4
Jul, 2015

…und die Stimmen zählt: Goldman-Sachs

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“Die Leute, die die Stimmen abgeben, entscheiden nichts. Die Leute, die die Stimmen zählen, entscheiden alles.” Die dem Diktator Josef Stalin zugeschriebene Erkenntnis sollten wir im Hinterkopf behalten, wenn Griechenland morgen… nicht über den Austritt aus der EU oder dem Euro abstimmt, sondern über die Annahme oder Ablehnung des Austeritäts-Diktats der Troika. Denn die Auszählung der Stimmen wird von “Singularlogic” übernommen – einer US-Firma mit engsten Verbindungen zu Goldman-Sachs. Also zu eben jenen Bankern, die seinerzeit unter Mario Draghi die Bilanzen Griechenlands so manipulierten, dass der Eintritt in die Euro-Gruppe überhaupt erst möglich wurde:
“Zwischen 1998 und 2009 unterstützte Goldman Sachs mittels undurchsichtiger Buchhaltungstricks Griechenland dabei, die Hälfte seines öffentlichen Defizits zu verstecken. Diese finanziellen Konstrukte verhalfen Griechenland zum Beitritt in die Eurozone. Daraufhin spekulierte Goldman Sachs allerdings gegen griechische Staatsanleihen. Als die Tricks aufflogen, war Goldman Sachs reicher, Griechenland hingegen war ruiniert. Goldman Sachs unmittelbarer Gewinn aus diesem Geschäft belief sich auf mindestens 600 Millionen US-$. Griechenland hingegen schuldet der Bank 400 Millionen US-$ pro Jahr bis 2037.”
Dass eine mit Goldman verbandelte Firma jetzt die Zählung des Referendums durchführt  zeigt, wie weit sich die Macht der Finanzinstitutionen erstreckt. Die Griechen sind ihnen in jeder Hinsicht ausgeliefert. Und wenn es nicht reicht, dass derselbe Mario Draghi via EZB nun dafür sorgte, dass die griechischen Geldautomaten dicht gemacht und Angst und Panik im Lande verbreitet wurden, wenn die Griechinnen und Griechen sich nicht irre machen lassen von diesen Erpressungsmethoden, weil sie das Rechnen nicht verlernt haben, wenn also viele mit “Oxi” stimmen, dann wird bei einem knappen Ergebnis das Zünglein an der Wage von höchster Relevanz. Und die Leute, die die Stimmen zählen, entscheiden alles… Also könnte eine knappe Mehrheit für ein Ende mit Schrecken möglicherweise nicht einmal reichen, weil die Freunde der Schockstrategie, die auf Schrecken ohne Ende setzen die Zahlen genauso frisieren wie damals, als sie Greichenland in ihre Falle lockten…

30
Jun, 2015

Demokratie ist Ramsch

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-crisis_0Dass die griechische Regierung ihr Volk befragen will, bevor sie den Konditionen der ehemaligen Troika zustimmt, wurde von der hiesigen Regierung und ihren öffentlich-rechtlichen Lautsprechern als Unverschämtheit gewertet – das Wort “Demokratie” in den Mund zu nehmen gilt mittlerweile als Majestätsbeleidigung. Schon vor vier Jahren, als die vorherige Regierung das Volk befragte und die Majestäten – die internationalen Finanzinstitutionen – verstimmt reagierten, konnte Frank Schirrmacher in der FAZ nur konstatieren was unter der Diktatur der Finanzmärkte aus der besten aller Regierungsformen geworden ist: “Demokratie ist Ramsch”. Die massiven Diffamierungen, denen ein demokratisch gewählter Präsident ausgesetzt werden kann, weil er seinem Wahlvolk (hier die TV-Rede von von Alexis Tsipras vom Wochenende) die Vertrauensfrage stellt,  deuten an, dass  “Ramsch” mittlerweile  noch zu positiv klingt und durch “Schrott”; “Müll” oder dgl.  ersetzt werden sollte.

Nur Banken sind heutzutage “to big to fail”, ein Volk von 10 Millionen kann man fallen lassen, wenn es seine Schulden nicht zahlen kann.  Dennoch wäre meine aktuelle Prognose: Grexit findet so schnell nicht statt. Denn wenn die Propagandamühlen, die in Griechenland bis zur Abstimmung jetzt im Overdrive orgeln werden, erfolglos bleiben und eine Mehrheit das Troika-Diktat ablehnt – wie es u.a. nobel-gekürte Ökonomen wie Joseph Stiglitz oder Paul Krugman empfehlen – dann werden die economic hitmen von EU/IWF/EZB nachverhandeln, d.h. echte Verhandlungen gehen dann erst richtig los.  Auf Augenhöhe – und nicht auf diesem unerträglich paternalistischen Niveau, auf dem Mutti Merkel, die strenge Tante Lagard und ihre Helfer mit den “faulen” Griechenlümmels reden, die endlich ihre “Hausaufgaben” machen und die “großzügigen” Angebote ihrer Gläubiger annehmen sollen.

