5
Dec, 2016

Die unwahrscheinliche Unperson

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ken-facebook-02Unter dem Titel: “Die unwahrscheinliche Unperson Ken Jebsen” hat der Wirtschaftsjournalist und Buchautor Norbert Häring das Buch besprochen, das ich mit Ken Jebsen gerade gemacht habe:

“Der Kopf hinter dem erfolgreichen Videoportal KenFM, Ken Jebsen, hat einen sehr zweifelhaften Ruf. Nach einer Auswertung von Twitter-Aktivitäten der Anti-Querfront-Szene ist Ken Jebsen der schlimmste “neurechte” Verschwörungstheoretiker und Antisemit im deutschsprachigen Raum. Weil ich sehr neugierig war, ob daran vielleicht doch irgendetwas Wahres ist, las ich das Buch „Der Fall Ken Jebsen“ von der ersten bis zur letzten Seite. Es lohnte sich.

Als mich Ken Jebsen im Frühjahr zu einem Interview über das Thema meines Buches „Die Abschaffung des Bargelds und die Folgen“ einlud, riet mir mein Buchverlag trotz der großen Reichweite des Videoportals KenFM ab. Damit würde ich meiner Positionierung als Autor schaden. Auch ein bekannter investigativer Journalist war sehr skeptisch und riet ab. Jebsen sei ein Verschwörungstheoretiker mit Hang zu durchgeknallten Theorien, wie der Chemtrail-Verschwörung. Ich schaute mir die Website von KenFM, einige Texte und Videos an, und was man auf die Schnelle so im Internet über Ken Jebsen lesen kann. Ich fand nichts, was unseriös auf mich wirkte, dafür sehr viel was darauf hindeutete, dass hier ein unbequemer Zeitgenosse gezielt und kampagnenhaft diskreditiert werden sollte. Die Kritiker führen nämlich selten etwas an, was er sagt oder tut, sondern fast nur angebliche oder tatsächliche Fehltritte oder Defizite von Leuten, mit denen er geredet hat oder auch nur früher mal auf der gleichen Veranstaltung aufgetreten ist. Also sagte ich zu, weil ich es unerträglich finde, wenn Menschen durch vielstimmiges Geraune zu Aussätzigen gemacht werden, zu Unpersonen, mit denen man – bei Strafe eigenen Ausschlusses aus der Gemeinschaft- nicht reden darf.

Jebsen war sehr gut auf das Interview vorbereitet, das etwa 90 Minuten dauerte und soweit ich sehen konnte, ungekürzt auf KenFM erschien. Im Vorgespräch fragte ich ihn, was er von den Chemtrail-Theorien halte. Er sagte, diese Theorien würden ihm immer wieder angetragen, aber weil ihm bisher noch keiner irgendwelche Belege oder starke Indizien präsentierte, habe er noch nichts dazu gemacht. Später erinnerte ich den investigativen Journalisten, mir die versprochenen Links zu Chemtrail-Videos mit Jebsen zu schicken, vergebens.

Umso mehr habe ich das Buch „Der Fall Ken Jebsen“ mit großem Interesse gelesen, das der Journalist Mathias Bröckers auf Basis eines langen Gesprächs mit Jebsen veröffentlicht hat, alle 256 Seiten, damit mir auch kein Hinweise auf problematische Gesinnung Jebsens entgehen würde. Das ganze Buch zu lesen war ein unerwartetes Vergnügen. Jebsen ist ein Mensch mit sehr interessantem Lebenslauf und  interessanten Gedanken, die er auch noch in einer lebhaften Sprache ausdrückt. Liest man das Buch, wird sehr deutlich, was für ein Mensch das ist. Ich will ihn für sich selbst sprechen lassen.” Weiter gehts hier.

“Der Fall Ken Jebsen oder Wie Journalismus im Netz seine Unabhängigkeit zurückgewinnen kann” (256 S., 18,00 Euro) ist ab sofort im Buchhandel und direkt beim Verlag erhältlich.

3
Dec, 2016

Yankee and Cowboy War 2.0 – 6. Folge

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coz_b_9xeaattrl-646x437Dass Donald Trump, auch wenn er während es Wahlkampfs stets gegen das “Establishment” wetterte, natürlich ein Teil desselben ist und “Yankees” und “Cowboys”  nur verschiedene Clubs derselben Eliteliga hatten wir in den vorhergehenden Folgen schon betont. Dass er nun sein Kabinett mit bekannten Figuren der Wallstreet und von Goldman Sachs besetzt, die er als Wahlkämpfer noch dem “Sumpf” zugeordnet hatte, den er “trocken legen” wollte, macht das ebenso deutlich, wie die Börsen, die nach dem Wahlsieg sofort auf neue Höchststände sprangen. Was kein Wunder ist, wenn man das finanzstarke rechtskonservative Netzwerk der Männer hinter Trump betrachtet, deren marktradikale, gewerkschaftsfeindliche Haltung die Börsen logischerweise stimuliert.  Ebenso wie die angekündigte Senkung der Unternehmenssteuer von 35% auf 15%, mit denen eine weiterer Abzug von Arbeitsplätzen ins Ausland gestoppt und neue im Inland gefördert werden sollen. Weil Konzerne und Milliardäre geschont werden können die Steuereinnahmen dann natürlich nicht reichen, schon gar nicht für das große Infrastrukturprogramm, das Trump angekündigt hat. Zu erwarten ist also, dass die “Trumponomics” analog zu den berüchtigten “Reaganomics” verlaufen werden: mit einem gigantischen Anstieg der ohnehin astronomischen Staatsschulden.

Während hier also eher business as usual zu erwarten ist, verspricht die Ära Trump außenpolitisch eine deutliche Wende: den Bruch mit der von CIA und Militär seit den 80er Jahren geopolitischen Strategie der Aufrüstung islamistischer Söldner und Terroristen:

“Wir möchten eine starke Armee – und wir wollen sie nicht einsetzen müssen. Idealerweise werden wir sie nicht einsetzen müssen. Aber wir werden ISIS zerstören. Gleichzeitig werden wir eine neue US-Außenpolitik verfolgen, die endlich aus den Fehlern der Geschichte lernt. Wir werden mit dem Versuch aufhören, Regime zu Fall zu bringen und Regierungen zu stürzen. Erinnern Sie sich: Sechs Billionen Dollar haben wir an Kosten im Nahen Osten ausgeben. Unser Ziel ist Stabilität, nicht Chaos. Denn wir wollen unser Land aufbauen – es ist an der Zeit“, sagte Trump bei einer Rede am Donnerstag in Ohio.

Dies sagte Trump ohne Not, denn der Wahlkampf  ist vorüber. Man kann also davon ausgehen, dass die neue US-Regierung diese Wende tatsächlich vollziehen will.  Die Nominierung seines Sicherheitsberater,  des Ex-Generals Michael Flynn, der als Chef des Militärgeheimdiensts DIA seiner Regierung 2012 dringende Massnahmen gegen das im Aufbau befindliche”Kalifat” des IS empfahl –  was Obama ignorierte und ihn 2014 feuerte –  scheint ebenfalls dafür zu sprechen, dass es mit der einst von Zbigniew Brzezinski (Zbig To Jail) entworfenen Strategie eines radikalisierten und militarisierten Islam zur gewaltsamen Durchsetzung amerikanischer Interessen tatsächlich zu Ende gehen könnte. Gerade wo jetzt die letzten “Rebellen” (= islamistische USA/NATO Söldner) aus Ost-Aleppo vetrieben werden  und  der Stellvertreterkrieg in Syrien eine Ebene nach oben rückt – schon rufen kinderfressende Monster-Falken wie Madeleine Albright zum letzten Bombengefecht – wäre es für eine solche Wende der amerikanischen Außenpolitik allerhöchste Zeit.

2
Dec, 2016

Die Wahrheit über KenFM

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Ken Jebsen über das Buch, das wir in diesem Herbst zusammen gemacht haben. Jetzt überall im Buchhandel und direkt beim Verlag erhältlich.

Zum Weiterlesen: hier eine Rezension des Buchs von Paul Schreyer und eine Leseprobe.

Update:  Norbert Häring hat das Buch in seinem Blog heute ebenfalls ausführlich vorgestellt.

