Der High Court in London hat entschieden, dass Julian Assange an die USA ausgeliefert werden darf. Verkündet am “Tag der Menschenrechte” nachdem gerade ein virtuelles Großtreffen (pseudo-)-demokratischer Staatschefs die Schlagzeile machte: “Biden will Stärkung unabhängiger Medien thematisieren”, ist dieses Urteil nichts als ein zynischer Hohn. Und eine Schande für den einstigen Rechtsstaat UK, der einen Angeklagten an ein Land ausliefern will, das ihn nachweislich ermorden wollte. Wir haben im “3.Jahrtausend” und auch hier auf dem Blog seit Jahren über die unrechtmäßige Verfolgung und den kafkaesken Prozess gegen den Wikileaks-Gründer berichtet. Nach dem Urteil des Bezirksgerichts, dass ihm eine Auslieferung gesundheitlich und psychisch nicht zumutbar ist, bestand zumindest der Hauch einer Hoffnung, dass Julian zu Weihnachten den Hochsicherheitsknast in Belmarsh verlassen kann. Die haben die hirnlosen Richter unter ihren gepuderten Perücken zunichte gemacht – Freiheit für den wichtigsten politischen Gefangenen unserer Tage ist nicht in Sicht. Und der massive Anschlag auf die Pressfreiheit, den die USA mit der Verfolgung des australischen Publizisten und Journalisten Assange betreiben, geht auf europäischem Boden ungehindert weiter. Und wäre da nicht ein EU-Abgeordneter wie Martin Sonneborn, der den Prozess gegen Assange beobachtet hat und eine Denkschrift dazu herausbracht hat, dann herrschte zu dieser Schande seitens des EU-Parlaments auch weiter schändliches Schweigen.
Das kollektive Stockholm-Syndrom
Ein Gefangener auf Freigang, Jan Erik „Janne“ Olsson, überfiel 1973 mit einer Maschinenpistole bewaffnet eine Bank im Stadtzentrum von Stockholm. Er schoss in die Decke und rief: „The Party has just begun“. Er nahm vier Bankangestellte als Geiseln, forderte die Freilassung seines Mithäftlings Clark Olofsson, der zu ihm gebracht werden sollte, samt 3 Millionen Kronen, Waffen und einem Fluchtwagen. Die Geiselnahme zog sich mehr als fünf Tage hin und endete “unblutig”, nachdem die Polizei Gas in die Bank eingeleitet hatte, gaben die Geiselnehmer auf. In die Geschichte ist dieses Verbrechen eingegangen, weil sich die im Tresorraum gefangenen Opfer während dieser Zeit mit den Geiselnehmern arrangierten, Sympathien für sie entwickelten und sich weniger von den Tätern als von den Aktionen der Polizei bedroht sahen. Diese psychologische Reaktion, die auch bei anderen Geiselnahmen beobachtet wurde, wird seitdem “Stockholm-Syndrom” genannt. In der Psychoanalyse wurde dieses unbewusste Motiv zur Abwehr angstvoller, traumatischer Erfahrungen auch als “Identifikation mit dem Aggressor” beschrieben, zuerst von Wilhelm Reich, der diesen Abwehrmechanismus in seinen Werken “Charakteranalyse” (1933) und “Massenpsychologie des Faschismus” (1934) untersucht hatte. Erstaunt darüber, dass sich ein ganzes Volk freiwillig einer Diktatur unterwirft und sich wie ein Kind von gewalttätigen Eltern mit dieser repressiven Autorität identifiziert. Inwieweit dieser individualpsychologische Mechanismus als Folge von Angst und traumatischen Erfahrungen auch auf Kollektive übertragbar ist und eine ganze Gesellschaft einen “autoritären Charakter” ausbildet, darüber haben sich seitdem namhafte Sozialpsychologen (Fromm, Marcuse, Adorno, Arendt, Foucault u.a.) Gedanken gemacht, ohne zu einem einheitlichen Schluss zu kommen. Klar scheint nur, dass die Erzeugung fundamentaler Angst diesen psychischen Abwehrprozess in Gang setzen.
Mir waren diese Zusammenhänge, mit denen ich mich im Studium intensiver befasst hatte, vor 20 Jahren nach den 9/11 – Anschlägen wieder in den Sinn gekommen, als zum “War on Terror” geblasen wurde. Einem Kapitel in “Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse dess 11.9.” war dort ein Zitat aus dem Roman “Illuminatus” von Robert Anton Wilson vorangestellt, der 1975 erschienen war:
»Beim derzeitigen Stand werden die Illuminaten das amerikanische Volk innerhalb der nächsten paar Jahre unter eine strengere Aufsicht stellen, als es Hitler mit den Deutschen machte. Und das Schönste daran ist noch, dass die Mehrzahl der Amerikaner durch die von Illuminaten gedeckten Terroranschläge so weit in Angst versetzt sein werden, dass sie darum betteln werden, kontrolliert zu werden, wie der Masochist nach der Peitsche wimmert.«
Das war, ein Vierteljahrhundert bevor die Bush-Regierung sofort nach 9/11 ein 250-seitiges Überwachungs,-und Kontrollgesetz namens “Patriot Act” fertig aus der Schublade zog, das der (selbstverständlich “patriotische”) US-Kongress ungelesen und dankbar durchwinkte, eine ziemlich realistische Prognose – die einmal mehr verdeutlicht, dass es sich bei sogenannten “Verschwörungstheoretikern” oft um Wahrsager handelt. Fast Foward 2020/21 sehen wir die Massen von einem mysteriösen “Killervirus” wieder in derart panische Angst versetzt, dass sie schärfere Überwachungs,-und Kontrollgesetze nicht nur hinnehmen, sondern sich damit identifizieren und um den “Booster” mit einer “Impfung” genannten Gentherapie betteln. Und die “Wachhunde der Demokratie” , die Medien, tun nichts anderes, als nach der Peitsche zu wimmern: laut einer Anfang November vorgestellten Studie der Rudolf-Augstein-Stiftung bestand der regierungskritische Ansatz der Medien während der Pandemie vor allem darin, für noch härtere Massnahmen einzutreten. Wie zu diesem Zweck Kritik und Warnungen konsequent weggebissen und die “Fakten” auf die Reihe gebracht wurden, zeigte zum Beispiel der “ZDF-Faktencheck” am 6. Mai 2020:
“Prominente Verschwörungstheoretiker wie Ken Jebsen fürchten eine Impfpflicht durch die Hintertür, wie er in einem über zwei Millionen mal geklickten youtube-Video sagt. Wer keinen Immunitätsausweis habe, könne an bestimmten Veranstaltungen nicht mehr teilnehmen, so die Befürchtung.(…)Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums vermutet hinter dem Online-Geraune….eine Agenda: “Es handelt sich um eine Kampagne, die in den sozialen Medien losgetreten wurde, wo fälschlicherweise behauptet wird, eine Impfpflicht wäre geplant.”
Dass 18 Monate genau das eingetreten ist, war dann freilich kein Grund, den als gefährlichen Lügner diffamierten Kollegen Ken Jebsen zu rehabiliteren, im Gegenteil reden die Großmedien jetzt weiteren Verschärfungen inklusive Impflicht das Wort. Mit einem Masochismus der Medienbranche, der Masken, Lockdowns und Spritzen Lustgewinne bescheren, läßt sich das glaube ich aber nicht erklären. Hier scheint eher ein kollektives Stockholm-Syndrom vorzuliegen, das sich von immer neuen Schreckens-Prophezeiungen nährt und sich mit immer drakonischeren Maßnahmen identifiziert.
