Real Game of Thrones: Könige, Killer und ein Wolf im Wolfspelz

Im Real Game of Thrones überschlagen sich die Ereignisse noch immer. Was bisher in den Chroniken aufgezeichnet wurde, erfahren sie hier.

Nachdem ein Gericht Donalds Einreiseverbote für unrechtmäßig erklärte und wieder aufhob, zwitscherte König Donald empört zurück, was sich ein “sogenannter Richter” da eigentlich erlaubt. Dass er sich auch als König manchmal an  Verfassung und Gesetze halten muß hatte sich Donald möglicherweise anders vorgestellt, wird es aber künftig noch öfter zu spüren bekommen.

Unterdessen breitete sich die Epidemie des “Anti-Donald-Syndroms” (ADS) im exzeptionalistischen Königreich und auch im Ausland weiter aus. Tiefenpsychologen und Gehirnwäsche-Experten rätseln nach wie vor über der Frage, wie eine solche Massenhysterie durch einen “Moslem-Bann” ausgelöst werden kann, während die Bomben auf Moslems diese Massen kalt liessen, obwohl damit  in den letzten 15 Jahren 1,5 Millionen Menschen ermordet worden waren. Welche mentalen Verschiebungen, Verdrängungen, Projektionen dazu führen, dass permanenter Massenmord keine Empörung auslöst aber befristete Einreiseverbote riesiges Entsetzen haben die Forscher noch nicht herausgefunden. Könnte es sein, fragten sie sich, dass diese Leute einfach nur den Schafspelz wieder haben wollen, aber gegen den Wolf gar nichts haben ? Dass sie es nur nicht aushalten und gar nicht hinschauen können, wenn sie von einem Wolf im Wolfspelz regiert werden ? Dass sie dem kuscheligen König Obama trotz seiner 26.172 Bomben in 2016 nachtrauern und den großmäuligen Donald schon hassen, bevor er eine einzige geworfen hat ?

Nun gab es ja wahrlich genug Gründe, gegen Donald zu sein und recht eigentlich hätte im Königreich der Tapferen und Freien sofort  eine Revolution ausbrechen müssen. Doch schienen die von der ADS-Epidemie befallenen Massen weder eine grundsätzliche Systemkritik noch gar einen Umsturz im Sinn zu haben. Sie wollten nur wieder einen Wolf im Schafspelz als König. Vielleicht, so vermuteten einige Forscher, hatte dieser verbreitete Hass auf Donald auch damit zu tun, dass der Wolfspelz auf dem Thron als Spiegel fungiert, in dem nun sichtbar wurde, was sonst unter den Schafspelzen von Friedennobelpreisen und Transgender-Toiletten verborgen war: die ungeschminkte, aggressive, menschenfeindliche Fratze des Imperiums. Die wollen die Leute nicht sehen und nicht wahrhaben, aber Donald gibt ihnen kaum eine Chance, sie weiter zu übersehen.

Dass der Exzeptionalismus des Königreichs nicht auf Friedlichkeit und Freundlichkeit basiert, sondern auf Gewalt und Ausbeutung, dass seine “freie” Marktwirtschaft nicht von sanfter “unsichtbarer Hand” regiert wird, sondern von eiserner militärischer Faust, und dass es seinen Status als Supermacht nicht seiner Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit verdankt, sondern Erpressung, Betrug und Lüge  – all  diese unangenehmen Wahrheiten wurden in der Figur Donalds nun sichtbar. Und “obszön”, “egozentrisch”, “paranoid”, “rassistisch”, “narzistisch”, “verlogen”, aggressiv”… all die pejorativen Adjektive, mit der die Person  Donalds belegt wurde, sie passten eigentlich auch auf das exzeptionalistische Königreich insgesamt.

Killerklartext vom König

Doch all dies schien durch geschicktes Meinungs,-und Empörungsmanagement seit Jahrzehnten kognitiv und moralisch ebenso unsichtbar geworden zu sein wie die 20-30 Millionen Leichen, die die Kriege des Königreichs unter dem Banner von “Freiheit”, “Demokratie” und “Menschenrechten” seit 1945 produziert hatten. Dass es sich bei den Vorgängern Donalds einschließlich des netten Obamas um Kriegsverbrecher und Massenmörder handelte entsprach zwar den Fakten –  um seinen Ex-Königen lebenslangen Knast zu ersparen war das exzeptionalistische Königreich dem Internationalen Strafgerichtshof bekanntlich erst gar nicht beigetreten – doch wurde das kaum wahrgenommen. Wer gibt auch schon gerne zu, braver Untertan eines leibhaftigen Killers zu sein?  Doch mit König Donald wird das nun anders. Auf die Frage, wie er denn mit einem “Killer” wie dem ultrabösen Wladimir zusammenarbeiten könne, antwortete er: “Wir haben eine Menge Killer. Was glauben Sie? Ist unser Land so unschuldig?” Das  war das exzeptionalistische Königreich natürlich nicht, sondern tatsächlich die größte Killernation der Welt. In den  239 Jahren seines Bestehens lag es  222 Jahre im Krieg, führte zusätzlich hunderte verdeckter militärischer Operationen durch und verfügte aktuell über 1000 Militärbasen rund um den Erdball. Nur einen König, der solchen Klartext raushaut, hatte es schon lange nicht mehr.

Dass Donald nicht nur mit schockierendem Klartext agiert, sondern gerne auch Flip-Flop-artig heute dies und morgen das  Gegenteil behauptet, hat in den ersten Wochen seiner Amtszeit für einige Verwirrung gesorgt, er muss sich offenbar noch daran gewöhnen, dass der neue Laden, den er nun führt, anders als sein Familienkonzern funktioniert und die anstehenden Verhandlungen nicht mehr so laufen wie das Armdrücken mit Lieferanten um die Betonpreise. So hat er einerseits immer wieder gesagt, dass er mit dem Ultrabösen schon klar kommen würde und die Sanktionen für keine gute Idee  hält, aber jetzt soll Donald der Ex-Königin Julia, einer Fake-Blondine mit Hefezopf-Frisur aus dem Königreich Ukraine, off the record gesteckt haben, dass er Wladimirs Reich auch weiterhin sanktionieren will.  Seitdem dieser allein mit der Kraft seiner Gedankenstrahlen die Halbinsel Krim erobert hatte, fordert die Ukraine diese zurück, doch deren neuer Herrscher, den man den “Schokokönig” nannte, wird von den allermeisten Krim-Bewohnern nicht anerkannt. Er war unter umstrittenen Umständen nach einem blutigen Aufstand an die Macht gekommen, den Obamas Meister der Intelligence angezettelt hatten und wurde auch in den Ostprovinzen seines Reichs nicht akzeptiert, die größere Autonomonie forderten. Wladimir unterstützt diese Forderung, will diese Provinzen aber nicht seinem Reich zuschlagen, weil dies eh schon viel zu groß sei. Wie sich König Donald in diesem Konflikt positionieren wird ist noch nicht klar, die ukrainische Ex-Königin indessen, die in ihrer Heimat auch “Sonka” genannt wird – nach einer berühmten Diebin und Gangsterbraut – ist als Quelle einer Nachricht ungefähr so vertrauenswürdig wie das Kraftwerk Tschernobyl für die Energieversorgung.

Zweifel an dieser Aussage sollte auch wecken, dass König Donald ja bis vor kurzem noch  als Marionette des Ultrabösen galt, der mit seinen unsichtbaren Häschern Hillary diskreditiert und Donald an die Macht gebracht haben soll. Solche perfiden Wahlmanipulationen wurden auch im Reich der Königin Angela befürchtet, weshalb sie eine Task-Force ihrer fähigsten Schlapphüte beauftragte, danach zu suchen. Sie durchforsteten alle Winkel des Reichs, stellten verdeckte Erkundungen an, spitzten sämtliche Lauscher und fanden nach einem Jahr – Nichts. Was aber keineswegs Entwarnung bedeutet, denn Angelas hofeigener Herold “Tagesschau” meldet:  “Aus der schwierigen Suche nach den Beweisen lassen sich zwei Schlüsse ziehen. Entweder gibt es den vermuteten Angriff durch Russland nicht. Oder die russischen Dienste sind schlau genug, sich nicht erwischen zu lassen. Die deutschen Agenten neigen eindeutig zur zweiten Version.” Chapeau! “Eindeutig” zuzugeben, das man schlicht zu doof für seinen Job ist, hört man von Top-Beamten nicht alle Tage. Aber gemeint ist natürlich, dass Angelas Untertanen keineswegs aufhören sollen, vor dem eingebildeten Ultrabösen zu zittern.

