Gestern hat Wladimir Putin in einer Pressekonferenz die russischen Forderungen an die Regierung in Kiew kurz und klar benannt: Die Ukraine muss – offiziell auf den Beitritt zur NATO verzichten. – die Krim und Sewastopol als russisches Territorium anerkennen. – eine Einigung mit den LDNR-Republiken aushandeln. – entmilitarisiert und für neutral erklärt werden. Zudem forderte Putin, die ukrainischen Angriffe sofort einzustellen und sich hinter die regionalen Grenzen der beiden Republiken – die nicht der derzeitigen Frontlinie entsprechen – zurück zu ziehen. Weil die Regierung in Kiew und ihre Herren in Washington einen Teufel tun werden, diesen Forderungen nachzukommen, wird Russland bald mit Gewalt dafür sorgen müssen – und fürs Erste kurz aber (für die Ukro-Nazis) nicht schmerzlos die militärische Belagerung der LDNR-Republiken beenden. Wenn Kiew danach an den “Minsk”-Verhandlungstisch zurückkehrt und bereit ist, künftig auf die NATO und schwere Waffen zu verzichten, wäre der Konflikt sofort beendet. An einer Invasion und Eroberung der Ukraine hatte und hat Russland keinerlei Interesse, genausowenig wie daran, seine mächtige “Energiewaffe” – die Gas,-und Öl-Lieferungen nach USA und Europa – einzusetzen und den “Partnern” den Hahn abzudrehen. Dass sich der deutsche Scholzomat unterwürfig im Auspuff seines Kolonialherrn verkriecht und sich mit dem Canceln von “Nordstream 2” selbst die Pistole an den Kopf setzt, daran können die Russen freilich nichts ändern. Dass die ganze Invasions-FakeNews-Hysterie eben dazu diente, dass Deutschland sich selbst den Energiehahn abdreht, statt von Washington dazu gezwungen zu werden, hatten wir hier schon mehrfach verdeutlicht. Die Anerkennung der beiden Republiken und der Schutz ihrer Grenzen ist weder eine “Invasion der Ukraine” noch ein “Bruch des Völkerrechts”, auch wenn es hiesige Medien und Politiker noch so oft behaupten. Kiew hatte acht Jahre Zeit, sich mit den Bewohnern der Ostukraine zu verständigen, die die mit dem Maidan-Putsch gewaltsam installierte Regierung und Verfassung nicht billigten. Auf Befehl von Washington führte Kiew aber statt Verhandlungen einen Krieg gegen die eigenen Bevölkerung, der schon Zehntausende das Leben kostete und zur Flucht von Millionen Menschen aus dem Donbass führte. Dass Putin das (nicht zu Unrecht) mit “Völkermord” verglich, kann nur eine “zertifizierte Nullität” (copyright Pepe Escobar) wie Scholz “lächerlich” finden. Wie unverschämt und bodenlos beleidigend eine solche Äußerung aus dem Munde eines Deutschen und Nachkommens der Nazi-Völkermörder ist, mag beurteilen, wer sich (mit starken Nerven!) diese Dokumentation des deutschen Journalisten Mark Bartalmai über den Schrecken des Kriegs in Donezk anschaut. Lächerlich kann das nur finden, wer absolut nichts davon weiß, weil die hiesigen Propaganda-Medien es konsequent ausblenden. Liefe ein solcher Bericht zur Prime Time in der ARD würden anschließend die allermeisten Zuschauer Russland beglückwünschen, dass es diesem Terror und Horror jetzt endlich ein Ende setzt, den “wir” – der Westen, NATOstan und seine Büttel – zu verantworten haben, und nicht Russland, Putin oder die 4,5 Millionen Menschen der Ostukraine. Wenn Armleuchter wie der debile Biden, der blöde Scholz, das woke Macrönchen und der verwirrte Johnson nun erreichen wollen, was schon Napoleon und Hitler nicht geschafft haben, nämlich Russland zu unterwerfen, ist das Scheitern schon in Vorhinein so absehbar, dass sie es gar nicht erst versuchen sollten. Deshalb reden sie nur. Die USA und ihre Schlägertruppe, die NATO-Blechbüchsenarmee, konnten in der Vergangenheit zwar einige wehrlose Länder zuerst sanktionieren und dann in Schutt und Asche bombardieren, waren aber zu Lande nicht einmal einer paschtunischen Barfußarmee mit alten Kalaschnikows gewachsen. Wenn Russland gegen die Angriffe der ukrainischen Armee und der Nazi-Bataillone auf die Republiken richtig zur Sache geht, ist das wahrscheinlich in wenigen Tagen erledigt und es herrscht Ruhe an der Grenze. Auch für eine weitgehende Entmilitarsierung des Landes braucht es keine “Invasion” oder gar Besatzung , da sie größtenteils mit Raketen vonstatten gehen wird …. Und NATOstan kann und wird nichts dagegen tun. Weder in der Ukraine noch sonstwo, denn es droht jederzeit und überall der überschallschnelle Besuch von Kinzhal und seinen Freunden, gegen die es keine Verteidigungsmöglichkeit gibt. Diese aktuelle militärische Überlegenheit Russlands ist es, die die führenden Menschen,-und Völkerrechtsverletzer unserer Tage – das US-Imperium und seine Vasallen – derzeit so wütend macht: Russland kann sich in der Ukraine dasselbe herausnehmen, wie sie in den 90er Jahren in Jugoslawien, und sie können nichts dagegen tun. Ich kann mir eine klammheimliche Schadenfreude nicht verkneifen….
