Nicht rechts, sondern echt

Der Macher von KenFM, Ken Jebsen,  wurde in den Medien immer wieder als irgendwie “rechts” oder gar als Anführer einer “Querfront” von Rechten und Linken bezeichnet, was mir aber nie aufgefallen war – weder bei den Interviews, die er noch als ARD-Mann und später auf KenFM mit mir führte, noch bei der Sichtung des Programms von KenFM. Stattdessen entdeckte ich ein  aufklärerisches, linkes Programm – und einen Moderator und Macher, der nicht „rechts“ ist, sondern echt: als Kriegsgegner und Anti-Militarist, als Vertreter sozialer Gerechtigkeit und scharfer Kritiker des neoliberalen „Jeder gegen Jeden“, als Anti-Rassist und strikter „Anti-Anti-Semit“, der Israel oft bereist und seine Verwandten dort besucht hat – und mit 545 Folgen „RückblickKEN“ den ARD-Rekord im Warnen vor Faschismus, Gewalt  und Holocaust hält. Dass das öffentlich-rechtliche Radio Ken Jebsen rausekelte, weil ein  berüchtigter Denunziant, der  Journalist der Springer-Presse Henryk Broder, ihn als „Holocaustleugner“ diffamierte, ist insofern ein echter Treppenwitz. Zumal KenFM als nutzerfinanzierte Plattform im Netz jetzt mehr Menschen erreicht als jemals im rbb-Radio.

Weil mich dieser Skandal und der Erfolg von KenFM interessierte, den ich als eine Art “best practice” im Zeitalter der Zeitungskrise sehe, habe ich Ken Jebsen im Sommer drei Tage lang interviewt und daraus ein Buch gemacht. Es ist sehr gut geworden und für alle, die  “irgendwas mit Medien” am Hut haben eigentlich Pflichtlektüre:
“Der Fall Ken Jebsen oder Wie Journalismus im Netz seine Unabhängigkeit zurückgewinnen kann” (256 Seiten, 18 Euro), eine Sneak Preview auf das Vorwort gibt es hier und um Bestellungen beim Verlag  (notfalls auch bei den üblichen Verdächtigen) wird gebeten.
Hier die 29. Folge des Medienmaganzins “Me, Myself & Media”, die am 24.12. erschienen ist und unter anderem die nach wie vor höchst merkwürdigen Ungereimtheiten des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt zum Thema hat:

Real News aus Pipelinestan

Die Mainstreammedien in den USA beginnen in Sachen Syrien zurückzurudern und ihre bisherigen “Nachrichten” über den Konflikt als das zu diskreditieren, was sie waren: Fake News. Siehe zum Beispiel diesen “Reality Check” auf CBS, der “3 Facts the National Media Isn’t Telling You About Aleppo” richtigstellt, auf denen die hier erzählte Legende bisher basierte: Erstens die Tatsache, dass es keine “moderaten Rebellen” sind, die in Syrien gegen Assad kämpfen, sondern islamistische Kopf-Ab-Briagden; zweitens, dass die syrische Armee nicht “die eigene Bevölkerung bombardiert”, sondern die einzige Kraft in Syrien ist, die mit Hilfe Russlands gegen ISIS und Al Qaida vorgeht; und drittens, dass die “White Helmets” keine neutrale Sanitätsabteilung sind, sondern eine vom Westen finanzierte Kriegspartei und Propagandatruppe.

Nun macht zwar eine kleine “Real News”-Schwalbe auf CBS noch keinen Sommer, aber deutet immerhin an, dass die ersten nicht völlig verblendeten und gehirngewaschenen Journalisten kapieren, dass sie mit der Story vom “demokratischen” Kampf gegen einen “blutigen Diktator” einem ähnlichem Fake aufgesessen sind wie 2003 mit den Massenvernichtungswaffen Iraks. Dass die angeblich massakrierte Zivilbevölkerung in Aleppo massenhaft jubelte und die dort lebenden Christen erstmals seit Jahren friedliche Weihnachten feiern konnten,war in den noch auf Fake News geeichten Leitmedien zum Fest allerdings nicht die Top-Meldung, sondern fiel in der “Lückenpresse” weitgehend unter den Tisch. Immerhin konnte Götz Aly in der Berliner Zeitung darauf aufmerksam machen, dass es an der Zeit ist, die Polit-Märchen über Syrien zu beenden und statt ideologischem Wunschdenken wieder Realpolitik zu betreiben.

