Nachdem Moskau auf das Sendeverbot von RT (“Russia Today”) in Deutschland reagiert hat und der DW (“Deutsche Welle”) nunmehr Sendeverbot in Russland erteilte, ist die Aufregung groß. Sie hätte wahrscheinlich vermieden werden können, wenn Außenministerin Baerbock bei ihrem Antrittsbesuch an Lösungsvorschlägen interessiert gewesen wäre, doch das war nicht der Fall, wie aus dem russischen Außenministerium verlautete: “Während des Besuchs der deutschen Außenministerin in Moskau und ihres Gesprächs mit Lawrow schlug die russische Seite Wege aus der von den deutschen Behörden geschaffenen Krisensituation in Bezug auf RT DE vor, doch die deutsche Seite lehnte es ab, diese zu diskutieren.” Ein Gentleman-Agreement, die beiden staatlich finanzierten Sender jeweils auf ihrem Terrain operieren zu lassen, lag offenbar nicht im deutschen Interesse. Dabei müsste unsere gelernte Trampolinspringerin von Ping und Pong und Tit for Tat schon mal gehört haben und eigentlich wissen, dass Druck Gegendruck erzeugt, sollte also jetzt genausowenig überrascht sein wie die im Russland-Bashing hyperventilierenden Kommentatoren in Politik und Medien.
Angefangen hatte der kalte Medienkrieg im letzten Oktober, als youtube den deutschen rt-Kanal – mit 600.000 Abonnenten und 540 Mio. Zugriffen einer der beliebsten Nachrichtenkanäle im deutschen Netz – ohne Vorwarnung komplett sperrte. Dass die Bundesregierung hinter der Abschaltung steckte, wurde von Regierungssprecher Seibert zwar als „Verschwörungstheorie“ zurückgewiesen, doch dass eine politisch derart sensible Entscheidung ohne Absprache getroffen wird ist kaum vorstellbar. Tatsächlich boten angebliche “Covid-Desinformationen” nur den willkommen Anlass, einen erfolgreichen Konkurrenten um die Deutungshoheit loszuwerden. In den USA ist RT.com mit über 10 Milliarden Views und 16 Millionen Abonnenten schon länger der News-Kanal Nr.1 auf youtube – weit vor BBC, CNN & Co. – und dergleichen soll wohl in Deutschland verhindert werden. Vor der Abschaltung im letzten Herbst rangierte rt-deutsch im Netz schon auf Platz fünf, vor dem ZDF…
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Neil Young & Big Media vs. Joe Rogan: Keep on rockin in a censored world
Nachdem Joe Rogan davon berichtet hatte, dass er nach plötzlichen grippeähnlichen Symptomen und einem positiven Covid-Test auf Anraten seines Arztes das Anti-Parasitikum “Ivermectin” genommen hätte und nach zwei Tagen im Bett wieder munter war, kam es in den US-Medien zur diarröthischen Inflation eines neuen Begriffs: “horse dewormer”, Pferde-Entwurmungsmittel. Tatsächlich wird das Mittel auch in der Veterinärmedizin eingesetzt, den Nobelpreis aber bekam sein Erfinder 2015 wegen der milliardenfachen Erfolge von Ivermectin beim Menschen. Und der Podcaster Joe Rogan – obwohl sehr kräftig gebaut und ehemals Martial Arts und Wrestling Reporter – bekam es nicht vom Tierarzt, sondern vom Hausarzt empfohlen. Aber all das spielte keine Rolle: etwas anderes als das Sakrament der Impfung als einzigen Weg aus der Pandemie zu preisen, kommt in Zeiten der Corona-Inquisition einer Gotteslästerung gleich und muss mit Ächtung und Verbannung bestraft werden.
Zumal wenn es sich – und das erklärt die Pferdeentwurmungs-Diarröh der Großmedien – um einen Konkurrenten handelt, der mittlerweile alles in den Schatten stellt, was CNN-MSNBC & Co. an Klickzahlen zu bieten haben: 11 Millionen hören Joe Rogan auf Spotify im Durchschnitt zu, wenn er mit seinen Studiogästen spricht – und dazu etwa Amerikas Fernseh-Doktor Sanjy Gupta einlädt und demontiert, oder den Erfinder der mRNA-Technologie, Robert Malone, zwei Stunden lang Impfstoffe und Massnahmen kritisieren läßt. Das darf natürlich nicht sein weshalb Rogan nunmehr wegen “Desinformation” am Pranger steht – vor allem in den News-Medien, deren News die Leute nicht mehr trauen und massenweise zu einem eigentlich unpolitischen Podcaster flüchten. Weil der authentische Menschen – von Boxerinnen über Professoren und Comedians zu Journalistinnen, Pro-Gun-Advokaten, Acid-Heads und Theologen – ausführlich zu Wort kommen läßt. So wie das in Deutschland der ehemalige Musikjournalist Ken Jebsen auf KenFM gemacht hat und ebenfalls ein Millionenpublikum anzog, bis ihn die Landesmedienanstalt mit Geldstrafen wegen fehlerhafter Leser-Kommentare belegte und das Mobbing der Großmedien (“Verschwörungstheoretiker”, “Desinformant” etc.) ihn aus dem Land jagte. Wie Joe Rogan, den die Süddeutsche Zeitung als “Rechtspopulist” verunglimpft, obwohl er sich bei den Wahlen für “linke” Kandidaten wie Tulsi Gabbard und Bernie Sanders aussprach, wurde auch der Anti-Militarist und Friedensfreund Ken Jebsen in diese Schublade gesteckt. Denn wie “Joe Rogan Experience” hatte auch “KenFM” gewagt, das offizielle Pandemie-Narrativ zu bezweifeln und wer das tut wird hüben wie drüben von der Corona-Inquisition zum “Nazi” gestempelt.
