Die Raubritterburgen der Neuzeit
“Medienteam deckt Offshore-Geheimnisse auf” lautet heute die Überschrift eines Telepolis-Artikels, der über eine Recherche des Guardians und der BBC auf den British Virgin Islands berichtet. Um Geheimnisse handelt es dabei aber nur insofern, als der Medienmainstream über dieses Steueroasen so gut wie nie berichtet und die Politik ganz offenbar unfähig ist, diesem Zweig der organisierten Kriminalität einen Riegel vorzuschieben. In einem hervorragenden Buch hat Nicholas Shaxson 2011 diese Raubritterburgen der Neuzeit recherchiert: “Treasure Islands – Tax Havens and The Men Who Stole The World” , eine deutsche Ausgabe ist unter dem Titel “Schatzinseln: Wie Steueroasen die Demokratie untergraben” mittlerweile ebenfalls erhältlich. Wobei “Steueroasen” eigentlich ein viel zu lieblicher Titel für diese uneinnhembaren Festungen von Schwerkriminellen ist, deren größte und kriminellste übrigens nicht irgendwo in der Karibik liegt, sondern mitten in Europa, im Herzen der britischen Hauptstadt, es ist die City of London. Alles Gerede und alle Maßnahmen in Sachen “Finanzkrise” müssen definitv erfolglos bleiben und sind nachgerade lächerlich, solange diese Raubritterburgen nicht gestürmt und ein für alle Mal geschlossen werden.
Leistungsschutzgeld (II)
Heute will der Bundestag über ein Gesetz zum “Leistungsschutzrecht” beraten, das von den deutschen Presseverlagen forciert wurde, die an dem Kuchen der Suchmaschinen, vor allem Google, beteiligt werden wollen. Das Gesetz ist weder juristisch haltbar (wie es führende deutschen Urheberrechtsjuisten in einem Papier jetzt noch einmal verdeutlicht haben), noch ökonomisch sinnvoll, hat aber dank der massiven Lobbyarbeit von Pressekonzernen wie Springer oder Burda gute Aussichten vom Parlament angenommen zu werden. Hier aus aktuellem Anlass ein Repost eines Beitrags aus dem Juni 2012 der verdeutlicht, dass es bei diesem Schutzrecht um nichts anderes handelt als eine Legalisierung von Schutzgeldeintreibung:
Kaum macht die gute Nachricht die Runde, dass die in undurchsichtigen Hinterstübchen ausbaldowerte Urheber-und Patentvereinbarung ACTA im EU-Parlament scheitern wird, beklagt die Autorin Melanie Amann im Wirtschaftsteil der FAZ die drohende “Governance by Shitstorm” : dass Politiker sich von einer “anonymen Masse” beeinflussen lassen, hätte “nichts mit Demokratie” zu tun, sondern allein mit “Furcht vor dem Shitstorm” von Bloggern und TwitterInnen : “Ein Protestzug zerstreut sich schnell wieder. Ein vernichtender Blog-Eintrag bleibt für die Ewigkeit. Es steht zu befürchten, dass sich die Politik in dem wichtigsten Zukunftsthema unserer Zeit, dem Internet, dauerhaft von einer dröhnenden, anonymen Masse treiben lässt.”