Dies bedeutet, nach dem Scheitern von Plan A – dem Regime Change in Damaskus – jetzt auch den Plan B, die Zerschlagung und Balkanisierung des syrischen Territoriums fallen zu lassen, und eine echte Friedenspolitik für Syrien zu betreiben. Nicht wie die Briten und die USA, die sich mit der Niederlage nicht abfinden wollen und weitere Waffenlieferungen an die Al Nusra-Terroristen planen, sondern eher so wie es die Russen tun, denen es bereits Anfang Dezember gelungen ist, einen der Hauptfinanziers der Dschihadisten in Syrien – Katar – umzudrehen und einen Stopp der Geldströme zu erreichen – indem sie ein Fünftel der Aktien von “Rosneft”, des größten russischen Energiekonzerns, an Katar verkauften. Wer die Hintergründe des ganzen Syrienkriegs kennt – die Tatsache, dass es dabei nicht um “Menschenrechte” und “Demokratie”, sondern um Öl und Gas (-Pipelines) geht, kann die Bedeutung dieses Deals zwischen Moskau und Doha ermessen: hinter den Kulissen haben sich die beiden größten Erdgas-Produzenten der Welt geeinigt und betreiben nun gemeinsame Geschäfte.

Ob nun Gazprom seine schon bis in die Türkei führende “Blue Stream”-Pipeline verlängert und/oder der Iran sein Öl künftig ans syrische Mittelmeer liefert und/ oder am Ende  doch noch Katar und Saudi-Arabien mit ihren Plänen zum Zuge kommen, deren Absage durch Assad dazu führte, dass der  “sympathische Augenarzt” Assad in den Medien zum “blutigen Diktator” mutierte, der entfernt werden musste – dieser Ausgang der Schlacht um Pipelinenistan ist noch nicht entschieden. Mit der Vertreibung der Dschihadisten aus Aleppo scheint aber ein entscheidender Schritt gemacht, dem Treiben der islamistischen Söldner in Syrien und ihrem ISIS-“Kalifat” ein Ende zu setzen. Dann ist noch immer kein Frieden, aber das tägliche Morden und die Vertreibung wären weitgehend eingedämmt. Und auf Basis von Real News könnte Politik gemacht werden, statt mit Fake News immer nur Krieg…

Gestrüpp unter Nase – Old Shatterhands sehr deutscher Bart.

Gestern abend schaute ich “Winnetou”. Es war gewissermaßen Pflichtprogramm und  lief erstaunlicherweise ohne Werbung, als ob  RTL zum Fest einen Adblocker eingebaut hätte. Karl May  war mein erster Lieblingsschriftsteller. Nach Wilhelm Busch und den Brüdern Grimm, die ich vom Vorlesen kannte  war das erste Buch, das ich mit 8 oder 9 Jahren selbst und bis zuende gelesen hatte Sammy Drechsels Fußballroman “Elf Freunde müßt ihr sein”. Und danach kam dann bald alles, was von den dicken, dunkelgrünen  Karl May Bänden in der Leihbibliothek verfügbar war. Weil wie im Fußball auch bei der Literatur die Regel “Einmal Fan, immer Fan” gilt, ließ ich auch später auf den sächsischen Großepiker nichts kommen, auch und gerade nachdem ich gelernt hatte, dass er seine Reisen durch den Wilden Westen und das wilde Kurdistan nur halluziniert hatte und kritische Germanisten ihn als “Protofaschisten” porträtierten, den auch schon der junge Hitler gut gefunden hätte. Da hielt ich es eher mit Ernst Bloch, der Karl May  neben Hegel stellte und in “Erschschaft dieser Zeit” notierte: “Old Shatterhand trägt einen sehr deutschen Bart, und seine Faust schmettert imperialistisch herab.”

Das scheinen auch die Autoren der Neuverfilmung gelesen zu haben, denn dort fragt Winnetou den zum Eisenbahnbau ins Apatschen-Land gekommenen Deutschen, warum er eigentlich einen Schnauzbart (“Gestrüpp unter Nase”) trage. Nicht zufällig ist der zum Anti-Imperialismus und Völkerverständigung neigende Indianerfreund Shatterhand am Ende dann so glatt rasiert wie weiland Lex Barker in den 1960ern. Diese Filme gehörten damals ebenfalls zum Pflichtprogramm, wurden Kult taugen heute aber allenfalls noch zu Nostalgiezwecken. Von daher hatte ich von einer Neuverfilmung eher wenig erwartet und war dann sehr angenehm überrascht, wie dem alten Stoff ein irgendwie neues, zeitgemäßes Leben eingehaucht wurde.

Da wünscht man sich fast, dass nach dem humanistischen Indianderfreund Shatterhand alsbald auch der Orientexperte Kara Ben Nemsi einer Neuinszenierung unterzogen wird. Denn auch wenn man das christlich-pazifistische Weltbild des Maysters, seine Hoffnung dass  von “der Liebe dem Hasse das Schwert aus der Hand gewunden wird”, als naiv abtun kann – seine Expertise zur “orientalischen Frage”, die mit dem Zerfall des Osmanischen Reiches Ende des 19. Jhds. und Aufständen auf dem Balkan und in Asien das große geopolitische Thema der Zeit war, in der May diese Romane schrieb, scheint angesichts eines “Islamischen Staats” und eines Sultans Erdogan durchaus wieder aktuell.

