18
Nov, 2011

Ich bin dann mal weg…

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…aber der hiesige Blogwart hat versprochen, ab & zu die Kommentare freizuschalten. Wenn also was Weltbewegendes passiert kann hier kommentiert werden. Dass mir selbst in den nächsten Wochen hoffentlich so ziemlich alles am sprichwörtlichen Arsch vorbei gehen wird, dafür hat die geneigte Leserschaft angesichts der herrlichen Destination sicher volles Verständnis. So um den 10. Dezember geht es hier dann heiter weiter.

17
Nov, 2011

The Dirty Fucking Hippies Were Right!

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16
Nov, 2011

To Big To Fail ? Occupy Prohibition!

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Der “Guardian” hat am Sonntag mal wieder ein kämpferisches Editorial über das Scheitern des Drogenkriegs veröffentlicht -The war on drugs and the shameful silence of our politicians  – doch es wird, wie so viele redliche und faktengesättigte Analysen und Kommentare in den letzten Jahrzehnten, einmal mehr nichts nützen. Jeder weiß, dass der “war on drugs” aussichtslos ist, dass er mehr Schaden anrichtet als verhindert und die Opfer produziert, die er zu retten vorgibt . Mehr als 2,5 Billionen Dollar haben allein die USA in den letzten 40 Jahre ausgegeben, um diesen Krieg zu führen, mit dem Erfolg, dass heute mehr Drogen  als je zuvor konsumiert werden – und dennoch die  Budgets dieser bizarren “Drogenbekämpfung” jährlich weiter steigen. Warum ? Wie die Großbanken ist auch der Drogenhandel to big to fail, das Drogengeschäft ist “systemrelevant” – USA und NATO zahlen ihre Partner im Afghanistan-Krieg jetzt seit zehn Jahren  mit Heroin. In meinem  Buch “Die Drogenlüge – Warum Drogenverbote den Terrorimsus fördern und Ihrer Gesundheit schaden” wird diese Systemrelevanz u.a. mit einem Zitat des ehemalige CIA-Chefs William Casey verdeutlicht, der 1986 vor dem Untersuchungsauschuß der Iran-Contra-Affäre darüber aussagen mußte, warum sein Dienst den Großhandel mit Kokain ermöglichte:

“Meine Aktionen mögen als kriminell angesehen werden, weil sie zahllose Amerikaner zur Drogenabhängigkeit verdammen. Das ist mir egal. Jeder Krieg produziert Opfer. Grundsätzlich ist ein Krieg um so kürzer, je gewalttäiger er ist. Meine Wahl war entweder einem andauerenden Guerilla-Aufstand des Kalten Kriegs in Lateinamerika zuzuschauen, oder die verfügbaren Mittel zu nutzen um einen gewalttätigen Krieg von kurzer Dauer für die Demokratie zu finanzieren und zu führen. Ich stehe zu meinen Entscheidungen. Das Werkzeug ist Kokain. Der Trick ist zu verstehen, dass die Drogenkonsumenten die Freiheit der Wahl haben. Sie wählten die Droge. Und ich entschied ihre Gewohnheit zu benutzen um die Demokratie zu finanzieren, an der sich alle Amerikaner erfreuen. Und um diese Amerikaner vor der kommunistischen Bedrohung zu schützen, die an unsere Hintertür in Lateinamerika klopft. Um dies zu ändern muß der Drogenkonsument seinen gesellschaftlichen Beitrag leisten.”

