31
Oct, 2016

In die Tür und Exit (2)

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der-fall-ken-jebsen-coverWie kommt es, dass einer der eigentlich Musikexperte und Rock’n Roll-Journalist ist, mit KenFM die erfolgreichste nutzer-finanzierte Plattform für politischen Journalismus im deutschen Internet macht ? Heute ein weiterer Vorabdruck aus meinem neuen Buch über die Reizfigur, das Phänomen, den Pionier Ken Jebsen (Teil 1 hier)

Zum einen beherrscht Ken Jebsen nach 25 Jahren Radio- und Fernseharbeit schlicht sein Handwerk, nicht nur als Reporter, sondern auch auf der technischen Seite, weshalb KenFM in jeder Hinsicht professionell sendet. Nicht im Klicki-Bunti-Stil von YouTube-Fastfood, sondern eher an die geistreichen Gespräche von Alexander Kluge erinnernd, oder auch wie sie einst Günter Gaus führte. Zum anderen sind es natürlich die Gäste, die Ken Jebsen einlädt und bei denen es sich oft um solche handelt, die aus dem öffentlich-rechtlichen Diskurs und den Großmedien ausgeschieden sind. Nicht weil sie nichts zu sagen hätten, sondern weil das, was sie sagen, unerwünscht ist und die herrschenden Politik- und Geschäftsinteressen stört. Ob Kritik an Waffenexporten oder Plädoyers für die Abrüstung, Kritik an den imperialen Kriegen der USA oder an der Konfrontation mit Russland oder am herrschenden Geldsystem oder an der Auste- ritätspolitik von IWF und Banken. Es sind Themen, die von der »Lückenpresse« gerne ausgespart werden, und Köpfe, die dort nicht zu Wort kommen, die das Programm bei KenFM füllen und zu Quotenrennern werden.
Der Falschbehauptung, er sei wegen Antisemitismus vom rbb entlassen worden, die von zahlreichen Medien ungeprüft wiedergegeben wurde, ist Ken Jebsen mittlerweile mit mehr als zwei Dutzend erfolgreichen Abmahnungen und Gegendarstellungen entgegengetreten. Doch diffamierender Dreck, einmal geworfen, bleibt gerne hängen, auch wenn die Weste wieder sauber sein sollte, zumal wenn er in den Echokammern der sozialen Medien weiter herumspukt. Nachdem Ken Jebsen dann als Privatmann auf einigen Friedensdemonstrationen, etwa den Montagsmahnwachen, gesprochen hatte, die im Zuge des eskalierenden Ukrainekonflikts stattfanden, wurde er von einigen Medien und in einer merkwürdigen Studie der gewerkschaftsnahen Otto-Brenner-Stiftung zum Anführer einer Querfront stilisiert, in der Linksextreme und Rechtsextreme eine Koalition bilden würden.

Zur Last gelegt wurde ihm hier, dass er mit dem Herausgeber des Compact-Magazins Jürgen Elsässer verbunden sei. Der ehemalige Redakteur explizit linker Zeitungen wie Junge Welt, Konkret oder Neues Deutschland, der vor nicht allzu langer Zeit scharf nach rechts abgebogen ist und jetzt mit Fremdenfeindlichkeit, Islamhetze und Deutschtümelei die Kreise von Pegida und AfD bedient, hatte noch zuvor Ken Jebsen nach seinem Rauswurf 2012 angerufen und zu einer Veranstaltung seines gerade gegründeten Magazins eingeladen. Er wollte ihn zu der Intrige zu Wort kommen lassen, die zu diesem Rauswurf geführt hatte. Ein Angebot, das Jebsen nicht abschlagen konnte, denn kaum ein anderer Journalist hatte ihn dazu befragt. Als ihm Elsässer dann anbot, die Bühne seiner Compact-Veranstaltungen für Interviews zu nutzen, nahm er das ebenfalls an und interviewte ihn selbst auf KenFM zum Jugoslawienkrieg und zur NATO-Politik, Themen, zu de- nen Elsässer vor seinem Schwenk ins Deutsch-Nationalistische kenntnisreiche Bücher geschrieben hatte. Als jedoch Compact begann, eine deutsch-nationale Familienpolitik zu propagieren und dumpf rassistischen Wichtigtuern wie Akif Pirinçci Raum gab, zog Jebsen mit etlichen anderen ehemaligen Autoren mit einem offenen Brief die Reißleine und trennte sich von der fleischgewordenen Ein-Mann-Querfront Jürgen Elsässer.

Und doch ist Ken Jebsen in linken und linksliberalen Kreisen nach wie vor schlecht beleumundet. »Er ist eben an der rechten Flanke offen«, wie es eine Kollegin ausdrückte. Ähnliches habe ich in Kollegenkreisen öfter gehört, wobei dann auf Nachfrage aber nichts kam außer Gerüchten: Kontaktschuld mit Elsässer, Teilnahme an »Mahnwachen«, bei denen auch Ufologen auftraten, sowie die Diffamierung »antisemitisch«. Inhaltliches, Kritik am Programm von KenFM, konkrete Aussagen oder Beispiele für »rechtes« Gedankengut konnte mir keiner nennen. Was kein Wunder ist, denn wenn man das Archiv von KenFM durchforstet, ist davon absolut nichts zu finden. Im Gegenteil.

Mindestens zwei Tabus aber hat Ken Jebsen verletzt, deren Übertretung automatisch zum Ausschluss aus den Kreisen des sich seriös nennenden Qualitätsjournalismus führt. Er hat, noch zu seiner Zeit beim rbb, massive Zweifel an der offiziellen Geschichte der 9/11-Anschläge geäußert. Sollte dies ein Journalist nicht immer tun? Zweifeln an offiziellen Verlautbarungen? Und er hat auf KenFM nach den Bombardements in Gaza die rechts- extreme Politik der israelischen Regierung als »zionistischen Rassismus« scharf kritisiert. Beides ist in Deutschland verboten und wird von den Inquisitoren des politischen Diskurses mit Verbannung in die Schmuddelecke des Verschwörungswahns bestraft. Wer also wie Ken Jebsen der Nicht-Aufklärung des 9/11-Massenmords zum zehnten Jahrestag eine vierstündige Sendung widmet und mit seinem persönlichen Kommentar »Happy Birthday, Terrorlüge!« auch noch das schärfste Radiostück zum Thema liefert, das je über den deutschen Äther lief, muss sich nicht wundern. Auch wenn er doch eigentlich nur seinen Job als Journalist und Reporter macht und als Kommentator eine pointierte Meinung äußert. Doch weder Fakten noch Meinungen sind in der Tabuzone 9/11, der Mutter des »War on Terror«, erlaubt. Da duldet die neue Inquisition, ganz wie die alte, keine Abweichler oder Zweifler.

Fortsetzung folgt

“Der Fall Ken Jebsen oder Wie Journalismus im Netz seine Unabhängigkeit zurückgewinnen kann” (256 S., 18,00 Euro) ist ab sofort im Buchhandel und direkt beim Verlag erhältlich.

18
Jul, 2016

Deterriorialisierter und territorialer Terror

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Kaum ist man übers Wochenende mal nicht auf der Brücke, schlägts ringsum ein: Terror-Lkw fährt Amok in Nizza,  ein blutiger Putsch in der Türkei und zwischendurch veröffentlicht die US-Regierung die ominösen 28-Seiten der Senats-Untersuchung von 9/11. Wie soll man da noch hinterherkommen ? Deshalb nur ein Kurzbulletin:

-wenn der Täter in Nizza Verbindungen zum “islamischen Staat” hat, bedeutet das eine neue Drehung in der endlosen Spirale des “war on terror” – die Deterritorialisierung. Das Kalifat braucht kein Territorium mehr – es kann überall zuschlagen, wo Lastwagen verwendet werden.