Nachdem wir “Netzpolitik” die Kommentierung dieses Unfugs überlassen sei in diesem Blogeintrag “für die Ewigkeit” nur noch festgehalten, dass Melanie Amann schwer einen an der Waffel hat – und hinzugefügt, dass nach ACTA gleich auch das von deutschen Verlegern und Verwertern auf den Weg gebrachte Gesetz zum “Leistungsschutzrecht” scheitern muß. Denn sonst könnte der FAZ-Verlag künftig Geld von mir verlangen, weil ich den Satz oben zitiert und ein Link gelegt habe. Denn er ist schließlich nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern auf dem der Autorin, die ihn zwecks Verwertung dem Verlag überlassen hat. Hier aber wird er in einem Blogeintrag verwendet, was nach dem neuen Gesetz illegale wäre und abgemahnt werden kann. Zwar werden die Propagandisten dieses Leistungsschutzgelds nicht müde zu beschwichtigen, dass “harmlose Blogger” von ihrer neuen Geldeintreibungsmaschine nichts zu befürchten hätten, doch diesen Entwarnungen ist nur etwa so weit zu trauen wie man seine Waschmaschine werfen kann. Und das Hauptargument der Schutzgeldeintreiber – dass sie doch nur Konzerne wie Google zur Kasse bitten wollen, weil diese sich mit Textschnippseln und Links an ihrem geistigen Eigentum bereichern – hat zwar mit der Datenkrake Google einen geeigneten Buhmann, ist aber im Kern einigermaßen absurd. Es entspricht in der analogen Welt der Forderung an einen Stadtplanhersteller, für die Eintragung einer Immobilie zu bezahlen, weil er von der Leistung des Hausbaus ja profitiert, ohne die er gar keinen Stadtplan herstellen und Werbeflächen darauf verkaufen könnte. Auch die Gemeinde könnte für die Eintragung ihrer Straßen Geld verlangen ebenso wie der Bund für das Einzeichnen der Autobahnen. Und jedes Straßenschild, jeder Wegweiser, müßte Abmahnungen befürchten, denn ihre Aufsteller benutzen fremdes geistiges Eigentum und profitieren von den Leistungen der Urheber von Städten, Dörfern, Straßen und ihren Namen. Wie aber soll man “Unterkleckersbach” oder “Großkotzenstädt” jemals finden, wenn sie auf keiner Karte verzeichnet sind ? Genau, man findet sie gar nicht mehr, weshalb die jeweiligen Gemeinde,- bzw. Stadträte natürlich darauf bestehen, weiter auf den Landkarten verzeichnet zu bleiben, weil sonst ja kein Tourist mehr bei ihnen vorbeischaut. Aber zusätzlich wollen sie Geld von den Kartenherstellern für ihre “Leistung” als Unterkleckersbach oder Großkotzenstädt ja schließlich Content für die Karte zu liefern.
Dass es sich bei dem von Zeitungs,-und Verlagskonzernen betriebenen Leistungsschutzrecht, das demnächst in Deutschland Gesetz werden soll, um einen echten Schildbürgerstreich handelt, hat mittlerweile sogar Industrieverband BDI erkannt und die Regierung aufgefordert, das Gesetz zu stoppen. Lassen sich jetzt etwa auch schon die Wirtschaftsmagnaten von den Shitstürmen der Netzgemeinde treiben ? Wohl eher nicht – nur scheinen sie spät aber immerhin erkannt zu haben wie das Internet funktioniert: freiwillig. Niemand wird gezwungen hier präsent zu sein, niemand erpresst, seine Inhalte zu publizieren. Jeder kann sein “geistiges Eigentum” für sich behalten, oder es verschlüsseln und nur ausgewähltem Publikum zugänglich machen, niemand wird gezwungen, von Suchmaschinen gefunden und verlinkt zu werden – und jeder hat schon jetzt rechtlichen Möglichkeiten, gegen “Raubkopien” vorzugehen. Denn auch wenn das immer wieder behauptet wird: das Internet war und ist kein “rechtsfreier Raum” und eben dehalb kann eine Legalisierung von Schutzgelderpressung dort auch nicht geduldet werden. Sie ist weder juristisch haltbar noch ökonomisch sinnvoll. Aus meiner Zeit als Taxifahrer kenne ich den alten Brauch besserer Bordelle, dem Kutscher eine Prämie zu zahlen wenn er Gäste ins Haus bringt. Werden diese nach gusto befriedigt ist eine Win-Win-Win-Situation hergestellt weshalb es sich hier vermutlich um die älteste Bonuszahlung der Welt handelt. Dass die Betreiber der hiesigen Medienbordelle jetzt den Spieß umdrehen und an den Einnahmen der Taxifahrer beteiligt werden wollen entbehrt hingegen jeder Wirtschaftslogik. Wenn sich aber die Regierung vom Dröhnen der Verlagskonzerne weiter zu diesem unsinnigen Gesetz treiben läßt, wird ein kleiner Sturm nicht mehr helfen. Da braucht’s dann schon einen Shit-Tornado…
Cogito Ergo Bum
Ich werde jetzt ein Woche offline sein, deshalb heute schon mal die Ankündigung eines voraussichtlich netten Abends am 29. November, an dem ich über eines meiner Lieblingsthemen – das Scheitern – in Berlin einen kleinen Vortrag halte. Der Eintritt ist frei, anmelden kann man sich hier. Das Buch zum Thema “Cogito Ergo Bum – und 49 weitere Beweise für die Unausweichlichkeit des Scheiterns” ist vergriffen, gebraucht aber noch sehr günstig erhältlich. Es wird demnächst in einer Neuauflage als e-Book erscheinen.
