False Flag mit deutschem Giftgas ?

 

( UPDATE: Dieser Artikel wurde von Facebook als “Spam” bewertet kann dort nicht mehr platziert werden. Möglicherweise ist dafür das Foto verantwortlich, das aus dem verlinkten Beitrag von “VeteransToday”  stammt, denn die darauf gezeigten Chlorgas-Kartuschen sind schon sehr alt (mit 4-stelliger deutscher Postleitzahl). Ob das der Grund ist wurde mir aber nicht mitgeteilt, deshalb weiß ich nicht, inwieweit hier die FB-“Fake News”-Zensoren zugeschlagen haben oder nicht…)

Die Giftgaswochen bei McMedien haben eine neue Wende genommen. Harte Zeiten für den britischen MI-6 und seine Schlapphut-Brigaden. Nachdem aus der Skripal-Inszenierung mit zwei toten Meerschweinchen und einem verendeten Kater in Salisbury kein Funke mehr zu schlagen ist, mußte jetzt der MI-6-Ableger “White Helmets” übernehmen und Giftgasalarm im syrischen Ghuta ausrufen. Der ist von unabhängiger Seite zwar nicht bestätigt und UN-Organisationen vor Ort haben keine Beweise dafür gefunden – aber das war schon im letzten Jahr und den vorausgegangenen Gaseinsätzen so. Die McMedien-Outlets verdammten den “Schlächter Assad” – und wurden sehr kleinlaut, als später herauskam, dass die “moderate Rebellen” genannten Al Qaida-Söldner des Westens das Gas eingesetzt hatten. Dieses Mal ist das von vorneherein klar, denn es war dem syrischen Militär schon vor Wochen aufgefallen, dass in einem Trainingscamp  islamistische “Rebellen” von westlichen Instrukteuren im Gebrauch von Gaswaffen angelernt wurden.  Sie stammen aus deutscher und britischer Produktion und wurden beim Vorrücken auf Ghuta  jetzt entdeckt.

Dass die syrischen Truppen, die mit Hilfe Russlands und Irans den Krieg so gut wie gewonnen haben, jetzt zur Vertreibung der letzten islamistischen Söldner  Giftgas eingesetzt haben sollen, entbehrt jeder Logik, genau wie schon die Behauptung, die Russen hätten einen Ex-Agenten, den sie zuvor sechs Jahre im Gefängnis hatten, jetzt öffentlichkeitswirksam auf diese Weise beseitigen wollen.

Der ehemalige britische Botschafter Craig Murray schreibt dazu:

“In diesem seltsamen Krieg, in dem von den Saudis finanzierte Kopfabschneider-Dschihadisten israelische Luftunterstützung und militärische „Berater“ aus Großbritannien und den USA an die Seite gestellt bekommen, attackiert die Syrische Armee angeblich immer dann militärisch völlig unbegründet Kinder mit chemischen Waffen, wenn sie kurz davor ist, eine wichtige Enklave der Dschihadisten zu einzunehmen — und zwar im allerletzten Moment, wenn der Sieg zum Greifen nah ist.
Dieses Narrativ hat man uns immer und immer wieder vorgesetzt. Dann erleben wir eine Propaganda-Attacke durch neokonservative Politiker, Think Tanks und „Hilfsorganisationen“, die einen Bomben- und Raketenhagel aus dem Westen fordern. Und wenn wir uns dem verweigern, wirft man uns Gefühllosigkeit gegenüber leidenden Kindern vor. Und das, wo wir doch wissen, dass Militärinterventionen des Westens in Afghanistan, dem Irak und Libyen bis zum heutigen Tage vollkommen desaströse Folgen haben.”

