Masken sind das neue Klopapier

Dass es sich bei “Covid-19” um eine ganz normale Grippewelle handelt, die sich in ihrer Gefährlichkeit nicht von den bekannten in der Winterzeit auftretenden  viralen Infektionen unterscheidet und deshalb auch keiner besonderen Schutzmaßnahme bedarf – diese Ansicht ist bei “Corona-Skeptikern” noch immer weit verbreitet. Da nach wie vor kaum repräsentative Stichproben über die tatsächliche Verbreitung des Virus vorliegen, gibt es auch über seine tatsächliche Gefährlichkeit noch keine genauen Erkenntnisse. Ebenso unklar ist nach wie vor, wie viele der infizierten Menschen wirklich an oder nur mit Corona gestorben sind. Sicher scheint bisher nur, dass es sich  bei den Verstorbenen meist (aber nicht nur) um ältere und vorerkrankte Menschen handelt. Soweit, so ungut.

Wenn wir jetzt mal zugunsten von “Sar-Cov-2” annnehmen, dass es ein ganz normales Grippevirus ist und die allermeisten Verstorbenen zwar positiv getestet wurden, aber nicht ursächlich an “Covid-19” gestorben sind – dann geben die Zahlen der Toten in New York City  (Grafik aus der New York Times) ein großes Rätsel auf. Denn wenn es nicht Corona war, was ist dann die Ursache dafür, dass die Menschen in New York seit Mitte März sterben wie die Fliegen ? In England sieht es übrigens kaum besser aus – was einen schon auf den Gedanken bringen könnte, dass sich die Ignoranz gegenüber Corona, die sowohl Donald Trump als auch Boris Johnson über Monate gezeigt haben, jetzt ziemlich bitter rächt. Und dass die frühen Maßnahmen, die in Deutschland ergriffen wurden, wo deutlich weniger Tote zu beklagen sind,  durchaus sinnvoll waren.

Definitiv beantworten lassen sich diese Fragen erst “on the long run”. Kurzfristig und aktuell sieht es  aber durchaus danach aus, dass “Sar-Cov-2” mehr ist als ein “harmloser” Grippevirus. Es kann immer noch sein, dass die durchschnittliche Jahressterblichkeit sich trotz “Covid-19” nicht signifikant verändert – die im März noch unauffällige europäische Letalitätsstatistik, auf die der Skeptiker Dr. Wogard als Beispiel für die relative Ungefährlichkeit von “Covid-19” hinwies, zeigt mittlerweile jedenfalls deutliche Peaks nach oben.

Insofern scheinen auch die Vermummungsgebote oder Empfehlungen, die jetzt in vielen Ländern für öffentliche Räume ausgesprochen werden, ihre Berechtigung zu haben – und die Diskussion, ob eine Atemmaske  nützt oder nicht ist wirklich überflüssig. Denn wenn sie nichts nützen würde, warum wird sie dann in OP-Räumen oder vom Zahnarzt schon immer getragen ? Ich selbst stülpe meine amtliche FFP-2 Maske beim Betreten des Supermarkts mittlerweile schon deshalb über, weil ich andere nicht erschrecken will  wenn ausgerechnet vor dem Klopapierregal  mein Raucherhusten mit Bronchialgewalt lospoltert.

Es ist schon paradox was Corona alles ermöglicht: dass eine Bundesregierung  für Vermummung eintritt und sogar dafür plädiert, notfalls einen Schal oder ein Stück Textil zu nehmen wenn keine vernünftige Atemmaske zur Hand ist…so wie ein Bankräuber oder ein Terrorist bei seinem Anschlag, oder wie die merkwürdigen Ganzkörper-Vermummungen strenger Islamisten, also Burka usw.  – das war bis vor Kurzem völlig undenkbar. Wegen solcher Maskierungen gab es in der Vergangenheit ja öfter schon Diskussionen und Gerichtsverfahren. Wer  spricht am Postschalter denn auch  schon gern zu einem Sack mit Sehschlitz ? Doch wenn wir aus dem Lockdown herauskommen wollen, brauchts wohl eine allgemeine Maskierung. Da müssen wir strenger sein als der strengste Mullah…sonst kein Exit aus dem Exit. Das hat sogar schon Donald Trump gemerkt und neulich ein paar Millionen davon, die von Deutschland bestellt und bezahlt waren -zack zack – auf dem Flughafen beschlagnahmt. Es zeichnet sich also ab: Masken sind das neue Klopapier….