30
Nov, 2016

Lückenpresse

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Dass der aktuelle “Fake-News”-Hype, bei dem die sogennannten “Qualitätsmedien” den schlechten Journalismus ausschließlich bei anderen entdecken, zu einem Wiedergewinn von Glaubwürdigkeit führt, ist nicht zu erwarten. Denn der Grund für diese Glaubwürdigkeitskrise sind natürlich nicht die Fehler der anderen, sondern die eigenen. Für Ulrich Teusch sind das vor allem zwei Defizite:  die Unterdrückung wesentlicher Informationen und das Messen mit zweierlei Maß. Über sein Buch Lückenpresse – Das Ende des Journalismus wie wir ihn kannten hat Ken Jebsen mit ihm gesprochen:

 

29
Nov, 2016

Question Authority – Think For Yourself

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“In der Generalaussprache hat Bundeskanzlerin Angela Merkel sich für neue Regeln ausgesprochen, um besser mit sogenannten Fake-News umzugehen. Während für Journalisten bestimmte Regeln der Sorgfaltspflicht gelten würden, nutzten die Menschen inzwischen aber andere und viel weniger kontrollierte Medien zur Meinungsfindung, sagte sie im Bundestag“. Wie diese neuen Regeln zur Kontrolle der Meinungsfindung aussehen sollen ist eine spannende Frage: wird es eine Fake-Taskforce  der Bundesregierung geben, die festlegt, welche Meldungen zur Meinungsfindung ungeeignet sind; wird es Prüfsiegel für Webseiten, Blogs, Facebooks-Accounts geben, WÜV-Plaketten vom Wahrheits-Überwachungs-Verein ? Oder erstmal nur Listen wie die von der Washington Post, auf denen einfach sämtliche alternativen Nicht-Mainstream-News-Seiten und Blogs an den Pranger gestellt werden… und dann, “neue Regeln”, im nächsten Wahlkampf besser gleich  ganz abgeschaltet werden, damit unkontrollierte Wahlergebnisse nicht mehr vorkommen ? Wir dürfen gespannt sein, was unsere Regierung da an Regeln und Gesetzen vorschlägt, ich befürchte eher Fürchterliches. Vor allem, weil davon ausgangen wird, “dass für Journalisten bestimmte Regeln der Sorgfaltspflicht gelten”, diese also von den neuen Anti-Fake-News Regulierungen offenbar ausgenommen  werden sollen.

Was aber wenn offiziell bestallte Journalisten  diese Regeln der Sorgfaltspflicht mißachten, nicht einmal, zweimal aus Versehen, sondern systematisch und mit Methode ?  Nicht nur, indem sie selbst Fakes verbreiten, sondern vor allem indem sie durch Unterlassen, Schweigen und Wegschauen die Regierungen und Konzerne mit ihren Falschmeldungen, Halbwahrheiten und Lügen einfach durchkommen lassen. Beispiele: 9/11 und das Märchen, dass Bin Laden und 19 Teppichmesser ganz allein die drei WTC-Türme zum Einsturz brachten. Oder die Massenvernichtungswaffen des Irak oder der russische Einmarsch in der Ukraine oder der Hufeisenplan oder oder oder…die Liste wäre leicht zu verlängern und für jeden Punkt läßt sich unzweifelhaft nachweisen, dass die Presse ihre Sorgfaltspflichten verletzt hat. Statt als kritischer Kontrolleur der Macht hat sie als ihr willfähriger Lautsprecher fungiert  und Fake-News verbreitet: Propaganda. Deren Urvater und “Erfinder” Edward Bernays schrieb 1928:

„Die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element in der demokratischen Gesellschaft. Wer die ungesehenen Gesellschaftsmechanismen manipuliert, bildet eine unsichtbare Regierung, welche die wahre Herrschermacht unseres Landes ist. Wir werden regiert, unser Verstand geformt, unsere Geschmäcker gebildet, unsere Ideen grösstenteils von Männern suggeriert, von denen wir nie gehört haben. Dies ist ein logisches Ergebnis der Art wie unsere demokratische Gesellschaft organisiert ist. Grosse Menschenzahlen müssen auf diese Weise kooperieren, wenn sie in einer ausgeglichen funktionierenden Gesellschaft zusammenleben sollen. In beinahe jeder Handlung unseres Lebens, ob in der Sphäre der Politik oder bei Geschäften, in unserem sozialen Verhalten und unserem ethischen Denken werden wir durch eine relativ geringe Zahl an Personen dominiert, welche die mentalen Prozesse und Verhaltensmuster der Massen verstehen. Sie sind es, die die Fäden ziehen, welche das öffentliche Denken kontrollieren.“ (Edward Bernays, Propaganda, 1928)

Dass dieser geringen Zahl an Personen und ihren Konzernen diese Fäden durch das Internet und die sozialen Medien zumindest so weit aus der Hand genommen wurden, dass sie das “öffentliche Denken” und somit auch die Wahlergebnisse nicht mehr vollständig kontrollieren können, sorgt bei der “unsichtbaren Regierung” verständlicherweise für Panik. Dass man dann erstmal mit dem Finger auf einen “Schuldigen” zeigt, wie die verzweifelte “Washington Post” mit ihrer grotesken Fake-News-Liste, ist  ebenso nachvollziehbar wie kindisch, denn nach wie vor sollen “die Russen” es gewesen sein, die den amerikanischen Wählern “Trump” einflüsterten. Hier ist dieses Märchen, erzählt von der großen Nachrichtenagentur Bloomberg, noch einmal nachzulesen, wobei dem Autor ganz am Ende doch noch der Gedanken kommt, dass man sich vielleicht an die eigenen Nase fassen muss: “How did we end up more mistrusted by a large segment of Western readers and viewers than state-funded Sputnik or RT? Did we perhaps follow government narratives too closely and uncritically?”

Yes, kann man da nur antworten, und nicht nur “perhaps”, sondern “for sure”.  Und das haben die Zuschauer und Leser gecheckt. Es ist kein Zufall, dass “russia today” auf youtube in den USA mittlerweile doppelt soviel Zuschauer hat wie CNN – obwohl sie in den “Qualitätsmedien” doch täglich darauf hingewiesen werden, dass es sich um Putin-Propaganda handelt und diese “state funded” ist, nehmen die Leute sie offenbar interessiert zur Kenntnis – als Alternative und Korrektiv der “corporated funded” Fake-News. Eigentlich ein durchaus wünschenswerter Wettstreit der Meinungen im Sinne “herrschaftsfreier Kommunikation” ( hier übrigens ein aktuelles Interview mit Habermas zur Frage, wie man dem Rechtspoulismus den Boden entzieht), der mit der Hatz auf “Fake News” aber eher im schlechten alten McCarthy Stil betrieben wird und auf nichts anderes als digitale Bücherverbrennung hinausläuft.

Vor zwei Jahren hatte ich unter dem Titel “Rumorkliniken und Gerüchteküchen”  schon die Einrichtung von “investigativen Intensivastationen” gefordert, die Tatsachen von Gerüchten, Realität und Fiktion auf  “klinische” Weise auseinanderhalten. Das war möglicherweise etwas naiv bzw. weit in die Zukunft gedacht. Aktuell bleibt nichts anderes als sich möglichst vielfältig und kontrovers zu informieren und den Mühen unseres Blog-Mottos zu folgen:  Autoritäten hinterfragen und selbst denken.

26
Nov, 2016

Und hier kommen die Fake News

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PropagandaGerade hatte ich noch über die Trump-Wahl als Niederlage der Großmedien geplaudert und verwundert festgestellt, dass sie  noch immer  den Schuss nicht gehört und offenbar gar nicht geschnallt haben, dass sie nicht einfach so weiter machen können mit dem Konstruieren medialer Parallel-Realitäten, die mit der wirklichen Welt nichts zu haben. Und dass es eine völlig falsche Kommunikationstrategie der Clinton-Maschine war, die von keiner Evidenz belegte Geschichte von russischen Hackern und Trump als Putin-Troll ad nauseam zu wiederholen… da machen sie nicht nur genau so weiter, sondern legen noch eine Schippe drauf.