– als mich auf einer ganz anderen Baustelle die Kurzmeldung “Putsch in der Türkei” erreichte, war mein erster Gedanke: Prima, Erdogan ist weg. Das kemalistisch säkular eingestellte türkische Militär hatte in der Vergangenheit ja schon öfter dafür gesorgt, dass die Türkei nicht ins osmanische Mittelalter zurückfällt. Aber diesmal waren es nur fünf Panzer und zwei Flugzeuge, mit denen die Putschisten die Macht ergreifen wollten und der ganze Spuk war nach ein paar Stunden vorüber. Als “mastermind” wurde der Luftwaffenchef benannt und verhaftet, obwohl Erdogan während des Putsches fröhlich in seinem Privatjet unterwegs war – aus der Luft also offenbar nichts zu befürchten hatte. Mir riecht das ganze weniger nach Inszenierung (MIHOP), als nach LIHOP (Let It Happen On Purpose):  einige unzufriedene höhere Offiziere planen einen Putsch, Erdogan-Ergebene Kollegen kriegen Wind davon, beenden die Sache aber nicht, sondern unterstützen die Verschwörung zum Schein, um die Putschisten dann hängen zu lassen und einen nützlichen Event zu produzieren, der Sultan Erdogan endgültig unantastbar machen wird.

– die “28 Pages” habe ich jetzt einmal überflogen – und finde mit einigen zusätzlichen Details alles bestätigt, was ich in drei Büchern und zuletzt hier, hier, hier und hier schon über die “Saudi-Connection” geschrieben habe. Erwartungsgemäß keine Hinweise fand ich zu der Frage, wie und warum es saudischen Agenten mit engsten Verbindungen zum Königshaus und zur Botschaft in Washington ohne Wissen der CIA möglich gewesen sein soll, die späteren “Hijacker” nach Strich und Faden zu pampern. Und wie es kommen konnte, bzw. wieviel es gekostet hat, dass diese Informationen 13 Jahre lang geheim gehalten wurden bzw. nur durch “Verschwörungstheoretiker” wie yours truly an die Öffentlichkeit sickerten. Aber – clever gelauncht am Freitagnachmittag – zwischen Nizza, Türkei und den anstehenden Groß-Konvents der Parteien, waren die 28 pages dann auch nur 10 Minuten lang Breaking News…

UPDATE: “LIHOP” scheint sich zu bestätigen: der türkische Geheimdienst informierte Top-Generäle Stunden vor dem Putsch

10
Jun, 2016

9/11: Die Saudi-Connection ist nicht alles

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!!atta-Auch die Veröffentlichung von 28 geschwärzten Seiten des US-Kongressberichts zu 9/11 wird die Verbrechen nicht aufklären. Der Puzzlestein macht aber einmal mehr deutlich, dass von Grund auf neu ermittelt werden muss.

Dazu heute mein Gastbeitrag auf rt

3
Jun, 2016

“Monitor” mit Scheuklappen

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wtc“Die Geschichte von 9/11 muss neu geschrieben werden” titelte gestern des ARD-Magazin-Monitor, mit einem Zitat des US-Senators Bob Graham, der “erstmals im deutschen Fernsehen” ein Interview über die ominösen unveröffentlichten “28 Pages” des 9/11-Reports gab. Dass es sich bei dem aktuellen Bohei um die Saudi-Connection eher um Nebelkerzen handelt, weil die “schützende Hand” über den späteren “Hijackern” seit langem bekannt ist, war ja hier im Blog schon öfter zu lesen. Und der “Monitor”-Beitrag ist ein weiterer Beleg dafür. Dass Agenten des saudischen Geheimdiensts in den USA keinen Schritt tun , von dem der große Bruder CIA nicht wüßte, dass 15 der 19 “Hijacker” mit fehlerhaften Visa ins Land kamen, die von der als CIA-Schleuse bekannten US-Botschaft in Jiddah durchgewunken wurden, dass die Top-Terroristen Al-Midhar und Al-Hazmi nicht nur von saudischen Royals alimentiert wurden, sondern auch bei einem Informanten der US-Dienste zur Untermiete wohnten – zu diesen offensichtlichen Zusammenhängen und ihre Vertuschung hat “Monitor” weder weitere Fragen, noch weiterführende Informationen. Die Scheuklappen, mit denen 9/11 von den Großmedien betrachtet wird, sind nach wie vor festgezurrt.

Über diese Vertuschung sprach ich schon 2004 auf der internationalen 9/11-Konferenz in Toronto und präsentierte dort ein kleines Detail – ein Schreiben der saudischen Botschaft an den “Spiegel” – das zeigt, wie in diesem Zusammenhang vom ersten Tag an und von höchster Stelle gelogen wurde.  Hier der Auszug aus dem Vortrag über “Platons Höhle und 9/11”:

 

“In a similiar way  the Saudi-background of 9/11 is covered up – a recent book „House of  Saud, House of Bush“ and Michael Moores praised documentary have shed some light on this and it’s allready discussed in many mainstream media. I can add a small detail here confirming the ongoing cover-up:

In  my last book – documentating the dubious identities of the hijackers – I quoted from the press release of a Meeting of Minister of Foreign Affairs, Prince Saud Al-Faisal and Pres. Bush on Sept. 20th 2001:

„Regarding the inclusion of Saudi names in the published list of the suspects, Prince Saud commented that haste in publishing the names of suspects has been acknowledged, and that it has been proven that five of the people listed had nothing to do with what happened, adding: “We very much hope that before being published, information, names and pictures will be verified.” (End of Quotation)

This press release was published on the website of the Saudi Embassy – but you will not find it there anymore, it’s now a dead link.

When our book „Facts, forgeries and the suppressed evidence of 9-11“ came out in August 2003 – and the „Spiegel“-Magazin tried to ridicule my claim of the highly dubious hijackers identities, they asked the Saudi Embassy in Berlin about this quote of the Foreign Minister. Since the „Spiegel“ -guys aren’t cooperating with me, they didn’t provide me with the answers; but supported instead the befriended TV-Magazine „Panorama“ for an smear on the books of Andreas von Bülow, Gerhard Wisniewski and mine, so incredible, that I sued them for wrong allegations. To convince the judge what a bad journalist I am they sent in a huge pile of paper, and in this I found the document with the official answer of the Saudi Embassy to the „Spiegel“:

„Regarding your request from Aug. 27th 2003 on the alleged press-release of HRH Foreign Minister Prince Saud Al Faisal after his meeting with US-President George W.Bush on Sept 20th 2001, in which he is supposed to have said that five names on the FBI’s suspects-list had nothing to do with what happend, the Embassy of the Saudi Arabian Kingdom intimates, that HRH the Foreign Minister never gave such a statement and this means, that what is written in the book „Facts, Forgeries and the supressed evidence of 9-11“  lacks any foundation.“

(Copy of the document)

Thanks to the memory of the internet we can proof the opposite, the Saudi Foreign Minister indeed gave the statement  „that five of the people listed had nothing to do with what happened“ on Sept. 20th  and thanks to the involuntary help of  „Spiegel“ we can proof now, that two years later they officaly deny it entirely. Needless to say that this was no reason for  the former leading news-magazin  „Spiegel“ to look a bit closer at this mysterious denial. Why does the Saudi Secretary two years later deny that there had been errors in naming the suspects and he had dicussed  this with Pres. Bush who had acknoleweged a certain „haste of publishing“? If errors happened in „haste“ and would have been corrected properly with the second FBI-list published a week later – why not simply state so?  Why eliminate press-releases and deny given statements ?   – Because until today the question of the true identity of the 19 hijackers is still totally unsolved – and the Bush- administration and the officials of the other countries involved do everything they can to keep it that way.  If they succeed these 19 will stay there for ever and become history.”