Erschienen auch auf telepolis

Desinfektion statt Kirschwasser: Bericht aus dem Schweizer Corona-Exil

Ich bin ja seit einigen Wochen im freiwilligen Corona-Exil in der Schweiz, wo der „Shutdown“ noch ein wenig strenger gehandhabt wird als in Deutschland – auch die Baumärkte und Gartencenter sind zum Beispiel geschlossen. Am Gotthardtunnel, dem Tor in das Tessin und den Süden, gab es zum ersten Mal seit 40 Jahren an Ostern keine Staus – nur 10 % des üblichen Fahrzeugaufkommens wurden registriert. Auch in vielen Krankenhäusern des Landes herrscht Leere, weil die für Anfang April erwartete „Welle“ von Covid-19-Erkrankten ausgeblieben ist, obwohl es in der Schweiz deutlich mehr Infizierte pro 100.000 Einwohner gibt als in Deutschland. Wegen der Leere in den Schweizer Spitälern hat vor ein paar Tagen der Kanton Zürich dazu aufgerufen, bei schweren Krankheiten und Notfällen keineswegs darauf zu verzichten ins Krankenhaus zu gehen. Offenbar ist es vorgekommen, dass potentielle Herzinfarkt-Patienten aus Corona-Angst lieber zu Hause geblieben sind, anstatt sich im Krankenhaus behandeln zu lassen. Auch Hausärzte beklagen sich in einem offenen Brief an die Regierung über die einseitige Berichterstattung

Die „Neue Zürcher Zeitung“ hat dann termingerecht vor Ostern mit dem großen Ansturm auf die Intensivbetten für Mitte Mai gewarnt  – um wie auch die Regierung und die anderen Großmedien zum allgemeinen zu Hause bleiben aufzurufen, weil die Sache noch nicht überstanden sei. Diese ernsten Warnungen beruhen freilich auch in der Schweiz – so wie in Deutschland und wie an dieser Stelle vor zwei Wochen angemerkt  – auf kaum repräsentativem Zahlenkonfetti. Die täglichen Zahlen von Neuinfizierten und Verstorbenen allein – so stellt es jetzt auch ein Thesenpapier namhafter Gesundheitsexperten fest – sagen nämlich über die allgemeine Verbreitung und tatsächliche Gefährlichkeit des Virus wenig aus. Da seit Anfang März laufend mehr Tests durchgeführt werden, fallen logischerweise auch laufend mehr Tests positiv aus. Nur in Relation zu den durchgeführten Tests lassen sich über Verbreitung des Virus und die Geschwindigkeit seiner Ausbreitung gültige Aussagen treffen. Statt die Bürger über die Unsicherheit der Datenlage sachlich zu informieren und so die Vorsichtsmaßnahmen des Ausnahmezustands zu begründen, wird aber auch in der Schweiz mit dramatisch ansteigenden Kurven weiter Angst-PR gemacht.

Auf die fragwürdige Datenbasis, auf denen die einschneidenden Rechtseinschränkungen des „Lockdowns“ beruhen, wird von alternativen Schweizer Medien und Webseiten wie „Zeitpunkt“, „Infosperber oder „Swiss Propaganda Research“ zwar deutlich hingewiesen, anders als von einigen Kritikern in Deutschland  werden die Corona-Maßnahmen aber nicht als drohende Vorstufe zu Diktatur und Polizeistaat gesehen. Die in direkter Demokratie gewieften Eidgenossen halten hier den Ball flach – wie im übrigen ja auch die Nachbarn in Frankreich und Italien oder in Spanien, die anders als die Schweizer und die Deutschen von sehr rigiden Ausgangssperren betroffen sind.