“Erste Verantwortung der Regierung ist es, die Minderheit der Reichen vor der Mehrheit zu schützen.”

In seinem Killer-Interview hatte König Donald noch einmal deutlich betont, dass er mit dem Ultrabösen gegen die salafistischen Wickelmützen und ihr ISIS-Kalifat unbedingt zusammen arbeiten will – und daran führt ja letzlich auch kein Weg vorbei, wenn diese Kopf-ab-Barbaren wirklich beseitigt werden sollen. Das bedeutet allerdings einen Bruch mit der langjährigen Strategie des exzeptionalistischen Königreichs, durchgeknallte Islamisten mit schweren Waffen auszurüsten und sie als Söldner  für regime change-Zwecke einzusetzen wie zuletzt im Krieg gegen König Assad in Syrien. Wenn Donald das beenden will, muß er sich nicht nur mit Wladimir arrangieren, sondern vor allem  mit seinen eigenen Meistern der Intelligence, die im Untergrund die Fäden dieser “heiligen Krieger” ziehen. Auch die finstere Koalition der “Kalifat”-Unterstützer zwischen den Kopf-Ab-Wahabisten Saudi-Arabiens und Israels König Bibi müsste Donald auflösen, wenn er ISIS wirklich an den Kragen will. Sowohl Russland wie auch China hätte er dabei an seiner Seite, denn beide fürchten ebenfalls den Terror dieser Ideologie.  Die härteste Nuss, die Donald auf diesem  auf diesem Weg knacken muss, sind nicht äußere Feinde, sondern Mächte in den Tiefen seines eigenen Staats.

Mit einigen dieser Kräfte, den mächtigen Vampiren und Zinshaien der Schatzkammern, scheint  König Donald sich mittlerweile geeinigt zu haben, denn er hat etliche dieser sogenannten “Goldmänner” in seine Regierung aufgenommen; auch von seinen Ansagen im Wahlkampf, die einst als Antwort auf den “Black Friday” eingeführte Trennung von Sparkassen und Zockerbanken wieder herzustellen, die König Clinton abgeschafft und so die “Finanzkrise” ermöglicht hatte, ist nichts mehr zu hören; stattdessen dekretierte er, einige von Obama verfügten Regulierungen zu überprüfen und abzuschaffen. Nun hatte trotz Donalds Rhetorik gegen die Schatzkammern und das Establishment niemand wirklich damit gerechnet, dass er als Ultrareicher am System der Ultrabereicherung Grundlegendes ändern würde. Doch wie auch bei seinen anderen Aktionen kann König Donald sich auch dabei durchaus auf seine Vorgänger berufen, hatte doch kein geringerer als König James, der als Gründungvater einst die berühmten checks and balances des exzeptionalistischen Königreichs erfunden hatte, in der Verfassungsversammlung anno 1787 betont: “Die erste Verantwortung der Regierung ist es, die Minderheit der Reichen vor der Mehrheit zu schützen.” Insofern steht Donald als angeblicher “Außenseiter” auf dem Thron doch in sehr klassischer Tradition…

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Real Game of Thrones: Die Schockstrategie und die Epidemie des Anti-Donald-Syndroms (ADS)

Das Einreiseverbot, mit dem König Donald Reisende aus sieben Ländern für 90 Tage von seinem exzeptionalistischen Imperium fernhalten will, stößt immer noch auf scharfe Proteste. Nicht nur in den  Städten des Königreichs auch im Ausland kam es zu großen Anti-Donald-Demonstrationen. Dieser Bann, den der neue König ausgesprochen hat, sorgt merkwürdigerweise für sehr viel größere Betroffenheit als die Bomben, die seine Vorgänger seit Jahren genau über diesen Ländern abwarfen. König Obama hatte es im letzten Dienstjahr bekanntlich auf auf 26.172 Abwürfe gebracht und damit zu einem persönlichen Rekord, doch gegen diese Bomben wurde fast nirgendwo demonstriert. Ähnlich ist die Lage  auch bei der so heftig kritisierten Migrationspolitik Donalds, bei der es sich, wie Chronisten des Königreichs jetzt herausgefunden haben, um ein Plagiat handelt. Donald hatte sich bei einer 20 Jahre alten Rede von Bill  “Free Willy”Clinton bedient, gegen die aber damals weder “Pussyhats” noch sonstwer protestierten.

Der neue König setzt also fort, was seine Vorgänger im Namen von “Nation”, “Freiheit” und “Werten” des exzeptionalistischen Königreichs vor ihm getan haben. Zuletzt ließ er im mit Einreiseverbot belegten Königreich Yemen ein 8-jähriges Mädchen erledigen, dessen älterer Bruder zuvor einer Obama-Drohne zum Opfer gefallen war, doch unter Donald stoßen diese Operationen nun weltweit auf  solches Entsetzen, dass sogar einzelne 8-jährige Mordopfer Aufmerksamkeit erhalten.  Dass der von W. ausgerufene  und von Obama fortgesetzte “War on Terror” schon  1,5 Millionen Leichen produziert hat – darunter auch viele Kinder  – war und ist dagegen kein Thema. Denn jetzt ist das “Monster” Donald los.  Das ehemalige Nachrichtenmagazin zeigt ihn als blutigen Kopf-Abschneider. Warum  wirkt bei ihm monströs und schrecklich, was zuvor als normal und akzeptabel galt ? Nur an der Eichenhörnchenfrisur des neuen Königs kann das eigentlich nicht liegen…

Ein Grund mag sein, dass sich Donald mit der gesamten Gilde der Herolde und Lautsprecher angelegt hat. “You are Fake News !” hatte er einem Herold von CNN zugerufen, weil diese Organisation üble Gerüchte über angebliche Orgien Donalds in der Haupstadt des Ultrabösen publiziert hatten. Sodann hatte er sämtliche Mitarbeiter seiner Regierung angewiesen, dieser Bühne keine Interviews mehr zu gewähren. Auch wenn er damit in klassischer Tradition steht  – König Obama ignorierte zum Beispiel “Fox” und auch der berühmte King Kohl, der Ziehvater von Königin Angela, den man “Birne” nannte und der mit “Bimbes” gefüttert werden musste, sprach nie mit dem “Spiegel” –  so wird Donalds Boykott nun als “unerhört”  angesehen.

Zur Beantwortung der Frage, warum unter Donald jetzt furchtbar schlimm ist was vorher als normal galt,  müssen wir einmal mehr in die Tiefen des Staats herabsteigen, zu den unsichtbaren Meistern der Intelligence, die als Schattenspieler und Strippenzieher seit Jahrzehnten die Fäden im Königreich in der Hand haben und für die mit Donalds Wahlsieg einer der größten anzunehmenden Unfälle eingetreten ist. Ein Thronfolger, der nicht aus ihrem Think-Tank-Land stammt, ein “Cowboy” der in die wohlgehütete Domäne der “Yankee”-Herrschaft eingebrochen ist und der sich tatsächlich daran zu machen scheint, einen “Sumpf” trockenzulegen. Nicht den oberflächlichen der Oligarchen und Plutokraten, zu denen er ja selbst gehört und an dem sich auch unter Donald wenig ändern wird und allenfalls das Personal wechselt, sondern den unterirdischen Sumpf des Tiefensstaats,  von dessen Existenz die meisten Leute im Königreich eigentlich gar nichts wußten.

Donald vs. Deep State

Tatsächlich aber existiert im exzeptionalistischen Königreich neben der Regierung noch eine Art Staat im Staat, der einst unter dem Namen C.O.G.  (“Continuity Of Government”) für Notfallzwecke eingerichtet worden war, damit im Falle von Krieg oder Krisen die Geschäfte weitergeführt werden können. Diese im Kriegsministerium des Königreichs auch “Doomsday Project” genannten Strukturen und Befehlsketten waren unter Ronald I. im Geheimen weiter ausgebaut worden, der damit zwei seiner Top-Offiziere betraut hatte. Dies waren Donald Rumsfeld und  der junge Dick Cheney, die später als Kriegsminister sowie als “Darth Vader” unter (bzw. wegen dessen Tölpelhaftigkeit de facto über) König W. amtierten. Unter ihrer Aufsicht geschah  dann 9/11 und wurde in Folge der “War on terror” ausgerufen.