Diese Propaganda-Attacke läuft derzeit auf Hochtouren. Donald Trump, der vom “animal Assad” getwittert hatte, hat eine geplante Südmerikareise gecancelt ” to oversee the American response to Syria”. Dass er vor kurzem noch den Rückzug der US-Truppen aus Syrien angekündigt hatte und dann prompt wieder mit Giftgas eine neuerliche Überschreitung der “roten Linie” gezogen wird, ist kein Zufall – und deutet einmal mehr auf den internen Konflikt zwischen Trump und der Neocon-Kriegspartei. Beim letzten Mal lies Donald 42  Raketen auf einen militärisch unwichtigen syrischen Flugplatz feuern und wurde für diese “Antwort” von der “New York Times” dann – erstmals überhaupt –  gelobt. Dieses Mal  wird er es  nicht so einfach haben, Lob von der falschen Seite einzuheimsen. Russland hat angekündigt, bei weiteren Attacken auf Syrien zurückzuschlagen und bei aller souveränen Zurückhaltung, die Putin in diesem Krieg bisher gezeigt hat, sollte diese Warnung ernst genommen werden. Wenn die russischen Truppen – die einzigen, die sich völkerrechtlich legal in Syrien aufhalten ! – zum Beispiel mit ihren neuen Hyperschall-Raketen mal kurz einen US-Flugzeugträger im Mittelmeer versenken, liegt ein Weltkrieg in der Luft. Und dass USA und Nato einen solchen Krieg gewinnen, können nur Wahnsinnige glauben.  Dass sich aber nach den großartigen Militärerfolgen in Afghanistan, Irak und Libyen die Leichenproduktion ins Unermeßliche steigern läßt, das ist sicher.

Martin Luther King und der Staatsstreich in Amerika

Vor 50 Jahren, am 4. April 1968, wurde Martin Luther King ermordet, der angebliche Einzeltäter, James Earl Ray, wurde zwei Monate später gefasst und bekannte sich  auf Anraten seines Pflichtverteidigers schuldig, um die Todesstrafe zu vermeiden. Schon wenige Tage später widerrief er das Geständnis und versuchte bis zu seinem Tod im Gefängnis 1998 vergeblich, ein Wiederaufnahmeverfahren zu erreichen. Das gelang aber 1999 der Familie Kings mit einer symbolischen Entschädigungsklage vor einem Zivilgericht, in dem 70 Zeugen unter Eid aussagten und 4000 Seiten Transkripte eingebracht wurden. In “JFK- Staatsstreich in Amerika” habe ich außer der Ermordung John. F.Kennedys auch die von Martin Luther King und Robert Kennedys im Juni 1968 untersucht, denn nach der Tötung des Reformers JFK war der “Staatsstreich” erst komplett, nachdem auch sein Bruder und sicherer Nachfolger RFK und der charismatische Bürgerrechtler MLK erledigt waren. Hier ein Auszug:

“Nach nur 59 Minuten kam die Jury in dem Zivilverfahren zu ihrem Urteil: Sie sprach der Familie King  die verlangten 100 Dollar Entschädigung zu und stellte fest, dass Martin Luther King einer »Verschwörung unter Beteiligung von Regierungsbehörden« zum Opfer gefallen ist.

Die Dokumente und beeideten Aussagen dieses Verfahrens liegen vor und lassen keine Zweifel mehr zu, dass der eindeutige Spruch dieser Jury gerechtfertigt und auch der Mord an Martin Luther King eine Staatsaktion war. Nicht erst seit dem von ihm 1963 organisierten Marsch auf Washington, bei dem er vor Hundertausenden Menschen seine berühmte »I have a dream«-Rede hielt, war der Pastor und Bürgerrechtsadvokat zu einer Obsession des Establishments in Washington und namentlich des FBI-Direktors Hoover geworden – zum Staatsfeind Nr. 1. Seit 1961 hatte das FBI King auf Schritt und Tritt beschattet, seine Telefone abgehört, die Post und seine Kontakte überwacht und ihn – Hoovers Spezialität – bei außerehelichen Intimitäten abgehört. Robert Kennedy als Justizminister hatte diese Überwachung anfangs abgesegnet, weil in Kings Stab einige Mitglieder der kommunistischen Partei arbeiteten. Paralysiert vom Mord an seinem Bruder kümmerte er sich danach aber nicht mehr um die FBI-Wanzen und hätte sicher nicht akzeptiert, dass Hoover King weiterhin rund um die Uhr abhörte – und schon gar nicht, was er mit den Aufzeichnungen anstellte. Einen Monat vor der Verleihung des Friedensnobelpreises an King im Dezember 1964 ließ der FBI-Direktor eines dieser Tonbänder an Kings Büro schicken, mit einer Empfehlung, Selbstmord zu begehen: »Es gibt nur einen Ausweg für dich. Du hast noch 34 Tage Zeit. Du wählst ihn besser, bevor dein schmutziges, abnormales, betrügerisches Selbst vor der Nation ausgebreitet wird.«
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Herzland, Weltinsel und die “Novichok”-Saga