Dass Russlands Anerkennung der beiden autonomen ukrainischen Republiken und das Ende der Minsk-Verhadlungen in der Luft liegt, hatte ich vorgestern abend am Ende meines Artikels schon notiert, schon gestern Nachmittag wurde sie mit der Unterschrift Putins nun Realität. Mit viel Geduld haben die Russen sieben Jahre lang versucht, die von Deutschland und Frankreich initiiierten Minsk-Verhandlungen zwischen Kiew und den “Volksrepubliken” voranzubringen und eine Wiedervereinigung auf friedlichem Weg erreichen, und ebenso lange hat die ukrainische Regierung auf Geheiss ihrer Oberen in Washington “Minsk” blockiert und es mit militärischen Mitteln versucht. Allein am letzten Freitag registrierte die OSZE an der Frontlinie 1.600 Verstöße gegen den vereinbarten Waffenstillstand. Das reicht den Russen jetzt, sie spannen ihren militärischen Schutzschirm über der Region auf, was bedeutet, dass es die ukrainische Armee und ihre Neonazi-Milizen, die an der Ent-Russifizierung der 4,5 Millionen Donbass-Bewohner arbeiten, an der Frontlinie ab sofort mit russischen Soldaten und amtlichem Equipment zu tun bekommen. Und die Ukraine nun erlebt, was die Republik Jugoslawien erleben musste, als sich separatistische Regionen abspalteten und in Windeseile vom Westen nicht nur anerkannt, sondern mit Bomben auf Belgrad auch umgehend “geschützt” wurden. Russland hat sich lange Zeit gelassen und zugeschaut, wie die meist russischsprachigen Ukrainer im Donbass von Kiew malträtiert und bekämpft wurden und wird jetzt dem permanenten Blutbad an der Frontlinie ein Ende setzen.
Während die Völkerballexpertin im deutschen Außenministerium mit ihrer Behauptung, die Anerkennung der Republiken Donetzk und Luhansk stelle einen “eklatanten Bruch des Völkerrechts dar”, nur einmal mehr ihre Ahnungslosigkeit unter Beweis stellt, fühlt Sleepy Joe im fernen Washington die amerikanische “Sicherheit bedroht”. Er hat die US-Botschaft von Kiew ins westliche Lviv verlegt und den amtierenden Präsidenten Zelensky aufgefordert, es mit seiner Regierung ihm nach zu tun. Raketen auf Kiew – wie damals auf Belgrad – sind zwar noch nicht zu befürchten, aber Russland hat klar gemacht, dass es für fortgesetzte Angriffe auf die “Volksrepubliken” die Regierung in Kiew zur Verantwortung ziehen wird. Zwecks friedensichernden Maßnahmen rücken derzeit russische Truppen an die Frontlinie vor und es ist zu erwarten, dass dort nach acht Jahren dann endlich Ruhe einkehrt – Hardcore-Nationalisten und Hakenkreuz-Milizen, die an eine Rückeroberung denken, sollten das schnell vergessen, wenn ihnen ihr Leben lieb ist.
Während nun im Westen an “Sanktionen aus der Hölle” gearbeitet wird, mit der Russland für seine “Aggression” bestraft werden soll, liegt die heißeste Kartoffel bei Scholz und seiner trüben Ampelregierung. Soll man in Sachen Sanktionen richtig einsteigen und “Nordstream 2” endgültig absagen – oder nur ein bißchen, und darauf drängen, dass Energielieferungen bei diesen Strafaktionen ausgeschlossen werden, wie es auch schon einge andere EU-Länder gefordert haben ? Für diesen Eiertanz kann man sich jetzt schon mal Popcorn besorgen – die Kosten für Gas auf dem Spotmark sind in drei Tagen schon 10% gestiegen. Wer weiß, dass Deutschland und die EU über 50% ihrer Erdgas- und Öl-Energie aus Russland beziehen (das übrigens auch der zweitgrößte Importeur der USA ist!) muß sich fragen, wer ein Ende dieser Transfers länger aushält: die russische Außenhandelsbilanz oder Industrie und Haushalte im Westen ? Natürlich hat Russland mit diesen Sanktionen gerechnet und sich darauf eingestellt – selbst für einen Rausschmiß aus dem internationalen Zahlungsstem SWIFT steht eine mit China entwickelte Alternative schon bereit – der ganze Sanktions-Zirkus wird also an der neuen Lage auf dem geopolitischen Schachbrett nichts ändern. Dass Deutschland “Nordstream 2” von sich aus absagt und nicht von seinem Kolonialherren dazu gezwungen werden muss, wurde in Washington freudig begrüßt, denn dies war der Zweck des ganzen Fake-News-Alarmismus einer geplanten Invasion. Russland nimmt die Sanktionen in Kauf, weil es – so Putin in seiner Rede – mit der Anerkennung der Republiken darum geht “Menschenleben zu schützen und zu retten”. “R2P” – Responsibilty To Protect” – “Ein Konzept, von den Amerikanern erfunden , um Kriege zu beginnen, und von Russland benutzt um sie zu verhindern.” schreibt Pepe Escobar in seinem Kommentar zu der “Geburt von Zwillingen” und weiter:
“Die zertifizierte Nullität, der deutsche Bundeskanzler Scholz, der Putins Charakterisierung eines Völkermords im Donbass als “lächerlich” verspottete, war ein entscheidender Faktor für die Geburt des Babys. In seiner Ansprache an die Nation nahm sich Putin besonders viel Zeit, um auf das Massaker von Odessa einzugehen: “Wir können nur erschaudern, wenn wir uns an die Situation in Odessa erinnern, wo Menschen bei lebendigem Leibe verbrannt wurden (…) Und die Verbrecher, die das getan haben, werden nicht bestraft (…) Aber wir kennen ihre Namen, und wir werden alles tun, um sie zu bestrafen (…) und sie vor Gericht zu stellen.” (…) In Anbetracht der ideologischen Dummheit der derzeitigen Brüsseler Bande – Stoltenberg, von der Leyen, Borrell -, die nicht einmal grundlegende wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen, bleibt die Tatsache bestehen, dass die EU ohne russische Energie dem Untergang geweiht ist. Martjanow unterstreicht den Algorithmus: Russland kann sich den Bruch mit Europa leisten. Europa kann es nicht. Die USA wollen nur kassieren. Und wir reden noch nicht einmal von den schrecklichen, kommenden Auswirkungen der Systemkrise in der gesamten NATO.”