Anders als die üblichen Drei-Buchstaben-Agenturen des Tiefenstaats verfügt  die COG-Struktur über ein Kommunikationsnetzwerk, das parallel und separat von allen Regierungs-und Militärkanälen läuft; und das zum Beispiel benutzt wurde, als unter Ronald und Bush senior Waffen,-und Rauschgift-Geschäfte direkt aus dem Weißen Haus abgewickelt wurden, was später als “Iran-Contra-Affäre” bekannt geworden ist. Wie einer der Erforscher dieser Schattenstruktren, Professor Scott, herausfand, spielten diese Kanäle auch schon bei dem Mord an König Jack, den alle JFK nannten, eine Rolle, ebenso wie bei den Reaktionen auf die “Teppichmesser des Schreckens” nach 9/11. Um wirkliche Macht im exzeptionalistischen Königreich auszuüben, reicht es nicht, nur auf den öffentlichen Thron zu gelangen, denn ohne Kontrolle über die Befehlsketten der unsichtbaren  C.O.G.-Strukturen,  die auch Verfassung und Gesetz außer Kraft setzen,  ist selbst ein König im Ernstfall relativ machtlos. Auch Donalds Zwitschergerät, mit dem er Hofschreiber und Lautsprecher überbrückt und direkt mit seinen Untertanen kommuniziert, würde nichts nützen, wenn alle Ätherwellen gestört sind und nur noch der C.O.G.-Kanal sendefähig ist, um über den “Ausnahmezustand” zu informieren. Deshalb lautet nach dem Kampf Donald vs. Hillary und der Eroberung des Throns die Konstellation  nunmehr Donald vs. Deep State und nur auf diesem Hintergrund sind Donalds Aktionen seit der Amtsübernahme zu verstehen.

Denn was hat die Flut von “Executive Orders” zu bedeuten, mit denen der neue König täglich überrascht, was bringt ihn dazu, mit Blitz-Dekreten wie dem Einreiseverbot nicht nur einige Länder, sondern seine eigenen Landsleute und die ganze Welt auf die Palme zu bringen, warum schockiert er mit Aussagen, dass Folter für ihn akzeptabel sei ? Auch wenn König Donald vielleicht nicht der Schlauste ist, ist er gewiss nicht doof und weiß  genau,  dass er sich mit diesen Aktionen keine Freunde macht und seine Gegner schockiert. Warum macht er es dennoch, warum gibt er sich nicht versöhnlicher, „präsidialer“, warum pfeift er auf eine “gute Presse” und die Demonstrationen gegen ihn?

Die Schockstrategie und die Epidemie des Anti-Donald-Syndroms (ADS)

Was Donald da im Rahmen seiner Schockstrategie Tag für Tag ablässt, sind Testballons, bei denen es weniger um die vorhersagbare Reaktion der Öffentlichkeit geht, als um ein Check-Up der internen Loyalität geht, um ein Ausmerzen von schwachen Gliedern – wie der sofort gefeuerten Justiziministerin – in der Befehlskette. Nur so kann einer, der den Thron gegen den gesamten Apparat erobert hat, seine Macht konsoldieren. Aus diesem Grund hat er auch den Meistern der Intelligence ihren Stammplatz im “Nationalen Sicherheitsrat” gestrichen  – sie werden nur noch “bei Bedarf” hinzugebeten – und an ihre Stelle seinen Chefberater Steve Bannon, den man auch “Breitbart” nannte, gesetzt.

Er nimmt  als persönlicher Einflüsterer des Königs nun dieselbe intime Rolle ein wie einst “Bloody Henry” Kissinger bei “Tricky Dick” Nixon oder Dick Cheney bei W. und hat sich denn auch schon als Donalds “Darth Vader” bezeichnet. Natürlich scherzhaft, aber er meint es ernst – und wird ab sofort dabei sitzen, wenn jeden Dienstag auf der “Kill List” die durch Drohnen zu erledigenden Opfer angekreuzt werden. Diese praktische und zeitsparende Einrichtung hatte König Obama 2016 seinen neuen Rekord an politischen Morden  ermöglicht und wird auch von Donald  beibehalten; ob er der Jagdleidenschaft dann ebenso frönt wie sein Vorgänger bleibt noch abzuwarten.

Gemessen an den Leichenbergen, zu denen Bloody Henry und Cheney ihre Majestäten einst ermunterten ist Donalds Einflüsterer “Breitbart” Bannon zwar noch völlig unbelastet, wird   aber bereits als gefährlich und böse porträtiert. Wie sehr er das wirklich ist, muss sich noch herausstellen, sehr schlau ist er auf jeden Fall. Die überfallartige Schockstrategie mit der die Donald-Regierung gestartet ist, war sicher seine Idee, ebenso wie die erwartbaren hysterischen Reaktionen, die sie auslösten. Nicht zufällig hat der “Breitbart” den Honigdachs zum Wappentier erklärt, der sich auch von Bienenstichen oder Schlangenbissen nicht abhalten läßt:  “he don’t give a shit” – und so dürfen wir ihn uns in Donalds ovalem Büro,  zu dem er als einziger jederzeit Zutritt hat, sehr entspannt vorstellen, wenn er die Nachrichten zur Kenntnis nimmt. Und befriedigt  feststellen kann, dass die Wahlverlierer, seine Gegner aus den liberalen und linken und libertären Lagern in geradezu apokalyptischer Hysterie  ausrasten und dabei alles über Bord werfen, was ihnen an “Werten” wie  Demokratie, Toleranz und political correctness doch angeblich heilig ist. Und selbst die vornehmsten Herolde und Lautssprecher des Königreichs, die den rüden “Breitbard”-Brigaden  stets Hass, Hetze und “Fake News” vorgeworfen hatten, produzieren nun in Sachen Donald nichts mehr anderes als genau das.  ADS – das Anti-Donald-Syndrom – hatte sich epidemisch ausgebreitet und den von aktuen Fieberschüben heimgesuchten Herolden und Lautsprecher war selbst die nach oben geschlossene Hitler-Skala nicht mehr grauenhaft genug wenn es um die Boshaftigkeit des neuen Königs ging. Der Honigdachs war’s zufrieden and didn’t give a shit…

Nur wenige im exzeptionalistischen Königreich waren weder vom Donaldismus noch von ADS befallen. Sie hielten das Anti-Donald Geschrei für genauso selbstgefällig wie den König selbst und völlig ungeeignet, sich ernsthaft über eine Zukunft nach Donald Gedanken zu machen.

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Real Game of Thrones: Feng Qingyang bringt König Donald in die Zwickmühle

 

Im exzeptionalistischen Königreich geht es weiterhin rund. Nach dem eine bekannte Sängerin, die “Madonna” genannt wurde, dazu aufgerufen hatte, das königliche Weiße Haus  samt Donald in die Luft zu jagen, forderte einige seiner Beratern, sie sofort zu verhaften, was aber nicht geschah. Auch wenn es sich hier ja eigentlich um einen strafbaren Aufruf zur Gewalt handelte, ließ man der attraktiven Chanteuse die Sache als Kunstfreiheit durchgehen. Zumal ja auch schon ihr Versprechen im Wahlkampf, allen Hillary-Wählern eine Dienstleistung zu gewähren, die man “Blow Job” nannte, folgenlos geblieben war. Das Land ist nach wie vor tief gespalten in Anhänger und Gegner des neuen Königs, die in den Tagen nach  der Krönung auf den Plätzen der Stadt wütende Wortgefechte austrugen; einige sehen in den Anti-Donald-Demonstrationen mit rosa Mösenmützchen, die “Pussyhats” genannt werden, gar  schon eine gewalttäige “Farben-Revolution” auf  das Königreich zurollen. Halbwegs entspannt zwischen Donalds Freunden und Feinden ging es nur in den Schlangen vor den Läden der Hänflinge zu, die zur Inauguration 9000 Joints spendiert hatten.