Unterdessen wird in Bern ebenso wie in Berlin über Ostern intensiv beraten, wie der Exit aus dem Lockdown bewerkstelligt werden soll, was den „Röstigraben“ – die traditionellen Differenzen zwischen den französich,-und italienisch-sprachigen Kantonen und der Deutschschweiz – möglicherweise noch vertiefen könnte. Die südwestlichen Kantone sind am stärksten von Corona betroffen und fordern statt Lockerungen eher striktere Maßnahmen so wie in Frankreich oder Italien, im Osten und Norden des Landes hingegen werden angesichts  leerer Spitäler und Artztpraxen die Stimmen lauter, die Schulen und Geschäfte wieder zu öffnen und die Wirtschaft wieder hochzufahren. Wie überall bewegt sich die Politik dabei weiter auf dünnem Eis. Auch nach vier Monaten ist das „SarCov2“-Virus noch ein ziemlicher Unbekannter – und dass es eher Alte und Vorerkrankte dahinrafft als junge und gesunde Menschen ist nur für Hardcore-Utilitaristen ein Grund, sämtliche Einschränkungen umgehend wieder aufzuheben. Dass freilich die Therapie nicht schädlicher als die Krankheit sein sollte, leuchtet auch Humanisten ein – viele Junge und Gesunde über Monate einzusperren um wenige Altersschwache zu retten ist deshalb keine Lösung. Das sieht wohl auch der Schweizer Bundesrat so weshalb zu erwarten ist, dass die Lockdown-Maßnahmen Ende April schrittweise gelockert werden.

Insgesamt tragen die Eidgenossinen und Eidgenossen die Einschränkungen bis dato recht gelassen, dem Appell der Regierung, der auf Infotafeln überall im Land seit Tagen plakatiert ist –  „Bleiben Sie zu Hause. Bitte. Alle.“ – wurde weitgehend gefolgt. Aber – so meldeten die Sonntagszeitungen – langsam steigt auch die Aggression. Ähnlich wie Berliner Ausflügler in Brandenburg oder Meck-Pomm müssen sich Züricher beim Landausflug schon mal ein unfreundliches „Haut ab!“ anhören – insgesamt aber wurden laut Polizeibericht an Ostern im gesamten Kanton nur drei Geldbußen wegen Verstoß gegen die Abstandsregeln verhängt.

Knapp geworden ist in der Schweiz unterdessen der Alkohol – nicht in den Gaststätten, die alle geschlossen haben, sondern für die Herstellung von Desinfektionsmitteln. Nach der Teil-Privatisierung des öffentlichen Versorgungsamts hatte es sich für den  neuen Träger offenbar nicht gerechnet, die vorgeschriebene Not-Reserve von 50 Tonnen Alkohol beizubehalten. Deshalb wurden jetzt Schnapsbrennereien und Spirituosenhersteller aufgerufen, ihre „Sprit“-Reserven zur Verfügung zu stellen. Ein Desinfektionsmittel, das nach Kirsch oder Williams-Christ riecht, ist mir allerdings noch nicht unter gekommen….

Auch als Podcast auf Ken FM

P.S.: Der Arzt Dr. Thomas Binder – Kardiologe in Wettingen (Aargau) –  der auf seinem Blog und auf Facebook den  von “psychopathischen Oligarchen” inszenierten “Corona-Wahn” heftig kritisiert hatte, wurde am Ostersonntag verhaftet und in die Psychiatrie eingewiesen. Laut Polizeiangaben sei er “psychich labil” und hätte Behörden und Angehörige bedroht. Am Dienstag früh meldete er sich über Twitter: “Ich bin stark und habe einen guten Anwalt”. Auch die Heidelberger Anwältin Beate Bahner, die gegen die Corona-Maßnahmen erfolglos vor dem Bundesverfassunggericht geklagt hatte, wurde mittlerweile in die Psychiatrie eingewiesen. In einer Sprachnachricht bekundete sie, sich dort “vor ganz dunklen Mächten” sicher zu fühlen. Wie Frau Bahner hatte auch Thomas Binder in seinen Postings auf die Parallelen zur Machtübernahme des Nationalsozialismus und die Notwendigkeit des Widerstands verwiesen. Die wäre ja wirklich gegeben, wenn “Corona-Skeptiker” nunmehr zwangsweise in geschlossene Anstalten verfrachtet würden um das offizielle Narrativ zu sichern.  Mir scheint aber derzeit in beiden Fällen die Diagnose naheliegender, dass hier die (berechtigte und notwendige) Kritik an der allgemeinen “Virus-Hysterie” in eine obsessive “Faschismus-Hysterie” umgeschlagen ist.