Dieser “Beitrag” zur Finanzierung von “Demokratie” ist auch heute noch zu groß, um darauf zu verzichten -  weshalb CIA und NATO ihren Kombattanten weiterhin die Kanäle für das Drogengeschäft offenhalten – und gleichzeitg mit dem “Krieg gegen Drogen” dafür sorgen, dass die Gewinnspannen exorbitant bleiben. Denn nur dank der Illegalität werden aus einfachen Agrarprodukten wie Mohn oder Coca im Wert von 1000 $ die “Luxusprodukte” Heroin oder Kokain mit einem Endkundenpreis von 100.000 $. Kämen sie dahin zurück, wo sie einst herkamen – die Apotheke – wären es nur einfache und billige Arzneimittel. Und die Milliarden von Schwarzgeld, die über die noch immer nicht geschlossenen Schattenbanken in das legale Börsengeschäft fließen, könnten keine Krokodilfonds für illegale Kriege, Warlords und “Terroristen” “Freiheitskämpfer” füttern. Deshalb und nur deshalb wird die irrationale, kontraproduktive und sozial,-und gesundheitspolitisch destruktive Politik der Prohibtion aufrecht erhalten. “There’s no business like drugbusiness” – und wie die Finanzoligarchie muß diese Drogenherrschaft gebrochen werden. Geschäfte, die to big to fail sind, sodass die Allgemeinheit für ihre Verluste und Schäden aufkommen muß, darf es künftig nicht mehr geben: Occupy Prohibition!

15
Nov, 2011

Victory!

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Während die Polizei Liberty Plaza in New York  und andere Occupy-Camps räumt, weisen die Aktivisten darauf hin, dass man zwar ein paar Zelte niederreißen kann, aber nicht eine Idee. Und die Kreativbolzen von Adbusters stellen in einem “Tactical Briefing” zwei mögliche Strategien vor:

STRATEGY #1: We summon our strength, grit our teeth and hang in there through winter … heroically we sleep in the snow … we impress the world with our determination and guts … and when the cops come, we put our bodies on the line and resist them nonviolently with everything we’ve got.

STRATEGY #2: We declare “victory” and throw a party … a festival … a potlatch … a jubilee … a grand gesture to celebrate, commemorate, rejoice in how far we’ve come, the comrades we’ve made, the glorious days ahead. Imagine, on a Saturday yet to be announced, perhaps our movement’s three month anniversary on December 17, in every #OCCUPY in the world, we reclaim the streets for a weekend of triumphant hilarity and joyous revelry.

Ich tendiere eindeutig zu #2. Denn schon jetzt ist “#Occupy” ein klarer Sieg gelungen – was den Gewinn der öffentlichen Meinung, die Mobilisierung kritischen Denkens, die Thematisierung des Geld,-und Finanzsystems betrifft.  Auch wenn der Winter mit Frost und Schnee einzieht – und  tausende #Schneemännern überall Occupy-Wache halten – wird die Idee nicht unterzukriegen sein. Der Kampf geht weiter.

13
Nov, 2011

Und vergib uns unsere Schulden…

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Das Interview mit Margit Kennedy  über “Geld ohne Zinsen und Inflation”, das ich vor kurzem wiederentdeckt und verlinkt hatte, erschien 1986 in der Zeitschrift “Übermorgen”. Es hat dann doch etwas länger als zwei Tage gedauert, aber nach 25 Jahren ist das Thema dann auch in der FAZ angekommen, namentlich beim Herausgeber Frank Schirrmacher, der in der heutigen Sonntagszeitung über das Buch “Debt – The First 5000 Years” von David Graeber schreibt. Seiner Begeisterung ist anzumerken, dass er bei der Lektüre das eine oder andere Heureka-Erlebnis hatte und zum ersten Mal den unserem Geldsystem inhärenten Systemfehler erkannt hat:

“Graebers Text ist eine Offenbarung, weil er es schafft, dass man endlich nicht mehr gezwungen ist, im System der scheinbar ökonomischen Rationalität auf das System selber zu reagieren.Diese Tautologie hat in den letzten Monaten im Zentrum eines funktionsunfähigen Systems dazu geführt, dass praktisch alle Experten einander widersprechen und jeder dem anderen vorwirft, die Krise nicht zu verstehen. Diese enorme Entmündigung hat nichts mehr mit Rationalität, sondern mehr mit Intuition, nichts mehr mit Wissenschaft, sondern mit Theologie zu tun.”

Der Ausbruch aus diesem irrationalen Glaubenssystem, aus diesem Realitätstunnel, steht in der Tat an – dafür ist “#Occupy” weltweit angetreten und langsam aber sicher scheint es auch in die klügeren Köpfe sickern, dass mit Geldschöpfung aus Nichts kein stabiles Wirtschafstsystem geschaffen werden kann, sondern nur eins: eine zuerst “nur” verschuldete und dann defintiv versklavte Gesellschaft. Wer den Schirrmacher-Artikel gelesen hat kann sich die schwarze Magie der Geldschöpfung noch einmal in einem erhellenden Video zu Gemüte führen.

