In einer Operation Seemannslied geben die Piraten Tom Waits und Keith Richards auf einer neuen Platte den Shanty “Shenandoah” zum Besten. Raue Männerstimmen at it’s best – worauf man sich gleich mal mindestes drei Finger “Lagavulin” genehmigen sollte. Dass Meister Keith aber auch ganz anders kann habe ich gerade mal wieder in einer wunderbaren “akustischen” Version seiner schönsten Ballade entdeckt, bei der man auch gut sehen kann, wie er seinen speziellen Gitarrensound hinkriegt: “Open G”-Tuning und die oberste Saite weglassen! https://vimeo.com/45762969
Raumschiff Erde
Während der Apollo 9 – Mission mußte der Astronaut Rusty Schweickhart sein Raumschiff verlassen – nur durch eine Art Hundeleine mit der Kapsel verbunden sollte er freischwebend einige Tests durchführen. Doch irgendetwas klemmte, der bis auf jeden Handgriff haarklein geplante Ablauf verzögert sich, und während dieser Pause drängte sich Schweickhart die Frage auf: Wer bin ich, was tue ich hier, was sehen meine Augen? Er sah den blauen Planeten unter sich, die fraktalen Muster der Gebirge und Täler und Wolkenfussel – und realisiert plötzlich: Diese Erde ist ein Lebewesen und ich bin ein verlängertes Sinnes-und Willensorgan dieses Lebewesens – ausgesandt, um die Meldung zurückzubringen, daß die Erde lebt. Als Angehöriger der Nationalgarde und knallharter Cowboy-Typ war der Astronaut Schweickhart alles andere als ein romantischer Schwärmer – die zweiminütige Arbeitslosigkeit im All aber hat sein Welt-Bild völlig verändert. Zurück auf der Erde gründete er eine internationale Raumfahrervereinigung, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Wahrnehmung der Erde als Lebewesen publik zu machen. Neue Werkzeuge gebären neue Weltbilder: wie Galileis Blick durch das Fernrohr die Rolle der Erde im Makrokosmos zurecht rückte, das Mikroskop die Vielfalt des Lebens im Mikrokosmos offenbarte oder der Computer die Ordnung aus dem Chaos sichtbar machte – so bescherte auch der Blick auf die Erde von außen plötzlich eine neue Wahrnehmung. Wie Rusty Schweikart erging es den vielen Weltraumfahrern – sie kamen verwandelt zurück. Als Edgar Mitchell die Erde vom Mond aus betrachtete, wurde ihm der eigentliche Sinn seiner Mission klar: nicht die Erforschung des Monds oder des Weltraums – sondern die Entdeckung der Erde.
Ende der 1980er Jahre hatte ich bei einer Konferenz in San Francisco das Glück, mit Edgar Mitchell bei einem Kaffee zu plaudern – wie fast alle Astronauten, die die Erde von aussen gesehen haben ist auch er überzeugt, dass es sich bei unserem Planeten um ein Lebewesen handelt. In einem wunderbaren Film zum 40. Jahrestag des ersten Fotos der Erde von außen berichten er und andere über ihre Erfahrung mit dem “Overview-Effekt”:
Khumb Mela 2013
Wenn ich meinen Freund Baba Rampuri treffe wird es meistens ein längerer Abend und andere Anwesende kommen kaum zu Wort, denn mit kaum jemandem rede ich so gern wie mit dem Baba – und weil es ihm umgekehrt ähnlich geht sind und wir uns nicht sehr oft sehen, gibt es einfach immer viel zu erzählen: über Gott und die Welt, USA und Indien, 9/11 und die Taliban, JFK und CIA, Politik und Polytheismus, Entheogene und Erleuchtung, Holy Shit und Hyperspace, Medien und Desinformation, Yoga und die Akrobatik, die daraus gemacht wurde, und und und…. In Indien ist der Baba eine Art heiliger Mann, leitet zwei Ashrams und wurde das erste aus dem Westen stammende “hohe Tier” eines Sadhu-Ordens der Nagha Babas, seit er 1969 als Hippie auf der Suche dort hin kam (was man in seiner Bio hier nachlesen kann) – für mich ist er ein Kumpel, mit dem ich sofort auf einer Wellenlänge schwinge wenn wir uns, wie zuletzt im Sommer in Berlin, endlich mal wieder treffen… und sofort so weiter chatten als hätten wir uns erst vorgestern zuletzt getroffen. Weil ich das immer so interessant und inspirierend finde, hatte ich mich am Tag danach hingesetzt und begonnen etwas darüber schreiben – bis mir wie ein Mantra in den Sinn kam: “Es gilt das gesprochene Wort” und ich alles wieder löschte. Dass ich jetzt darüber schreibe hat mit einer Einladung Rampuris zu tun, die heute in der Post war – zur Kumbh Mela, dem größten Fest der Welt – der ich aber leider einmal wieder nicht folgen kann. Wer aber in den nächsten Wochen in Indien unterwegs ist, sollte einen Besuch im Baba Rampuri Camp nicht versäumen. Hier ein Video mit einem Auschnitt aus einer Rede Rampuris über “Das Verschwinden des Yogis” in Basel 2008 – viele weitere Videos hier.