“Wie wird die Welt regiert und in den Krieg geführt? Diplomaten belügen Journalisten und glauben es, wenn sie’s lesen”, hatte Karl Kraus am Beginn des 1. Weltkriegs notiert, nachdem auf eine Falschmeldung der deutschen und österreichischen Presse über einen französischen Bombenabwurf auf Nürnberg Ende Juli 1914 unmittelbar die Kriegserklärung an Frankreich erfolgt war. Dieser fingierte Bericht (Fake News!) war für ihn die Urlüge und das Paradebeispiel für die Manipulation der Massen in Kriegszeiten, die Kraus dazu führte, “den Journalismus und die intellektuelle Korruption, die von ihm ausgeht, mit ganzer Seelenkraft zu verabscheuen”.
Zu einer solchen Abscheu hat der Journalismus auch in zwei Jahren “Krieg gegen Viren” wieder reichlich Gründe geliefert. Als Panikorchester in Permanenz beförderten die Großmedien die Permanenz des Ausnahmezustands und sorgten so für die Formierung der in Schrecken versetzten Massen: nie flimmerten mehr Krankenhausbetten und Intensivstationen über die Bildschirme (die in der Realität allerdings abgebaut wurden), nie mehr Beatmungsgeräte und “schwere Verläufe” ( auch wenn es 2020 nicht mehr tödliche Atemwegserkrankungen als üblich), nie wurden mehr unsichtbare Gefahren (“Inzidenzen”) beschworen, und damit die Notwendigkeit, in diesem ungewinnbaren “Krieg gegen Viren” weiter aufzurüsten; und Kontroll,-Überwachungs,- und Repressionsmaßnahmen einzuführen, die jedem Machiavellisten feuchte Träume bescheren. Wobei auch Niccolo Machiavelli wohl das Opfer eines postraumatischen Stockholm-Syndroms war, denn er schrieb seinen berühmten Ratgeber “Il Prinicipe” über die Techniken autoritärer Machtpolitik, nachdem er 1512 gerade aus dem Gefängnis entlassen war, wo man ihn wegen seiner republikanischen Ansichten schwer gefoltert hatte. Noch mit verkrüppelten Händen von den Torturen des “Strappado” befürwortet er in seinem Buch Folter als Mittel politischer Machterhaltung und widmete das Werk seinen Folterern höchstselbst, den Medici.
Nun ist es zwar nicht so, dass die Regierung für ihre massiven Freiheitseinschränkungen schon Widmungen und Dankesschreiben bekommen hätte, doch mehrheitlich nimmt die Bevölkerung widerspruchslos hin, dass jetzt selbst archaische Menschenrechte (Habeas Corpus ! ) außer Kraft gesetzt werden können. Selbst in der traditionell freiheitlich gesinnten Schweiz stimmten Ende November 62 % für den Beibehalt der Covid-Gesetze, in Deutschland sind es noch deutlich mehr, dort sind aktuell 60% mittlerweile der Meinung, dass die Maßnahmen nicht weit genug gehen. Bis zu Plakaten “Deutsche, kauft nicht bei Ungeimpften!” scheint es nicht mehr weit, in Österreich haben diese Armen bereits Ausgangsverbot. Selbst “woke” Vegan-Familien, wo gespritztes Gemüse, Gentechnik und Bayer/Monsanto eigentlich Tabu sind, lassen die Kinder mit Pfizer/Moderna spritzen, ehemals Linke plädieren für den technokratischen Wahnsinn eines Zero-Covid-Totalitarismus, einstige Liberale haben mit der immer schärferen Desinfektion des Meinungskorridors kein Problem und die Intellektuellen halten entweder den Mund oder irrlichtern wie Jürgen Habermas, der sich in einem Krieg von “Species gegen Species” wähnt, in Apologien des Ausnahmezustands, die einem Carl Schmitt alle Ehre gemacht hätten (nur dass der besser schreiben konnte (-; ).
Wie es kommt, dass massive Rechts-und Freiheitseinschränkungen und Impf-Pflichten von einer großen und sehr diversen Mehrheit nicht nur hingenommen, sondern sogar gefordert werden, die Panik-Orchester der Medien bei der Manipulation und Formierung der Massen also derart erfolgreich waren, hat nicht allein mit der Angst-Propaganda vor dem “Killervirus” zu tun. Dass die “Formatierung” der Massen so leicht und selbstverständlich gelang, so der klinische Psychologe Prof. Mattias Desmet in diesem sehenswerten Interview, hat Gründe, die schon lange vor Covid existierten: im Mangel von emotionalen Bindungen im sozialen Raum, in der weit verbreiteten Empfindung, sinnlose Arbeit (“Bullshit-Jobs”) zu verrichten und in der Tatsache, das Angst-Störungen und Depressionen schon vor Covid auf dem Weg zu “Volkskrankheiten” waren: in Belgien werden für 11 Millionen Menschen pro Jahr 300 Millionen Dosen Anti-Depressiva verschrieben, in anderen westlichen Gesellschaften sieht es kaum besser aus; die USA verzeichneten 2020 über 100.000 Opioid-Tote.
In einer solchen beklemmenden, isolierten, bindungslosen Situation werden kollektiver Maskenzwang, Lockdowns und Impfpflichten als Wiederkehr der verlorenen Einbindung in ein soziales Ganze positiv empfunden. Und das offizielle Narrativ vom Killervirus und der einzigen Rettung durch permanentes Impfen ebenso dankbar angenommen, wie jede Kritik und Widerrede hoch emotional abgelehnt und Andersdenkende als “Leugner”, “Querdenker”, “Ungeimpfte” mit wachsender Diskriminierungslust zu Sündenböcken stigmatisiert. Wo dann ein Weltärztepräsdident Montgomery zum Kampf gegen die “Tyrannei der Ungeimpften” aufrufen kann, ein neuer Bundeskanzler machtbesoffen verkünden, für seine Regierung gäbe es “keine roten Linien” mehr und ein Bundesverfassungsgericht den mit Zahlenkonfetti und Datensalat begründeten “Notstand von nationaler Tragweite” ungeprüft durchwinken und der Regierung das Außerkraftsetzen der Verfassung nach gusto weiterhin gestatten kann… – und dieses Narrativ von einer Mehrheit attraktiv empfunden wird. Weil es eine Illusion von Kontrolle – vom “Abflachen der Kurve” mit Masken über den Lockdown und Testzirkus bis zum quartalsmäßigen Impf-Update bei Pfizer/Moderna – und ein neues, “zertifiziertes” Wir-Gefühl beschert; selbst der ärmste Wicht, der mit Maske vor der Glotze auf den Booster wartet, hat jetzt jemanden, dem er die Schuld an seiner Misere zuschieben kann.
Letzte Meldung aus der bizarren Welt der Neuen Normalität: Junkfood bei McDoof nur noch mit digitalem Gesundheitsausweis! Aber “Ivermectin”, das billige, milliardenfach bewährte Anti-Parasiten-Mittel, “das in fast allen Stadien von Covid-19 hilft” wird von den Panik-Orchestern weiter als gefährliche Pferdenentwurmung geschmäht. Wobei das Argument, dass keine ausreichenden Studien für die Wirksamkeit der patentfreien Pillen vorlägen, eigentlich zum Schmunzeln ist, angesichts der Wirksamkeit der “Impfstoff” genannten Präparate, die weder vor Infektionen noch vor Infektiosität schützen, bestenfalls (aber keineswegs sicher) einem “schweren Verlauf” vorbeugen und gleichzeitig (leider häufige und schwerwiegende) Nebenwirkungen zu haben. Doch davon will man unter der großen Blase des Corona-Traumas derzeit so wenig hören wie einst die Geiseln in Stockholm von den Befreiungsaktionen der Polizei. Eine Welt, in der sich ohne SmartHealthCard und Zwangs-Abo bei der Pharma-Oligarchie kein Mensch mehr frei bewegen kann, wünscht sich zwar niemand – aber wenn die “Pandemie” anders nicht in den Griff zu kriegen ist, muss es eben sein. Divers und genderneutral, versteht sich, aber zuerst müssen die 6 Milliarden Ungeimpften dran glauben! Wir sehen: im Aufwachraum wird zwecks post-traumatischer Therapie künftig einiges zu tun sein. Bis es soweit ist muss sich wahrscheinlich aber auch noch der fünfte und sechste Booster als Schuss in den Ofen erweisen und die Einsicht durchsetzen, dass man gegen die Supermacht des Lebens – die Viren – keinen Krieg gewinnen kann, wenn man mit Vakzin-Spatzen gegen ihre Mutations-Kanonen feuert.