Wer die “Pivot Area”, den Drehpunkt beherrscht, beherrscht die Welt

In der aktuellen Ausgabe von “Lettre International” (No.120/Frühjahr 2018)  ist erstmals auf Deutsch der Aufsatz „Der geographische Drehpunkt der Geschichte“ erschienen, den der britische Geograph und Direktor der “London School of Economics” 1904 veröffentlichte, der Schlüsseltext seiner geopolitischen “Heartland”-Theorie. Wer dieses Herzland, das Zentrum des eurasischen Kontinents beherrscht, beherrscht die Welt, so Mackinders These, und da durch die kommenden Technologien der Eisenbahnen und des Automobils der Handel und Wandel zwischen Europa und Asien unausweichlich sei, wäre das auf seiner Seeherrschaft beruhende britische Weltreich chancenlos, vor allem wenn das rohstoffreiche Russland mit dem industriestarken Deutschland zusammenwachse. »Wer Osteuropa regiert, beherrscht das Heartland; wer das Heartland regiert, beherrscht die Weltinsel; wer die Weltinsel regiert, beherrscht die Welt.«, brachte Mackinder seine Theorie 1919 auf den Punkt, nachdem er zuvor noch erfolglos versucht hatte, die Weiße Armee des Zaren gegen die von Deutschland finanzierten Bolschewiken Lenins aufzurüsten.

In “Wir sind die Guten” habe ich ausführlich über die Bedeutung dieses Grundlagentextes der westlichen Geopolitik und die Linien geschrieben, die sich von dort aus über Hitlers Geostrategen Karl Haushofer zu Zbiginew “Zbig To Jail” Brzezinski und die aktuelle Politik des US-Imperiums ziehen, das pünktlich 110 Jahre nach Mackinders Vortrag – und nicht zufällig an einem zentralen Achsenpunkt des “Heartlands” –  einen Putsch in der Ukraine inszenierte. Über die Aktualität Mackinders schreibt in “Lettre” jetzt auch der Historiker Alfred McCoy,  dessen eminentes Grundlagenwerk “Die CIA und das Heroin -Weltpolitik durch Drogenhandel” für ein Verständnis der aktuellen internationalen Konflikte und Kriege unverzichtbar ist. Ebenso wie eine Kenntnis der Generalstrategie im “Great Game”, die auf Mackinder zurückgeht und im geopolitischen Match auf dem “eurasischen Schachbrett” (Brzezinski) nach wie vor auf der Agenda steht.
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“Nervengift!”, “Kampfstoffe!” Russen!”

Zeichnung: Steve Bell, Guardian

Weil der Abgeordnete der Linken, Dieter Dehm, bei einer Ostermarsch-Demo den amtierenden Außenminister als “gut gestylten Strichjungen der Nato” beschimpft hat, steht er jetzt heftig in der Kritik. Ich kann mich da nur anschließen, denn “gut gestylt” geht für das Maas-Männchen im Auswärtigen Amt zu weit. Ansonsten aber liegt Dehm schon ziemlich richtig, wobei Strichjungen ja in der Regel weniger aus Lust, sondern aus Not einem zahlenden Freier zu Diensten sind. Heiko Maas aber hat sich völlig ohne Not entschieden, dem windigen Fake-Dossier der britischen Regierung – laut A. Merkel eine “fundierte Analyse” –  Glauben zu schenken und mit der Ausweisung von Diplomaten eine internationale Krise anzuheizen. Mit dabei aus “Solidarität” mit den lügenden Briten auch der grüne Posterboy Cem Özedmir, der “unsere Werte gegen Russland verteidigen” will, sowie der grüne Europa-Abgeordnete Sven Giegold, der den EU-Staaten, die bei der konzertierten Ausweisungs-Operation nicht mitzogen, die Unterwanderung durch russisches Schwarzgeld unterstellt. Dass sie einfach nur lesen konnten und aufgrund reiner Verdachtsberichterstattung keine Vorverurteilung treffen wollten – von derlei gesundem Menschenverstand sind diese ganz auf Nato-Linie (oder -Strich) marschierenden Olivgrünen mittlerweile weit entfernt.

