Kognitive Infiltrierung

Auf die seltsamen Methoden eines Beraters und Vertrauten des US-Präsidenten Barack Obama, Cass Sunstein, im Umgang mit den Zweifeln an der offiziellen 9/11-Legende hatte ich in einem Artikel zum Jahrestag 2010 hingewiesen: “Cass Sunstein empfiehlt in einem Papier die “kognitive Infiltrierung” des 9/11-Truth-Movements. Von der Regierung bezahlte Agenten und Autoren sollen die Bewegung von innen diskreditieren. Die offizielle Verschwörungstheorie soll also dadurch gestärkt werden, dass die Regierung nun selbst alternative Theorien unter das Volk bringt. Nicht um der Wahrheitsfindung willen, sondern um die Verwirrung zu steigern. Wir dürfen also gespannt sein, was zum 10. Jahrestag 2011 da alles aufgefahren wird.”

Bei einer Veranstaltung an der Universität New York wurde der Harvard-Professor jetzt mit seinem Vorschlag konfrontiert – und gefragt, ob ihn derlei Propagandamethoden nicht an Joseph Goebbels erinnern würden… Doch Sunstein will sich nicht einmal mehr richtig erinnern, diesen Aufsatz überhaupt geschrieben zu haben.

Update: Wunderbar ins Bild der Propaganda-Fakes in der Church Of Fear paßt die neueste Version der Unterhosenbombe, die von der CIA bei irgendwem, irgendwie, irgendwo, irgendwann gefunden – aber…. gerade noch rechtzeitig entschärft wurde. War echt knapp !!!

Update 2: Der Bomber “turned out to be a CIA employee”, der Anschlag war erfunden, aber die Unterhose war echt. Immerhin.

Die Gasprinzessin auf der Erbse

Die Timoschenko-Kiste wird immer doller. Ich hatte ja schon 2004 gefordert, dass in dem Getue um die “demokratische” Gasprinzessin eigentlich nur noch Arni Schwarzenegger auftreten müßte, um die Hollywood-Schmonzette perfekt zu machen; aber jetzt hat sich immerhin Vitali Klitschko eingeschaltet, das könnte dann noch für eine Babelsberg-Vorabend-Produktion reichen. Der ukrainische Ex-Boxer und Politiker fordert Julia Timoschenko auf, den Hungerstreik abzubrechen, in den sie angeblich am 20. April getreten ist – wobei dieser möglicherweise ebenso ernst zu nehmen ist wie die komplizierten  Rückenschmerzen, die angeblich nur im Ausland behandelt werden können. Darauf lassen zumindest Angaben ihrer ehemaligen Zellennachbarin schließen, die auf den stets vollgepackten Kühlschrank in der Luxuszelle der Ex-Präsidentin verweist: “Wo gibt es denn sonst im Gefängnis eine Mikrowelle, Kühlschrank, Dusche, Plasmafernseher, Möbel, Geschirr, etc.?” Dem Opfer der ukrainischen Justiz-Willkür scheint es sooo schlecht nicht zu gehen – selbst die im Knast eigentlich verbotenen Haarfärbemittel werden der Fake-Blondine geliefert…. berichtet jedenfalls die ukrainische Presse, die möglicherweise allerderdings genauso ins Positive übertreibt wie die hiesigen Medien die Dame zum gequälten Folteropfer und zur Märtyrerin hochstilisieren. Und dabei stets  vergessen, dass jemand, der quasi über Nacht zu einem Milliardenvermögen gekommen ist, schon allein deshalb zu Recht in Untersuchungshaft sitzt. So sieht das im Übrigen auch die Bevölkerung in der Ukraine, die den PR-Schwindel mehrheitlich zu durchschauen scheint. Hierzulande wird indessen weiter auf aus allen Kanälen georgelt und getrommelt – und nachdem die Drohung diverser Politiker, der EM fernzubleiben von den Fußball-Fans weltweit mit Begeisterung, statt mit Schrecken begrüßt wurde, werden weitere Massnahmen geprüft. Minister Dirk Niebel, Spezialexperte für Mehrheitsbeschaffung, empfiehlt trotzdem hinzufahren aber  aus Solidarität “orange Schals” zu tragen in Erinnerung an das gleichfarbige Revolutionsgedöns der Oligarchin. Im Hochsommer ? Und gegen Holland ? Hier muß unser Verniebelungsexperte noch nachbessern – wahrscheinlich  hat die Naumann-Stiftung in Kiew noch Restbestände von der gefloppten Orange-Revolution im Keller, die er endlich loswerden wollte. Vielleicht sollte er bei Jogi Löw vorstellig werden, damit sich seine Buben  “Julia” auf die gestählte Brust schreiben um mit hochgerissenem Trikot nach jedem Tor Sympathie zu demonstrieren…beziehungsweise seinem Job als Entwicklungshilfeminister endlich nachkommen: dass es in der gesamten Ukraine mit ihren 50 Mio. Einwohnern keinen Orthopäden gibt, der einen Bandscheibenvorfall behandeln kann, ist ein untragbarer Zustand!