13
Nov, 2011

Kick Out The Jams, Motherfuckers!

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Der Drogenkriegs-Unsinn hört einfach nicht auf. Gerade war ich mal wieder ein paar Tage in Amsterdam, wo die niederländsiche Regierung jetzt vorhat, Cannabis mit einem THC-Gehalt von über 15 % als “harte Droge” einzustufen. Danach würde ein Großteil des in den Coffeeshops verkauften Marihuanas unter ein Verkaufsverbot fallen. Zumindest für kurze Zeit, denn ebenso wie in den letzten Jahren die “hochprozentigen” Sorten zugenommen haben, würden dann eben wieder auch Sorten angeboten werden, die unter dem ominösen Grenzwert liegen. Grundsätzlich würde diese Regelung also nichts ändern, für die Verbraucher könnte sich dadurch immerhin der Vorteil ergeben, dass die Cannabinoidgehalte angegeben werden müssen. Aber an derart umfassendem Verbraucherschutz liegt der Drogenpolitik bekanntlich wenig – und so ist auch diese Maßnahme nur einmal mehr der Versuch, mit juristischen und bürokratischen Hürden das Rad zurück zu drehen und die Grower und Coffeshopbetreiber zu drangsalieren. Und wenn die Sache durchkommt den illegalen Import von Haschisch wieder anzukurbeln und das heimisch gewonnenen Gras in den Coffeshops zurückzudrängen. Also kontraproduktiv in jeder Hinsicht und einmal mehr eine weitere stumpfsinnige Maßnahme einer grundsätzlich verfehlten Politik.

Wie ja überhaupt  die Warnungen vor Cannabis mit hohen THC-Gehalt – das außerhalb Hollands auf den europäischen Märkten eine eher unbedeutende Rolle spielt – so etwas wie ein letztes Gefecht der Prohibitionisten ist. Nachdem ihnen sämtliche “Mörderkraut”-Argumente zerpflückt worden sind wird jetzt mit Vorliebe vor dem gefährlichen “Turbo”-Gras gewarnt, das man mit dem Stoff der Hippiezeit nicht mehr vergleichen könne. Daran ist wahr, dass es heute tatsächlich sehr viel THC-reichere Hanfsorten gibt als vor 40 Jahren, unwahr ist, dass sie dadurch “gefährlicher” geworden sind. Gefährlich ist vielmehr die Situation des Grau,-oder Schwarzmarkts, die keinerlei Schutz vor gefährlichen Beimischungen bietet und aufgrund fehlender Gehaltsangaben keine korrekten Dosierungen ermöglicht. Sowie der auch in Holland immer noch illegale und deshalb klandestine Indoor-Anbau, der auf schnellstmögliche Blüten-und THC-Produktion setzen muß. Deshalb, so erzählt mir ein erfahrener Hanf-Genetiker, werden für die Coffeeshops fast nur  schnelle Indica-Sorten auf Tempo produziert – Gras das eher “stoned” macht als “high”, was allein mit dem  THC-Gehalt wenig zu tun hat.

Über derlei Feinheiten hatten  wir schon 1994 gebrütet, als Jack Herer in der Jury des Cannabis-Cups war und wir drei Tage Zeit hatten unter den  besten neuen Sorten einen Favoriten zu küren. Wir hatten uns für die Blüten in Beutel Nr. 5 entschieden, wie auch die meisten anderen Juroren, denn diese Sorte, eine Züchtung der Sensi Seed Bank, gewann – und Sensi-Chef Ben Dronkers benannte sie nach dem Emperor of Hemp: Jack Herer. Sie ist heute nicht nur eine der beliebtesten Cannabis-Sorten in den Coffeeshops, auch bei den in den in Holland verschreibungsfähigen Hanfblüten aus der Apotheke handelt es sich um “Jack Herer”. Der THC-Gehalt ist auf der Dose mit 19,5% angegeben. Ein paar Krümmel, schadstoffarm per Vaporizer oder konventionell in Pfeife oder Joint, reichen – und…hui!!!! So muß Medizin wirken. Dass sie von einem Haufen Hippies in einem vernebelten Hotelzimmer in Amsterdam “entdeckt” wurde, mag zwar nicht den gesundheitsamtlichen Testmethoden entsprechen, aber hey: wer heilt hat recht. Und es ist eine gottverdammte Schande, dass Krebs,- MS,- Glaukom,- Schmerz,- und tausenden anderen Patienten in Deutschland diese ebenso wirksame wie unschädliche und preiswerte Medizin vorenthalten wird.