UPDATE: Im Fall von Frau Bahner hat sich die Ferndiagnose offenbar bestätigt: laut Auskunft der Staatsanwaltschaft gegenüber Heidelberg  24 wird gegen sie zwar wegen des  Verdachts des Aufrufs zu Straftaten ermittlet, aber es wurde defintiv keine Zwangseinweisung in eine psychiatrische Anstalt veranslasst.

Im Windschatten von Corona

Das Coronavirus verbreitet sich auch in den Massenmedien derart exponentiell, dass andere wichtige Entwicklungen gar nicht mehr berichtet werden. In dieser Sendung lenken wir den Blick auf die Situation in Spanien und Russland. Außerdem: Derzeit werden reihenweise neue Regelungen erlassen, die tiefgreifende Veränderungen für Wirtschaft, Grundgesetz und Bürgerrechte nach sich ziehen. Vor der venezolanischen Küste startet die US-Marine die größte Operation seit 30 Jahren. Und was gibt es eigentlich Neues von Julian Assange? Über all das und mehr berichten die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #42 des 3. Jahrtausends!

Zahlenkonfetti: Die desolate Datenbasis der Corona-Prognosen

Es ist zwar sehr lange her, dass ich als Soziologie-Student etwas über Statistik und die Aussagekraft von Stichproben und Umfragen gelernt habe, aber die Basics habe ich mir gemerkt. Vor allem, dass Stichproben nur dann aussagekräftig sind, wenn sie aus einem repräsentativen Querschnitt der Gruppe gewonnen werden, über die eine Aussage getroffen werden soll. Wenn zur Frage des Tempolimits auf Autobahnen nur männliche Autobesitzer auf dem Land befragt werden oder nur weibliche Radfahrerinnen aus Großstädten, sagen diese Stichproben über die Haltung der Gesamtbevölkerung wenig aus – sie sind nicht repräsentativ. Weshalb es ziemlicher Unsinn ist, auf Basis einer solchen Stichprobe dann Hochrechnungen anzustellen, wie am Wahltag das Ergebnis der Volksabstimmung zum Tempolimit ausfallen wird.

Doch mit eben solchem Unsinn müssen wir seit Monaten leben, nämlich mit Hoch,- und Exponentialrechnungen über Infektions, -und Letalitätsraten durch „Covid-19“, die gar keine repräsentative Grundlage haben. Denn wenn ich nur Menschen teste, die mit Symptomen ins Krankenhaus kommen, kann ich über die Verbreitung des Virus in der Gesamtbevölkerung keine Erkenntnisse gewinnen. Dazu müsste ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung, sagen wir 5000 gesunde Leute, regelmäßig getestet werden: auf die Infektion und auf die Anwesenheit von Anti-Körpern. Nur so lassen sich valide Hochrechnungen über die Verbreitung und Erkenntnisse über die Gefährlichkeit des Virus überhaupt erst anstellen.

Bisher wurden erst zwei solcher halbwegs repräsentativen Screenings durchgeführt. Zum einen in Island, wo bis vergangenen Mittwoch 6143 Tests durchgeführt wurden, d.h. knapp 5% der Einwohner untersucht worden sind. Dabei wurden 52 Menschen positiv getestet, von denen die Hälfte keinerlei Symptome hatte, und die andere Hälfte die einer Erkältung.

Der Stanford-Professor John Ioannidis, der die Daten der knapp 3000 Passagiere des vor Yokohama unter  Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffs „Diamond Princess“ untersucht hat, bei denen es sich mehrheitlich um Senioren handelte, kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Nach einer Alterskorrektur der Daten ergibt sich danach, dass die allgemeine Letalität von Covid19 bei 0.025% bis 0.625% liegt – im Bereich einer starken Erkältung oder einer Grippe.  Von den 700 positiv getesteten Passgieren waren knapp die Hälfte symptomfrei geblieben, sogar die 80 – 89-jährigen zeigten zu 48%, die 70-79-jährigen zu 60% keinerlei Symptome.  Deshalb fordert Prof. Ioannidis repräsentative Stichproben an Gesunden, denn:   “Wir wissen nicht, ob wir uns bei den Infektionen um den Faktor drei oder 300 irren.“