Wie auch immer, bis Juni werden wir sicher noch weitere Versuche erleben, die große Fußball-Gala zu instrumentalisieren, von Timoschenko-Fans, die zahlenmäßig zwar wenige sein mögen, aber weil sie an den Schaltstellen der Medien sitzen wie ein Posaunenchor tönen – und wichtige Informationen außen vor lassen. Wie etwa den Hinweis von Julian Assange, dass Timoschenko ihre ergaunerten Millionen in London geparkt habe. Im russischen Fernsehen beschwerte sich der Wikileaks-Gründer jetzt darüber, dass der “Guardian” diese Information aus einem Interview mit ihm herausgeschnitten habe. Solange solche geschäftlichen Hintergründe in der Berichterstattung unerwähnt bleiben, kann sich niemand ein halbwegs objektives Bild machen, was sich bei diesem Kampf der Oligarchen-Fraktionen in der Ukraine eigentlich abspielt. Klar ist nur, das die dumpfe Schmonzette mit dem demokratischen Engel hier und den tyrannischen Despoten da so falsch ist wie der güldene Haarkranz der Timoschenko…

OBLadi, OBLada

Zum Jahrestag des angeblichen Ablebens von Osama Bin Laden läuft der Kalenderschurnalimsus  mal wieder auf Hochtouren, Obama fliegt gar 11.000 Kilometer, um in Afghanistan 11 Minuten lang an den Showdown mit dem Terrorgespenst zu erinnern. Dass  in  Rechtsstaaten Exitus per Kopfschuss kein Schuldbeweis ist, diese Nebensächlichkeit findet in den Würdigungen zum Todestag des Terrorphantoms indessen keine Erwähnung. (Wo kämen wir da auch hin, wenn  “Terroristen” ordnungsgemäß angeklagt und verurteilt werden müßten, da säßen dann in 90 (95, 98 % ?) der Fälle Schlapphüte und  Staatsdiener auf der Anklagebank und dürften wg. “innerer Sicherheit” nicht aussagen.) Aber dann schleicht sich im ehemaligen Nachrichtenmagazin  doch eine Passage ein, die das ganze wohlfeile OBLadi OBLada-Geschwätz desavouiert:

“Belegbare Fakten gibt es tatsächlich kaum. Die Leiche wurde nie gezeigt, ein Foto vom toten Bin Laden bald als Fälschung enttarnt. Mehrere Bücher und Artikel darüber, was genau in jener Nacht in Abbottabad geschah, tun nur so, als seien es originalgetreue Rekonstruktionen der Bin-Laden-Tötung. Demnächst kommen in den USA zwei Spielfilme heraus, auch sie am Ende nur Spekulationen.

So wie die Spielfilme und Dokumentationen über 9/11 insgesamt. Unterschlagen wird dabei, dass in diesem Blog schon am 10.5.2011 exklusiv und zweifelsfrei enthüllt wurde, wie es in der Zentrale des globalen Terrornetzwerks wirklich aussah.