Laut “Washington Post” haben jetzt “zwei Teams unabhängiger Forscher” herausgefunden, dass es “russische Propaganda” war, die mit “Fake News” die Wahlen manipuliert hat. Was bisher also nur eine Vermutung war ist nunmehr “wissenschaftlich” bewiesen: “The way that this propaganda apparatus supported Trump was equivalent to some massive amount of a media buy,” said the executive director of PropOrNot, who spoke on the condition of anonymity with the Post.”  Das kann man verstehen, ich wäre als “Executive Director” auch lieber anonym geblieben, wenn ich derart idiotische “Beweise” für den “Propaganda-Apparat” vorgelegt hätte. Eine Liste mit über 200 Webseiten, die nahezu alles enthält, was es an alternativen Nicht-Mainstream-News in den USA gibt: von rechts bis links, von seriös bis Boulevard, von völlig schräg bis höchst solide. Also alles, was nicht in die Filterblase der Corporate News hineinpaßt.

Wie verzweifelt  muß man sein, als ehemalige “Qualitätszeitung”, dass man alles außerhalb der eigenen Käseglocke zum Fake, zur Lüge und zum Machwerk feindlicher Mächte erklären muss ? Offenbar fällt den Medienbossen und Topjournalisten angesichts ihrer peinlichen Niederlage im Wahlkampf nichts mehr anderes ein, als nun auch ihrerseits den ideolgischen Holzhammer “Lügenpresse”  zu schwingen und auf alternative Nachrichten und Blogs einzuschlagen. Was ist da passiert ?

Die alte Goebbels’sche Regel, dass man eine große Lüge nur oft genug wiederholen muß, “dann werden die Leute sie am Ende glauben”, scheint nicht mehr  zu greifen: die Leute glauben einfach nicht mehr jeden Schleim, der aus dem Volksempfänger quillt. Die Leute haben andere Möglichkeiten, sich zu informieren und sie nutzen sie. Und den gefährlichsten und größten Fake-News Verbreitern überhaupt, die wie “Washington Post” und  “New York Times” der Welt Alumiumröhren als Massenvernichtungswaffen und einen  Krieg verkauften, der 1,5 Millionen Menschen das Leben kostete – diesen als unabhängige Journalisten getarnten Propagandakompanien vertrauen die Leute immer weniger. Und das ist gut so.

gravemsm

25
Nov, 2016

Niederlage der Medien

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Ken Jebsen hat mich gestern Abend am Telefon zu Trump befragt:

Das Gespräch ist auch als mp3-Download verfügbar

24
Nov, 2016

Yankee and Cowboy War 2.0 – 5.

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trumprevolutionDass Donald Trump “kein Ideologe, sondern Pragmatiker” sei, hatte Obama das erste längere Gespräch mit seinem Nachfolger kommentiert, wobei man nicht so genau weiß, wie sehr er damit nur seine betrübten Mitarbeiter und sich selbst trösten wollte. Dass es sooo schlimm schon nicht kommen wird. Aber es wird auf jeden Fall anders. Zum Einstieg hat Trump gleich mal den Großmedien sehr pragmatisch die Fresse poliert: er hat die zu einem vertraulichen Gespräch geladenen Medienbosse, Star-Moderatoren und Journalisten derart beschimpft, dass sie hinterher kaum noch an sich halten konnten  – und entsetzt von Trumps verbalen Attacken berichteten. Er hätte sie allesamt der Lüge bezichtigt: ‘We’re in a room full of liars, the deceitful dishonest media who got it all wrong.”

So was hatten die versammelten Pre$$titutes und Edelfedern noch nie gehört und dass es trotz vereinbarter Vertraulichkeit sofort in den Medien landete, beweist schlagartig, wie zutreffend Trumps Vorwürfe sind.  Schon die gesamte Wahlkampfberichterstattung war ja durchweg erbärmlich, weil sie von Clinton nur Gutes und von Trump nur Übles berichtete und wie die geschockten Reaktionen auf Trumps Beschimpfung zeigen, sind die Medienmacher in der Echokammer ihrer selbst produzierten Realityshow noch immer nicht aufgewacht. Sonst hätten sie die Zähne zusammengebissen und sich an die “off the record”-Vereinbarung gehalten – aber Donald der Schlaufuchs ahnte natürlich, dass sein Klartext nach außen dringen wird und hat die Kommunikationsprofis erfolgreich reingelegt.  Ganz anders dann das “on the record” Interview mit der New York Times in dem Trump die unfaire Berichterstattung zwar auch kristisierte, sich ansonsten aber sehr moderat gab. Und dennoch Sätze sagte, die den Neocon-Liberalen die Haare zu Berge stehen lassen, etwa auf die Frage, wie er es mit Russland halten wolle: “Wouldn’t it be nice, I’d say this in front of thousands of people…wouldn’t it be nice if we actually got along with Russia, wouldn’t it be nice if we went after ISIS together…and the people will stand up and give me a massive hand.”

Es kann kaum ein Zweifel daran bestehen, dass eine große Mehrheit der Bevölkerung nicht nur der USA, sondern auch Europas ein solches russisch-amerikanisches Joint-Venture gegen den IS, seine Geldgeber in den Golfstaaten und ihre salafistische Ideologie begrüßen würde. Und das nicht, weil sie “dumm” wären, wie der dämliche Politologe Münkler unlängst meinte, und auch nicht weil sie “rechts” sind, sondern weil sie über einen Restbestand an Vernunft und Menschlichkeit verfügen und den mörderischen Wahnsinn der Kriege im Nahen Osten beendet sehen wollen. Schon hat sich ein Unterhändler Trumps, sein Sohn, mit einer Vertreterin der pro-russischen syrischen Opposition getroffen,  und die israelischen Debka-Files berichten von geheimen Gesprächen, die Trumps Sicherheitsberater General Michael Flynn mit seinen russischen und türkischen Kollegen führt. Es scheint, als ob der “Macher” Trump seine Pläne tatsächlich schon umzusetzen beginnt, bevor er im Weissen Haus einzieht. Die Cowboys brechen so mit einer außenpolitischen Strategie, mit denen die Yankees drei Jahrzehnte gefahren sind: der Militarisisierung und Aufrüstung von Islamisten und ihrem Einsatz als Söldner für regime changes.

22
Nov, 2016

Yankee and Cowboy War 2.0 – 4

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general trump

“Illegales kann sofort erledigt werden, Verfassungswidriges dauert etwas länger” – das Henry Kissinger zugeschriebene Diktum über den Zusammenhang von offizieller Politik und verdeckten Operationen macht den Unterschied deutlich, der zwischen Verbrechen im Namen des Staats und solchen im Namen gewöhnlicher Krimineller besteht. Letztere müssen die Strafgesetze nur umgehen, Regierungen müssen sie zusätzlich hochhalten und den Schein wahren, dass sie natürlich nicht korrupt und nicht kriminell sind. Die Clintons bekamen da zuletzt ziemliche Schwierigkeiten, unter anderem weil arabische Kopf-ab-Regierungen ihre Stiftung mit zweistelligen Millionenbeträgen bestückten, der König von Marokko  erstmal 12 Mio. spenden mußte, bevor er eine Audienz bei der Ministerin bekam und auch ansonsten fröhliches “pay f0r play” herrschte.  (Was allerdings das Bundesunternehmen GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) bewegte, der Clinton-Stiftung einstellige Millionenbeträge rüber zu schieben, ist unbekannt. Da es sich um Steuergelder handelt, wäre hier vielleicht eine parlamentarische Anfrage angebracht.)