Defamation
Nachdem das Simon-Wiesenthal-Center den “Freitag”-Herausgeber Jakob Augstein auf seine internationale Hitliste der Antisemiten gesetzt hat ist einmal mehr eine Diskussion entbrannt, inwiefern Kritik an der rechts-extremen israelischen Regierung mit Antsemitismus gleichzusetzen ist. Dass sich das IWC bei seiner Begründung der Platzierung Augsteins in einer Liga mit den Muslimbrüdern und anderen fanatischen Judenhassern auf den “Experten” Henryk “Alles Antisemiten außer Mutti!” Broder beruft, sollte eigentlich – wie schon die Erstellung einer solchen “Worst of”-Liste überhaupt – klar machen, dass es damit nicht um eine ernstzunehmende Diskussionsanregung, sondern um Propaganda und “Shoa-Business” geht. Ohne die ständige Beschwörung von Antisemiten allüberall liessen sich die aggressive Besatzungspolitik und die Atombewaffnung Israels nicht länger rechtfertigen, weshalb den Freunden dieser Politik jede Diffamierung recht ist. Der israelische Regisseur Yoav Shamir hat sich auf die Suche nach dem “modernen” Antisemititsmus gemacht und darüber einen sehr sehenswerten Dokumentarfilm gedreht:
Betr.: Pressefreiheit
“The CIA owns everyone of any significance in the major media.”
— William Colby, former CIA director

“Wenn’s Sylvester schneit…
…ist Neujahr nicht mehr weit!” – lautet die allzeit gültige Bauernregel. Herrschen dagegen wie heuer eher frühlingshaft milde Temperaturen ist sie ebenfalls gültig – was einmal mehr zeigt, wieviel Worte, Weisheiten eigentlich wert sind. Deshalb machen wir zum Jahresausklang wieder Musik – lassen die Ladies singen, beginnen aber mit ein paar alten Männern, die durchaus noch munter sind, wie ihr Live-Gig zum 50-jährigen Bandjubiläum vor ein paar Wochen zeigt. Und dass sie ihren alten Klampfenmeister und besten Keef-Sidekick seit Brian Jones – Mick Taylor – vom Hartz 4 -Kiosk auf die Bühne zurückgeholt haben, ist ebenfalls erfreulich. Statt für 5.000 $ in der Halle hier for free und live on screen, die Rolling Stones mit “Midnight Rambler”:Continue reading →
Von den besten Saiten
Zu Weihnachten ein bißchen Gitarrenmusik, zuerst ein eigentlich schon zu oft gehörter Klassiker – Palchelbels Kanon in D-Dur – aber wie das “Los Angeles Guitar Quartet” im “Loose Canon” damit durch die Musik,- und Stilgeschichte marschiert ist einfach gut:Continue reading →
Stairway To Heaven oder Highway To Hell ?
Kurze Verkehrsdurchsage: Wegen Weltuntergang ist auf beiden Strecken heute mit Staus zu rechnen. Deshalb bleiben wir hier und hören mal rein, in die zweifellos beste Ballade der Rockgeschichte, bei der man eigentlich sofort in den Himmel entschweben will….
… wie allerdings 100.000 Argentinos im River Plate Stadion abgehen, wenn AC/DC über den Highway To Hell donnern, das hat ohne Frage auch was:
White Punks On Dope
Nach dem Amoklauf in Newtown wird wieder einmal allenthalben gerätselt, wie es zu solchen grausamen Attacken kommen kann und wie man sie am besten verhindert. Im schiessfreudigen Amerika dreht sich diese Diskussion vor allem um Waffenkontrolle und Präsident Obama, der in aller Welt mit seinen Drohnen rumballert, will jetzt zu Hause Schnellfeuerwaffen verbieten. Ob’s hilft ist allerdings fraglich. Auch in Deutschland wird in diesem Zusammenhang wieder diskutiert, über Videoüberwachung und Sicherheitseinrichtungen an Schulen. Kaum Beachtung findet indessen die wichtigste Zutat , die bei nahezu sämtlichen dieser durchgeknallten Amokläufer im Spiel ist: der Einfluß von SSRI. Die “Selective Serotonin Reuptake Inhibitors” – Serotonin-Wiederaufnahmehemmer – sind Antidpressiva, die die Serotonin-Konzentration im Gehirn erhöhen. Der Markt für diese Substanzen boomt unaufhaltsam – derzeit sind es 5 Milliarden Dollar per anno in den USA – und solange das so weitergeht, werden auch solche Amokläufe weitergehen. Anhand dieser Liste von einigen tausend Berichten über “School shootings” wird deutlich, dass diese Form des Massakers erst “erfunden” wurde, nachdem die SSRI-“Medikamente” auf den Markt kamen. Schnellfeuerwaffen gab es schon viel länger, aber erst seit Mitte der 80er dieser Stoff auf den Markt kam werden sie auch an Schulen eingesetzt….