(mit Update) Als Online-Nachschlagewerk ist Wikipedia mittlerweile eine Insitituion, die für Online-Recherchen unverzichtbar und wenn es um (natur-)wissenschaftliche Fakten geht in der Qualität gedruckten Enzyklopädien durchaus ebenbürtig ist . Anders sieht es bei politischen und historischen Ereignissen wie etwa 9/11 aus, bei denen die Qualität ebenso wie die Neutralität der Wikipedia-Artikel oft zu wünschen übrig lassen. Warum das so ist, wie der Spin solcher Artikel geschaffen und welche Hierarchien innerhalb der Wikipedia diesen Spin beeinflussen, zeigen Markus Fiedler und Frank-Michael Speer in ihrer Dokumentation “Die dunkle Seite von Wikipedia” – an einem exemplarischen Beispiel, dem Eintrag über den Schweizer Historiker Daniele Ganser. Dieser ist mit Untersuchungen über die Geheimarmeen der NATO hervorgetreten und hat auch die Unstimmigkeiten der offiziellen 9/11-Geschichte und die darauf basierenden Verschwörungstheorien wissenschaftlich erforscht. Dass ihm diese Forschungen in der Wikipedia das Etikett “Verschwörungstheoretiker” eingebracht haben, obwohl er selbst keine solche Theorien verbreitet, sondern dem Wahrheitsgehalt der ihnen zugrunde liegenden Behauptungen nachgeht, kann ich sehr gut nachvollziehen, weil es mir mit meinen Arbeiten zu 9/11 nicht anders erging. Gegen den negativen Spin als “Vertreter von Verschöwungstheorien” in dem deutschen Wikipedia-Eintrag über mich habe ich nie etwas unternommen (und die Diskussion über meine Aufnahme in die US-Version 2006 eher amüsiert zur Kenntnis genommen), Daniele Ganser aber wollte seine wissenschaftliche Reputation nicht durch diese Diffamierungsvokabel verunstaltet sehen – und versuchte, sie zu korrigieren. Aber er hatte die Rechnung ohne die dunkle Seite dieser vermeintlich freien und offenen Enzyklopädie gemacht…
Update: Gegen einen Vortrag Gansers an der Uni Witten-Herdecke protestiert ein “Bündnis gegen Verschwörungswahn”, getragen von Wittener SPD und Jusos, Wittener Bündnis90/Die Grünen und sogar der ehemals zensurkritischen Piratenpartei NRW. Als Grund für diese Hexenjagd führen die durchgeknallten Sozis, Grünen und Piraten keine inhaltliche Argumente an, sondern Auftritte und Interviews Ganser in der “Verschwörungstheoretiker-Szene”. Die Uni-Leitung hat sich ebenso wie die Wittener Junge Union und die FDP von diesen Zensurforderungen klar distanziert. Welcher Wahn die linksalternativen Zensoren reitet bleibt mir vollstädnig unergründlich….