Revolutionsmusik

Mit der kulturindustriell produzierten “Revolutionsmusik” ist es bekanntlich eine zweischneidige Sache: zum einen ist es von oben gesteuerter, zum Geschäft gemachter “Protest”, zum anderen aber auch von unten kommende, authentische, radikale  “Rock-Power”.   “Wie musikalisch ist die Revolution ?” fragte Helmut Salzinger, Deutschlands erster “Poptheoretiker”, 1972 in einem Buch “Rock-Power” – ohne eine schlüssige Antwort zu finden, aber mit großen Hoffnungen auf das politische Potential, das in den Texten, Haltungen, Lebensstilen der Woodstock-Generation aufgebrochen war. Die währten nicht allzu lange…als ich Helmut Salzinger in den 80ern kennenlernte, hatte er sich schon in die Moore der Wesermarsch zurückgezogen und schrieb auf seiner “HEAD-Farm” am liebsten Naturgedichte. Den  Kopf von “Jonas Überohr” hätte ich jetzt gern konsultiert als die Nachricht kam, dass dem Übervater der politischen Popmusik – Bob Dylan – im Weissen Haus der Presidential Freedom Award verliehen wird. Von einem Präsidenten , der in seiner Amtszeit mehr Bomben geworfen und Leichen produziert hat als jeder andere Mensch auf der Welt,  einem waschechten Master of War.

O tempora, o mores – aber die Musik brauchen wir trotzdem (oder erst recht) , wie den einfachen Riff auf der ersten “Revolutionsplatte” meines Lebens, Street Fighting Man,  den man auf der Wanderklampfe nie so genau hinbekam, weil Keith Richards ihn in Open-G-Tuning und mit Kapo spielte – und den kreischenden Chuck-Berry-Lick von John Lennon, meine Revolutionsplatte Nummer zwei, schon gar nicht. Dann Berlin, der Mariannenplatz war blau soviel Bullen war’n da …und “Schreibt die Parole an jede Wand: KEINE MACHT FÜR NIEMAND. Die “Scherben” waren großartig, aber seit ihre Mucke seit hundert Jahren auf jeder Demo läuft, kann man sie irgendwie auch nur noch einmal im Jahr hören. Tolle Musik, aber vorbei – so wie Fela Kuti (International Thief Thief), Bob Marley (Get up, stand up), die Clash (Revolution Rock) und Gil Scott-Heron (The Revolution Will Not Be Televised) – aber gefacebooked, getwittert und gesimst wird sie auch nicht. Ja, was legen wir denn auf,  Talkin Bout Revolution am 1. Mai ?Continue reading →

Die Gasprinzessin

Weil angeblich ein Bandscheibenvorfall von Julia Timoschenko im Gefängnis nicht korrekt behandelt wurde, veranstalten ihre Anhänger derzeit großen Menschenrechtsalarm. Die pünktlich zur kommenden Europameisterschaft einsetzende PR-Kampagne ist insofern bererechtigt, als natürlich auch Mafiabräute im Knast ein Recht auf menschenwürdige Behandlung haben. Ob die rechtmäßig verurteilte Dame deshalb nun wirklich in die Berliner Charité ausgeflogen werden muss, weil es in der Ukraine keine Orthopäden gibt, darf indessen bezweifelt werden. Zumal wenn man den Hintergrund von Julia Timoschenko kennt.  Zur Erinnerung hier noch mal unser Blogeintrag vom 2.Dezember 2004 über die “Gasprinzessin”:

“Ikone des Widerstands“, „Heldin der Opposition“, „Prinzessin der Revolution“ – die Medien überschlagen sich gerade mal wieder im Hochjubeln einer politischen Figur, die als Heilsbringerin und Passinonara der Ukraine aufgeblasen wird. Die Töne erinnern fatal an den Sound, mit dem unlängst in den USA mit Achmed Chalabi ein verurteilter Finanzbetrüger zum Retter des Irak stilisiert werden sollte. Mit Julia Timoschenko wird nun erneut eine „demokratische“ Oppositions-Kandidatin auf den Schild gehoben, gegen deren kriminelle Aktivitäten sich Chalabis Bankschwindel vergleichsweise bescheiden ausnimmt. Ihr Patron, der einstige ukrainische Premier Pavlo Lazarenko, wurde in den USA verurteilt, 613 Millionen $ des Weltwährungsfonds (IMF) außer Landes geschafft und gewaschen zu haben; außerdem, so schrieb die „Financial Times“ erhielt Lazarenko „mindestens 72 Millionen an Bestechungsgeldern vom Gasimporteur UESU. Im Gegenzug half Lazarenko der UESU eines der führenden Unternehmen der Ukraine mit einem Jahresumsatz von 10 Milliarden $ zu werden.“ Geleitet wurde die UESU von niemand anderem als Julia Timoschenko, als Chef der ukrainischen Zentralbank firmierte zu dieser Zeit Viktor Juschtschenko, dem der IMF später in einem Gutachten bescheinigte, den Währungsfonds systematisch getäuscht zu haben. Einer Verurteilung entging er ebenso wie Julia Timoschenko, die nur kurz verhaftet wurde, sich aber – mittlerweile die reichste Frau der Ukraine – erfolgreich als „politische Gefangene“ positionieren konnte und straflos davon kam. Jetzt steht die kurzfristig erblondete Oligarchin – „Ihren geflochtenen Haarzopf hat sie wie einen Heiligenschein um das Haupt gewunden“ (Tagesspiegel) – gleichsam vor der Heiligsprechung. In seinem Buch „Casino Moscow“ (2001) schreibt der Autor Matthew Brzezinski über seinen Besuch bei der „11 Milliarden Dollar Frau“
“…she was guarded by an entire platoon of ex-Soviet special forces bodyguards. She once sent a plane to collect Brzezinski from Moscow, fly him to Dnipropetrovsk to meet her for lunch, and drop him off back at Moscow in the evening. When Brzezinski said he didn’t want to tie up the company plane, Tymoshenko said: “Don’t worry. I have four of them.” According to Brzezinski, as a result of Lazarenko’s patronage, “Tymoshenko gained control over nearly 20% of Ukraine’s gross national product, an enviable position that probably no other private company in the world could boast.”
Keine Frage, Prinzessin Julia ist eine der coolsten Ganovinnen der Gegenwart – und keine Frage auch, dass sie mit einem Milliardenkapital im Rücken Eindruck auf die „Kollegen“ im Westen macht, denen sie das Spielfeld in der Ukraine öffnen will. Und kein Wunder, dass die Konkurrenz im heimischen Groß-Gangstertum ihre Argus-Augen auf die coole Prinzessin wirft, die Revolutionärin spielt. Blonde Heldin, finstre Russen-Patriarchen, smarte Ami-Oligarchen… fehlt nur noch Schwarzenegger mittenmang und Hollywood könnte die Schmonzette übernehmen!

Was gesagt werden muß (3)