Wenn es wirklich darum ginge, Gerechtigkeit und Demokratie zu stärken würde in Brüssel dann vielleicht sogar  ein Blick auf die berühmten Schweizer Steuer-CDs  geworfen  und die Konten von 200 Griechen, die dort genausoviel gebunkert haben wie die aktenkundig gewordenen 2700 Deutschen – um Athen zu helfen, die hinterzogenen Steuermilliarden endlich einzutreiben. Aber darum geht es bei den Austeriätsprogrammen ja gerade nicht, sondern darum solchen Superreichen neue Profitmöglichkeiten durch Privatisierung des griechischen Tafelsilbers zu eröffnen und die ohnehin schon verarmten Massen noch ärmer zu machen. Weil sie dieser neoliberalen Agenda nicht mehr folgen wollten, hatten die Griechen die linke Syriza gewählt und ihr Präsident tut genau das, wofür er gewählt wurde. Selbstverständlich eigentlich für den höchsten Volksvertreter in einer Demokratie, aber da diese vom Ramschtisch jetzt auf der Müllhalde gelandet ist und die Finanzmärkte diktieren, gilt ein solcher Volksvertreter nun als  gefährlicher  “Trickser”,  “Täuscher” und “Lügner”. Bizarre Welt… in der einem die “Wahrheit” dann so präsentiert wird, wie mir am Sonnatg via Autoradio von einem öffentlich-rechtlichen Schurnalisten: diese Volksbabstimmung sei “undemokratisch”, weil der “einfache griechische Bauer” ja gar nicht versteht über was er da abstimmt, die zur Wahl stehenden Papiere des EU-Angebots seien so komplex, dass “selbst Journalisten sie kaum verstehen.” Bleibt zu wünschen, dass nicht nur dieser Bauer sondern eine Mehrheit seiner Landsleute dieses Angebot ablehnt – weil sie ohne die Details zu kennen einfach wissen, dass sie damit einmal mehr über den Tisch gezogen werden….

(Cartoon: Stephff, Liberation)

 

23
Jun, 2015

Eine schrecklich nette Familie

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13.05.15 23:20-Bildschirmkopie

Das nach wie vor positive Image der Königsfamilie ist nur durch ein gehobenes Maß an Ignoranz und Selbstbetrug der Öffentlichkeit zu erklären, meint der britische Dramatiker und Autor Heathcote Williams. Die Fragen von Telepolis beantwortet er mit Passagen aus seinem investigative poem “Royal Babylon – The Criminal Record of The British Monarchy”, das jetzt auf Deutsch erschienen ist ( Die Windsors – Eine schrecklich nette Familie, Westend-Verlag). Ein notwendiges Antidot für das anschwellende Pomp,-und Popgedröhne anläßlich des Staatsbesuchs.

Die Queen und ihr Gemahl besuchen Deutschland und stehen einmal mehr im Fokus der Aufmerksamkeit. Sie aber sind not amused?

Heathcote Williams: Die Windsors sind ein Schandfleck im kulturellen Erbe Großbritanniens. Die Monarchie ist das Schmierfett der Kriege Großbritanniens, denn sie überzeugt ihre Soldaten, allzeit pflichtbewusst fürs Vaterland zu sterben.


Um schließlich, nach Ehrung der Opfer staatlichen Gemetzels, die Profite der Waffenhändler zu vermehren. Waffenhersteller und ihre Kunden werden auf Schloss Windsor gern zum Tee geladen – Flugschauehrung inklusive – denn Monarchie und Militärgeschäft sind eng verwoben. In Großbritannien ist “Rüstungsindustrie” ein royaler Markenname..

Die Majestäten profitieren die ganze Zeit auch selbst vom Geschäft mit Waffen,
 dank ihrer Kronagenten, die ihre Unternehmensbeteiligungen verwalten und mit Lockheed und BAE Systems ungerührt Anteile
 an Streubomben-, Uranmunition und Landminenproduzenten halten.”

Die Briten aber scheinen doch ihre Royals immer noch zu schätzen..

Heathcote Williams: Das Land hält sich trotz, nicht wegen seiner eigenen Vergangenheit, und sein infantiler Wunsch nach gütigen Eltern jenseits aller Politik verleitet es, unliebsame Fakten zu übersehen, so etwa der Monarchin Unterstützung für den hässlichsten politischen Akt von allen, das Töten.

Das Königshaus wird als Symbol für den Patriotismus gesehen, für den Zusammenhalt und die Tradition Großbritanniens

Heathcote Williams: Der Patriotismus der Königlichen selbst hält sich dagegen
 arg in Grenzen,
wie man im Ersten Weltkrieg sah, im Jahr 1915, als der Monarch, während in Flandern Millionen für König und Vaterland der Tod ereilte, selbst lieber zum Rodeln in St. Moritz weilte. Er kehrte heim, um eine Rekordzahl von Sandringham-Fasanen abzuknallen, Teil der blutigen Schneise, die er alljährlich durch den Wildbestand des Gutes schlug. Ebenso beschloss George VI. 1939 zum eigenen Gemach, dass es nicht erquicklich sei,
wenn der Krieg die “Jagdsaison auf Moorhühner in Balmoral” unterbrach. Großbritanniens militärisch-monarchischer Komplex ist eine zynische Industrie… Read more

20
Jun, 2015

Ich bin Verschwörungstheoretiker – und das ist gut so!

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18.06.15 19:09-Bildschirmkopie-2Was Verschwörungen sind ( A und B verabreden sich hinter dem Rücken von C um sich einen Vorteil zu verschaffen), dass sie im Alltag der  Wirtschaft, der  Politik und vor allem im Liebesleben regelmäßig vorkommen und  auf Indizien beruhende Annahmen über  solche Verschwörungen – Verschwörungstheorien – eine rationale vernünftige Heransgehensweise  an dieses alltägliche Phänomen darstellen – diese  simplen, unwiderlegbaren Tatsachen sind aus dem Blick geraten, seit der Begriff “Verschwörungstheorie” als Kampfbegriff in der psychologischen Kriegsführung eingesetzt wird. Nachdem unlängst in der Gesprächsrunde bei Ken FM die Geschichte dieser Aufrüstung eines neutralen Begriffs zur Diffamierungswaffe im Zusammenhang mit dem ungeklärten Mord an John F. Kennedy kurz angeschnitten wurde, habe ich dazu einige Anfragen nach weiteren Informationen erhalten. Pro domo empfehle ich dazu natürlich das Buch “JFK – Staatsstreich in Amerika” , in dem auch das historische Dokument zitiert ist, mit dem die CIA ihren Stationen weltweit  den Begriff empfahl, um die Zweifel an der offiziellen Version des Kennedy-Mords zu kontern – und darlegte, dass es sich bei den Kritikern  der von der  “Warren Kommission” verkündeten Theorie des Einzeltäters Lee Harvey Oswald um “Verschwörungstheoretiker” handelt, Staatsfeinde, die nur von kommerziellen oder kommunistischen Interessen motiviert seien.