In “Von Bagdad nach Stambul” fragt Sir David Lindsay Kara Ben Nemsi nach seiner Ansicht zur Lage im Mittleren und Nahen Osten und Karl May holt zu einer längeren Lektion aus, die in einer durchaus weihnachtlichen Predigt mündet:

“Ich habe mich niemals leidenschaftlich mit Politik beschäftigt, und die orientalische Frage ist mir gar ein Greuel. Wer sie erst definieren kann, der mag sie danach lösen. Sie und der sogenannte „kranke Mann“ haben mich selbst in der lebhaftesten Gesellschaft stets zum sofortigen Schweigen gebracht. Ich habe nicht politische Medizin studiert und kann also nicht sagen, an welcher Krankheit dieser Mann leidet; aber ich meine sehr, daß grad ganz in seiner Nähe Zustände herrschen, welche ich nicht gesund nennen möchte. Der Türke ist ein Mensch, und einen Menschen macht man nicht damit gesund, daß die Nachbarn sich um sein Lager stellen und mit Säbeln ein Stück nach dem andern von seinem Leibe hacken, sie, die sie Christen sind. Einen kranken Mann macht man nicht tot, sondern man macht ihn gesund, denn er hat ein ebenso heiliges Recht, zu leben, wie jeder andere. Man entzieht seinem Körper die Krankheitsstoffe, welche ihm schädlich sind, und reicht ihm dagegen das Mittel, welches ihn heilt und wieder zu einem leistungsfähigen Menschen macht. Der Türke war einst ein zwar rauher, aber wackerer Nomad, ein ehrlicher, gutmütiger Gesell, der gern einem jeden gab, was ihm gehörte, sich aber auch etwas. Da wurde seine einfache Seele umsponnen von dem gefährlichen Gewebe islamitischer Phantastereien, Lügen und Widersprüche; er verlor die Klarheit seines ja sonst schon ungeübten Urteiles, wollte sich gern zurecht finden und wickelte sich desto tiefer hinein. Da ward der bärbeißige Gesell zornig, zornig gegen sich und andere; er wollte sich einmal Gewißheit schaffen, wollte einmal sehen, ob es wahr sei, daß das Wort des Propheten auf der Spitze der Schwerter über den Erdkreis schreiten werde. (…)
Nur ein einziger steht von ferne, mit christlicher Teilnahme im Herzen. Er war ihm einst ein ehrlicher Feind und möchte ihm nun auch ein ehrlicher Freund sein. Er hat eingesehen, daß der Türke ein ebenso großes Recht hat, sein Land zu behalten, wie Preußen sein Schlesien, Sachsen und Hannover behalten hat. Dem Kranken, um welchen die Geier lauern, ist schon der aufrichtige Blick dieses Einen eine Bürgschaft der Genesung, und darum fühlt er sich bereit, ihm zuliebe selbst das zu thun, was er sich von anderen nie erzwingen ließe.
Dieser Einzige ist der Deutsche. Ist dem Germanen wirklich die weltgeschichtliche Rolle zugeteilt, der Träger christlicher Humanität zu sein, so ist er sicher überzeugt, daß Mekka einst veröden wird, wenn die Liebe dem Hasse das Schwert aus der Hand gewunden hat. Oder ist es vielleicht Wahnsinn, zu glauben, daß der Türke ein Christ werden könne? Das hieße nichts anderes, als die Macht des Evangeliums verleugnen.
– – –
Warum aber diese Einleitung? Einfach darum: Ich hasse den Türken nicht, sondern er dauert mich, weil ich ein Christ bin, und es thut mir immer wehe, wenn ich einen Türkenfresser behaupten höre, daß dem Osmanen nicht zu helfen sei. Das ist Pharisäer-Hochmut, aber kein Christensinn. Die Streiter unserer heiligen Kirche besitzen mächtigere Waffen, als Schwerter und Kanonen es sind. Diese Waffen haben Weltreiche ohne Blut erobert. Warum soll diese Eroberung des Friedens nicht still und kräftig weiterschreiten? Das ist die Lösung der orientalischen Frage, wie der Christ sie sich denkt.”

Make Love Great Again

Die Weihnachtskarte von Freund Seyfried aus 2011 paßt immer noch – und gerade jetzt besonders. Denn wir haben den Terror ja nicht wegen der Flüchtlinge, sondern wir haben die Flüchtlinge wegen des Terrors. Dies gilt es bei allen “Konsequenzen”, die jetzt gefordert werden, immer zu bedenken. In diesem Sinne wünsche ich allen friedliche Weihnachten und ein frohes Fest. Die Parole für 2017 lautet: Make Love Great Again!

Same procedure as every year, James!