Am 11.12. auch erschienen auf Rubikon
Repost: Von guten Onkels und bösen Mutanten
Aus aktuellem Anlass – “Omikron” – hier nochmals unsere Warnung vor bösen Mutanten vom 11. Februar 2021
Als Kinder wurden wir vor „bösen Onkels“ gewarnt, die einen mit Süßigkeiten anlocken, die man aber weder annehmen noch ihnen irgendwohin folgen soll. „Wenn dir so einer begegnet, sag einfach „Nein Danke“ und geh weiter“ hatte mir meine Mutter eingeschärft, nachdem in unserem Städtchen wohl irgendwas in dieser Richtung vorgefallen war. Da sich nie eine Situation mit so einem Onkel ergab, hatte ich die Mahnung auch bald wieder vergessen. Sie fiel mir erst neulich wieder ein, als ich eine TV-Sendung sah, in der „Experten“ über die „gefährlichen Mutationen“ des Sars-Cov-2-Virus sprachen und ich den Eindruck bekam: hier warnen die guten Onkels vor den bösen Mutanten.
Weil Viren die absoluten Weltmeister der Verwandlungen sind, wurden von dem berüchtigten Sars-Cov-2 mittlerweile schon mehr als 1000 Mutationen entdeckt und die Dunkelziffer der unbekannten Mutanten liegt noch sehr viel höher. Da die aus England, Südafrika und Brasilien stammenden neuen Varianten „noch ansteckender“ als das Original sein sollen, sind diese Mutanten jetzt der neueste Joker im „Pandemie“ genannten Testemie-Zirkus.
„Zirkus“, weil über 80% der positiv Getesteten gar nicht krank werden und 99,7 % den Infekt überleben, und „Testemie“, weil diese „Seuche“ ohne die Tests gar nicht weiter aufgefallen und statistisch als neuartige aber durchaus normale Grippewelle durchgelaufen wäre. Das wurde schon im vergangenen Frühjahr klar, als sich herausstellte, dass das „tödliche Virus“ Corona kaum größere Gefahr mit sich bringt als sein Verwandter „Influenza“ und wie dieses fast nur Hochbetagte und Vorerkrankte dahinrafft. Das war auch schon in Regierungskreisen bekannt, wie ein im Mai an die Öffentlichkeit gekommenes Papier der Abteilung „Krisenmanagement“ des Innenministeriums zeigte, das von „Fehlalarm“ sprach und darlegte, dass die überzogenen Corona-Maßnahmen mehr Todesopfer fordern könnten als die Krankheit selbst. Doch statt solche Kritik ernst zu nehmen wurde sie als „Privatmeinung“ eines Querulanten abgetan und der Autor, Oberregierungsrat Stefan Kohn, von seinem Posten entfernt. Stattdessen bestellte das Ministerium, wie jetzt anhand eines umfangreichen E-Mail-Verkehrs bekannt wurde, bei externen „Experten“ – keiner von ihnen war ausgebildeter Epidemiologe, Infektiologe, Immunologe, Virologe – ein Gefälligkeitsgutachten mit einer Modellrechnung, die „Maßnahmen präventiver und repressiver Natur“ rechtfertigen kann, wie die „Welt“ berichtet:
„Die Wissenschaftler erarbeiteten dem Schriftverkehr zufolge in nur vier Tagen in enger Abstimmung mit dem Ministerium Inhalte für ein als geheim deklariertes Papier, das in den folgenden Tagen über verschiedene Medien verbreitet wurde. Darin wurde ein „Worst-Case-Szenario“ berechnet, laut dem in Deutschland mehr als eine Million Menschen am Coronavirus sterben könnten, würde das gesellschaftliche Leben so weitergeführt wie vor der Pandemie.“
Es wurde also Panik bestellt – und von den Leitmedien, denen das „geheime“ Papier dann gesteckt wurde, dankbar abgeholt. Weil die Immunsysteme der Bevölkerung diesem Alarmismus dann aber nicht den Gefallen taten, millionenfach einzuknicken und einfach nicht mehr Menschen sterben wollten als sonst, fragten sich natürlich viele, was das denn für eine „Pandemie“ sein soll. Hier konnte nun die „Testemie“ auftrumpfen und mit täglich neuen Spitzenwerten von „Infizierten“ und „Corona-Toten“ die Panik am Leben halten. Stets mit absoluten Horror-Zahlen, nie mit dem Hinweis, dass es sich bei den „Infizierten“ nur um positiv Getestete und nicht um Kranke handelt und bei den Gestorbenen fast nur um Hochbetagte und Vorerkrankte und nie in Relation zu den normalen Sterberaten und Infektionskrankheiten. Dass der Alarm auf fragwürdigem Zahlenkonfetti und desolater Datenbasis gründet, war schon im letzten März offensichtlich, geändert hat sich daran nichts, eine repräsentative Studie über die reale Verbreitung von Corona liegt bis heute nicht vor und was die tatsächliche Gefährlichkeit des „tödlichen Virus“ betrifft kann man sich nur an die Sterblichkeits-Statistiken halten. Und die geben weder in Deutschland (und auch nicht in den USA oder im lockdown-freien Schweden) wirklich Signifikantes her, auf dessen Basis sich die Fortsetzung drakonischer Maßnahmen (Lockdown, Ausgangssperren, Kontaktverbote etc.) begründen lässt.
Da sich die Prognosen (Millionen Tote, überfüllte Krankenhäuser, fehlende Intensivstationen etc.) seit einem Jahr als falsch erwiesen haben ist es nachvollziehbar, dass sich immer weniger Menschen von den täglichen Horrorzahlen Angst machen lassen und immer mehr den Sinn der Maßnahmen bezweifeln. Eine Pandemie ohne hohe Sterbezahlen ist einfach keine, die Leute fallen vom Glauben ab. Deshalb musste jetzt in der „Kirche der Angst“ ein Scheit nachgelegt werden. Willkommen im Mutanten-Stadl. Willkommen bei den bösen Mutanten, dem „Turbo-Virus“, für den der gute Onkel Lauterbach jetzt alle Grenzen dichtmachen will. Willkommen beim Pandemie-Schwachsinn im Quadrat.
Auf das falsche, technologische Denken, das einen „Krieg gegen Viren“ ausruft, hatte ich im vergangenen Jahr schon öfter hingewiesen (hier und hier oder hier). Mit der militanten Mutanten-Bekämpfung tritt es nun in eine völlig absurde Phase. Gegen die Weltmeister der High-Speed-Mutation mit Schlagbäumen und Grenzregime anzutreten ist nichts anderes als sich gegen den Fußballweltmeister mit einer quer durchs Tor genagelten Dachlatte zu verteidigen und zu hoffen, dass niemand drunter oder drüber schießt. Und gleichzeitig die desinfektionistische Kriegshaltung und den Glauben an die erlösende Wunderwaffe (Impfung) beizubehalten, mit der der “Feind” ein für alle Mal ausgerottet werden kann. Aber das wird niemals passieren, denn es gibt mehr Viren als Sterne am Himmel – allein in einem menschlichen Körper leben etwa 380 Billionen von ihnen – und weil sich Viren in Windeseile verwandeln können, bräuchte es gegen „böse Mutanten“ jede Woche eine neue Impfung. Angesichts solcher „Süßigkeiten“ halte ich mich dann doch lieber an den Rat aus der Kindheit: „Nein danke“ sagen und weiter gehen.