Um diese Botschaft unter das Volk zu bringen, wurden die CIA-Büros aufgefordert, ihre “friendly elite contacts” in Medien und Politik zu nutzen. Im April 1967, als dieses Memo heraus ging, glaubten laut Umfragen 46 % der Amerikaner nicht an den Einzeltäter Oswald und in New Orleans hatte der Staatsanwalt Jim Garrison das erste juristische Verfahren zur Untersuchung des Mords eingeleitet – und einen inoffiziellen CIA-Mitarbeiter ins Visier genommen. Garrison hatte während des Zweiten Weltkriegs als Pilot und danach ein weiteres Jahrzehnt beim US-Militär gedient, nach dem Jurastudium beim FBI und als Anwalt gearbeitet,  war 18 Monate zuvor zum District Attorney von New Orleans gewählt worden und bezeichnete sich selbst als “altmodischen Patrioten”  – das glatte Gegenteil eines unseriösen oder gar staatsfeindlichen “Verschwörungstheoretikers”, zu dem er aber umgehend gemacht wurde. Genauso wie die Autoren und Journalisten, die Kritisches zu der offiziellen Einzeltäter-Version publizierten. Vor diesem CIA-Memo war in den Medien in der Regel von “assasination-theories” (Attentats-Theorien) des JFK-Mords die Rede, erst danach wird diese neutrale Bezeichnung durch den abwertenden Begriff  “conspiracy theories” ersetzt. Read more

15
Jun, 2015

Lügenpressepanorama

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Dass dem sich kritisch und investigativ gerierenden  NDR-Magazin “Panorama” propagandistischer Pseudo-Journalismus nicht fremd ist, mußte ich schon 2003 lernen, als ich einem Reporter ein 20-minütiges Interview zu dem gerade erschienen Buch “Fakten, Fälschungen und die unterdrückten Beweise des 11.9.” gegeben hatte. Aus dem landeten dann drei Sätze in einem desinformierenden und  diffamierenden Beitrag , der das  Buch mit dem rechten Gedankengut des “Reichsdeutschen” Horst Mahler zusammenrührte.  Am 22.8.2003 hatte ich hier dazu  notiert:

Noch eine kleine verschwörungstheoretische Anmerkung: Zum Interview mit dem Panorama-Reporter hatte ich mich vor vierzehn Tagen auf dem Hackercamp des Chaos Computer Clubs in Altlandsberg verabredet. Als ich eine Vorbesprechung für den abendlichen Vortrag kurz unterbrach, weil die Fernsehleute angekommen waren, meinten die CCC-Leute: “Panorama? – Du weißt hoffentlich, dass die mit dem Verfassungsschutz zusammenarbeiten…” Da kennen sich die Hacker ein bißchen aus, aber ich nahm die Bemerkung nicht weiter ernst – erst gestern nach dem Beitrag fiel sie mir wieder ein. Von dem NPD-Gründer und Agenten des britischen Geheimdiensts MI-6,  Adolf von Thadden, bis zu dem aktuell vom deutschen Verfassungsschutz unterwanderten Vorstand der heutigen NPD scheint in der Bundesrepublik eine stramme Linie geheimdienstlicher Rechtsaußen-Aktivitäten zu existieren, die sich offenbar auch bis zu einem Typen wie Mahler erstreckt. Denn dass einem derart durchgeknallten  “Reichsdeutschen” in der ARD bereitwillig Sendezeit eingeräumt wird, kann eigentlich nur mit einem dezenten Wink der Schlapphüte zu tun haben. Eine Nebelkerze sollte produziert werden, die ernstzunehmende kritische Fragen zum 11.9. – auch & vor allem zur Rolle westlicher Geheimdienste – bis zur Unkenntlichkeit verzerrt.

Der zweite Jahrestag des WTC-Anschlags markierte seinerzeit einen ersten Höhepunkt im Kampf um die Deutungshoheit, bei dem Funk, Fernsehen und Großmedien aus allen Rohren mit einem Begriff feuerten, der seitdem als Allzweckwaffe zur Eliminierung von Kritik in ständigem Gebrauch ist: Verschwörungstheorie.  Sie wurde erstmals 1967 von der CIA in einem Memo  als Kampfbegriff der psychologischen Kriegsführung empfohlen, um Zweifel an der offiziellen Version des Kennedy-Mords zu kontern – und feiert seit 9/11 fröhliche Urstände. Meine Versuche, den Begriff als analytisches Werkzeug zu retten, z.B. hier und hier, sind kläglich gescheitert. Wo immer  eine Orthodoxie verteidigt und inhaltliche Auseinandersetzung mit Kritik vermieden werden soll, muss “Verschwörungstheorie” als Mittel der Diffamierung, Ridikulisierung und Pathologisierung herhalten. Wer  Zweifel an einer orthodoxen “Wahrheit” äußert, wird als  gefährlich, lächerlich oder verrückt klassifiziert – Ende der Diskussion.

