Warum ich noch immer Putinversteher bin

Es ist schon toll, wie die Empörten in NATOstan jetzt hyperventilieren…und vollmundig “Völkerrecht”, “territoriale Souveränitat”, “Angriffskrieg” und ähnliche Begriffe abspulen, sowie natürlich die seit Killary Clinton gängige “Putin = Hitler”-Analogie. Würden die in den letzten Jahrzehnten begangenen Verletzungen des Völkerrechts und der Souveränität anderer Länder durch diese Bande alle angeklagt, kämen sie aus dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag freilich nie wieder hinaus – weshalb sie  als führende Völkerrechts-und Souvernitätsverletzter des Planeten diese Gerichtsbarkeit  vorsorglich erst gar nicht anerkannt haben. Und jetzt können sie nicht fassen, dass ihr “Quid licet Jovi non licet Bovi” nicht mehr gilt und sich andere herausnehmen was für sie eine Selbstverständlichkeit war und ist. Willkommen in der neuen (Un-)Ordnung einer multipolaren Welt!

Dass ich als anerkannter Kriegsdienstverweigerer und Antimilitarist gegen jede Rüstung und jeden Krieg bin, will ich als Disclaimer noch ausdrücklich anmerken, um nicht mißverstanden zu werden, wenn ich hier mein Verständnis für die russische Militäroperation in der Ukraine darlege:

  1. Weil die nach dem vom Westen initiierten Maidan-Putsch mit Maschinengewehren im Kiewer Plenarsaal “gewählte” Regierung von den Bewohnern der Ostukraine und der Krim als Verfassungsbruch gesehen und nicht anerkannt wurde, traten diese Regionen aus dem Staatsverbund aus. Die Krimbewohner stimmten dann mit grosser Mehrheit für einen Beitritt zu Russland, die Ostprovinzen erklärten sich zu unabhängigen Republiken.
  2. Die von Deutschland und Frankreich angeregten Minsk-Verhandlungen über den autonomen Status der Provinzen wurde von den Regierungen in Kiew auf Weisung ihrer Meister in Washington acht Jahre blockiert und sabotiert. Stattdessen wurde versucht, die Donbas-Region militärisch zu erobern.
  3. Russland unterstützte die Verteidgung des Donbas durch die Milizien der “Volksrepubliken” nur aus dem Hintergrund und drängte diplomatisch und politisch erfolglos, die Minsk-Verhandlungen voranzubringen. Stattdessen stand die Region bis gestern fast täglich unter Beschuss durch die ukrainische Armee und die faschistischen Asov-Brigaden, die sich die “Ent-Russifizierung” der Ukraine auf die Fahne geschrieben haben.
  4. Nachdem wegen der militärischen Aufrüstung der Ukraine die im Dezember  an die USA ergangenen Sicherheitsforderungen Russlands zurückgewiesen und aus den NATO-Staaten weiter Waffen importiert wurden; nachdem man Ukraines Präsident Zelensky auf der Münchner SiKo als Messias feierte, wo er um mehr Waffen inklusive nuklearer gebeten hatte und nachdem der unsägliche Scholz Putins Hinweis auf einen Völkermord im Donbass (mindestens 10.000 Tote, über 3 Mio. Flüchtlinge) als “lächerlich” abgetan hatte, war es mit der Geduld Russlands zu Ende.
  5. Die Anerkennung der beiden “Volksrepubliken” als unabhängige Staaten verstößt weder gegen das Völkerrecht noch gegen die Souveränität der Ukraine. Anders als NATOstan  in Jugoslawien, als Genscher die abgespaltenen Provinzen quasi über Nacht anerkannte, hat Russland das acht Jahre lang verweigert und auf einer internen Wiedervereinigung der Ukraine bestanden.
  6. Das “Right To Protect” (R2P), unter dem die NATO Jugoslawien bombardierte und in Einzelstaaten zerlegte, verstieß zwar gegen das Völkerrecht, wurde hierzulande aber allenthalben gefeiert. Wenn Russland jetzt, außer die Grenzen der neuen Republiken zu sichern auch Ziele in der Ukraine angreift, ist auch dies ein Verstoß gegen das Völkerrecht. Anders als die NATO von Jugoslawien, das niemanden bedrohte,  hat Russland allerdings gute Gründe, sich von den aufgerüsteten ukrainischen Militäreinrichtungen bedroht zu fühlen.
  7. Nachdem diese Einrichtungen innerhalb weniger Stunden von russischen Raketen weitgehend zerstört wurden, meldet sich prompt Präsident Zelensky und sagt, dass er zu Gesprächen über Neutralität bereit ist. Er wollte nicht hören, jetzt muss er (falls ihn seine Meister nicht noch schnell absetzen) – etwas anderes als Heavy Metal kann NATOstan offenbar nicht verstehen.
  8. Die USA und Joe Biden, der zuletzt die Souveränität der Ukraine verletzte, als er für die Absetzung eines Staatsanwalts sorgte, der gegen den Gaskonzern Burisma wegen Korruption ermittelte – von dem sein Sohn Hunter 50.000 im Monat für einen No-Show-Job kassierte –  werden außer mit Verbalinjurien und weiteren Sanktionen militärisch wohl nicht eingreifen. Sie wissen das Putin nicht blufft, wenn er bei jedem Angriff auf Russland mit einer umgehenden Antwort droht und dass sie keine Chance haben – Mr.Kinzhal läßt grüßen.
  9. Wir hatten den Algorithmus hier schon zitiert: Russland kann sich den Bruch mit Europa leisten. Europa kann es nicht. Die USA wollen nur kassieren. Das scheint man vor allem in Deutschland  nicht verstanden zu haben, die Schwachköpfe der Regierungs-Ampel und in Brüssel plappern immer noch transatlantische Textbausteine nach, statt einzusehen, dass allein Europa der Verlierer sein wird, wenn es zu  einem völligen Bruch kommt. Und dass es  einem Selbstmord auf Raten- der Zukunft einer heruntergekommenen,verarmten Kolonie – gleichkommt, dem US-Imperium und seiner Doktrin der globalen Alleinherrschaft weiter zu folgen. Wer die Zukunft der Industrienationen Europas mit Fracking-Gas von Uncel Sam und Windrädern sichern will gehört in die nächste Klapsmühle aber nicht in ein Parlament.
  10. Wie es weitergeht auf dem Schlachtfeld Ukraine ist schwer zu prognostizieren nachdem die Entmilitarisierung, was technisches Gerät betrifft, im Blitzkrieg weitgehend erledigt ist. Unklar ist auch, wie  die Ankündigung Putins einer “Entnazifierung” erreicht werden soll –  ohne Invasion und Besatzung, die Russland unter allen Umständen vermeiden will. Greiftrupps nach den Tätern von Odessa und den Köpfen der Neonazi-Brigaden werden aber wohl schon unterwegs sein. Am Ende wird möglicherweise (wie einst in Jugoslawien) eine Teilung des Landes stehen – mit östlichen, russlandfreundlichen Republiken, einer neutralen Ukraine in der Mitte und einem nazi-durchseuchten “Banderastan” im Westen, mit dem sich dann Polen und die EU herumschlagen dürfen. Die halbe Weisse Fahne, die Zelensky jetzt geschwenkt hat, könnte eine Teilung noch verhindern, wenn er bzw. eher eine neue Regierung die “Entnazifierung” selbst in die Hand nehmen, sich aller Faschisten im Parlament entledigt und den Hakenkreuz-Brigaden den Prozess macht.

Insofern bin ich bis auf Weiteres noch immer Putinversteher, halte die NATO mehr denn je für überholt und abschaffungswürdig und plädiere für eine neue Sicherheitsarchitektur in Europa, die Russland und China einschließt, Abrüstung auf allen Seiten und Friedens-und Handelsverträge von Lissabon bis Peking ermöglicht. Peace!

Mathias Bröckers/Paul Schreyer: Wir sind IMMER die Guten – Ansichten eines Putinverstehers oder wie der kalte Krieg neu entfacht wird (2019)

“Die Lunte brennt” – Rubikon-Gespräch

 

23 Comments

  1. Hallo, vielen Dank für Ihre Mühen der Aufklärung und für diese aktuelle Zusammenfassung. Sie hilft mir sehr bei Erklärungsversuchen innerhalb Familien- und Bekanntenkreis.