Das sind sie bis heute und auch die “28 Seiten” werden daran nichts ändern. Dass aber  unter den fünf “falschen” Namen, die gestrichen werden sollten, mit Sicherheit Al-Midhar und Al-Hazmi zu finden sind, darauf kann man jede Wette abgeben.

26
May, 2016

9/11 und die Saudis

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!!atta-Die “28 pages” – die unveröffentlichten 28 Seiten aus dem 9/11 Commission Report – machen mal wieder Schlagzeilen –  doch es bleiben, wie vergangenen Monat hier schon notiert, 28 Nebelkerzen, denn das, was sie “enthüllen”, – die “schützende Hand”  des saudischen Geheimdienstes und der CIA über den späteren “Hijackern” Al-Midhar und Al-Hazmi, ist lange bekannt. Dass unlängst von ein amerikanisches Gericht verkündet wurde, dass Klagen von 9/11-Opfer-Angehörigen gegen saudi-arabische Roaylitäten zulassungsfähig sind, hatte schon zu einigen diplomatischen Verwerfungen bei Obamas jüngstem Besuch in Riad geführt. Jetzt wurde das Thema auch im Auswärtigen Auschuß des US-Parlaments angesprochen – und der republikanische Abgeordnete Dana Rohrabacher fragte die Sachverständigen, wer von ihnen ernsthaft glaube, dass die saudischen Royals nichts von den Vorbereitungen der 9/11-Attacken gewußt hätten. Zwei hoben die Hand, ein weiterer, Tim Roehmer, Leiter der der 9/11-Commission, widersprach: das sei zu schwierig um es mit Handzeichen zu klären. Worauf ihm Rohrabacher kräftig Contra gab (Video ab 1:19:00).

Und doch wird es auch nach einer Veröffentlichung der 28 Seiten nicht dazu kommen, dass etwa der ehemalige saudische Botschafter Prinz Bandar, wegen seiner Nähe zu George W. gern “Bandar Bush” genannt,  vor amerikanischen Gerichten verklagt wird, weil seine Frau den “Hijacker” Al-Midhar finanziell unterstützt hat. Denn dann müßte zum Beispiel auch zur Sprache kommen, dass Al-Midhar in San Diego bei einem inoffiziellen Mitarbeiter des Geheimdiensts zur Untermiete wohnte und warum die Beamten des zuständigen FBI-Distrikts, die über die  Top-Terroristen von der CIA im Dunkeln gelassen wurden, glauben, dass er selbst ein “IM” war. Und diese Pandorabüchse machen wir dann lieber doch  nicht auf. Auch wenn die Kopf-ab-Monarchen und Terror-Exporteure in Riad jetzt ein wenig Panik schieben, ihr großer Bruder in Washington kann sie nicht allein im Regen stehen lassen, dazu steckt er selbst zu tief mit drin…

17
Apr, 2016

28 Nebelkerzen

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Obama reist nächste Woche mit mit schweren Waffen im Verkaufsgepäck nach Riad und die Saudis drohen mit 750 Milliarden Dollar Liebesentzug, falls in den USA ein neues Gesetz durchkommt, das Gerichtsklagen gegen saudische Regierungsmitglieder im Zusammenhang mit 9/11 zuläßt. Hintergrund ist die geforderte Veröffentlichung von bisher geheim gehaltenen “28 Seiten” des 9/11-Commission-Reports, für die sich vor allem der Senator Bob Graham stark gemacht hat – was uns schon 2011 etwas fishy vorkam, weil es nach “limited hangout” roch. Weshalb sich von dem aktuellen Hype um die  “Saudi-Connection”  der 9/11-Anschläge auch niemand benebeln lassen sollte, denn saudische Agenten wie die späteren “Hijacker” Al-Midhar und Al-Hazmi taten in den USA keinen Schritt ohne den großen Bruder CIA. In “11.9 – zehn Jahre danach” haben wir diese Zusammenhänge ausführlich dokumentiert. So sehr  die Drohung, Prinz Bandar und seine Frau als Geldgeber der “Hijacker” gerichtlich  mit Milliardenstrafen zu erpressen im diplomatischen Armdrücken durchaus  steroidartige Wirkung entfalten könnte, so wenig ist realiter damit zu rechnen. Denn dieser Prinz heißt nicht zufällig “Bandar Bush”, sondern ging bei seinem Kumpel George W. tatsächlich ein und aus. Und diese Kiste macht man doch besser nicht auf, wie schon dieser kurze Auszug (S.84/85) deutlich machen sollte:

“Fassen wir die Akte Khalid Al-Midhar noch einmal kurz zusammen: Seit 1998 wurde das Haus seines Schwiegervaters im Jemen observiert, in dem er ein und aus ging; 1999 wurde er von Omar Al-Bayoumi in Kalifornien empfangen, einem Saudi mit Geheimdienstverbindungen (von dem der Commission Report verharmlosend vermerkt, er sei ein »unwahrscheinlicher Kandidat für klandestine Beziehungen mit islamistischen Extremisten«); im Januar 2000 nahm er an einem Al-Qaida-Planungstreffen in Kuala Lumpur teil, das vom malaysischen Geheimdienst auf Video aufgezeichnet und den US-Behörden übermittelt wurde; er und seine »Studien«-Kollegen in San Diego erhielten über ihren Mentor monatliche Schecks von der Frau des saudischen US-Botschafters Prinz Bandar; im September 2000 nahmen Al-Midhar und Al-Hazmi eine neue Wohnung in San Diego, im Haus des FBI-Informanten Abdussattar Shaikh. Danach reiste Al-Midhar in den Jemen, wo im Oktober 2000 der Anschlag auf das US-Schlachtschiff “Cole” erfolgte, für das sowohl Gäste des safehouse seines Schwiegervaters als auch Teilnehmer des Malaysia-Treffens verdächtigt wurden. Zum selben Zeitpunkt wurde der oberste Terroristenjäger des FBI, John O’Neill, davon abgehalten, im Jemen zu ermitteln und erhielt von Bushs Botschafterin Barbara Bondine Einreiseverbot. Stattdessen wurde Khalid Al-Midhar im Juni 2001 ein frisches Einreisevisum für die USA erteilt. (…) Wir unterdessen fragen uns, ob die Logistik und die Verbindungen des Khalid Al-Midhar nicht sehr stark darauf hindeuten, dass es sich bei ihm um ein »Asset«, einen »IM«, einen Agenten handelte, der in den USA tun und lassen konnte, was er wollte, weil er im Auftrag eines Geheimdiensts unterwegs war. Der zwar auf der Watchlist der CIA stand, weil er engste Verbindungen zu einem Al- Qaida-Nest im Jemen unterhielt, der aber von den saudischen Royals alimentiert und von saudischen Agenten umsorgt wurde und der bei einem FBI-Mitarbeiter zur Untermiete wohnte – kein einsamer Terrorist under cover im Feindesland, sondern ein Agent mit besten Kontakten. Der Autor Lawrence Wright sprach mit einigen der Beamten der FBI-Einheit I-49, die für Al-Midhar und Al-Hazmi zuständig gewesen wäre, hätte sie denn von seiner Rolle erfahren. Dass sie davon nicht erfuhren, so glaubt »mindestens die Hälfte der Jungs im Büro«, hatte damit zu tun, »dass die CIA Al-Midhar und Al-Hazmi schützte, weil sie hoffte, die beiden zu rekrutieren«. Oder, können wir hinzufügen, dass die CIA sie im Joint Venture mit den saudischen Kollegen schon rekrutiert hatte als V-Männer (oder Agents Provocateurs?) in der »Logistikzentrale« von Al-Qaida …”