Zu den Hinweisen, dass die internationale Chemiewaffenkontrollebhörde OPCW keinen Nachweis über die konkrete Herkunft des verwendeten Gifts erbringen wird und die britische Regierung lügt, wenn sie behauptet diese zu kennen, hatte ich im Zuge der Giftgaswochen bei McMedien ( hier, hier und hier) schon einiges geschrieben. Beides ist nun bestätigt – das Herkunftsland der “Tatwaffe” Novichok kann von der OPCW nicht ermittelt werden und das britische Außenministerium teilt mit, man hätte  nie gesagt,  dass es aus Russland stammt.  Dabei hatte der Trump-Epigone Boris Johnson genau das in mehreren Interviews “kategorisch” festgestellt. – und sein Ministerium hatte am 22.3. genau das getwittert (und die Peinlichkeit mittlerweile wieder gelöscht.)

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Falsche Flaggen – Von Anthrax bis Novichok

Lehrkräfte, Professoren, politische Bildungseinrichtungen… bitte mal kurz herhören:  im Zusammenhang mit dem vergifteten britisch-russischen Spion Skripal und seiner Tochter sind jetzt Dokumente aufgetaucht, die sich ganz hervorragend für das Medienkompetenz-Training von Studierenden eignen. Es handelt sich um die geleakten Papiere, mit denen die britische Regierung die europäischen Nationen erfolgreich überzeugte, sich an der Ausweisung russischer Diplomaten zu beteiligen.  Beweise werden auf den fünf Seiten des Briefings keine benannt – außer dass das Gift sehr wahrscheinlich von einem Typ sei, der in der Sowjetunion entwickelt wurde. In dem Papier heißt es allerdings, dass  dieser “Novichok” genannte Gifttyp “nur  von Russland” entwickelt worden sei.  Ein Hinweis darauf, dass die Formeln seit Jahrzehnten allgemein bekannt sind und im Prinzip jeder so ein Gift herstellen kann, legten die Briten ihren EU-Kollegen nicht vor. Stattdessen aber eine beeindruckende Seite, warum nur Russland als Täter in Frage kommt und dass dies eine – Zitat – “neue Phase der russischen Aggression” – bedeuten würde. Zwölf Schwerverbrechen werden dem Täter hier zur Last gelegt: von der Vergiftung Alexander Litvinenkos 2006 über die “Destabiliserung” der Ukraine 2014  und den Abschuss der MH-17 bis zur “Einflussnahme auf die US-Wahlen und den ominösen “Bundestagshack”.

Für keine dieser “Taten” liegen Beweise vor, die von einem Gericht oder einer internationalen Behörde geprüft  und anerkannt sind –  das  Vorstrafenregister ist somit komplett im Bereich der  Verdächtigung, Vermutung, sowie der üblen Nachrede anzusiedeln. Es handelt sich dabei um nichts anderes als Verschwörungstheorien, also Hypothesen, für die es Indizien und Spuren geben mag, aber eben keine Beweise. Doch reicht eine solche Litanei von Behauptungen  ganz offensichtlich aus, um die “Solidarität” anderer EU-Staaten einzufordern und eine internationale diplomatische Krise herauf zu beschwören.

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Good Friday

Heute vor 56 Jahren fand in der Universitätskapelle der Harvard Universität in Boston ein bemerkenswertes Experiment statt.  Bevor der Gottesdienst am Karfreitag (“Good Friday” ) begann, wurden Kapseln an 20 Theologie-Studenten verteilt. Die eine Hälfte erhielt 30 Milligramm Psilocybin, die andere ein Placebo-Präparat. Ziel des Experiments, das der Arzt und Theologe Walter Pahnke im Rahmen seiner Doktorarbeit durchführte, war die Bewertung von Psilocybin, des Wirkstoffs der „heiligen Pilze“ der südamerikanischen Inidianer, als Auslöser mystischer Erfahrungen. Das Ergebnis war eindeutig: 80 % der Psilocybin-Gruppe berichteten von starken Eindrücken – Erlebnis der Einheit Transzendenz von Raum und Zeit, Empfinden des Heiligen und ähnlichem, in der Kontrollgruppe hingegen berichtete keiner von solchen Erfahrungen. Bei den Studenten handelte es sich um „ziemlich un-mystische Persönlichkeiten“ (Pahnke), bodenständige, protestantische Mittelamerikaner und um so erstaunlicher war dieses Ergebnis, das vor allem von christlicher Seite kritisiert worden ist, weil zu einer „echten“ mystischen Erfahrung notwendigerweise die personale „Begegnung mit Jesus Christus“ gehöre.