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Alarm! Nato von Russland umzingelt!
Nach dem offiziellen Besuch des iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi in Moskau vergangene Woche und dem anstehenden Treffen von Wladimir Putin mit Chinas Präsident Xi bei den Olympischen Winterspielen hat Pepe Escobar, Senior Korrespondent der “Asia Times” und exzellenter Kenner aller eurasischen Regionen, die aktuelle Lage auf dem geopolitischen Schachbrett zusammengefasst:
“Eine neue, Eurasien-geführte Ordnung, die die große Mehrheit der Weltbevölkerung umfasst, ist in vollem Gange. Die Tatsache, dass China Eurasien als größere Bühne nutzt, um seine globale Rolle parallel zu den sich rasch entwickelnden sino-russisch-iranischen Beziehungen auszubauen, hat für die westlichen Hüter der imperialen “regelbasierten Ordnung” überlebenswichtige Auswirkungen. Die Entwestlichung der Globalisierung beinhaltet aus chinesischer Sicht eine völlig neue Terminologie (“Schicksalsgemeinschaft”). Und es gibt kaum krassere Beispiele für eine “Schicksalsgemeinschaft” als die engere Verflechtung mit Russland und dem Iran. Eine der entscheidenden geopolitischen Fragen unserer Zeit ist, wie sich eine entstehende, vermeintlich chinesische Hegemonie artikulieren wird. Wenn Taten mehr sagen als Worte, dann sieht die chinesische Hegemonie locker, formbar und umfassend aus und unterscheidet sich deutlich von der US-amerikanischen Variante. Zum einen betrifft sie die absolute Mehrheit des globalen Südens, die sich einbringen und ihre Stimme erheben wird. Der Iran ist einer der Anführer des globalen Südens. Russland, das tief in die Entwestlichung der Global Governance verwickelt ist, hat eine einzigartige Position – diplomatisch, militärisch, als Energielieferant – als besondere Verbindung zwischen Ost und West: die unersetzliche eurasische Brücke und der Garant für die Stabilität des globalen Südens. All das ist jetzt auf dem Spiel. Es ist kein Wunder, dass sich die Staats- und Regierungschefs der drei wichtigsten eurasischen Mächte innerhalb weniger Tage persönlich treffen und Gespräche führen. Während die atlantische Achse in Hybris, Arroganz und Inkompetenz ertrinkt, heißen wir die eurasische, post-westliche Welt willkommen.”
Ein Beispiel für dieses Ertrinken lieferte die “freiwillige” Entlassung des Marine-Admirals Schönbach, weil der es gewagt hatte, realpolitischen Klartext zu sprechen und die angeblich drohende Invasion der Ukraine als “Nonsens” bezeichnet hat. Was den Tatsachen entspricht. Wie auch eine weitere Feststellung des Marinechefs: “Die Halbinsel Krim ist weg, sie wird nicht zurückkommen.” Dann noch hinzuzufügen, man müsse dem Kremlmonster Putin mit “Respekt auf Augenhöhe” begegnen, das war dann endgültig zuviel an Entspannungspolitik. Schließlich war der Admiral mit der Fregatte “Bayern” ja in Südostasien unterwegs um China zu zeigen, dass auch die Ururenkel Kaiser Wilhelms dafür sorgen werden, “daß es niemals wieder ein Chinese wagt, einen Deutschen scheel anzusehen“. Dass im Reich der Mitte nicht mal ein Sack Reis zittert, wenn die Deutschen mit einem Kriegsschiff vorfahren – geschenkt; es gilt Gesicht zu zeigen im Kielwasser des US-Imperiums. Und das allemal an der europäischen Front, wo die Ukraine zum Aufmarschgebiet für die Nato gemacht werden soll – gegen den ausdrücklichen Willen Russlands und gegen das Versprechen nach dem Ende des Warschauer Pakts 1990, nicht weiter vorzurücken. Dass die Russen der Nato nicht freiwillig den strategisch wichtigen Marinestützpunkt Sewastopol auf der Krim überlassen, nachdem die vom Westen installierte Maidan-Regierung nichts Besseres zu tun hatte, als den von der Regierung Janukowitisch noch geschlossenen 30-jährigen Pachtvertrag mit Russland zu kündigen – dies vorherzusagen bedurfte es keiner prophetischen Begabung. Genausowenig wie für die Aussage des Admiral Schönbach, dass es diesen Stützpunkt nicht kampflos wieder hergeben wird.
