Die Broder-Brigaden haben mal wieder zugeschlagen, dieses Mal aber nicht in Form eines islamophoben Killers wie dem bekennenden Broder-Fan Anders Breivik, sondern in Form der Senderverantwortlichen des RBB. Die nämlich stellten ihrem Moderator Ken Jebsen, der seit zehn Jahren jeden Sonntag die Sendung KenFM auf Radio Fritz moderiert, gestern nach einigen Minuten das Mikrophon ab. Der Grund: Henryk Broder hatte sich telefonisch und per Blog beschwert, dass es sich bei Ken Jebsen um einen Antisemiten und Holocaustleugner handelt.
Das behauptet er – nach dem Motto “Alles Antisemiten außer Mutti” – ja nun am laufenden Band und über jeden, der nicht seiner Meinung ist – dass nun aber schon ARD-Verantwortliche vor einem notorischen Querulanten kuschen und vorausleilend zur Zensur schreiten, wundert dann doch. In einer email, die Broder als “Beweisstück” veröffentlichte, hatte Jebsen geschrieben, dass “der Holocaust als PR” benutzt wird – was zwar eine Binsenweisheit ist, vom RBB und seinem Stichwortgeber Broder aber als antisemtische Leugnung des Holocaust angesehen wird. Und da schaltet man den Jugendlichen in Berlin und Brandenburg ihr “KenFM”, das mit seinem ultraschnellsprechenden Moderator und den expliziten und kontroversen politischen Themen längst zur Kultusendung geworden ist, einfach mal ab. Und warum ? Weil ein islamophober Paranoiker und seine publizistischen Brigaden von “PI” und “Achse der Guten” in ihren Blogs die Auschwitzkeule schwingen. Hallo RBB – noch ganz dicht ? Reicht es nicht, das diese rassistischen Wirrköpfe und Ideologen die Stichworte für Massenmörder wie Breivik liefern ? – oder stehen jetzt hier schon gebührenbezahlte Radiobeamte stramm, nur weil kleines dickes Broder mal wieder “Antisemitismus” in’s Phone furzt ? Das kann doch wohl nicht wahr sein!
Oder doch ? Sind die Botschaften scharfer Radiostücke wie “Happy Birthday Terrorlüge” auf KenFM doch zu wahr, um sie zu widerlegen und versucht man deshalb, den Überbringer der Botschaft zur Strecke zu bringen ? Haben die “Überwachungsinstanzen der ARD”, die nach Ansicht der Broder-Brigadisten Raphael Gross schon versagt hatten, weil mich “Titel Thesen Temperamente” zu meinem neuen 9/11-Buch befragte, dieses Mal vorauseilend zugeschlagen ? Wo schon Palästinensertücher bei Piraten neuerdings als antisemtisches Statement gelten und der Nicht-Glaube an nicht vorhandene iranische Nuklearwaffen quasi als Holocaustleugnung, scheint alles möglich. Auch dass ein durchgeknallter Haßprediger, der sich angesichts des Terrors seines Jüngers Breivik um nichts anderes als um die Ersatzteile seines Autos sorgt, Programmdirektor werden und veranlassen kann, dass einem langjährigen Moderator in der 545. Sendung einfach der Saft abgedreht wird.
Update: Wie soeben gemeldet wird, kann Ken Jebsen kommenden Sonntag wieder auf Sendung gehen. Hoffentlich mit einer ordentlichen Entschuldigung der RBB-Intendanz und einer saftigen Abmahnung des für das Abschalten verantwortlichen Redakteurs.

