sicheren Deckung ihres Schreibtischs zum Krieg hetzen. Im Dritten Reich wurden diese Typen, die  kein Gewehr halten oder Granaten werfen konnten, aber wenigstens per Stift Gift verspritzen konnten, den Propaganda-Kompanien zugeteilt. Den “PK”-gestellten Schreiberlingen oblag  es dann, den “Feind” als Untermenschen zu dämoniseren, die Soldaten zu motivieren, sich an der Front gefälligst den Arsch aufzureissen,  sowie das Volk an der “Heimatfront” mit Jubelarien bzw. Durchhalteparolen bei der Fahne zu halten. Dies alles – aus der wohltemperierten Schreibstube heraus – “ohne Rücksicht auf Verluste”. Ein solcher  PK-Offizier alter Schule – Bernd Ulrich –  steht bei der  “Zeit” seit längerem im Sold und bläst, wenn immer über einen  Kriegseinssatz diskutiert wird, zum Durchmarsch an die Front. Dass es heuer nicht mehr um “Volk ohne Raum”, sondern um “Menschrechte”, nicht mehr um Faschismus sondern um “Freiheit” geht macht bei Schreibtischtätern dieses Kalibers keinen Unterschied – damals wie heute ist der bellizistische Tunnelblick sturheil auf eines gerichtet : Krieg! Zivile Konfliktlösungen, Völkerrecht, Legitimität, Ethik ? Derlei  Papperlapp erfüllt für die Laptop-Bomber  den  Tatbestand der Wehrkraftzersetzung: “Bei uns”- klagt  Ulrich in der “Zeit” – “gibt es überhaupt keinen relevanten Widerspruch mehr. Alle Parteien übertreffen einander beim Argumentieren gegen ein militärisches Engagement.” Klar, dass man da als  Leitartikler dringend zu den Waffen rufen muß – denn: ” Ein Militäreinsatz nützt den Menschen in Syrien mehr als keiner”. Dass die “Menschen in Syrien” da durchaus geteilter Meinung sind und der Rest der Welt, einschließlich der USA, über Nutzen und Ausgang eines solchen Kriegs größte Zweifel hegen – geschenkt, Hauptsache PK-Leutnant Ulrich weiss Bescheid,  das muß reichen. Schließlich müssen Menschenrechts-Bellizisten nur einmal “Menschenrechte” rufen und schon sind staatliche Souveränität und sämtliche anderen Rechte global außer Kraft gesetzt.

“Tut der Westen nichts, muss Assad das als Einladung verstehen, weiter Giftgas einzusetzen.”  Zwar ist im Westen wie im Osten nach wie vor völlig unklar, wer in Syrien Giftgas eingesetzt hat, selbst die Geheimdienste der Briten, die als Pudel dem imperialen Pittbull USA sonst jederzeit beispringen, hegen größte Skespsis, ebenso wie das US-Militär, und erfahrene US-Geheimdienstler halten die bisher vorliegenden “Beweise” für die Verantwortlichkeit Assads für eine Finte. Doch unser geo-strategischer Durchblicker weiß nicht nur das besser, sondern als Super-Clausewitz natürlich auch, wie Assad sich verhalten wird. “Wenn er bleibt, regiert die Hisbollah mit – und der Iran.” Dann schon lieber der Al Nusra,- und Al Qaida-Front mit der Luftwaffe beispringen und so einem Islamisten-Regime auf die Sprünge helfen ? Die Frage stellt  Ulrich selbstverständlich nicht, er weiß ja schon, dass nur Bomben “den Menschen in Syrien” nützen – und die soll es endlich regnen. Dass sie schon in Afghanistan, Irak und Libyen nur insofern nützten als Millionen Leichen produziert wurden und dort auch nicht in Ansätzen irgendetwas von “Demokratie”, “Freiheit” und “Menschenrechten” hinterlassen haben, ist für die Kriegstreiberei unter der Flagge der der Humanität irrelevant. Wen interessieren die falschen Massenvernichtungswaffen von gestern wenn heute schon wieder welche zur Beseitigung anstehen ? Die heroischen Kriegsapologeten von einst, die wie Ernst Jünger die “Stahlgewitter” besangen, in denen sie selbst gestanden hatten, wirken im post-heroischen Zeitalter des Drohnen,-und Bombenkriegs wie Relikte einer längst vergangenen Ära. Doch verglichen mit Sesselpupsern wie Bernd Ulrich wünscht man sich erstere fast schon zurück, während letzterer im Gewitter seines eigenen Abgases doch lieber erstinken möge, anstatt Umwelt und Leser weiter damit zu kontaminieren…