König Donald hat unterdessen ein Einreiseverbot für Reisende aus sieben Ländern erlassen, angeblich wegen der Gefahren des von ihnen ausgehenden Terrorismus, obwohl seit über zwei Jahrzehnten  kein Terroranschlag im Königreich von einem Täter aus einem dieser Länden verübt wurde. Während Donald einerseits dauernd poltert, die salafistischen Wickelmützen und ihr Kalifat ISIS zu vernichten, steht die Heimstätte und Finanzquelle dieser Terroristen – das Königreich der Saudis – nicht auf der Liste, ebensowenig wie ihre Unterstützer in Katar und Ägypten. Dass diese von den Sanktionen verschont blieben, wird darauf zurückgeführt, dass Donalds Familienkonzern dort Geschäfte betreibt.

Die Vermischung von Staats,- und Geschäftsinteressen ist im exzeptionalistischen Königreich zwar pro forma verboten, findet de facto aber seit jeher  statt. Auch Hillary hatte sich von den Saudis ja Millionen Taler zuschanzen lassen und im Gegenzug über deren terroristische Ideologie großzügig hinweggesehen. Unter Donald scheint das nun ähnlich zu laufen, was angesichts seiner Vergangenheit als “Geschäftsmann” eigentlich niemanden überrascht. Dass Hillary ihre Millionen noch über eine vermeintlich wohltätige Stiftung einsackte und Donald seine “Deals” jetzt direkt abwickelt, sorgt vielmehr für neue Transparenz: hinter der ohnehin durchsichtigen Fassade, dass es sich  bei dem exzeptionalistischen Königreich  um eine Demokratie handeln würde, zeigen sich Plutokratie und Kleptokratie jetzt ganz offen und ungeniert.

Die Herolde und Lautsprecher überschlagen sich unterdessen mit Kritik an Donalds Einreiseverboten, weil diese den “Werten”, der “Freiheit” und den “Prinzipien des exzeptionalistischen Königreichs” zutiefst widersprechen würden. Auch Königin Angela und andere ausländische Würdenträger äußerten sich empört. Dass aber König Obama schon 2013 einen Bann gegen Reisende aus Irak ausgesprochen hatte und der Kongress zwei Jahre später festlegte, dass Reisenden aus Syrien, Sudan, Irak, Iran “and any other country or area of concern”  der Zutritt zum Reich zeitweise verboten werden kann – diese wichtige Nachricht fiel in der ganzen Aufregung über den Erlass einfach unter den Tisch. So stand Donald als alleiniger und schlimmer Übeltäter da, obwohl er nur fortsetzte, was seine Vorgänger ihm hinterlassen hatte – und klagte über einen weiteren Fall von Fake News.

Einiges anders als seine Vorgänger will Donald bekanntlich im Bereich der  geschlossenen Werkstätten und der verschwundenen Arbeitsplätze machen, von denen er behauptet, dass böse Chinamänner sie gestohlen und in ihr fernes Reich  entführt hätten. Und er, Donald,  werde sie befreien und  heim in’s Reich zurückholen, hatte er angekündigt, was erst Mal viele gut fanden. Doch wie so oft bei Donalds Ideen blieb unklar, wie das denn funktionieren sollte. Auf den größten und beliebtesten Marktplätzen des Landes, die man “Wal Mart” nannte, kamen gut 70 % aller Produkte aus China, und die Käufer überall im Königreich waren mit ihrer Qualität und den Preisen sehr zufrieden. Wenn Donald nun Strafzölle  auf die Einfuhr verhängen würde, müssten alle Waren auf den Märkten im  selben Maß teurer werden, was bei den Massen der ohnehin schon armen Leute – 44,5 Millionen der Untertanen sind auf Essensmarken angewiesen – große Unzufriedenheit hervorrufen würde.  So heftig  Donald “die chinesischen Räuber von Arbeitsplätzen” beschimpft hatte, so wenig konnte er tun, zumal sein Königreich mit unendlichen Milliarden von “Staatsanleihen” bei den Chinesen verschuldet war. Wenn die morgen auf den Markt geworfen würden wäre der exzeptionalistische Taler über Nacht nichts mehr wert, denn niemand würde für die Milliarden Zettel dann noch gutes Geld bezahlen. Was also tun ?

“Außen Hui, innen Feng Shui!”

So gern König Donald in dieser Sache den starken Mann markiert hätte, er sah keine Möglichkeiten dazu. Vor allem nachdem ihm  ihm  ein Besucher aus dem Reich der Mitte angekündigt wurde, den man in seiner Heimat “Feng Qingyang” nannte, nach einem berühmten Schwertkämpfer, der zurückgezogen in den Bergen lebt und zu unvorhersehbaren Wutausbrüchen neigt. Im Königreich kannte man ihn unter dem Namen “Alibaba”, obwohl er eigentlich Jack Ma hieß. Weil ihn die berühmteste Weisheitsschule des Landes, die man Harvard nannte, 10 Mal als Studenten abgelehnt hatte und auch die großen Werkstätten ihn nicht einstellen wollten ging er nach China und gründete seinen eigenen Laden, den er “Alibaba” nannte und wurde in 15 Jahren zu einem der reichsten Männer der Welt. Alibaba habe jetzt pro Tag 100 Millionen Kunden, aber, entschuldigte sich Feng Qingyang, sie hätten ja auch gerade erst angefangen. Keine Frage, dass so ein “Winner”  bei Donald sofort eine Audienz erhält – und der kleine Alibaba gab dem mächtigen Imperator eine Lektion, wie sie ein großer Zen-Meister nicht besser hätte erteilen können:

“In den letzten 30 Jahren haben die Werkstätten in deinem Königreich Tonnen von Geld verdient”, sagte er lächelnd, und lobte die berühmten Unternehmen des Landes in hohen Tönen.  “Aber das Problem ist: ihr habt das Geld an der falschen Stelle ausgegeben. Ihr habt in den letzten 30 Jahren 13 Kriege geführt und dafür mehr als 14, 2 Trillionen Taler verbraucht. Stell dir vor, ein Teil davon wäre in den Aufbau der Infrastruktur und in Arbeitsplätze geflossen. Ihr habt vergessen, das Geld für eure eigenen Leute auszugeben. Kein anderes Land hat euch Jobs gestohlen. Ihr habt nur versäumt, euer Geld auf rechte Weise zu verteilen.”

Mit der Weisheit aus dem Reich der Morgenröte hatte sich König Donald bis dato nicht wirklich beschäftigt, auch wenn er bei den Schlössern und Türmen, die er als Baulöwe  im Fernen Osten  errichtete, seine Architekten stets mit der kennerhaften Parole “Außen Hui, innen Feng Shui!” ans Werk geschickt hatte. Jetzt war er war für einen Moment sprachlos. Was bildete sich dieser Zwerg ein, dem Imperator des exzeptionalistischen Königreichs Versäumnisse und Fehler vor zu rechnen ? Andererseits: er hatte ja nicht unrecht, diese regime change Politk, dieser Nato-Zirkus war ultrateuer und verdammt ineffizient.

Aber bevor ihm eine passende Antwort einfiel fuhr Alibaba fort: “Ich möchte für die Werkstätten in eurem Land den Zugang zu Milliarden Kunden in meinem Land herstellen und werde, mit eurer Erlaubnis, hier eine Million Arbeitsplätze schaffen.” Und er setzte noch hinzu, dass er Donalds Liste der großartigen Projekte für den Eisenbahn und Straßenbau gesehen habe, die sicher sehr teuer werden – daran würde sich das Reich der Mitte mit seinen neuen Investmentfonds sehr gern beteiligen. Nun fiel König Donald erst recht nichts mehr ein, außer seinem Standard, den er dann auch auf der Pressekonferenz verkündete: dass er mit Alibaba zusammen “große Sachen” machen werde.

Bloody Henry und Dr. Zbig

Tatsächlich aber hatte ihn dieser Feng Qingyang in eine echte Zwickmühle gebracht. Mit einem Angebot, das er eigentlich nicht ablehnen konnte, das aber gleichzeitig seinem angekündigten Handelskrieg mit China total widersprach.  Und nicht nur in den königlichen Gemächern herrschte jetzt eine  kognitive Dissonanz, die Donald bisweilen zum Raufen seiner prächtigen Eichhörnchenfrisur brachte, auch in den Tiefen des Reichs, bei den Meistern der Intelligence, war große Verwirrung ausgebrochen.  Hatten doch zwei steinalte Eminenzen des Schattenspiels – der Großmeister Kissinger, den man nur “Bloody Henry” nannte und Dr. “Zbig To Jail” Brzezinski, der schon ein halbes Dutzend Könige beriet  – für die kommenden Züge im geopolitischen Schach sehr unterschiedliche Strategien vorgeschlagen.