Dmitry Orlov sieht den peinlichen Scholz-Auftritt ähnlich:
Der schlecht informierte neue deutsche Bundeskanzler trug ungewollt zur Lösung der Situation bei, indem er sagte, dass die Idee eines von der Ukraine verursachten Völkermords im Donbass “lächerlich” sei. In Anbetracht der Geschichte der Region war das öffentliche Spektakel, dass ein deutsches Staatsoberhaupt die Worte “Völkermord” und “lächerlich” im selben Satz verwendet, ein denkwürdiger Moment. Hier ist die Information, die dem offesichtlich etwas dümmlichen Kanzler fehlte: Auf der Seite des Donbass gab es 9.282 Tote (70 % davon Zivilisten) und 114 Kinder. Die Zahl der Toten auf ukrainischer Seite (ukrainische Truppen und diverse Söldner, die den Donbass seit 2014 angreifen und belagern) lag bei 20.186. Das war vor dem erneuten ukrainischen Beschuss der letzten Tage. Außerdem gab es über zwei Millionen Donbass-Flüchtlinge in Russland, mehr als eine Million in der Ukraine und rund 50 000 in Belarus.
Sehr viel Zeit verbrachte Putin in seiner einstündigen Rede an die Nation mit einem historischen Überblick zur Konstruktion der Ukraine als Staat:
“Wie ich bereits gesagt habe, ist die Sowjetukraine das Ergebnis der Politik der Bolschewiki und kann zu Recht als “Wladimir Lenins Ukraine” bezeichnet werden. Er war ihr Schöpfer und Architekt. Dies wird durch Archivdokumente vollständig und umfassend bestätigt, einschließlich Lenins strenger Anweisungen bezüglich des Donbass, der tatsächlich in die Ukraine geschoben wurde. Und heute hat die “dankbare Nachkommenschaft” Lenin-Denkmäler in der Ukraine umgestürzt. Sie nennen das Dekommunisierung. Sie wollen Dekommunisierung? Sehr gut, das passt uns sehr gut. Aber warum auf halbem Weg stehen bleiben? Wir sind bereit zu zeigen, was eine echte Dekommunisierung für die Ukraine bedeuten würde.”
Mit “Dekommunisierung” bezeichnen die ukrainischen Nationalisten die Entrussifizierung ihres Landes, in der Tradition ihres Helden Stefan Bandera, der seinerzeit mit Hitlers Brigaden die Entjudung der Region vorantrieb. Diesem nationalistischen Wahn hält Putin mit seinen Ausführungen die historische Landkarte entgegen, als bolschewistisches Fehlkonstrukt. Der Flickenteppich einer Sowjet-Republik aus meist russischem, sowie einst ungarischem und polnischem Land – für das Russland die gesamten Schulden aus der Sowjet-Zeit bezahlt hätte, von dem es an den Transit- Pipelines permanent bestohlen und von 1991 bis 2013, so rechnet Putin vor, mit insgesamt 250 Milliarden Dollar subventioniert wurde – wobei der ukrainische Außenhandel mit Russland sich 2011 auf 50 Mrd. Dollar belaufen hätte und höher war als der heutige mit der EU. Zwanzig Jahre nach der Staatsgründung und acht Jahre nach dem gewaltsamen Putsch, den die Bewohner des Donbass und der Krim nicht akzeptieren wollten, sieht man, was aus einem Land wird, dass sich zum imperialen Fronstaat machen läßt: die Ukraine ist das Armenhaus Europas. Und sollte alles dafür tun, nicht zum Leichenhaus zu werden, was heißt: das Sicherheitsbedürfnis Russlands zu akzeptieren und NATO-frei zu bleiben.