Petraeus-Abgang: Eher Agententhriller als Seifenoper
Nachdem wir im letzten Posting zum Fall Petraeus das Ganze eher als Seifenoper aufgefasst und entsprechend lustig behandelt haben, spricht mittlerweile einiges dafür, dass es sich dabei nicht um ein Eifersuchtsdrama mit einem alten Generalshengst zwischen zwei bissigen Jungstuten handelt, sondern eher um einen Agententhriller, in dem eine Hauptrolle weniger der Petraeus-Biografin Paula Broadwell als der “Freundin” der Petraeus-Familie Jill Kelley zufällt. Justin Raimundo hat auf antiwar.com dazu ein ausführliches Stück veröffentlicht, das sowohl die Hintergründe des Benghazi-Falls (und der dort für die Sicherheit zuständigen Privatfirmen unter Leitung von Hardline-Neocons) beleuchtet, als auch die von Mrs. Kelley und ihrem hemdlosen FBI-Bekannten Fred Humphries (ein islamophober Hardline-Neocon), der den Fall ins Rollen brachte. Danach suchte Jill Kelley sich vor einigen Jahren gezielt eine stattliche Villa in der Nähe des US-Zentralkommandos CENTCOM auf der MacDill Airforce Base in Tampa/Florida und begann mit ihrer Zwillingsschwester Natalie, dort großzügige Parties für Mitglieder des Offizierkorps zu veranstalten. Die beiden “heißen Feger” stiegen schnell zu Gesellschaftsdamen der Militär-und Geschäftselite auf, betrieben ihre aufwändigen “social liaisons” nahezu fulltime und führten ohne größeres Einkommen einen sehr luxuriösen Lebensstil. Jill Kelley erwarb sich den Titel eines “Honorarkonsuls”, was bekanntlich eher mit Ausgaben als mit Einnahmen verbunden ist; Natalie liess sich mit Krediten eines Militär-Lobbyisten sponsorn. Die anonymen Mails, in denen Paula Broadwell Jill Kelley aufforderte, die Finger von Petraeus zu lassen und seinen Nachfolger als Centcom-Chef in Tampa, General Allen, vor der “Verführerin” Jill Kelley warnte, scheinen von daher weniger irgendeiner Eifersucht geschuldet, sondern dem Versuch, die Generäle davor zu schützen, in eine Agenten-Falle zu tappen. Für wen genau Jill Kelley tätig war, ist unklar, die Washington Post beschreibt sie als “selbsternannte” Mittlerin ” for Central Command officers with Lebanese and other Middle Eastern government officials.”
Wolkensäule vs. Schieferstein
Wenn ein Palästinenser-Führer einen permanenten Waffenstillstand mit Israel vorbereitet – wie der militärische Chef der Hamas-Regierung in Gaza, Ahmed Jabari, in der vergangenen Woche – und dann durch einen israelischen Bombenanschlag ermordet wird, läßt das eigentlich nur einen Schluß zu: an Frieden besteht auf Seiten Israels kein Interesse. Verständlich wird dieses Desinteresse mit einem Blick auf die Landkarte der palästinensisch und israelisch kontrollierten Gebiete, die zeigt, wohin die “Selbstverteidigung” Israels in den vergangenen Jahrzehnten geführt hat. Der permanente Krieg ist für Israel äußerst erfolgreich und jeder Waffenstillstand oder gar Friedenschluß bedroht diesen Erfolg – weshalb Israel, als Arafats Fatah sich in den 80ern in diese Richtung bewegte alles dafür tat, die islamistische Hamas in den besetzen Gebieten zu etablieren. Auf die Dschihadisten war denn auch Verlass, auch wenn seit 2004 in Israel nur 26 Zivilisten durch Hamas-Raketen starben (und 258 an Erdnuss-Allergie), lieferte dieser Terror den Anlaß für weitere militärische Operationen (mit tausenden getöteten Zivilisten in Gaza), weitere jüdische Siedlungen in besetzen Gebieten, den Mauerbau und andere Schikanen der arabischen Bevölkerung.
Bibi Netanjahu will die Wahl im Januar gewinnen und das funktioniert in Israel am besten mit der Entschlossenheit, Palästinenser zu killen. Dass das brutale Bombardement des Freiluftgefängnisses namens Gaza-Streifen – “Ziel ist Gaza ins Mittelalter zurückzubomben” so Innenminister Eli Yishai – zu einem regionalen Konflikt mit Ägypten eskalieren könnte, würde Bibis Traumziel – ein Krieg gegen den Iran – möglicherweise ein Stück näher rücken. Aber nur wenn USA, NATO und der Rest der westlichen Welt so wahnsinning sind, dabei mit zu machen. Anstatt einzusehen, dass hier auf beiden Seiten religiöse Verrückte am Werk sind – die Israelis haben ihren Krieg (nach dem Buch Exodus) “Operation Wolkensäule” genannt, die Islamisten ihre Rache-Raketen (nach der Koran-Sure 105.4) “Operation Schieferstein”. “Eine Bodeninvasion könnte kurz bevorstehen,” meint Pepe Escobar, “Bibi könnte aber – wieder einmal – einen Happen zu viel an Gefilte Fisch abbeißen, als er kauen kann. (…)Wenn Obama Eier hätte, würde er vor Wut schnauben. Dann würde er Bibi zu Boden strecken. Man sollte nicht darauf wetten. Wir wissen, er wird es nicht tun.”