Dass wir den Titel des berühmt-berüchtigten Grass-Gedichts hier zur Serien-Überschrift machen hat gute Gründe, denn es gibt außer Israels Atomwaffen auch noch das eine oder andere Tabu “dessen Namen nicht genannt werden darf” und das den “Weltfrieden” ebenso gefährdet wie der militante Nuklear-Zionismus.  Eines davon haben wir schon gewürdigt, es ist der irrationale und mörderische Krieg gegen Drogen, der unbeirrt weiter geführt wird, obwohl jeder Mensch mit einem IQ über Zimmertemperatur weiß, dass er weitaus mehr Schaden verursacht als verhindert. Als ich Anfang der 90er  das Hanfbuch mit Vorträgen und Diskussionen präsentierte und dabei das Resumeé zog, dass wir eine Legalisierung “in diesem Jahrhundert” wohl nicht mehr erleben würden, kamen regelmäßig Widerspruch und Unglaube aus dem Publikum: jetzt, wo diese geballten Fakten über den Nutzen als Rohstoff und Medizin vorlägen, sei es doch absurd, am Cannabis- Verbot weiter festzuhalten, glaubten damals die meisten Leser. Und absurd ist es in der Tat und heute mehr denn je, was indessen nichts daran ändert, die Verfolgung aufrecht zu erhalten.  Womit wir bei einem dritten Tabu wären, dessen Name nicht genannt werden darf ohne nicht umgehend mit einer “magischen Verfolgungsmarke” ausgestattet zu werden: der Zweifel an der 9/11-Legende. Zwar sind auch hier geschätzte 80-90 % der Bevölkerung überzeugt, dass das Märchen von Osama und den 19 Teppichmessern nicht wahr sein kann – und wer unser jüngstes Buch dazu gelesen hat, weiß, dass es defintiv nicht wahr ist – doch auch das ändert nichts daran, dass jeder Zweifel von den Massenmedien genauso abgebügelt wird wie Grass’ Zweifel an der Friedfertigkeit des israelischen Atomarsenals. Allein: diese Bomben werden nicht friedlicher wenn man sie beschweigt, der Krieg gegen Drogen nicht humaner wenn man ihn als “alternativlos” erklärt und die Zweifel an 9/11 nicht weniger, wenn man  sie als “verrückt” deklariert und Zweifler mit der Verfolgungsmarke “Verschwörungstheoretiker” belegt. Und wenn Prof. Niels Harrit – hier in einer neuen Dokumentation von Dirk Gerhard aka Sitting Bull – etwa herausfindet, dass auf den Röntgenbildern der Lungen von Rettungshelfern des 11.9. nicht nur Asbest-Teilchen, sondern auch “Nanotubes” zu sehen sind, dann kann es sich  dabei um eine Fehlinterpretation handeln, oder um einen weiteren Beleg für die Anwesenheit des Sprengstoffs Nanothermit beim Einsturz des WTC. Aber: es muß aufgeklärt und nicht wegerklärt, recherchiert und nicht ignoriert werden.

Die Glühbirnenverschwörung

In einem Nachtzug von  Berlin nach Fulda im Jahr 1982 ging ich zum ersten Mal einer Großverschwörung auf die Spur, bei einem Gespräch mit Helmut Höge über Thomas Pynchons gerade deutsch erschienen “Enden der Parabel” und die dort erzählte Geschichte über eine unsterbliche Glühbirne namens Byron. Diese wird von den Häschern des Glühlampenkartells, das die Brenndauer weltweit auf 1000 Stunden herabgesetzt hat, gejagt – denn so etwas darf es natürlich nicht geben. Bevor wir herausfanden, dass es dieses Kartell tatsächlich gab und Pynchon die seit  1901  (bis heute) brennende Birne in der Feuerwache des kalifornischen Livermore zum Vorbild für “Byron” genommen hatte, hatten wir schon in allen möglichen Romanen, Texten, Kunstwerken, Werbeplakaten usw. Glühbirnen entdeckt – und dazu ein Interview mit Thomas Pynchon gemacht. Dieser gab allerdings damals (wie heute) keinerlei Interviews, weshalb wir uns die Antworten ausdachten und dazu noch die Geschichte erfanden, dass er,  wie auch zahlreiche andere bekannte Literaten, ihre Werke mittlerweile von einer  “Agentur Standard Text” schreiben lassen – die quasi als  geheimes Erkennungszeichen an den umöglichsten Stellen Glühbirnen einbaut. Was wir dann anhand zahlreicher Glühbirnen-Zitate aus aktuellen Romanen nachwiesen. Der fiktive Interview-Artikel, der dann in der Buchmessenausgabe der taz erschien, begeisterte nicht nur Pynchons deutschen Verleger Ledig Rowohlt, der seinen berühmten Phantom-Autor ja selbst noch nie zu Gesicht bekommen hatte (“Ja wie haben Sie denn das geschafft ??!”) –  dieser Fake war auch der Anfang unserer realen Glühbirnenforschung, die sich als deutlich brisanter herausstellte als der spannendste Roman. Spätestens dann, als Dieter Binninger, der mit der von ihm erfundenen 150.000-Stunden Glühbirne die ehemaligen Narva-Werke der DDR  retten wollte, mit seinem Privatflugzeug aus ungeklärter Ursache abstürzte – kurz nachdem sein großer Förderer bei der Treuhand, Detlef Rohwedder, unter ungeklärten Umständen erschossen worden war.