Wie sich derlei Günstlingswirtschaft  und Vermischung von Staats,-und Privatgeschäften jetzt unter Trump anlässt, dürfte interessant werden, diskreten Geschäften mit noch diskreteren Gestalten war er, wie wir in der letzten Folge gesehen haben, noch nie abgeneigt. Auf sein Präsidentengehalt freilich hat Donald der Großzügige schon mal generös verzichtet. Dass Trump aber wie Obamas Vize Joe Biden, der nach erfolgreichem Putsch in der Ukraine seinen Filius auf den Chefsessel des führenden Energiekonzerns hievte, auch den einen oder anderen Spezi belohnen wird, darf erwartet werden.  Der Sumpf wird nicht ausgetrocknet, sondern mit neuen Kröten bestückt, wobei die alten zwar rausfliegen, aber nicht weiter verfolgt werden. Die Ermittlungen gegen die Clinton-Stiftung und wegen Geheimnisverrats über Hillarys Privatserver wird Trump als Präsident nicht weiter führen: die Clintons, so meinte er jetzt, seien “gute Leute”,  die er “nicht verletzten” wolle. Wiegesagt: anderer Club, selbe Liga…

So einig sich Yankees und Cowboys dann  auch immer wieder sind –  ganz nach dem Motto “Pack schlägt sich, Pack verträgt sich” –  was die Konzepte der Wirtschafts,- und Außenpolitik betrifft, die Cowboy Trump verkündet hat,  unterscheiden sie sich deutlich von dem Programm, das die Yankees mit Bush/Clinton/Obama gefahren haben. Deregulierten Märkte, globalistischem Freihandel und militärischem Interventionismus hat Trump im Wahlkampf lautstark den Kampf angesagt, also den drei zentralen Dogmen der US-Politik der letzten 25 Jahre. Sollte es ihm gelingen, an ihnen ernsthaft zu rütteln,  wäre das ein Wunder – aber man soll die Hoffnung ja nie aufgeben.

Andere sind da optimistischer, weil sie glauben, dass Trump das Desaster nicht beenden, sondern auf die Spitze treiben wird. Etwa der Historiker und Autor Douglas Valentine, neben Peter Dale Scott und Alfred McCoy einer der führenden Erfroscher des Tiefenstaats und der verdeckten Operationen des internationalen Drogenhandels und der Geheimdienste. Seine Arbeiten über die systematische Anwendung von Terror im Vietnamkrieg (“The Phoenix Program”) und die geheime Geschichte des War On Drugs (“The Strength of The Wolf”) gelten als Standardwerke. Sein soeben erscheinendes neuestes Buch gibt schon im Titel an, womit sich Doug Valentine seit Jahrzehnten beschäftigt hat: “The CIA as organized crime”.  Auch das wird Trump sicher nicht beenden, gerade hat er einen Folter-Fan als neuen CIA-Boss nominiert, und doch (oder deswegen)  glaubt Valentine, dass Trump für die Linke das Beste ist, was Amerika passieren konnte:

Good god almighty, Trump is the best thing that ever could have happened to America, if you’re a socialist or a revolutionary. Sure, the environment will deteriorate faster than ever before, but it’s going down anyway. And sure, the One Percent will amass more of your Social Security, savings and pensions (assuming you have any) while bunkering down in walled compounds like Zionists in the West Bank or white supremacists in some South African Bantustan. Cops and imperial wars will proliferate, but that too was going to happen anyway – short of some mutiny in the military. No, Trump is the guy who will finally make the contradictions of capitalism clear to all the dopes who bought his bill of goods. The Donald is going to bring about the final phase. He is the man! Glory in his spectacle! Let the mockery begin!

(to be continued)

 Hier  Teil 1  –  Teil 2Teil 3

20
Nov, 2016

Yankee and Cowboy War 2.0 – 3

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banana-republican

 

Nach der plötzlich eingetretenen Schockstarre, in die der Wahlsieg Trumps  Mainstreammedien und Politik hierzulande versetzt hat, und dem darauf folgende Kater, der in paranoischen Schüben und geradezu apokalyptische Kopfschmerzen mündete, zeitigt die allgemeine Trumpophobie mittlerweile Symptome von  Hirnerweichung. Zumindest die Kanzlerin kann nicht mehr ganz richtig im Kopfe sein, wenn sie zum Abschied von Häuptling Big Ear in Berlin verkündet: “Deutschland hat von den USA viel Hilfe bekommen. Jetzt ist Deutschland in der Lage, die Ordnung der Welt aufrecht zu erhalten.”

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Mit  “Wir schaffen das”  als  globalem  Exportartikel ? Mit Mutti und Flinten-Uschi im frei werdenden Büro des Weltsheriffs ? Gegen Dirty Donald, der schneller twittert als sein Schatten? Falls ihr so was vorschwebt ist unsere Kanzlerin wirklich irre geworden. *( Update) Aber damit keineswegs allein. Auch in der “Frankfurter Allgemeinen”  liegen die Nerven blank, vorallem bei den Fanboys des globalistischen Monopolys: “Es macht eben einen Unterschied, ob jemand Vereinvorsitzender von Attac oder amerikanischer Präsident wird. Künftig regiert die Occupy-Bewegung im Weißen Haus, um gegen Neoliberalismus und globalen Kapitalismus Front zu machen, dessen Zentrum paradoxerweise das postmaoistische China sein soll.”

Es mag noch dauern bis die FAZ  und ihr “Ressortleiter Wirtschaft”, Rainer Hank,  aus ihrem neoliberalistischen Wolkenkuckucksheim aufwachen, wo sie sich von Attac und Occupy derart verfolgt fühlen, dass sie Donald Trump, ein Mitglied der 0,01 % Elite, als deren Vorsitzenden halluzinieren und zum Großfeind erklären. In einem  Milliardär und Ziehsohn des Juristen Roy Cohn, der mit Joe McCarthy Kommunisten jagte bevor er den jungen Trump in die Welt der Politik, der Immobilien, Casinos und der “ehrenwerten Gesellschaft” einführte, einen Frontkämpfer gegen den globalen Kapitalismus zu sehen – derart krasse Wahrnehmungsverzerrungen sind mit Alkohol oder herkömmlichen Drogen eigentlich nicht zu erklären.

Trump ist so wenig Anti-Kapitalist wie robin-hood-artiger Rächer der Enterbten. Selbst wenn er wie angekündigt die Bankentrennung wieder einführt, zieht er nur ein paar absolut notwendige Leitplanken wieder ein. Er ist auch kein Anti-Militarist und Peacenik, der es erforderlich machen würde, dass Frau Merkel als Führerin der freien Welt die Ordnung derselben retten müßte. Und wenn Trump das Chaos der Kriege stoppt, mit dem die “Yankees” in den vergangenen 15 Jahren mindestens 1,5 Millionen Menschen getötet und 6 Billionen Dollar dafür ausgegeben haben – “damit hätten wir unser Land zwei mal wiederaufbauen können”, sagte Trump in “60 Minutes” – dann kann jeder nur halbwegs vernünftige Mensch den “Cowboys” nur die Daumen drücken.

Trump ist auch kein Libertärer, der das Geldsystem und die FED reformieren wird, auch wenn er im Wahlkampf ein paar Spitzen in diese Richtung losgelassen hat. Und schon gar nicht wird er eine Neuuntersuchung von 9/11 angehen, wie es in einigen Fake-Meldungen behauptet wird, denn das würde nicht nur die “Yankees”, sondern das gesamte kriminelle Königreich des Tiefenstaats erschüttern. Dass die Börsen auf die überraschende Niederlage Clintons nur einmal  kurz nach unten zuckten um dann sofort auf neue Höchststände zu klettern, zeigte denn auch schon deutlich, wie wenig die Finanzeliten von Trump zu befürchten haben. Er stammt aus einem anderen Club, aber aus derselben Liga…

Dass die Wahl dennoch solche Erschütterungen hervorruft hat wohl auch damit zu tun, dass das Team der “Yankees”, Serienmeister beim Rennen ums Weisse Haus, zu siegessicher war: seit 25 Jahren hatten sie mit den Bushs, den Clintons und zuletzt Obama stets beide Flügel des Einparteiensystems  und fast alle Medien unter Kontrolle. Die von Bush sen. ausgerufene “Neue Weltordnung” verbunden mit militärischer “Full Spectrum Dominance” und gleichzeitiger Deregulierung der (Finanz-)Märkte wurde mal unter demokratischem mal unter republikanischem Parteifähnchen vorangetrieben. “Rechts” und “Links” unterschieden sich  in Fragen der Kultur, des Stils und der political correctness, aber nicht in der Wirtschafts,- oder Außenpolitik. Auf diesen Feldern haben die “Cowboys angegriffen und gewonnen: mit Argumenten gegen den neoliberalistischen Globalismus und gegenden  interventionistischen Militarismus. An der Überlegenheit des US-Militärs aber wird das Team Trump genausowenig rütteln wie am Kapitalismus.