71 #: IMPF-APARTHEID
Bislang wurde man vom Arzt geimpft – doch jetzt kommt wohl bald die Polizei vorbei. Ungeimpfte dürfen das Haus nicht verlassen und die Impfpflicht steht nicht nur vor der Tür, sondern wird sie wohl bald auch eintreten. Doch auf welchen Grundlagen finden solche massiven Grundrechtsverletzungen statt? Außerdem: The Great Reset war gestern – jetzt folgt The Great Narrative. Und was gibt’s Neues von Julian Assange? Über all das und mehr berichten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #71 des 3. Jahrtausends. Eine komplette Linkliste zur Sendung findet Ihr hier: ►►
Der Trend geht zum Zweitbuch!
Auf der Frankfurter Buchmesse war ich in diesem Jahr nicht. Gelesen wird natürlich trotzdem. Zum Beispiel aus dem Westend Verlag das neue Buch von Eva Schweitzer “Links blinken, rechts abbiegen” über die unheimliche Allianz zwischen Neurechten, woken Antideutschen und amerikanischen Neokonservativen: “Die Antideutschen sind eine kleine, aber schrille Politsekte, die links zu sein glaubt, bei Lichte betrachtet aber schon rechts angekommen ist und dem deutschen Belehrbedürfnis frönt. Einige waren mal Funktionäre in kommunistischen Gruppen der Studentenbewegung, andere kommen vom Schwarzen Block oder sind bloß Anti-Ostdeutsche, die Kleinbürger verachten. Sie haben viele Sympathisanten in den Medien. Das verleiht ihnen viel mehr Einfluss auf politische Debatten, als gut ist.” Eva Schweitzer kennt sich als langjährige Korrespondentin in den USA bestens aus und zeigt, wie diese schrille Mode über den großen Teich nach Deutschland geschwappt ist. Und zu Gruppen geführt hat, die sich “Antideutsch” und “Antifaschistisch” nennen, sich “divers” und “gendergerecht” gerieren, aber jeden Krieg, den das US-Imperium führt, nach Kräften bejubeln und denen zur Zerstörung Dresdens nichts Bessers als die Parole “Bomber Harris -Do it again” einfällt. Als die CIA in den 1950ern mit der “Operation Mockingbird” Jahren begann, ein Netz von Einflussagenten in ausländischen Medien und Insitutionen aufzubauen, achtete man bei den Akquisitionen besonders darauf, auch die “compatible left” einzubinden, mit den nach der Wende 1989 auftretenden “Antideutschen” ist dann eine Pseudo-Linke entstanden, die derart kompatibel ist, dass sie rechts und totalitär wieder raus kommt.
Seit der Begriff “Verschwörungstheorie” samt seinen Mutationen nur noch als Diskurskeule zur Desinfektion des Meiningskorridors mißbraucht wird, taucht er zwar gefühlt in jedem zweiten Zeitungsartikel auf, Vernünftiges ist aber darüber aber äußerst selten etwas zu lesen. Die in den Großmedien durchgereichten Wissenschaftler und “Experten” blubbern allesamt die immergleichen Plattitüden, reale Verschwörungen finden in ihrer Welt einfach nicht statt und wer das nicht glaubt ist paranoid, verrückt und neuerdings sogar eine “Gefahr für die Demokratie”. Wer sich davon nicht irre machen lassen und Fundiertes zum Thema erfahren will, greife zu dem Buch der Soziologen Andreas Anton und Alan Schink: Der Kampf um die Wahrheit – Verschwörungstheorien zwischen Fake, Fiktion und Fakten. Es ist das Beste, was es über diesen Kampfbegriff und seinen inflationären Mißbrauch derzeit zu lesen gibt.
Auf Dmitry Orlovs „Die Lehre vom Kollaps – Die fünf Stufen des Zusammenbruchs und wie wir sie überleben, hatte ich unter dem Titel “Das Ende zu Ende denken” schon im letzten Jahr hingewiesen. Es hat seitdem weiter an Aktualität gewonnen. Ein einfaches Zurück in die Prä-Corona-Ära, das macht Orlovs nüchterne Bestandsaufnahme klar, beschleunigt den Kollaps nur. Wirklich aufhalten aber lässt er sich nicht, weshalb es gilt, sich mit der Idee dieses Buchs anzufreunden, „dass der Zusammenbruch kein um jeden Preis zu vermeidender Alptraum ist, sondern Teil der normalen, unveränderlichen Zeiten der Geschichte.“ Anfang dieses Monats habe ich mit Walter van Rossum, Norbert Häring und Max Otte darüber gesprochen, “dass die enorme Schieflage des Kapitalismus auch von ihren Urhebern längst erkannt wurde. Vermutlich seit geraumer Zeit arbeiten sie an einer Agenda — The Great Reset —, den Kollaps zu kontrollieren, um sich danach als neue Feudalherren die Welt gänzlich zu Untertanen zu machen.”

Über fast jeden der Essays zu Politik, Philosophie und Gesellschaft, die Eberhard Sens unter dem schönen Titel “Liebe deinen Nachbarn, aber lass den Zaun stehn” veröffentlicht hat, könnte man eine kleine Rezension schreiben. Es geht um viel und in die Tiefe: Planetarische Perspektiven, Komplexität, Große Systeme, Kontingenz, Musik, Kosmische Katastrophen, Parapsychologie, Bürgerkriege, Medien – und um Norbert Elias, Peter Sloterdijk, Jürgen Habermas, Niklas Luhmann, Gottfried Benn, Ayn Rand, Max Weber, Thomas Hobbes und andere. Der Band versammelt Texte aus vierzig Jahren, was ziemlich genau der Zeitspanne entspricht, die wir uns jetzt schon kennen, selten einer Meinung sind, aber als Sparringspartner regelmäßig in den Ring steigen, um dem anderen disputative Kinnhaken zu verpassen. Warum das ohne grobe Fouls oder Tiefschläge schon so lange und so gut geht, ist mir beim Lesen dieser Aufsätze jetzt wieder aufgefallen: im Grunde sind wir uns einig, dass wir bei allem überbordendem Wissen eigentlich immer noch nichts wissen. Und die Maxime von Eberhards Lehrer Dieter Claessens “Schau unter jeden Stein!” ständig dazu führt, dass man Neues entdeckt von dem man nichts weiss und das auf die Reihe gebracht werden muss. Dass unser Wissen und unsere Wahrheiten also etwas Fluides sind, das sich laufend verändert – und wir uns mit ihnen. “Am Fluß des Heraklit – Neue kosmologische Perspektiven” hiess denn auch eine von Eberhard Sens herausgegebene Anthologie (Insel-Verlag, 1993), zu der ich damals beigetragen habe. In diesem Buch nun kann man nachvollziehen, wie er an diesen Fluß kam – und unter welche Steine er seitdem geschaut hat.
Karl Marx, der als als heiterer Guru in einer fliegenden Suppenschüssel durchs Weltall rast und statt des Proletariats hienieden nun Außerirdische auf seiner Seite hat – das war einer der Plots in dem Anfang der 1980er erschienenen Sci-Fi-Roman “Weltgeist Superstar” des pseudonymen Autors P.M., der unter dem Titel “BoloBolo” auch die Grundrisse einer anarchistisch-utopischen Gesellschaft entworfen hatte. Beide wurden zu Kultbüchern in der alternativen Szene, die ich noch in guter Erinnerung hatte, als ich Anfang des Jahres in den Weiten des WWW wieder auf den Autor P.M. stieß: “Mit dem zehnbändigen Romanwerk “Die Große Fälschung”, das ab September 2020 in zweimonatigem Abstand erscheint, legt der Schweizer Autor P.M. ein vielseitiges Werk vor: ethnologischer Abenteuerroman ebenso wie gesellschaftliche Utopie. Wie ein Bruder im Geiste Karl Mays erzählt P.M. mit großer Fabulierkunst von Abenteuern in exotischen Welten, die sein Kara Ben Nemsi Rodulf von Gardau erlebt, und entwirft eine faszinierende Parallelwelt aus der Science-Fiction-Tradition der „Was wäre, wenn …“, die nicht nur Game of Thrones-Fans begeistern wird.” Ich besorgte mir das erste in feines Kunstleder gebundenen Bändchen, bin mittlerweile bei Band 6 angelangt und kann die Fortsetzungen kaum erwarten.