Mit dem Terror ist es wie beim “Dinner For One”,  zu  dem Miss Sophie an ihrem Geburtstag imaginäre Gäste empfängt, deren sämtliche Gläser dann der Butler leeren muss. Um auf seine Nachfrage vor jeder neuen Runde, ob alles wie im letzten Jahr laufen soll, die ikonisch gewordene Antwort  “Same procedure as every year, James!” zu erhalten. Für das Drehbuch von Terroranschlägen ist die Zeile mittlerweile aber ebenso angebracht: sie laufen immer nach demselben Muster, mit imaginären weil verstorbenen Gästen, die aber namentlich bekannt sind. Seit der unkaputtbare  magische Pass des Satam Al Suqami, eines der vermeintlichen “Hijacker” des 11.Spetember 2001, den Crash in das World Trade Center überlebte, hinterlassen Terroristen regelmäßig ihre Ausweise am Tatort: wie in Nizza und Paris jetzt auch in Berlin. Dort hatte der Amokfahrer Anis Amri nicht nur seine Ausweispapiere, sondern auch eine Geldbörse und sein Handy zurück  gelassen. Über die merkwürdige Verspätung, mit der diese Fundstücke auftauchten, hatte ich im letzten Beitrag schon vermutet, dass es sich dabei um “Nachbesserungen” der Beweislage handeln könnte, weil bis dahin die vorliegenden Informationen über den Verdächtigen nicht gerichtsfest waren und aus Geheimdienstquellen stammten.

Dass der Pegida-Gründer Bachmann schon zwei Stunden nach der Tat am Montagabend von einem tunesischen Verdächtigen twitterte und sich auf Ermittlungen der Berliner Polizei berief   – die zu diesem Zeitpunkt noch einen vom Tatort geflüchteten Pakistani verhörte ( und sehr schnell wieder laufen lies)  –  passt zu dieser Vermutung.  Ebenso wie die mittlerweile bekannt gewordene Fakten aus der jüngsten Vergangenheit des Asin Amri, der nicht nur der Polizei, sondern auch den Geheimdiensten bestens bekannt war und von März  bis September 2016 observiert wurde. Denn der junge Mann war kein Flüchtling des “arabischen Frühlings”, sondern ein gewalttätiger Krimineller, der in Italien schon mehrere Jahre im Gefängnis verbracht hatte. Weil Tunesien nach der Entlassung Amris aus dem italienischen Knast die Annahme des abzuschiebenden Klienten verweigerte und seine Identität anzweifelte – eine auch von Marokko und anderen nordafrikanischen Staaten gern angewandte Methode, um ihre kriminellen Landsleute fern zu halten – konnte er 2015 ungehindert nach Deutschland reisen, obwohl seine Akte in die Schengen-Datenbank eingespeist war.   Auch nachdem er hier gegenüber V-Leuten Interesse an Waffen und gewalttätigen Aktionen geäußert hatte, sahen die Behörden noch keinen Grund zum Eingreifen. In Berlin sei er nicht durch Kontakte zur radikal-islamischen Szene, sondern nur als Kleindealer im Görlitzer Park aufgefallen, heißt es. Im Sommer wurde Amri mit falschen Ausweispapieren in Ravensburg in Abschiebehaft genommen  – und wird tags darauf, obwohl sowohl sein krimineller wie auch sein islamistischer Hintergrund aktenkundig sind, wieder freigelassen. Wirklich verfolgt scheint sich der junge Mann auch nach seiner schrecklichen Tat nicht gefühlt haben, er besuchte laut rbb eine als Islamistenzentrale bekannte Moschee in der Perleberger Straße in Mobait, direkt gegenüber der Polizeidirektion 3.

Angesichts dieser “Karierre”  stellt sich die Frage:   ist dies alles ein grandioses Behördenversagen mit tragischem Ausgang – oder haben wir es mit  einem gewaltbereiten, an der langen Leine geführten inoffizieller Mitarbeiter der Geheimdienste zu tun, den man  im geeigneten Moment von der Kette läßt.  Ich weiß, dass man über so etwas nicht laut nachdenken soll, weil unsere Dienste ja die Verfassung und die Demokratie schützen und niemals solche Mordtaten begehen lassen würden. Doch in kalter machiavellistischer Perspektive macht es aus staatlicher Sicht durchaus Sinn, den Terror selbst zu veranstalten und dann  durch seine Bekämpfung und Beseitigung die eigene Macht,- und Kontrollposition weiter auszubauen – alles nach der Methode: “Bereite die Lösung vor und schaffe dann das Problem”, die  schon seit Marcus Crassus (70 v.Chr.) erfolgreich praktiziert wird. Nicht zufällig sprach Altkanzler Helmut Schmidt noch 2007  von Staatsterrorismus. Ob es sich bei der Operation Weihnachtsmarkt um einen solchen handelte, wird sich nicht wirklich klären lassen. Denn der  nach der vorhersagbaren “same procedure” auf der Flucht getötete Verdächtige sorgt jetzt nach wiederum derselben Prozedur dafür, dass eine wirkliche Aufklärung des Falles nicht mehr stattfinden wird. Täter tot, Klappe zu. Ausweise als Beweise müssen reichen

Wenn es aber nun keine Geheimdienstoperation war, um die Bevölkerung in Schrecken zu versetzen und weiter auf den “war on terror” einzuschwören, sondern es sich bei Asin Amri um einen authentischen Terroristen handelte, der infiltriert mit islamistischer Ideologie  diese Wahnsinnstat aus freien Stück begangen hat, dann wäre angesichts des institutionellen Großversagens der Rücktritt  der Verantwortlichen vom Minister abwärts eigentlich überfällig. Denn die Behörden kannten die Anschlagpläne dieses Herrn und liesen ihn weiter machen… womit wir dann schon wieder mittendrin wären, in der Schlapphut-Community a la NSU… Hach… ich kann nur sagen: I’m sick of this shit. Frohes Fest!