Mit der Geduld des Bären ist es zu Ende, auch wenn er (mit zwei kleinen Unterschriften) nur die Tatze gehoben hat, um den Krieg in der Ostukraine zu beenden und klar zu machen, dass jede Stationierung von Nato-Waffen ein No Go ist. Aber, so hat der russische Botschafter bei der UN, Nebenzias, klar gemacht, auch mit der Anerkennung der Autonomie der beiden Republiken seien diplomatische Lösungen nicht vom Tisch, wenn Kiew wieder in die Minsk-Verhandlungen eintritt. Eine Regierung, die Donetzk und Luhansk provisorisch anererkennt, wie einst die BRD die DDR, und Verhandlungen über eine Föderation aufnimmt, ist indessen nicht in Sicht. Vielmehr haben die Transatlantiker jetzt den internationalen Konflikt unter Beteiligung Russlands, den man seit Monaten herbeigeschrien und mit dem Mini-Blitzkrieg gegen Donbas in den letzten Wochen eskalieren lies – und stehen einmal mehr dumm da. Denn was wird geschehen, wenn die Sanktionen ausgesprochen sind? Nichts! Dass die obsolete NATOstan-Truppe, gerade von einer Barfußarmee aus Kabul verjagt, es qua Expansion militärisch richten wird glaubt man nur bei den Selbstgesprächen der Münchner Sicherheitskonferenz. Wer die fatale blutrote Bilanz dieses hirntoten Hühnerhaufens in den Kriegen der letzten zwanzig Jahre anschaut, die allesamt gegen meist wehrlose Länder geführt wurden, mag sich ausrechnen, wohin ein Krieg gegen Russland führt…
Mit Tom Wellbrock von den Neulandrebellen habe ich gestern über die neue Lage im geopolitischen Schach gesprochen:
Ob es der CIA wirklich gelungen ist, in der Nacht zum vergangenen Mittwoch Putins Wecker zu manipulieren, sodass die geplante Invasion der Ukraine ausfallen mußte, ist bisher noch nicht bestätigt. Auch mögliche andere Gründe, warum Krieg gemeldet wird und der Russe nicht kommt, sind derzeit unklar. Aber er wird nicht nur kommen, wie Herr Stoltenberg, Generalsekretär der NATO, jetzt verkündete, sondern er plant sogar – so Britanniens Premier Boris Johnson – den größten Krieg seit 1945! Sein Amtsblatt “The Sun” wußte schon vor einigen Tagen, dass Wladimir Putin nach der Ukraine “im Hitler-Stil” zuerst das Baltikum und dann Europa überfallen wird. Und Joe Biden in Washington sagte in einem wachen Moment “the largest invasion since World War II” voraus. Nur das Datum, also wann endlich zurückgeschossen werden kann, steht noch nicht fest. Aber wer im Hitler-Stil angreifen wird hat wohl auch einen Sender Gleiwitz in petto. Nachdem Mittwoch der 16.2. ausgefallen war, wurde der 20.2 als Termin vorhergesagt, weil Eishockeyfan Putin noch das Finale bei der Winterolympiade abwarten wollte. Dass auch am Sonntag kein Einmarsch erfolgte könnte dann damit zu tun haben, dass der große Diktator wegen der 2:1 Niederlage gegen Finnland jetzt einem Rachefeldzug gegen die finnischen Nachbarn Priorität einräumt – im Sportteil der “Sun” werden wir es erfahren. Und wenn nicht dort, dann von den Kreml-Astrologen von New York Times, Bloomberg, Reuters & Co. Dass dieser ganze Zirkus nur veranstaltet wird, um Deutschland, Frankreich und Europa von friedlichem Handel und Wandel mit Russland und China abzuschneiden, hatten wir an dieser Stelle ( hier, hier und hier) schon deutlich gemacht – die Nachdenkseiten hatten ein Stück aus der letzten 3. Jahrtausend-Folge dazu transkribiert:
Mathias Bröckers(…): Da sind wir dann bei dem alten großen ‘Great Game’ wieder, dem Kampf um die Weltinsel und Eurasien, und dem Versuch, in der Tradition von Mackinder und Brzeziński […], zu verhindern, dass Westeuropa und Asien, dass Deutschland und Russland friedlichen Handel und Wandel treiben. Das darf nicht passieren. Das haben die Briten vor 100 Jahren so gesehen: Wenn die sich vertragen da auf dem Kontinent und Geschäfte machen, der Rohstoffriese Russland und der Industrieriese Deutschland, dann haben wir transatlantisch keine Karten. Das sehen die Amerikaner heute ganz genauso und betreiben deshalb diese Politik. Die ganze Aktion […] mit dieser Invasion, die war inszeniert (auch) gegen Deutschland und gegen NordStream. Die Amerikaner können nicht den Deutschen verbieten, dass sie aus der nächsten preisgünstigen Gasquelle sich die nächsten Jahrzehnte günstig mit Energie versorgen. Das will man seinem ‘Alliierten’ ja nicht verwehren, und dann inszeniert man jetzt: Oh, der Russe greift an! […] Jetzt hat Russland nicht angegriffen, die Amerikaner haben nun ein neues Datum ‘festgelegt’, und wir sagen hier mal kühn voraus, das wird auch nicht eintreten. […] Die Russen werden ‘wortbrüchig’ werden und hören nicht, was das ‘Tiger Team’, so heißt diese Truppe im Weißen Haus, die seit letzten Oktober an diesem Szenario hier gebastelt hat und diesem neuen ‘Aggressionspotenzial’ der Russen… Die Nato, Herr Stoltenberg hat auch gesagt: Ja, der Rückzug jetzt, das ist noch nicht genug. Man will jetzt auch als Nato und als US-Imperium eigentlich darüber verfügen, wo Russland in seinem eigenen Land seine Soldaten aufstellt. […] Das Ganze, das ist auch ein wichtiger Aspekt, dient nicht nur dazu, sozusagen Deutschland von NordStream abzuschneiden und vom Handel mit Russland, sondern dient auch dazu, diesen desolaten, obsoleten Verein Nato, den man eigentlich morgen transformieren oder auflösen müsste und einen europäisch-asiatischen Friedensvertrag hier auf dem Kontinent von Lissabon bis Peking schließen müsste – diese Nato wurde jetzt wieder ‘zusammengeschweißt’ […]. Ihr könnt die Uhr danach stellen – jetzt ist ja klar: Nach dieser ‘Aggression’ Russlands, die von vorn bis hinten erfunden war, müssen wir natürlich weiter aufrüsten […].”