Auch das Robert Koch Institut hat bis vor Kurzem nur die Fallzahlen von Infizierten, nicht aber die Zahl der durchgeführten Tests publiziert. Damit wurde der falsche Eindruck einer rasanten Ausbreitung des Virus erweckt und die Panik erzeugt, von der die Regierung zu ihren drastischen grundrechtseinschränkenden Maßnahmen veranlasst worden ist. Tatsächlich aber konnte von einer Verdreifachung der Fallzahlen im März gar nicht die Rede sein, denn im selben Zeitraum wurden auch etwa dreimal so viele Tests durchgeführt. Wie der Kollege Paul Schreyer gezeigt hat, betrug der tatsächliche Zuwachs nur 1 Prozent: in Kalenderwoche 11 waren 6% der Getesteten positiv, in Kalenderwoche 12 waren es 7%. Ein „extremer Anstieg“, wie Mitte März überall vermeldet, sieht anders aus. Und auch dass Freund Hein bei diesen positiv Getesteten gleich an die Tür klopft, müssen sie nicht befürchten:

„Den aktuellen Daten des RKI (27.3.) zufolge beträgt der Anteil der Verstorbenen an den positiv Getesteten 0,6 %. Deren Durchschnittsalter (!) liegt laut Aussage von RKI-Chef Wieler bei 81 Jahren. Daraus lässt sich kaum eine extreme Gefährdung für die gesamte Bevölkerung ableiten – zumal bislang völlig unklar ist, ob für den Tod in der Mehrzahl dieser Fälle tatsächlich das nachgewiesene Virus-DNA-Material ursächlich ist, oder aber andere Vorerkrankungen.“

Dass auf Basis solchen Unwissens – sind bei aktuell 50.000 bestätigten Infektionen jetzt 150.000 oder schon 15 Millionen Menschen in Deutschland infiziert? – keine zuverlässigen Prognosen und entsprechende Maßnahmen getroffen werden können, leuchtet auch Nicht-Mathematikern und Nicht-Virologen unmittelbar ein. So sinnvoll es also im ersten Schritt sein mag, mit Quarantänen und Kontaktsperren die Ausbreitung des Virus zu stoppen, so zwingend muss im zweiten Schritt der Nebel dieses Unwissens mit repräsentativen Stichproben gelichtet werden. Nur so kann die Gefährlichkeit des Virus und die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen überhaupt eingeschätzt werden. Das tägliche Zahlenkonfetti mit Horrormeldungen – am Donnerstag 1000 Corona Tote in Italien! – taugen dazu nur sehr begrenzt und sind reine Angstmache wenn nicht gleichzeitig mitgeteilt wird, dass rein statistisch in Italien jeden Tag 2000 Menschen sterben. Da jetzt jeder als Corona-Toter ausgewiesen wird, bei dem das Virus gefunden wird, sind die Opferzahlen grundsätzlich mit großer Vorsicht zu betrachten. In Italien kommt verschärfend hinzu, dass das Land mit weitem Abstand den europäischen Spitzenplatz bei Todesfällen durch Krankenhauskeime belegt. Dass Corona-positiv getestete Patienten sich während der Klinikbehandlung mit einem multiresistenten Keim infiziert haben und daran verstorben sind (im Schnitt sind es in Italien 10.000 im Jahr), müsste in eine Hochrechnung der italienischen Corona-Opfer ebenso einbezogen werden wie zwei weitere gefährliche „Spitzenplätze“:  die Region Lombardei mit der stärksten Luftverschmutzung in Europa und mit einer sehr hohen Antibiotika-Resistenz. Antibiotika sind in Italien zwar nicht rezeptfrei erhältlich, aber werden sehr großzügig verordnet, bei jeder Kleinigkeit konsumiert und funktionieren dann bei Ansteckung mit einem Krankenhauskeim eben nicht mehr. Alle diese Faktoren müssten berücksichtigt werden, wenn man auf Basis der Entwicklung in Italien brauchbare Prognosen über den Epidemie-Verlauf in anderen Ländern aufstellen will. Das geschieht aber nicht, stattdessen werden von den Medien täglich nur neue Horrorzahlen über Leichenberge geliefert – die nicht wirklich etwas aussagen, weder über die Verbreitung des Virus noch über seine Gefährlichkeit.