Auch “Danny Patrick Rose” ist ein Pseudonym und sein Lebenslauf liest sich so abgedreht wie dieser Roman: “Er begann als Stand-up-Comedian in seiner Heimatstadt Salt Lake City, studierte Civic Disobedience am City College in New York und arbeitete dann als Coach für das Baseballteam Boston Red Sox, Pizzalieferant für Tupac Shakur und Faktenchecker beim Council of Foreign Relations. Danach eröffnete er eine Stripbar in New Orleans. Als ihn das FBI als Person of Interest suchte, tauchte er in New Mexico unter, wo er bewusstseinserweiternde Kekse mit Kakteen kreuzte….” – soweit nur ein kurzer Ausschnitt. Denn mindestens so schrill und komisch geht es auch in seinem 9/11-Roman “Die Verschwörung” zu, auch wenn seine Figuren nicht erfunden sind, sondern im Weissen Haus und im Pentagon residieren und zwar anders heißen, aber von George Dabbelju abwärts sofort erkennbar. Und mit derart bösem Strich überzeichnet, dass es eine wahre Freude ist – und gleichzeitig der Realität wahrscheinlich näher kommt als das offizielle Märchen von Osama und den Teppichmessern.

Mein Freund Ben Dronkers hatte Mitte der 80er Jahre mit “Sensi Seed ” nicht nur die erste Hanfsamenbank gegründet und sowohl das Homegrowing von Marihuana nach Europa gebracht wie auch mit “Hempflax” einen der ersten Verarbeitungsvertriebe für Faserhanf. Er hat auch in diesen Jahrzehnten alles gesammelt, was mit der Pflanze zu tun hat und mit den Hanf-Museen in Amsterdam und Barcelona zwei hervorragende Kultur,- und Bildungseinrichtungen geschaffen. Die über 9000 Inventarieren des “Hash Marihuana & Hemp Mueseum” zeigen die enge Verbindung zwischen der Menschheit und Cannabis seit tausenden von Jahren – in zahlreichen farbigen Abbildungen und Texten wird die Geschichte dieses Wunderkrauts lebendig: Weed of Wonder. Obwohl ich selbst einige Bücher über die Universalpflanze dieses Planeten geschrieben habe war in diesem wunderbaren Buch noch viel zu entdecken. Nicht nur wegen der hervorragenden Bilder – Hanf hört niemals auf zu überraschen.
9/11 Review: In Memoriam John O’Neill
Unter “9/11 Review” werden hier in loser Folge einige der historischen Beiträge publiziert, die jetzt in dem Sammelband 11.9.-20 Jahre danach – Einsturz einer Legende neu erschienen sind. Heute ein Artikel vom 24.November 2001: In Memoriam John O’Neill – der kaltgestellte Jäger Bin Ladens starb im WTC
24.11.01
Dass die US-Bundespolizei FBI an tiefergehenden Ermittlungen gegen das Netzwerk von Bin Laden spätestens seit 1996 gehindert wurde und seine in den USA lebenden und seit langem auf der Liste der Terrorverdächtigen stehenden Brüder nach dem 11.9. problemlos ausreisen konnten, hatten wir in der letzten Folge berichtet. In einem Anfang der Woche in Frankreich erschienenen Buch der beiden Geheimdienstexperten und Betreiber des Internetmagazins Intelligence Online, Jean-Charles Brisard und Guillaume Dasquié, wird diese verbotene Wahrheit bestätigt: Der seit 1993 mit den Ermittlungen gegen Bin Laden betraute Abteilungsleiter des FBI, John O’Neill, trat im August dieses Jahres aus Protest gegen diese Behinderungen zurück. »Das größte Hindernis bei den Ermittlungen gegen islamistische Terroristen«, so O’Neill gegenüber den Autoren, »waren die Interessen der US-Ölkonzerne und die Rolle Saudi-Arabiens.« Dass O’Neill nach seinem Rücktritt als Polizeidirektor den Posten als Sicherheitschef des World Trade Center annahm und bei dem Anschlag am 11.9. ums Leben kam, klingt wie ein Hollywoodplot, ist aber tragische Realität. Die Autoren haben ihr Buch John O’Neill gewidmet.
In seiner Rezension fasst Julio Goday einige Thesen von Brisard und Dasquié zusammen: »Die Autoren schreiben, dass es das Hauptziel der USA war, das Talibanregime zu konsolidieren und sich so den Zugang zu den zentralasiatischen Ölreserven zu sichern. Bis Anfang August 2001 sahen die USA die Taliban als eine Quelle der Stabilität in Zentralasien, die den Bau einer Pipeline ermöglichen würde, die die Ölfelder Turkmenistans, Kasachstans und Usbekistans durch Afghanistan und Pakistan mit dem Indischen Ozean verbindet. Bisher, so heißt es weiter, wurden die Ölreserven Zentralasiens von Russland kontrolliert. Das wollte die Bush-Regierung alles ändern., Doch konfrontiert mit der Weigerung der Taliban, auf die US-Konditionen einzugehen, wandelten sich, so die Autoren, die energiepolitischen Anstrengungen in militärische. An einem bestimmten Punkt der Verhandlungen, so Brisard in einem Interview in Paris, sagten die US-Vertreter den Taliban: Entweder ihr akzeptiert unser Angebot eines Teppichs aus Gold, oder wir begraben euch unter einem Teppich aus Bomben.«
Der Bombenteppich konnte mittlerweile, dem WTC-Anschlag sei Dank, problemlos ausgelegt werden. Da half es auch nichts mehr, dass sich die Taliban im Frühjahr zur Aufpolierung ihres Images eine PR-Repräsentantin in Washington zugelegt hatten. Da wirkte also kein bärtiger »Assassine« mit Fielmannbrille bzw. Augenklappe wie der Botschafter in Pakistan, sondern die professionell fesche Laila Helms, Tochter eines afghanischen Exministers und – nicht zu fassen! – Nichte des ehemaligen CIA-Direktors Richard Helms. Sie wird von Brisard und Dasquié als eine Art Mata Hari porträtiert, die die Händel zwischen Taliban und CIA seit Beginn des Jahresinoffiziell orchestrierte. Helms brachte den engsten Berater des Talibanführers Mullah Omar nach Washington, um auf höchster Ebene zu verhandeln.