Prompt tönte es jetzt von der Münchner Sicherheitskonferenz, der Westen sei “vereint wie nie zuvor”, und da kann einem nach den ruhmreichen NATO-Massakern in Irak, Lybien, Syrien, Afghanistan eigentlich nur Angst und Bange werden. Fast neigt man da schon der persönlichen militäranalytischen Einschätzung von The Saker zu, der meint, dass es erst Ruhe und eine neue Sicherheitsarchitektur in Europa geben wird, wenn Russland es der obsoleten NATO-Truppe und ihren US-Herren noch einmal richtig auf die Mütze gibt. Wobei: für einen solchen Schlag muss es nicht mal einen Schuß abgeben, denn Europa bezieht 52% seines Erdgases aus Russland und die EU hat 95% ihrer im Sommer angelegten Reserven bereits aufgebraucht. Fun Fact: Die Warmduscher und Laptop-Bomber, die jetzt zur Offensive und Hochrüstung der NATO aufrufen und “harte Sanktionen” fordern, müssen niemand nach Stalingrad marschieren lassen, sondern können zu Haus im Dunkeln frieren.
Unterdessen haben die beiden “Volksrepubliken” mit der Evakuierung von Zivilpersonen begonnen, weil sie ihrerseits einen Angriff der ukrainischen Milizen befürchten, der – unter Berufung auf “Geheimdienstquellen” – für die Nacht zum Montag erwartet wird. Ähnlich wie die NATO und ihre Organe den ausgefallenen Angriff Russland schon per Landkarte kommunizierten, sind auch die Volksrepubliken offenbar perfekt informiert. Die OSZE Beobachter meldeten allein für Freitag 1.600 Verstöße gegen die Waffenstillstandsvereinbarung, die freilich laut der stets wahrheitsgetreuen “New York Times” allein von der Rebellenseite gekommen seien.
Dass vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eigentlich sofort friedensichernde Blauhelme in die umkämpfte Region entsendet werden müssten, um weitere Eskalationen zu verhindern, wäre unbedingt nötig, bleibt wohl ein frommer Wunsch. Das US-Imperium hat kein Interesse an einer friedlichen Lösung und scheint händerigend darauf zu warten, dass Russland endlich einmarschiert oder anderweitig militärisch aggressiv wird. Doch der in asiatischer Kampfkunst geübte Judoka Putin tut ihnen diesen Gefallen nicht, sondern läßt die Donbass-Region evakuieren und in Grenznähe Lager für die Evakuierten errichten. Worauf sich die hiesigen Kriegstreiber auch schon mal einstellen und für die Millionen Ukraine-Flüchtlinge vorsorgen sollten, falls sich ihr Wunsch erfüllen und Russland tatsächlich in einen offenen Krieg eintreten würde. Um die Ukie-Armee samt ihrer Neonnazi-Bataillone in drei Tagen zu erledigen, müsste der russische Bär nicht viel mehr als den kleinen Finger rühren, aber das wird der Bär so schnell nicht tun, denn er will Frieden vor der Haustür seiner Höhle. Sleepy Joe mit seiner frisch von einer Barfussarmee aus Afghanistan verjagten Natostan-Truppe bleibt also derzeit nicht mehr, als ihn weiter zu reizen. Und ihn mit seiner Schmierenpresse im “Stürmer”-Stil mit Dreck zu bewerfen.
Allerdings hat die Duma, das russische Parlament, gerade mit 78% der Stimmen eine Resolution angenommen, die die Anerkennung der “Volksrepubliken” als unabhängige Staaten fordert und dem Präsidenten bleiben offiziell 30 Tage Zeit, sie mit seiner Unterschrift in Kraft treten zu lassen. Damit wären die von US-Seite und den Marionetten in Kiew seit sieben Jahre blockierten Minsk-Verhandlungen endgültig vom Tisch, zur großen Freude von US-Staatssekretärin Victoria “Fuck EU” Nuland. Nach einem 2-stündigen Telefonat zwischen Emanuel Macron und Wladimir Putin soll es aber jetzt zu einem Gespräch zwischen Biden und Putin kommen… dass die diplomatischen Drähte wieder heiß laufen, ist ein gutes Zeichen. Und es zeigt auch, das zumindest Macron verstanden hat, dass es hier nicht um die Ukraine geht, sondern um die Zukunft Europas – als verarmte Kolonien des alten, niedergehenden US-Imperiums oder als Partner einer neuen multi-polaren Welt auf dem eurasischen Kontinent.