Während Dr. Zbig, der seit seiner Jugend an einem “Russophobie” genannten Leiden laborierte, im Reich des Wladimir nach wie vor den ultrabösen Großfeind sieht, den man  mit allen Mitteln und militärischer “Full Spectrum Dominance” weltweit bekämpfen müsse, sieht Bloody Henry, obwohl gewalttätigen Eskapaden bis hin zum Bombenteppich niemals abgeneigt, darin einen großen Fehler. So nämlich würde man die beiden Großreiche Russland und China nur zusammentreiben, die aber auseinandergehalten werden  müssen, weil sie zuammen viel zu stark würden. Deshalb müsse man mit den Russen künftig zusammenarbeiten und auch die Halbinsel Krim, die Wladimir bekanntlich allein mit der Magie seiner Gedankenstrahlen und ohne einen Schuß abzugeben erobert hatte, als russisch akzeptieren. Mit unipolarer Dominanz, wie sie Dr Zbig. bis zuletzt König Obama geflüstert hätte, käme das exzeptionalistische Königreich nicht weiter, meint Großmeister Kissinger und empfiehlt König Donald  ein multipolares “Gleichgewicht der Kräfte” anzustreben. Das gute alte “divide et impera” also. Da Dr. Zbig als der ursprüngliche Erfinder der terroristischen Wickelmützen-Söldner gilt, deren “Kalifat” Donald den Krieg angesagt hat, scheint das königliche Ohr derzeit eher den Ratschlägen von Bloody Henry zuzuneigen. Zumal dem Angebot von Alibaba weitere von seinen Kollegen aus dem Reich der Mitte folgen werden, die Donald eigentlich nicht ablehnen kann. Denn er will ja keinen Krieg (und auch keinen Handelskrieg)… er will nur gewinnen.

(Illustration: Cointelegraph.com )

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Real Game of Thrones: Das neue „Yes we can“ heißt „Yes we do“

 

Obwohl nicht wirklich von blauem Blute verfügt König Donald natürlich über ein Wappen und wie es sich für ein königliches Wappen gehört, hat dieses auch ein Motto: “Numquam Concedere”. Was soviel heißt wie “Niemals aufgeben”. Böse Zungen im Real Game of Thrones behaupten allerdings, dass Donald  ursprünglich einen anderen Wahlspruch wünschte, nämlich “Ego Te Demitto” (“You are fired!”), was seine Heraldiker ihm aber gerade noch ausreden konnten.

Nicht auszureden scheint den Herolden und Lautsprechern im exzeptionellen Königreich  unterdessen ihre unbändige Lust am Donald-Bashing,  das die Welt mit immer neuen Enthüllungen überrascht – wie zum Beispiel, dass Donald sogar zu doof zum Kuchenbacken ist. Hat er doch beim königlichen Hofkonditor zur Krönungsfeier dieselbe Torte bestellt, die es schon bei Obama gab, also eine plagiierte Fake-Torte. Schlimm!

Noch schlimmer findet die Gilde der Herolde allerdings Donalds neuen Pressesprecher, der bei den  Zuschauerzahlen von Donalds Krönung die Faktenlage um “alternative Fakten” erweiterte und die “originalen” als Lüge bezeichnete. Die Hofberichterstatter und Edelfedern waren entsetzt: ein königlicher Pressesprecher, der einfach lügt ?! Unter anderen echauffierten sich über den “bizzaren” Auftritt auch Ari Fleischer, der als Sprecher von George W.  stets die reine Wahrheit über Iraks Massenvernichtungswaffen verkündet hatte, sowie der legendäre Herold Dan Rather, der sich kaum noch einkriegte vor Entrüstung: “Fakten und die Wahrheit sind nicht parteilich”, meinte er,  “sie sind der Grundpfeiler unserer Demokratie. Und du bist entweder mit ihnen, mit uns, mit der Verfassung, unserer Geschichte und der Zukunft der Nation…oder du bist dagegen.”

Weil gegen Geschichte und Zukunft eigentlich niemand etwas haben kann, fanden das viele gut und waren dafür, wohingegen sich einige dann doch erinnerten, wie es die Herold-Legende Rather nach den schrecklichen Anschlägen von 9/11 mit den Fakten, der Wahrheit und der Unabhängigkeit seines investigativen Handwerks gehalten hatte. Damals hatte er auf der großen Bühne des bekannten Sprechmeisters Letterman verkündet: „George W. ist der König. Er trifft die Entscheidungen – und wie es sich für einen Patrioten gehört: Wo immer er mich haben will, ich reihe mich ein, sag mir nur, wo.“

Die Teppichmesser des Schreckens

So wie er hielt es damals die gesamte Gilde der Herolde, Ausrufer, Lautsprecher und bezahlten Lallbacken, sie reihte sich ein und verkündete, was W. und die unsichtbaren Meister der Intelligence ihnen steckten. So entstand die Sage von Osama und den 19 Teppichmessern des Schreckens, die ganz allein aus einer Höhle in Afghanistan angegriffen und die höchsten Türme des exzeptionellen Königreichs zum Einsturz gebracht haben sollen. Weil sie nur zwei Türme trafen und drei zerstörten schien die Geschichte vielen unglaublich, aber W. und “Darth Vader” Cheney duldeten keinerlei Zweifel und da alle  Herolde sich einreihten und keiner nachfragte, gilt die Sage heute im ganzen Königreich als offizielles Faktum. Diejenigen, die daran zweifeln, werden abschätzig “Truther” (“Wahrheitler”) genannt und gelten als verrückt, weil sie Wahrheit über das Ereignis herausfinden wollen.

König Donald, der sich mit Türmen auskennt, weil er nicht nur selbst in einem wohnt, sondern auch viele gebaut hat, wäre um ein Haar selbst ein “Truther” geworden, als er nach den Anschlägen feststellte, dass dieser Einsturz eigentlich nicht so aussieht, als sei er von außen verursacht, sondern eher wie eine kontrollierte Sprengung. Dass er aber nun im Amt eine königliche Neu-Untersuchung anordnen wird, ob es sich damals möglicherweise um ein Turmopfer im geopolitischen Schach gehandelt hat, diese Hoffnung einiger “Wahrheitler” beruht auf einer Fake-News.

Wo noch nicht einmal die Ermordung von König Jack aufgeklärt ist und nach mehr als einem halben Jahrhundert noch immer eine “magische Kugel” als offizielles Faktum gilt, wäre es wohl auch verfrüht, jetzt schon  Aufklärung zu den “Teppichmessern des Schreckens” zu erwarten. Bei der üblichen Halbwertzeit der Schatten, unter denen die Operationen der unsichtbaren Meister der Intelligence in den Tiefen des Staats verborgen sind,  wird  das Osama-Märchen  im ganzen Königreich deshalb wohl noch  für einige Generationen als offizielle Tatsache gelten.

Das neue „Yes we can“ heißt „Yes we do“

Unterdessen hat König Donald, den manche für die Wiedergeburt des Kaisers von China halten, den man “Mao” nannte, andere gar für eine Inkarnation des  blutdurstigen Führers Adolf,  einfach mit dem Regieren begonnen. Wäre er nur ein eitler Fatzke, könnte er es sich mit seiner schönen Frau auf dem Thron gemütlich machen – oder Obamas königlichen Rekord von 306 Runden Golf brechen – doch König Donald haut ein Dekret nach dem anderen heraus. Das neue „Yes we can“ heißt „Yes we do“. Als eine seiner ersten Amtshandlungen hat er einen von König Obama als “TTP” ausgehandelten Vertrag mit den asiatischen Königreichen in die Tonne getreten. Dieser, so befürchtet Donald, würde nur zu weiteren Schließungen von Werkstätten im exzeptionellen Königreich führen. Was übrigens auch King Bernie so sieht, der  bekanntlich nicht König werden konnte, obwohl er den Endkampf gegen Donald locker gewonnen hätte. Er hatte ja deutlich mehr Anhänger als Hillary und nur weil die herrschsüchtige  Vizekönigin und ihre Clique den allseits beliebten Bernie durch gemeinen Betrug aus dem Rennen boxten, bekam der Springteufel Donald überhaupt eine Chance auf den Thron – und nutzte sie.