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Dramatische Verrottung
“Die „Vierte Gewalt“ — ist sie heute überhaupt noch mehr als der Steigbügelhalter der ersten? Etablierte Journalisten gebärden sich derzeit wie eine Mischung aus inoffiziellen Regierungssprechern, Impf-Verkündigern und Volkserziehern. Auch zur NATO und ihren Verbrechen stehen die Heroen der Laptoptastatur in Treue fest. Speziell zwischen Qualitätsjournalisten und die offizielle Corona-Linie passt kein Blatt Papier. Unbotmäßige Kollegen, die verpetzt und ausgegrenzt wurden, werden im Regen stehen gelassen. Als würde nicht gerade der kritische Geist, der Widerspruch, der unausrottbare Hang zum Selberdenken die Medienlandschaft in diesem Land lebendig halten. Dieses traurige Versagen überall bündelt sich nun in einer Institution, die in Jahren des Medienfunktionärstums zu einer Karikatur ihrer selbst erstarrt ist: dem Deutschen Journalistenverband. Warum eigentlich sollte jemand, der den Namen „Journalist“ noch verdient, dort Mitglied bleiben? Reicht als Grund das befriedigende Gefühl, bei Veranstaltungen mit dem einschlägigen Ausweis wedeln zu können? Dem Autor reicht es. Er ist ausgetreten und sagt DJV-Chef Frank Überall auf unmissverständliche Weise, warum.”
So kündigt “Rubikon” an diesem Wochenende den offenen Brief an, den der geschätzte Wolf Reiser zu seinem Austritt aus dem Journalistenverband DJV geschrieben hat. Und den man der gesamten schreibenden und sendenden Zunft dringend ans Herz legen muss – den Brief und den Austritt.Seinen Unmut über die Verwahrlosung des Journalismus, der Echokammereliten und den Singsang sermonaler Konsensmessen hatte er schon vor einigen Jahren in zwei fulminanten Essays dargelegt, jetzt haben ihm die zur “Wachturm”-Brigade der “Zeugen Coronas” mutierten Medien und ihr Verbandssprecher dem Kollegen Reiser den Rest gegeben. Was ich nur zu gut nachvollziehen kann:
“Haben Sie im letzten Jahrzehnt irgendetwas Substanzielles aus dem Umfeld der DJV-Journaille vernommen? Etwa zum Thema prekäre Arbeit und faktische Massenverarmung? Implosion von Schul- und Gesundheitswesen? Amazon? Google? Apple und grassierende Spionage? WEF und der Transhumanismus? Green-Deal-Hedgefonds? Geo-Engineering? Warburg-Cum-Ex-Komplex? Migrantengewalt? UN-Agenda 2030? Depopulationsprojekte? Energie-Blackout? Blackrock? Vanguard? Vierte industrielle Revolution? Wirecard? Pharmakriminalität? Aus dem Ruder laufende Weihnachtsmärkte? Tragik der Pädokriminalität? Soros- und Gates-Stiftungen? Bekam nicht unser lustiger TV-Doktor Eckart von Hirschhausen gerade eben 1,4 Millionen Euro überwiesen?
Sicher haben wir irgendwie irgendwas gehört. Aber ich rede nicht von pflichtseligen Eintagsfliegen und Alibigeplapper, sondern von beharrlichem, aufrichtigem Recherchieren, Wühlarbeit, Brennpunkten, Presseclubsendungen, richtigen 90-Minuten-Specials, mehrwöchigen Printserien — mit Reisespesen und echt garstigen Fragen — wie damals Robert Redford und Dustin Hofmann in der Lieblingsromanze aller Regimechangelehrlinge. Männer wie Bob Bernstein und Carl Woodward wären nebenbei im Deutschland 2022 die vollen Nazis mit gelöschten YouTube-Kanälen und haufenweise Netzwerkdurchsuchungsklagen.
Stattdessen betten sich arrivierte BertelsmännerInnen wie Dunja Hayali, Anne Will, Giovanni di Lorenzo, Josef Joffe, Maybrit Illner, Marietta Slomka, Tina Hassel, Carmen Miosga, Sandra Maischberger, Claas Relotius, Frank Plasberg und in den Warteschleifen Tausende sneakertragende Wahrheitsvermittler in das große Machtgeflecht zwischen Davos, Brüssel, London, Washington, Valley und Wallstreet ein und haben die Rolle der vierten Gewalt mit jener der fünften Kolonne getauscht.”
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3. JT #73: Bye Bye Corona
Die Stimmung kippt: Inzwischen spazieren jeden Montag in Deutschland hunderttausende Menschen gegen die Corona-Maßnahmen, weil Demonstrieren verboten ist. Und spätestens mit Omikron fällt das Narrativ vom Killervirus in sich zusammen. Wie geht das weiter? Außerdem: Russland, die Ukraine und Kasachstan rücken ins Zentrum der geopolitischen Auseinandersetzungen – und Deutschland landet wieder mitten im Kalten Krieg. Und was gibt’s eigentlich Neues von Julian Assange? Über all das und mehr berichten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #73 des 3. Jahrtausends.