Zur Ausweispflicht für Terroristen

Bei einer Explosion auf dem Weihnachtsmarkt in Aleppo hatte die Bevölkerung der umkämpften Stadt gestern keine Opfer zu beklagen, in Berlin indessen ringen die Ärzte immer noch um das Leben zahlreicher Verletzter und die Angehörigen trauern um die bisher 12 Menschen, die auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz ums Leben kamen. Auch wenn das Bekenntnis des “IS”, dass es sich bei demTäter um einen “Bruder” gehandelt habe, keinerlei Beweiskraft hat, würde es in das Muster der dem “Islamischen Staat” und seinen Sympathisanten zugeschriebenen Attacken passen. Dass diese Terroristen jetzt nicht mehr nur in Syrien aktiv werden, sondern auch zunehmend in Europa, enstpricht der Gefechtslage “vor Ort”, wo es dank der Erfolge der syrischen und irakischen Armeen für das “Kalifat” immer enger wird. Und so erreicht der “Heilige Krieg” nicht nur die Weihnachtsmärkte in Aleppo, sondern auch die in Berlin.

Als heute Nachmittag die Nachricht kam, dass in dem Tatfahrzeug Papiere eines Tunesiers gefunden wurde, der Kontakte zur salafistischen Szene und auch zu einem dort tätigen V-Mann des Verfassungsschutzes gehabt haben soll, kam mir natürlich sofort die “Ausweispflicht für Terroristen” in den Sinn, die seit 9/11 dafür sorgt, dass Identitätspapiere der Täter regelmäßig an den Tatorten gefunden werden. Diesesmal soll es sich um eine in Fussraum des Lkws entdeckte “Duldungsbescheinigung” handeln.

Dass dieser Fund und die öffentliche Fahndung nach dem Verdächtigen namens Anis Amri erst 36 Stunden nach der Tat erfolgte, nachdem die Medien zuvor 1,5 Tage  in Endlosschleife Nachrichten ohne Nachrichten über das Ereignis sendeten, ist sehr merkwürdig, denn Tatfahrzeuge werden wie jeder Tatort-Zuschauer weiß, nicht erst am nächsten Tag im “Labor”, sondern schon vor Ort untersucht. Ein zerknülltes Dokument im Fußraum des Wagens hätte also spätestens nach einer Stunde auffallen und der Verdächtige sofort zur Fahndung ausgeschrieben werden müssen. Warum also so spät ? Ein Experte in Polizei,- und Ermittlungssachen, den ich dazu befragte, sagte: “Ich kann mir ja gut vorstellen, dass du – Stichwort “Gladio”, staatlich organisierter Terror – gleich wieder eine Großverschwörung witterst. Es könnte aber auch eine kleinere sein: über den  als “Gefährder” schon polizeibekannten Verdächtigen lagen Erkenntisse von Geheimdiensten vor, gegenüber V-Leuten hat er über sein Vorhaben möglicherweise schon gesprochen, für den Richter reichen solche Geheimdiensthinweise aber als Gründe für einen Haftbefehl oft nicht aus. Die Dienste erzählen bekanntnlich viel und längst nicht alle Richter folgen diesen Geschichten. Wenn  die Erkenntnisse aus illegalen Telefonüberwachungen von NSA oder BND stammen sind sie gerichtlich ohnehin nicht verwertbar. Die Polizei hat also durchaus Erkenntnisse über den Verdächtigen, kriegt ihn aber damit nicht zu fassen. Also läßt man das Fahrzeug nochmal vom BKA untersuchen – und “findet” dann das Dokument, das man vorher schnell kopiert hat.” – Und das Muster der immer wieder bei Terroranschlägen gefundenen Ausweise ? – “Das allein sagt eigentlich noch nichts. Der IS und auch die Hamas und andere islamistische Organisationen unterstützen die Familien der Selbstmordattentäter, die deshalb ein Interesse an Identifizierung haben.”

Dass jetzt alle auf dem Terror ihr Süppchen kochen, von Seehofer über das Innenministerium bis zu den rechtsextremen Geiern, macht das Terror-Bingo komplett.   . Als ob irgendeine “Obergrenze” für Flüchtende verhindern könnte, dass Terroristen mit Sattelschleppern in Menschenmengen rasen, als ob sich “Sicherheit” herstellen liese, indem man nur noch blonde und blauägige Asylbewerber zuläßt, als ob man in einer globalisierten Welt mit Bomben und Drohnen fröhlich Kriege führen kann ohne dass zu Hause irgendetwas zurückschlägt. Innenpolitisch läßt sich gegen solchen Terror nur sehr wenig machen; nur eine außenpolitische Wende, ein Stop des “war on terrors”, der die Welt mit Terror überzieht, kann ihn eindämmen. Bis dahin bleibt die Autobombe  die Airforce des kleinen Mannes.