Auf seiner Anschlagtafel im Weißen Haus verkündet er gleich nach seiner Inthronisierung: “Die Donald-Regierung wird eine Law & Order Regierung sein”. Wobei er aber Gesetze, die ihm nicht passen, vorher noch schnell abschafft, wie zum Beispiel viele Umweltschutzvorschriften. Die allgemeine Gesundheitsvorsorge, die Obama eingeführt hatte aber nicht richtig umsetzte, schaffte  er ebenfalls  gleich wieder ab. Dafür will er  die reiche Gilde der Heilmittel-Hersteller, die ihre Arzneien zu  überteuerten Preisen anbieten, zu massiven Preisnachlässen zwingen. Ob das funktioniert bezweifeln viele, wie Donald mit seinen Aktivitäten als neuer Herrscher ja überhaupt das ganze Königreich in ein Wechselbad der Gefühle versetzt. Die einen halten ihn für einen göttlichen Superhelden, die anderen für die Ausgeburt der Hölle, und je mehr sich die eine Seite empört, desto lauter lässt die andere den Donaldismus hochleben. Dazwischen gibt es derzeit im ganzen Königreich quasi nichts.

Weil es aber nicht hilft, sich dauernd nur darüber zu beschweren, dass Donald sein Königreich an die “erste Stelle” setzen will, kamen aus anderen Teilen der Welt passende Reaktionen: der König der Niederlande etwa reichte bei Donald ein Gesuch sein, sein schönes Holland doch bitte “an zweiter Stelle” anzunehmen – und eröffnete damit das Rennen um die Gunst von Donald dem I. Nachdem dieser per Dekret sein Versprechen einlöste, für 40 Milliarden Taler eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen, schickten die Bewohner der Falkland-Inseln sofort ihre Premierministerin mit der Bitte zu Donald, auch um ihr Territorium eine Mauer zu bauen – gegen die Argentinier – sowie der Garantie, dass sie sie selbst bezahlen.

Ein „Höllensystem“ gegen Kampfdrachen

Was die salafistischen Wickelmützen und ihr “Kalifat” ISIS  betrifft hat König Donald angekündigt, wie hier schon erwähnt, dass er es “vom Antlitz der Erde beseitigen” wird und er will dazu notfalls auch auf Folter zurückgreifen und den Meistern der Intelligence gestatten, weitere “Black Sites” einzurichten, in denen sie diesem Handwerk ungestört nachgehen können. “Wir müssen Feuer mit Feuer bekämpfen”, sagte er dazu in einem Interview, in dem er auch davon sprach, vor der Zerstörung von ISIS für die Bevölkerung Syriens “safe zones” einzurichten. Das sind Pufferzonen, in denen die Menschen vor kriegerischen Handlungen geschützt sind, und die auch ganz im  Sinne des ehemals Ultrabösen sind, mit dem Donald in dieser Sache zusammenarbeiten will.

Was aber machen die hiesigen Herolde  aus den von König Donald avisierten Schutzzonen? Sie behaupten, dass es sich um “Flugverbotszonen” handelt: “Donald plant Flugverbotszone und fordert Wladimir Putin heraus”  behauptete der “Spiegel”, den  man schon lange “das ehemalige Nachrichtenmagazin” nannte, und die alte Tante FAZ sekundierte: “Donald will eine Flugverbotszone in Syrien einrichten.”  Das will er aber gar nicht. Vielmehr will er demnächst  mit Waldimir dem Schrecklichen persönlich  sprechen, weshalb wir es bei diesen Meldungen wohl einmal mehr mit “Fake News” zu tun haben. Sowie mit einem Beleg, dass die Ausrufer auf den hiesigen Atlantikbrücken noch immer mit ihren alten Textbausteinen aus dem Nato-Sprech hantieren und noch nicht gecheckt haben, dass unter Donald ein neuer Wind weht.

Zum Glück. Denn dass Hillary energisch für “Flugverbotszonen” stritt, weil sie über Damaskus  “Königin der Drachen” spielen wollte, hätte in einem schrecklichen Desaster gemündet, da Wladimir  dem syrischen König seine “S 400” zur Verfügung gestellt hatte, die man auch das “Höllensystem” nannte und die als die beste Kampfdrachen-Abwehr der Welt gilt. Dass Donald und seine Generäle nicht so dumm sind dieser Abwehr ihre teuren Drachengeschwader zu opfern, stattdessen Schutzzonen am Boden einrichten und mit Putin kooperieren wollen, wird deshalb nicht nur von seinen Verehrern als sehr vernünftig angesehen.

Wer aber  auch nur ein gutes Haar an dem König mit der prächtigen Eichhörnchenfrisur lässt, riskiert umgehend als “Donald-Versteher” oder gar als Anhänger eines faschistoiden Donaldismus beschimpft zu werden. Dass einige seiner Ideen fürchterlich scheinen ändert zwar nichts daran, dass andere durchaus taugen könnten, doch zu irgendeiner Differenzierung sind die Donald-Gegner im exzeptionellen Königreich derzeit noch nicht in der Lage. Alles was er sagt ist Lüge, alles was er macht eine Katastrophe – selbst wenn er in vielen Fällen nur fortsetzt (wie etwa bei der mexikanischen Mauer), was seine Vorgänger längst angerichtet haben. Solange die Opposition gegen Donald auf diesem Kindergarten-Niveau agiert, wird sie ihm keine Anhänger abspenstig machen sondern zutreiben. Und das in Scharen, falls einige seiner „verlogenen“, „falschen“, „aussichtslosen“, „katastrophalen“ Aktivitäten tatsächlich funktionieren…

Auch auf Telepolis erschienen, die anderen Folge der kleinen Serie hier

 

Fake-Experte Guttenberg ist wieder da!

Ja sauber, der Lügenbaron ist wieder da und soll die CSU im Wahlkampf unterstützen. Dass  mit dem  Doktor sub omni canone bald wieder zu rechnen ist, hatten wir hier schon im vergangenen September vermutet: beim bajuwarischen Publikum ist Karl-Theoder als charismatischer Hochstapler immer noch der Doppelmoralapostel der Herzen.  Der Freiher von Copy zu Paste wurde schon 2015 vom CSU-Patriarchen Seehofer in  sein “Kompetenzteam” berufen und seitdem munkelt es aus Bayern, dass  es ihm bei der Resozialisierung Guttenbergs vor allem um den Aufbau eines Nachfolgers geht, um so den Vollpfosten Söder als Ministerpräsidenten zu verhindern. Nun aber, im postfaktischen Zeitalter von Fake News, ist offenbar auch die Kompetenz gefragt, die “Gutti” als pseudo-promovierter Fake-Experte ohne Frage mitbringt.

Ich hatte die Doktorspiele des Lügenbarons hier im Blog nicht nur wegen der Dreistigkeit ausführlich gewürdigt, mit der Guttenberg  abgekupfert und zusammenkopiert hatte und sein Machwerk auch noch wochenlang verteidigte. Sondern auch weil ich parallel zufällig gerade erlebte, wieviel Arbeit wirkliche Juristen in ihr Studium und eine echte “Summa Cum Laude”- Dissertation stecken müssen, während sich da ein Schnösel mit großzügigen Spenden an die CSU-Universität Buy-reuth ein Puddingexamen und einen Top-Doktortitel kauft.

Aber wenn mit dem Wurst-Uli ein Millionenbetrüger beim FC Bayern wieder Präsident werden kann, sollte dann auch nicht Fake-Gutti eine zweite Chance bekommen ? Anders als Hoeneß, der seinen Fehltritt sofort zugab und mit Knast büßte, setzte sich der Baron in die USA ab und lies Gras über die Kleinigkeit wachsen, die diese Fälschung in seinen Augen war. Insofern würde ich dem geläuterten Uli sofort wieder die Vereinskasse anvertrauen; für den Blender Karl-Theodor aber gilt weiterhin: Wer einmal derart dreist lügt, dem sollte man auch fünf Jahre später nur höchstens so weit glauben, wie man seine Waschmaschine werfen kann..

Zur Kasse, Schätzchen

„Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh“ hatte der Pionier des Automobilbaus Henry Ford schon vor hundert Jahren fest. Aber die Materie Geld ist komplexer, als die meisten Menschen ahnen, weshalb die Revolution bis heute ausblieb.  Bernd Senf, der sich als Lehrender und Lernender seit Jahrzehnten mit Geld beschäftigt, kommt daher im Gespräch mit KenFM um den ganz großen Bogen nicht herum. Aber wer sich die Zeit nimmt, wird nicht enttäuscht.