Return of the Kremlmonster: Kuba-Krise reloaded
Erinnern Sie sich noch an “Russiagate” ? Die von allen westlichen Großmedien verbreitete Verschwörungstheorie, dass Donald Trump mit Hilfe des Kremls ins Weisse Haus gekommen ist und von Wladimir Putin mit anzüglichen Pippi-Videos erpresst wird. Und dass Hillary Clinton die Wahl nur verloren hat, weil “russische Hacker” ihre emails und Dokumente der Partei gestohlen und an die Öffentlichkeit brachten, wie sie den aussichtsreichen Bernie Sanders um die Kandidatur betrogen hatte. Und dass diese unsichtbaren “russischen Hacker” über Twitter und Facebook die Wahlen manipulieren und dabei sind, die Demokratie zu unterwandern ? Erinnern Sie sich noch an die großen Enthüllungen des offiziellen “Mueller Reports” über die “russische Einmischung”, die Tag für Tag in den Nachrichten angekündigt wurden ? Falls Sie das vergessen haben, ist es völlig in Ordnung, denn sie kamen nie, da es sich bei diesem ganzen “Russiagate”-Komplex mit unsichtbaren Hackern und dem Gottseibeiuns Putin um hochgradiges Geschwurbel handelte.
Nicht vergessen sollten Sie allerdings, dass uns diese Legenden, Mythen und Verschwörungserzählungen seit Sommer 2016 als Fakten und reale Nachrichten aufgetischt wurden. Jetzt aber wandelt sich das Narrativ, wie das Cover des Economist vom 8.Januar 2022 sehr schön zeigt, erschienen vor dem “Nicht-Dialog-Dialog” zwischen USA und Russland in Genf und Brüssel vergangene Woche. Nicht mehr subtil, von unsichtbaren Hackern und Facebookern wird die Demokratie unterwandert, sondern direkt und vom Ultrabösen persönlich mit Knarre bedroht, der es sich tatsächlich herausnimmt, die Truppen in seinem Land aufzustellen wo er will – zum Beispiel an die Grenze zur Ukraine, an der auch das US-Imperium und die Nato gerne ihre Raketen aufstellen würden. Wogegen die Russen Sicherheitsbedenken vorbringen – verständlicherweise, denn wenn sie im Gegenzug ein paar Hyperschall-Raketen auf Kuba stationieren und Atom-U-Boote in den “freien Meeren” des Golf von Mexico cruisen lassen, wäre das ein direkter Flashback zurück in “Kuba-Krise”….
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“Wenn Du stirbst bevor du stirbst, wirst du nicht sterben, wenn Du stirbst”
In der letzten Folge des 3. Jahrtausend hatten wir uns mit dem unsterblichen Bewusstsein und den Indizien und Beweisen für ein Weiterleben jenseits von Materie beschäftigt. In den Links zur Sendung sind zahlreiche Bücher und Publikationen angegeben, die Nahtod-Erfahrungen, Jenseits-Kontakte und Reinkarnations-Erinnerungen auf seriöse Weise untersucht haben. Darunter auch die umfangreichen Beiträge eines hoch dotierten Essaywettbewerbs des Bigelow Institute for Consciousness Studies, die einen sehr guten Überblick zum Stand der gegenwärtigen Forschungen geben. Dass nahezu alle Kulturen der Welt davon ausgehen, dass das Bewusstsein des Menschen den körperlichen Tod überdauert, wird von der materialistisch orientierten Wissenschaft gemeinhin als hoffnungsstiftende Illusion angesehen, mit der die Menschen zu allen Zeiten auf die Angst vor dem unausweichlichen Ende reagiert haben – mit der es aber definitiv zu Ende ist, wenn Gehirn und Kreislauf ihre Arbeit eingestellt haben. In den letzten Jahrzehnten aber ist diese wissenschaftliche Ansicht ins Wanken geraten, weil aufgrund der Fortschritte der Notfallmedizin immer mehr klinisch tote Menschen wiederbelebt werden und unabhängig von Alter, Status, Religion und Kultur von übereinstimmenden Erfahrungen berichten. Diese empirischen Daten lassen es nicht mehr zu, die Forschungen zu diesem Phänomen in den Bereich der Esoterik und Glaubensfragen abzuschieben – mit harten Fakten tanzt der Tod aus der Reihe der materialisitischen Bauklötzchenwelt und macht klar: Bewusstsein…Geist…Seele sind nicht an einen Körper gebunden. Sie haben vor seiner Geburt “gelebt” und werden nach dem körperlichen Tod weiterleben.