“Titten raus und Stimmung!”
“Hosen runter (von den Chefsesseln) Röcke hoch” lautet heute die Schlagzeile auf der Titelseite der taz, die nur von Frauen gemacht wurde und eine höhere Quote weiblicher Besetzungen von Chefposten in den Medien fordert. Dass die Sache mit der Frauenquote für die seit über 10 Jahren von weiblichen Chefredakteuren geleitete taz ein uralter Hut ist, hat Ute Scheub im Hausblog noch einmal erzählt und dazu auch das Foto des legendären taz-Plenums im November 1980 veröffentlicht, bei dem die taz-Frauen alle männlichen Kollegen (darunter auch mich) wegen Sexismus entlassen wollten. Der Grund waren zwei Artikel, die auf den Kulturseiten erschienen waren, von denen der eine (“Eine Traumfrau zieht sich aus”) unter dem Autorennamen Gernot Geiler von dem Besuch in einer Peepshow erzählte; und der andere, in dem der kenntnistreiche Musikkritiker Hans-Dieter Grünfeld beklagte, dass er nach zwei avancierten Jazzkonzerten in der Nacht noch in den Club “Eierschale” geraten wäre, wo ein dumpfe “Titten raus und Stimmung!”-Musik gespielt worden sei. Dass solche “frauenverachtenden” Formulierungen gedruckt würden stieß bei diesem Plenum auf scharfe Kritik durch die taz-Frauen – und unsere Reaktion darauf (“Verklemmtheit!”, Prüderie!”) hatten sie erwartet und zogen daraufhin in konzertierter Aktion ihre Brüste blank. Da war dann am großen Tisch der “Kommune 1” in der Weddinger Wattstraße schlagartig Stimmung – wie man an den entspannten Gesichtern der Mädels und Jungs auf dem Foto im Hausblog (mit einem Klick wird es größer) sehen kann. Zumal als der Kollege Thomas Hartmann sich nicht lumpen lassen wollte und daraufhin mit einem Fellmantel und nichts drunter in den Raum kam und sein Gemächt zur Schau stellte. Oh ja, wir waren weit vorne damals – frei nach Walter Benjamin “Immer radikal, niemals kompetent” – und verglichen damit ging es auf der Redaktionskonferenz gestern morgen mit den Top-Journalistinnen Deutschlands (sowie Funk und Fernsehen) doch sehr piefig und spießig zu. Länger als drei Minuten konnte ich mir das nicht antun – und schon gar nicht den Vorschlag machen “Titten raus und Stimmung!” mit einem aktuellen Foto aller Beteiligten auf’s Cover zu nehmen…
Petraeus-Abgang: Opium, Honigfalle, Stutenbissigkeit ?
Die “taz” hat mich heute als Verschwörungsexperten konsultiert um die verschiedenen Theorien zum Rücktritt des CIA-Chefs und Vorzeige-Generals David Petraeus auf ihre Wahrscheinlichkeit und Originalität abzuklopfen. Hier das sehr vorläufige Ergebnis:
Der General stolperte einfach nur über eine außereheliche Affäre mit seiner Biografin, was nach US-amerikanischen Moralempfinden ein weitaus schlimmerer Vorwurf ist als etwa die 175 Kinder, die in den letzten Jahren durch CIA-Drohnenangriffe getötet wurden.
Wahrscheinlichkeit: mittel, Originalität: gering
Nach seinen äußerst dubiosen Erfolgsmeldungen als Kommandierender des Irakkriegs wurde Petraeus von Kritikern mit dem Nickname „Betrayus“ versehen. Auch als Chef der US-Truppen in Afghanistan und dann der CIA mußte er ständig betrügerische Erfolgsmeldungen absetzen. Davon hatte er die Nase jetzt endgültig voll und benutzte die Affäre für einen schnellen Abgang.