Im September 2014 sprach ich mit Ken Jebsen über das gerade erschienene Buch “Wir sind die Guten – Ansichten eines Putinverstehers” und darüber, wie die Medien die Realität nicht beschreiben sondern erzeugen. Weil sich knapp acht Jahre später diese Tragödie gerade als “Invasions”-Farce wiederholt, ist das zweistündige Gespräch zu den Hintergründen des Konflikts in der Ukraine noch immer aktuell.
KenFM im Gespräch mit: Mathias Bröckers (“Wir sind die Guten”) https://t.co/g5FbljaBSL
ACHTUNG – DIE RUSSEN KOMMEN! Laut US-Geheimdienst hätten sie längst in der Ukraine einmarschieren sollen! Doch was erlauben Putin? Er kommt einfach nicht! Was steckt wirklich hinter diesem angeblich geplanten Angriff auf die Ukraine? Außerdem: Die USA planen in Deutschland die Stationierung neuer nuklearfähiger Hyperschallraketen – und keinen regt es auf. Und was gibt’s eigentlich Neues von Julian Assange? Über all das und mehr berichten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #74 des 3. Jahrtausends.
Ja wie nun, schon Mittwoch immer noch kein Krieg mit Russland ? Seit letzten Oktober ist die von CIA, MI-6 und den angeschlossenen Medienhäusern angekündigte Invasion der Ukraine schon überfällig, noch gestern kündigte die stets gut informierte britische Außenministerin einen Blitzkrieg mit Raketen und 200.000 Truppen an – und jetzt? “Flasche leer!” oder mit Trappatoni sprechen – “Was erlauben Putin?” Einfach nicht einmarschieren wo doch das “Tiger Team” im Weissen Haus schon monatelang daran arbeitet? Einfach die jahresüblichen Manöver wie geplant beenden und die Panzer samt Soldaten wieder in ihre Kasernen zu verfrachten, statt sie, wie noch am Sonntag von der “Washington Post” angekündigt, endlich gen Kiew rollen zu lassen ? Und überhaupt die Frechheit zu besitzen, russische Soldaten in Russland aufzustellen wie es ihm beliebt – wo kommen wir da hin, wenn sich jeder Staatsführer derlei Willkür erlaubt ? Dass solche “Aggressionen” nicht unbeantwortet bleiben können versteht sich ja wohl von selbst und die große Geschlossenheit, mit der USA und NATO ihr entgegengetreten sind, hat das erfolgreiche Bündnis einmal mehr zusammengeschweißt. Und klar gemacht, wo der “Feind” steht. Wie gefährlich er ist und dass man weiter aufrüsten muss um sich davor zu schützen. Denn die Gefahr ist natürlich nicht vorüber. Doch dank unserer großartigen, rundum informativen Medien, die ihr Bestes tun, die Reaität von allen Seiten zu beleuchten, werden wir auch über kommende Gefahren und akute Bedrohungen unserer Sicherheit stets rechtzeitig erfahren. Natürlich auch dank der hervorragenden Aufklärungsarbeit unserer Geheimdienste, denen einfach nichts entgeht und die noch im hintersten Sibiren die anonymen aber eindeutig russischen Hacker aufspürten, die Hillary Clintons Wahl verhindert und den Putin-Agenten Trump ins Weisse Haus gebracht hatten. Da aufgrund neuer Ermittlungen des US-Justizministeriums dieser “Russiagate”-Skandal gerade endgültig als Fake auffliegt, bei dem das Team Hillary Agenten bezahlte und das FBI belog, um den Kandidaten Trump auszuspionieren, konnte mit dem Invasions-Zirkus das anti-russische Spannungsthermometer auf Temperatur gehalten bzw. auf Eiszeitniveau inkl. Diplomatenabzug, Reisewarnungen etc. gesenkt werden. Jetzt müssen Scholz und Macron in die Spur kommen und die Regierung in Kiew überzeugen, die Minsk-Verhandlungen wieder aufzunehmen – und versuchen, das anglo-amerikanische “Tiger Team ” außen vor zu halten, das friedlichen Handel und Wandel in Eurasien verhindern will. Kein leichter Job, aber das war es auch nicht für den großen Vorgänger von Olaf Scholz, Willy Brandt, und dessen erfolgreiche Ostpolitik eines “Wandels durch Annäherung”. Insofern kann man im deutschen und europäischen Interesse nur hoffen, dass die diplomatischen Drähte in dieser Richtung heißlaufen in den nächsten Tagen und Wochen. Maria Sacharowa, die Sprecherin des Außenministeriums, verbreitete unterdessen über Facebook nicht nur das Foto ihres Chefs mit seinem Verteidigungsministers nach der ausgefallenen Invasion, sondern bat auch um Informationen über den Beginn des Kriegs, um ihren Urlaub planen zu können: „Eine Anfrage an die amerikanischen und britischen Desinformationsmedien Bloomberg, The New York Times, The Sun usw. – den Zeitplan für unsere „Invasionen“ für das kommende Jahr bekannt zu geben. Ich würde gerne meinen Urlaub planen.“ Der Zeitplan wird wohl nicht kommen, genausowenig wie irgendeine Entschuldigung der Leitemedien, dass sie ihr Publikum einmal mehr mit Propaganda-Müll und Fake-News zugeschüttet haben…