7
Nov, 2015

Rinks & Lechts & Quer & Queer

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weapons-of-mass-destruction-700x4374Über das Phantom einer “Querfront”, in der sich Rechtspopulisten und Pegida-Fans mit Linksradikalen und “Verschwörungstheoretikern” vereinen, wird derzeit wieder viel fabuliert und im Zusammenhang mit einer mißratenen (und zurückgezogenen) Studie zum Thema hatte ich meine 2 Cent zu diesem halluzinierten “Netzwerk” eigentlich schon abgeliefert. In einem Artikel, der in der “Berliner Zeitung” und der “Frankfurter Rundschau” erschien, ist dieser Unsinn jetzt aus Anlass des Rücktritts von Wolfgang Lieb aus der Redaktion der Nachdenkseiten wieder aufgewärmt worden. Wie üblich wird auch hier wieder zusammengerührt, was nicht zusammengehört, um Leute wie etwa  den Nachdenkseiten-Chef Albrecht Müller, den Journalisten Ken Jebsen oder yours truly mit völkisch-brauner Soße zu kontaminieren. Weil Argumente dafür in den Arbeiten der Genannten nicht zu finden sind, müssen sie in freier Assoziation konstruiert werden – was in meinem Fall zu unfreiwilliger Komik führte:

“Der einstige taz-Journalist Mathias Bröckers (61) verkauft heute seine Bestseller über den 11. September 2001 als Terrorwerk der US-Regierung und seine „Ansichten eines Putinverstehers“ an Linken- wie AfD-Anhänger.”

Außer der Altersangabe stimmt an diesem Satz nichts: ich bin nach wie vor Journalist und arbeite (seit 2007) als Berater wieder für den taz-Verlag; Bestseller über den 11. September 2001 “als Terrorwerk der US-Regierung” habe ich nie geschrieben, sondern drei Bücher, die die offizielle Legende des 11.September in Frage stellen, und diese wurden wie auch die „Ansichten eines Putinverstehers“ keineswegs  nur von “Linken- und AfD-Anhängern” gelesen, sondern definitiv auch von Mitgliedern  von CDU/SPD/FDP/Grünen. Sogar dass der eine oder andere Nazi sie in die Hände bekam (und mit Gewinn gelesen hat) kann ich nicht auschliessen. Und somit von Glück sagen, dass der Autor des FR-Artikels den nicht ausfindig gemacht hat, weil sonst…uuuaaah. Nazis lesen Bröckers und verstehen Putin… da ham wir’s mal wieder.

Auch wenn es bisweilen schwer sein mag, Rinks & Lechts & Quer & Queer zu unterscheiden und es sich angesichts von Überschneidungen einen Reim auf die verschiedenen Bewegungen und Gruppen zu machen, mit nur ein wenig Recherche etwa auf den Nachdenkseiten, bei Ken FM oder in diesem Blog könnte man ermitteln, wes Geistes Kind die Macher sind, und Belege, Zitate, Beispiele für ihre Haltung beibringen. Weil sich da aber auf weiter Flur nicht “Völkisches”, “Rechtspopulistisches” oder sonstwie Reaktionäres finden läßt müssen, muss der Rufmord via Kontaktschuld konstruiert werden.  Oder mit schlichten Falschbehauptungen (“11. September 2001 als Terrorwerk der US-Regierung”) ein Extremismus insinuiert werden, der allein den linken wie den rechten Rand begeistert.

Da wundert es nicht, dass nach einer neuen repräsentativen Umfrage 44 % der Deutschen dem Vorwurf “Lügenpresse” zustimmen (aber nur 10 % den anderen Pegida-Parolen) – die meisten Journalisten aber nach wie vor überzeugt sind, dass sie an diesem gravierenden Vertrauensverlust vollkommen unschuldig sind und nur ein paar üble Demagogen der Bevölkerung diesen Unglauben eingeimpft haben. Aber, liebe Kolleginnen und Kollegen in den “Leitmedien”: dem ist nicht so! Die Leute sind nicht so blöd wie ihr glaubt oder sie gerne hättet. Und ihr werdet sie nicht zurückgewinnen,  wenn ihr euren Medienzirkus weiter “as usual” betreibt und jede Kritik daran als rechtspopulistische Verschwörungstheorie abwatscht. Nicht nur die Massenvernichtungswaffen des Irak waren eine große Lüge, auch Osama Bin Laden und seine 19 Teppichmesser als 9/11-Alleintäter sind eine solche, ebenso wie die Alleinschuld des “Aggressors” Putin am Ukraine-Konflikt. Wer Glaubwürdigkeit zurückgewinnen will, muss da ran…

Update: Authentischer Linkspoulismus – Ken Jebsens Rede in Plauen ( ungeschnitten auf Youtube )

30
Oct, 2015

Selbst denken nicht erwünscht

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Zu der im Update zum letzten Posting bereits erwähnten Hexenjagd auf den “Verschwörungstheoretiker” Daniele Ganser hat Marcus Klöckner ein Interview mit dem Kultur,- und Wahrnehmungswissenschaftler David Hornemann von Laer geführt, der Ganser zu seinem Vortrag  “Fakten, Meinungen, Propaganda – Wie mache ich mir selbst ein Bild?”an die Uni Witten eingeladen hat.  Dass die lokale SPD, Grüne und Piraten in einem offenen Brief dagegen protestierten und die Ausladung des Wissenschaftlers forderten markiert einen neuen Tiefpunkt in der Anwendung der einst nach dem Mord an JFK von der CIA empfohlenen Methode,   “Verschwörungstheorie”  als psychologischen Kampfbegriff im Rahmen des öffentlichen Warhnehmungsmanagments einzusetzen. Seitdem reicht der Einsatz dieser Waffe um jeden Diskurs zu beenden und jeden vermeintlichen Vebreiter von Verschwörungstheorien als unseriös und gefährlich erscheinen zu lassen.

Nach 9/11 kam es zu einem Großeinsatz der Diffamierungsvokabel, als GW Bush vor der UNO verkündete:  »Wir müssen die Wahrheit über den Terror aussprechen. Lasst uns niemals frevelhafte Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit den Anschlägen des 11. September tolerieren, boshafte Lügen, die bezwecken, die Schuld von den Terroristen selbst abzulenken, weg von den Schuldigen.« Seitdem gilt jeder Zweifel an der innerhalb von 45 Minuten festgestellten Haupttäterschaft Osama Bin Ladens als boshafte Lüge, und wer solche Zweifel öffentlich äußert wird als frevelhafter “Verschwörungstheoretiker” diskreditiert und aus dem Verkehr gezogen. Wie einst die “Ketzer”, die an den Dogmen der heiligen Kirche zweifelten, oder wie der langjährige Radiomoderator Ken Jebsen, der zum 10. Jahrestag der 9/11-Anschläge einen solchen Zweifler – yours truly – nicht nur ausführlich im öffentlich-rechtlichen Radio zu Wort kommen lies, sondern dem Gespräch auch noch eine knackige Einleitung  (Happy Birthday Terrorlüge) vorausschickte.

Anders als im Mittelalter aber läßt sich Kritik an hochheiligen Dogmen heutzutage nicht mehr so einfach aus,- oder abschalten, selbst wenn sie aus dem Mainstream verbannt wird. Jebsen erzielt mit  “Ken FM” mittlerweile höhere Quoten als seinerzeit im RBB (hier ein ausführliches Interview mit ihm dazu), und ich kann – seit ich als angeblicher “Verschwörungstheoretiker” für die Großmedien tabu bin –  keinesweges über mangelndes Publikumsinteresse oder niedrige Buchauflagen klagen.  Ähnliches gilt auch für Daniele Ganser, den man zwar aus den heiligen Hallen der Wissenschaft verbannen konnte, nicht aber aus den Vortragsälen und Bestsellerlisten.