Dass Trump 1987 mit “Resorts International” einen Casino-Konzern mit engen Mafia-Verbindnungen übernommen hatte, der einst von dem CIA-Strohmann James Crosby zusammen mit dem legendären Mobster-CEO Meyer-Lansky als Geldwaschanlage auf den Bahamas gegründet worden war, hatten wir hier schon angemerkt. Später auf diesen Hintergrund angesprochen beteuerte Trump, davon  nichts gewußt zu haben, er hätte die Aktien von den Erben der Familie Somoza übernommen. Der nicaraguanische Diktator Anastasio Somoza hatte  – wie Howard Hughes und der Schah von Persien – zu den Klienten von James Crosby’s Sicherheitsfirma “Intertel” gehört. Dass Trump aber den suspekten Casinokonzern völlig blauäugig übernahm und  aus diesem lange zurückliegenden Deal keineswegs auf dauerhafte Verbindungen des künftigen Präsidenten zur organisierten Kriminalität geschlossen werden kann – diese Legende darf getrost als  frommer Wunsch bezeichnet werden.

Trump Mansion Sold to “Mobsters Sans Frontières”  überschrieb der Investigativ-Reporter Daniel Hopsicker 2008 seine Recherche über den russischen “Düngemittel-Milliardär” Dmitry Rybolovlev, dem Trump ein Anwesen in Palm Beach für 100 Mio. $ verkauft hatte – und fragte sich, wie man den Bullshit glauben kann, dass jemand mit Pferdeshit in Kürze Milliardär werden kann.  Mehr über  Donald und die Mafiosi ohne Grenzen in Florida  hier und hier. Dass im August der Chefmanager der Trump-Kampagne, Paul Manafort, zurücktrat, weil er 12,7 Millionen von dem russischen Oligarchen und Mafia-Don Oleg Deripaska kassiert haben soll, passt in dieses Bild. Dass der “Sumpf”  in Washington jetzt “ausgetrocknet” wird, wie Trump es stets angekündigt hat, sollte also niemand erwarten, er wird nur durch einen anderen Sumpf ersetzt.

(to be continued)

 Hier Teil 1 und Teil 2

UPDATE: So wie das ZDF es auf  seinem Twitterkanal kolportierte, hat Merkel das nicht gesagt. Wörtlich sagte sie, Deutschland sei nach der Wiedervereinigung “noch stärker in der Lage, seinen Beitrag zu leisten, um die Ordnung, die wir lieben, für die sich auch die Menschen in der DDR eingesetzt haben, weltweit aufrecht zu erhalten, oder zumindest in unseren Ländern aufrecht zu erhalten.” Reicht ja auch vollkommen…

17
Nov, 2016

Yankee and Cowboy War 2.0 – 2

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Auch wenn Barack Obama bei seinem derzeitigen Abschiedsbesuch in Berlin noch mit Beifall rechnen kann,  obwohl er als Friedensnobelpreisträger von Krieg  (U.S. Dropped 23,144 Bombs in 2015 Under Command of Nobel Peace Prize Winner President Obama) und Massenüberwachung  nicht lassen konnte – die “Hope” und “Yes We Can” Euphorie seiner Anhänger ist weitgehend verflogen. Ob und wann es den Fans von Trump und “Make America Great Again” ähnlich ergehen wird, steht noch nicht fest –  und wird auch davon abhängen, welche Truppen The Donald in der Neuauflage  des Yankee and Cowboy War hinter sich versammeln kann. Dass er in diesem verdeckten Fraktionskrieg der Machteliten aber der einsame Cowboy ist, der auf seinem Pferd in die Stadt geritten kommt und  allein mit eiserner Hand Recht und Ordnung wiederherstellt, dieses nostalgische Bild kann schon jetzt als Mythos entlarvt werden.

1987 erwarb Donald Trump seine erste Casino-Beteiligung und übernahm 93 % von “Resorts International”, einem auf den Bahamas angesiedelten Unternehmen, das  in den 50er Jahren von einem Strohmann der CIA in Kooperation mit dem Mafia-Boss Meyer Lanski gegründet worden war. Es operierte in Zusammenarbeit mit den Banken des CIA-Manns Paul Heliwell als Geldwäscheanlage im  internationalen Waffen, -und Drogenhandel, “ a two-time laundromat for the Lansky mob and the CIA”, wie der führende Erforscher des US-Tiefenstaats, Prof. Peter Dale Scott, schreibt. Von diesen Hintergründen und Hintermännern muss Trump nichts gewußt haben, als er den Hotel-und Casinobetrieb übernahm und dessen Spielbetrieb bald auch auf Atlantic City ausweitete, mit dem Mob aber war er über seinen 1986 verstorbenen Mentor und Freund, den Mafia-Anwalt Roy Cohn, durchaus und lange vertraut. Bei Cohns Kokspartys im legendären “Studio 54” hatten Mobster und Milliardäre mit Politikern und Lobbyisten gefeiert, der junge Baulöwe Donald Trump stets mittenmang.

Als dann in den 90ern die Immobilienpreise in New York fielen und die hoch beliehenen Casino-Betriebe in Atlantic City vom Konkurs bedroht waren, wurde Trump von Baron Edmond de Rothschild gerettet, dem – laut einer “Spotlight”-Recherche von 1978 –  einstigen Mit-Gründer des Geldwaschsalons “Resorts International”.  Die Rothschild Inc. als einen mover und shaker hinter den Projekten und Gebäuden mit dem Namen TRUMP zu sehen ist deshalb keine Verschwörungstheorie.  Dazu paßt, dass Trump sich geradzu euphorisch zur rechtsgerichteten Politik Israels und seinem Führer Netanjahu geäußert hat und  dass eine seiner Zielscheiben im Wahlkampf  der Oligarch George Soros war. Den würde man ja eher im Rothschild-Lager vermuten, aber seit ein von ihm finanzierter Verein 2014 die “Panama Papers” veröffentlichte  und dort fast auschließlich Rothschild-Banken und ihre Klienten “geleakt” wurden, kann Soros den “Yankees”, dem Rockefeller-Syndikat,  zugeschlagen werden. Seine Stiftungen fungierten weltweit als “ziviler” Arm der neokonservativen Außenpolitik und  finanzierten nicht nur fröhliche “colour revolutions”, sondern auch gewalttätige “regime changes”. Jetzt führen Soros-Organisationen wie “move on” und “change.org” die Mobilisierung für die Anti-Trump-Demonstrationen an. Aber einen “Maidan” in Washington wird es nicht geben – der große Spieler Soros hat sich verzockt.

Die Polarisierung  solcher Lager von  Yankees/Cowboys und Rockefeller/Rothschild ist in jedem Fall holzschnittartig und von einem “Krieg der Machteliten” zu sprechen nur dann angemessen, wenn klar ist, dass diese Fraktionen in der Regel und durchaus an einem Strang ziehen, aber eben nicht immer. Und der Überaschungssieger Trump  das Ergebnis eines solchen unterirdischen Bebens sein könnte. Weil niemand in den USA Präsident werden kann, ohne über Verbindungen  zum Tiefenstaat, zum Königreich der Geheimdienste und des organisierten Verbrechens, zu verfügen – auch  Vater Joe Kennedy musste die letzten fehlenden Stimmen für seinen Sohn  bei seinen alten Mob-Kumpanen in Nevada kaufen, um “Cowboy” Nixon mit dem knappsten Vorsprung aller Zeiten noch zu schlagen – lohnt sich auch bei Trump ein Blick auf seine Connections. Bill Engdahl hat ihn als “Mafia Don With a Pompadour”, als Mafiaboss mit Schmalzlocke beschrieben:

 “Zwei mögliche Schlussfolgerungen sind aus den oben gemachten Angaben über die fast 50-jährige Geschichte des Geschäftsmannes Donald Trump und seiner unübersehbaren Schar von Geschäftspartnern mit Beziehungen zur Mafia zu ziehen. Entweder ist es, wie er immer wieder sagt, wahr, dass er von deren Mafiaverbindungen nichts gewusst und mit ihnen wegen ihrer überlegenen unternehmerischen Fähigkeiten zusammengearbeitet hat. In diesem Fall ist Don Trump, nachdem er es 50 Jahre lang auf erbärmliche Weise an der elementaren Sorgfaltspflicht hat fehlen lassen, die Hintergründe derjenigen zu überprüfen, mit denen er in sehr heiklen Positionen zusammengearbeitet hat, schon aus Gründen der nationalen Sicherheit nachweislich nicht qualifiziert, auch nur Gärtner im Weißen Haus zu werden. Andererseits wäre Don Trump, falls diese Beziehungen zu Roy Cohn bis hin zu den anderen Kontakten der letzten Jahre bewusst und in klarer Absicht unterhalten wurden, ein pathologisch narzisstischer Immobilien- und Casino-Gangster, der niemals in die Nähe des mächtigsten Amtes der Erde gelangen sollte.”