Zum 40. Mal jährt sich alsbald die Freilassung von John Sinclair, dem Autor, Musiker, Mitgründer der “White Panthers” und Manager der Proto-Punkband “MC 5″, den man 1969 wegen zwei Joints, die er an Undercover-Agenten weitergegeben hatte,  für zehn Jahre wegsperren wollte. Nach weltweiten Protesten und einem “Free John Sinclair”- Benefit, das Abbie Hofman, John Lennon, Yoko Ono, Stevie Wonder und andere Freunde organisiert hatten, kam er im Dezember 1971 frei.  Er ist bis heute on the road, in Amsterdam, in London oder in der (sterbenden) MotorCity Detroit, wo das Jubiläum seiner Freilassung dieses Jahr gefeiert  wird, mit vielen der Unterstützer von einst. Angesichts der gärenden, prä-revolutionären “Occupy”-Bewegung  ist der wütende Schrei, mit dem “MC 5″ einst den Rock’n Roll in Rock’n Revolution transformierte – und mir als 15-jährigem sämtliche Nackhaare massierte – denn auch aktueller denn je: Kick Out The Jams, Motherfuckers!

9
Nov, 2011

Goldmans Griechenland-Coup

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Die 650.000 Bankkunden, die in den vier Wochen ihre Konten bei den US-Großbanken abzogen, haben  insgesamt 4,5 Milliarden Dollar transferiert.   Die “Move Your Money” -Aktion  läuft weiter -  und #Occupy geht auch hier in die nächste Runde. Am Samstag werden in Berlin  und Frankfurt Regierungs,-und Bankenviertel umzingelt. Warum das – und mehr – nicht nur dort sondern überall notwendig ist,  hat Greg Palast am Beispiel Griechenland, dessen Volk von  einer korrupten Regierung und Goldman Sachs über den Tisch gezogen wurde,  so kurz und konzise beschrieben, dass wir es hier komplett zitieren:

Greece is a crime scene.  The people are victims of a fraud, a scam, a hustle and a flim-flam.   And––cover the children’s ears when I say this––a bank named Goldman Sachs is holding the smoking gun.
In 2002, Goldman Sachs secretly bought up €2.3 billion in Greek government debt, converted it all into yen and dollars, then immediately sold it back to Greece.
Goldman took a huge loss on the trade.
Is Goldman that stupid?
Goldman is stupid—like a fox. The deal was a con, with Goldman making up a phony-baloney exchange rate for the transaction.   Why?
Goldman had cut a secret deal with the Greek government in power then.  Their game:  to conceal a massive budget deficit.  Goldman’s fake loss was the Greek government’s fake gain.
Goldman would get repayment of its “loss” from the government at loan-shark rates.
The point is, through this crazy and costly legerdemain, Greece’s right-wing free-market government was able to pretend its deficits never exceeded 3 percent of GDP.
Cool. Fraudulent but cool.
But flim-flam isn’t cheap these days: On top of murderous interest payments, Goldman charged the Greeks over a quarter billion dollars in fees.
When the new Socialist government of George Papandreou came into office, they opened up the books and Goldman’s bats flew out.  Investors’ went berserk, demanding monster interest rates to lend more money to roll over this debt.
Greece’s panicked bondholders rushed to buy insurance against the nation going bankrupt.  The price of the bond-bust insurance, called a credit default swap (or CDS), also shot through the roof.  Who made a big pile selling the CDS insurance?  Goldman.
And those rotting bags of CDS’s sold by Goldman and others? Didn’t they know they were handing their customers gold-painted turds?
That’s Goldman’s specialty.  In 2007, at the same time banks were selling suspect CDS’s and CDOs (packaged sub-prime mortgage securities), Goldman held a “net short” position against these securities. That is, Goldman was betting their financial “products” would end up in the toilet. Goldman picked up another half a billion dollars on their “net short” scam.
But, instead of cuffing Goldman’s CEO Lloyd Blankfein and parading him in a cage through the streets of Athens, we have the victims of the frauds, the Greek people, blamed.  Blamed and soaked for the cost of it.  The “spread” on Greek bonds (the term used for the risk premium paid on Greece’s corrupted debt) has now risen to — get ready for this––$14,000 per family per year.

