Der Houla Hoax – das BBC-Foto von Leichen aus dem Irak 2003, die syrischen Regierungstruppen als Ergebnis eines Massakers in Hula untergejubelt wurden – zeigt einmal mehr, wie Kriegspropaganda zu Werke geht und trägt die typischen Anzeichen der Kunst der bellizistischen Zuspitzung: brachiale Enthauptungen, aufgeschlitzte Kehlen, geschlachtete Kinder. Ohne den “Feind” in einem Theater der Grausamkeit zum menschenfressenden Monster zu stilisieren – wir erinnern uns an die Brutkastenlüge im Irakkrieg und viele andere Beispiele- läßt sich Mobilisierung zum Angriff nicht betreiben. Niemand will Krieg – aber wenn einer Babys ermordet und Kinder aufschlitzt muß man doch einfach eingreifen. Dass es bisher keine Beweise für eine Täterschaft ders “Schlächters Assad” (Bild) gibt – geschenkt ! Dass es die super-demokratischen und menschrechtsfreundlichen Golfstaaten sind, die diese “demokratische” Bürgerkriegsbewegung für “Menschenrechte” finanzieren – was soll’s ! Dass der bewaffnete Arm dieser Bewegung – Al CIAda – für den gewaltsamen Umsturz sorgt – so what ? Und dass General Wesley Clarke, ehemaliger NATO-Kommandeur in Europa, in einerRede 2007 enthüllte, was nach Afghanistan und Irak auf der Abschußliste steht: Libyen, Syrien, Libanon, Sudan, Somalia and Iran – eine Liste, von der er kurz nach 9/11 im Pentagon erfahren hatte – wen interessiert’s ? Schon der Hinweis auf diese geopolitische Agenda ist verboten – kommt zumindest in den Nachrichten, beim Blick auf’s große Ganze, niemals vor. Sie sollte aber, finde ich, durchaus berücksichtigt werden – sie scheint jedenfalls realer als die Greuel, mit denen diese Kriege legitimiert werden.
UPDATE 13.6.: Die FAZ resümiert den Hoax: es waren sunnistische Terroristen, die Zivilisten und Anhänger der Assad-Regierung ermordeten
Wenn sich verehrte Helden, leuchtende Vorbilder, große Meister blamieren, dann tut das – ach! – einem auch selbst weh. Vielleicht weil Neuowissenschaftler – um noch mal auf den letzten Eintrag zurück zu kommen – herausfanden, dass ein Pieckser in eine vor einem auf dem Tisch liegende Gummihand als unangenehm empfunden wird, obwohl die echte Hand, die bei den Versuchen unter dem Tisch auf dem Knie platziert war, völlig unberührt bleibt. Auch unsere Imaginationen können also Schmerzen übertragen, auch wenn das reale Leben gar nicht betroffen ist. So ungefähr ging es mit dem Stich, den mir letzte Woche die kurze Nachricht versetzte, dass sich Bob Dylan von Präsident Obama die “Medal of Freedom” umhängen läßt – der Mann, dessen Songs mir einst als Teenie den Weg zur Kriegsdienstverweigerung wiesen, der die Glocken der Freiheit /Chimes of Freedom läuten und leuchten ließ – “Flashing for the warriors whose strength is not to fight” – und der für seine Lyrik längst den Nobelpreis verdient hat, läßt sich von einem Kriegspräsidenten mit fälschlich verliehenem Friedensnobelpreis eine Freiheitsmedaille an die Brust heften ? Das muss doch nicht sein, das hat er doch gar nicht nötig, was soll der Scheiß ? Ist das schon Altersschwachsinn, oder nur Hochgradzynismus ? Wie auch immer, die Chimes of Freedom, von den Byrds tausend Mal gehört, haben einen ziemlichen Riss bekommen….
Passend zu Pfingsten, dem Tag an dem die Jünger vom “heiligen Geist” erfasst wurden, lese ich gerade das Buch
Während die hochwerte Edelfeder dieses Blogs sich feiertagsmäßig vergnügt – ob beim “Herrentag” oder bei der “Himmelfahrt” wissen wir nicht, vermutlich beides – ist unsereiner gezwungen, sich in den unterirdischen Maschinenräumen mit Aufräum,- Update, und Archivierungsarbeiten zu plagen. Andererseits: wenn man hier so durchblättert, was der Meister an nicht veröffentlichungswürdigen Entwürfen angesammelt hat – und was die Horde von Trollen, Irren, Wahnsinnigen und Spamrobotern im Laufe eines Jahres hier so ablässt, das hat auch schon wieder was. Also langweilig ist mir die Arbeit nicht geworden – und zumindest halbwegs ist der Laden wieder aufgeräumt und die Software auf dem neuesten Stand (WordPress 3.3.2). Zudem bin ich befugt den geneigten LeserInnen hier mitzuteilen, dass sie ab sofort nicht nur Kommentare schreiben, sondern die schon geschriebenen auch bewerten können – und anhand der Bewertungen auf einen Blick sehen, ob es sich lohnt, diesen Kommentar zu lesen.Laut Statistik erscheinen hier zur Zeit im Duchschnitt 12 Kommentare pro Posting – da macht ein “Rating” aus Gründen durchaus Sinn. Vorallem, wenn die ca. 15.000 “unique visitors”, die hier jeden Monat lesen, dieses kleine Stimmungsbarometer auch benutzen: also “Daumen hoch” oder “Daumen runter”. Ein automatischer Bullshitdetektor sorgt dann dafür, dass die abgewerteten Kommentare erst mal aus dem Blickfeld verschwinden. Viel Spaß beim Voten wünscht
Von allen Fragen, die mich als neugierigen Menschen seit Jahren umtreiben und antreiben, ist die Frage “Was ist Bewusstsein ?”die spannendste und wichtigste überhaupt. Einige meiner Recherchen dazu hatte ich in dem 1998 erschienen Buch