Vor drei Jahren erschien die erweiterte Neuausgabe des Buchs “Wir sind die Guten”, das ich mit Paul Schreyer 2014 geschrieben hatte – unter dem Titel “Wir sind IMMER die Guten”. Weil “wir”, der Westen, schon wieder die einzigen und alleinigen Guten sind, die angeblich Bösen wieder nur und ausschließlich die Russen und die Großmedien eindeutig Kriesgpartei – hier aus aktuellem Anlaß unser Vorwort zur Neuauflage 2019:
Dass wir uns im Herbst 2014 mit dem Untertitel dieses Buchs der Fraktion der »Putinversteher« zuordneten, war nicht einer besonderen Sympathie für den russischen Präsidenten geschuldet, sondern geschah als ironische und provokative Antwort auf die propagandistische Diskreditierung dieses Begriffs. Ähnlich wie einst beim Erstarken der Frauenbewegung mit mackerhafter Attitüde als »Frauenversteher« abgekanzelt wurde, wer die feministischen Argumente akzeptierte, so wurde im Zuge des Ukraine-Konflikts als »Putin-« oder »Russland-Versteher« abgemeiert, wer die Ansichten der russischen Seite ernst nahm. Dieser dumpfen Einseitigkeit entgegenzuwirken, von der wir auch große Teile der etablierten Medien erfasst sahen, war der Anlass für dieses Buch. Und unser Outing als »Putinversteher« die Antwort auf die Reduzierung dieses Konflikts auf den Kampf gegen einen gefährlichen, aggressiven, skrupellosen Mann – Wladimir Putin – und einen gegen dieses personifizierte Böse kämpfenden Westen, der nur hehre Ziele verfolgt. Gegen diese des-informierende, anti-aufklärerische Vereinfachung richtete sich unser Buch – mit Informationen und Hintergrundanalysen, die uns für eine objektive sachliche Beurteilung unverzichtbar schienen, von der allgemeinen Berichterstattung aber ignoriert oder ausgespart wurden. Dass diese Leerstelle tatsächlich existierte – auch wenn sich die etablierten Medien von ARD und ZDF abwärts bis heute keiner Schuld bewusst sind –, bescherte “Wir sind die Guten” den unerwarteten Erfolg von 20 Wochen in der Bestsellerliste und zehn Auflagen innerhalb eines Jahres. Und dies, obwohl sich diese etablierten Medien mit den Thesen und Analysen des Buchs kaum auseinandersetzten – wie es Stefan Niggemeier, Medienjournalist der FAZ, beklagte:
»Es stellt viele unbequeme Fragen, an die Rolle der Amerikaner und des Westens im Ukraine-Konflikt – vor allem aber auch an die Medien, die diese Rolle so wenig hinterfragen. […] es hinterlässt umso mehr das Gefühl, dass es hier eine Leerstelle gibt in der Berichterstattung der etablierten Medien. Und dieses Gefühl wird dadurch verstärkt, dass es in eben jenen Medien keine große Auseinandersetzung gibt über das Buch. Dass es nicht als Anlass gesehen wird, sich mit den Fragen, die es aufwirft, auseinanderzusetzen – und sei es, sie nüchtern und klar zu beantworten und der Analyse zu widersprechen.«
Dass der Widerspruch gegen unsere Analysen entweder ausblieb oder sehr oft unsachlich und unklar ausfiel – auf der Website zum Buch putinversteher.info haben wir viele Rezensionen dokumentiert und kommentiert –, könnte als Beleg dafür betrachtet werden, dass unsere Argumente eben nicht so einfach zu widerlegen und damit vom Tisch zu wischen sind.
Der Kampf um die Deutungshoheit
»Wir müssen uns damit auseinandersetzen, mit Missinformation, Infiltrierung und Verunsicherung«, hatte Angela Merkel auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2015 bekundet. Sie sei zutiefst besorgt über die »Verunsicherbarkeit unserer Gesellschaften«. Der Grund für diese tiefe Sorge, nicht nur bei der Kanzlerin, sondern vor allem beim großen transatlantischen Bruder USA: Der Iwan kann Internet und sät diabolische Zweifel. Auf dem von »Brainwashington« sauber durchgepflügten Informationsacker wuchert das Unkraut des Unglaubens. Nicht nur der linke und rechte Rand sind vom Virus der Skepsis erfasst, sondern die Epidemie hat sich bereits in die Mitte der Ge- sellschaft ausgebreitet. Auch in Bereichen, die bis dato derart von genmanipuliertem PR-Dünger durchdrungen waren, dass sie immun gegen jede Art von »Verunsicherbarkeit« schienen. Und dann das – eine repräsentative Umfrage im Auftrag des NDR ergab Ende 2014, dass sich fast zwei Drittel der Deutschen in Sachen Russland und Ukraine schlecht oder nur einseitig informiert fühlten. Aber nicht, weil sie von »Feindsendern« oder irgendwelchen Blogs verunsichert wurden, sondern schlicht, weil sie ARD, ZDF und RTL konsumierten oder Zeitung lasen. Und den Schwarz-Weiß-Film, der ihnen da auf allen Kanälen entgegenschwallte, nicht für die Realität hielten und als Inszenierung durchschauten, was Tagesschau und heute-journal ihnen als Realität anboten.