Das neue Buch von Greg Palast – Vultures’ Picnic: In Pursuit of Petroleum Pigs, Power Pirates, and High-Finance Carnivores – erscheint kommende Woche und verspricht mindestens so gut zu werden wie seine anderen Bücher.

 

7
Nov, 2011

Hallo RBB – noch ganz dicht ?

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Die Broder-Brigaden haben mal wieder zugeschlagen, dieses Mal aber nicht in Form eines islamophoben Killers wie dem bekennenden Broder-Fan Anders Breivik, sondern in Form der Senderverantwortlichen des RBB. Die nämlich stellten ihrem Moderator Ken Jebsen, der seit zehn Jahren jeden Sonntag die Sendung KenFM auf Radio Fritz moderiert, gestern nach einigen Minuten das Mikrophon ab.  Der Grund:  Henryk Broder hatte sich telefonisch und per Blog beschwert, dass es sich bei Ken Jebsen um einen Antisemiten und Holocaustleugner handelt.
Das behauptet er – nach dem Motto “Alles Antisemiten außer Mutti”  – ja nun am laufenden Band und über jeden, der nicht seiner Meinung ist – dass nun aber schon ARD-Verantwortliche vor  einem notorischen Querulanten kuschen und vorausleilend zur Zensur schreiten, wundert dann doch. In einer email, die Broder als “Beweisstück” veröffentlichte,  hatte Jebsen geschrieben, dass “der Holocaust als PR” benutzt wird – was zwar eine Binsenweisheit ist,  vom RBB und seinem Stichwortgeber Broder aber als antisemtische Leugnung des Holocaust angesehen wird. Und da schaltet man den Jugendlichen in Berlin und Brandenburg  ihr “KenFM”, das mit seinem ultraschnellsprechenden Moderator und den  expliziten und kontroversen politischen Themen längst zur Kultusendung geworden ist, einfach mal ab. Und warum ? Weil ein islamophober Paranoiker und seine publizistischen Brigaden von “PI” und “Achse der Guten” in ihren Blogs die Auschwitzkeule schwingen. Hallo RBB – noch ganz dicht ? Reicht es nicht, das diese rassistischen Wirrköpfe und Ideologen die Stichworte für Massenmörder wie Breivik liefern ?  – oder stehen jetzt hier schon gebührenbezahlte Radiobeamte stramm, nur weil kleines dickes Broder mal  wieder “Antisemitismus” in’s Phone furzt ? Das kann doch wohl nicht wahr sein!

Oder doch ? Sind  die Botschaften scharfer Radiostücke wie  “Happy Birthday Terrorlüge”  auf KenFM doch zu wahr, um sie zu widerlegen und versucht man deshalb, den Überbringer der Botschaft zur Strecke zu bringen ?  Haben die “Überwachungsinstanzen der ARD”, die nach Ansicht der Broder-Brigadisten Raphael Gross schon versagt hatten, weil mich “Titel Thesen Temperamente” zu meinem neuen 9/11-Buch befragte, dieses Mal vorauseilend zugeschlagen ? Wo schon Palästinensertücher bei Piraten neuerdings als antisemtisches Statement gelten und der Nicht-Glaube an nicht vorhandene iranische Nuklearwaffen quasi als Holocaustleugnung,  scheint alles möglich. Auch dass ein durchgeknallter Haßprediger, der sich angesichts des Terrors seines Jüngers Breivik um nichts anderes als um die Ersatzteile seines Autos sorgt, Programmdirektor werden und veranlassen kann, dass einem langjährigen Moderator in der 545. Sendung einfach der Saft abgedreht wird.