  2. Ich möchte die Aufzählung noch ergänzen und in einen größeren Zusammenhang stellen, erinnert sei an:

    – Komplotte wie die Skripal-Affäre,
    – den MH-17-Abschuss,
    – die angebliche Nawalny-Vergiftung,
    – die Behinderung des Baus von Nordstream 2,
    – jedes Ereignis hat der Westen genutzt, um Russland mit Sanktionen zu überhäufen, wie z.B. hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Sanktionen_in_der_Krimkrise
    – weitere Putschversuche in mit Russland verbündeten Staaten

    All diese Inszenierungen dienten dem Zweck, Putins Versuch einer engeren Bindung an EU-Europa (man erinnere an seine Rede 2001 im Bundestag) zu torpedieren. Mit dem jetzt ablaufenden Ukraine-Szenario wird klar, dass er die Strategie der Kooperation mit dem Westen endgültig aufgegeben hat. Das sprichwörtliche “Fass” wurde letztlich zum Überlaufen gebracht – aber nicht von Putin, er hat “nur reagiert” und diese Entwicklung sicher nicht bevorzugt.

    Und er hat erkannt, dass genau jetzt das Zeitfenster für diesen Strategiewechsel günstig ist:
    – der Westen und die NATO sind geschwächt von ihren ökonomischen und gesellschaftlichen Problemen (innerhalb der Staaten und zwischen Mitgliedern der “hirntoten” NATO, Legitimationskrisen, Trumpismus etc.)
    – auch China gerät immer stärker unter Druck der USA und künftig der “De-Globalisierung” und bietet sich als starker strategischer Partner in Zukunft an
    – vorübergehend hat Russland punktuell militärtechnische Vorsprünge ggü. den USA

    Es beschleunigt sich das Entstehen einer anderen (wieder bi-polaren) Weltordnung; es dürfte sich ein sino-russischer “Block” bilden, vielleicht noch zzgl. Iran, Weißrussland und einiger anderer.

    Die transatlantisch-neoliberale Elite kann sich freuen: die gefürchtete europäisch-russische Annäherung ist tot und ein neuer Kalter Krieg zieht auf. Der Rüstungswahn wird gigantische Rekorde erreichen und die Schäfchen werden gegen einen mächtigen, beständigen, glaubwürdigen Feind (bedrohlicher wirkend als Terroristen oder Seuchen) wieder zur Staats- und System-Loyalität verpflichtet. Der “böse Feind” soll also helfen, die westliche “Sinnkrise” zu überwinden. Und der am toten Punkt befindliche Westen dürfte versuchen, aus seinen Finanz- und Wirtschaftskrisen durch ein permanentes Rüstungs-Konjunkturfeuerwerk “herauszuwachsen”.

    Putin sprach schon vor Monaten vom “strukturellen Zusammenbruch” den die Welt derzeit erfährt. Jeder, der sich nicht ausschließlich bei ARD, ZDF & Co. des-informiert, wird ihm zustimmen müssen. Wer hat diesen Zusammenbruch herbeigeführt? Der Westen, der sein großes Spiel selbstverschuldet verliert, aber ein ganz mieser Verlierer ist – und es einfach nicht einsehen will.

  3. Mit seiner verbalen Entgleisung zum Völkermord im Donbass hat Olaf Scholz sich bzw. Deutschland frühzeitig als politischer Akteur und Vermittler in dieser Krise aus dem Rennen geworfen. Diese Rolle, die Deutschland trotz aller Konfrontation mit Russland bisher innehatte (und das ist historisch bedeutsam!), wird nun von Frankreich übernommen. Mal ganz abgesehen von der gebotenen deutschen Sensibilität i.Z.m. mit Völkermord und Nazi-Apologetik. Olaf Scholz ist die Lachnummer hier, in dieser ansonsten traurigen Situation. Natürlich war Scholz von Anfang an kein Politiker europäischen und internationalen Formats – höchstens in Bezug auf seine klebrige Nähe zum internationalen Cum-Ex-Skandal oder die Polizeigewalt bei G20 in Hamburg. Aber dass offenbar auch sein Beraterstab keine politschen Instinkte mehr besitzt, ist erschreckend und wird mglw. noch große Schäden hierzulande anrichten.

    Vielen Dank für die wie immer treffende Zusammenfassung in diesem Blogbeitrag, Herr Bröckers!

