Captain Beefheart R.I.P.

Am Freitag starb Don Van Vliet aka Captain Beefheart 69-jährig in seiner kalifornischen Heimat. Seit 30 Jahren hat er keine Platten mehr gemacht sondern nur noch gemalt und doch war er, wie die FAZ in einem Nachruf anmerkt, eines der wenigen wenn nicht das Originalgenie der Rockmusik. Ich mußte einst alles von ihm hören, weil in meiner WG  ein Die-Hard Beefheart-Verehrer wohnte – und das wenigste konnte ich wirklich geniessen. Aber dann war er mit Frank Zappa on Tour, das war phantastisch: Girl you thought it was a man but it was a muffin”Continue reading →

Appell für Bradley Manning

Manchmal, nein – meistens ist Schreiben ja  so etwas wie gegen den Wind pissen. Es bringt Erleichterung, nützt aber nichts und macht dann auch noch Ärger. Selten, mit über 30 Jahren als Schreiberling auf dem Buckel würde ich sogar sagen: sehr selten, hat man dann aber  doch mal das Gefühl, dass Argumente, Artikel, Wortmeldungen, Zwischenrufe  gehört werden, nützlich sind und Positives bewirken. Wenn auch nur millimeterweise, aber immerhin: meinem Zorn über das Schweigen der Medien zur Unterdückung von WikiLeaks haben sich jetzt taz, Freitag, Frankfurter Rundschau, Telepolis und weitere Medienorgane angeschlossen und einen “Appell für Wikileaks” publiziert. Das ist erfreulich, selbst wenn man einwenden könnte, dass solche Appelle  sich ja nun kaum von der oben gebrauchten windigen Metapher unterscheiden. Aber wiegesagt, es geht nur milimeterweise voran, und öffentlicher Protest war schon immer der erste (wenn auch nicht immer erfolgreiche) Weg zur Besserung.Continue reading →

Die fünfte Gewalt

“Wenn die “vierte Gewalt” von Macht-und Wirtschaftsinteressen korrumpiert ist und ihrem demokratischen Wächteramt nicht mehr nachkommt ist eine fünfte Gewalt nötiger denn je: Wikileaks!”

Dazu ist heute der nachfolgende Beitrag auf  “Telepolis” erschienen:

Was machen eigentlich “New York Times”, “Guardian” und “Spiegel” ? Da wird ihr Informant Julian Assange wegen einer windigen Anzeige international zur Fahndung ausgeschrieben und in Haft  genommen, da werden seiner Plattform Wikileaks die Server abgeklemmt und die Bank-und Kreditkartenkonten gesperrt – da wird also ein ein Medium, ein Organ der Presse, massiv und ohne rechtliche Grundlage seiner finanziellen und publizistischen Mittel beraubt, und die Großmedien, die eben noch mit Wikileaks-Informationen Auflage und Kasse gemacht haben, sagen dazu: Nichts ! ?Continue reading →

Wikileaks: Die Schwedenmädel-Falle

Wenn man die schon im August erschienen Artikel über die zwei Wikileaks-“Groupies” liest, die sich in die Quere kamen und dann mit Strafanzeigen gegen ihren “Helden” Julian Assange verbündeten, könnte man das Ganze als typischen Zickenkrieg um einen  lonseome cowboy abtun. Wenn sie dann noch ihre Twitter-Einträge über die süße Zeit mit dem tollen Lover löschen und über einen 7-Punkte-Plan der Rache bloggen, scheint der Fall ziemlich eindeutig keiner für den Staatsanwalt, sondern einer für den Therapeuten,  spezialisiert auf christliche, feministische Aktivistinnen im Umfeld des sozialdemokratischen “Brotherhood Movement”, das den Wikileaks-Mitgründer als Referenten eingeladen hatteContinue reading →

Wikileaks: Das Imperium im Nacktscanner

“The first serious infowar is now engaged. The field of battle is WikiLeaks. You are the troops,” bekundete  Electronic Frontier Foundation-Gründer   John Perry Barlow gestern in einem Tweet an die Kommunikationsguerilleros an der elektronischen Front. Amazon hat die Wikileak-Server aus seiner Cloud verbannt, in Frankreich mußten sie ebenfalls abgestellt werden, jetzt sind sie in die Schweiz umgezogen und hier und hier (manchmal) zu erreichen, und was da Tag für Tag aus dem Leck tröpfelt ist alles andere als uninteressant.Continue reading →

Das Leck ist die Botschaft

Dass ich bei aller Skepsis und Kritik ein großer Fan der Wikileaks-Idee bleibe, hatte ich im letzten Posting ja bereits verkündet. Es kommt nicht darauf an, was die vorab informierten Großmedien aus den Dokumenten machen und dass es scheinbar nur Boulevardgeschichten sind, die da “enthüllt” werden, – es wird darauf ankommen, was “wir”, der interessierte Schwarm von Bürgern und Bloggern, daraus machen. Ein paar Schurnalisten durften früher ran und buddelten erstmal  Gaddafis Krankenschwester als ukrainisches Busenwunder aus – geschenkt, so läuft das halt im Medienbordell; auch dass  ein paar herausgepickte Puzzlesteine als Propaganda gegen die üblichen Verdächtigen (Iran) genutzt wird, ist nicht überraschend. Continue reading →