Real Game of Thrones: Der Mafia-Don

Auch wenn die geographischen Zuschreibungen in der  neuen Version des “Yankee and Cowboy Wars” innerhalb der Machteliten des  Imperiums nur sehr holzschnittartig passen und König Donald  als  von der Ostküste stammender, polternder Yankee par excellence erscheint: die Wahl gewann er im Cowboy-Stil und nicht nur im Süden sondern wider Erwarten auch im rust belt des Nordens. Und  schaut man sich noch einmal seine  Wahlspots an,  sind die Gegner in Bild und Ton eindeutig definiert:  die Clintons, der  Oligarch Soros,  die “Globalisten”, das “Establishment”.

Wenn “Cowboy” Donald gegen diese Fraktion wirklich antritt – und etwa wie angekündigt  die Bankenregulierung wieder einführt (den Glass Steagall-Act,  den König Roosevelt einst als Antwort auf den “Schwarzen Freitag” initiierte und der “Finanzkrisen” wirksam verhindert hatte bis  er unter Clinton abgeschafft wurde und so den gewaltigen Crash ermöglichte, der 12 Jahre später die Welt erschütterte) –  wenn   er also dem System  ernsthaft ans Eingemachte geht, dann lebt er  gefährlich.

Aber das wird er wahrscheinlich nicht, denn Donald  ist ja kein wirklicher Außenseiter der Elite-Liga, sondern nur aus einem anderen Club – und ebenso connected wie die Bushs und die Clintons, sowohl mit der Unterwelt wie auch mit einem Ultrareichen. Während Hillary sich noch vor Kurzem mit einem Mitglied des Gambino-Clans traf und die “Yankees” es seit der Eroberung Siziliens im letzten Weltenkrieg  traditionell eher mit dem Mob  halten, der als “Cosa Nostra” bekannt  sind, ist König Donald seit je mit deren Mitbewerbern auf dem Gebiet der organisierten Kriminalität verbunden, die wegen ihrer Speisevorschriften gern “Kosher Nostra” genannt werden.  Donalds einstiger Mentor auf dem Gebiet der Politik und der Geschäfte, Roy Cohn, der zuvor für den paranoiden Kammerjäger McCarthy  überall im Land “Kommunisten” gejagt hatte, war ein Advokat dieser Bande und lies die Bosse auch mal in seiner Kanzlei tagen, damit sie von der Polizei nicht abgehört werden konnten.

Und so übernahm Donald, als er neben dem Baugeschäft auch noch in das Vergnügungs,-und Casinogewerbe einsteigen wollte, auf der fernen Insel Bahamas das Unternehmen “Resorts International”, das einst als Geldwaschsalon und Verschiebebahnhof für Waffen und Rauschgift von Freunden seines Mentors gegründet worden war, dem Boss der Kosher Nostra-Bande, Meyer-Lanski, und  einem Strohmann der Meister der Intelligence. Dabei  war  auch Baron Edmund, ein Spross des ultrareichen Rothschild-Clans,  was insofern paßt, als Donalds großartige Bau,-und Casinoprojekte gerne mal in die dicke Hose gingen und er des Öfteren mit viel Geld vor der Pleite gerettet werden mußte. Dies  kam dann  stets aus deren unermeßlichen Schatzkammern, so dass man zu all den Türmen und  Schlössern, auf denen seine Name prangte, sagen konnte: wo Donald drauf steht, ist Rothschild drin.

Nun sind sich Ultrareiche wie die Clans der Rockefellers und der Rothschilds ja eigentlich stets und seit Jahrhunderten sehr einig, dass es bei “Politik” nur darum geht, ihren Ultrareichtum zu vermehren, weshalb sie in der Regel an einem Strang ziehen. Bisweilen  und in Nuancen unterscheiden sich ihre Interessen  aber auch und Donalds Überraschungssieg könnte als Ausdruck eines solchen unterirdischen Bebens in den Tiefen des Staats und den unermeßlichen Schatzkammern der Ultrareichen gesehen werden.

Den steinreichen Zocker und Oligarchen Soros, der einer von Donalds bevorzugten Zielscheiben im Wahlkampf wurde,  würde man ja eher im Rothschild-Lager vermuten, aber seit ein von ihm finanzierter Verein die sogeannten “Panama Papers” veröffentlichte und  dort fast auschließlich Rothschild-Klienten als üble Steuersünder und Geldwäscher  “geleakt” wurden, wird Soros den Rockefeller-Yankees  zugeschlagen. Seine Stiftungen fungierten ja weltweit als “zivilgesellschaftlicher” Arm der Meister der Intelligence und  inszenierten in anderen Ländern nicht nur fröhliche “colour revolutions”, sondern auch gewalttätige “regime changes”. Einer Strategie, der Donald eine Absage erteilt hat, weshalb es nicht wundert, dass jetzt Soros’ “progressive” Organisationen die Mobilisierung der Anti-Donald-Demonstrationen anführen.

Aber wie es scheint, hat der große Spieler Soros sich verzockt.  Denn auch wenn am Wochenende nach der Inthronisierung Millionen auf der Straße waren und  protestierten – es kann nichts Revolutionäres werden aus einer Bewegung, die wegen Donalds Sprüchen über Frauen, über Ausländer und überhaupt  massenhaft demonstriert, der aber Obamas Bomben auf Frauen, Ausländer und überhaupt völlig egal waren.

Dass Donald diese Barbarei seines Vorgänger fortsetzen wird, ist ebenso absehbar wie die Tatsache, dass er keinen Friedensnobelpreis dafür bekommt. Was sich geändert hat im exzeptionalistischen Königreich ist eigentlich nur, dass die Fassade des politisch korrekten Gefasels von „Werten“ und „Menschenrechten“, hinter der sich der alte Imperialismus in neo-liberalem Gewand tarnte, verschwunden ist: auf dem Thron sitzt jetzt ein echter Barbar. Und er twittert die Mördergrube seines Herzens in alle Welt.

Erschienen auf Telepolis, die bisherigen Folgen der kleinen Serie hier

Wolfgang Bittner über “Der Fall Ken Jebsen”

Wolfgang Bittner hat das Buch, das ich mit Ken Jebsen gemacht habe, rezensiert:

“Aus heutiger Sicht war es wohl ein Glück, dass Ken Jebsen 2012 nach zehnjähriger erfolgreicher Tätigkeit als Moderator beim Rundfunk Berlin Brandenburg wegen angeblicher Verstöße gegen journalistische Standards entlassen wurde. Vorausgegangen war eine regelrechte Kampagne, in der Jebsen Antisemitismus und Holocaust-Leugnung vorgeworfen wurden. Dass es sich dabei um eine Verleumdung handelte, war bald geklärt. In einer Meldung der Pressestelle des rbb hieß es: „Die Vorwürfe gegen den Moderator, er verbreite antisemitisches Gedankengut und verleugne den Holocaust, hält der Rundfunk Berlin-Brandenburg für unbegründet.“ Aber wer mit Dreck beworfen wird, hat Mühe, sich reinzuwaschen. Noch dazu wenn er als Journalist investigativ arbeitet und Gegenpositionen zum Mainstream einnimmt.

Jebsen, dem seinerzeit klar wurde, dass allein der Vorwurf des Antisemitismus in seinem Umfeld zu völliger Hysterie führte, sagt zu seinem Abschied vom rbb: „Ich habe mir gesagt, okay, ich fliege jetzt hier raus. Ich akzeptiere das und habe auch keine Lust mehr auf diesen organisierten Irrsinn. Es wird mir etwas unterstellt, was so viele Lichtjahre von dem entfernt ist, was ich jemals gesagt habe, und das in völligem Widerspruch zu dem steht, was ich seit rund zehn Jahren bei KenFM leiste … Und meine Kollegen und Freunde, die mich verteidigen müssten, sind zu feige.“ 2007 hatte er noch für eine Reportage den Europäischen Civis Hörfunkpreis erhalten, ab 2012 war er dann für die Medienszene Persona non grata.