Ein Einwand, der allerdings eher als Vereinsmeierei denn als ernstzunehmende Kritik zu verstehen ist, zumal im Hinblick auf die Langzeituntersuchung des Karfreitagexperiments, die Rick Doblin ein Vierteljahrundert nach diesem Karfreitag bei 19 der 20 damaligen Probanden durchführte. Während die Kontroll-Gruppe sich kaum noch an irgendein Detail erinnern konnte hatten alle Mitglieder der Psilocybin – Gruppe lebendige Erinnerungen an das Ereignis und bezeichneten sie als einen, wenn nicht den Höhepunkt ihres spirituellen Lebens: „Wir hatten nur eine unendlich kleine Menge Psilocybin genommen, aber sie verband mich mit der Unendlichkeit“, so eines der typischen Statements der Befragten.

Auslöser dieser Experimente waren die überwältigenden Erfahrungen nach dem Genuß magischer Pilze, die den kurz zuvor als Professor für Psychologie an die Harvard-Universität berufenen Timothy Leary Anfang 1960 veranlaßten, diese Substanzen in seine verhaltenspsychologischen Forschung einzubeziehen. Neben dem Karfreitags-Experiment wurde im Rahmen des „Harvard Psilocybin Project“ auch ein Versuch mit Gefangenen eines Staatsgefängnisses gestartet, bei denen die Wirkung einer Psilocybin – Therapie auf die Resozialisierungschancen getestet wurde – mit vielversprechenden Ergebnissen. Auch bei der Rehabilitation von Alkoholikern hatte die psychedelische Selbsterfahrungs-Therapie erstaunliche Ergebnisse gezeigt, der Gründer der „Anonymen Alkoholiker“ Bill Wilson war einer der ersten Teilnehmer am „Harvard Psilocybin Project” – doch trotz dieser äußerst vielversprechenden Resultate wurde das Forschungsprojekt von der Universitätsleitung 1963 beendet und die  Leiter Timothy Leary und Richard Alpert (Ram Dass) sowie ihr Assistent Ralph Metzner gefeuert.
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Kick it with Hitler

Für die Giftgas-Wochen bei McMedien hat Britanniens durchgeknallter Außenminister Johnson noch mal einen echten Whopper nachgelegt und die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft in Russland mit Hitlers Olympiade 1936 verglichen. Möglicherweise müsse die Regierung Fußballfans aus Sicherheitsgründen anraten das Turnier nicht zu besuchen. Nun haben die Briten, seit sie 1966 mit einem Fake-Tor  Weltmeister wurden, seit Jahrzehnten nichts mehr gerissen, wenn es also tatsächlich zu einem Boykott Englands kommen sollte, wäre das fußballerisch  kein Drama. Was nun Hitler betrifft, hatte England nicht nur  1936 kein Problem mit einer Olympiateilnahme – wohingegen die Sowjetunion die Spiele damals boykottierte – die englische Nationalmannschaft trat auch noch 1938 im Berliner Olympiastadion an, und salutierte mit deutschem Gruß. Aber Geschichtsbewußtsein ist fraglos zuviel verlangt von dem narzistischen Clown Johnson, der nicht nur frisurentechnisch als Trumps pöbelnder Cousin durchgeht.