Auch wenn die Unberechenbarkeit des “Horrorclowns” Trump von den Demokraten im Wahlkampf immer wieder angeführt wurde, sahen die  Wähler das offenbar anders. Auch seine Mob-Connections spielten keine Rolle, wobei die Clintons  diese Karte auch sehr bewusst nicht spielten, da sie selbst ohne diese Verbindungen niemals aufgestiegen wären  (siehe  dazu die   “Clinton Chronicles”  oder “Mobpresident Clinton” ). Der einzige Unterschied scheint zu sein, dass die aktuellen Yankees es eher mit den Erben der italienischen Cosa Nostra halten – wie der Gambino Familie –  und Cowboy Trump mit der jüdischen Kosher Nostra und dem Casino-Magnaten Sheldon Adelson im Boot ist.
(to be continued)
Teil 1 hier

15
Nov, 2016

Yankee and Cowboy War 2.0

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Während die hiesigen Transatlantiker, TTIP-Verkäufer und NATO-Lobbyisten wg. Trump immer noch in Schnappatmung verharren, die Cornell-Universität den von der Hillary-Niederlage “traumatisierten” Studierenden ihre Therapie-Hunde zur Verfügung stellt und die weniger Kuschelbedürftigen lautstark gegen das Wahlergebnis (und den möglichen Ausfall eines Kriegs gegen Russland ?) demonstrieren, kam mir beim Blick auf die Vereinigten Staaten  der “Yankee and Cowboy War” in den Sinn. Unter diesem Titel hatte der Politiologe Carl Oglesby 1976 die  Zeit vom Kennedy Mord bis Watergate beschrieben. Nach C. Wright Mills “Theory of the Power Elite” und Carroll Quigleys “Tragedy and Hope” lieferte Oglesbys Buch eine der ersten Analysen des us-amerikanischen Tiefenstaats, als Kampf zwischen dem alten Ostküsten-Geldadel und den neuen Cowboy-Oligarchen aus dem Süden. Letztere sorgten im Verbund mit Mafia,-und CIA-Typen dafür, dass JFK 1963 in Dallas umgelegt wurde, erstere kickten dann 1974 Nixon mit Watergate etwas eleganter aus dem Amt.

Tricky Dick Nixon hatte damals versucht, sich mit der Gründung der “DEA” (Drug Enforcement Agency) am lukrativsten Topf im tiefenstaatlichen Geschäft zu bedienen, dem von der CIA kontrollierten Drogenhandel, was die “Yankees” nicht zulassen konnten. CIA-Chef George Bush lies dann als Ronald Reagans Vizepräsident das Geschäft direkt aus dem Weissen Haus, von Oli North,  organisieren. Zu dieser Zeit war es auch, dass der Chefpilot der “Iran-Contra”-Flotte, Barry Seal, mit Säcken voll Kokain und Dollars auf seinem “Heimatflughafen” in Mena/Arkansas von einem un-informierten Zollbeamten versehentlich kontrolliert und festgenommen wurde,  aber zwei Tage später aus dem Gefängnis frei kam – nachdem Bush senior einen Anruf bei dem aufstrebenden Generalstaatsanwalt von Arkansas getätigt hatte, einem jungen Mann namens William  Clinton. Spätestens seit dieser Zeit sind auch Bill und Hillary Clinton im Geschäft mit dem Tiefenstaat und trotz anderer Parteifarben keine Opponenten der Bushs, sondern partners in crime.  Eines Syndikats, das seit Jahrzehnten im Weissen Haus an den Schalthebeln des Imperiums sitzt.

Auch wenn die geographischen Zuschreibungen in der 2.0 Version dieses Kampfs innerhalb der Machteliten nicht mehr   hinhauen und ein gebürtiger New Yorker und polternder Yankee par excellence – Donald Trump –   gerade  die Wahl gewonnen hat: es geschah im Cowboy-Stil und nicht nur im Süden sondern wider Erwarten auch im rust belt des Nordens. Und  schaut man sich   seine  Wahlspots an,  sind die Gegner in Bild und Ton eindeutig definiert:  die Clintons, Goldman-Boss Blankfein, Oligarch Soros, Obama,  die “Globalisten”, das “Washington-Establishment”. Wenn “Cowboy” Trump gegen diese Fraktion wirklich antritt – und etwa die Bankenregulierung wieder einführt (den Glass Steagall-Act,  den Roosevelt als Antwort auf den Crash 1929 initiiert und der “Finanzkrisen” wirksam verhindert hatte  bis Clinton ihn 1996 abschaffte und so den Crash 2008 ermöglichte) –  wenn Trump also diesen Eliten ernsthaft ans Eingemachte geht, dann lebt er gefährlich.  Auch wenn er wiederholt, was er unter den Buh-Rufen der Republikaner auf dem Parteitag der Bush-Fraktion in Sachen Irak ins Stammbuch schrieb: “I want to tell you. They lied. They said there were weapons of mass destruction, there were none. And they knew there were none. There were no weapons of mass destruction.” Und falls dann wieder ein “einsamer Irrer” die Kugel feuern sollte – was  einige traumatisierte Hillary-Fans sich  derzeit wohl klammheimlich  wünschen –  können wir ziemlich sicher sein: es waren die “Yankees”.

“Gab es vielleicht nicht nur einen Kampf Trump vs. Establishment, sondern einen Kampf  Trump + x  vs. Establishment (ohne x)? Wer aber könnte x sein?”, fragt Norbert Haering in seinem “Geostrategischen Erklärungsversuch” der Wahlüberraschung. Damals waren “x” die texanischen Ölmagnaten und Rüstiungsindustriellen (Hughes), heute wären es möglicherweise Figuren wie die Koch-Brothers (Finanziers u.a. der Tea Party und der Anti-Klimaschutz-Bewegung, obwohl sie Trump nicht mögen; oder weitblickende Geostrategen, wie sie Norbert Haering anführt, die eine Kooperation mit Russland suchen weil sie in China den entscheidenden “Endgegner” sehen. Dann wäre Trumps Erfolg  kein Zufall, kein unvorhergesehner Fehler in der von der Clinton-Maschine und ihren Medien durchorchestrierten Wahlkampfshow, die er eigentlich knapp verlieren sollte, vielmehr wäre der Erfolg Trumps von längerer Hand geplant:

“Holzschnittartig formuliert wäre das ein Machtkampf zwischen langfristig geostrategisch orientierten Kräften und eher am eigenen kurz- bis mittelfristigen ökonomischen Gewinn orientierten Kräften. Wenn das so wäre, und man das letzte Jahr Revue passieren lässt, so müsste man wohl zu dem Schluss kommen, dass die erste Gruppe schon seit geraumer Zeit an entscheidenden Fäden zieht (TTIP-Aufgabe, Brexit, Verzicht auf Forderung nach Assad-Rücktritt, Rücknahme der Rebellenunterstützung). Bleibt die skeptische Frage, ob man wirklich, selbst wenn der skizzierte geopolitische Schwenk beabsichtigt ist, einen wie Trump ins Präsidentenamt hieven muss. Geht das nicht auch mit einem vernünftigen Menschen? Wohl schon. Aber mit Trump geht es besonders gut. Eine solche Wende gegen starke ökonomische und ideologische Beharrungskräfte durchzusetzen, braucht einen autokratisch auftretenden Typ. ” (Norbert Haering)