Eben diese Erfolge und die Tatsache, dass die Deutungshoheit der Mainstreammedien passé ist, führen nun offenbar dazu, dass auch ehemalige Sozis und Linksalternative völlig hemmungslos dem CIA-Sprech “Verschwörungstheorie” frönen. Und wenn – wie etwa in Gansers Publikationen  – keine solche Theorie zu entdecken ist, dann wird der Vorwurf über Kontaktschuld hergestellt: hat Ken Jebsen Interviews gegeben, der wiederum ja auch schon mal bei den Montagsmahnwachen aufgetreten ist, wo wiederum auch schon mal dubiose ChemTrail-Gläubige auftraten und Pegida-Fans gesichtet worden sein sollen… also alles klar, alles Nazis, alles neurechte “Querfront”, alles pfui…

Derlei dumpfe Einfalt ist nicht allein auf die NRW- Provinz beschränkt, sondern zieht sich quer durch die Republik und den Blätterwald von FAZ bis taz, die offenbar allesamt den Schuss noch nicht gehört haben. Auch dass nach einer neuen repräsentativen Umfrage 44 % der Deutschen dem Vorwurf “Lügenpresse” zustimmen (aber nur 10 % den anderen Pegida-Parolen) wird wohl nichts daran ändern, dass die bornierten Köpfe in den Redaktionsstuben weiterhin fest daran glauben, dass sie doch alles richtig machen und die Leute, die ihnen nicht mehr glauben, einfach nur bescheuert sind. Weil aber nun einmal jeder, der bereit ist, sich nur für 1- 2 Stunden mit 9/11 zu befassen und selbst zu denken, nicht anderes kann, als in der Story von Osama und  den 19 Teppichmessern eine unermittelte, unbewiesene “Verschwörungstheorie” zu erkennen, muß jeder kritische Blick auf das Verbrechen des Jahrhunderts und das Versagen der Medien tabuisiert werden. Selbst denken ist und bleibt nicht erwünscht…

25
Oct, 2015

Die dunkle Seite von Wikipedia

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(mit Update) Als Online-Nachschlagewerk ist Wikipedia mittlerweile eine Insitituion, die für Online-Recherchen unverzichtbar und wenn es um (natur-)wissenschaftliche Fakten geht in der Qualität gedruckten Enzyklopädien durchaus ebenbürtig ist . Anders sieht es bei politischen und historischen Ereignissen wie etwa 9/11 aus, bei denen die Qualität ebenso wie die Neutralität der Wikipedia-Artikel oft zu wünschen übrig lassen. Warum das so ist, wie der Spin solcher Artikel geschaffen und welche Hierarchien innerhalb der Wikipedia diesen Spin beeinflussen, zeigen Markus Fiedler und Frank-Michael Speer in ihrer Dokumentation “Die dunkle Seite von Wikipedia” – an einem exemplarischen Beispiel, dem Eintrag über den Schweizer Historiker Daniele Ganser. Dieser ist mit Untersuchungen über die Geheimarmeen der NATO hervorgetreten und hat auch die Unstimmigkeiten der offiziellen 9/11-Geschichte und die darauf basierenden Verschwörungstheorien wissenschaftlich erforscht. Dass ihm diese Forschungen in der Wikipedia das Etikett “Verschwörungstheoretiker” eingebracht haben, obwohl er selbst keine solche Theorien verbreitet, sondern dem Wahrheitsgehalt der ihnen zugrunde liegenden Behauptungen nachgeht, kann ich sehr gut nachvollziehen, weil es mir mit meinen Arbeiten zu 9/11 nicht anders erging. Gegen den negativen Spin als “Vertreter von Verschöwungstheorien” in dem  deutschen Wikipedia-Eintrag über mich habe ich nie etwas unternommen (und die Diskussion über meine Aufnahme in die US-Version 2006 eher amüsiert zur Kenntnis genommen), Daniele Ganser aber wollte seine wissenschaftliche Reputation nicht durch diese Diffamierungsvokabel verunstaltet sehen – und versuchte, sie zu korrigieren. Aber er hatte die Rechnung ohne die dunkle Seite dieser vermeintlich freien und offenen Enzyklopädie gemacht…

Update: Gegen einen Vortrag Gansers an der Uni Witten-Herdecke protestiert ein “Bündnis gegen Verschwörungswahn”, getragen von Wittener SPD und Jusos, Wittener Bündnis90/Die Grünen und sogar der ehemals zensurkritischen Piratenpartei NRW. Als Grund für diese Hexenjagd  führen die durchgeknallten Sozis, Grünen und Piraten keine inhaltliche Argumente an, sondern Auftritte und Interviews Ganser in der “Verschwörungstheoretiker-Szene”. Die Uni-Leitung hat sich ebenso wie die Wittener Junge Union und die FDP von diesen Zensurforderungen klar distanziert. Welcher Wahn die linksalternativen Zensoren reitet bleibt mir vollstädnig unergründlich….

5
Sep, 2015

“September 11 – The New Pearl Harbor”

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Heute zur Einstimmung auf den Jahrestag kommenden Freitag großes Wochenend-Kino: die 5-stündige Dokumentation “September 11 – The New Pearl Harbor” von Massimo Mazzucco. Der Film behandelt nach einem Einstieg zu den Parallen mit dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor 1941 in jeweils kurzen Kapiteln sieben zentrale Aspekte der 9/11 Attacken – Air Defence, The Hijackers, The Airplanes, The Pentagon, Flight 93, The Twin Towers und WTC Building 7. Wer sich nur für bestimmte Aspekte interessiert, findet auf der Website zum Film  eine Übersicht der Kapitel, um sich direkt dorthin zu klicken. Es gibt schon einige gute Dokumentationen zu 9/11, aber diese ist meines Erachtens die beste. Sowohl für Menschen, die sich jenseits der offiziellen Story noch nie mit Thema befasst haben, als auch für Fortgeschrittene, denen die Lügen, Ungereimtheiten und unterdrückten Fakten des 9/11-Reports schon lange aufgefallen sind. Selbst eingefleischte “Truther” wie yours truly –  den zur Beschimpfung mißbrauchten Begriff  “Wahrheitssucher” betrachte ich in Sachen 9/11 ebenso als Ehrbezeichnung wie auch die Diffamierung  “Verschwörungstheoretiker” – können in diesem ausführlich und sorgfältig dokumentierten Film noch einiges entdecken.