Deshalb kann die Forderung an die Regierungen und Krisenstäbe jetzt nur lauten, ihre diktatorischen Maßnahmen im Rahmen des Infektionsschutzes umgehend mit aussagekräftigen Zahlen zu belegen. Es kann und darf nicht sein, dass die schwersten Grundrechtseinschränkungen seit Bestehen der Bundesrepublik weiter auf der Basis von irreführendem Datenmaterial durchgezogen werden. Das gilt im Übrigen auch dann, wenn der Ausnahmezustand noch verschärft werden müsste, weil sich das neue Corona-Virus tatsächlich als so gefährlich herausstellen sollte wie die worst case Szenarien mit vielen Millionen Toten prognostizieren. Und es gilt erst Recht, wenn die mittlerweile zahlreichen Kritiker dieser nicht auf sauberen Daten basierenden Prognosen Recht behalten, die wie der renommierte Mikrobiologe Professor Sucharit Bhakdi in seinem offenen Brief an Kanzlerin Merkel, Aufklärung und Richtigstellung der desolaten Datenbasis fordern. Und es gilt für alle Medien und Journalisten, die gerade in solchen Krisenzeiten gehalten sind, nicht als Propaganda-Soldaten offizielle Verlautbarungen nachzubeten, sondern die Aussagen und Aktionen der Herrschenden kritisch zu hinterfragen.

Auch erschienen auf Zeitpunkt.ch

Und als Podacast auf KenFM

Dylan on JFK: “Murder Most Foul”

“What is the truth, and where did it go?
Ask Oswald and Ruby; they oughta know
“Shut your mouth,” said the wise old owl
Business is business, and it’s a murder most foul”

Bob Dylan hat nach acht Jahren wieder einen Song veröffentlicht, eine wunderschöne 17-minütige Ballade über den Mord an JFK. Hier die Lyrics des singenden Nobelpreisträgers und hier das Buch zum Thema.

PS: Pepe Escobar schreibt dazu:

“This is my simple homage to the Master.
And his cosmic timing – delivering a poignant elegy for a generation that is dying just now.
Talkin’ bout My Generation (The Who). And talk about Knockin’ on Heaven’s Door.
He called out the warmongers when he was a twenty-something.
Now he’s calling out JFK’s killers when he’s 78.
Full circle – with his voice clear as a mountain stream.
A few clues. There are echoes of Walt Whitman and Ginsberg’s “Howl”, of course.
But the cllncher is the Wolf Man. Not the DJ. But a terse reference to Timber Wolf.
Timber Wolf was the CIA code name for Daddy Bush, who was in it as deep as the sinister Allen Dulles.
“When I Paint My Masterpiece” was always one of Dylan’s best songs. That’s what “Murder Most Foul” is: the Masterpiece:

https://asiatimes.com/2020/03/midnight-on-planet-lockdown-dylan-strikes-again/

 

Corona – ein Reality Check

Die Coronavirus-Krise – sie hält die Welt fest in ihrem Zangengriff. Immer mehr Infektionen und Tote, und immer mehr Einschränkungen von Freiheitsrechten. Es wird Zeit, sich mal genauer anzuschauen, was hier eigentlich gerade abläuft. Außerdem: Julian Assange hat sich endlich öffentlich zu Wort gemeldet. Über all das und mehr berichten die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #41 des 3. Jahrtausends!

Coronadämmerung

Nachdem in der Ansprache von Kanzlerin Merkel zur Lage der Desinfektion gewarnt wurde, dass es so ernst sei wie seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr, gilt Kritik am offiziellen Corona-Narrativ und den Maßnahmen der Regierungen mittlerweile schon als eine Art “Wehrkraftzersetzung”. So nannten die Nazis jeden Zweifel am “Endsieg” und wer ihn äußerte – oder sich via “Feindsender” alternative Nachrichten verschaffte – wurde  bestraft. So weit sind wir derzeit zwar noch nicht, aber die jetzt vorgesehenen und mancherorts schon verordneten Ausgangssperren gehen schon heftig in  diese Richtung. Und sind zudem eher kontraproduktiv: Viren mögen weder UV-licht noch frische Luft, wenn ich im Freien spazieren gehe, ist die Ansteckungsgefahr gleich Null. Das gilt für das Corona-Virus wie für alle anderen viralen Erreger, weshalb zwecks Eindämmung der Infektionsrate allenfalls ein Versammlungsverbot Sinn macht, nicht aber ein Hausarrest für alle.

