Nach dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs durch die türkische Luftwaffe hat der Konflikt im syrischen Grenzgebiet zur Türkei – der Heimat des IS – eine neue Qualität erreicht. Dass die Türkei das “Kalifat” unterstützt, dass die Öllieferungen des IS täglich in die Türkei rollten und Waffen und neue Kämpfer über die türkisch-syrische Grenze in den “Islamistischen Staat” eingeschleust werden ist lange bekannt, neu ist, dass Sultan Erdogan jetzt auch militärisch gegen die aktiven Gegner des IS, die Russen, vorgeht. Die Begründung, dass man damit nur die Verletzung des türkischen Luftraums ahnde, ist natürlich nur heiße Luft. Enstprechend scharf fiel die Stellungnahme von Präsident Putin aus, den die Agentur TASS zitiert:
“Das, was heute passiert ist, ist ein Dolchstoß in den Rücken von Russland, der von Komplizen der Terroristen durchgeführt wurde. Ich kann das nicht anders charakterisieren. Die Türkei verhält sich so, als ob wir einen türkischen Jet abgeschossen hätten und fordert eine Sondersitzung der Nato ein. Heißt das, dass die Türkei von der Nato verlangt, den IS zu unterstützen?“
Gute Frage. Und tatsächlich mag es in der NATO sogar ein paar Wahnisnnige geben, die ihr Mantra “Assad muss weg” immer noch Seit an Seit mit den Kopf-Ab-Islamisten durchziehen wollen. Das NATO-Kampfblatt “Bild” titelt schon mal präemptiv: “Putin attackiert Türkei”. Tatsächlich gingen die Maschine und die beiden Piloten per Fallschirm aber auf syrischem Boden nieder. Wenn nun also allenthalben von “Luftraumverletzung” und legitimer Verteidigung “territorialer Souveränität” fabuliert wird, ist das Propaganda. Fakt ist, dass die Türkei, die seit Jahren das vom IS gestohlene Öl aufkauft, nunmehr mit Gewalt gegen die Kräfte vorgeht, die als einzige wirksam gegen diese Geldader des IS kämpfen: die russischen Bomber, die in den letzten Tagen hunderte von Tanklastern zerlegten, die seit Jahren täglich in die Türkei rollen.
So wie kein Zweifel daran bestehen kann, dass das Monster IS ein Produkt aus der Frankenstein-Küche der CIA ist – ein unlängst freigegebenes Strategiepapier des US-Militärgeheimdiensts DIA skizziert schon 2012 das künftige “salafistische Hoheitsgebiet” in Irak/Syrien und die Al Qaida/Al Nusra – Milizien als die entscheidenden Anti-Assad-Kämpfer – so wenig kann Zweifel daran bestehen, dass die Russen derzeit die einzigen sind, die ernsthaft gegen den IS vorgehen. Da Sultan Erdogan diese Attacke vermutlich nicht ohne das OK von His Masters Voice geritten hat, könnte es sich auch um eine Falle handeln, um die sich nach Paris anbahnende Anti-IS-Koalition von Franzosen und Russen zu torpedieren.
“Gnade für Terroristen gewährt Gott, ich bin dafür zuständig, sie zu ihm zu bringen,” hat Putin unlängst bekundet. Das sieht das Imperium in Washington derzeit wohl noch anders und hält die monströse Züchtung eines wahabitischen Terrorkalifats weiter am Leben – mit Waffen von Saudis und Qataris, mit dem Franko-Britisch-NATO-“befreiten” Libyen als Jihadisten-Paradies und jetzt auch mit Luftunterstützung der Türkei. Ohne die Waffen der Saudis und ohne den Support über die offene türkische Grenze – ohne die sauberen Verbündeten des Westens also und die schützende Hand des NATO-Staats Türkei – wäre die Krake IS in der Wüste längst ausgetrocknet. Wird sie weiter gemästet, um sie auf Damaskus und dann auf Teheran zu hetzen – nichts anderes ist ja der perverse Plan des Imperiums – wird es unvermeidlich sein, dass ihre Terrorarme bis nach Paris und weiter reichen….