Was die Hintergründe der ganzen Affäre betrifft, halten sich die McMedien-Konzerne auffällig zurück. Die Behauptungen und Beschuldigungen der britischen Regierung werden zwar kolportiert und bieten weiteren Anlass zum fröhlichen Russland-Bashing, nachgefragt und recherchiert wird aber nicht. Um zu erfahren, dass Boris Johnson kategorisch lügt, wenn er behauptet, dass das bei dem Anschlag angeblich verwendete Nervengift “Novichok” identifiziert worden sei, muss man den Blog des ehemaligen britischen Botschafters Craig Murray lesen, oder unter  dem stets gut informierten Moon of Alabama  – oder im Blog des Saker – von sowjetischen Wissenschaftlern erfahren, dass sie einen konkreten Stoff dieses Namens nie entwickelt haben – und der Name “Novichok” von einem in den USA lebenden Ex-Mitarbeiter in die Welt gesetzt wurde. Nicht bei BBC oder Guardian oder gar hiesigen McMedien-Outlets, sondern bei Thierry Meissan muss man sich dann  darüber informieren lassen, wie die Skripal-Affäre mit drei kürzlich vereitelten Giftgas-Anschlägen in Syrien zusammenhängt, mit einem entdeckten Depot mit Nervengiften der von u.a. von England unterstützten “moderaten Rebellen” sowie mit der Blitzentlassung des US-Außenministers Tillerson durch Trump:

Die britische Regierung und manche ihrer Verbündeten, einschließlich des Außenministers (Secretary of State) Rex Tillerson, haben versucht, einen kalten Krieg gegen Russland zu starten. Ihr Plan war, einerseits einen Anschlag gegen einen ehemaligen Doppelagenten in Salisbury und andererseits einen chemischen Angriff gegen die “moderaten Rebellen ’’ in Ghuta zu inszenieren. Die Verschwörer wollten das Bemühen Syriens, die Vororte der Hauptstadt zu befreien, und die Unordnung in Russland anlässlich der Präsidentschaftswahlen, ausnutzen. Nach diesen Manipulationen hätte das Vereinigte Königreich die USA angespornt, Damaskus, einschließlich des syrischen Präsidentenpalasts zu bombardieren und die Generalversammlung der Vereinten Nationen ersucht, Russland aus dem Sicherheitsrat auszuschließen.
Allerdings haben die syrischen und russischen Geheimdienste Wind davon bekommen. Sie waren überzeugt, dass die US-Agenten, die einen chemischen Angriff von Ghuta aus gegen Ghuta planten, nicht vom Pentagon abhingen, sondern von einer anderen US-Agentur.

Ich kann nicht weiter nachforschen, ob das so gelaufen ist, es scheint aber auf jeden Fall mehr Sinn zu machen als die Räuberpistole, die der Weltöffentlichkeit von May aufgetischt wird.  Ein Motiv für die “Russen”, einen ehemaligen Doppelagenten, der bei ihnen jahrelang im Gefängnis saß,  auf derart dilettantische Weise zu “beseitigen”, gibt es schlicht nicht.
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Giftgas-Wochen bei McMedien

Ich hoffe, Sie haben die Giftgas-Wochen bei McMedien bisher gut überstanden. Zwar ist der britische Fake-Mac mit der giftigen Soße „einer Art, wie sie in Russland entwickelt wurde“ weiter im Angebot, aber abkaufen will der britischen Regierung diesen Whopper eigentlich keiner mehr. Zumindest keiner, der noch halbwegs bei Verstand ist und das seit dem römischen Reich in Europa etablierte Rechtssystem in Grundzügen verstanden hat. Danach reichen einfache Behauptungen für eine Anklage nicht aus, es müssen Beweise oder Zeugen dafür beigebracht und nach dem Grundsatz „audiatur et altera pars“ auch die beschuldigte Seite angehört werden. Seit die Römer einst Britannien kolonisierten sind diese Regeln dort bekannt und blieben auch nach ihrem Abzug allgemein anerkannt. Mit dem Brexit freilich scheinen sich die Angelsachsen davon jetzt verabschieden zu wollen. Nicht anders jedenfalls lässt sich erklären, dass Theresa May und ihr Außenminister zwar Russland beschuldigen, einen zu ihrem Geheimdienst MI-6 übergelaufenen Agenten vergiftet zu haben, einen Beweis oder eine Probe des Gifts aber nicht zur Verfügung stellen wollen. Und stattdessen ultimativ „Erklärungen“ von Russland verlangen.