Mit solchen Mitteln zu arbeiten hat nichts mit seriösem oder gar  kritisch-investigativem Journalismus zu tun, es ist Desinformation und Meinungsmache – und weil die Journalisten, die sie betreiben, das im Innersten ihres Herzens natürlich wissen, reagieren sie empfindlich – wie in jüngster Zeit auf das Unwort “Lügenpresse”. Dass dieser unqualifizierte Pauschalvorwurf einen wahren Kern birgt, der in Umfrageergebnissen über den wachsenden Glaubwürdigkeitsverlust der Medien dokumentiert ist, macht die Sache nicht leichter. Und sollte eigentlich zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit dieser Skepsis führen. Doch was macht “Panorama” und im Nachklapp das NDR-Magazin “Zapp” ? Sie bellen “Verschwörungstheorie”. Das Armutszeugnis dafür wird hier und hier ausgestellt.

Als stramme Verteidiger der Lügenpressefreiheit müssen wir mit Pre$$titutes, Mietmäulern und Schweinejournalisten ja wohl oder übel leben, dass wir sie aber mit Zwangsgebühren auch noch finanzieren müssen – da geht mir der journalistische Artenschutz dann doch ein wenig zu weit…

11
Jun, 2015

NATO nein danke

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stopnatoAuch wenn Umfrageergebnisse stets mit Vorsicht zu geniessen sind, hier ist eines, das Hoffnung machen könnte: 58 Prozent Deutschen sagen, dass Deutschland im Falle eines “ernsthaften militärischen Konflikts” zwischen Russland und einem benachbarten Nato-Land dem Verbündeten nicht militärisch zur Hilfe kommen sollte. Auch in anderen Ländern ist die Bereitschaft der in Artikel 5 des Nato-Vertrags festgelegten Beistandsverpflichtung nachzukommen nicht sehr hoch, nirgends jedoch sitzt die Skepsis gegenüber der Nato tiefer als in Deutschland.

Dieser Vertrauensverlust hat gute Gründe und die sind weniger in der Seele des deutschen Michels zu suchen, als in der Wandlung der Nato von einem Verteidigungsbündnis im Kalten Krieg zu einer internationalen Eingreiftruppe. Der völkerrechtswidrige Angriff auf Jugoslawien, dem die rot-grüne Bundesregierung mit  der Beschwörung des Hitler-Gespensts Legitimiät verschaffen wollte, muß als Beginn dieses Wandels festgehalten werden. Und wer das Ergebnis dieser “Befreiung des Kosovo” heute besichtigt – und kaum mehr als einen gigantischen US-Militärstützpunkt und einen Mafiastaat mit Drogenhandel vorfindet – muß sich eigentlich nicht wundern, dass es mit dem Ansehen der Nato nicht mehr so weit her ist. Es geht diesem Verein nicht um Demokratie/Freiheit/Menschenrechte, sondern um Macht,- und Geschäftsinteressen – was die Vereinigten Staaten nach dem Jugoslawienkrieg auch freimütig bekundeten: es sei darum gegangen, das strategische Versäumnis Eisenhowers am Ende des 2. Weltkriegs zu korrigieren  einen US-Stützpunkt zur Kontrolle Osteuropas einzurichten. Diese “Korrektur” wurde seitdem mit der Nato-Expansion in viele weitere osteuropäische Länder fortgesetzt und ist in der Ukraine noch in Arbeit.

Dass die Deutschen nun mehrheitlich nicht mehr bereit sind, diesem aggressiven “Verteidigungsbündnis” Beistand zu leisten, hat deshalb auch weniger mit einem Mangel an Hilfsbereitschaft oder einem Übermaß an Feigheit zu tun, als mit einer realistischen Einschätzung der Lage. Eine Erhebung zu der Frage, ob man die Nato nicht auflösen und in europäisches Militärbündnis unter Einbeziehung Russlands verwandeln sollte, wäre vermutlich ebenso mehrheitsfähig.

9
Jun, 2015

Die Weltbeherrscher

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WeltbeherrscherDass der Rechtsstaat gegen die massenhafte Ausspähung durch die NSA ebenso machtlos ist wie gegen von deutschen US-Stützpunkten koordinierten Drohenkrieg da die Bundesrepublik nur über eine limitierte staatliche Souveränität verfügt, ist keine Phantasie von durchgeknallten “Reichsbürgern”, sondern ein realpolitisches Faktum.  Dass die Regierenden nur ungern davon reden – wer gibt schon gerne zu, dass er nicht Herr im eigenen Haus ist – ist verständlich, zumal eine solche Fremdherrschaft den Regierten nur schwer vermittelbar ist. Umso wichtiger scheint es da, sich über den Herren im Haus, seine Absichten und seine Vorgehensweise,  kundig zu machen, über die “unter Freunden” stets beschworene “Wertegemeinschaft” hinaus. Hier kann das Kompedium hilfreich sein, das Armin Wertz, langjähriger Auslandskorrespondent u.a. für “Stern” und “Spiegel” jetzt vorgelegt hat: “Die Weltbeherrscher – Militärische und geheimdienstliche Operationen der USA”.  Ein Lexikon amerikanischer Auslandseinsätze, “das neben seiner Nüchternheit allein schon durch seinen Umfang beeindruckt. In kurzen Abschnitten schildert er in chronologischer Reihenfolge hunderte (!) militärische und geheimdienstliche Operationen der USA im Ausland, die mal mehr, mal weniger verdeckt, die Politik in den jeweiligen Staaten in die gewünschte Richtung lenken sollten,” so Paul Schreyer in seiner Rezension des Buchs. Dass die Vereinigten Staaten  von den 239 Jahren ihres Bestehens in 222 Jahren Krieg geführt haben, könnte dem historisch durchschnittlich informierten Leser als maßlose Übertreibung vorkommen – in Armin Wertz’ Chronologie indessen ist diese Kontinuität der Kriegsführung akribisch aufgelistet.  Gerade in Zeiten, in denen von der “russischen Aggression” so häufig die Rede ist wie aktuell, kann diese sachliche historische Dokumentation als notwendiges Antidot dienen, um durch die Propagandanebel hindurch einen realistischen Blick auf die Weltlage zu behalten.