Quintessenzen

04.09.13 20:53-BildschirmkopieMein Freund, Kollege und Ko-Autor Sven Böttcher hat ein wunderbares Buch geschrieben – “Quintessenzen – Überlebenskunst für Anfänger”  in dem er seinen drei Töchtern, für alle Fälle, alles Wesentliche über das Leben mitteilen wollte. (Hier kann man per Sternschnuppe schon mal reinschnuppern) Den Grund für diesen Mitteilungsdrang wünscht man keinem, aber Sven wurde davon erwischt:  eine schwere Krankheit (MS), die ihn schon fast an den Rand des Todes brachte. Dass und wie er sich davon auf fast mirakulöse Weise derart erholte, dass wir zusammen zwei Romane schrieben,  er weiterhin noch  Drehbücher produziert und jetzt dieses Buch, ist eine Geschichte für sich – denn eigentlich müßte er, wenn nicht von Freund Hein in die Grube, dann zumindest von Frau oder Freunden im Rollstuhl durchs Leben geschoben werden. Doch stattdessen machte er im Sommer einen Kurs im Windsurfen und war als wir uns unlängst in Berlin trafen munter und gut gelaunt wie immer. Nur ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich noch immer nicht dazu gekommen war etwas  über die “Quintessenzen” zu schreiben, obwohl es eigentlich dringend erforderlich war. Nicht weil ich mich zu einem Freundschaftsdienst verpflichtet fühlte, sondern weil es selten so kluge, witzige und wichtige Bücher gibt, auf die man alle Freunde, Bekannten und Blog-LeserInnen dringend hinweisen muß. Und das nicht nur, wenn diese selbst Nachwuchs im jugendlichen Alter haben, dem sie das Leben, das Universum und den ganzen Rest erklären wollen – denn dazu ist Sven als  kongenialer Douglas Adams-Übersetzer ohnehin prädestiniert. Und auch nicht nur, wenn sie selbst oder ihr Umfeld von der Heimtücke der Multiplen Sklerose betroffen sind – und aus dieser Selbstheilung durch Selbsterkenntnis (und Verabschiedung von der Schulmedizin) Hoffnung schöpfen können. Sondern weil jeder aus diesen 150 Seiten etwas von dem schöpfen kann, was so kostbar und rar ist, das man es kaum noch findet: Weisheit und Witz. Weil Sven mit seinen kaum 50 Jahren aber weder ein betagter Alt-Weiser, noch ein erleuchteter Jung-Buddhist ist, sondern im Grunde seines Herzens Künstler und Komiker, könnte man die Kunstform dieses Buchs als eine Art Buddhadaismus bezeichnen. Vielleicht muß man dem Sensenmann schon einmal von der Schippe gesprungen sein, um eine solche Mischung aus Leichtigkeit und Tiefsinn, Philosophie und Pointe, Todesmut und Lebenslust zu schaffen – und sie so locker-flockig zu erzählen, dass sie einer 14-jährigen ebenso wie einem 84-jährigen zu Herzen gehen. Sven Böttcher hat das mit diesem Buch geschafft – und dass der nächste Schub dieser Scheißkrankheit noch lange lange auf sich warten läßt hofft außer seiner Familie vielleicht niemand so wie ich. Denn wir haben noch einige schöne gemeinsame Projekte auf der Pfannne – und ohne einen ebenso  todesmutigen wie lebenslustigen Ko-Piloten wie Sven sind die einfach nicht zu schaffen…

JFK – Erste Resonanzen

Broeckers_JFK_web-1

Die ersten Resonanzen auf das neue Buch sind gut – vor allem die Rezensenten bei Amazon sind durch die Bank des Lobes voll. Die Besprechungen habe ich  hier gesammelt.

Die erste öffentliche Präsentation wird kommende Woche  in Berlin stattfinden – am 10.September 2013,  19.00 Uhr,  im taz-Café in der Rudi Dutschke Str. 23.

Eine weitere Vorstellung und Diskussion wird es am 23. September, 19.30 Uhr in der Bayerischen Amerika Akademie in München geben. Dort werde ich die Thesen des Buchs mit Dr. Andreas Etges von der Universität München diskutieren. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei und alle Interessierte sind hiermit herzlich dazu eingeladen.

03.09.13 16:29-Bildschirmkopie