Der rationale Aufklärer Immanuel Kant setzte sich in “Träume eines Geistersehers” (1766) mit den Schriften seines Zeitgenossens, des Naturiwssenschaftlers Emanuel Swedenborg auseinander, der 1744 begonnen hatte, seine mystischen Offenbarungen auf über 20.000 Druckseiten zu publizieren. Zu Anfang höchst fasziniert fand Kant diese Enthüllungen dann zwar “ganz abscheulich und voll Unsinn” und schimpfte den Autor einen “Fantatsten”, kam aber nicht umhin zu Swedenborgs Gesprächen mit Geistern und Engeln festzustellen: „…in welche erstaunlichen Folgen sieht man hinaus, wenn auch nur eine solche Begebenheit als bewiesen vorausgesetzt werden könnte?” Diese Voraussetzung scheint mittlerweile anhand tausender durch die Nahtod-Forschung dokumentierter Begebenheiten durchaus gegeben – und die “erstaunlichen Folgen” sind für das herrschende materialistische Weltbild nach wie vor erschütternd. Wie auch schon Kants Bekenntnis “das Dasein immaterieller Naturen in der Welt zu behaupten und meine Seele selbst in die Klasse dieser Wesen zu versetzen. Was in der Welt ein Prinzipium des Lebens enthält, scheint immaterieller Natur zu sein.“ Weil wir es aber nicht erkennen können, hat es für ihn keinen Nutzen, sich Gedanken über die Frage zu machen “ob eine Seele, die sich geistig ganz in der anderen Welt sieht, in der sichtbaren Welt durch sichtbare Wirkungen erscheinen werde und könne. Dies ist nicht möglich” , konstatierte Kant, “denn nur Materie kann sinnlich angeschaut werden, nicht aber ein Geist.“ Womit für Aufklärung und Rationalismus die Untersuchung des Geistigen und Immateriellen quasi erledigt und eine Kernfrage der Existenz auf ein naturwissenschaftliches Abstellgleis verschoben war.
Dort ist sie bis heute weitgehend verblieben, auch wenn sämtliche Fortschritte der Neurologie und Hirnforschung noch immer nicht erklären können, was “Bewusstsein” ist und inwieweit die Aktivitäten von Gehirnzellen dafür verantwortlich sind. Das anhand schwerer Kopfverleztungen im Ersten Weltkrieg häufig beobachtete Phänomen, dass überlebende Hirngeschädigte plötzlich eine andere (ihnen bis dahin fremde) Sprache fehlerfrei sprechen, dass ungebildete Bauernjungen in medialer Trance Diktate komplexer Abhandlungen niederschreiben oder ein fünfjähriges Kind die statischen Probleme nach dem Einsturz eines Neubaus erklären kann, die es aufgrund eines früheren Lebens als Architekt parat hat – all diese Rätsel sind ungelöst und deuten darauf hin, dass das menschliche Gehirn nicht der Produzent, sondern der Empfänger von “Geist” ist, also ein Receiver und Verstärker und nicht die Sendeanstalt. Auch wenn auf der zerebralen Festplatte einiges gespeichert ist, scheint Bewusstsein in einer immateriellen “Cloud” gespeichert, die nach dem Ende der neuronalen Hardware weiterhin erreichbar ist. Und die es verstorbenen Seelen offenbar ermöglicht, Kontakt mit der materiellen Erde aufzunehmen und Lebenden, sofern sie mit besonderen “Antennen” ausgestattet sind, Nachrichten zukommen zu lassen. Das schloß auch Kant, der nüchterne “Alleszermalmer” jeglichen spekulativen Aberglaubens, seinerzeit keineswegs aus, auch wenn normalerweise „die über die fünf Sinne hinausgehenden immateriellen Sinne während des Lebens verschlossen (bleiben)”. Besonderen Personen aber, “deren Organe eine ungewöhnlich hohe Reizbarkeit haben”, sei es möglich, “sich bisweilen der Einflüsse von Seiten der Geisterwelt sogar in diesem Leben bewusst zu werden.”
Eine solche Person, ein “Medium”, suchte der Mediziner und Informatik-Professor Oliver Lazar 2017 auf, als er durch den Unfalltod einer ihm völlig unbekannten Mitschülerin seiner kleinen Tochter in eine unerklärlich tiefe Trauer und seelische Krise gestürzt war. Und die Botschaften und Identitätsbeweise, die ihm von dem verstorbenen Mädchen übermittelt wurden, waren so unglaublich, dass er eine wissenschaftliche Studie auflegte, um solchen Jenseitskontakten auf die Spur zu kommen. Sein Buch “Jenseits von Materie” ist gerade erschienen und mein Kollege Robert Fleischer hat mit Oliver Lazar ein Gespräch über seine Erfahrungen und Forschungen geführt. Wie so oft bedurfte es auch bei Lazar einer intensiven persönlichen Erfahrung, um aus einem materialistischen Mediziner und Wissenschaftler einen Jenseitsforscher zu machen und wie der Neurochirurg Eben Alexander nach seinem Nahtoderlebnis sein Weltbild von Geist und Materie vom Kopf auf die Füsse zu stellen.