 

Die Herrscher der Welt

09.06.15 16:06-BildschirmkopieEinen realistischen Blick auf die Welt weit über die politische Lage hinaus beschert auch ein anderes Buch, das ich unbedingt empfehlen möchte: “Die Herrscher der Welt” von Bernhard Kegel. Verglichen mit den Akteuren, die hier beschrieben werden, ist das Imperium in Washington kaum mehr als ein Fliegenschiss, denn ihr Weltreich existiert seit gut 2,5 Milliarden Jahren, ihre Supermacht hat den gesamten Planeten kolonisiert und ihre Truppen haben Stützpunkte in jedem lebende Wesen. Die Rede ist von Mikroben. Der Untertitel des Buchs – “Wie Mikroben unser Leben bestimmen” – ist dabei noch untertrieben, denn ohne diese Kleinstlebewesen gäbe es gar kein Leben auf dieser Erde, denn erst sie haben geschaffen was wir heute Biosphäre nennen. Seit ich in den 80er Jahren die Arbeiten der Biologin Lynn Margulis entdeckte bin ich erklärter Fan dieser Mikroorganismen, die allgemein immer noch völlig falsch eingeschätzt werden, nämlich als üble, krankheitserregende Gefahr, die mit allen Mitteln bekämpft werden muß. Das Ergebnis dieser Fehleinschätzung – “multiresistente Keime”, die mit keinem bekannten Antibiotikum beseitigt werden können – liegt jetzt vor und verbreitet Horror in den Krankenhäusern der Welt. Wie so oft in ihrer Geschichte scheint die Menschheit das Kind mit dem Bad ausgeschüttet zu haben: eine geniale Entdeckung – die Waffe gegen pathogene Bakterien – wurde und wird derart massenhaft und unkontrolliert eingesetzt, dass sie stumpf geworden ist und wirkungslos zu werden droht.

Wie aussichtslos und selbstzerstörerisch es ist gegen die Supermacht der Mikroben zu kämpfen, zeigt schon die Tatsache, dass sich die dichteste Truppenstationierung auf dem ganzen Planeten ausgerechnet in unserem Darm befindet. Dass die Funktionen des Darms von höchster Relevanz für die Gesundheit sind ist seit der Antike bekannt, dass Bakterien hier eine entscheidende Rolle spielen weiß die Medizin ebenfalls schon lange – erst die Möglichkeiten der Gen-Sequenzierung aber hat der Mikrobiologie in neuester Zeit die Dimensionen dieser unsichtbaren Welt erschlossen. Nicht nur bei den Milliarden von Mikroben, die in  hunderten verschiedenen Spezialeinheiten ihren Job im Darm verrichten, sondern auch die in die Billionen gehenden Bakterientruppen, die in allen anderen Organen am Werk sind. Noch längst sind nicht alle Funktionen dieses unfassbaren Gewimmels entdeckt und kartographiert, doch schon jetzt hat die Vielfalt dieser Fauna, die in Symbiose mit dem menschlichen Körper lebt, die Forscher dazu gebracht, bei Menschen (und Säugetieren) nicht länger von “Individuen” zu sprechen. Sondern von “Holobionten”. Unser Körper liefert nur den Rahmen, die Gestalt oder das Gefäß für eine Vielzahl verschiedener Lebewesen, die symbiotisch, zum gegenseitigen Nutzen, zusammenleben.  Von dieser Entdeckung des “Holobionten” erzählt Bernhard Kegels Buch anschaulich und auf Grundlage der neusten Forschungsergebnisse.  Es macht deutlich, dass sie nicht nur unsere Sicht auf “Bakterien”, sondern auch unser Verständnis der Evolution ändern muß: nicht “egoistische Gene”, die sich im Kampf ums Dasein durchsetzen, sondern kooperierende Mikroben machen das Leben aus.

7
Jun, 2015

Von lümmelnden Senatoren und anderen Schlampigkeiten

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WSDG-Cover2Die Rezensentin Elisabeth Binder widmet unserem Buch aktuell einen flott geschriebenen Verriss. “Wir sind die Guten” sei “ein journalistisches Projekt, das an seinem Ehrgeiz scheitert”. Zwar lese es sich “sehr flüssig und kurzweilig”, doch das wiege die Fehler nicht auf. So wird bemängelt, das Buch enthalte “relativ wenig Hintergrundmaterial” und insbesondere zu wenige Fußnoten, mit deren Hilfe der Leser sich tiefer mit der komplexen Materie vertraut machen könne. Nun haben die Autoren diesbezüglich noch einmal den Anhang ihres Werkes studiert und finden dort auf 10 Seiten ausgebreitet insgesamt 127 Verweise auf weiterführende Literatur und verwendete Quellen – für die Rezensentin offenbar bei weitem nicht genug Lesestoff.