Auch nach 14 Jahren kann es nicht darum gehen, dass wir, die Zweifel an der offiziellen Geschichte geäußert und Argumente für diese Zweifel publiziert haben haben, die 9/11-Verbrechen aufklären. Das können nur Staatsanwälte und Richter. Wer aber unsere Bücher gelesen oder diese Dokumentation gesehen hat, und weiterhin behauptet, es hätte mit der offiziellen Erklärung der Attacken schon seine Ordnung und es bestünde kein Grund zu einer Wiedervorlage dieses Massenmords vor einem Gericht, verfügt entweder nur über einen IQ knapp über Zimmertemperatur oder wird durch eine kognitive Dissonanz dazu gezwungen, die erschütternden Fakten einfach auszublenden. Und aus Selbstschutzgründen weiter mit einem riesigen blinden Fleck durchs Leben zu laufen. Da kann letztlich nur ein Psychologe helfen, der diesen Klienten die Angst nimmt als verrückt oder irre diffamiert und ausgegrenzt zu werden, weil sie nicht an das Dogma von Osama und den 19 Teppichmessern als Alleintäter glauben. Sofern es sich bei diesen Klienten um Politiker, Historiker oder Journalisten handelt müssten sie freilich bis zum Abschluss der Kur von ihrer Tätigkeit beurlaubt werden –  wer über einen blinden Fleck oder nur eine Sehschwäche für das zentrale weltpolitische Ereignis dieses Jahrhunderts verfügt, ist für diese Jobs ungeeignet. Denn 9/11 war Auslöser und Begründung für die Serie von Kriegen des “Great War On Terror”, die seitdem ein halbes Dutzend Nationen verwüstet und entstaalicht, mindestens 1,5 Millionen Menschen das Leben gekostet und Millionen mehr zur Flucht gezwungen haben. Oder anders gesagt: wer die aktuellen Flüchtlingsströme verstehen will –  was ja die Voraussetzung ist, die Krise zu beheben und nicht nur an den Symptomen herum zu kurieren – kann über 9/11 nicht schweigen.
Unten das Original des Films, mit deutschen Untertitel hier.

25
Jul, 2015

Darth Vader ganz entspannt

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25.07.15 21:08-Bildschirmkopie

Bei der Operation 9/11 läuft alles nach Plan, da kann man im Büro schon mal ein wenig die Füße  hochlegen…
Nun gäbe es sicher wichtigere, unveröffentliche Bilder vom 11.9.2001 als die 350 Aufnahmen von Bush, Cheney und Mitarbeitern, die das Nationalarchiv jetzt veröffentlicht und auf Flickr eingestellt hat, aber was die “Atmo” im Weissen Haus betrifft, ist dieses hier schon recht aufschlussreich. So relaxed, locker und wenig überrascht wie Dick Cheney haben wohl wenige diesen unfassbaren Anschlag zur Kenntnis genommen…

In “9/11 – Zehn Jahre danach” hatten wir im Kapitel “Auf verlassenem Posten” über das merkwürdige Nichtstun des Verteidigungministers, des Armeechefs und des Vizepräsidenten geschrieben:

Wo aber war, zu guter Letzt, Vizepräsident Richard Cheney – in Vertretung des morgens eine Grundschule besuchenden (Kap. 18) und erst am Abend nach Washington zurückkehrenden George W. Bush für den Verlauf des Tages faktisch »Commander in Chief« und amtierender Präsident?

Legendär ist in diesem Zusammenhang der Bericht von US-Verkehrsminister Norman Mineta, der am Morgen des 11. September mittendrin war, also im Weißen Haus, an der Seite von Dick Cheney. Mineta wurde nach eigener Aussage um 9:20 Uhr in den Bunker-Konferenzraum unter dem Weißen Haus gebracht, wo sich Cheney zu diesem Zeitpunkt bereits aufhielt. (Minetas – wenngleich nicht unumstrittene – Aussage wurde von der Kommission vollständig ignoriert und aus deren Videoarchiv entfernt, kann aber dennoch weiterhin im Netz begutachtet werden.) Richard Clarkes Schilderungen bestätigen indes Minetas Aussagen, jedenfalls grundsätzlich: Laut Clarke war Cheney um zirka 9:15 Uhr im Bunker eingetroffen,was Medienberichte, die sich auf Condoleezza Rice’ Aussagen zu den morgendlichen Abläufen im Weißen Haus stützten, unterstrichen.

Laut Mineta erfuhr nun Cheney im White-House-Bunker von einer Maschine, die sich Washington näherte. Nachdem ein Mitarbeiter dem Vizepräsidenten zum dritten Mal die – abnehmende Entfernung – mitgeteilt und ihn gefragt hatte, ob »der Befehl immer noch« gelte, fuhr Cheney den Überbringer der Nachricht an: »Natürlich gilt der Befehl noch! Haben Sie irgendwas Gegenteiliges gehört?« Das ereignete sich – laut allen Zeugenaussagen – um 9:25 oder 9:26 Uhr, etwa zehn Minuten vor der Pentagon-Explosion.

Der Commission Report ließ all diese Fakten links liegen und präsentierte eine ganz neue Version. Denn die Kommission stellte fest, dass Cheney erst um 10 Uhr in den Bunker gebracht worden war. Grundlage dieser maßgeblichen Realitätskorrektur war eine ominöse Secret-Service-Alarmierungs-Timeline – die dann allerdings leider, als »Skeptiker« sie sehen wollten, nicht mehr auffindbar war. Dennoch stellte der Commission Report alle bis dahin gesammelten Aussagen richtig. Oder auf den Kopf, nämlich so:»Ab 10:02 Uhr gingen im Bunker Berichte des Secret Service über ein sich Washington näherndes – mutmaßlich entführtes – Flugzeug ein. Dieses Flugzeug war United 93. … Irgendwann zwischen 10:10 und 10:15 Uhr teilte ein militärischer Mitarbeiter dem Vizepräsidenten und anderen mit, das Flugzeug sei 80 Meilen entfernt. Vizepräsident Cheney wurde um Erlaubnis gebeten, die Maschine angreifen zu dürfen. … Der Vizepräsident genehmigte den Angriff auf die Maschine. Er sagte uns, der militärische Mitarbeiter sei ein paar Minuten später, vermutlich zwischen 10:12 und 10:18 Uhr, zurückgekehrt und habe ihm mitgeteilt, die Maschine sei 60 Meilen entfernt. Erneut habe er um eine Genehmigung zum Angriff gebeten. Der Vizepräsident sagte erneut ja.«

Beachtlich. Der Commission Report verlegt also Cheneys »Umzug« in den Bunker um etwa eine Stunde nach hinten, erklärt den Flug AA 77 zu UA 93 und macht aus »natürlich gilt der Befehl noch!« (also der von Skeptikern vermuteten Stand-Down-Order für die Abfangjäger) einen markigen Befehl zum Abschuss. Einen Befehl, der allerdings passenderweise um 10:15 Uhr keine Folgen mehr haben konnte, da UA 93 bereits zehn Minuten zuvor abgestürzt war.
Eine Stunde mehr oder weniger, das ist natürlich generell und erst recht erdgeschichtlich gesehen keine große Sache, in dem Fall aber doch der Rede wert. Denn an dieser waghalsigen Umdeutung der Realität lässt sich trefflich zeigen, wie gründlich die Kommission (Kap. 2) gearbeitet hat.

Uns bleibt auch hier nur die Bitte um staatsanwaltliche Hilfe. Konfrontieren wir jene, die an diesem Morgen dringend hätten handeln können, ja, müssen, mit den Aussagen von Clarke, Mineta, Rice und so vielen anderen. Am besten auch gleich noch mit denen von Dick Cheney selbst, der am 16. September 2001 im Interview sagte, er habe im Bunker vom Pentagon-Crash erfahren. In genau dem Bunker, im dem er ja laut Commission Report erst eine halbe Stunde später eintraf. Die Kernfrage also lautet: Meine Herren! Wieso wart ihr an diesem Tag alle zu zuverlässig »nicht auf dem Posten«? Und wieso widersprecht ihr euch bei jedem Erklärungsversuch alle, dass sich die Balken biegen?

20
Jun, 2015

Ich bin Verschwörungstheoretiker – und das ist gut so!