Schon zu Kants Zeiten, später auf einem Höhepunkt des “Spiritismus” um die vorletzte Jahrhundertwende und bis in unsere Tage haben skeptische Wissenschaftler immer darauf hingiewesen, das man auf derlei paranormale Phänomene wenig geben sollte, weil sie unbeweisbar seien und es sich dabei um Hirngespinste und Halluzinationen oder um Betrügereien handelt. Beides ist mit Sicherheit nicht auszuschliessen und die Geschichte ist voll von geschäftstüchtigen Scharlatanen, Ablaßverkäufern und Wunderheilern – und sie ist gleichzeitig voller wahrer Wunder, unerklärlicher Phänomene und immaterieller Aktivitäten. Schon vor hundert Jahren wurde der atomistischen Bauklötzchen-Physik mit der “geisterhaften Fernwirkung” (Einstein)der Quanten ihr materielles Fundament entzogen. Ist “das sogenannte Übernatürliche” gar nicht übernatürlich, sondern wir und unser Wissen schlicht und ergreifend unternatürlich ? Und müssten nicht allein die Nahtod-Evidenzen, die massenhaften und übereinstimmenden Daten dieser “Empirie in der ersten Person”, dazu führen, dass dieser naturwissenschaftliche Rückstand endlich aufgeholt wird ? Wie sinnvoll ist ein “Transhumanismus”, der mit Chips, Implantaten und Gentechnik an der menschlichen Hardware herumschraubt und die entscheidende Software des Humanen – die unsterbliche Seele – ignoriert. Und damit die Tatsache, dass Menschsein per se ein Transitzustand ist: vom aquatischen Wesen im Ozean des Mutterleibs über das Luftwesen nach der Geburt zum unsterblichen Geistwesen nach dem Tod.
“Wenn Du stirbst bevor du stirbst, wirst du nicht sterben, wenn Du stirbst” – die Inschrift, die sich am Kloster auf dem Berg Athos in Griechenland erhalten hat, weist nicht nur zurück auf die antiken Mysterien von Eleusis, sondern könnten auch sehr gut als Zustandsbeschreibung für jene Menschen gelten, die der aktuellen Forschung von Nahtod,-und Jenseitserfahrungen als Zeugen zur Verfügung standen: ihre Angst vor dem Tod schwindet, sie wissen, dass es weitergeht, dass es ein Bewusstsein jenseits des Körpers gibt. Das ändert ihr Weltbild und viele ziehen aus dieser Erfahrung entscheidende Konsequenzen für ihr weiteres Leben. Ihr materielles Ego hatte aufgehört zu atmen, aber ihr Ich-Bewusstsein war geblieben und bedauerte es vielen Fällen, auf die kalte Notfallstation zurückgeschickt zu werden, in der es sich – als wohlig aufgehobenes immaterielles Geistwesen schwebend – auf dem Bett liegen sah. “Wer nicht in Eleusis war, kann Leben und Tod nicht verstehen” hatten die Griechen geraunt, nachdem ihnen die Initiation mit dem psychedelischen Trank der Demeter eine ähnliche Erfahrung beschert hatte wie den aus dem Jenseits zurückgekehrten Nahtod-Kandidaten: der ozeanischen Entgrenzung, der Auflösung des Ichs, einer Existenz und immateriellen Verbundenheit außerhalb des Körpers.
Diesem Geheimnis des “Sterbens vor dem Sterben” ist Brian Muraresku in seinem Bestseller „The Immortality Key: The Secret History of the Religion with No Name“ nachgegangen – den Spuren des in Eleusis gereichten Gebräus mit Mutterkornpilz, das sich in Form des von Frauen zubereiteten dionysischen Weins im gesamten griechischen Großreich verbreitet hatte. Bis in die Katakomben von Rom, wo die bis ins 4. Jahrhundert verfolgte Sekte der Christen ihre Rituale feierte…bis Kaiser Konstatin das Christentum zur Staatsreligion machte, die Priesterinnen aus dem Ritus verschwanden und das psychoaktive Sakrament zum Messwein-Placebo verdünnt wurde. Mit der Zerstörung des Tempels von Eleusis durch den christlichen Barbaren Alarich im Jahr 395 wurde das Abendland von der Selbstverständlichkeit eines unendlichen, immateriellen Bewusstseins, einer unsterblichen Seele, abgeschnitten.