Update: Wie soeben gemeldet wird, kann Ken Jebsen kommenden Sonntag wieder auf Sendung gehen.  Hoffentlich mit einer ordentlichen Entschuldigung der RBB-Intendanz und einer saftigen Abmahnung des für das Abschalten verantwortlichen Redakteurs.

7
Nov, 2011

“Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.”

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Dem von #OWS ausgerufenen Bank Transfer sind in den letzten vier Wochen in den USA 650.000 Kunden gefolgt:  “As the social media-sparked Bank Transfer Day approaches, the Credit Union National Association (CUNA) reports that over 650,000 people have joined credit unions in the last four weeks.” Hier der Live-Blog vom Bank-Transfer Day. Das sind ermutigende Nachrichten… da geht noch was.

Und keine Frage, dass sich die Occupy-Aktivisten auch ansonsten die richtigen vorknöpfen, wie zum  Beispiel die Koch-Brothers, die nicht nur die Tea-Party finanzieren, sondern auch eine Reihe von rechten Think-Tanks, die sich vor allem mit Anti-Islam- und Anti-Ökologie-Propaganda hervortun. ( Für Öl-Milliardäre vielleicht nicht ungewöhnlich gegen Umweltschutz und für Krieg gegen den neuen Weltfeind zu sein und entsprechende PR produzieren, aber vielleicht eine Erklärung für die merkwürdige Koinzidenz, dass hiesige “Islamkritiker” meist gleichzeitig auch “Klimaschutz-Kritiker” sind…. follow the Koch-money.)  Wie  jetzt “Stand up Chicago!” einen Gouverneur, der auf  der Koch-Payroll steht,  zum Schweigen gerbracht hat könnte jedenfalls zur Standard-Prozedur werden – bei allen von den 1% gekauften Politikern und Lautsprechern…

Weil die New Yorker Besetzer und Bankkritiker plötzlich mehr Spenden bekamen als sie für ihre Pizzabestellungen brauchten, brauchten sie… eine Bank – und wählten die “Lower East Side Peoples Federal Credit Union”, eine gemeinnützige Genossenschaftsbank, die am 3. November ihr 25-jähriges Bestehen feierte. Mit einem Festdinner, für das die Genossen einige Sponsoren  gewonnen hatten, darunter auch die Großbank Goldman-Sachs. Als die Investmentbanker aber die Einladung bekamen, auf dem zu ihrem Logo der Ehrengeast des Abends genannt wurde – Vertreter von Occupy Wallstreet – wollten sie ihre  5000 $ -Spende zurück. Goldman Sucks eben…Greg Palast hat mehr zu der Story.

Dass sich eine Idee auch mit noch so viel Gewalt nicht aus der Welt schaffen läßt – diese Tatsache schützt die Aktivisten der Liberty Plaza vor einer Räumung. Selbst wenn diese mit brutalsten Mitteln durchgeführt würde kann das die Bewegung nicht mehr stoppen. Noch nie war das Mißtrauen der US-Bevölkerung gegenüber ihrer Regierung größer als heute. Insofern ist auch absehbar, dass die bellizistische Elite mit ihrem aktuellen PR-Coup für ein bißchen Krieg – den bööööööhhhhsen Massenvernichtungswaffen des Iran – nicht durchkommt. 80 % sprechen den Verlautbarungen von Politik und Medien das Mißtrauen aus, 46 % unterstützen die Occupy-Proteste – in nur 50 Tagen hat #ows die hearts & minds der 99% schon zur Hälfte erobert.   Kein Prophet hat das so voraussehen und kein Werbe-Stratege so inszenieren können – dass es geschieht, hat vielmehr mit dem Faktum zu tun, das der Revolutionsexperte Victor Hugo einst benannte: “Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.”

5
Nov, 2011

Hanf!