UPDATE: Zu der oben zitierten These, dass mit Beweisen “nachgebessert” wurde, spricht die heutige Meldung, dass der Pegida- Gründer Lutz Bachmann schon zwei Stunden nach der Tat von einem tunesischen Verdächtigen twitterte und sich auf Ermittlungen der Berliner Polizei berief.

Der Trend geht zum Zweitbuch!

Zum vierten Advent bitte ich die Leserschaft dieses Blogs um ein wenig Unterstützung. Denn dass hier seit Jahren frisch und fröhlich  gebloggt wird wäre gar nicht möglich, wenn ich  für meine guten Worte nicht irgendwo auch Geld bekommen würde. Wie  für meine Bücher, die ja nicht nur sehr gut sind, sondern sich auch hervorragend als Geschenk eignen. Vor allem wenn sie ein Interesse oder einen Nerv der Beschenkten treffen und tatsächlich gelesen werden. Deshalb im Folgenden eine kleine Handreichung für wen was besonders geeignet ist:

dgw-cov-2Kaum schreibt man ein Buch mit dem Titel “Die ganze Wahrheit über alles” schon werden “Fake News” und das “postfaktische Zeitalter” zum Thema.  Dabei ist die  Wahrheit eigentlich ganz einfach: wir könnten die Erde ohne Weiteres in das Paradies verwandeln, das sie ja eigentlich ist, wenn wir die guten Ideen zur Lösung sämtlicher Probleme endlich umsetzen. In 72 Kapiteln zeigt das Buch nicht nur auf was gnadenlos schiefläuft in der Welt, sondern auch wie wir  es besser machen können. Mehr dazu hier sowie in diesem ausführlichen Interview über das Buch.  Laut Umfragen glaubt in Deutschland zum ersten Mal seit dem 2. Weltkrieg eine Mehrheit der Eltern nicht mehr, dass es ihren Kindern einmal besser gehen wird. Für alle, denen die Zukunft nicht egal ist, ist dieses Buch unverzichtbar.

der-fall-ken-jebsen-coverWenn jemand im Familien,-oder Freundeskreis “irgendwas mit Medien” zu tun hat, sei es weil er oder sie dort arbeitet oder gern arbeiten würde, oder viel im Netz unterwegs ist, weil die Fake News der etablierten Medien genauso nerven wie die auf Facebook, oder sich ernsthaft Sorgen macht über die Zeitungskrise und den Niedergang der öffentlich-rechtlichen Programme – dann ist  das soeben erschienene Buch  “Der Fall Ken Jebsen oder Wie Journalismus im Netz seine Unabhängigkeit zurückgewinnen kann” ein Muss. Denn es zeigt nicht nur, was schiefläuft im Medienbetrieb, sondern auch, wie man es richtig macht. Nach seinem Rauswurf bei der ARD nahm sich Ken Jebsen 2012 einen Keller, lieh sich eine Kamera und rief die Zuschauer zur Unterstützung auf. Heute ist KenFM einer der erfolgreichsten unabhängigen und crowd-finanzierten Kanäle im Netz.

wsdg-coverMenschen, die sich für Welt,-und Geopolitik interessieren, und den Konflikt mit Russland und der Ukraine verfolgen und nicht wirklich verstehen, können mit “Wir sind die Guten – Ansichten eines Putinverstehers oder wie uns die Medien manipulieren” ihren Horizont deutlich erweitern. Das im Herbst 2014 erschienene Buch liegt mittlerweile in der 10. Auflage vor, im Januar 2017 wird es bei Rosspen Publishers auch in russischer Übersetzung erscheinen, auf Tschechisch ist es schon länger erhältlich. Dass das Buch noch immer hochaktuell ist, hat auch damit zu tun, dass das Bashing des russischen Präsidenten mittlerweile geradezu groteske Formen angenommen hat: nun soll Putin persönlich ja sogar Hillarys emails gehackt und Donald Trump inthronisiert haben. Wären diese haarsträubenden Verschwörungstheorien nicht ernst gemeint, könnte man nur darüber lachen. Wer die Hintergründe verstehen will, ist mit diesem Buch bestens beraten.

816UV-zrvQLHaarsträubende Verschwörungstheorien von zutreffenden, Fake News von Real News zu unterscheiden ist nicht immer einfach. Deshalb habe ich schon 1999 das “Lexikon der Verschwörungstheorien” von Robert Wilson auf Deutsch herausgebracht – ein Klassiker, der in diesem Sommer in einer Neuausgabe endlich wieder greifbar bist. Wie bewegt man sich in diesem kultischen Zwielicht am Besten und welchen Erkenntnisgewinn man aus diesem Kaleidoskop von Verschwörungen ziehen ? Die Antwort lautet: „Du solltest die Welt als eine Verschwörung sehen, die von einer sehr eng verbundenen Gruppe nahezu allmächtiger Leute betrieben wird, und du solltest daran denken, dass es sich bei diesen Leuten um dich und deine Freunde handelt.“  Wer ketzerisches Querdenken, beißende Polemik und schwarzer Humor mag, auch (und gerade) wenn es um weltbewegende Ereignisse geht, wird dieses Buch lieben. Denn das sind Markenzeichen des Robert Anton Wilson, denen  man auf seinem Streifzug durch die Welt der Verschwörungstheorien immer wieder begegnet.