  4. Wenn man die Corona-Maßnahmen kritisiert wird man als “rechtsradikal” oder “Wissenschaftsfeind” gebrandmarkt. Und wenn man sich als “Putinversteher” outet wird gleich unterstellt, daß man ein ‘Putin-Fan`sei.
    James Corbett bringt (ohne den Begriff “Putinversteher” zu nennen) – meine Haltung und die von unserem Blog-Chef – so verstehe ich seine Artikel jedenfalls – sehr schön auf den Punkt:
    “WHAT’S HAPPENING IN UKRAINE? – QUESTIONS FOR CORBETT #084”
    https://www.corbettreport.com/qfc084-ukraine/

  5. Tja was soll man da noch sagen. Was einem wirklich Sorgenfalten ins Gesicht treibt, ist die Tatsache gefühlt nur noch von Idioten umgeben zu sein. Das war bei Corona schon krass und wird nun getopppt. Und ich meine damit noch nicht Politik und Medien. Da malt sich jetzt jeder Hans Wurscht der das Wort Ukraine halbwegs schreiben kann gelbe und blaue Farbe in Gesicht. Ich suche die yemenitische Solidarität noch immer. Nur um mal eine zu nennen. Ich glaube die Saudis haben mit US Hilfe in den letzten 3 Tagen über 35 Einsätze geflogen. Jetzt die Medien. Machen wir es kurz. Mitarbeiter der Altmedien sind für mich nur noch Bodensatz. Sorry klingt hart. Aber was die Benzin in alle Krisen geschüttet haben. Ne irgendwann ist Schluss. Jetzt zu den Medien. Wenn diese Schlafwandler nicht verstehen wollen, dass die Zeit des Westens zu Ende ist und Europa nur überleben kann wenn es sich mit dem Osten arrangieren kann, dann gute Nacht. Aber ich glaube es wird ganz finster, wenn diese Hirnakrobaten verkünden Russland vom Technologietransfer abzuschneiden. Den Transfer, der aus der chinesischen Halbleiterindustrie kommt oder welchen Transfer meinen die????? Indische Traktoren können es ja nicht sein?? Währenddessen lachen sich die USA kaputt. Das Flüssiggas sprudelt zu uns und die amis werden mit Sicherheit die Ölimporte aus Russland steigern.

  6. Putin wird das machen was er in Georgien getan hat als diese ebenfalls glaubten die USA und Nato hinter sich zu haben und gewaltsam versuchten Südossetien einzunehmen und dabei Ziviliesten und Soldaten der russischen Friedenstruppen töteten. Er haute ihnen ganz derbe auf ihre Finger. Seitdem herrscht dort Ruhe.
    Der Westen hatte 8 Jahre um das Minsker Abkommen durch zu setzen. Nun, auch ein allzu gutmütiger Bär lässt sich nicht ewig auf der Nase herum tanzen, verarschen und ausnutzen oder am nasenring wie zu Jelzinzeiten herumführen. Da kommt mir die Jelzin Ära in den Kopf und was danach geschah als Putin an die Macht kam. Sollte man was die Ukraine anbelangt ebenfalls ins Auge fassen und nicht beim Donbass stehen bleiben. Das der Westen dann nochmehr jammern wird ist doch nichts neues. Das tut er immer wenn es für seine Schergen rechten Milizen, Islamisten, Nazis bei Umsturzversuchen, Bürgerkriegen nicht so gut verläuft. Warum er mit diesen Extremisten gerne zusammen arbeitet ? Sie kennen das gewaltsame Potenzial. Mit Demokraten würde es mitunter Jahrzehnte dauern wenn überhaupt einen Regimechange durch zu führen. Gerne dürfen auch eigene Extremisten in den dortigen Länder’n mithelfen solange sie dort bleiben als Kanonnenfutter.
    Als die Herren Selenski und diesr Botschafter von eigenen Atomraketen faselten waren wohl endgültig alle roten Linien überschritten und alle Alarmsirenen der Russen an. Deswegen wohl auch die jetzige Sicherung von Tschernobyl.

  7. Das einzigste was deutlicher hätte sein können / müsen aus meiner fernen Sicht eine schärfere deutlichere Trennlinie zwischen dem R2P und den weiteren Schritten zum Stopp der ukrainische Aggression gegen die Volksrepublik Donezk und Lugansk.

    Die westlichen Medienhuren und Politdarsteller jaulen doch seit dem ersten russischen Militär in der Volksrepublik Donezk vom Überfall auf die Ukraine.

  8. ich muß leider etwas Kritik äußern : nicht Genscher , sondern Fischer hat nach dem Yugoslavienkrieg die neu gegründeten Staaten anerkannt . der Rest ist briliant , wie immer !