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Heute vor 15 Jahren war in Californien “Prop.215″ – die Volksabstimmung zur Legalisierung medizinischen Marihuanas – erfolgreich. Einige Wochen zuvor hatte ich noch mit meinem Ko-Autor und Freund Jack Herer  an seinem Stand auf der Promenade in Venice Beach Flugblätter für die Kampagne verteilt, wie Jack es seit Jahren dort jedes Wochenende tat. Ohne sein bahnbrechendes Buch und ohne sein kompromißloses Engagement wäre dieser große Erfolg kaum denkbar gewesen.  Doch für ihn war es nur der Sieg in einer ersten Schlacht, er kämpfte bis zum seinem Tod im April 2010 weiter – gegen den Irrsinn des Drogenkriegs und für die völlige Rehabilitierung der Hanfpflanze. Dass mittlerweile 12 weitere US-Bundestaaten dem kalifornischen Beispiel gefolgt sind geht insofern ebenfalls mit auf Jack Herers (Hanf-)Kappe – und dass inzwischen die Zustimmung für “Medical Marihuana” in der US-Bevölkerung etwas zurückgegangen ist hätte ihn gefreut, denn gleichzeitig hat die Zahl derer, die einer grundsätzlichen Legalisierung zustimmen, erstmals die 50 % Marke überschritten. Und dass selbst republikanische Präsidentschaftskandidaten jetzt  eine Amnestie für alle Marihuana-Gefangenen wird  Jack Herer im Hanfhimmel ein brüllendes “Hemp Hemp Hurrah!” entlocken – sowie den Nachsatz: “Aber gefälligst mit einer ordentlichen Entschädigung!”

Die ist natürlich allemal drin, wie ein kurzer Blick auf die Prohibitionsuhr zeigt, auf die aberwitzigen Kosten, die der Terror des “Kriegs gegen Drogen” verursacht. Dass dieser  Wahnsinn endlich gestopt und die freigesetzen Mittel in eine rationale, schadensmindernde Drogenpolitik investiert werden – für dieses Ziel ist die Cannabis-Legalisierung der längst überfällige erste Schritt.  Zumal wenn man die Erkenntnisse der medizinischen Forschungen über das Cannabinoid-System betrachtet, die in den letzen beiden Jahrzehnten gewonnen wurden. Als ich 1993 die deutsche Ausgabe von Jack Herers ” The Emperor wears no clothes” herausgegeben hatte erhielt ich zahlreiche Anfragen von Ärzten, die sich über die medizinischen Informationen und Dokumente in diesem Buch wunderten: sie hatten von den Heilwirkungen des Hanfs noch nie etwas gehört. Doch dieses aus den Bibliotheken und Fachbüchern verschwundene Wissen ist mittlerweile mit einer solchen Macht zurückgekehrt, das man angesichts der zahlreichen Studien schon fast den Überblick verliert – bzw.  angesichts dieser universellen Wirksamkeit des Hanfs nur staunend feststellen kann, dass es sich eben doch um eine “Wunderpflanze” handelt. Darauf deutet auch die neueste Entdeckung hin: die körpereigenen “Endo-Cannabinoide” spielen offenbar eine zentrale Rolle für die wunderbarste Heilwirkung überhaupt, den Placebo-Effekt.

Es waren in den vergangenen Jahrhunderten immer die Krisenzeiten, in denen man sich auf die Universalpflanze Hanf zurück besann – und angesichts des absehbaren Crashs der Finanz,- Renten, -und Gesundheitssysteme könnte es bald wieder so weit sein. Keine andere Pflanze kann die Menschheit besser mir Nahrung, Kleidung, Energie und Medizin versorgen als Cannabis sativa. Es gibt viel zu tun…pflanzen wir’s an!

3
Nov, 2011

Timothy Leary über #Occupy Wallstreet

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Professor Timothy Leary (1920 – 1996) war seiner Zeit bekanntlich weit voraus. In einem seiner letzten veröffentlichten Texte (geschrieben 1990, überarbeitet 1994) , sah er die “#Occupy Wallstreet”-Generation voraus, die von neuer Kommunikations-Software Gebrauch macht und die Kontrolle durch  zentralisierte Regierungen und korrupte Behörden bekämpft. Michael Horowitz and Lisa Rein haben ein Exzerpt daraus auf truthout.com veröffentlicht.

 

The Function of Post-Democratic Government

The primary function of a free society in the post-democratic age is the protection of individual freedom from politicians who attempt to limit it.