Aktuell glaube ich eher an den oben zitierten Fehler als eine sinistre Planung von langer Hand – aus dem von Wikileaks publiziertem Schriftverkehr von Clintons Wahlkampfteam geht hervor, wie ihre Medienkontakte instruiert wurden, die schrägen Vögel (Pied Pipers) wie Trump und nicht die eher seriösen republikanischen Kandidaten zu pushen. Schon seit dem Frühjahr hatten die Demokraten den kompromitterenden “Pussygrabscher”- Beweis im Arsenal,  der im Oktober dem Macho-Kandidaten den definitiven Todesstoß versetzen sollte. Was dann mißlang, weil weder die sexistischen noch die rassistischen Töne Trumps letztlich auschlaggebend waren: 53 % der weißen Frauen wählten ihn, ebenso wie eine große Anzahl von Latinos, die man sämtlich dem Clinton-Lager zugeschlagen hatte. Dass aber hinter den kompromittierenden Wikileaks-Mails nicht “die Russen” steckten, wie es Hillary und ihr Medienchor ad nauseam wiederholen, sondern sehr viel wahrscheinlicher rogue agents der US-Geheimdienste, wie es CIA-Veteran  Steve Piecznik behauptet, scheint wiederum für die Existenz einer “Fraktion x” in diesem Kampf der Machteliten zu sprechen. Wie auch immer, die Charaketerisierung aus meinem ersten Artikel über den künftigen POTUS bleibt weiter richtig: Springteufel Trump. Die ersten drei Mitglieder seines “Transition-Teams”, waren eine Frau, ein Schwarzer und ein Schwuler. Der Bedarf an Therapiehunden für College-Kids wird wohl anhalten….

(To be continued)

12
Nov, 2016

Epidemische Trumpophobie

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image-1071026-thumbflex-qjkn-1071026Das ehemalige Nachrichtenmagazin hat in Zeiten des galoppierenden Medienschwachsinns mal wieder einen Favoriten ins Rennen geschickt. Es beschwört  “Das Ende der Welt (wie wir sie kennen)” und macht Trump zu einem Himmelsereignis, das als feuriger Meteorit auf die Erde zusteuert. Dabei kam der Oligarch Trump so wenig aus heiterem Himmel wie das Goldman-Girl Hillary, sie entstammen beide der amerikanischen Plutokratie und markieren  in deren “Einparteiensystem mit zwei rechten Flügeln” (Gore Vidal) lediglich verschiedenen Fraktionen.  So konnte Clition denn auch im Wahlkampf  ein Horrorbild von Trump als “unserem Hitler” an die Wand malen – und nach ihrer Niederlage dazu aufrufen, mit dem neuen Führer zusammenzuarbeiten. Doublespeak aus Brainwashington in Reinkultur. Kein Wunder, dass die Schreibknechte in den Redaktionen kaum hinterherkommen und erstmal in Schockstarre verharren. Eine Art Trumpophobie scheint ausgebrochen, was dann zu Titelseiten führt, wie sie sonst nur die “Zeugen Jehovas” oder die “Adventisten der Letzten Tage” verbreiten. Irgendein Schwachkopf der Bild-Zeitung halluzinierte schon, wie der Dämon Trump und das Biest Putin demnächst gemeinsam Europa verschlingen und für den  “Spiegel” fällt Mutter Erde jetzt komplett dem Monster mit der Eichörnchenfrisur zum Opfer.

Am Mittwoch berichtete ein Kollege, dass er die Mitarbeiter seiner Redaktion am Morgen geschockt hätte: “Habt ihr schon gehört – Trump will 9/11 neu ermitteln?”  Starres Staunen, atemlose Stille, man hätte eine Stecknadel fallen hören, dann: befreites Lachen, war ja nur ein Witz, zum Glück….  Was mit 9/11 begann – der Verkauf der großen Lüge der Bush-Administration und des “war on terror” – könnte nach 11/9 tatsächlich beendet werden, wäre Trump nicht nur ein rechter, sondern auch ein rechtschaffener Reformer. Aber soweit wird es nicht kommen – in  seinem Schattenkabinett und “Transition”-Team tummeln sich bereits  soviele Namen aus dem alten, bellizistischen Neocon-Lager wie auch berüchtigte Gestalten der Wallstreet/Goldman-Bankster-Szene, dass von seiner massiven “Anti-Establishment”- Offensive (man schaue sich seinen letzten Wahlspot an ) nicht viel übrigbleiben wird. Wie auch von anderen seiner Ankündigungen, etwa der Abschaffung der Krankversicherung Obamacare, die er heute nach einem Gespräch mit Obama schon zurückgenommen hat.

Was sich The Donald aber wohl kaum bieten lassen dürfte ist,  von einer hiesigen Hillary-Darstellerin mit Betonfrisur zurechtgewiesen zu werden: “Donald Trump muss sehr klar sagen, auf welcher Seite er ist: ob er auf der Seite des Rechtes, der Friedensordnung, der Demokratien steht, oder ob ihm das egal ist und er so eine Art Männerfreundschaft macht,” dekretierte Panzer-Uschi von der Leyen bei Maybritt Illner. Auch Chefdiplomat Steinmeier glaubte, sich eine förmliche Gratulation an den gewählten Präsidenten verkneifen zu können  und Mutti Merkel verband ihre Glückwünsche mit Mahnungen an die Menschenrechte. Peinliche Nummer. Haben unsere Volksvertreter nicht kapiert, dass man einem neuen Imperator Reverenz erweisen sollte, wenn man für seinen Vasallenstaat günstige Verhältnisse schaffen will ? Wieso hat man dem neuen Kaiser, der die Auslandseinsätze seiner Armeen herunterfahren will, nicht sofort die Schließung der Drohnenmord-Zentrale Ramstein angeboten, samt Umwandlung in einen Donald Trump Vergnügungspark  der deutsch-amerikanischen Freundschaft ? Sind nicht nur die transatlantischen Medienfritzen, sondern auch alle Politiker und ihre Spindoktoren von trumpohobischen Schüben derart geplagt, dass sie keinen klaren Gedanken mehr fassen können. Wie lang dauert es, bis NATO-Sprechpuppen wie unsere Möchtegern-Hillary mit neuen Textbausteinen upgedatet werden ?

Dass sich an amerikanischen Universiäten Widerstand gegen das neue Trump-“Regime” (darf man “Regime” jetzt schon sagen, ohne “antiamerikanisch” zu sein? ) regt, ist sicher eine gute Sache, die Frage aber, warum diese Demonstranten Obamas Drohnenmorde, Clintons  Zerstörung Libyens usw. usf. schweigend akzeptierten, muß gestellt werden. Ebenso wie die nach ihrer schweigenden Akzeptanz der globalen neoliberalen Wirtschaftsdiktatur, deren einheimische Opfer, die “weiße Arbeiterklasse” Trump jetzt hinter sich versammeln konnte. Und warum ?  Nicht weil er “Rassist” oder “Sexist” ist, sondern weil die Linken und Liberalen in ihrem multimedialen Wolkenkuckucksheim, das sie für die Wirklichkeit halten, diese Leute schlicht vergessen haben.   Seit Clinton, Blair & Schröder  mit Wallstreet und den Konzernen ins Bett schlüpften ist die traditionelle Wählerbastion der Sozialdemokraten verwaist. Wer einen Trump in Deutschland verhindern will bräuchte also nur einen Bernie Sanders importieren.

Zu mittelalterlicher Kometenangst besteht somit kein Anlass. Die Trumpophoben beim ehemaligen Nachrichtenmagazin aber, die den Untergang der Welt beschwören, scheinen unterbewußt doch irgendwie geahnt zu haben, dass gerade ein ganz anderer Untergang stattfindet. Die ersten Bilder von der Abdankung sind bereits erschienen.

gravemsm

10
Nov, 2016

Echt jetzt, Trump?