    1. nö. genscher war bei der anerkennung kroatiens und sloweniens der schnellste. ab da war der nato krieg drops dann wirklich gelutscht. 92 war joschka noch ein hessischer landtagsspacko.

      cheers an den blog chef. jeder artikel ein kleiner jenga stein, der aus dem babylonischen propagandaturm gezogen wird.

  9. Es hieß responsibility to protect, nicht right to protect. Das macht einen Unterschied: vor einer Verantwortung darf man sich nicht drücken, ein Recht hingegen braucht nicht wahrgenommen zu werden.

  10. Sehr geehrter Herr Bröckers,
    gerade las ich Ihren Aufsatz “Das Ende der unipolaren Welt”. Über die Ukraine, die offensichtlich Russland überfallen hat oder das wenigstens vorhatte, finden Sie so schöne Sätze wie den folgenden: “Noch haben sie einen wirklich „großen“ Krieg mit Russland nicht angezettelt, weil die russischen Truppen nach wie vor ihrem Operationsziel „De-Militarisierung“ folgen, nur Militäreinrichtungen zerstören und weder — a la „Operation Desert Storm“ — Wasserwerke, Stromversorgung und zivile Infrastruktur angreifen, noch die Zivilbevölkerung bombardieren.”
    Aber es besteht ja Hoffnung, dass es zu diesem Krieg niemals kommen wird, denn obwohl Sie Pazifist sind, merkt man an anderer Stelle, dass Sie militärisch sehr bewandert sind (oder wenigstens den Eindruck erwecken wollen) und ziemlich viel Freude an den tollen russischen Raketen und unschlagbaren Hyperschallflugzeugen haben. Bei dem oben zitierten Satz frage ich mich allerdings:
    Glauben Sie das wirklich oder lügen Sie bewusst, da Ihr Vorurteil, schlechthin an allem Übel der Welt müssten die USA schuld sein, mit Ihnen immer wieder durchgeht?
    Ich gehöre zu den Menschen, die sowohl von den Mainstream-Medien verblödet sind als auch (in geringerem Maß) von alternativen Medien aufgeklärt. Allerdings fallen mir bei aller Aufklärung einige Widersprüche auf: Immerhin können Sie Ihre Meinung im Internet veröffentlichen, während eine Darstellung des Ukraine-Kriegs (der ja kein Krieg sein darf, sondern nur eine “Spezialoperation”) aus ukrainischer Sicht in Russland derzeit ziemlich gefährlich wäre. Ja, auch bei uns ist es mit der Meinungsfreiheit nicht so weit her, und das Verbot von RT Deutsch halte ich für falsch.
    Jene Verräter Russlands, die man laut Wladimir Putin wie eine Mücke ausspucken muss, die einem in den Hals geflogen ist, darunter bekannte russische Schriftsteller und viele Wissenschaftler, scheinen immerhin noch gefährlicher zu leben als die Verräter innerhalb von Natostan. Einige werden einfach umgebracht, was nicht einmal Julian Assange bisher widerfahren ist.
    Ich vermute, dass Sie auf Ihrem Blog nur begeisterte “Follower” gewöhnt sind und dass ich mich in der Gesellschaft dieser restlos aufgeklärten Bescheidwisser und Bescheidwisserinnen als verblödeter Mensch eher exotisch ausnehme.
    NB.: Ich halte es für eine schlechte Idee, das Feindbild Wladimir Putin einfach durch das Feindbild des jüdischen Nazis Wolodymyr Selenskyj zu ersetzen. Wenn er nun von russischen Häschern ermordet wird, werden Sie dann jubeln? Sollte es, was ich für unwahrscheinlich halte, ein Attentat auf Putin geben – der Mann ist ja sehr vorsichtig – wären Sie wohl viel trauriger. Denn obwohl “links”, scheint es Sie wenig zu stören, dass Putin und die ihn umgebenden Leute Russland ausplündern. Und wenn die amerikanischen “Eliten” in Ihrem Einflussbereich ähnlich verfahren, wäre das ja noch keine Entschuldigung. Ich habe eher den Eindruck, dass Sie sich etwas vorgenommen haben, was man die intellektuelle Anti-Bildzeitung auf stilistisch höherem Niveau nennen könnte.

    Mit freundlichen Grüßen
    Christian Maurer

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