Zum Inhalt heißt es, dass zwar unsere Medienkritik berechtigt sei, aber, großer Minuspunkt an die Autoren: “Allerdings verlassen sie sich auch hier hauptsächlich auf die Forschungsergebnisse anderer als auf eigene Recherchen.” Das ist natürlich ein großer Makel. Wo kämen wir denn da hin, wenn Journalisten bei Ihrer Medienkritik vor allem die Forschungsergebnisse von anderen Medienwissenschaftlern zitieren – und nicht erst einmal selbst Jahre lang forschen? Wahrlich skandalös.

Kollege Paul Schreyer nimmt diesen “Skandal” auf unserer Webseite zum Buch genauer unter die Lupe.

3
Jun, 2015

Krieg oder Frieden in Europa

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Willy Wimmer, CDU-Urgestein, ehemaliger Vize-Präsident der OSZE/KSZE und Autor des Buches “Wiederkehr der Hasardeure”; Dirk Pohlmann, Dokumentarfilmer für ARTE und ZDF und Dr. Daniele Ganser; Historiker und Friedensforscher aus der Schweiz, sein bekanntestes Buch: “NATO-Geheimarmeen in Europa – Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung” sowie yours truly – im Gespräch über “Krieg oder Frieden in Europa – Wer bestimmt auf dem Kontinent?”

 

Update: Kaum entwickelt sich die Premiere von Ken Jebsens Talkmarathon zum “Klickmonster” – in drei Tagen schon knapp 100.000 Views und über 1.000 positive Kommentare, davon viele mit dem Tenor: “Jetzt können die ÖR-Talkshows einpacken” –  wird dieser Meinung auch schon Folge geleistet: Günther Jauch gibt auf.  Das ist  sicher kein Verlust, wobei ich seine und auch die anderen Talkrunden wenn überhaupt selten länger als 10 Minuten ertrage und deshalb nichts weiter dazu sagen kann. Ein Wort aber zu den hier und auf youtube in den Kommentaren geäußerten Kritik, dass in dieser Runde keine “Gegenmeinungen” vertreten waren: als Teilnehmer fand ich dieses Format sehr viel angenehmer als den übliche Debattenstil: 1 Minute A, 1 Minute B & C und dann der Moderator mit der Zusammenfassung und die nächste Runde. Grundsätzlich spricht ja nichts gegen Streitgespräche unterschiedlicher Positionen – und keiner der Diskutanten wäre zu Hause geblieben wenn auch Kontrahenten ihrer Position am Tisch gesessen hätten – aber ich bin mir nicht sicher, ob das Gespräch dann für die Zuschauer denselben Ertrag gehabt hätte.  Denn hier konnten alle Teilnehmer “frei” reden, ohne ständig auf Angriff oder Verteidigung gepolt zu sein . Ein solches Gespräch kommt der  “Wahrheitsfindung” möglicherweise näher als ständige Attacken oder argumentativer “cartenaccio”, wobei Ken Jebsen nach dem großen Zuspruch für diese Premiere es in künftigen Runden sicher  gern auch mal krachen lassen wird – wenn sich denn geeignete Konterparts finden…

2
Jun, 2015

Bellingkatzenfotos im Infokrieg

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Im vergangenen Monat hat dieses Blog  über 100.000 Seitenaufrufe, was ich ziemlich viel und sehr erfreulich finde. Verglichen mit  dem Blogger Eliot Higgins aka Brown Moses aka Bellingcat ist es aber geradezu lachhaft wenig. Schon vor einiger Zeit machte er weltweit als Experte für Waffen Schlagzeilen. Dass er sein Wissen aus Filmen von Schwarzenegger und Rambo bezieht, tat seiner Expertise, die im Sichten von youtube-Videos besteht, keinen Abbruch, denn Bellingcat brachte ins Bild, was der NATO ins Konzept passte: illegales Giftgas in Syrien, russische Einmärsche in der Ostukraine, Bewegungen von BUK-Raketenstationen. Dass die “Video-Forensik” des vormals arbeitslosen Waffennarrs keiner seriösen Überprüfung standhält, schadete nichts. Anders als vor Gericht sind solche “Beweise” im Informationskrieg allemal gut genug, um die Gehirne des Publikums einmal mehr durchzuspülen – wie jetzt mit der in allen Großmedien prominent aufgemachte “Recherche”, nach der Russland Satellitenfotos im Zusammenhang mit der Aufklärung des MH-17-Absturzes manipuliert hätte.  Dass der als “unabhängiger Blogger” deklarierte  Higgins für das Atlantic Council aka CIA tätig ist, bleibt  in den Artikeln dann freilich ebenso unerwähnt, wie die Tatsache, dass die bisherigen Recherchen dieses “Untersuchungsteams” allesamt  zerpflückt wurden. Auch das sich ebenfalls “unabhängig” nennende Correctiv-Team hatte sich in einer aufwändig produzierten “Spiegel”-Story auf Bellingcat-Ergebnisse gestützt – und propagandistisch wertvolles Seemansgarn produziert, wie die  Analysen von Michael Kobs (PDF: hier und hier) deutlich zeigen. Ebenso wie die Ergebnisse der ehemaligen Staatsanwältin Gabriele Wolff, die in ihrem Blog die Bellingcat/Correctiv-“Beweise” ausführlich unter die Lupe genommen hat. Was von einem Journalismus zu halten ist, der aus dieser Quellenlage Schlagzeilen und Aufmacher schöpft – da fehlen mir als Träger der “Benno-Martini-Medaille für sauberen Journalismus” in Bronze gerade die Schimpfworte. Wenn ein Troll  mit seinen Bellingkatzenfotos weltweit auf den Titelseiten der “Qualitätspresse” landet hat sie sich wirklich aufgegeben. Nicht einmal die simple Forderung, dass doch zur Überprüfung der möglicherweise falschen Russenbilder bitteschön die Daten der zuständigen Luftüberwachung Kiew und die Satellitenbilder der USA herangezogen werden sollten, war irgendwo zu hören oder zu lesen. Die Medien müssen eben sparen. Wer Videoschnipsel von “unabhängigen” Youtubeartisten als Realität verkaufen kann, braucht weder harte Fakten noch eigene Recherchen.