This individual-freedom movement is new to human history because it is not based on geography, politics, class or religion. It has to do with changes, not in the power structure, not in who controls the police, but in the individual’s mind. It is a “head” revolution: a consciousness-raising affair.

Questioning Authority and Thinking for Yourself

This cultural meme involves intelligence, personal access to information, an anti-ideological reliance on common sense, mental proficiency, consciousness raising, street smarts, intelligent consumerism-hedonism, personal communication skills. The meme is not new. Countercultures go back at least as far as Hermes Trismegistus, and include Socrates and Sappho, Voltaire and Thoreau, Gurdjieff and Ginsberg.

But the rapid spread of this mutational meme from 1960 to 1990 was due to the sudden mass availability of neurochemical and electronic technology. Chemicals and screens spraying electronic information into eyedrums and earballs, activating brains. Suddenly, youth all over the world are wearing jeans and listening to John Lennon’s “Give Peace a Chance.” The individuality meme that swept American youth during the 1960s has infected the world. The McLuhan epidemic keeps spreading.

The signs of this awakening are always the same. Young minds exposed to electronic information suddenly blossom like flowers in the spring. The June 1989 demonstrations in Tiananmen Square were a classic replay of Chicago 1968 and Kent State 1970.

Power, Mao said, comes from the barrel of a gun. That may have been true in the industrial past, but in the cybernetic 1990s the very notion of political power seems anachronistic, kinky, sick. For the new breed, the concept of “political power” is hateful, evil, ghastly. The idea that any group should want to grab domination, authority, supremacy or jurisdiction over others is a primitive perversity – as loathsome and outdated as slavery or cannibalism.

It was not the Berlin Wall of concrete and guard houses that protected the “evil empire”; it was the electronic wall that was easily breached by MTV. McLuhan and Foucault have demonstrated that freedom depends upon who controls the technologies that reach your brain-telephones, the editing facility, the neurochemicals, the screen.

This sudden emergence of humanism and openness on a mass scale is new and revolutionary.

Hier geht es weiter: Mass Individualism Is New

 

Unterdessen haben die 99% gestern erstmals Krallen gezeigt und mit einem friedlichen Generalstreik den Hafen und das Bankenviertel von Oakland  stillgelegt. Auch in der Nacht gingen die Proteste weiter (Livestream), die Polizei hält mit  Tränengas und Gummigeschossen dagegen.  Was vor sechs Wochen mit ein paar Dutzend Aktivisten begann wächst sich zu einer Massenbewegung aus – nicht nur in der Bay Area, sondern everywhere….

2
Nov, 2011

Permakultur und Geldreform

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Es war 1986, als ich Margit und Declan Kennedy  in ihrer Kommune in Steyerberg besuchte, um mehr über die spannenden Projekte zu erfahren, die die beiden Architekten und Wissenschaftler mit ihren KommunardInnen dort praktizierten und erforschten: Permakultur und Geldreform. Wir hatten uns für den Nachmittag verabredet, doch ein Stau auf der Autobahn hatte für eine mehr als 3-stündige Verspätung gesorgt, sodass die Kennedys mit Freunden  schon beim Abendbrot saßen als wir eintrafen. Was uns freilich gleich eine erste Lektion in Permakultur (PDF Download) bescherte, denn Declan ging in den Glasanbau, der ihr Reihenendhaus ringförmig umgab, um das Abendessen für die neu eingetroffenen Gäste zu ernten. Dieser Permakultur-”Wintergarten” mit seinem Gemüsen, Kräutern und Früchten war ebenso beeindruckend wie das ganze Konzept einer permanenten und diversifizierten Agro-Kultur, das auf dem Umland der Kommune praktiziert wurde. Der eigentliche Grund meines Kommens aber war damals die Arbeit von Margit Kennedy über “Geld ohne Zinsen und Inflation”, über das ich mit ihr ein Interview machen wollte. Irgendwo in meinen Regalen schlummert wahrscheinlich noch eine Kopie davon, doch da die Kennedys ihre Veröffentlichungen jetzt alle online gestellt haben (Kennedy Bibliothek), habe ich es jetzt wiederentdeckt. Nach 25 Jahren scheinen nicht nur die Überlegungen zu einer “Parkgebühr für Geld” (PDF Download) aktueller denn je…

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