Wahrscheinlichkeit: gering, Originalität: hoch
– Petraeus hatte nicht nur was mit seiner attraktiven Biografin Paula Broadwell, sondern den Titel ihres Buchs „All in“ auch bei Jill Kelley, einer etwa gleichaltrigen, ähnlich gutaussehenden Mitarbeiterin des Außenministeriums wörtlich genommen. Er wurde ein Opfer der Stutenbissigkeit seiner beiden Geliebten.
Wahrscheinlichkeit: hoch, Originalität: mittel
– Petraeus war diese Woche als Zeuge für den Ausschuss geladen, der den Sturm auf das US-Konsulat in Bengahzi (Libyen) und die Ermordung des Botschafters untersucht. Er hätte dort zugeben müssen, dass dieses „Konsulat“ eigentlich ein CIA-Operationszentrum ist, das „Al Qaida“-Kämpfer für den Aufstand in Syrien rekrutiert. Um eine solche Aussage zu verhindern wurde die schon lange bekannte Liebesaffäre jetzt öffentlich gemacht.
Wahrscheinlichkeit: mittel, Originalität: gering
– Paula Broadwell hielt am 26. Oktober an der Universität Denver einen Vortrag, in dem sie erstaunliche Kenntnisse über die Vorfälle in Benghazi offenbarte. Um die Plaudertasche aus dem Verkehr zu ziehen mußte die CIA ihrem Chef seine Liaison mit ihr unterbinden.
Wahrscheinlichkeit: mittel, Originalität: gering
– Nach fast 40 Jahren asketischem Militärdasein und eher freudlosem Eheleben mit derselben Frau entdeckte der Ex-General dank seiner neuen Bettgenossin, dass die Hippies mit ihrer Parole „Make Love Not War“ doch recht hatten und Streicheleinheiten einfach besser kommen als Kriegsverbrechen.
Wahrscheinlichkeit: sehr gering, Originalität: sehr hoch
– Für ein Statement, dass die Besatzungspolitik Israels die Konflikte im Nahen Osten ständig anheizt, wurde Petraeus von der Israel-Lobby scharf kritisiert. Auch was einen Angriff auf den Iran betrifft war der Ex-General zögerlich. Der Mossad hat ihm deshalb eine „Honigfalle“ gestellt um ihn loszuwerden.
Wahrscheinlichkeit: gering, Originalität: mittel
– Dass das FBI die Emailkonten des Geheimdienst-Chefs ausspioniert ist ein Ding der Unmöglichkeit, dafür hat die CIA eigentlich ihre eigenen Sicherheitsdienste – es steht aber in der Tradition des ersten FBI-Chefs J.Edgar Hoover, der über sämtliche Amtsträger Dossiers anlegen lies um sie unter Druck setzen zu können. Petraeus wurde ein Opfer dieser Tradition.
Wahrscheinlichkeit: gering, Originalität: mittel
Petraeus hatte auf einen Wahlsieg Romneys gesetzt, da die Mormonen bekanntlich die Vielweiberei akzeptieren. Nach dem Erfolg Obamas sah er keine Chance mehr, mit seinen drei Frauen glücklich zu werden und bat deshalb um Rücktritt.
Wahrscheinlichkeit: sehr gering, Originalität: hoch
Dass in Afghanistan unter seinem Kommando die größte Opium,-und Heroin-Produktion aller Zeiten entstand hat den General zwar nicht an der Sinnhaftigkeit dieses Kriegs zweifeln lassen, ihn aber auf den Geschmack gebracht. Nachden nun in Colorado zumindest Marihuana legalisiert wurde will er dort jetzt eine Hanffarm aufmachen.
Wahrscheinlichkeit: gering, Originalität: hoch
John F. Kennedy hatte während seiner recht kurzen Amtszeit Dutzende verschiedene Geliebte, was in Washington auch kein Geheimnis war und dennoch nicht zu einem Rücktritt führte. Dass jetzt ein CIA-Chef wegen einer Affäre sein Amt niederlegen muß ist untypisch, es muß politische Hinterrgünde geben.
Wahrscheinlichkeit: hoch, Originalität: gering
Die Wahrheit über den Rücktritt werden wir nie erfahren. Nur 10% der CIA arbeitet nachrichtendienstlich, der Rest an verdeckten militärischen Operationen, die geheim bleiben müssen. Deshalb wird außer den verdeckten Missionarsstellungen ihres Chefs nichts an die Öffentlichkeit kommen.
Wahrscheinlichkeit: sehr hoch, Originalität: sehr gering
Harodim – Nichts als die Wahrheit ?
Wer in Hamburg oder Umgebung wohnt: heute Abend ist die Premiere des 9/11-Films “Harodim” mit anschließender Diskussion, um 20 Uhr im Kino Koralle, 22359 Hamburg.