Durch das Embargo der UN waren die Taliban seit Jahresbeginn unter immer stärkeren ökonomischen Druck geraten. Sofort nach Bushs Machterschleichung hatte die US-Administration die Anstrengungen in Sachen Taliban und Pipelineforciert. Unter Schirmherrschaft der UN und moderiert von Francesc Vendrell, Kofi Annans persönlichem Referenten, fanden seit Anfang des Jahres einige diskrete »6+2«-Verhandlungsrunden statt, bei denen die sechs Nachbarländer mit den USA und Russland die Situation Afghanistans diskutierten. Bei einigen dieser Treffen waren auch Vertreter der Taliban anwesend, so auch während eines Meetings im Juli in Berlin, bei dem sich nach Angaben des ehemaligen pakistanischen Außenministers Niaz Naik die Diskussion auf die »Bildung einer Regierung der nationalen Einheit« zuspitzte: »Wenn die Taliban dem zugestimmt hätten, wäre sofort ökonomische Hilfe geflossen«, und, so fügte Naik in einem Interview im französischen TV hinzu, »die Pipelines aus Usbekistan und Kasachstan hätten kommen können«. Der Chefverhandler der USA bei diesen Meetings, Tom Simons, soll den Taliban und Pakistan ganz offen gedroht haben: »Entweder die Taliban verhalten sich, wie es von ihnen verlangt wird, oder Pakistanüberzeugt sie, dies zu tun, oder wir werden eine andere Option wählen.« Die Worte, die Simons in diesem Zusammenhang fallen ließ, lauteten angeblich: »eine militärische Operation«. Soweit der pakistanische Außenminister Naik, wie ihn Brisard und Dasquié zitieren, über die Verhandlungsrunden, die im Juli immer mehr auf die Kippe zusteuerten und am 2. August, nach einem letzten Treffen von Talibanvertretern mit der Unterstaatssekretärin Christine Rocca, abgebrochen wurden. Im Februar hätten die Taliban noch angedeutet, dass sie Bin Laden unter Umständen ausliefern würden, aber im Juni, so Brisard und Dasquié, begannen die USA – eher an ihrer Pipeline als an Osama interessiert –, über militärische Aktionen nachzudenken.
Waren es im Februar 2001 immer noch dieselben Überlegungen wie 1996, als der Sudan angeboten hatte, Bin Laden auszuliefern, aber die US-Regierung darauf verzichtete, weil sie laut Washington Post entschied, sich seiner als nützlichem Mitstreiter in ihrem Untergrundkrieg weiter zu bedienen? Waren es dieselben Überlegungen, die dazu geführt hatten, das FBI bei der Untersuchung der Bombenanschläge auf die Khobat Towers in Saudi-Arabien 1996 und die USS Cole im Hafen von Aden im Oktober 2000 zurückzuhalten? Ebenso bei den Ermittlungen gegen die in den USA lebenden Mitglieder des Laden-Clans und ihre Aktivitäten für »wohltätige« Vereine? War John O’Neill – der »beste Terroristenjäger der USA«, wie ihn die New York Post einmal tituliert hatte, diese verordnete Inaktivität im Juli 2001 einfach so leid, dass er als Veteran mit 30 Dienstjahren das Handtuch schmiss?
Anfang des Jahres hatte die US-Botschaft im Jemen seine Rückkehr ins Land zu weiteren Untersuchungen – u. a. im Heimatort von Bin Ladens Vater, aus dem einer der Selbstmordattentäter auf die USS Cole kam – aus »diplomatischen Gründen« blockiert: Seine Ermittler würden sich aufführen »wie Rambos«. »Ich hätte kein Terrorist sein wollen, der von ihm gejagt wird, ich habe erlebt, wie er Himmel und Erde in Bewegung setzt«, bekundete der Anti-Terror-Chef des britischen Scotland Yard in einem Nachruf auf den international geschätzten Kollegen.[153] Ein harter Hund also, dieser John O’Neill, genau der richtige für die Jagd auf fanatische Terroristen – solange sie nicht unter den Fittichen der CIA und der Öldiplomatie stehen. Aufgrund seiner »Dickköpfigkeit« und »Aggressivität« sei er des öfteren mit den Geheimdiensten und dem State Department aneinander geraten, berichtete die New York Times bei seinem Rücktritt im August, der von einer internen Ermittlung gegen O’Neill überschattet war: Bei einem Meeting in Florida hatte er im Hotel eine Aktentasche mit sensiblen FBI-Unterlagen vergessen, die verschwunden war, am nächsten Tag aber unangetastet wieder auftauchte. Obwohl er seinen Fauxpas sofort gemeldet hatte, wurden die Ermittlungen gegen ihn an die große Glocke gehängt – eine »Schmierenkampagne«, wie viele seiner Kollegen meinten, denn O’Neill war, ohne dass er sich darum gedrängt hätte, für den Posten eines Nationalen Sicherheitsberaters vorgeschlagen worden. So reichte es dann, nach einer glanzvollen FBI-Karriere und mit 50 im besten Alter, nur zum Security Chef der Twin Towers, wo er am 1. September seinen Dienst antrat. Nach dem Einschlag des ersten Flugzeugs telefonierte er mit seinem Sohn, dass er im Freien und in Sicherheit sei – dann ging er wohl in das Gebäude zurück, um bei der Rettung zu helfen, und kam ums Leben. Seine Überreste wurden mittlerweile geborgen.
Wenn der Regisseur Oliver Stone, der schon die Kennedy- und die Watergate-Verschwörung zu Filmen gemacht hat, auch die WTC-Conspiracy in Szene setzen würde, er fände in George W. Bush, der auf dem Ticket der Terroristenjagd Ölkrieg führt, und in John O’Neill, dem kaltgestellten Jäger Osama Bin Ladens, zwei überaus geeignete Protagonisten.
Wer John O’Neill war, hat der New Yorker in einem ausführlichen Porträt geschildert. Es gibt sogar eine eigene Internetseite, die seinem Gedenken gewidmet ist. Schon als kleiner Junge wollte John O’Neill zum FBI, und er brachte es dort so weit, dass er später gern mit einem Grinsen sagte: »Ich bin das FBI.« Im Juli 2001 verließ er seinen Traumjob als frustrierter, trauriger Mann. Hätte man ihn seinen Job machen lassen, dann wären die Terrorhäfen Saudi-Arabien und Jemen im 01-Monopolyspiel der Bush-Regierung nicht sakrosankt und Bin Laden & Co. vielleicht schon vor dem 11.9. hinter Gittern gelandet. Dass sie unter der schützenden Hand der Geheimdienste und des State Department stehen, hatte O’Neill wohl zu spät bemerkt – sonst hätte er nicht den Fehler gemacht, sich davon frustrieren zu lassen und zu kündigen. Obwohl dieser Fall mit Sicherheit einer der tragischsten aller am 11. 9. ums Leben gekommenen Menschen ist, spielte der Tod O’Neills in den US-Medien kaum eine Rolle. Besser nicht dran rühren – die öffentliche Aufmerksamkeit, erst einmal geweckt, könnte ja eine falsche Richtung nehmen.
Pandemien und Orakel
Sollten “Verschwörungstheoretiker” nicht langsam “Wahrsager” genannt werden, fragte unlängst ein Leser, nachdem sich einmal mehr eine “verschwörungstheoretische” Prognose über das angebliche “Killervirus” als zutreffend herausgestellt hatte. Nun gilt “Wahrsager” in unseren Zeiten ja nicht mehr als ehrenwerter Berufsstand, sondern als Synonym für Humbug und Hokuspokus, steckt also in derselben Schubalde des Irrationalen, in die auch sämtliche “Verschwörungstheroetiker” gepackt werden. Also alle, die das offizielle Narrativ von der Menschheitsgefahr Covid und der einzigen Rettung durch das Sakrament der Impfung bezweifeln.