Aus der Nachtzugspinnerei über die “Glühbirnenverschwörung”  vor 30 Jahren ist mittlerweile ein veritables Mem und ein echtes Thema geworden, wie eine Google-Eingabe des Begriffs und viele Bücher und Filme zeigen. Und auch die “Energiesparlampenverschwörung” konnte Byron noch nicht den Garaus machen – Birnen werden nun auf dem Schwarzmarkt gehandelt. Binningers Ewigkeitsbirnen jedoch werden noch immer nicht massenhaft gebaut, Narva ist geschluckt und abgewickelt und stattdessen hängt jetzt EU-verordnet giftiges Quecksilber in allen Wohnzimmern. Immerhin dieser Irrsinn sollte jedoch bald wieder der Vergangenheit angehören – dank einer jetzt vorgestellten   LED-Birne mit 20 Jahren Lebensdauer.  Aber, wie es bei Pynchon heißt: “Byron ist verdammt, bis in alle Ewigkeit weiterzuexistieren, wissend um die Wahrheit und doch machtlos, etwas zu verändern”.

P.S.: Bei einem Gespräch mit Binninger über sein Patent und seine Pläne war mir damals ein kleines Modell aufgefallen, das auf seiner Fensterbank stand, und das er mir begeistert erklärte, es war die “Batterie”, mit der er die Solarenergie seines Wochenendhauses bei Helmstedt speicherte: ein Gewicht, das von einem Elektromotor  angehoben wurde, wenn Strom produziert wurde – und das man bei Strombedarf sinken lies um einen Dynamo anzutreiben. Dieser simple und wartungsarme  Energiespeicher war nach Binningers Berechnungen allen chemischen Lösungen überlegen. Ich bin dieser Idee damals nicht weiter nachgegangen und zu wenig Ingenieur, um sie zu überprüfen – genial scheint sie immer noch. Und wer weiß, ob nicht auch ein “Batterienkartell” die Kapazitäten unserer Energiespeicher genauso limitiert wie die Brenndauer der Glühbirnen…

Was gesagt werden muß (2)

Im Rahmen des “Zukunftsdialogs”, den Kanzlerin Merkel im Internet aufgerufen hat, konnten bis zum 15. April online Vorschläge von Bürgern eingereicht werden, und die Forderung Cannabis zu legalisieren landete mit über 152.000 Stimmen auf dem zweiten Platz. Wir dürfen nun gespannt sein, wie die “Experten” und Politiker sich dieses Vorschlags, den  Georg Wurth  für den Deutschen Hanfverband eingereicht hat, annehmen – die Hoffnung aber, dass tatsächlich ein Ende des Prohibitionswahnsinns eingeläutet wird, hält sich bei mir in Grenzen. Dass in den USA, dem Mutterland des “Kriegs gegen Drogen” und der Hanfverfolgung, jetzt  wieder einmal Wissenschaftler, in diesem Fall 300 Ökonomen, mit einem Papier an die Öffentlichkeit getreten sind und  die Legalisierung fordern; oder dass, wie der Guardian meldet,  Präsident Obama auf dem “Summit of the Americas” einen neuen, verständigeren  Ton angeschlagen hätte, als er auf die Forderung vieler lateinamerikanischer Präsidenten nach einem Ende des Drogenkriegs antwortete – auch das mögen zarte Hoffnungsschimmer sein, die einen Durchbruch möglich erscheinen lassen. Doch wie u.a. in “Die Drogenlüge” gezeigt, sind die Erlöse aus diesem Krieg zu groß, um aus gesundheits,- und sozialpolitischen, zivilgesellschaftlichen Gründen darauf zu verzichten. Wie einst die imperialen Kriege des britischen Empires sind heute die Feldzüge des US-Imperiums auf die verdeckten Einnahmen des Drogengeschäfts angewiesen – und nur die Prohibition hält die Gewinnmargen dieses Geschäfts in exorbitant lukrativer Höhe. So kommt es, dass heute die Bundeswehr die Opium,-und Heroinproduktion in Afghanistan überwachen muß – weil damit die Warlords und Kombattanten bezahlt werden, ohne die das Land nicht gehalten (und die Pipelines nicht gebaut)  werden könnten – und gleichzeitig hierzulande Verfolgung und Verbot des Stoffs aufrechterhalten werden müssen, weil nur so aus einem Agrarprodukt für 1000 $ eine Schwarzmarktpreciose im Wert von 100.000 $ wird.