Dass das Nervengift von einer Art sei, „wie sie in Russland entwickelt wurde“ kann ja zutreffen, aber sagt in etwa soviel wie ein Polizeibericht, nach dem ein Sportwagen italienischer Bauart einen Unfall verursachte. Einer Regierung die da auf die Idee käme, „die Italiener“ zu beschuldigen, würde man zu Recht an den Kopf fühlen, die britischen Beschuldigungen aber werden landauf landab in jedem McMedien-Outlet verbreitet. Das ehemalige Nachrichtenmagazin „Spiegel“ – schon lange vom journalistischen „Sturmgeschütz der Demokratie“ zur Gulaschkanone der Nato verkommen – titelt gleich über „Todesgrüße aus Moskau“ – obwohl bis dato niente, nothing, njet bekannt ist, wer die Grüße überhaupt gesendet hat. Mit Journalismus hat das nichts mehr zu tun, es sind Kampagnen wie „Los Wochos“ bei McDonald.

Nachdem 18 Monate „Russiagate“ in den USA samt Sonderkommissionen , Ermittlungsausschüssen und täglichem Pressewirbel zu der sagenhaften Anklage von 13 russischen Facebook-Trollen führte, die gegen Hillary und für Trump und Sanders gepostet haben sollen, nachdem also diese gigantische Zirkusnummer nicht einmal heiße sondern nur lauwarme Luft produziert hat, musste die britische Regierung jetzt offenbar nochmal nachlegen um weiter Druck auf dem anti-russischen Propaganda-Kessel zu halten.

Dass man mit Fakes Fakten schaffen und Kriege beginnen kann hatte ja zuletzt Tony Blair eindrucksvoll bewiesen, als er behauptete die Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins könnten „in 45 Minuten“ Europa erreichen. Auch damals spielten die McMedien-Konzerne mit, verkauften den Fake ohne Nachfrage und Recherche als Realität und ein Großteil des Publikums lies sich noch in die Irre führen. Darauf hatte wohl auch Theresa May gesetzt, und die Regierungen Merkel und Macron halfen ihr ein wenig beim erzürnten Backen aufblasen gegen den bösen Iwan.

Aber es scheint – und das ist die gute Nachricht – dass diese durchsichtigen Propagandanummern nicht mehr richtig ziehen. Da mögen im Vorfeld der Wahlen in Russland sämtliche TV-Kanäle im Dauerfeuer „Dokumentationen“ über „Putin den Schrecklichen“senden, da können auch die Wetterberichte bei 5 Grad Frost und Ostwind dauernd von „Russenpeitsche“ reden und die „Bild“-Zeitung im “Stürmer”-Stil Russen-Hetze und Putin-Haß verbeiten – die Bürgerinnen und Bürger kaufen ihnen den Bullshit einfach nicht mehr ab. Nach einer aktuellen repräsentativen Umfrage fordert eine Mehrheit der Deutschen eine Annäherung an Russland – und dieser Wunsch geht quer durch sämtliche Parteien und Bundesländer. Selbst unter Anhängern von CDU und SPD sind nur 19% für die Beibehaltung der aktuellen Konfrontation. Die GroKo wäre also gut beraten, auf ihr Wahlvolk zu hören, statt den haltlosen Parolen einer scheiternden Brexit-Präsidentin Folge zu leisten.

Auch als Podacst auf KenFM

Update: Der Kollege Paul  Schreyer hat wegen des infamen “Spiegel”-Covers “Todesgrüße aus Moskau” Beschwerde beim Presserat eingelegt.

Seyfried zum Siebzigsten

Wenn ich im Ganzen so betracht’
Was Gerhard Seyfried so gemacht
Fasse ich das alles nicht
Es sei denn… in ein Gedicht.

Wie Albrecht Dürer einst den Hasen
Die Bullen mit den Knollennasen
Was Meister Bosch die Narrenschiffer
Sind ihm die Freaks, Anarchos, Kiffer

Ob die Enten von Carl Barks
oder die Lehren eines Marx
die von Groucho oder Kalle
bei Seyfried finden wir sie alle

Von Valentin bis Arnold Hau
Erstreckt sich hier ein Table-au
Das Wilhelm Busch und Heinrich Zille
Sowie den unrasierten Zwille

Die ganze Hippie-Kamerilla
Stadtindianer, Spaßguerilla
Umfaßt, beschreibt und illustriert
Und Wimmelbilder komponiert

Wo noch in den kleinsten Ecken
Witze, Gags und Lacher stecken
Oder dem Zwerchfell sehr zum Wohle
Eine komische Parole

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