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18.06.15 19:09-Bildschirmkopie-2Was Verschwörungen sind ( A und B verabreden sich hinter dem Rücken von C um sich einen Vorteil zu verschaffen), dass sie im Alltag der  Wirtschaft, der  Politik und vor allem im Liebesleben regelmäßig vorkommen und  auf Indizien beruhende Annahmen über  solche Verschwörungen – Verschwörungstheorien – eine rationale vernünftige Heransgehensweise  an dieses alltägliche Phänomen darstellen – diese  simplen, unwiderlegbaren Tatsachen sind aus dem Blick geraten, seit der Begriff “Verschwörungstheorie” als Kampfbegriff in der psychologischen Kriegsführung eingesetzt wird. Nachdem unlängst in der Gesprächsrunde bei Ken FM die Geschichte dieser Aufrüstung eines neutralen Begriffs zur Diffamierungswaffe im Zusammenhang mit dem ungeklärten Mord an John F. Kennedy kurz angeschnitten wurde, habe ich dazu einige Anfragen nach weiteren Informationen erhalten. Pro domo empfehle ich dazu natürlich das Buch “JFK – Staatsstreich in Amerika” , in dem auch das historische Dokument zitiert ist, mit dem die CIA ihren Stationen weltweit  den Begriff empfahl, um die Zweifel an der offiziellen Version des Kennedy-Mords zu kontern – und darlegte, dass es sich bei den Kritikern  der von der  “Warren Kommission” verkündeten Theorie des Einzeltäters Lee Harvey Oswald um “Verschwörungstheoretiker” handelt, Staatsfeinde, die nur von kommerziellen oder kommunistischen Interessen motiviert seien.

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15
Jun, 2015

Lügenpressepanorama

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Dass dem sich kritisch und investigativ gerierenden  NDR-Magazin “Panorama” propagandistischer Pseudo-Journalismus nicht fremd ist, mußte ich schon 2003 lernen, als ich einem Reporter ein 20-minütiges Interview zu dem gerade erschienen Buch “Fakten, Fälschungen und die unterdrückten Beweise des 11.9.” gegeben hatte. Aus dem landeten dann drei Sätze in einem desinformierenden und  diffamierenden Beitrag , der das  Buch mit dem rechten Gedankengut des “Reichsdeutschen” Horst Mahler zusammenrührte.  Am 22.8.2003 hatte ich hier dazu  notiert:

Noch eine kleine verschwörungstheoretische Anmerkung: Zum Interview mit dem Panorama-Reporter hatte ich mich vor vierzehn Tagen auf dem Hackercamp des Chaos Computer Clubs in Altlandsberg verabredet. Als ich eine Vorbesprechung für den abendlichen Vortrag kurz unterbrach, weil die Fernsehleute angekommen waren, meinten die CCC-Leute: “Panorama? – Du weißt hoffentlich, dass die mit dem Verfassungsschutz zusammenarbeiten…” Da kennen sich die Hacker ein bißchen aus, aber ich nahm die Bemerkung nicht weiter ernst – erst gestern nach dem Beitrag fiel sie mir wieder ein. Von dem NPD-Gründer und Agenten des britischen Geheimdiensts MI-6,  Adolf von Thadden, bis zu dem aktuell vom deutschen Verfassungsschutz unterwanderten Vorstand der heutigen NPD scheint in der Bundesrepublik eine stramme Linie geheimdienstlicher Rechtsaußen-Aktivitäten zu existieren, die sich offenbar auch bis zu einem Typen wie Mahler erstreckt. Denn dass einem derart durchgeknallten  “Reichsdeutschen” in der ARD bereitwillig Sendezeit eingeräumt wird, kann eigentlich nur mit einem dezenten Wink der Schlapphüte zu tun haben. Eine Nebelkerze sollte produziert werden, die ernstzunehmende kritische Fragen zum 11.9. – auch & vor allem zur Rolle westlicher Geheimdienste – bis zur Unkenntlichkeit verzerrt.

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1
Mar, 2015

Diskurshygiene in der Konsensfabrik

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“Die Politik predigt Alternativlosigkeit, und die Medien skandalisieren jede Tabuverletzung. Es ist kein Wunder, dass immer mehr Bürger vom “System” frustriert sind”, notierte unlängst “Die Zeit” und führte zur Erklärung aus: “Offenbar ist im Zuge der Entideologisierung, Entfeindung und Versachlichung der deutschen Politik das Spektrum tolerierter Positionen immer enger geworden. Das betrifft nicht allein die Politik. Denn sosehr die Öffentlichkeit inzwischen allergisch reagiert, wenn “alternativlose” Politik durchgesetzt wird, so sehr hat sich zwischen Politik und Medien eine stille Übereinkunft über legitime politische Vorstellungen gebildet. Und während die Medien seit Jahren die “Langeweile” der Politik bejammern, haben sie zugleich leidenschaftlich die Rolle des Grenzwächters übernommen. Politische Linientreue wird verhöhnt, Grenzverletzung jedoch gnadenlos skandalisiert. Die Medien, die den bleiernen Konsens kritisieren, sanktionieren zugleich seine Missachtung.”

So ist es – und wenn es selbstkrtitisch gemeint ist müßte sich an der “Zeit” so einiges ändern,   wobei es unter fortgesetzter Anwesenheit der transatlantischen Gatekeeper eine “Ausweitung der Kampfzone”, wie sie die Autoren fordern,  wohl nicht  geben wird. Weder bei der “Zeit” noch sonst irgendwo in   den “Leitmedien” genannten Konsensfabriken, deren Produkte bei den Verbrauchern derzeit auf wachsende Skepsis stossen. Und dies umso mehr, wie eine schwarz-rot-grüne Diskurzwalze alles plattmacht und skandalsiert, was sich dieseits und jenseits der Konsensautobahn bewegt. Da werden Großdemonstrationen von Bürgern mit Frustrationshintergrund (“Pegida”) dann komplett als Naziaufmärsche denunziert, Montagsdemos mit alternativ-friedensbewegtem Hintergrund als Zirkus von Verschwörungsspinnern und Reichsbürgern heruntergeschrieben und der allgemeine Unmut über die einseitige Ukraine/Russland-Berichterstattung als perfides Werk von Kreml-Agenten und Putin-Trollen dargestellt. Dies alles im Namen der Aufklärung und der Vernunft, jedoch, so hieß es in der NZZ hierzu:  “Die Aufklärer, die hier auftreten, reden im Gestus strenger Kolonialoffiziere, die ihren noch immer nicht diskurshygienisch stubenreinen Eingeborenen die Leviten lesen, aber auf keinen Fall zuhören wollen.” Und weiter:

“In einer kuriosen Volte geriert sich als faktisch konservatives Establishment, was sich vom Selbstverständnis her eher linksliberal und grün-alternativ fühlt. Der Medienanalytiker Lutz Hachmeister spricht von einem «bürgerlichen Zentrismus», der den deutschen Medienkonsens seit geraumer Zeit präge. Legitime Publizistik darf nach der Überzeugung dieses Juste Milieu nur in den Grenzen seiner Wahrnehmungs- und Urteilsmuster stattfinden. Dabei sind die Konturen der einzelnen Medien ebenso abgeschliffen wie im überwältigenden sozialdemokratisch-ökologischen Konsens der deutschen Politik, an den sich Medien gern anlehnen. Explosive Konfliktthemen werden gern ausgeschlossen, wenn ihre öffentliche Erörterung als «nicht hilfreich» gilt. Polarisierungen werden lieber künstlich erzeugt und in Debatten mit bekannter Dramaturgie übergeführt.”

mediahostilityDiese Grenzen der Wahrnehmungs- und Urteilsmuster sind eng gesteckt, Dissens kläßt der schwarz-rot-grün-liberale Zentrismus nur in homöpathischer Dosierung zu. Über den westlichen Kuschelkurs mit der Marionettenregierung in Kiew und ihren Nazi-Bataillonen darf man zwar die Nase rümpfen, ernsthafte Kritik und gar die Forderung von Konsequenzen aber sind Tabu: das würde “einen Keil ins westliche Bündniss” treiben und sowas geht gar nicht. Weshalb der Putsch in Kiew eben auch keiner sein darf.  Über Sinn und Unsinn der NATO zu diskutieren ist “nicht hilfreich”; ebensowenig wie die von deutschen Standorten koordinierten Drohnenmorde Obamas anzuklagen, weil sie gegen Verfassung und Völkerrecht verstossen;  wer  Aufklärung der 9/11-Verbrechen, der Initialzündung des “Gobal War On Terror”, fordert, ist als Opfer “kruder Verschwörungstheorien”  diskurshygienisch disqualifiziert, wer die internationale Finanzelite und das Federal Reserve-System kritisiert wird in eine Schublade mit Antisemiten und Holocaustleugnern gesteckt. Empörung ist angesagt, wenn das Assad-Regime die eigene Bevölkerung bombardiert, wenn Nethanjahu oder Poroschenko es tun: Bitte weitergehn, hier ist nichts zu sehen!