31
May, 2015

Friedennobelpreis für Abschaffung der Menschenrechte

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Weil es schwierig geworden ist, die Politik des Westens und der NATO in der Ukraine zu kritisieren, ohne umgehend als  “Pro-Russe” in eine Schublade gepackt zu werden, hatten wir die mit dem Untertitel unseres Buchs – “Ansichten eines Putinverstehers” gleich selbst aufgemacht – um im Ping-Pong mit dem Titel “Wir sind die Guten” die klassische Schwarz-Weiß-Propaganda der Medien zu ironisieren. Mittlerweile scheint aber Ironie zu schwach um der Farce noch beizukommen, die sich hier abspielt. Zum Beispiel dem jüngsten Beschluss des Parlaments in Kiew, dass die “Einhaltung der Menschenrechte und anderer völkerrechtlichen Verpflichtungen im Kriegsgebiet ausgesetzt wird” – und ein Schreiben des Parlamentsvorsitzenden Vladimir Groysman (von seinem Sekratär als Fake bezeichnet), in dem er US-Botschafterin in Norwegen für die Unterstützung dankt, Präsident Poroschenko für den Friedensnobelpreis zu nominieren. Nun ist dieser Preis schon mit “Bloody” Henry Kissinger und dem Drohnenkiller Obama kontaminiert, selbst Adolf Hitler war ja seinerzeit schon mal nominiert,  da scheint ein als “Schokokönig” titulierter Oligarch und Waffenfabrikant nicht weiter aus dem Rahmen zu fallen. Dass seine “Asov”-Brigaden im Geiste Adolfs in der Ostukraine “Ungeziefer” beseitigen und sein Parlament dafür mal eben die Menschenrechte außer Kraft setzt…. nun ja, wenn man die Gesetze außer Kraft setzt ist es ja nicht mehr illegal.

Und auch kein großes Thema in den hiesigen Nachrichten – wohingegen Putins perfide Mißachtung der Menschenrechte, das russische Einreiseverbot eines CDU-Politikers, jetzt schon tagelang Top-News ist. Der Abgebordente aus der zweiten Reihe steht mit einigen Kollegen aus der EU auf einer Liste von NATO-Verstehern und Russland-Feinden, auf deren Besuch Moskau gerne verzichten will. Darunter die “Libyen-Bomber”  Bernard-Henri Lévy  und  Dany Cohn-Bendit und seine maidanbesoffene Parteigenossin Rebecca Harms. Dabei hatte Harms letztes Jahr per Talkshow doch nur “das Einfrieren der Konten und totale Reisebeschränkungen …” für Russland gefordert und da ist es wirklich unerhört,  sie jetzt nicht mehr willkommen zu heißen.

Dass solchen olivgrünen Menschenrechtsbellizisten dringend der transatlantische Stecker gezogen werden müsste, macht eine “Spiegel”-Meldung deutlich, die es ebenfalls nicht in die Top-Nachrichten schaffen wird: die Russland-Sanktionen schaden Deutschland und der EU, die Umsätze gingen im 1. Ouartal um 10 % zurück. Dagegen haben Russlands Geschäfte  mit einem anderen Handelspartner stark zugelegt. Mit wem werden Sie ahnen, denn das Stichwort Farce ja schon gefallen: es sind die Vereinigten Staaten.

28
May, 2015

Die Fifa-Kirche

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Dass Fifa-Funktionäre korrupt sind, ist nichts Neues. Dass das System der Fifa, bei deren Abstimmungen die Stimme der Salomon-Inseln soviel zählt wie die des DFB mit 6,5 Millionen Mitgliedern, zum Stimmenkauf prädestiniert ist, dass der Fifa-Boss Blatter diese diskrete Kunst aus dem EffEff beherrscht und dass diverse Staatsanwaltschaften in verschiedenen Ländern den Machenschaften des milliardenschweren Weltfußballverbands seit Jahren auf der Spur sind – auch das ist nicht erst seit gestern wohl bekannt. Ohne dass sich dadurch an der Herrschaft Blatters und seinem System irgendetwas geändert hätte. Auch jetzt,  nachdem sieben Funktionäre durch die Schweizer Polizei, die einem Haftbefehl aus den USA folgte, festgenommen wurden, steht Sepp Blatter wieder zur Wahl. Und tut, als ob außer der Entdeckung einiger schwarzer Schafen gar nichts passiert sei. Auf sein System und seine Wiederwahl kann sich Blatter offenbar verlassen. Auch wenn es in den nächsten Wochen noch weitere “bad news” in Sachen Fifa gibt, wie er  in seiner Eröffnungsrede ankündigte. Nur wer als CEO die Umsätze und Gewinne seines Konzerns vervielfacht hat, kann sich seines Amts derart sicher sein. Das können seine festgenommenen Kollegen nicht, die gegen das Auslieferungsbegehren der USA Rekurs eingelegt haben. Nun müssen Schweizer Gerichte überprüfen, ob die 167-seitige Anklageschrift des US-Justizministeriums eine Auslieferung rechtfertigt.