So sieht das auch die renommierte Virologin Karin Mölling, auf deren Buch über Viren als “Supermacht des Lebens” ich schon hingewiesen habe, um die Unsinnigkeit deutlich zu machen, Viren als “Feind” anzusehen und Krieg gegen sie zu führen. Es gibt von ihnen mehr als Sterne am Himmel – auf 10 hoch 33  wird ihre Zahl geschätzt – und nur 250 sind für das menschliche System schädlich. Dazu zählt auch das Coronavirus, wobei anders als bei dem sehr gefährlichen Ebola-Virus, an dem 90% der Infizierten sterben, Corona deutlich harmloser einzustufen ist. Bei den täglichen Horrormeldungen über weitere Corona-Tote in Italien fehlt ja meist der Hinweis, dass ihr Durchschnittsalter bei 80 Jahren lag und 99% von ihnen an einer oder mehreren chronischen Vorerkrankungen litten.  Wir wissen also gar nicht genau, ob sie wirklich  an oder nur mit dem Coronavirus gestorben sind. Auch dass es sich zu 70 % um alte Männer handelt, die ihr Leben lang unter der stärksten Luftverschmutzung Europas in Norditalien gearbeitet und gelitten haben – also respiratorisch generell gehandicapt waren – wird nicht deutlich gemacht. Und wenn für den 20. März 800 Tote aus Italien gemeldet werden, fehlt der Hinweis, dass dort normalerweise etwa 2500 Menschen am Tag sterben.

“Wer sich mit 2, 3 ernsten Vorerkrankungen (Kategorie Krebs, Diabetes, Herzschwäche), diversen Pharmadauerpräparaten in den Blutbahnen und 85 Lebensjahren auf dem Buckel auch noch eine Lungenentzündung einfängt, stirbt. Das ist kein Corona-Phänomen, sondern normal,” schreibt der Kollege Sven Böttcher und ergänzt: “Deshalb möchte ich morgen von allen offiziellen Stellen weltweit hören: „Über 80jährige mit drei Vorerkrankungen und frischer Lungenentzündung behandeln wir nicht auf Intensivstationen, die schicken wir zum Sterben nach Hause, denn sterben müssen ja alle. Jüngeren ist es auch wieder gestattet, Sterbenden die Hand zu halten. Und sich zu Trauerfeiern zu versammeln. Auf eigene Gefahr. Alte und gebrechliche Teilnehmer an Trauerfeiern sind auf diese bestehende Gefahr ausdrücklich hinzuweisen. Unsere Intensivstationen und unser medizinisches Personal stehen selbstverständlich jüngeren Corona-Lungenentzündungspatienten weiter offen. Die Mortalitätsrate bei U-80, nicht vorerkrankten Corona-infizierten Patienten liegt derzeit bei etwa 0%.“

So ist es.  Und doch verhalten sich die Regierungen weltweit als ob Corona ein Killervirus mit einer Todesrate wie Ebola wäre, dessen Verbreitung und anschließendem Massensterben  man nun nur noch mit drakonischen Beschränkungen der Freiheitsrechte beikommen kann. Und zwar mit Hausarrest für alle und nicht nur für die wirklich gefährdeten Ü-80 Väterchen und Mütterchen.

Man wird den Eindruck nicht los, dass die Virus-Epidemie, der weltweit bisher täglich etwa 250 alte Menschen zum Opfer gefallen sind (während gleichzeitig weltweit 25.000 junge Menschen jeden Tag an Hunger sterben), jetzt als Trittbrett missbraucht wird, um  autoritative Maßnahmen der Überwachung, Disziplinierung und Kontrolle  der Bevölkerung durchzuexerzieren.”Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet” wußte schon Carl Schmitt und Winston Churchill riet Politikern “niemals eine gute Krise zu  verschwenden”. Dank Corona können  nun die allenthalben als un-souverän, opportunistisch und  korrumpiert wahrgenommenen Regierungen und Politiker als starke, souveräne Akteure unter dem Banner des Gemeinwohls und der “Volksgesundheit” auftreten.