Sich mit einem Ablass Rettung vor der Hölle erkaufen zu können war im Mittelalter lange ein erfolgreiches Geschäftsmodell des Vatikans, bis die Zweifel an der Wirksamkeit auch von der Inquisition nicht mehr zu stoppen waren und zur Reformation führten. In einem solchen Religionskrieg befinden wir uns auch heute – Sachfragen sind in den Bereich von Glaubensfragen verschoben und wer letztere in Frage stellt wird als frevelhafter Ketzer exkommuniziert. Anders als vor 500 Jahren, als die Dogmen der Erlösung noch in Stein gemeisselt waren und Gläubige wie Ungläubige wussten woran sie waren, sind die heute “ex cathedra” erlassenen Verkündigungen allerdings morgen schon wieder haltlos, wie zum Beispiel die Versprechen der in Deutschland für Glaubensfragen zuständigen Institution:
Während man sich im August also noch vor einer Ansteckung geschützt fühlen konnte, schützte die Impfung Anfang September nur noch vor schwerem Verlauf und dient seit Ende des Monats nur noch zur “Vorbeugung”. Da mittlerweile aber immer mehr Geimpfte an Covid erkranken – und zwar vor allem in Ländern mit hoher Impfquote – scheint es auch mit der Vorbeugung nicht allzuweit her zu sein. Warten wir also auf das nächste Update, und darauf dass die “Verschwörungstheoretiker”, die gestern unbotmäßige Zweifel an der Impfung äußersten – etwa: “Umgerechnet auf die Zahl der Geimpften erhielt das Paul-Ehrlich-Institut in Zusammenhang mit den sogenannten Corona-Impfungen rund 54 mal mehr Todesfallmeldungen als in den 21 Jahren davor zu allen anderen Impfstoffen insgesamt.” – morgen als “Wahrsager” bezeichnet werden müssen.
Ein Titel, den sich auch yours truly als Diplom-Konspirologe schon verdient hat, wenn man z.B. diesen Artikel aus dem März 2020 über die desolate Datenbasis der Corona-Prognosen und der darauf begründeten Maßnahmen liest, an der sich auch nach 18 Monaten NICHTS geändert hat. Im Gegenteil: noch immer wird der ganze Zirkus mit Zahlenkonfetti über “Inzidenzen” am Laufen gehalten, die aber jetzt nichtssagender denn je geworden sind, weil Geimpfte ja gar nicht mehr getestet werden, denn sonst, so der Gesundheitsminister, “hört die Pandemie nie auf”. Da hat er ausnahmesweise vollkommen Recht, weshalb wir wahrsagermäßig hier ja auch schon lange nicht mehr von “Pandemie”, sondern von “Testemie” reden (die wie von Zauberhand sofort enden würde, wenn das Testen gestoppt wird) und verschwörungstheoretisch davor gewarnt haben, das Bill Gates(-Microsoft)-Geschäftsmodell regelmäßiger Updates auf das Gesundheitswesen zu übertragen (was jetzt mit der “Booster”-Propaganda schon massiv Gang gekommen ist.)
Nun war es ja auch schon in Delphi und anderen Wahrsager-Destinationen der Antike oft nicht entscheidend, was gesagt wurde, sondern – weil die Wahrsager*innen nicht immer Klartext redeten – wie diese Aussagen ausgelegt wurden. Nicht jedes Orakel hatte bei allen Autorität und selbst das weit anerkannte Orakel von Delphi stand bisweilen im Verdacht, von Opfergaben und Spenden korrumpiert zu sein. Diese Gefahr besteht bei diesem kleinen Wahrsager-Blog hier sicher nicht, aber gegen die großen Instanzen und ihre Orakelpriester anzukommen ist nahezu unmöglich, selbst wenn deren Ansagen so widersprüchlich sind wie die oben zitierten. Oder wie die Horror-Prognose der Pythia Dr.Drosten aus dem April 2020 – „Da werden wir (aus Afrika) Bilder sehen in der Zeit zwischen Juni und August, die wir nur aus Kinofilmen kennen. Da wird es Szenen geben, die wir uns so heute nicht vorstellen können.” – den man aber als falschen Propheten nicht mit Schimpf und Schande aus dem Tempel gejagt hat, sondern munter weiter orakeln läßt. Jetzt, da die Zombiefilme in Afrika ausgefallen sind, mit drohenden 100.000 Covid-Leichen in Deutschland.
Weil ich auf derart aktuelle Nachrichten schon lange kaum noch etwas gebe, aber auch nicht völlig uninformiert sterben will, würfele ich mir morgens oft ein Jahr in der Geschichte aus, zu dem ich dann die Tagesnachrichten suche. Neulich bin ich da im Jahr 430 vor Christus gelandet, mitten in der Pandemie von Athen und dagegen ist die derzeitige ja wirklich eine Lachnummer: innerhalb von zwei Jahren starb damals fast die Hälfte der Bevölkerung. Wogegen in Deutschland „mit“ Pandemie sogar weniger Menschen gestorben sind als in den Jahren vorher „ohne“. Was schwer zu erklären ist und wohl damit zu tun hat, dass die Griechen eine andere Definition von Pandemie verwendeten und nur dann davon sprachen, wenn wirklich viele krank wurden und starben. Sie hatten noch keine so genialen Testmöglichkeiten wie wir heute, die “Pandemien” ja schon erkennen, bevor überhaupt jemand krank geworden ist. Und die – ein Novum in der Menschheitsgeschichte – “symptomlose Krankheiten” entdeckt haben, also pechschwarze “weisslose Schimmel”.
In Athen aber starben Kinder wie Greise innerhalb von wenigen Tagen nachdem sie erste Symptome gezeigt hatten. Als sich die Seuche vom Hafen Piräus in die Stadt ausgebreitet hatte, verordnete Regierungschef Perikles verschärfte Opfer an der Statue der Hygiea, der Tochter des Heilgottes Asklepios nach der unsere heutigen Hygieneverordnungen benannt sind – und die Opposition behauptete, dass der Erreger in die heimischen Brunnen infiltriert worden wäre, vom Feind in Sparta, den man sofort angreifen müsse. Die „Spartaner-Seuche“ nahm also Donald Trumps Rede vom „Chinesen-Virus“ schon irgendwie vorweg. Als die Hygiea-Opfer und die Rituale der Asklepios-Priester nichts halfen und irgendwann auch Perikles infiziert war und starb, holte sein Ziehsohn Alkibiades einen innovativen Heilpraktiker von der Insel Samos, Hippokrates, der mit seinen neuen Methoden aber auch nichts ausrichten konnte. Weil ihm aber aufgefallen war, dass im verräucherten Quartier der Schmiede, hinter dem Tempel des Hephaistos, wo ständig Feuer brannte, kaum jemand krank geworden war, vermutete er eine Übertragung durch die Luft und empfahl, überall in der Stadt große Feuer zu machen. Weil sich die „Pest“ in Athen allerdings, wie man heute weiß, höchstwahrscheinlich durch Typhus-Bakterien im Wasser verbreitet hatte, halfen auch diese Räucheraktionen nichts. Doch Hippokrates hatte quasi schon die „Aerosole“ entdeckt, vor denen sich heute viele derartig fürchten, dass sie die frische Luft nur mit Gesichtswindel genießen.
Das „Social Distancing“ nahm in Athen übrigens ziemlich üble Formen an, weil Erkrankte allein in ihren Häusern zurückgelassen wurden, was sich dann Räuber und Diebe zu Nutze machten, sodass manche Häuser schon leergeräumt waren, bevor die wehrlosen Besitzer den letzten Löffel abgeben mussten. Selbst Tiere und Aasfresser rührten Verstorbene nicht an, berichtet jedenfalls Thukydides, weshalb man auch auf die üblichen Beisetzungsrituale verzichtete und die Leichen mitten in der Stadt verbrannt werden mussten. Verglichen mit derlei apokalyptischem Schauspiel, das der Maler Michiel Sweerts 1653 auf seinem Bild “Die Attische Seuche” (oben) mit einigen attraktiven Grazien verzierte, wirkt die derzeitige Pandemie ja doch eher wie eine blasse Pantomime.