Von der CSU bis zu den Grünen, von der Seidel,-bis zur Böll-Stiftung zieht sich der konsensuale Einheitsbrei,  die Medien von FAZ bis taz, von Bild bis Spiegel, von ARD bis Super-RTL rühren ihn täglich neu an und dass die meisten Journalisten dann klingen wie Regierungssprecher wundert bei dieser supergroßen Konsenskoalititon dann auch nicht mehr.  Erstaunlich ist aber dann doch, dass sich die deutschen Medien bei ihrer Polarisierung in Sachen Russland offenbar noch päpstlicher als der Papst in Washington geben. Dies ist das Ergebnis einer Studie über die Russland-Berichterstattung in den globalen Medien, die anhand des Verhältnisses von neutralen zu negativen Beiträgen einen “Feindlichkeits-Index” erstallt hat: noch vor den USA ist hier Deutschland Weltmeister. Da die Studie von einem russischen Thinktank erstellt wurde ist ja klar, dass es sich um Kreml-Propaganda handeln muß. Einseitigkeit und vorurteilstriefende Berichterstattung lassen sich unsere Medienmacher ungern nachsagen – “Lügenpresse” sind immer die anderen. Und doch lesen sich die hiesigen Artikel über den bis dato völlig ungeklärten Mord an dem Oligarchen und Oppositionspolitiker Boris Nemzov, als sei Putins Pass im Fluchtauto gefunden worden….

26
Feb, 2015

Alles außer 9/11

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wtcDie Zeitschrift ÖkologiePolitik hat mich zum Thema Medienmainstream und Verschwörungstheorien befragt.

Herr Bröckers, woher kommt Ihr großes Interesse an Verschwörungstheorien?

Mathias Bröckers: Eigentlich interessieren mich Verschwörungstheorien nicht. Zumindest nicht in dem Sinne, dass ich selber wild spekuliere und welche aufstelle. Was mich interessiert, das sind von staatlicher Seite verbreitete Verschwörungstheorien – deren Ungereimtheiten und die Methoden ihrer Verbreitung. Und was mich motiviert, das ist die unglaubliche Bereitschaft der Massenmedien, die offiziellen Verschwörungstheorien ohne kritisches Nachdenken zu übernehmen und wiederzugeben.

So wie nach den Attentaten des 11. September 2001?

Ja, genau. Mein Buch widmet sich nur der offiziellen Darstellung der Geschehnisse und zeigt in 38 Kapiteln jeweils eine Ungereimtheit. Und jede würde in einem normalen rechtsstaatlichen Prozess zu einer Wiederaufnahme des Verfahrens führen. Wer sich nur für wenige Stunden nüchtern und vorurteilslos mit den Lücken, Widersprüchen und Unklarheiten im 9/11-Abschlußbericht beschäftigt, der erkennt, dass die Geschichte, die uns erzählt wurde, nicht wahr sein kann. Doch kann es meiner Meinung nach nicht darum gehen, der offiziellen Verschwörungstheorie neue inoffizielle Verschwörungstheorien entgegenzusetzen. Die „9/11-Truther“ tun das teilweise – und verstricken und zerstreiten sich dabei. Ohne die Macht und die Mittel eines unabhängigen Gerichts kann die Wahrheit nicht ans Licht kommen.

Was sind von 38 Ungereimtheiten die seltsamsten?

 Neunzehn Hijacker mit Teppichmessern schaffen es, vier Flugzeuge zu entführen, die Luftabwehr stundenlang am Boden zu halten und drei Wolkenkratzer zu pulverisieren, obwohl sie nur zwei getroffen haben.  Und der dritte Turm, das WTC 7, stürzt quasi im freien Fall zusammen – das ist schon sehr merkwürdig. Noch merkwürdiger ist, dass die BBC den Einsturz des WTC 7 schon 20 Minuten vorher meldete und dass die Berechnungen, die den offiziellen Gutachten zum Einsturz der Türme zu Grunde liegen, nicht veröffentlicht werden weil dies gegen die „nationale Sicherheit“ verstoßen würde.

Sie begannen schon am Tag nach den Anschlägen mit einer Artikelserie, die sich kritisch mit den offiziellen Darstellungen befasste. Warum?

Ich wunderte mich, warum schon nach 45 Minuten erstmals der Name „Osama Bin Laden“ und dann immer wieder, irgendein anderer Verdacht wurde nie genannt und nach ein paar Stunden stand der „Täter“ quasi schon fest. Da schien mir etwas faul zu sein, zumal Bin Laden dann in einem Interview zwei Tage später jede Tatbeteiligung explizit abstritt. Kaum glaublich schien mir auch  das wichtigste Beweistsück für den „islamistischen“ Hintergrund der Tat, der Koffer von Mohamed Atta, der zufällig als einziger des gesamten Passagiergepäcks in Boston geblieben war und Beweistücke wie sein Testament, einen Koran und eine Anleitung für das Fliegen von Boeings enthielt. Das schien klar auf eine gelegte Spur zu deuten, denn warum nimmt jemand bei einem Selbstmordattentat sein Testament im Koffer mit ?

Warum wurde die offizielle Darstellung praktisch von allen Massenmedien völlig kritiklos übernommen?

Das habe ich mich angesichts solcher offensichtlicher Ungereimtheiten, die ja jedem Journalisten hätten auffallen müssen, auch gefragt. Dass ihnen nicht nachgegangen wurde hat vermutlich damit zu tun, dass sie  sich in eine Art patriotischen Kriegsrausch versetzt sahen. Dan Rather etwa, der Nachrichtenchef von CBS, meinte damals: „George Bush ist der Präsident. Er trifft die Entscheidungen – und wie es sich für einen Amerikaner gehört: Wo immer er mich haben will, ich reihe mich ein, sag mir nur, wo.“ Eine solche Haltung hat mit unabhängigen Journalismus natürlich nichts mehr zu tun und Dan Rather, später dazu befragt, sagte: „Es beginnt mit einem patriotischen Gefühl in einem selbst.“ Irgendwann finde man sich dann in der Situation, in der man zu sich selbst sage: „Ich weiß zwar die richtige Frage, aber es ist vielleicht jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, diese Frage zu stellen.“ So ging es wohl den meisten Journalisten – auch dem Redakteur eines ARD-Radios, für dessen Sendung ich jahrelang geschrieben hatte und der zu mir sagte: „Du kannst jedes Thema machen, nur nicht 9/11“.  Er wusste, wenn er mich die  „richtigen Fragen“ senden läßt, steht 10 Minuten später die Sendeleitung auf der Matte und macht ihm Ärger und Stress…

Das gesamte Interview  (als pdf) hier.

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