Die Konsequenz war, dass er seine Hörfunksendung KenFM als Blog im Internet unter eigener Regie weiterführte. Er bringt Artikel, Interviews, Gruppendiskussionen, Monologe und Kommentare mit zumeist brisanten Inhalten. Und er ist damit außerordentlich erfolgreich. Da es nicht ohne Geld geht, ist sein „Geschäftsmodell“ Crowdfunding (zu Deutsch: Schwarmfinanzierung). Dieses Internetportal hat inzwischen so viele Aufrufe wie Spiegel Online und mehr „Follower“ bei Facebook als die ARD. Es hat sich dank des enormen Engagements seines Herausgebers zu einem der wichtigsten alternativen Medienorgane in Deutschland entwickelt. Das ist eine ernstzunehmende Konkurrenz für die sogenannten Qualitätsmedien, und das ist natürlich nicht ohne Folgen geblieben.

Was ist ihm nicht alles angelastet worden: Antisemitismus, Holocaust-Leugnung, Verstöße gegen journalistische Standards, Rechtsextremismus, Antiamerikanismus, Moskaunähe, Veröffentlichung von Verschwörungstheorien und so weiter. Nichts davon stimmt. Insofern war es lange überfällig, mit den Unterstellungen, Diffamierungen und Verleumdungen aufzuräumen.

Ende vergangenen Jahres ist im Verlag fifty-fifty in Zusammenarbeit mit dem Westend Verlag ein Buch zum „Fall Ken Jebsen“ erschienen. Es bietet auf 256 Seiten einen lesenswerten Überblick über den hochinteressanten Lebensweg dieses ungewöhnlichen Journalisten und „Machers“ sowie über seine Anschauungen, insbesondere die politischen, und über seine Arbeit. Dass seine Veröffentlichungen, sein friedenspolitisches Engagement und die intensive Arbeit für das von ihm gegründete Internetportal nicht nur Aufsehen, sondern immer wieder auch Anstoß erregt, ist kein Wunder, wenn man seine geschliffenen und oft sehr pointierten Stellungnahmen liest oder hört.”

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Yankee and Cowboy War 2.0 (11)

Das Real Game of Thrones im exzeptionalistischen Königreich verwirrt noch immer die Gemüter, selbst den maulfertigsten Herolden und Lautsprechern, die sonst für jedes Ereignis pfeilschnell eine große Erzählung parat haben, fällt nichts mehr ein, außer Donalds Krönungsrede für eine Kampfansage zu halten

Zu König Donald ist auch nach seiner Thronbesteigung eigentlich nichts anderes zu hören, als was schon vorher dauernd verkündet wurde, nämlich wie unmöglich dieser Lügner, Betrüger und Frauenfeind doch sei. Dass diese Tiraden nichts nutzten und er trotzdem König wurde, weil die Leute nicht auf die Herolde hörten, änderte aber nichts: Sie poltern weiter mit Pauken und Trompeten. Und Donald zwitschert pikiert zurück.

So etwas war im Königreich eigentlich noch nie passiert – so heftig man sich in den Wahlkämpfen auch gestritten hatte, bei denen außer Herolden stets auch Einpeitscher, Giftschleudern und Denunziatoren eingesetzt wurden, am Ende konnte der siegreiche neue König damit rechnen, zumindest die ersten 100 Tage seiner Regentschaft halbwegs in Ruhe gelassen zu werden.

Warum das bei König Donald nun anders läuft, hat nicht nur mit seiner kindischen Eitelkeit zu tun, die ihn kaum im Amt zu der lachhaften Beschwerde brachte, die Zahl der gemeldeten Besucher bei seiner Inthronisation sei von den Herolden absichtlich niedrig gehalten worden. Solche psychologischen Marotten, wie im Fall Donald extremer Narzissmus, waren auch schon bei anderen königlichen Häuptern vorgekommen – “Tricky Dick” Nixon etwa galt als notorischer Lügner, König Jack, den man JFK nannte, war ein unersättlicher Lustmolch, den es täglich nach Mätressen verlangte, und der tölpelhafte George W. stilisierte sich als großer Texas-Ranger, hatte aber panische Angst vor Pferden. Doch hatten diese “Macken” der Regierenden nie dazu geführt, dass sie von den Herolden und Lautsprechern derart heruntergeputzt wurden wie Donald. Selbst als im fernen Italien einmal ein gelifteter Gangster König wurde, den man “Bunga Bunga Duce” nannte, ging man schonender mit ihm um.

Warum Donald so eine Hassfigur ist, erschließt sich, wenn man bei einen Blick in die Chroniken des exzeptionalistischen Königreichs erkennt, dass mit ihm ein Außenseiter an die Macht gekommen ist. Nicht nur, weil er noch nie eine Stellung bei Hofe oder in der Politik eingenommen hatte, sondern weil er nicht aus der Fraktion des Ostküsten-Adels stammt, die man die “Yankees” nennt und aus deren Kreisen seit Jahrzehnten alle Könige kamen.

Das Einparteiensystem mit zwei rechten Flügeln erlaubte dabei stets einen “demokratischen” Farbenwechsel und ein wenig Abwechslung auf dem Thron, die Kontrolle blieb aber stets bei den obersten Yankees, ihrem “Rat für auswärtige Beziehungen”, den unsichtbaren Meistern der Intelligence sowie natürlich den unermesslichen Schatzkammern des ultrareichen Rockefeller-Clans. Dass jemand gegen diese Instanzen und deren Macht überhaupt auf den Thron gelangen könnte, erschien völlig unvorstellbar – und erklärt die Schockstarre und Schnappatmung, in die die Herolde und sämtliche Diener der mächtigen “Yankee”-Herren durch Donalds Triumph versetzt wurden. Den Donald natürlich nicht alleine schaffte, selbst wenn er sich das mit seinem Hyper-Ego vielleicht einbildet…

Ein Chronist des Königreichs, Carl Oglesby, hatte die Zeit von der Ermordung JFKs bis zur Verjagung von “Tricky Dick” Nixon aus dem Weißen Haus einst als den “Yankee and Cowboy War” beschrieben, als Kampf zwischen dem alten Ostküsten-Geldadel und den neuen Öl-Oligarchen aus dem Süden. Letztere sorgten im Verbund mit den Meistern der Intelligence und einigen Heckenschützen, die man von einer Mörderbande namens “Mafia” angeheuert hatte dafür, dass JFK umgelegt wurde, erstere kickten dann später König Nixon mit dem sogenannten “Watergate-Skandal” aus dem Amt.

Tricky Dick hatte damals versucht, sich mit der Gründung einer ihm unterstehenden Truppe namens “DEA” an dem lukrativsten Topf im tiefenstaatlichen Geschäft zu bedienen: dem von den unsichtbaren Meistern der Intelligence kontrollierten Handel mit Rauschgift. Das konnten die “Yankees” und die Meister nicht zulassen und entfernten den “Cowboy” Nixon vom Thron, indem sie dem Investigativ-Herold Woodward ein wenig Kompromat zukommen ließen.

Der Großmeister der Intelligence, George Bush, ließ dann als Vizekönig unter Ronald I. das Geschäft direkt aus dem Weißen Haus organisieren. Zu dieser Zeit war es auch, dass der Chefkapitän der geheimen “Iran-Contra”-Flotte, Barry Seal, mit Säcken voller Rauschgift und Geld in seinem Heimathafen in Mena/Arkansas versehentlich von einem un-informierten Zollbeamten kontrolliert und festgenommen wurde, aber zwei Tage später aus dem Gefängnis frei kam – nachdem Vizekönig Bush einen Anruf bei dem aufstrebenden Gouverneur von Arkansas getätigt hatte, einem jungen Mann namens Bill Clinton.

Seit dieser Zeit waren Bill und Hillary im Geschäft mit dem Tiefenstaat und trotz anderer Parteifarben niemals Opponenten der Bushs, sondern stets partners in crime. So wurde “Free Willy” Bill als König dann auch zum Nachfolger des alten Bush und vererbte das Reich nach acht Jahren an dessen Sohn W.

Nach einem kurzen Farbwechsel mit dem sympathischen Prinzen Obama, den man ein wenig “Hope” verbreiten ließ, um ihn dann schnell zur lahmen Ente zu stutzen und nur dafür sorgte, dass während seiner Dienstzeit alle drei Stunden irgendwo eine Bombe abgeworfen wurde, sollte nun Queen Hillary den Job übernehmen. Aber da funkte Donald dazwischen …

Auch erschienen auf Telepolis, die bisherigen Folgen der kleinen Serie hier