lalalalalalala

Mit meinem Ko-Piloten Sven Boettcher habe ich ja nicht nur “Die ganze Wahrheit” und das zum Verbrechen des Jahrhunderts nach wie vor defintive “11.9. -Zehn Jahre danach” geschrieben, sondern (unter dem Namen John S.Cooper) auch zwei Polit-Thriller, die ich allen, denen Sachbücher zu anstrengend sind,  empfehlen kann. In “Das fünfte Flugzeug” geht es um die Aufklärung von 9/11, in der Fortsetzung “Zero” um die Finanzkrise und eine virtuelle Währung, die den (2010 noch nicht existierenden vorhandenen) Bitcoin vorwegnimmt. Beides sind spannnende page turner die  man nicht aus der Hand legen kann wenn man einmal drin ist – das sage nicht ich, sondern sehr viele Leserinnen und Leser. Sven und ich hatten das Ganze eigentlich als Trilogie konzipiert, doch zum dem  dritten Cooper-Band  sind wir bisher nicht gekommen – vielleicht schaffen wir’s nächstes Jahr. Dann gibts Weihnachten die Fortsetzung…

11.9. - zehn Jahre danach_ Der Einsturz eines LügengebäudesSeit fünf Jahren auf dem Markt, und immer noch “Bestseller Nr.1 in Geschichte des 11. Septembers”, was keine Überraschung ist, denn schließlich zeigt  “11.9. -Zehn Jahre danach – Der Einsturz eines Lügengebäudes”, dass es sich bei der offiziellen Geschichte des 11.9. mit 99,9-prozentiger Sicherheit um die Fake News des Jahrhunderts handelt. In diesem Buch, wie auch in meinen anderen Arbeiten zu 9/11, wird keine Theorie über die wahren Täter und Hintermänner aufgestellt – das können nur Gerichte, die Zeugen vorladen und zurückgehaltene Dokumente sichten können – sondern dokumentiert, dass es sich bei der offiziellen Version um eine unbewiesene und haarsträubende Verschwörungstheorie handelt. Und das an einer Neu-Untersuchung dieses Jahrhundertsverbrechens, in dessen Folge der “war on terror” in den letzten 15 Jahren schon über 1,5 Millionen Leichen produziert hat, kein Weg vorbeiführt.

 

seyfried-broeckers_hanf_im_Ok…auch wenn all diesen Büchern immer wieder bescheinigt wurde, dass sie gut geschrieben und leicht zu lesen sind, ist das doch alles mehr oder weniger heavy stuff . Damit will man vielleicht ja nicht jede/n unbedingt beladen. Deshalb hier noch ein Klassiker, der seit je für Hochstimmung vor allem in jenen Haushalten sorgt,  in denen Weihnachten nach dem Motto “Rauche, staune, gute Laune” gefeiert wird: “Hanf im Glück”. Zusammen mit meinem Freund Seyfried verfiel ich vor langer Zeit einmal in eine Woche des Reimzwangs und so schrieben wir die ganze Geschichte der unterdrückten Wunderpflanze Hanf in Versen auf : “Also sprach Konfuzius/Natürlich unter Hanfeinfluss/Die Welt teilt sich in Yang und Yin/im Hanf jedoch ist beides drin” Hier eine kleine Kostprobe, des mittlerweile in 4. Auflage vorliegenden Lyrikbands, dem viele Fans einen sehr hohen kosmischen Kicherfaktor bescheinigt haben. Das Werk ist  sowohl gedruckt wie auch als Hörbuch erhältlich.

Alle Bücher sind im lokalen Buchhandel erhältlich oder kommen mit einem Klick auf den Titel per Versand.

Yankee and Cowboy War 2.0 – 7. Folge

putintrumpbaby

Die Welle von Fake News, nach der die Russen bzw. Putin persönlich Trump auf den Trohn verholfen haben, weil “russische Hacker”  bzw. Putin persönlich kompromitierende Mails der Demokraten an Wikileaks gegeben hätten, nimmt kein Ende. Dass die Story komplett auf Gerüchten beruht und es sich somit um eine lupenreine Verschwörungstheorie handelt tut ihrer faktenfreien Fortsetzung offenbar keinerlei Abbruch. Dass an vordester Front der Kampagne mit der New York Times und der Washington Post zwei Urgesteine der CIA-Fakes tätig sind wundert nicht und entspricht dem aktuellen Frontverlauf zwischen Yankees und Cowboys: CIA, Neocons,  Großmedien und Obama-Regierung auf der einen Seite – und FBI, NSA, DIA (Militärgeheimdienst) auf der Seite Trumps. Letztere, inklusive des DNI (Direktor sämtlicher Geheimdienste) Clapper, bestehen darauf, das es allenfalls Vermutungen und Hinweise, aber keinerlei Beweise für einen russischen Hack gäbe, dazu kommen von namhaften Zeugen, wie der ehemaligen UK-Botschafter Craig Murray und Julian Assange, die darauf schließen lassen, dass es sich gar nicht um einen Hack, sondern um ein Leak handelt. Dennoch wird die Story in den Großmedien weiter und weiter gekocht, die scheinbar nicht einmal merken, wie sie sich mit dieser Dauerproduktion von Fake News immer weiter in die Bredouille bringen als selbst ernannte Verbreiter von Real News.