Wenn die Ökonomen vorrechnen, dass durch eine Marihuanalegalisierung 13,7 Milliarden Dollar per anno eingespart werden können, scheint das zwar schon ein nettes Sümmchen, doch verglichen mit dem was CIA & Co. außenpolitisch mit dem globalen Drogengeschäft einfahren sind diese Ersparnisse an der Heimatfront eher bescheiden. Deshalb wird auch diese Musterrechnung wenig helfen, genausowenig wie die Tatsache, dass unter den Ökonomen auch drei Nobelpreisträger sind. Denn mit der Prohibition ist es ähnlich wie mit dem Tabu von Israels Atomwaffen:  man darf sie “natürlich” kritisieren, aber abgeschafft wird sie garantiert nicht. Man darf auf die Absurdität von erlaubter Heroinproduktion hier und Verfolgung des Konsums da aufmerksam machen, aber geändert wird daran nichts. Man kann den ungerechten Doppelstandard bei der Regulierung des Alkoholkonsums (mit zigtausend Toten per anno) und des Verbots von Cannabis (null Tote seit Beginn der medizinischen Aufzeichnungen) beklagen, so wie die Willkür bei der Unterscheidung in “legal” und illegal” – es hilft nichts. Und wenn selbst der oberste Drogenbeauftragte des Landes diese Willkür bestätigt findet und beim Namen nennt wird er – wie Professor Nutt in England – sofort entlassen.  Insofern muß man kein Prophet sein um vorherzusagen, dass die 152.000 Bürgerinnen und Bürger, die in Zukunft Cannabis für Erwachsene legalisiert sehen wollen, bei Angela und ihren Experten gegen die Wand laufen-  und wie die Antwort lauten wird: dass Cannabis im Vergleich ja tatsächlich weniger schädlich sei als manche legalen Drogen, aber man “kein falsches Signal” senden wolle, und man den Hanfkonsum keineswegs “verharmlosen” dürfe usw. usf.

Auch wenn die Frage der Hanflegalisierung angesichts der aktuellen Nöte dieses Planeten und seiner Bewohner ein Randproblem darstellt – und man solche Lappalien eigentlich im Handumdrehen erledigen könnte, weist der öffentliche Umgang damit auf den durchaus globalpolitischen, globalstrategischen Charakter des Problems. Ein “falsches Signal” könnte ja – Gott bewahre! – einen “Dammbruch” im Paradigma der Prohibition bedeuten, und an dem hängt nicht nur die Außenpolitik des US-Imperiums, sondern auch die Innenpolitik sämtlicher Staaten und ihrer Überwachungs,- und Kontrollapparate. Und so kann der mündige Bürger zwar im “Zukunftsdialog” mal sagen was er will, die Entscheidung was er seinem Körper zuführen darf, trifft aber auch weiterhin nicht er, sondern Minister seines Inneren.