Nicht dass ich mir als “alter weißer Mann” aus meinem Logensessel hier mehr grausame Action wünschen würde, aber die Panik, die wegen Corona gemacht wird, scheint verglichen damit doch ziemlich übertrieben. Gegen die Rituale der Seuchen- und Schadensabwehr wie Maskenpflicht und Lockdown zu verstoßen, die zwar “wissenschaftlich” genannt werden, in ihrer Wirksamkeit aber ebenso zweifelhaft sind wie die “religiösen” Pandemie-Maßnahmen des Perikles, ist damals wie heute bei Strafe verboten. Athen war wegen der Seuche seinerzeit übrigens ziemlich pleite und musste den schon angezettelten Krieg gegen Sparta erstmal zurückstellen. Bei uns aber wurde der Etat der Bundeswehr trotz Pandemie weiter erhöht und der neue Imperator in Washington verkündete sofort einen weiteren Rekordhaushalt für die Armee. Beruhigend eigentlich, denn wo knapp die Hälfte aller Staatsausgaben für Waffen und Söldnerheere ausgegeben werden können, kann keine wirkliche Not herrschen und keine lebensgefährliche Seuche…
Nachdem ich die fast 2.500 Jahre alten Breaking News aus Athen gecheckt hatte, konnten mich jedenfalls die Tabellen der Inzidenz-Liga, die jetzt jeden Tag abgedruckt werden, nicht mehr schrecken. Wenn das alles Leichen wären, ok, dann müsste man sich langsam Sorgen machen bzw. müsste es nicht mehr, weil man sich als alter Mann aus der Top-Risiko-Gruppe ja schon im Jenseits vergnügen dürfte, aber diese inzidenten „Infizierten“ sind ja nicht mal krank, geschweige denn tot und 95% kriegen von der “Inzidenz” nicht mal einen Schnupfen. Dass sie aber jetzt nicht mehr als Gesunde gelten, sondern als “symptomlos” Kranke, die eine Gefahr darstellen, dass es Gesunde eigentlich gar nicht mehr gibt, sondern nur noch Geimpfte und Ungeimpfte und letztere sich auf keinen Fall gesund fühlen dürfen, sondern nur als behandlungsbedürftige Kranke, die man notfalls zur “Gesundheit” zwingen muss… dies alles scheint von einer Willkür, wie sie sich die Athener nach Perikles dann selbst von den Dreißig Tyrannen nur acht Monate lang bieten liesen. Sie pfiffen auf alle (von Oligarchen bestochenen) Orakel und führten die Demokratie wieder ein.
Der Ursprung von Covid-19
Im April 2020 schrieb ich über den Verdacht des französischen Virologen Luc Montagnier – 2008 für seine Erforschung des HI-Virus (HIV) mit dem Nobelpreis ausgezeichnet – dass das SARS-CoV-2 Virus nicht von einem Tier übertragen worden ist, sondern in einem Labor entstanden sein muss. Auch Montganiers großes Renomeé half freilich nicht dagegen, dass dieser Verdacht sofort als üble “Verschwörungstheorie” diffamiert wurde. Mehr als ein Jahr später, Anfang Juni 2021, wagten dann auch erste Mainstream-Journalisten in den USA, über die zahlreichen Evidenzen zu berichten, die klar auf ein “Lab Leak” und nicht auf einen natürlichen Ursprung dieses Virus hindeuteten und hier erschien “Die Frankenstein-Viren aus der “Eco-Health”-Hexenküche”. Auch in unseren Sendungen “Das dritte Jahrtausend” hatten wir über die Finanzierung und Zusammenarbeit und des Viruslabors in Wuhan mit US-Instituten und die Biowaffenforschung in Fort Detrick seit Frühjahr 2020 mehrfach berichtet. In den Großmedien wurden diese Zusammenhänge wenn überhaupt nur am Rande erwähnt oder gleich als Querdenker-Geschwurbel in die Tonne getreten. Im Rahmen der “Alles auf den Tisch”-Interviews kommen die von den notorischen Faktencheckern als unerwünscht ausrangierten Fakten jetzt erneut auf den Tisch – im Gespräch von Felix Adlon mit dem Nanotechnolgie-Forscher Prof. Dr. Dr. h.c. Prof. h.c. Roland Wiesendanger:
Das SARS-CoV-2 Virus weist charakteristische Merkmale von biotechnologischen Manipulationen zur Anpassung von SARS-Viren an menschliche Zellrezeptoren sowie Einführung einer Spaltstelle des „Spike“ (Zacken-) Proteins auf, welche es diesem Virus besonders leicht macht, in menschliche Zellen einzudringen. Damit können nicht nur obere Atemwege des Menschen befallen werden wie bei herkömmlichen Coronaviren, welche lediglich Erkältungskrankheiten auslösen, sondern auch die Lunge und andere innere Organe. Jüngste Offenlegungen von Forschungsanträgen führender Virologen beweisen, dass solche biotechnologischen Manipulationen auch mit MERS-Viren erfolgen sollten, welche wesentlich tödlicher sind als SARS-Viren. Auch andere, noch tödlichere Viren werden derzeit in biotechnologischen Laboren weltweit für Menschen gefährlicher gemacht. Auf Grund der Tatsache, dass sich jährlich eine dreistellige Zahl von Laborunfällen in biotechnologischen Laboren selbst der höchsten Sicherheitsstufen 3 und 4 ereignen, muss man sich bewusst werden, welchen riesigen Gefahren die Menschheit – selbst bei einer beabsichtigten friedvollen Nutzung dieser Technologien – zukünftig ausgesetzt ist, von den nachgewiesenermaßen existierenden Beziehungen zur Biowaffenindustrie ganz zu schweigen. Der Albtraum der biotechnologischen Bedrohung ist mit nichts zu vergleichen, was die Menschheit leidvoll im Zuge beider Weltkriege erfahren musste – der Entwicklung und dem Einsatz chemischer Kampfstoffe und atomarer Waffensysteme. Wir benötigen dringend internationale Abkommen und eine unabhängige internationale Aufsichtsbehörde für diese Art der biotechnologischen Forschung – ähnlich der Atomaufsichtsbehörde – um die Menschheit vor noch viel schlimmeren, menschengemachten Pandemien eventuell zu bewahren.
Kleine Geschichte vom Absinth
“Der Legende nach ließ sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts ein französischer Arzt namens Pierre Ordinaire im Schweizer Tal Val-de-Travers nieder. Angeblich aus politischen Gründen war er aus Frankreich geflohen – mit einem ganz besonderen Rezept im Gepäck: ein Destillat aus Wermutkraut, Anis, Fenchel und einer Menge anderer Kräuter. Ordinaire gab dem Getränk nach der lateinischen Bezeichnung des Wermutkrauts den Namen Absinth.Damit beginnt eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht. Wie sie im Detail verlaufen ist, haben Mathias Bröckers, Christine Heidrich und Roger Liggenstorfer in ihrem Buch »Absinthe – Die Wiederkehr der Grünen Fee« zusammengestellt. Sie fängt – wie bei vielen Rauschmitteln – in der Medizin an. Denn die Verwendung des Wermutkrauts reicht lange zurück. Auf Grund seiner Eigenschaften als Entwurmungsmittel wird es zunächst als medizinisches Produkt genutzt. Im 18. Jahrhundert entwickeln Tüftler daraus Getränke, die nicht einzig Leib, sondern auch der Seele guttun sollen.So soll, wie eine weitere Ursprungslegende des Absinths besagt, in der Nähe des Ortes Couvet im Val-de-Travers eine Frau namens Henriette Henriod das erste Rezept für Absinth erstellt haben. Welche Legende auch immer stimmt, schlussendlich landet die Rezeptur bei einem gewissen Henri-Louis Pernod (1776–1851). Dieser gründet daraufhin 1797 in Couvet die erste Absinthdestillerie, zieht aber bald darauf ins französische Pontarlier um den Markt in Frankreich bedienen zu können.” (…)
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Oder gleich in unserem kleinen Buch Absinthe – Die Wiederkehr der Grünen Fee”, das 2006 in Solothurn entstand, wo meine Freunde Chris und Roger zwei Jahre zuvor die gleichnamige Absinthe-Bar eröffnet hatten. Die erste in der Schweiz nach 94 Jahren Prohibition und in der Kronengasse 11 noch immer geöffnet.