Wie das hierzulande abläuft hat Kollege Paul Schreyer gerade sehr schön am Beispiel der FAZ demonstriert, die aus vagen “Hinweisen auf russische Angriffskampagnen”, die der deutsche Verfassungsschutz in einem Newsletter veröffentlichte, in einem Leitartikel auf der ersten Seite “präzise Erkenntnisse” macht,  “dass Cyberangriffe auf deutsche Politiker und politische Institutionen wie den Bundestag vom russischen Staat geführt werden.” Ein Lehrstück, wie kluge Köpfe mit Fake News hinters Licht geführt werden – vorgegeben von den transatlantischen Spin-Doktoren, die diese Story ad nauseam  als Real News nur deshalb durchpeitschen, weil sie damit 37 Wahlmänner des “Electoral College” beeinflussen wollen, ihre Stimme am 19.Dezember nicht für Trump abgzugeben – gegen das Votum ihrer Wähler, denen sie den Platz in diesem Gremium verdanken.  Was die “Yankees” da genau vorhaben hat der stets gut informierte  Blog “Moon of Alabama” zusammengefasst:

  • There is an “elite” coup attempt underway against the U.S. President-elect Trump.
  • The coup is orchestrated by the camp of Hillary Clinton in association with the CIA and neoconservative powers in Congress.
  • The plan is to use the CIA’s “Russia made Trump the winner” nonsense to swing the electoral college against him. The case would then be bumped up to Congress. Major neocon and warmonger parts of the Republicans could then move the presidency to Clinton or, if that fails, put Trump’s vice president-elect Mike Pence onto the throne. The regular bipartisan war business, which a Trump presidency threatens to interrupt, could continue.
  • Should the coup succeed violent insurrections in the United States are likely to ensue with unpredictable consequences.

Weitere Details dazu und  Links hier.  Was los wäre, wenn bei umgekehrtem Wahlausgang die Cowboy-Fraktion solche Versuche unternommen hätte, die Wahl nachträglich zu manipulieren, kann man sich vorstellen. Ich wage aber die Prognose, dass die “Yankees” damit nicht durchkommen – dazu ist der Nonsens dieses Fakes einfach zu durchsichtig.

Die vorherigen Folgen dieser kleinen Serie hier

Putintrolle kommen als Weihnachtsmann

santa-mushroomManipulieren die Russen außer den Wahlen jetzt auch noch Weihnachten? Wenn in diesen Tagen überall rundliche Männer in roten Mänteln mit weißem Pelzbesatz auftauchen, wissen alle Kinder, dass bald Weihnachten ist. Die Erwachsenen erzählen ihnen die Geschichte, dass der Weihnachtsmann im Rentier-Schlitten über den Himmel gezogen wird und überall Geschenke verteilt. Die liefert er, indem er mit seinem Sack durch den Kamin hinabsteigt und sie unter dem grünen Baum ablegt, den die Menschen zu Weihnachten in ihren Häusern aufstellen. Um sodann mit einem fröhlichen “HoHoHo” auf seinem magischen Schlitten wieder zu verschwinden.

Soweit der alte Mythos, oder wie es neuerdings heißt, die “Fake News”, der sich die allgemeine Beliebtheit des Weihnachtsmanns verdankt. Klopft man diese nun auf ihren Realitätsgehalt ab – wie es neuerdings Großmedien und Regierungen tun, um die merkwürdige Beliebtheit des Präsidenten mit der Eichhörnchenfrisur zu entschlüsseln -, kommt man in Sachen Weihnachtsmann erstaunlicher Weise zu demselben Ergebnis wie die “Washington Post” in Sachen Trump: Die Russen stecken dahinter!

Der Mann, der uns mit roten Backen, weißem Bart und rot-weißem Mantel von jedem Werbeplakat und jeder Schoko-Verpackung anlacht, ist tatsächlich Russe. Er stammt aus Sibirien. Bevor er als “Nikolaus” oder “Santa Claus” weltweit bekannt und zu einer mythischen Figur wurde, arbeitete er als Schamane bei den halb-nomadischen Stämmen, die im Nordosten der sibirischen Tundra in symbiotischer Gemeinschaft mit ihren Rentier-Herden lebten. Diese Tiere sicherten ihnen in den eisigen Wintern nicht nur ihre Existenz, sie teilten mit ihren Hirten auch die Vorliebe für das Sakrament, das im Zentrum der schamanischen Kultur Sibiriens stand: Amanita muscaria, der Fliegenpilz.

Continue reading →