Ich glaube ja nach wie vor nicht an die Großverschwörung von Megaschurken, die mit Corona als Biowaffe die Weltherrschaft erreichen wollen, sondern sehe das neue Virus eher als einen Kurzschluss im biologischen System…der nun mittels “shutdown” das gesamte soziale und ökonomische System erschüttert.  Die Kriegsmetaphern, mit denen die politischen Akteure und nahezu gleichgeschaltete Medien jetzt Angst und Panik vor einem unsichtbaren Feind verbreiten, dem horrende Mortatlitätsraten nachgesagt werden, sind aber völlig fehl am Platze: dem gesunden menschlichen Organismus kann “Sars-CoV-2” kaum etwas anhaben, dem chronisch erkrankten Turbo-Kapitalismus aber geht es ans Eingemachte. Und fast scheint es, als hätte der kleine virale Parasit die großen parasitären Machthaber verzaubert. Plötzlich reden alle von  Solidarität und “unser Herz füreinander” (Merkel),  weltweit werden jahrelang kaputt gesparte  öffentlichen Gesundheitssysteme mit Feld-Lazaretten wieder hochgezogen und selbst ein Donald Trump kommt nicht mehr umhin, 500 Milliarden Dollar Helikoptergeld für ein bedingungsloses Grundeinkommen bereit zu stellen und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle einzuführen. Und keiner fragt mehr wo das Geld für ein “Universal Basic Income” (UBI) denn herkommen soll…

Corona steckt offenbar mit Sozialismus an – und während die westliche “Wertegemeinschaft” wochenlang streitet, ob deutsche Atemmasken in Schweiz geliefert werden dürfen, schickt China Großflugzeuge mit Personal und Material nach Italien und Kuba Ärtzeteams und Medikamente in den (von den USA gnadenlos weiter bombardierten) Irak.  Dies sind mehr als nur symbolische Aktionen und sie zeigen schon die Tendenz, auf der es nach dem von Corona ausgelösten (aber nicht verursachten) globalen Reset weiter gehen wird –  das Motto lautet:  “Kein Kommunismus ist auch keine Lösung”. Der global entfesselte Kapitalismus jedenfalls ist am Ende und wird  in seiner bisherigen Form nicht wieder auferstehen, denn Corona macht definitiv deutlich: das neoliberale Dogma vom “freien Markt”, der alles richten wird, ist eine Fiktion. Ohne staatliches Eingreifen wäre die Blase schon bei der Finanzkrise 2007/2008 geplatzt und der Börsencrash der letzten Woche hätte ohne riesige Stützungsgelder durch die Zentralbanken nicht nur 30-40% der Werte, sondern schon das Doppelte vernichtet. Und die ökonomische Krise hat ja gerade erst begonnen – selbst wenn morgen ein Impfstoff gefunden und die ganze Welt gegen Corona immunisiert wird, kann es nicht so weitergehen Denn der nächste neue Virus kommt bestimmt,  weil Viren die Weltmeister der Mutation sind , und gegen die ökonmischen Folgen der Epidemie sind die neoliberalen Götter – “die Märkte” – schlicht machtlos.

Nach 9/11 hieß es, dass nichts mehr so ist wie es war, was aber nur halb richtig ist, denn die US-Regierung war ja bestens vorbereitet: sie zog den 200-seitigen “Patriot Act” und das Konzept für einen endlosen “War on terror” fertig aus der Schublade und legte sofort los. Nach Corona  ist aber tatsächlich nichts mehr wie es war, denn die Regierungen reagieren planlos und chaotisch. Grundeinkommen und Krankenversicherung standen mit Sicherheit nie auf Trumps Agenda, wenn sie jetzt als Notmassnahme blitzartig kommen – am 6. April sollen die ersten Schecks ausgezahlt werden – werden die Bürger sich diese Errungenschaft nicht mehr nehmen lassen.  Und sich (hoffentlich schnell) die Freiheiten wieder zurüchholen, die ihnen jetzt mit Verboten, Überwachung und Kontrolle genommen werden.

Auch erschienen auf telepolis

Corona total

Das Coronavirus bringt Europa und die ganze Welt zum Stillstand und krempelt unser Leben um. In dieser Sendung schalten sich die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers aus drei Ländern zusammen um darüber zu beraten, um was es bei dieser Krise geht, welche Hintergründe wir verstehen müssen und was die Zukunft bringt. Außerdem: Chelsea Manning ist frei und die Beugehaftgebühr der US-Regierung verpufft ins Nichts. All das und mehr in Ausgabe #40 des 3. Jahrtausends!