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Die meisten Menschen, mit denen ich seit Mittwoch früh über das Wahlergebnis sprach, fanden es ganz furchtbar und schlimm, dass ein Typ wie Trump jetzt US-Präsident wird. Weil ich dieses Entsetzen nicht teilte, fragten sie mich: “Findest du den etwa gut ? Das kann doch nicht sein….”. Ist es auch nicht. Aber ich finde gut, dass eine korrupte Kriegsverbrecherin, die Abertausende Menschenleben auf dem Gewissen hat, nicht wiedergewählt wird. Ich finde gut, dass die War Party/Neocon-Neoliberalcon/Wall Street/Think Tank/Corporate Media-Maschine sich mit ihrem  milliardenteuren Brainwashing nicht durchsetzen konnte und die Wähler eine pseudo-demokratische, pseudo-liberale, pseudo-soziale Kandidatin abwählten. Und mir gefällt, wie die von den Großmedien konstruierte Parallelwelt von dieser Wahl wie auch schon vom Brexit desavouiert wird: die Leute lassen sich vom Mainstream immer weniger täuschen, sie besorgen sich anderswo ihre Informationen und wählen anders, als es ihnen die Hohepriester in Funk und Fernsehen vorgeben. Neben dem Würgreiz kann ich mir eine klammheimliche Freude nicht verkneifen, das Gefasel und Gestammel der “geschockten” Qualitätschurnalisten zur Kenntnis zu nehmen, die noch immer nicht gecheckt haben, dass sie nicht die Wirklichkeit abgebildet haben, sondern eine Scheinwelt aus der Echokammer Medienmaschine.

Ja aber dafür kann man doch keinen Donald Trump und seinen sexistischen, rassistischen, diskriminierenden Anhang in Kauf nehmen, einen Despoten, der angekündigt hat, 2 Millionen Ausländer zu deportieren. Okay, in der Haut  eines illegal arbeitenden Mexikaners möchte man jetzt nicht stecken. Andererseits: wenn Trump diese Drohung umsetzt, bricht der Alltag nicht nur in Kalifornien sofort zusammen: es gibt plötzlich keine Kindermädchen, Gärtner, Mechaniker, Handwerker  mehr. Seinen Deportationsplan wird sich Trump also noch schwer überlegen müssen, ebenso wie die schwachsinnige Mauer. Seinen Plan, die Infrastruktur des maroden Landes wieder aufzubauen und so Arbeitsplätze zu schaffen kann man hingegen nur begrüßen, ebenso wie die Ablehnung von TTIP und die Ankündigung, die Ausgaben für die NATO und militärische Auslandsabenteuer herunter zu fahren. In der Wahlnacht sagte er: “I want to tell the world community that while we will always put America’s interests first, we will deal fairly with everyone, with everyone — all people and all other nations. We will seek common ground, not hostility; partnership, not conflict.” Wie das konkret aussehen wird, bleibt abzuwarten, aber es klingt deutlich besser als das Kriegsgeheul, von dem  Clinton auch im Wahlkampf nicht lassen wollte.

Kleines Fast Forward: Bei ihren dreitägigen Verhandlungen in Camp David haben die Präsidenten Trump,  Putin und Xi die geoplitschen Probleme erörtert und Lösungen für die wichtigsten Konflikfelder gefunden: zum gemeinsamen Vorgehen gegen den IS und islamistischen Terror in Syrien und dem Mittlern Osten, zu einem Minsk III -Vertrag für die Ukraine unter Anerkennung des de facto Status der Krim sowie zu einer Beilegung der Auseinandersetzungen im Süd-Pazifik. China hat Unterstützung angeboten, falls die einheimischen Arbeitskräfte zum Wiederaufbau der Straßen, Brücken und Tunnel des Landes nicht ausreichen – wie schon im 19. Jahrhundert beim Eisenbahnbau, diesesmal aber zum Mindestlohn! Weitere solcher Treffen zur Festigung der amerikanisch-russisch-chinesischen Zusammenarbeit sollen künftig jedes Jahr stattfinden.

Okay, man kann sich ja mal was wünschen  – die Probleme, ob weiße Männer Dreadlocks tragen dürfen oder Transgender-Menschen Mädchenklos benutzen dürfen, wären dann immer noch nicht gelöst, der Klimawandel dräute noch immer, der Kapitalismus und das Patriarchat wären nicht abgeschafft. Aber den Menschen in Amerika wäre sehr geholfen, wenn das monströse Militärbudget statt in Zerstörung in Wiederaufbau fliessen würde – und für den Rest der Welt könnte es kaum etwas Besseres geben als dass sich America first mal eine Weile mit sich selbst beschäftigt.

9
Nov, 2016

Trumpokalypse

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Im “Frühkommentar” von heute morgen hatte ich schon geschrieben, dass  die Demokraten die Niederlage allein sich selbst zuzuschreiben haben, weil sie mit Bernie Sanders ihren populären Kadidaten ausmanvörierten und die Wall-Street-Hexe Hillary durchboxten. Dass dabei betrogen und getrickst wurde und Bernie der Sieg bei den Primaries gestohlen wurde, war schon vor den Wikileaks-Veröffentlichung der DNC-emails klar, die es nochmals schwarz auf weiß bestätigten – doch es war kein Thema für die Großmedien. Und damit sind wir beim Thema, dem eigentlichen Verlierer des Tages, dessen dramatischer Niedergang schon lange zu beobachten ist und nunmehr einen kaum zu unterbietenden Tiefpunkt erreicht hat: dem “Qualitätsjournalismus”. Also jenen sich “seriös” und “liberal” nennenden Medien, deren Vertreter man seit heute früh um 6.00 beim betroffenen Stammeln und hektischem Zurückrudern beobachten kann. Und die meisten haben scheinbar noch immer den Schuß nicht gehört, sie leben weiter in den Echokammern ihrer medialen Parallelwelt, die sie für die Realität halten. Eben etwa hörte ich im Autoradio eine ARD-Korrespondentin, die den Trump-Triumph darauf zurückführte, dass die Amerikaner “eben immer noch keine Frau im höchsten Amt akzeptieren können, einen Schwarzen ja, wie man mit Obama gesehen hat, aber keine Frau.” In der Realität haben zwar 53% der weißen Frauen Trump und nur 43% Clinton gewählt, was im Phantasialand solcher Journalisten aber keine Rolle spielt. Die Dame faselte dann noch irgendetwas von “Populismus” und dass Trump  den latenten”Rassismus” der Amerikaner mobilisiert hätte – tatsächlich aber hat er die Swing-States erobert, deren “Rassisten” die letzten beiden Male Obama gewählt hatten.

Das ist nur eine Momentaufnahme, aber eine typische: natürlich hat Trump mit seiner großmäuligen, xenophoben Attitüde sowohl Rassisten als auch dumpfe Macker bedient, aber das ist nicht der reale Grund für seinen Wahlsieg mit  Mehrheiten bei Frauen und den Siegen in Florida, Ohio, Michigan, Pennsylvania, Iowa und Wisconsin. Wahlentscheidend sind diese Super-Macker, Pussy-Grabscher  und Hardcore-Rassisten nur in der Parallelwelt, die unsere Qualitätsschurnalisten konstruieren und auch am Tag danach noch immer nicht verlassen können. Träumt ruhig weiter, Kollegen, konstruiert weiter die Welten, die das War Party/Neocon-Neoliberalcon/Wall Street/Think Tank/Corporate Media Establishment anrührt, aber glaubt nicht, dass euch noch jemand abnimmt, dass es sich dabei um die Wirklichkeit handelt. Etwa der Umfragen, die ihr täglich herbeitzitiert habt, um den souveränen Sieg Clintons zur selbsterfüllenden Prophezeiung zu machen. Warum hat die “Meinungsforschung” versagt ? Weil die Medien jeden Wahlkampffurz von Trump zum krassen Großskandal aufgeblasen haben, während Korruption und Kriegstreiberei Clintons harmlos unterm Teppich blieben – mit dem Ergebnis, dass sich viele Befragte in face to face Interviews nicht trauten, sich zu diesem Trump-Freak zu bekennen. Die solide Internet Umfrage der University of Southern California’s (USC) hingegen hatte Trump schon seit Monaten vorn, blieb aber ebenfalls unter dem Teppich der Mainstreammedien. Tja, und dann wacht man eben am Morgen auf und kann nur von “Schock”, “Tragödie”, “Trumpokalypse” stammeln…

Update: Kleine Presseschau des gesammelten Gestammels der transatlantischen Leitartikler hier

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