“Wollen Sie einen Krieg zwischen Russland und der NATO?” hatte Präsident Putin seinen französischen Kollegen Macron bei dessen Besuch im Kreml gefragt, was dieser verneinte. Genauso wie Kanzler Scholz in Washington die Journalisten-Fragen, ob Deutschland auf “Nordstream 2” verzichten wolle und sich nicht festnageln lies, ob dies denn bei einem “russischen Angriff” der Fall wäre. Sich ähnlich unkonkret zu äußern hatte er wohl auch seiner Außenministerin bei ihrem Frontbesuch in der Ukraine mitgegeben, verbunden mit der Aufforderung, die auch schon Emmanuel Macron in Kiew hinterlassen hatte. Nämlich die Gespräche zum Minsk-Abkommen wieder aufzunehmen, und unter französisch-deutscher Moderation die vorgesehenen Autonomie-Verhandlungen mit den abtrünnigen Republiken zu führen. Eine solche Rückführung des Konflikts auf ein internes Problem der Ukraine und entsprechende Friedensverhandlungen sind freilich nicht im Interesse des US-Imperiums und hier zeichnen die Konfliktlinien im geopolitischen Schach deutlich ab – mit Frankreich, Deutschland und Europa auf der einen , und den “Fife Eyes” des anglo-amerikanischen Blocks auf der anderen Seite. Es ist das alte Mackinder-Spiel, der Kampf der Seemächte und der Landmächte um die “Weltinsel” : Eurasien, und dabei geht es nur vordergründig um die Ukraine. Es geht um das Zusammenwachsen von Europa und Asien, der größten gemeinsamen Landmasse des Planeten und den friedlichen Handel und Wandel auf derselben, der verhindert werden muß wenn die Weltherrschaft des Empires gesichert bleiben soll. So empfahl es der Stratege des Halford Mackinder vor 116 Jahren und genau so gehen auch seine Nachfolger Washington und London vor: mit Nadelstichen und inszenierten Spannungen an den Rändern der “Weltinsel”: in Osteuropa und im pazifischen Südosten. Nur so ist zu erklären, warum die absolut sinnvolle und selbstverständliche Energie-Versorgung Deutschlands aus möglichst naheliegenden und preisgünstigen Quellen zu einem Zankapfel sondergleichen werden konnte. Dass Donald Trump direkte Sanktionen gegen die deutschen und europäischen Betreiber der Nordstream-Pipeline androhte, hat sein “moderater” Nachfolger Biden zwar zurückgezogen, stattdessen aber jetzt zusammen mit den britischen Vettern ein derart hysterisches Kriegsgeheul über eine drohende Invasion Russlands angestimmt, dass sich selbst die Regierung in Kiew – sonst für jeden anti-russischen Affront zu haben – gezwungen sah, Entwarnung zu geben. Wenn aber selbst die angeblich Bedrohten keine Gefahr sehen, was soll dann der dröhnende Propaganda-Zirkus ? Continue reading →
Frisch aus dem Archiv und wieder mal aktuell hier ein Artikel vom 29. Juli 2014:
Am Beispiel des Ersten Weltkriegs formulierte Arthur Ponsonby 1928 die Strukturgesetze der Kriegspropaganda – sie gelten, wie die aktuelle Berichterstattung über die Ukraine zeigt, noch immer. Von Lord Arthur Ponsonby (1871-1946), einem britischen Politiker und Friedensaktivisten, stammt nicht nur das berühmte Diktum, dass das erste Opfer des Kriegs die Wahrheit ist – “When war is declared, truth is the first casualty”. In seinem 1928 veröffentlichten Buch “Falsehood in Wartime” (“Lüge in Kriegszeiten”) versuchte Ponsonby auch die Strukturelemente dieser Lügen und Fälschungen zu beschreiben, wie er sie am Beispiel des Ersten Weltkriegs beobachtet hatte:
Wir wollen den Krieg nicht.
Das gegnerische Lager trägt die Verantwortung.
Der Führer des Gegners ist ein Teufel.
Wir kämpfen für eine gute Sache.
Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen.
Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, wir nur versehentlich.
Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm.
Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache.
Unsere Mission ist heilig.
Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, ist ein Verräter.
In ihrem Buch über “Die Prinzipien der Kriegspropaganda” (Präzisionsschläge sorgen für Kollateralschaden) hat die Historikerin Anne Morelli 2004 diese von Ponsonby definierten Prinzipien auf ihre Gültigkeit abgeklopft und vom Zweiten Weltkrieg bis zu den Kriegen in Jugoslawien und Irak zahlreiche Belege dafür gefunden:
Wir schenken heute Lügenmärchen genauso Glauben wie die Generationen vor uns. Das Märchen von kuwaitischen Babys, die von irakischen Soldaten aus ihren Brutkästen gerissen wurden, steht dem von belgischen Säuglingen, denen man angeblich die Hände abgehackt hat (dies wurden den deutschen Soldaten im Ersten Weltkrieg zugeschrieben), in nichts nach.
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