Bessere Nachrichten als die, dass die gesamte Menschheitsfamilie – Geimpfte und Ungegeimpfte – mit einem unsterblichen Bewusstsein geboostert ist, kann es angesichts eines weiteren Corona-Jahrs, in dem die Welt mit der Angst vor einem “Killervirus” in Panik versetzt wird, eigentlich nicht geben. Ewiges Leben ist machbar, Herr Nachbar, es ist sogar werkseitig eingebaut! … möchte man den maskiert am TV bibbernden Verängstigten zurufen, oder mit dem “Eintracht”-Trainer und hessischen Groß-Philosophen Stepi Stepanovic: “Lebbe gehd weider!”. Wer das nicht nur glaubt, sondern weiss, kann den Massenwahn des Coronahorrors fraglos entspannter ertragen, auch wenn diese Gewissheit viele weitere Fragen aufwirft. Zum Beispiel, was sich die unsterblichen Seelen eigentlich dabei denken, sich im gefährlichsten und gierigsten Raubtier dieses Planeten – Homo sapiens – niederzulassen, wo sie doch immateriell und engelartig gelassen über den Dingen schweben könnten, statt sich hinieden mit 8 Milliarden Raubtieren um FFF (Fressen/Ficken/Fernsehn) etc. zu prügeln. Und das ist nur eine von vielen Unklarheiten, die sich beim Neusortieren von Geist und Materie, dem Paradigmenwechsel zu “Mind over Matter” ergeben. Tröstlich aber bleibt die Nachricht vom ewigen Leben auf jeden Fall…
One thing I can tell you is you got to be free
Am Heiligen Abend 1968 bekam ich das “Weiße Album” der Beatles. Ich war 14, LPs waren wertvoll und teuer und dies war mein erstes Doppelalbum. Mein Vater hatte ein Jahr zuvor die Grundig-Musiktruhe mit Bullaugen-Radio durch eine HiFi-Anlage mit vier Lautsprechern ersetzt und als das Weihnachtskonzert von Manfredini ausgeklungen war, hielt ich mein Geschenk hoch: “Nur ein Stück jetzt hier, aber laut, den Rest höre ich dann in meinem Zimmer.” Und wie liessen sich `68 barocke Weihnachts-Vibes besser rocken als mit dem Eröffnungsstück “Back in the USSR” , eigentlich nur eine ironische Antwort auf den “Surfin USA”-Hit der Beach Boys, mit deren Sänger Mike Love sie gerade eine Zeit beim Guru Maharishi in Indien verbracht hatten – aber im Kalten Krieg damals schon eine kleine Provokation, und dann auch noch “Revolution”. Ein etwas einfühlender DJ hätte dem klassischen Weihnachtskonzert auch nahtlos “Blackbird” folgen lassen können oder “Julia” oder “I will”, wunderbare, zeitlose Balladen, die den Menschen noch in 400 Jahren gefallen werden wie uns Heutigen die Barockmusik. Mir fiel das wieder ein, als ich jetzt “Get back” angeschaut habe, die 3-teilige Dokumentation über dreieinhalb Wochen im Januar 1969, in denen die vier Jungs an den Songs für ihr nächstes und letztes Album – “Let it be” – arbeiten.
Erst kurz zuvor war das weiße Album mit 30 Stücken erschienen, jetzt wollen sie in drei Wochen 12 weitere Songs komponieren, schreiben, einstudieren und diesem kreativen Prozess zuzuschauen und zuzuhören – Peter Jackson hat die Aufnahmen aus über 150 Stunden bisher unveröffentlichtem Video-und Tonmaterial ausgewählt und aufbereitet – ist faszinierend. Am Ende steht nicht das ursprünglich geplante Konzert in der Halle, sondern auf dem Dach ihres Apple-Studios in London – der letzte Live-Auftritt der berühmtesten Band der Welt wird von der Polizei wegen Ruhestörung beendet. Dies ist auch das Ende dieser Doku, mit zwei Stücken, deren Entstehung und Ausarbeitung der Film zeigt. Die Fab Four stehen unter Druck, brauchen Song-Material, überlegen uralte Sachen, noch aus der Zeit als sie 1960/61 sechs Stunden live Rock’n Roll auf der Reeperbahn spielten (bis George Harrison ausgewiesen wurde, weil er noch nicht 18 war und nicht in Nachtclubs auftreten durfte.)
Und dann kommt Paul McCartney eines morgens, schrammelt auf seinem Bass einen Shuffle-Riff und singt eine Melodie dazu… “Sweet Loretta Martin thought she was a woman, but she was another man…” Viel mehr Text gibts noch nicht… nur den Refrain: “Get back…”. Ringo und George sitzen daneben, hören zu, singen mit, George spielt auf der Gitarre ein paar Licks, später kommt John Lennon, es wird am Text gebastelt, gewitzelt, probiert… dann 14 Tage später auf dem Rooftop live gespielt und im März/April ist die Single Nr. 1 überall auf der Welt. Nie war das “Making Of” eines globalen Hits schöner zu beobachten, das organische Genie einer Band: Ringo, der kaum etwas sagt, ist das “lebende Metronom”, Paul der Mozart und das melodische Herz, John der Beethoven und poetisch-politische Kopf, und George, der sich mit seinen Songs zurückgesetzt fühlt – und das Setting zwei Tage verläßt – füllt die Kompositionen der beiden “Großen” mit feinsten Harmonien. Als noch ein Piano gebraucht wird, stößt Billy Preston dazu – “er ist besser als Ray Charles” hatte George den Freund aus Hamburger Tagen empfohlen und als er beim Proben von Don`t Let Me Down aus dem Nichts den Signatur-Riff auf dem Fender-Rhodes zaubert, bekundet John: “Du bist jetzt in der Band!”