“Wipe off the map”

“Dieses Regime, das Jerusalem besetzt hält, muss aus den Annalen  der Geschichte verschwinden” – dass   diese Äußerung des iranischen Präsidenten seit 2005 im Zentrum des Bedrohungszenarios steht, nach dem der Iran vorhat, Israel “zu vernichten”,  “auszulöschen”, “von der Landkarte tilgen” liegt an diesen bewußt fehlerhaften Übersetzungen, die sich nach jahrelanger Penetration über alle Medienkanäle tief in’s öffentliche Bewußtsein eingeprägt haben. In der allgemeinen Empörungswelle über Günter Grass’ Hinweis auf das isarelische Atomarsenal gilt  der unbedingte Vernichtungswille Irans nach wie vor  als selbstverständliches Faktum, schließlich hätte  Präsident Ahmadinejad  ja selbst gesagt hat, dass er “Israel ausradieren” will.

Die Hartnäckigkeit, mit der sich diese Aussage hält, zeigt die volle Breitseite, mit der die  “Weapons of Mass Deception” getroffen  und die Medien den Massen  die Falschbehauptung  ins Hirn gepflanzt haben, dass die Forderung nach einem “Regimechange” dasselbe ist wie die Vernichtung des Landes und seiner Bevölkerung. Und dass  der Iran genau das vorhat und dafür Atomwaffen entwickelt, die dann einen “neuen Holocaust” bedeuten.  Diese drei Unterstellungen – das Betreiben eines Angriffskriegs (wie ihn Iran seit Jahrhunderten nicht mehr geführt hat), der Bau von Atomwaffen (der selbst nach Erkenntnissen von CIA und Mossad weder aktuell  noch kurz-bis mittelfristig stattfinden wird), sowie der geplante Einsatz dieser Waffen gegen Israel –  werden in der allgmeinen Hysterie des Grass-Bashings als ausgemachte Tatsachen, als erwiesene Fakten, als wahre Realität dargestellt – doch sie sind und bleiben Unterstellungen, auch wenn sie massenhaft und quer durch alle politischen Lager wiederholt werden müssen. Denn nur so läßt sich die völlig selbstverständliche Forderung, dass  auch Israel der Internationalen Atomenergiebehörde rechenschaftspflichtig sein muß, als “unerhörte Provokation”  hinstellen und der Übringer der Nachricht als “ewiger Antisemit” und  “Judenhasser”.  Läßt man  aus dem mit Unterstellungen zum aggressiven Holocaust-Monster aufgeblasenen Iran ein wenig die Luft raus bleibt von der Aufregung um das Grass-Gedicht nur eben dies:  die völlig selbstverständliche Forderung, dass  auch Israel der Internationalen Atomenergiebehörde rechenschaftspflichtig sein muß.

Vielleicht kann es die wütenden Israelisten und rasenden Philosemiten zur Räson bringen, dass mittlerweile auch der stellvertretende israelische Premierminister, Dan Meridor , zurückrudert und gegenüber Al Jazeera zugibt, dass auf iranischer Seite nie jemand behauptet hat, Israel von der Landkarte  löschen zu wollen: “They didn’t say ‘we’ll wipe it out’, you are right, but [that] it will not survive, it is a cancerous tumor, it should be removed.” Inwieweit das mit dem “Tumor”  irgendein iranischer Offizieller wörtlich gesagt hat, weiß ich nicht – was aber Landkarten und  unkontrollierte Wucherungen betrifft, liegt der Vergleich so falsch dann auch wieder nicht.

Update: Gestern abend zappte ich kurz bei Jauch rein, als in der Grass-Debatte gerade vom notwendigen “Fingerspitzengefühl” bei der Kritik an Israel die Rede war, an dem es den Deutschen und insbesondere Grass ermangele. Eine angesichts der deutschen Geschichte sicher angebrachte Forderung. Einerseits. Andererseits: wenn schon der einfache Hinweis auf die Gefahr israelischer Atomwaffen als unsensibel und überzogen gilt – ebenso wie der Hinweis auf die Apartheid in den besetzten Gebieten –  kommt das gebotene “Fingerspitzengefühl” nicht schon der Unberührbarkeit gleich ?