Während Russland gegen die aufsehenerregende Festnahmeaktion als weitere Einmischung der USA in internationale Angelegenheiten protestierte – Putin fürchtet angeblich, dass Unsauberkeiten der WM-Vergabe nach Russland 2018 ans Licht kommen –  sieht auch der Berner Staastsrechtler Jörg Paul Müller einen “sehr dürftigen Bezug” der Affäre zu den USA: «Die Beschuldigten haben amerikanische Konferenzräume und technologische Einrichtungen benützt. Dies stellt nach unserem Rechtsempfinden einen sehr dürftigen Bezug zwischen den Straftaten und den USA dar».  Handelt es sich also nur um einen anti-russischen PR-Coup bei dem die Schweizer Behörden zwecks Klimaverbesserung mitspielten – und die Schweiz, wie es im “Tagesanzeiger” heißt, “nach dem jahrelangen Ringen um Kooperation in Steuerfällen nun einen besonders guten Willen zur Kooperation in anderen Deliktskategorien zeigen will. Womöglich zu gut ?”

29.05.15 14:38-BildschirmkopieDie Frage läßt sich erst beantworten, wenn die Belastbarkeit der Beweise für Korruption, Geldwäsche etc.  überprüft ist, die das FBI schon seit drei Jahren gesammelt hat, und geklärt ist ob die Gerichtsbarkeit der USA überhaupt greift. Anschuldigungen gegen die Fifa gibt es seit Jahrzehnten, zu einer rechtsstaatlichen Verurteilung hat noch keine geführt. Das weiß auch Blatter, der seit 37 Jahren die Strippen zieht und seit 14 Jahren als Präsident von den 209 Mitgliedsnationen mindestens so hofiert wird wie Obama oder der Papst. (Im Bild erhält er von Angela Merkel das Bundesverdienstkreuz.) Seine Fifa-Kirche ist eine supra-nationale Insititution, deren gigantischer Unterhaltungsmaschine die Staaten bereitwilligst Tribut, Steuergelder und Gemeinnützigkeit zollen und dieses System samt seiner korrupten Struktur seit Jahrzehnten akzeptieren. Einfach nur “Blatter muß weg” zu fordern wird an diesem System nichts ändern, genausowenig wie das Einsperren von ein paar Funktionären. Solange kein Konzept zur Reform der Fifa vorliegt und durchgesetzt wird, solange bleibt der Ball rund und sein Weltverband korrupt.

20
May, 2015

Bin Lesen

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20.05.15 20:37-Bildschirmkopie

Nachdem Sy Hersh die offizielle Legende der Bin Laden-Hinrichtung zerlegt hat, wurden jetzt in einer Operation “Damage Control” hunderte angeblich in seinem Haus gefundene Dokumente veröffentlicht. Darunter auch der Bestand seines Bücherregals – sehr interessante, gute Bücher über 9/11 darunter. Was sich OBL bzw. CIA dabei wohl gedacht haben ? War der alte Schlingel am Ende gar kein “Verschwörer”, sondern nur “Verschwörungstheoretiker”?

19
May, 2015

Die Psycho-Trader

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19.05.15 19:28-Bildschirmkopie„Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh“ stellte der Pionier des Automobilbaus Henry Ford schon vor hundert Jahren fest und weil seitdem das Verständnis nicht gewachsen ist blieb eine Revolution bis heute aus. Über keinem Bereich des öffentlichen Lebens liegt ein dichterer Schleier des Nebulösen als über dem Geld,- und Finanzsystem – von dem doch andererseits jeder weiß, dass es eine ganz entscheidende Rolle spielt. Dass sich „alles ums Geld dreht“ scheint so selbstverständlich geworden dass sich niemand mehr die Mühe macht nachzuschauen, um was sich da alles (inklusive ihm oder ihr) eigentlich dreht.
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16
May, 2015

Osama und die CIA-ISI-GID-Connection

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16.05.15 16:14-BildschirmkopieDass der jüngste Report von Seymour Hersh “ein wenig Licht” in die mysteriöse Geschichte um die Ermordung Osama Bin Ladens bringen könnte, wenn auch keine wirkliche Aufklärung und schon gar nicht einen Beweis für seine 9/11-Täterschaft, hatten wir schon kurz angemerkt. In den USA ist der Reporter, weil er seine entscheidenden Informanten nur anonym zitiert, schwer unter Beschuss geraten, “völliger Unsinn”  sei das, sagte ein CIA-Sprecher und das Weisse Haus monierte “zahlreiche Ungenauigkeiten”. Hersh seinerseits reagierte auf die Kritik äußerst unwirsch – wie man seinen Antworten auf die  (auch eher dümmlichen) Fragen eines “Slate”-Journalisten entnehmen kann. Dass die Kritiker jetzt  auch die Investigativ-Koryphäe Hersh  in die Schmuddelecke “Verschwörungstheorie” stellen wollen, scheint dem  mittlerweile automatischen Reflex geschuldet, mit denen jeder Überbringer von Nachrichten über Staatsverbrechen gegen die Demokratie diffamiert wird. Tatsächlich könnte Hershs Version, nach der Bin Laden seit 2006 unter Aufsicht des pakistanischen Geheimdiensts ISI stand, der Realität zumindest ein Stück näher zu kommen, auch wenn ein nachvollziehbarer Beweis, dass es sich bei der in Abottabad ermordeten und dann seebestatteten Person wirklich um Bin Laden handelte nach wie vor fehlt. Deutlicher als zuvor aber wird mit Hershs Story, dass der angebliche Weltfeind Nr. 1 kein autonomer Terrorist, sondern eine Figur unter der Kontrolle der Geheimdienste war.

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