Einer Band, die leider nie wieder auftrat…obwohl sie live phantastisch gut war, wie es dieser Film wieder zeigt, nachdem sie schon Jahre zuvor Live-Konzerte aufgegeben hatte, weil das Teenie-Gekreische jede Musik zunichte machte. Und Musiker mit Leib und Seele waren diese vier Liverpooler Underdogs, die sich von Rock`n Roll Akkord-Malochern über die weltweit bejubelte Boy-Group zu einem Quartett entwickelt hatte, dass in der Popmusik unerreicht ist. Dass sie alle noch unter 30 sind und schon über 10 Jahre Karriere und ein Opus von gut 150 Werken auf dem Buckel haben, ist diesen jungen Burschen kaum anzumerken, auch wenn sie manchmal müde und erschöpft wirken. Dass dieser frische und freche Sänger, dass John Lennon nur noch 10 Jahre zu leben hat, stimmt beim Zusehen unmittelbar traurig. Dass allein seine Unzertrennlichkeit mit Yoko Ono, die bei den gesamten Proben immer dabei sitzt, zum Bruch geführt hat, kann der Film zwar nicht bestätigen, spürbar aber wird, dass die Harmonie in dieser Jungs-Truppe, die mit ihrer Musik die Welt erorbert hatte, darunter leidet. Ebenso wie unter Georges Mißmut, als Komponist und Songwriter nicht genügend vorzukommen – und auch die beiden Titanen hatten musikalische Differenzen.
Mit ihrer Musik ging für die Generation der Baby Boomer die Sonne auf. Die Beatles waren nicht die Einzigen, aber sie waren die Kreativsten und Begabtesten und nichts was danach kam in der Popmusik reichte an dieses musikalische Biotop heran, aus dem in kaum zehn Jahren Dutzende Meisterwerke wuchsen. Natürlich hatten Produzenten und Arrangeure geholfen die Rohdiamanten zu schleifen, aber im Kern und in diesem Film zu hören und zu sehen, ist eine im Zuge von Digitalisierung und Computerisierung langsam aussterbende Art: hand-made music. E-Gitarre und Verstärker hatten den Singer/Songwritern nach dem 2. Weltkrieg die Werkzeuge geliefert, mit denen sie ihr Publikum auch in großen Hallen und Stadien erreichten, Radio und TV brachten ihre Lieder in jedes Wohnzimmer, die Beatles waren Mitte der 60er Jahre das erste globale Ergebnis dieses technologischen Wandels und – wie “Get back” zeigt – nach wie vor großartige musikalische Handwerker. Zwei Gitarren, ein zierlicher Bass, einer klatscht einen Rhythmus…und schon wird aus dem Sämling ein Keim, aus dem diese genialen Gärtner im Reich der Töne, Klänge und Gesänge ein Lied für die Ewigkeit wachsen lassen.
Paul McCartney hat jetzt gerade einen Doppel-Band seiner Songtetxe und Erinnerungen herausgebracht – “Lyrics” – was mir mit fast 1000 Seiten zuviel der Exegese ist, wobei ich nie zu seinen Verächtern zählte wie einige Hardcore Lennon-Fans. Der eine wie der andere hat auch nach den “Beatles” noch wunderbare Musik geschaffen, aber zusammen waren sie die Über-Genies schlechthin. Nur wenige Monate nach der Auflösung der Band gab George Harrison mit dem Dreifach-Album “All Things Must Pass” seinen spirituellen Kommentar zu diesem Ende ab und landete mit “My Sweet Lord” (gerade neu mit einem tollen Jubiläumsvideo) sofort einen Welthit. Und ein halbes Jahrhundert später ist eines seiner Stücke auf Spotify , wo im Monat etwa 25 Millionen mal die Beatles gehört werden, mit weitem Abstand ihr meistgestreamter Song: Here Comes The Sun. Als ein Freund das bei einer Lagerfeuer-Fete spielen konnte, fuhr ich am nächsten Tag 10 Kilometer zu ihm, um es mir zeigen zu lassen – wir hatten keine Songbücher, und schon gar keine Gitarrenlehrer auf youtube, sondern mußten die Akkorde raushören und es uns dann zurechtfrickeln – und Harrisons Hymne an die Sonne ist eine Herausforderung, aber so schön, dass sich die Mühe lohnt. Dass Platz 2 der meistgehörten Beatles Songs 2021 von einem meiner persönlichen All Time Favourits belegt wird – John Lennons Support und Parole für Timothy Learys Gouverneurswahlkampf gegen Ronald Reagan – zeigt, dass 2021 nicht nur die Schönheit ihrer Musik, sondern auch ihre Botschaften noch ankommen: “Come Together” . Ganz in diesem Sinne wünsche ich allen Geimpften und Ungeimpften Frohe Weihnachten.
3 JT #72: FREE YOUR MIND
Die Situation spitzt sich an allen Ecken und Enden zu. Doch zum Jahresende wollen wir in dieser Sendung mal nicht in den Abgrund schauen, denn sonst schaut er zurück.
Stattdessen reden wir diesmal über ein Thema, das uns Anlass zu großer Hoffnung gibt: Den Tod. Eine aktuelle Entwicklung wollen wir aber nicht auslassen: Julian Assange. Über all das und mehr berichten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #72 des 3. Jahrtausends.

